Lieber /liebe Gast-, so ähnlich ging es mir auch. Zuwendung kannte ich bis vor zwei Jahren auch nicht. Damals war ich auch an einem Punkt, wo ich überhaupt nicht mehr leben wollte, ich dann in die Psychiatrie kam und ich völlig überrascht und gerührt war, dass es doch Zuwendung gibt. Selbst auf der geschlossenen waren die Pflegekräfte so lieb zu mir, dass ich es gar nicht kapieren könnte. Ich war zwar auch in einem Mehrbettzimmer auf einer sehr veralteten Station mit Toiletten und Duschen auf dem Gang, aber so viel Zuwendung habe ich noch nie in meinem Leben erfahren. Das hat mir in suizidalen Zeiten doch immer wieder geholfen.Gast - hat geschrieben:Ich habe mal jemand gesagt: mein Leben war so eine Hölle, dass die Psychiatrie mit dem Minimum an Zuwendung, was es da auch manchmal gab - mir vorkam wie ein Ort, an dem ich menschlicher behandelt wurde, als sonst irgendwo.
Ich war aber auch nicht nur auf der geschlossenen, sondern auch immer wieder auf offenen anderen Stationen der Psychiatrie.
Immer wieder aber konnte ich irgendwie Hoffnung schöpfen und die Zuwendung hat mir gegen die Suizidalität doch sehr geholfen. Damals habe ich erkannt, was mir fehlt, ich war so dankbar für jedes liebe oder nette Wort.
Deshalb stehe ich auch zu der Aussage: Lieber Psychiatrie und Zuwendung, als gar keine Zuwendung. Die Suizidalität war und ist bei mir auch immer ein Schrei nach Zuwendung und "Kümmern". Oft war ich alleine und verzweifelt, so alleine und abgesondert wollte ich einfach nicht mehr weiter leben.
Liebe Chaoskopf, ich hoffe, das hat jetzt nicht den Rahmen Deines Threads gesprengt.