Gedankenpudding vllt trigger*

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herzkrank
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von herzkrank »

ich hoffe, ein weiteres mal, dein schweigen bedeutet gut aufgehoben sein dort und freu mich, zu einem anderen zeitpunkt von dir zu hören
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

Danke Eli und herzkrannk!

Ich war jetzt lange nicht hier, weil ich während der DBT Behandlung sehr wenig am Handy war. Ich wollte versuchen mich auf mich selbst zu konzentrieren. Das hat so semi gut funktioniert, aber dazu schreib ich gleich noch etwas.

@herzkrank: zu den Kliniken schreibe ich dir privat, weil mir das öffentlich doch zu unsicher ist. Aber ich glaube diese 18 Wochen kamen nur zustande, weil es mir wirklich so schlecht ging und auch das Personal irgendwann nicht mehr weiter wusste. Und das war ja auch eins reine Depressionsstation.

Und jetzt mal ein bisschen was über die letzten 8 Wochen.
Das waren wirklich harte 8 Wochen, ich kam oft an meine Grenzen und war immer wieder kurz davor aufzugeben und den Aufenthalt abzubrechen.
Die erste Woche war wirklich am schlimmsten. Ich habe da erstmal richtig bemerkt, wie streng alles ist und wie viele Regeln es gibt. Für jedes Problemverhalten was auftrat musste eine Verhaltensanalyse geschrieben werden. Dafür hat man ein time out für die Therapien bekommen. Man durfte also so lange nicht teilnehmen, bis die VA fertig war. Wenn man zu lange von den Therapien fehlte, musste man direkt eine neue VA schreiben. Also schon echt krass. Auch für das nicht teilnehmen an Mahlzeiten hat man eine Ermahnung bekommen, genauso wenn man morgens mal verschlafen hat. Das war schon krass und ich war noch nie auf einer Station, auf der es so streng zu ging. Aber es wurde auch gesagt, dass das so sein muss und nach 3 Wochen konnte ich auch verstehen warum. Das hatte also alles seinen Sinn.
Die Einzelgespräche waren für mich immer ganz schwierig. Normalerweise spricht man über Problemverhalten, über die Diary Card oder sonst was. Aber meine Therapeutin ging schon nach der 2. Stunde auf das Trauma ein. Und sie sagte schon von Anfang an, dass ich sehr wahrscheinlich eine komplexe PTBS hab. Und da ist sie sich ziemlich sicher. Darum ging es dann auch immer. Das ist mir immer so schwer gefallen, aber vielleicht war das eine gute Vorbereitungszeit. Und die Therapeutin ist so so lieb. So einfühlsam, vorsichtig, fordernd, aber auf eine positive Art und Weise. Sie hat direkt bemerkt wenn etwas zu viel war oder ich einfach nicht mehr kann. Das war super. Sie war super. Und was ich so toll finde: der vorletzte Termin bei iht ist ausgefallen, das wurde mir nicht gesagt und ich habe 30 min auf sie gewartet. Sie hat sich dann so oft entschuldigt und sie hat mir einen poststationären Termin angeboten, der ist jetzt kommenden Montag. Das fand ich so so lieb von ihr und ich hab den auch angenommen. Und was sie mir angeboten hat; eine stationäre Traumatherapie bei ihr. In der DBT Klinik wird grundsätzlich keine Traumatherapie angeboten, weil die Therapeutin die einzige in der Klinik ist, die das macht. Und sie hat es mir angeboten. Dafür sind gute Vorbereitungen notwendig und es müssen Voraussetzungen erfüllt werden. Zum einen darf über längere Zeit kein Problemverhalten auftreten. Ich brache funktionierende Skillsketten für unterschiedliche Gefühle und Situationen und ich muss mit Dissoziationen zurecht kommen, aus denen alleine rauskommen und generell diese am Besten vermeiden. Jetzt im Aufenthalt bin ich so so auf dissoziiert, dass hatte ich in dieser Intensität und Häufigkeit noch nicht. Ich kann mich an einige Situationen, aber auch an wenige Tage gar nicht erinnern. Auch das Personal konnte mich nicht immer rausholen. Selbst mit Ammoniak nicht. Das war schon sehr schwierig für mich. Aber so ist das.
Jedenfalls möchte ich dieses Angebot von ihr so gerne annehmen und wir wollen am Montag auch nochmal darüber sprechen. Auf der Station gibt es drei Behandlungsschwerpunkte. Die Station ist ausgelegt für 18 Leute. Max. 8 Leute sind im DBT Programm, die anderen Plätze sind für die tiefenpsychologische Behandlung oder für Krisenpatienten. Die Leute zu Krise sind für 2 Wochen geplant, mit Verlängerung max. 4 Wochen. Die anderen beiden Programme sind für 6 Wochen, mit Verlängerung auf 8 Wochen ausgelegt. Was ich gut finde ist, dass man die Verlängerung "beantragen" muss. Nach ca. 4 Wochen wird man angesprochen und man muss einen Verlängerungsantrag stellen. Darin müssen 2 Fragen beantwortet werden. Die erste Frage lautet, was man in den vorherigen 4 Wochen gelernt hat und die zweite Frage bezieht sich darauf, wie und wofür man die letzten 2 Wochen nutzen möchte. Dieser Antrag wir dem Pflegepersonal gegeben und die besprechen in den in der Teamsitzung. Ich finde den Antrag für die persönliche Reflexion nochmal sehr gut. Auch wenn sich das im ersten Moment komisch anfühlt. Was ein großer Nachteil auf dieser Station ist, ist dass es 4 3-Bett-Zimmer gibt. Ich hatte das Glück ein 2-Bett-Zimmer zu belegen. So ein 3-Bett-Zimmer hätte ich mir einfach nicht vorstellen können. Jedenfalls würde die Traumatherapie in Verbindung mit der DBT Behandlung gemacht werden. Und hier geht dann die max. Behandlungszeit 12 Wochen. Also genügend Zeit auch. Ich bin gespannt, was wir am Montag besprechen und hoffe auf einen positiven Verlauf.
Und was ich jetzt in den letzten 8 Wochen wirklich gut gelernt habe ist meine vorherrschenden Gefühle zu erkennen. Eigentlich bin ein an Fan davon Gefühle wegzumachen, sodass es gar keine gibt. Aber ich habe jetzt gelernt zu erkennen, welches Gefühl hinter der Anspannung steckt. Das war vorher unmöglich. Und ich habe nochmal verschiedene Techniken gelernt mit diesen Gefühlen umzugehen. Es ist immer noch oft schwierig, aber es funktioniert manchmal. Ich habe neue Skillsketten erlernt. Die brauche ich auch unbedingt. In den 8 Wochen habe ich mich 2x selbstverletzt. Nicht in Form von Schneiden. Eigentlich war ich bei beiden malen überfordert und wütend auf mich selbst, deswegen hab ich dann zwei mal ganz feste gegen die Hauswand geboxt. Bei beiden malen ist meine Hand extrem angeschwollen, sodass ich zum rötgen musste und ich hatte offene Wunden an den Knöcheln. War eben dann doch SVV musste dann auch Verhaltensanalysen schreiben
Was, bzw. wer mir auch super geholfen hat, war meine Berzugspflege. Wir hatten jede Woche zwischen 30 min bis eine Stunde Zeit für ein Gespräch. Vor ihr habe ich als erstes geweint. Ihre Persönlichkeit ist tatsächlich ironisch/sarkastisch und frech, hat immer einen guten Spruch gehabt. Sie war sehr selbstbewusst und stark, aber in Gesprächen war sie immer sehr einfühlsam und ruhig. Hat gute Tipps gegeben. Das war gut. In einem der Gesprächen hab ich ihr alles auf den Tisch geknallt was mich beschäftigt. Sie hat eigentlich gar nichts gesagt, eher zugehört und mich reden lassen. Dann bin ich dissoziiert und ich kann mich an das Gespräch kaum erinnern. Sie hat mir dann nochmal gesagt worüber wir, bzw. ich gesprochen hab. Das ich auch geweint hab. Das es um mein Gewicht ging, um diese innere Bindung zur Familie. Um Mobbing. Um viel viel Selbsthass. Und sie sagte dann auch ehrlich, dass sie nicht genau wusste was sie sagen sollte und die Gelegenheit genutzt hat, mich reden zu lassen. Normalerweise war das immer so, dass man mir alles aus der Nase ziehen musste und ich eher zugehört, anstatt geredet zu haben. Das wurde mir auch oft so zurückgemeldet. Nichts schlimmes, aber für die Therapie nicht immer hilfreich. An dem Tag meiner Entlassung hat sie mich dann auch nochmal in den Arm genommen und mir gut zugeredet. Fand ich toll.

