Hallo zusammen,
Ich bin (wieder) neu hier. Ich war vor vielen Jahren schon mal hier.
Ich bin Überlebende. Die s. Gewalt durch meinen Vater hat viele viele Jahre angehalten. Meine Mutter wusste (natürlich) Bescheid. Die Übergriffe haben nachts in meinem Bett stattgefunden. Schlafen oder überhaupt ins Bett kommen, sind also quasi mein Endgegner. Ich habe neben oder als Teil der kPTBS eine generalisierte Angststörung und Depressionen. Mein Leben bestand bis ich Mitte 40 war nur aus Überleben (oft unter therapeutischer Hilfe. Ich wurde auf meinen letzten beiden (von drei) Arbeitsstellen als nicht gut genug befunden. Und durch mein letztes Medikament habe ich im letzten halben Jahr 15kg zugenommen. Auch mein Äußeres ist mir jetzt peinlich.
Ich habe zwei wundervolle, noch relativ kleine Kinder. Und… vor drei Monaten ist mein bester Freund und Vater meiner Kinder verstorben. Und ich weiß oft nicht wie ich alles schaffen soll. Was das Leben mir gerade abverlangt ist… unmenschlich.
Der Schlafmangel bricht mir das Genick. Es ist so unendlich viel was ich tun und schaffen muss. Aber ich bin schon damit überfordert alles erst mal zu sammeln und priorisieren. Die Angst vor dem Bett führt dazu, dass mein Schlafmangel sich zum Himmel türmt und mich meine Ängste ausbremsen. Und mir fehlt so oft einfach die Kraft. Ich fühle mich gerade so oft als Versagerin. Ich lasse manchmal kein gutes Haar an mir. Ich habe angefangen mich wieder selbst zu verletzen. Das habe ich zuletzt mit Anfang 20 gemacht. Und ich ärgere mich, dass ich mich nicht einfach dort/überall ritzen kann wo ich will, weil meine Kinder es sonst sehen. Es ist oft einfach alles zu viel. Für meine Kinder funktioniere ich. Aber der Preis den ich zahle ist immens. Ich bleibe auf der Strecke.
Ich wünsche mir so sehr dass mich jemand RICHTIG versteht.
Ich habe zwar einen neuen Partner, aber wir wohnen nicht in derselben Stadt, es ist also eher eine Fernbeziehung. Und er hat auch ein Kind. Und er ist meist auch nicht in der Lage mich wirklich zu sehen.
Ich sende ein Hallo ins Wildwasser-Universum und wünsche allen eine gute Nacht.
Eure NotAtHome
Wo soll ich die Kraft her nehmen???
-
Eli
Re: Wo soll ich die Kraft her nehmen???
Hallo not at home
Das tut mir unfassbar leid. Das leben ist oft so hart und sch und ungerecht. Reiche dir virtuell mal eine hand.
Ich kann mir vorstellen, dass es gerade viel zu viel ist und verstehe dann auch dass dann svv wieder zum "freund" wird.
Ich sag mal pragmatisch was mir einfällt ja?
1. Evtl trauergruppe mit option der zeitlich parallelen versorgung der kids. Glaub ein ort wo gemeinsam getrauert wird könnte gut sein. Es gibt so was eigentlich in vielen grösseren städten mittlerweile.
2. Evtl frauenberatungsstelle oder therapie um irgendwo haöt zu finden. Alles raus lassen zu können.
3. Jugendamt für eine haushaltshilfe etc. Da gibt es viele unterstützungs optionen. Kenne einige mit guten erfahrungen. Keine sorge die nehmen nicht deine kids weg etc. Ist so ein klischee...
4. Mit dem freund bin ich ehrlicherweise eher skeptisch. Bist du sicher dass das gut ist? Tröstet du dich damit nichr nur oberflächlich? Dein mann ist gerade mal 3 monate tot und es kommt mir vor als sei das nur um das loch zu füllen. Emotional sich richtig auf ihn einlassen ist sicher kaum möglich. Dazu kostet es zeit geld und verwirrrt vermutlich deine kids. Wäre nicht eine freundin zum anlehnen besser?
Sorry wenn das jetzt normativ klingt. Soll es gar nicht. Kenne mich nur mit trauer ganz gut aus und sage das deshalb. Viellwicht mal überlegen es zu beenden.
5. Wegen des schlafens: gute medis...dich auch generell umstellen. Das tut dir ja null gut wenn du dich so unwohl fühlst. Oder helfen die sehr gut? Melatonin.
