Chaos, Sortiertes und Baustellen

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LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

~ Glücklich ~

Ich bin ein glücklicher Mensch!
Punkt!
Ich kann auch im Restchaos glücklich sein.
Aha-Erlebnis des Tages 26.03.2011!

Es geht mir gut.
Befindlichkeitsstörungen - klar. Hab ich.
Aber das hält mich nicht davon ab zu sagen:
Ich bin glücklich!

Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Blöder Spruch - aber wahr:
Jeder ist seines Glückes Schmied.

*mir auf die Schuter klopf*

Ja, ich habe mächtig geschmiedet!

Nun hatte ich schon überlegt diesen Thread zu schließen.
Er ist Jahre alt und der Titel überholt.
Andererseits - ich kann ihn auch weiterführen.
Ein weiteress Jahr vielleicht.

Vom Chaos jedenfalls habe ich mich entfernt.
Immer wieder ein Stückchen.
Und nicht zuletzt - durch Chaos.
Das eigene und das von Menschen in meiner Nähe.
(es fühle sich hier bitte keiner angesprochen)
Es hat mich vieles gelehrt.

LunaSue
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.

Viktor Frankl
johanna17

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von johanna17 »

hallo luna, wollte dir nur mal dafür danken, das du so tolle dinge schreibst. Sie machen mir Mut zum weitermachen. Und bringen mich so manches Mal dazu zu lächeln obwohl ich den glauben an das positive schon fast aufgegeben habe. Hier sind so viele tolle Leute, die ich sehr bewunder. Und du gehörst auf jeden Fall dazu. :oops:
ganz liebe Grüße, Johanna
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

Hallo Johanna17!

Schön, dass du das sagst.
Gut verstehen kann ich, wenn jemand sagt: ich habe an das Gute nicht mehr glauben können.
Lange genug ging es mir ganz genau so.
Freude konnte ich nicht mehr empfinden.
Was ich aber nie grundsätzlich verloren hatte war Hoffnung.
Da habe ich auch Hilfe bekommen und daran hielt ich fest.
Es gab hier einige UserInnen, die mich immer wieder bestätigt haben
darin.

Bewundern - naja...
Aber gerade fand ich einen Spruch.
Für dich:
"Bewunderung der Tugend ist Talent zur Tugend."
Marie von Ebner-Eschenbach

Vielleicht etwas "angestaubt", aber das sagt nichts anderes als: das kannst du auch! :D

Lieber Gruß
Luna
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Viktor Frankl
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

~ sich selber treu werden ~

Das dachte ich gerade. Ein spontaner Geistesblitz.
Was mache ich eigentlich? Mir selber treu werden.
Nicht mehr den Tätern die Treue halten.
Einen eigenen Wert, einen Selbstwert definieren.
Nicht mehr mich über Täter definieren.

Selbstüberwindung.
Was ist das überhaupt für ein Wort?
Irgendwie - Quatsch.
Ich überwinde mich doch nicht selber.
Sondern das, was mir als Wahrnehmung eingeimpft wurde.
Blöderweise lange mit eigener Wahrnehmung verwechselt.
Wieviel ist realitätsbezogen erlebt, wieviel auf dem Boden von Fremdeinwirkung?

Wer ich war, wer ich wurde, wer ich bin, wer ich werde?
Komische Frage.
Dennoch: wenn es gelang meine Persönlichkeit zu verändern - geht es dann auch rückgängig?
Ich glaube fest daran - ja. In Teilen schon.
Und da wo nicht - da lässt es sich seit es mir bewusst ist gut mit leben.

Was kommt noch?
Chancen.
Es kommen Chancen auf Veränderungen.
Bestimmt auch solche, die ich nicht brauche. Aber haben kann.

Schön, das Leben, mich selber, immer mehr in die eigene Hand zu nhemen.

Luna
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Viktor Frankl
zelma

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von zelma »

Hallo LunaSue,

gerade muss ich an die Prinzipien der buddhistischen Psychologie denken. Eines davon sagt:

"Die unheilsamen Aspekte unserer Persönlichkeit können erkannt und umgewandelt werden, sodass unser natürliches Temperament heilsam Ausdruck findet."
aus: "Das weise Herz" von Jack Kornfield

Ich finde, ein schönes Prinzip ;-)

zelma
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

Klingt wirklich gut, dieses Prinzip.
Das deckt sich mit dem, was mich derzeit bewegt.

Und definitv scheint sich dieses Buch eingängiger zu lesen als
Das verfolgte Selbst von Onno van der Hart. :?
Denn das ist auch bei zweiten Mal - schwierig.
Öffnet mir aber auch die ein oder andere Tür zu meinem Selbst.