Joa..jetzt hab ich viel zu den letzten Wochen geschrieben. Aber alls diese Eindrücke die ich hatte und hab, kann ich gar nicht alle in Worte fassen. Ich hab sicher auch vieles vergessen, aber so ist das. Am Dienstag wurde ich entlassen und bin seitdem Zuhause. Ich hab bisher nicht viel geschafft, bin total k.o. von dem "Seit 8 Wochen nur unter Menschen gewesen sein" und muss mich davon erholen. So ist das nun mal. Ich bin gespannt was die nächsten Wochen so ergeben.
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Liebe whisper

Wie schön dich zu lesen.
Wow das klingt richtig gut.
Wie toll du dich drauf eingelassen hast. Dass du dich dirchgeboxt hast. Obwohl das sicher oft Sau hart war.
Und echt schön mit der Therapeutin.
Siehste gute Therapie kann echt was. :mrgreen:

Ich finde du kannst sehr stolz sein was du für schritte gehst.
Und auch wenn ich nerve: Amnesien im Alltag sind bei komplexer ptbs definitiv nicht normal. Bitte besprech das mit ihr. Die ganze traumabehandlung kann verdammt nach hinten losgehen ohne gute Diagnostik. You know what I mean. :wink:
Jetzt erhol dich erstmal gut.

Und sei stolz auf dich. Tschakka.
Es geht weiter. Schritt für Schritt.

Alles liebe
deine eli
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

Danke Eli! Ich hab nächste Woche endlich einen Termin bei meiner Psychiaterin. Bisher kam das nicht zustande, weil sie nicht da war. Ich hoffe sie ist da.
_______

Bin einfach müde. Müde. Ausgelaugt. Zu nix zu gebrauchen. Bekomm den Alltag nicht geschissen. Irgendwann schlafen. Meistens 3 Uhr nachts. In den Tag leben. Keine Beschäftigung. Viel Nachdenken. Aber auch einiges nicht wissen. Vom Tag. Nicht essen können. Aber wenigstens alle zwei Tage ein Mittagessen. Nicht gut. Aber hm..immerhin? Weiß nicht. Schaffe es Arzttermin wahrzunehmen. Sonst gar nicht rausgehen. Schaff das nicht. Bin nur im Zimmer. Liege im Bett. Starre die Decke an. Schaue Serien. Kann mich darauf aber nicht konzentrieren. Brauche nur Hintergrundgeräusche. Hatte letzten Kreislaufprobleme. Bin auf meinen Tisch gefallen und hab jetzt drei ziemlich große blaue Flecken am Bein. Selbst schuld. Wenn M. nicht aufpassen würde, würde ich meine Medis vergessen. Svv Druck ist ziemlich stark. Aber machs nicht. Ich wills nicht. Hab mir vorgenommen wieder etwas kreatives zu machen. Schaff ich nicht. Kann mich nicht motivieren. Meine beste Freundin vermisst mich. Hat sie mir geschrieben. Und ich kann da nix fühlen. Kein vermissen. Keine Freude für ein Treffen. Gleichgültigkeit. Aber ich hab sie doch lieb? Wie geht das? Das hat sie nicht verdient.
Bin so enttäuscht von mir selbst. Hab viel gelernt in der Klinik. Und hab extra einen Wochenplan für Tagesstruktur. Und nix bekomm ich hin. Ist halt Whisper. Whisper kriegt nix hin. Wie immer. Will mich einfach nur verkriechen. Nicht da sein. Nicht existieren. Verschwinden..für immer. Geht der Gedanke irgendwann? Und das Gefühl? Hm..
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Hi whisper,

Bitte denk nicht so. Du warst monatelang in einem geschützten Rahmen und das Ankommen in der Realität ist sehr schwer. Und ja ist auch nach Wochen nicht schwer.

