Zusammenwachsen

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elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Do Okt 31, 2019 7:15 pm

Heute eine Kollegin zu der Vorgesetzten begleitet.
Unglaublich, was eine Chefin für Macht haben kann.


Das macht mich gerade völlig fertig. Schlimmer Trigger. Fühle mich hilflos und ohnmächtig.

Dabei bin ich ja nicht einmal betroffen

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Sa Nov 02, 2019 9:06 pm

Müde

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Sa Nov 02, 2019 9:07 pm

Soo müde

gastacht

Re: Zusammenwachsen

Beitrag von gastacht » Sa Nov 02, 2019 9:30 pm

hallo liebes elefantenkind,
meinst du so lebensmüde oder körperlich?
wenn letzteres wünsch ich dir dass du dich gut ausschlafen kannst und sonst dass du bald weider etwas mut schöpfst.
Das chef thema empfinde ich sehr ähnlich.
alles gute dir
gastacht

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Di Nov 05, 2019 8:43 pm

Liebe Gastacht, danke fürs Lesen. Eine Mischung wahrscheinlich. Nicht suizidal, aber so erschöpft von allem. Gerade nur funktionieren. Zu wenig Freude. Zuviel Alter Schmerz. Ich versuche ihn anzunehmen. Dann die Dunkelheit und die zeitumstellung und die viele Arbeit.

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Di Nov 12, 2019 10:18 am

Ich fühle mich einfach nur gehetzt und gestresst und überfordert und weiß gerade nicht, wie ich gut für mich sorgen kann...und das jetzt die dritte Woche. Davor vier Wochen krank mit dem Fuß, das war auch mit so viel Schmerz, Angst und Schlaflosigkeit verbunden. Irgendwie steuer ich immer mehr auf ein "ich kann nicht mehr" zu, weiß aber überhaupt nichts dagegen zu tun.

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Di Nov 12, 2019 10:20 am

Vielleicht hat es mit dem Thema Schwester und Mutter zu tun. Ich habe ja meiner Schwester gesagt, dass ich Weihnachten keinen Besuch möchte.
Ohne Kommentar und Frage hat sie das abgenickt, es gab keine weitere Kommunikation dazu. Dieses Schweigen, das sind so krasse alte Strukturen.
Ich finde aber keinen Zugang zu den Gefühlen. Alles abgespalten.

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Di Nov 12, 2019 8:40 pm

Liebe verborgene kleine, ich habe gehört, dass es dir nicht gut geht. Du bist traurig, weil wir Weihnachten kein Familientreffen haben werden. Das habe ich so entschieden, weil es am besten ist. Die Treffen, die es gab, die waren echt furchtbar und es ging mir / uns sehr sehr schlecht danach. Den ganzen Januar war ich wie tot. Wollte mit niemandem reden.

Ich verstehe deinen Wunsch nach einer warmen liebevollen Familie. Ich verstehe deine große Sehnsucht. Ich verstehe deine Einsamkeit.
Ich möchte dafür sorgen, dass wir das finden, aber bitte vertrau mir, dass die Mutter, die Schwester, der Schwager und der Neffe nicht die richtigen Menschen dafür sind.
Ich hab dich lieb.
Deine Große

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Mo Nov 25, 2019 11:38 am

Das Thema in der letzten Therapiestunde war letztendlich das funktionieren.
Warum funktioniere ich immer weiter, obwohl es mir in Wahrheit total schlecht geht?

Ganz früh gelernt: um zu überleben brauch ich die Liebe meiner Mutter. Um von meiner Mutter geliebt zu werden, muss ich funktionieren = das Kind sein, das sie will/ braucht.

Es ist so früh in mir verankert, dass ich für Liebe = Existenz funktionieren muss. Meine Aufgaben erfüllen. Jeden Tag aufstehen und fröhlich sein.

Auftrag meiner Thera: mich noch am selben Tag krankschreiben lassen. Hab ich nicht gekonnt. Ich bin am nächsten Tag zur Arbeit gegangen. Dort aber dann so eine Art Zusammenbruch erlitten. Das war so peinlich. Ich schäme mich dafür. Hab einfach angefangen zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. In dem Zustand bin ich zu meiner Chefin, um ihr zu sagen, dass ich nicht mehr weiterarbeiten kann. Sie hat mich zum Arzt und nach Hause geschickt.

Am nächsten Tag war in mir der Impuls, ihr eine SMS zu schreiben und sie zu bitten, meinen Kollegen zu sagen, ich hätte einen Magen Darm Infekt. Alles, um bloß nicht mit meinen Gefühlen gesehen... erkannt .... entlarvt und ...abgelehnt zu werden. Verstoßen zu werden. Ich weiß, dass es sich um kindliche Gefühle handelt. Ich will sie sejen, ich will ihnen Raum geben. Ich will darüber weinen.
Omg, es ist so schwer.