Vielleicht wirklich in ein paar wochen oder monaten nochmal traumatherapie suchen. Das klingt als sei da noch ne menge nicht gut verarbeitet wennn schlafen so sch ist. Und da gibt es ja hilfe. Vielleicht wenn die kids grösser sind. Aber auch jetzt muss echt akut hilfe zu stabilisierung her finde ich.
Kennst du dinge wie tapen, sicherer ort, vertikales emdr?
Und das wichtigste: du bist stark und eine kämpferin. Du suchst dir hilfe. Du kümmerst dich um die kids. Du schreibst hier gleich anderen gute nette texte. Sieh das mal. Andere hätten schon dreimal aufgegeben. Es gibt keinen grund dich zu hassen! Das ist bloss alte täter sch...
Dein mann ist jeden tag bei dir und den kids und passt auf dich auf. Daran glaube ich. Seine liebe trägt dich weiter. Vertrau darauf. Und er will sicher nicht dass du dir weh tust.
Vielleicht stattdessen: Geh raus und schrei. Geht auch mit den kids. Die haben sicher auch viel wut in sich. Danach macht ihr katzen oder hunde nach oder singt. Aber schreien tut gut. Oder googel dbt skills. Aber versuch das zu lassen. Die kids spüren das svv auch ohne dass sie was sehen. Und das ist sch. Versuch es für sie zu lassen. Sie lieben ihre mama so wie sie ist und brauchen sie ja. Svv hilft ja auch nicht (hab mich selbst lange svv).
Von herzen alles liebe euch dreien. Ich lese dich weiter.
Eli
Das tut mir unfassbar leid. Das leben ist oft so hart und sch und ungerecht. Reiche dir virtuell mal eine hand.
Ich kann mir vorstellen, dass es gerade viel zu viel ist und verstehe dann auch dass dann svv wieder zum "freund" wird.
Ich sag mal pragmatisch was mir einfällt ja?
1. Evtl trauergruppe mit option der zeitlich parallelen versorgung der kids. Glaub ein ort wo gemeinsam getrauert wird könnte gut sein. Es gibt so was eigentlich in vielen grösseren städten mittlerweile.
2. Evtl frauenberatungsstelle oder therapie um irgendwo haöt zu finden. Alles raus lassen zu können.
3. Jugendamt für eine haushaltshilfe etc. Da gibt es viele unterstützungs optionen. Kenne einige mit guten erfahrungen. Keine sorge die nehmen nicht deine kids weg etc. Ist so ein klischee...
4. Mit dem freund bin ich ehrlicherweise eher skeptisch. Bist du sicher dass das gut ist? Tröstet du dich damit nichr nur oberflächlich? Dein mann ist gerade mal 3 monate tot und es kommt mir vor als sei das nur um das loch zu füllen. Emotional sich richtig auf ihn einlassen ist sicher kaum möglich. Dazu kostet es zeit geld und verwirrrt vermutlich deine kids. Wäre nicht eine freundin zum anlehnen besser?
Sorry wenn das jetzt normativ klingt. Soll es gar nicht. Kenne mich nur mit trauer ganz gut aus und sage das deshalb. Viellwicht mal überlegen es zu beenden.
5. Wegen des schlafens: gute medis...dich auch generell umstellen. Das tut dir ja null gut wenn du dich so unwohl fühlst. Oder helfen die sehr gut? Melatonin.
Vielleicht wirklich in ein paar wochen oder monaten nochmal traumatherapie suchen. Das klingt als sei da noch ne menge nicht gut verarbeitet wennn schlafen so sch ist. Und da gibt es ja hilfe. Vielleicht wenn die kids grösser sind. Aber auch jetzt muss echt akut hilfe zu stabilisierung her finde ich.
Kennst du dinge wie tapen, sicherer ort, vertikales emdr?
Und das wichtigste: du bist stark und eine kämpferin. Du suchst dir hilfe. Du kümmerst dich um die kids. Du schreibst hier gleich anderen gute nette texte. Sieh das mal. Andere hätten schon dreimal aufgegeben. Es gibt keinen grund dich zu hassen! Das ist bloss alte täter sch...
Dein mann ist jeden tag bei dir und den kids und passt auf dich auf. Daran glaube ich. Seine liebe trägt dich weiter. Vertrau darauf. Und er will sicher nicht dass du dir weh tust.