Es ist ziemlich normal und total okay dass es so ist wie es ist.
Du kämpfst doch sehr.
Und es ist auch schwer sich selbst Tagesstruktur zu geben.
Versuch kleine Schritte und vor allem hau nicht noch drauf.
Das ist doch kalter Kaffee. Das ändert nichts.
Du machst es so gut wie es geht und besser geht halt nicht.
Und das alles hat Gründe. Dass es so ist wie es ist.

Ich wäre auch schwer depressiv an deiner Stelle. Die Situation ist ja nicht gelöst. Null. All die Traumata und Anteile sind noch in dir...klar war Klinik gut aber vielleicht geht es dir gerade deshalb schlecht. Weil sich das innen eben eher zeigen kann.

Vielleicht könnten auch Medikamente nochmal ein bisschen helfen? Wann geht es denn weiter mit Klinik bzw Behandlung?
Und ersuch aber bitte wieder einen normalen Tag macht Rhythmus. Nur das. Das verdrehte ist super schlecht für die Psyche. Vielleicht auch da Medikamente?
Essen und Tag Nacht Rhythmus. Nicht mehr.
Und nein alle zwei Tage eine Mahlzeit ist viel zu wenig und das weißt du auch. Damit bisr du schneller in der Klinik als dir lieb ist glaub ich. Das waren keine Kreislaufprobleme. Das war Unterzuckerung, weil du hungerst...ist glaub, das ist wichtig das so klar zu benennen.

Ähm...und zu der Freundin. Ja du hast sie lieb. Nur du hast schwere Depressionen weil deine Eltern dich dein ganzes Leben wie sch behandelt haben. Deshalb spürst du nichts meh nicht mal wie gern du deine Freundin hast. Das hast DU nicht verdient.
Du klingst als würdest du die Freundin absichtlich schlecht behandeln. Dabei verurteilt du dich noch dafür schwer krank zu sein obwohl du null dafür kannst. Das finde ich nicht fair dir selbst gegenüber. Und du weisst dass ich Recht habe... 8)

Hast du eine Idee was es gerade so krass macht? Hast du Flashbacks? Drückst du was weg? Vermisst du was? Gab es Kontakt zu jemanden?was ist deine Idee dazu?

Voll gut mit SVV und Arzt besuchen. Also geht ja doch was. Und du bekommst gar nicht nichts hin..
Alles liebe und sende dir ein grosses Paket Kraft
Eli

PS und ja der Wunsch zu sterben ist verständlich. Aber er wird durch Traumatherapie und Verarbeitung besser werden.
Vielleicht ist das ganze nicht essen und die Depression etc auch unbewusst der Versuch keine Traumatherapie machen zu müssen. Weil das eben mit Untergewicht und in deiner Instabilität eh nicht geht. Weil da so viel Panik ist was da hoch kommt bzw käme.. Könnte das sein?
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

...and then...she disappeared...
Sie kann nicht mehr. :cry:
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Wer kann nicht mehr? Du?

Nee whisper. Du bist ja. Es ist sch und hart. Ja..

Aber du bist auf einem guten Weg. Endlich.
Und rückfälle und sch Zeiten wo nichts mehr geht gibt es immer...

Ich denk an dich
Eli die mit dir durchhält
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

"I′m so tired of being here
Suppressed by all my childish fears
...
These wounds won't seem to heal
This pain is just too real
There's just too much that time cannot erase"
...
I've tried so hard to tell..

Aber ich schaff es nicht. Ich kann nicht reden. Aber ich möchte..ich halte das Gefühl nicht mehr aus. Es drückt in der Brust, als würde jemand drauf sitzen. Möchte weinen. Möchte schreien..aber wie?
Konnte seit der Entlassung immer noch nicht mit meiner Psychiaterin sprechen. Sie war wohl zwischenzeitlich wieder da, bei meinem letzten Termin hat sie sich aber krankgemeldet. Mit den anderen Ärzten kann ich nicht sprechen. Hab es zwei mal versucht. Ging nicht.
Also weiter schweigen..
Hab versucht mit M zu sprechen. Auch ohne Sprache. Hat auch nicht funktioniert.

Ich schaffe momentan gar nichts. Hab sehr sehr doofe Gedanken. Hab vor ein paar Tagen von einem Tod einer Familienfreundin erfahren. Sie war mit mal ziemlich nah. Sie wäre in 2 Monaten 44 Jahre ale geworden. Das tat und tut mir so leid. Sie hat sich so auf ihre Nichte gefreut, die in wenigen Monaten geboren wird. Sie war, trotz sehr vielen und üblen Schiksalsschlägen, ein Lebenmensch. Sie mochte das Leben. Und dann wurde sie rausgerissen. Und mein Kopf fragte direkt "warum hats mich nicht getroffen?" Und das denke ich mir jeden Tag..

M. und ich waren letzten beim Arzt, weils wieder in einen gefährlichen BMI gerutscht ist. Durch nicht essen können. Trinknahrung ging auch nur begrenzt. Dann gab es einen verdacht auf Magenschleimhautentzündung, weil mir immer übel war und schmerzen hatte, war aber nicht so. Also war doch wieder ich selber schuld. Dachte, ich hätte es wenigstens minimal im Griff..alles doof..


hm..hab nicht diesen Willen leben zu wollen..
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Hallo whisper

Es tut mir leid dass gerade alles so sch und schwer ist.
Und du wieder in dem Muster bist dich zu hassen und zu denken es verändert sich nie was. Es hat eh keinen Sinn.
Depression eben. :?