LG
Luna
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Viktor Frankl
zelma

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von zelma »

LunaSue hat geschrieben:Und definitv scheint sich dieses Buch eingängiger zu lesen als
Das verfolgte Selbst von Onno van der Hart. :?
Also ich hab das Buch wie einen Roman gelesen :mrgreen:

Das von mir zitierte Buch ist auch auf eine breitere Zielgruppe ausgerichtet. Ein aus meiner Sicht wundervolles Buch mit vielen AHA-Erlebnissen.

Auch ein ganz gutes Buch:
Jeffrey E. Young & Janet S. Klosko
Sein leben neu erfinden

Ganz anders als das obige. Young entwickelte die Schematherapie aus der Kognitiven Therapie heraus und dieses oben genannte Buch ist ein gutes "Praxisbuch" für alle Menschen, die gerne ihre Lebensfallen erkennen und etwas daran ändern möchten.
Natürlich musste ich auch das zugehörige Fachbuch "Schematherapie" lesen ;-), um diese Therapie besser verstehen zu können. Jedoch braucht man das für das o.g. Buch ganz sicher nicht! Das war eher meine Wissbegier und mein Bedürfnis nach Kontrolle, um zu erfahren, was da "mit mir passiert" ;-).

zelma
E..

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von E.. »

Hallo Luna.

Angeregt durch Deinen neuen Thread habe ich mich mal wieder durch die letzten Seiten dieses Threads gelesen. Dabei ist mir etwas aufgefallen:
Dennoch: wenn es gelang meine Persönlichkeit zu verändern - geht es dann auch rückgängig?
Ich glaube fest daran - ja. In Teilen schon.
Und da wo nicht - da lässt es sich seit es mir bewusst ist gut mit leben.
Möchte mal nachfragen, wie Du es meinst. Meinst Du das Rückgängigmachen der Veränderung auf den "alten" Stand?

Viele Grüße
Ellen
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

Hallo Ellen!

Wenn du so fragst, dann habe ich da eigentlich Blödsinn geschrieben.
Einen "alten Stand" kann es ja nicht geben.
Falls du meinst: Stand vor den Traumatisierungen.
So betrachtet - naja, sehr fragwürdig.

Allerdings meine ich das auch nicht in dem Sinne.

Kennst du vielleicht das Buch von Anselm Grün: Finde deine Lebensspur?
Falls ja - brauche ich nicht viel erklären.
Es geht darum sich durch die Verletzungen, Manipulationen, malignen Suggestionen
"durchzuwuseln" bis hin zu dem, was mich eigentlich ausmacht.

Lange Zeit waren es genau die Dinge, die mich ausmachten.
Verletzlichkeit, manipulatives Denken (schuldhaft beipielsweise) und Abwertungen.
Bis es durch die PTSD aufgedeckt wurde.
Damals dachte ich, ich sei krank geworden und müsse gesund werden.
Das sehe ich heute anders.
Eher ging ich vor langer Zeit verloren und wurde beherrscht und fremdbestimmt.

Krank gemacht hat mich die Hilflosigkeit, mit der ich den Traumaerinnerungen
gegenüberstand. Einerseits eine sehr harte Zeit.
Andererseits aber - ohne Aufdeckung auch keine Veränderung.
Ich habe viel Zeit gebraucht, um mich selber zu verstehen.

Meintest du das?
Sonst müsstest du mir bitte deine Frage etwas ausführlicher stellen.

LG
Luna
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Viktor Frankl
E..

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von E.. »

Hallo Luna!

Beim Lesen bin ich stutzig geworden, da es so wirkte, als würde die Annahme dahinterstecken, die Zeit zurückdrehen zu können. Dieser Annahme folgen Kinder bis zu einem gewissen Alter, aber auch bei Erwachsenen ist diese Annahmehäufig verdeckt anzutreffen. Das äußert sich zum Beispiel in Formulierungen wie "Ich fang noch mal von vorne an!". Einzig das steckte hinter oder in meiner knappen Frage. Ich wollte wissen, ob Du so etwas meinst. Wenn dem so wäre, würde ich sagen, dass zu keinem Zeitpunkt sich eine Veränderung rückgängig machen lässt, da sich in der Zwischenzeit neue Erfahrungen ansammeln, die Gewesenes und Künftiges ändern.
Ich kenne das Buch von Anselm Grün nicht. Lässt sich sein Modell so beschreiben, dass schrittweise den Kern des Selbst überlagernde Schichten abzutragen sind, um seinen ureigenen Lebensweg zu finden? Ähnlich einer Zwiebel?
Die Zeit des Erwachens, so nenne ich es für mich, war auch ein äußerst schmerzhaftes Erwachen aus einem schlafähnlichen Zustand. Ich meine, das was Du beschreibst, für mich zu kennen. Umso beruhigender ist es für mich, in meiner Vorstellung aufgrund der sich anhäufenden Erfahrungen nicht mehr zu dem gleichen Stand zurückzukehren. Denn wenn ich doch mal einen Flashback habe, dann weiß ich inzwischen, dass es bessere Tage gibt. Das finde ich beruhigend.