Vielleicht stattdessen: Geh raus und schrei. Geht auch mit den kids. Die haben sicher auch viel wut in sich. Danach macht ihr katzen oder hunde nach oder singt. Aber schreien tut gut. Oder googel dbt skills. Aber versuch das zu lassen. Die kids spüren das svv auch ohne dass sie was sehen. Und das ist sch. Versuch es für sie zu lassen. Sie lieben ihre mama so wie sie ist und brauchen sie ja. Svv hilft ja auch nicht (hab mich selbst lange svv).
Von herzen alles liebe euch dreien. Ich lese dich weiter.
Eli
Re: Wo soll ich die Kraft her nehmen???
Liebe Eli,
Danke für deine Anteilnahme und deine stärkenden Worte.
Ja, Freund*innen von mir finden es auch sehr unfair, dass ausgerechnet mir, das Leben auch noch das aufbürdet. Aber Eli, ich habe nicht mal die Energie damit zu hadern. Ich brauche all meine Kraft dafür meine Kinder zu tragen und zu halten. Und selbst dafür reicht es manchmal nicht.
Bei der Frauenberatungsstelle bin ich eigentlich eingebunden, aber ich bekomme es nicht auf die Reihe zu Terminen zu gehen. Therapie, da fehlt mir einfach im Moment die Kraft für die anstrengende Suche. Und Termine abends gehen zur Zeit leider gar nicht. Die Kinder sind so anhänglich seit Papas Tod. Vor allem der Kleine (5). Aber du hast recht. Das wäre wichtige Unterstützung für mich.
Und du hast recht, ich sollte sehen, was ich schaffe. Das fällt bloß so schwer. Dass ICH etwas wert bin, das ist meinem Bewusstsein so fern.
Wegen meines neuen Partners, das ist ein Missverständnis. Wir sind seit dreineinhalb Jahren zusammen und der Papa der Kinder hat sich sehr darüber gefreut und die Kinder lieben ihn. Vom Papa der Kinder bin ich seit viereinhalb Jahren getrennt. Aber, er war mein bester Freund. Er kannte mich so gut. Und er war mein Gedächtnis, was unsere Kinder und meine Schwangerschaften betrifft. Ich bereue es allgemein sehr, dass ich ihn nicht mehr gefragt habe. Alles was in seinem Kopf für Gedanken, in seinem Gedächtnis für Erinnerungen waren, sind jetzt für immer verloren. Das finde ich schwer auszuhalten. Er fehlt so. Er fehlt uns so. Meine Kinder weinen sich wieder in den Schlaf. Es ist so schwer auszuhalten.
Danke für deine Anteilnahme und deine stärkenden Worte.
Ja, Freund*innen von mir finden es auch sehr unfair, dass ausgerechnet mir, das Leben auch noch das aufbürdet. Aber Eli, ich habe nicht mal die Energie damit zu hadern. Ich brauche all meine Kraft dafür meine Kinder zu tragen und zu halten. Und selbst dafür reicht es manchmal nicht.
Bei der Frauenberatungsstelle bin ich eigentlich eingebunden, aber ich bekomme es nicht auf die Reihe zu Terminen zu gehen. Therapie, da fehlt mir einfach im Moment die Kraft für die anstrengende Suche. Und Termine abends gehen zur Zeit leider gar nicht. Die Kinder sind so anhänglich seit Papas Tod. Vor allem der Kleine (5). Aber du hast recht. Das wäre wichtige Unterstützung für mich.
Und du hast recht, ich sollte sehen, was ich schaffe. Das fällt bloß so schwer. Dass ICH etwas wert bin, das ist meinem Bewusstsein so fern.
Wegen meines neuen Partners, das ist ein Missverständnis. Wir sind seit dreineinhalb Jahren zusammen und der Papa der Kinder hat sich sehr darüber gefreut und die Kinder lieben ihn. Vom Papa der Kinder bin ich seit viereinhalb Jahren getrennt. Aber, er war mein bester Freund. Er kannte mich so gut. Und er war mein Gedächtnis, was unsere Kinder und meine Schwangerschaften betrifft. Ich bereue es allgemein sehr, dass ich ihn nicht mehr gefragt habe. Alles was in seinem Kopf für Gedanken, in seinem Gedächtnis für Erinnerungen waren, sind jetzt für immer verloren. Das finde ich schwer auszuhalten. Er fehlt so. Er fehlt uns so. Meine Kinder weinen sich wieder in den Schlaf. Es ist so schwer auszuhalten.