Ich kann das sehr gut verstehen. Manchmal ist alles zu viel und keine Kraft mehr da. Und viel Wut auf so ein Leben.
Und so Gedanken kenn ich gerade auch.
Ist okay. Der Wunsch ruhe zu haben. Nur für immer wäre bisschen langweilig oder?

Was ich gerade versuch:
Erstens: Sehen was sch ist und es weiter versuchen. Zb bei dir wäre das zu reden.. vielleicht geht es noch anders sich aiszudrücken. Du bist doch kreativ. Auf englisch. Oder den text in google translate auf japanisch umstellen und m muss es dann wieder rein kopieren in google translate..
Gedichte von dir oder von autor x. Ein lied. Musik Versuche es weiter. Kleinkinder geben auch nicht auf beim gehen oder sprechen lernen...
Arbeite mit dem innen!. Sag dass du reden darfst heute..kann auch sein dass da ein sprechverbot ist...

Und aber auch zweitens zu sehen was gut ist und dir immer wieder zu sagen das ist nicht verloren und weg. Ist es nicht. Auch wenn gerade Krise ist. Ja mal wieder. Trotzdem.
England ist da. Die gute Klinik Erfahrung ist da. M. Ist da. Freunde sind da. Das ist nicht nichts sondern wichtig und gut.. verliere das echt nicht aus dem Blick und aus dem kopf und dem herz. Passiert viel zu schnell in einer dicken Depression.

Und drittens: es wird besser wenn du mit Anteilen und an Traumata arbeitest. Ich wiederhole mich: wichtig wäre zu klären wann du endlich wöchentlich und regelmäßig(!!!) ambulante Traumatherapie hast bzw wie lang die Therapeutin krank ist. Das ist Priorität gerade. Dann wird es besser. Ganz sicher. Das hast du eben noch nicht gemacht! Wann steht die neue Klinik an?
Vielleicht ist Essen so sch, weil du nicht Traumatherapie willst? Nicht sehen willst was da ist... ist verständlich..
Ich glaube diese unregelmäßige Therapie verzögert alles und treibt dich u.a. auch immer wieder in Krisen. Und kein Wunder. :( Jemand wie du braucht dringend wöchentlich Therapie. Mindestens. Also bitte mach da mal druck...frag nach etc.

Viertens: tagesstruktur und Ehrenamt wäre sehr gut. Tiere. In der Natur was.
Wenn man den ganzen Tag keine Aufgabe hat ist es normal dass es einem sch geht..

Komm wir geben zusammen nicht auf! Du weisst nicht was noch kommt an gutem! Und ich denke da kommt sicher noch was..
Bei allem elend hätte ich nicht das missen wollen was ab mitte 20 kam...

Geb dir eine warme hand wenn du magst, vorsichtig und nur so kurz odwr lange wie die magst. Wenn überhaupt. Sonst auch okay.

Eli
Peach
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Peach »

Liebe Eli,

ich wollte euch mal da lassen, dass ich es sehr berührend finde, wie viel Aufbauarbeit ihr hier leistet, obwohl es euch selbst so schlecht geht.

Sry Whisper, das war nun OT in deinem Thread. Ich hab mich trotzdem getraut das hierhin zu schreiben, weil ich vermute, dass du ähnlich wertschätzend denkst und hoffe, dass es dich hier nicht stört

LG
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

Danke, liebe Eli, für deine Nachricht!
Und Peach, schön, dass ihr euch getraut habt. Ich seh das genauso. Ich bin so dankbar hier einfach mal das rauslassen zu können, was ich mündlich nicht hinbekomme. Und dann auch jedes mal so tolle aufbauende Worte bekomme. Das schätze ich sehr und halte das absolut nicht für selbstverständlich!
____

Eli, durch deine Nachricht ist mir nochmal so bewusst geworden, dass die Depression mich gerade total im Griff hat und hm..auch nochmal zu sehen wie sehr einnehmen sie ist..
Ich hab jetzt auch gemerkt, dass ich etwas tun muss..und kann.. :oops:
Und ich hab mich etwas getraut, was jetzt total positiv ausgegangen ist.

Eigentlich sollte sich meine Psychiaterin ja bei der Klinik melden, zwecks Aufnahme und umgehen des Vorgesprächs. Jetzt ists ja leider so, dass ich meine Psychiaterin bisher nicht sprechen konnte, dieses Jahr. Und den Termin bei ihr hab ich erst am 10.05. Also noch einen Monat hin.
Also hab ich selber eine Mail an die Klinik geschrieben mit Bitte um Kontaktaufnahme der Therapeutin, die mich dort behandelt hat und mir ja auch die Traumatherapie angeboten hat. Das Ding ist, diese Klinik ist eigentlich nicht ausgelegt für Traumatherapie und diese Therapeutin ist die einzige, die dort Trauma anbietet, aber eben nur gelegentlich und nur unter bestimmten Voraussetzungen. Jetzt habe ich ein Termin für ein Vorgespräch bekommen, das ist in zwei Wochen. Wenn ich das dann wahrgenommen hat, schiebt sich mich in der Warteliste hoch, sodass es bis zur Aufnahme nicht mehr all zu lange dauern wird.
Ich bin ganz überrascht bon mir, dass ich das gemacht und nicht bis zum nächsten Termin gewartet habe. Das hilft mir gerade, mich etwas handlungsfähiger zu fühlen. Und ich schaff es gerade mich mit einer Freundin zu treffen. Auch wenn wir nur schweigend nebeneinander sitzen und einen Film schauen - es ist auszuhalten und ich bin nicht allein. Soziale Kontakte..und so..
Vor zwei Wochen hatte ich aber auch einen totalen Zusammenbruch und an dem Tag ging gar nichts mehr.
Ich saß mit M. in der Küche und wir haben ein bisschen rumgewitzelt. Dann wollte ich ins Zimmer und sie fragte mich was es braucht, damit ich bei ihr in der Küche bleibe. Dann fing sie an aufzuzählen; einen warmen Kakao, ein bestimmtes Thema, Musik, ..und ich hab dann einfach "eine Umarmung" gesagt. Es ist so so so lang her, dass sie mich umarmen durfte. Also so eine richtige Umarmung. Jedenfalls hat sie es gemacht und ich hab direkt angefangen so zu weinen. Ich konnte mich gar nicht beruhigen und dann ist so viel aus mir rausgeplatzt..das ich nicht krank sein will, dass ich ein Leben und nicht überleben hab möchte, dass ich meine Gedanken nicht aushalte, dass ich schlimmen svv druck und ganz doofe Gedanken hab, dass ich nicht weiß, wie es weitergehen soll, weil ich alles nicht mehr aushalte und keine Kraft mehr habe.
Und noch soo viele andere Dinge. Dann hat sie mich fester gedrückt und es war einfach eine minutenlage Umarmung. Ich hab am Ende dann doch auf 2,5mg Tavor zurückgreifen müssen. Das war für mich aber ok. Und für M. auch.
Diesen Moment mit M. brauchte ich scheinbar. Und sie war nicht urteilend oder irgendwie vorwürfig. Null. Das war gut.