Viele Grüße
Ellen
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

Hallo Ellen!

Ohne das Buch zu kennen hast du die Intention gut zusammengefasst.
..würde ich sagen, dass zu keinem Zeitpunkt sich eine Veränderung rückgängig machen lässt,
da sich in der Zwischenzeit neue Erfahrungen ansammeln, die Gewesenes und Künftiges ändern.
Das unterschreibe ich.

LG
Luna
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Viktor Frankl
E..

Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von E.. »

:-D

Hallo Luna,

das freut mich. Ich hatte es herausgegriffen, weil ich es zumindest für mich als wichtig erachte, es sich bewusst zu machen. Selber neige ich dazu, solche Dinge zu vergessen und vor daher hat es für mich hin und wieder Relevanz darüber nachzudenken. Es kann ungemein beruhigen.

LG
Ellen
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

Für alle, die besonders am vergangenen Wochenende, gestern und heute mir so nah waren,
mich begleitet haben und mit mir geteilt haben, was das Leben so geboten hat.
Nicht nur die so traurigen Momente, sondern auch die vielen Freuden der vergangenen Tage.
Das Leben will gelebt werden und ich bin mitten drin.

Ihr seid mit dabei und das ist gut und wichtig!
Ohne Euch wäre alles weniger fröhlich, bunt und liebevoll!

Wenn es dich nicht gäbe,
wäre vieles anders.
Ich wäre nicht so fröhlich.
Ich wäre nicht so mutig.
Ich wäre nicht so hoffnungsvoll.

Wenn es dich nicht gäbe,
wäre vieles anders.
Die Sonne wäre nicht so hell.
Der Mond wäre nicht so nah.
Der Himmel wäre nicht so blau.

Wenn es dich nicht gäbe,
wäre vieles anders.
Mein Leben wäre nicht so bunt.
Mein Leben wäre nicht so grell.
Mein Leben wäre nicht mein Leben.


(Diego Armando)

Ihr seid toll! Danke!
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Viktor Frankl
LunaSue
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Re: Ein Jahr Chaos?

Beitrag von LunaSue »

~ Zwischenbilanz ~

Es ist anstrengend, keine Frage.
Aber ich halte gut durch.
Ich kann jede Menge von mir persönlich weghalten.
Es war der richtige Zeitpunkt. Es war die richtige Enbtscheidung.
Es ist ein anderes Leben und das ist gut so.
Mir geht es gut.
Nun bin ich sehr gespannt darauf, was noch kommt.
Ich freue mich darauf.
Es wird sicher noch einmal spannend. :D

~ Schlussstrich ~

Wieder einer. Sascha? *lächel*
Nicht so einfach. Traurig. Notwendig.
Es geht eben nicht. Abschied nehmen.
Nicht der letzte, denke ich.
Es wird noch dauern mich davon zu lösen.
Es ist einerseits gut das zu wissen, andererseits
wäre ich gerne damit irgendwann mal fertig.*seufz*

~ Momente ~

Momente der Angst, Frieden, Freude.
Ganz viel Trauer. Was für eine Mischung...
Aber auch Hoffnung und Zuversicht.
So viel Nähe und Geborgenheit.
Doch allein mit manchem, nicht zu ändern.
Aber nicht einsam, sondern alleine - eingerahmt von
lieben Menschen. Ein Händedruck, ein Blick, eine Umarmung.
Ihr seid so gut zu mir, so aufmerksam.
Ich habe euch auch sehr lieb, Danke!

Luna
Anfang Mai 2011
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Viktor Frankl
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Re: Chaos, Sortiertes und Baustellen

Beitrag von LunaSue »

~ Chaos, Sortiertes und Baustellen ~

Ein Jahr Chaos ist lange, lange um.
Inzwischen gibt es jede Menge Sortiertes.
Auch noch Chaos, aber wenig.
Und Baustellen.
Neuer Titel, neues Leben?
Naja, neu - haben Ellen und ich ja schon festgestellt - geht ja nicht.
Muss auch nicht.
Aber es ist so anders geworden.

Vorgestern ging mir durch den Kopf:
Was für eine angenehme Stille herrscht.
Ich bin so ruhig geworden, das tut sehr gut.
Der innere Sturm von Gedanken und Emotionen hat nachgelassen
im Laufe der Zeit.
Eigenartig, dass mir das jetzt erst auffällt, denn wenn ich darüber nachdenke,
so ist das schon eine ganze Weile so.

Vor einigen Jahren konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass mal Stille herrschen könnte
in meinem Inneren. Das Ruhe ist.
Viel Raum für Freude und Leben, für Vieles, das ich mir nicht hätte vorstellen können.
Im Juni 2006...

LunaSue
Juni 2011
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
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Viktor Frankl
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