Ich weiß nicht so ganz was das mit mir gemacht hab, aber ich komme mehr aus dem Zimmer. Gehe mit M. spazieren, weil alleine kann ich das nicht. Und ich esse mehr am Tag. Ich konnte fast zwei Kilo zunehmen, esse auch Süßigkeiten. Hm..ja..schwer, aber gut.

Hoffentlich kann ich das so beibehalten. Und ich möchte hier öfter schreiben. Ein bisschen Gedankenpudding rauslassen. Weil der Löwe nicht greifbar ist. Vielleicht ist er im Urlaub..oder weggelaufen, weil er nicht mehr fressen konnte und wollte. Ich weiß nicht..

Und Eli weißt du..ich werde dieses Jahr 26 und hab das Gefühl noch nichts vom Leben zu kennen. So viele Dinge, die man eigentlich im Jugendalter erlebt sind verloren gegangen und werden vielleicht niemals erlebt. Das macht mich so so traurig. Und ich vergleiche mich leider so oft mit anderen. Und dann macht mich das noch trauriger..weil viele in meinem Alter schon alleine wohnen, arbeiten gehen, in den Urlaub fahren, vllt sogar schon eine eigene Familie haben..natürlich habe die Leute auch ihre Probleme und Sorgen..nur halt anders. Denen fällt es nicht schwer ganz alleine das Haus zu verlassen. Einkaufen zu gehen. Essen zu gehen. Feiern gehen.
Gleichzeitig ist es auch so, dass es mir Angst macht, wenn ich lese was man alles erleben kann. Weil ich Angst vor der Welt haben und dem was passiert..
Total komisch, oder?

Hm..naja ich weiß auch nicht..

Eli, wie gehts dir eigentlich? Ich würde die warme Hand gerne annehmen und dir auch meine geben.
Eine schönes Wochenende dir!
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Wow das klingt super whisper
Freut mich sehr wenn ich da was anstoßen konnte
Und danke für deine Wertschätzung und deine lieben Worte.

Ja auch wenn es super schwer ist:
Aber Ängste werden nur durch Handeln überwunden. Durch überwinden der Angst und der Vermeidung.
Und Ohnmacht und Hilflosigkeit nur durch die Erfahrung von selbstwirksamkeit. Also ICH rufe selbst da an und bin nicht abhängig von einer psych die keinen Termin hat....
So ist man auch viel weniger abhängig von anderen.

Und kleine Schritte sind auch Schritte.
Weiter so echt. Das etwas selbst tun zb auch mit der freundin bricht echt diese totale Lethargie auf oder?
Finde es auch sehr schön dass du mit m raus gehen kannst und etwas zunehmen konntest. Ich liebe katjes und schiebt dir gern welche rüber. 8)

Ja lass es hier raus. Ich lese dich gern.
Vielleicht taucht auch nochmal ein anderes Tier auf was etwas essen kann..

Achtung trigger


Und es ist gar nicht komisch dass du so grosse Angst vor der Welt hast. Denn so viele Menschen waren grausam zu dir und da ist es doch ein gesunder Schutz viel Angst zu haben und man eben lernt die Welt ist immer sehr gefährlich. Und es braucht Zeit zu lernen dass es heute anders ist.
Und man vertrauen kann... fände es eher schwierig wenn du keine angst hättest...oder zu wenig...
Manche Menschen, die zu wenig Angst haben landen dann in unguten Verhältnissen, wenn du verstehst, was ich meine...
Und das ist ja extrem schlimm und gefährlich.


Trigger Ende


Ich freu mich auch dass du diesen Schlüssel moment mit m hattest. So viel sagen konntest...

Zu der trauer: das verstehe ich sehr gut diese Traurigkeit. Habe ich selbst immer und immer wieder.
Finde so grosse Traumata sind nicht nur etwas, was war, sondern eben auch alles, was nicht war... sein durfte.
Und das wird nie mehr gut.
Wenn du magst kann ich dir dazu aber auch noch etwas positives per pn erzählen. Per pn weil es zu persönlich und individuell ist um es öffentlich zu schreiben.

Ich wünsche dir alles Gute für das Vorgespräch. Berichte gern wie es war.

Und danke für deine hand. Das rührt mich sehr. Ich nehme sie gern solang es für dich okay ist.
Und wie es mir geht steht bei mir. Das ist dein tread und dein Ort. :wink:

Eli
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

Danke Eli!

Ja, stimmt. Und gut ist auch zu wissen das viele Ängste gar nicht mehr real sind. Da aber hinter zu blicken fällt mir noch schwer. Und das merke ich total im Alltag. So viele unnötige Ängste. Heute zumindest unnötig.

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, aber als ich in der Klinik das Vorgespräch hatte, haben die Therapeutin und ich einen Plan aufgestellt. Da sie dieses Jahr noch zwei Traumapatienten hat, kann ich dieses Jahr nicht mehr zur Traumatherapie (muss nochmal erwähnen, dass diese Klinik nicht speziell für Trauma ausgelegt ist, die Therapeutin bietet das gelegentlich einem Patienten an. Sie ist auch die einzige Traumatherapeutin dort). Aber sie sagte, es wäre ganz clever etwas "vorzuarbeiten". Deshalb gehe ich im Oktober nochmal für 4 bis 6 Wochen zur DBT Auffrischung. In diesen Wochen bereiten die Therapeutin und ich die Traumatherapie vor. Dann werde ich ein paar Wochen Zuhause bleiben und im Januar geht dann die Traumatherapie los. Das passt auch ganz gut, weil über die Feiertage eh nichts los ist und vieles durch Urlaub entfällt.
Mich erleichtert das auch, dass es vorher aufgebaut wird. Ich nochmal alles auffrische um schwierige Situationen besser aushalten zu können.
Und worüber ich mich total ärgere ist, dass ich wieder angefangen hab zu kiffen. In den Moment hilfts, danach wirds eigentlich immer schlimmer. Und daran bin ich eben selber schuld, aber bisher eben auch nichts gefunden, was mich so runterkommen lässt. Und wenn ich mit zwischen Gras oder Tavor entscheiden müsste (was ich ja auch mache), dann fällt meine Wahl auf Gras. Ob es wirklich so gesund ist lasse ich dahingestellt..aber hm..ich weiß auch nicht..

Tja..ich muss jetzt halt nur die Zeit bis dahin überbrücken.
Ich wurde für die ambulante Ergotherapie angemeldet, ich bin gespannt, ab wann ich dort hin kann.
Ansonsten läuft nicht viel. Bin eigentlich nur Zuhause, es sei denn ich hab einen Termin oder so. Aber sonst..hab ich sogar Angst in den Garten zu gehen. Ich habe das Gefühl, dass sämtliche Ängste schlimmer geworden. Bis vor ein paar Monaten konnte ich noch relativ gut alleine rausgehen. Ist jetzt fast unmöglich. Ich schaff es zu den Terminen, danach bin ich meist aber auch fix und fertig. Das macht mich traurig, weil ich total gerne spazieren gehe. Auch alleine...eigentlich.
Naja..jetzt hab ich mir vorgenommen mich dem Ängsten zu stellen. Daher fahre ich nächste Woche evtl. alleine an die Nordsee. So für 4 oder 5 Tage. Ich hab es mir fest vorgenommen und ich habe die Ferienwohnung extra schon bezahlt, damit ich nicht absagen kann. Sonst wäre das Geld weg. Das wäre so schade. Und M. sagt, dass es mir evtl auch gut tun wird. Rauskommen, weg von dem, was ich jeden Tag sehe, ans Meer gehen und laufen (vor allem auch an Orten, wo nicht so viele Menschen sind. An der Nordsee kann man Kilometerweit den Deich entlang schauen, dann sehe ich ja ob da wer ist oder nicht).
Wovor ich Angst hab ist auch, dass das mit dem Essen nicht klappt. M. wollte mit mir einen Ernährungsplan erstellen, was ich wann in diesen Tagen auf jeden Fall essen muss. Vor allem die Hauptmahlzeiten. Und wir haben uns geeinigt, dass ich mir dort kein Fahrrad ausleihe, um irgendwie zu viel Sport zu machen. Ich würde dieses mal dann einfach überall mit dem Auto hinfahren.
Wenn ich das jetzt so lese, welche "Regeln" ich brauche, fühle ich mich total schwach und klein und unfähig. Solche Regeln bekommen Kinder oder so..hm..aber ich bin mitte 20 und bekomm das anders nicht hin. Oh man..
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
Eli

Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Eli »

Hallo whisper

Dann wünsche ich dir eine gute Zeit an der Nordsee..
Schäm dich nicht. Es ist eben wie es ist und dagegen total kämpfen jnd sich fertig machen bringt nichts. Die Ängste haben ja Gründe und du übst dagegen zu kämpfen so gut du kannst.

Irgendwie ärgert mich die Klinik Situation.
Bzw deine Ärztin.
Das war doch ewig geplant mit der Traumatherapie. Wieso sind jetzt andere wichtiger. Wieso kann sie in den nächsten 7 Monaten (!) nicht drei statt 2 Patienten mit traima behandeln? Wie hat sie das begründet?
Ja du kennst und magst sie...aber es ist auch nicht gut wenn die Pflege etc keine Ahnung von trauma hat. Und allein dbt hilft ganz bestimmt nicht bei emdr. Macht ihr denn auch andere Methoden aus der Traumatherapie? Imaginationsübungen Arbeit mit Anteilen? Wenn sie bzw du das nicht gut kennst glaube ich nicht dass die emdr etc gut laufen kann..

Zudem steht ja dringend diagnostik bzgl deinen extremen dissoziationen an. Könnte man die nicht schon jetzt machen?
Wenn ihr anfangen wollt und es geht nicht weil das nicht abgeklärt bzw diagnostiziert ist hast du die ganzen monate umsonst gewartet.das kann ja passieren.Und hast du jetzt regelmäßig ambulante Therapie?

Es ist kein Wunder dass deine ängste sich ausbreiten wenn du 1 nichts zu tun hast (nichts gegen dich aber man könnte ja ein Ehrenamt etc versuchen was deinen tag strukturiert...) und 2 du keine regelmäßige ambulante Therapie hast.

Also ich würde mich nicht nur an diese Therapeutin binden. Ja du kennst und magst sie aber du bist auch extrem abhängig von ihr wenn du jetzt 7 monate wartest wo deine Symptome weiter chronifizieren.
Ja dbt auffrischen ist okay. Kommt mir aber so vor als würde sie das nur sagen damit nicht nur warten da ist.
Ich an deiner Stelle würde mich aber ärgern...Schwer für dich ich weiss.

Ich würde versuchen nicht mehr nur auf sie zu warten. Wer weiss was wieder dazwischen kommt.
Setz dich bitte auf Warteliste von trauma Kliniken und sag du kannst jederzeit kommen...also zb hohe Mark rheinklinik oder Göttingen.
Ja du hast angst davor aber ich kann mir vorstellen dass du es schaffst und es sogar gut tut...
Ein Plan b und c ist gut und wichtig. Sie ist längst nicht die einzige die dich behandeln kann.

Pass gut auf dich auf
Eli
Whisper..
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Re: Gedankenpudding vllt trigger*

Beitrag von Whisper.. »

Hey Eli, danke für deine Antwort!

In den letzten Wochen hat sich ein bisschen was getan. Mir gehen dazu immer noch viele Gedanken durch den Kopf, die ich hier jetzt einfach mal stehen haben möchte. Es fällt mir halt immer noch schwer, ein wenig Ordnung reinzubringen. Vielleicht hilft das hier..

Der Plan war, an die Nordsee zu fahren, was ich dann letztendlich nicht geschafft habe. Ich war auf dem Weg, bin dann aber nach etwa zwei Stunden fahrt zurückgefahren, weil die Angst viel zu groß war. Und vermutlich habe ich mir auch viel zu viel Druck gemacht, was auch nicht unbedingt hilfreich war. Ich hab dann alles storniert, Geld war zwar so gut wie weg (ich hab einen kleinen Teil wiederbekommen), aber ich diesem Moment war mir das auch voll egal. Aber M. war so süß, sie sagte, dass sie ehrlich gesagt nicht mal davon ausgegangen ist, dass ich überhaupt losfahre, umso glücklicher war sie, dass ich zumindest losgefahren bin. Ich konnte das nicht so sehen, weil ich mir halt nur dachte "Mensch Whisper..warum? Es gab einen festen Plan, durchgeplante Tage, einen Notfallplan falls es schwierig wird und trotzdem schaffst dus nicht mal hinzufahren". Irgendwann konnte ich mich aber M. anschließend und sagen, wenigstens bin ich losgefahren. Das hätte ich ja auch nicht machen müssen. Egal, ich bin dann halt Zuhause geblieben. Kann ich jetzt im Nachhinein soweiso nicht mehr ändern.

Naja und was ambulante Therapie angeht hat sich jetzt auch ein bisschen was getan, was mich eben auch dazu brachte, mal wieder hier zu schreiben. Weil ich Angst davor habe..
M. und ich haben schon vor einigen Monaten darüber nachgedacht, nach einer privaten Praxis für eine ambulante Therapie zu suchen, sodass ich eben die Stunden selbst zahle. Dadurch, dass ich keine hohen Fixkosten habe, wäre das finanziell irgendwie möglich gewesen. Wir haben dann eine Praxis gefunden, die auch relativ kurzfristig einen Termin für ein Erstgespräch frei hatte. Den hab ich dann wahrgenommen, wir haben über viele Dinge gesprochen und die Therapeutin bot mir 5 probatorische Sitzungen an. Die habe ich dann wahrgenommen und jedes mal dachte ich mir "oh Gott..was mach ich hier eigentlich?!" Das hat sich so falsch angefühlt. Also nicht, dass es zwischen mir und der Therapeutin nicht funktioniert hat, aber hm..ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Es war dieses Gefühl von "sich zeigen" und nicht mehr davor wegrennen können. Naja..jedenfalls sagte die Therapeutin, dass sie vorerst bei der Krankenkasse nach einem Kostenerstattungsverfahren anfragen wollte. Ich sollte bei den Praxen, bei denen ich auf der Warteliste stand, nachfragen, ob diese mir einen zweizeiler verfassen können um darzulegen, wie lange es voraussichtlich noch dauern könnte, bis ein Platz frei wird. Diese Unterlagen und noch eine ausführliche Begründung von der Therapeutin hat sie an die Krankenkasse geschickt. Vor zwei Wochen hab ich einen Anruf von der Krankenkasse erhalten, dass sie die Kosten für die Privatbehandlung erstatten würden. Zunnächst mit begrenzter Stundenzahl, diese könnten später aber noch angepasst werden, aber dazu müsste nach ein paar Monaten ein Folgeantrag gestellt werden. Da muss ich mich aber nicht drüm kümmern, das macht die Therapeutin, würde mich nur vorher darüber Informieren.
Naja..jedenfall gehe ich da jetzt seit Wochen hin und hm..ich weiß nicht. Es passt ganz gut zwischen uns, vielleicht fällt es mir auch noch etwas leichter, weil sie noch nicht ganz so alt ist. Immer wenn ich bei ihr bin, spielen wie zu beginn ein Spiel, um uns noch besser kennenzulernen und das gibt mir auch etwas Sicherheit. Jedes mal wenn ich bei ihr bin weiß ich, dass der Beginn nicht von unangenehmer Stille gefüllt ist. Es passiert etwas, ohne das ich viel reden muss. Reden..ja..fällt mir immer noch schwer. Egal mit wem. Wer weiß..vielleicht gehört das auch zu meiner Persönlichkeit, dass ich lieber Zuhöre, als zu reden. Und wenn ich rede, dann bitte nicht über mich. Niemals..
Und das ist auch das, was mir so unheimlich große Angst macht. Ich weiß, dass ich irgendwann auch meinen Mund aufmachen muss, damit mir geholfen werden kann. Und im Moment sträubt sich alles in mir. Bei dem Gedanken möchte ich am liebsten einfach tot umfallen. Dann ist alles vorbei.
Ich mache mir viele Gedanken darüber und weiß nicht, wie ich das jemals schaffen soll. Reden über etwas, was ich vergessen möchte. Wofür ich mich schäme und hasse. Ich mache verwundbar, wenn ich jemandem etwas erzähle. Das darf nicht sein. Ich darf nicht sein. Hm..schwierig. Ganz, ganz schwierig.
Frau L. (die Therapeutin) macht das im Moment auch so, dass sie mir immer erklärt, weshalb sie was macht. Das gibt mir Sicherheit. Und sie sagt auch, dass ich immer Fragen stellen soll, wenn ich etwas nicht verstehe oder mir etwas überhaupt nicht vorstellen kann. Und sie fragte, ob ich mir vorstellen kann, ein gemeinsames Gespräch mit M. vorstellen kann, damit sie auch einen Eindruck von außen bekommt. Tja..ich weiß nicht. Ist vielleicht nicht verkehrt, aber puuh..macht mir Angst. Obwohl ich M. vertraue. Es macht Angst. Ich habe bejaht. Und das Gespräch wird auch erst stattfinden, wenn wir eine bessere Beziehung aufgebaut habe. Aber der Gedanke daran ist mir unangenehm. Ich bin auch am überlegen zu sagen, dass die beiden ohne mich miteinander reden. Ich weiß nicht, ob Frau L. das so machen darf und ob das so klug ist. Habt ihr Erfahrungen zu solchen Situationen?
Auch wenn das wirklich positiv ist, verspüre ich täglich eine Angst, die nicht weggeht. Mit dem Kopf bin ich immer bei der Therapeutin und den Stunden, ob ich das alles schaffe, ob ich Erwartungen erfüllen kann, ob ich bereit bin, mich der Vergangenheit zu stellen. Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.

Gestern kam ein Anruf, dass ich ab dem 29. Juli zur ambulanten Ergotherapie kann. Das macht mir auch Angst. Neuen, fremden Menschen zu begegnen. Puuh..schwierig. Ich werde hingehen. Nur macht es eben Angst.

Und noch etwas neues..ich gehe jetzt seit fast einem Monat ins Fitnessstudio. Aber nicht alleine, sondern mit meiner besten Freundin.
Sie hat mich schon zu Beginn des Jahres gefragt, ob ich mit ihr zusammen hingehen möchte. Ich habe immer verneint, weil ich ja oft das Problem mit exzessiven Sport hab und nicht genug Essen und Trinken. Und ich habe mich eh nicht bereit gefühlt. Jetzt habe ich mich aber dafür entschieden. Und damit es eben nicht exzessiv wird, gehe ich immer nur mit meiner Freundin hin. Jeden zweiten Tag, für eine Stunde. Und es geht nicht ums Abnehmen, sondern um gesund zuzunehmen. Jetzt gerade sind wir noch dabei Muskeln aufzubauen, ich habe mit einem Fitnesstrainer einen Ernährungsplan aufgestellt, den ich bisher gut einhalten kann. Ich meine klar, ich lasse immer noch Mahlzeit aus, aber es ist nicht so extrem wie früher. M. begleitet mich das auch total. Ich mache das vor allem aber auch, um irgendwie meine eigenen vier Wände zu verlassen. Aufwärmen auf dem Laufband mache ich im großen Fitnessraum, der für alle ist. Für die anderen Übungen gehe ich nach oben in den Frauenbereich. Der ist fast immer leer und wenn nicht, sind höchsten 2 bis 3 andere Frauen da. Da fühle ich mich auch sicher. Heute gehe ich auch das erste mal zum Zumba. Ich bin wirklich gespannt, wie das wird. Meine Freundin geht schon länger hin und ist total begeistert, kennt den Trainer auch schon echt gut.
Und dadurch, dass sie mich ja kennt weiß sie auch, dass ich eben diese Probleme mit anderen Menschen hab und trotzdem fragt sie mich immer wieder, ob ich mit auf Veranstaltungen komme. Der Trainer, der das Zumba macht, veranstaltet auch außerhalb des Studios treffen, wo dann Salsa und Bachata getanzt wird. Letzte Woche bin ich mitgegangen. Im ersten Moment war mir das furchtbar unangenehm, aber danach hatte ich doch auch etwas Spaß. Es ist nichts gezwungen, ich konnte meine Pausen machen. Das war top.
Jetzt am Wochenende veranstaltet der Trainer eine kleine Sommerparty, wo gegrillt, gelacht und getanzt wird. Erst fragte sie mich, ob ich mitkommen möchte. Hab dann aber erst verneint. Dann kam der Trainer zu mir und fragte auch. Hab dann einfach ja gesagt. Ups.. :roll:
Wir haben auch schon ein Geschenk für ihn, weil er die Kosten für alles selbst trägt. Es steht zwar immer eine Spendenbox auf nem Tisch, aber nicht jeder gibt etwas. Das finde ich so toll von ihm. Und er ist so super lieb. Vom Aussehen müsst ihr ihn euch vorstellen wir ein Türsteher. Er ist wirklich seeehr muskulös, breit, groß.., aber sobald man mit ihm spricht, wirkt er so ruhig und herzlich. Vor allem kommt er aus den Niederlanden, spricht 4 Sprachen, und manchmal vermischt er diese Sprachen. Dann kommen total lustige Sätze raus. Und ich habe bisher nicht einmal erlebt, dass er jemanden nicht zum Lachen bringt. Er macht heute Abend eben auch das Zumba, da bin ich echt gespannt, wie der das macht. Ob es da auch so lustig zugeht ^^

Es kam vorletzte Woche leider auch zum svv..aber ich komme klar damit, dass hat mich diesesmal nicht so extrem runtergezogen. Es war eher so ein "joa..ist passiert, weitermachen. Nicht wieder ins Schneckenhaus, nicht wieder alles absagen, weil ich eh nichts hinbekomme." Erstaunlich. AUch für mich. Morgen werden die Fäden gezogen. Und dann hoffe ich, dass es das auche erstmal war.
Irgendwas ist seitdem in mir gestorben.
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