Die Symptome sind immer noch alle da: Schlaflosigkeit, Schwindel, permanent das Gefühl überfordert zu sein. Kleinsten Anforderungen nicht gerecht werden können (ans Telefon gehen, einen Brief öffnen, eine Mahlzeit zubereiten). Und wenn ich das dann doch mache, entsteht in mir ein schreckliches Gefühl. Kann ich nicht genau benennen. Sowas wie über meine Grenzen gegangen zu sein. Mich selbst verletzt zu haben. Innere Übelkeit, innerer Schwindel. Dauernd Angst.

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Igraine » Mo Nov 25, 2019 12:14 pm

Hey du Liebe,

ich versteh dich so so gut!
Mir geht es oft sehr ähnlich.
Ich kann auch nicht raus aus dem Funktionieren. Für andere kann ich immer weiter, immer über die Grenzen.
Zuhause geht hier dann oft gar nichts mehr und ich kenne das Gefühl, dass wenn man dann doch etwas tut, dann fühlt es sich furchtbar an, weil ich glaube, dass sich bestimmte Teile dann eben nicht ernst genommen, nicht gesehen und übergangen fühlen.

Ich finde es manchmal echt faszinierend.... es gibt Menschen, die können permanent scheinbar schamlos jammern wegen Nichtigkeiten. Da denk ich mir oft, wow.... wie machen die das.... mir wäre das so unendlich unangenehm.... Aber diese Menschen kümmern sich scheinbar gar nicht darum, tragen ihre Gefühle nach außen und werden ja auch trotzdem gemocht.
Ich kann das nicht. Muss immer stark bleiben, immer die Fassung wahren...
Sehr sehr anstrengend.

Manchmal, wenn ich lange Zeit sehr doll über meine Grenzen gegangen bin, dann kenn ich das was du beschreibst mit den Symptomen.
Mein Körper streikt dann, zwingt mich zur Ruhe.... und dann kann ich die Tränen auch manchmal einfach nicht mehr halten.

Hm, ja.... ich weiß nicht, ob es dir hilft. Aber du bist nicht alleine!

lg Igraine

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Sa Nov 30, 2019 11:14 pm

Hier ist der Ort, wo ich schreibe, wenn der Schmerz zu groß wird. Wenn woanders die Worte fehlen. Wenn der funktioniermodus zuschlägt und ich lächle und stumm bleibe. Wenn die innere Stimme sagt: du hältst jetzt die Klappe. Wenn das Verbot kommt, meine Gefühle zu äußern. Wenn der Drang stark ist, mich zu verstecken. Mich unsichtbar zu machen.

Ich bin froh, dass ich das geschafft habe. Wenigstens hier zu schreiben: ich bin so unendlich gefüllt mit Schmerz. Ich bin so traurig. Ich fühle mich so verloren und einsam. Dies ist eine Realität. Auch wenn in mir Stimmen sind, die das leugnen und die das abstreiten. Mein Gefühl ist da und darf da sein und verdamme Scheisse ich will es mir nicht wegnehmen lassen, ich will es behalten, ich will es spüren ich will es anerkennen ich will es umarmen ich will es sein.

Bin gerade sehr verletzt worden von einer Freundin von früher. Bin gerade sehr traurig und auch etwas wütend. Das wäre ja normal. Nur meine darauf folgende Reaktion, s.o., die ist echt nicht normal!!!!

Ich darf wütend sein!!!!

Laraaa

Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Laraaa » So Dez 01, 2019 1:40 am

Liebes Elefantendkind,

ich habe dich gelesen und stell dir einen warmen Tee und Kuscheldecke rein. Ich bleibe auch gerne ein bisschen da und halte den Schmerz mit dir aus. Vielleicht hilft das ein bisschen gegen das Allein-Gefühl.

Und ja, du darfst wütend sein, wenn du verletzt wurdest!! Wir haben das wohl nur leider nie gelernt oder es wurde sogar verboten oder schlimmeres. Aber deine Gefühle dürfen da sein und dann können sie nach einer Weile auch wieder gehen.

Lieben Gruß
Laraaa

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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » So Dez 01, 2019 2:33 pm

Vielen Dank, liebe Igraine und liebe Laraaa,
es tut mir gut, dass ihr mich lest und so lieb antwortet. Danke.

Ich habe die Situation von gestern jetzt etwas sacken lassen können. Ich habe auch gemerkt, dass meine Gedanken gestern dazu sehr wichtig waren. Es sind so oft innere Kinder, die so hoch emotional reagieren. Und ich möchte sie annehmen und beruhigen. Und ich möchte ihnen klar machen, liebevoll vermitteln, dass wir 2019 haben. Sie wissen das tatsächlich nicht. Sie wissen nicht, dass diese frühere Freundin heute schon lange keine Freundin mehr ist, weil wir uns auseinander gelebt haben. Dass es für mich als Große zwar traurig ist, dass diese Freundschaft zerbrochen ist, aber das ist schon vor längerer Zeit passiert und in Ordnung für mich.

Die Kleinen, ich kann leider gerade nicht unterscheiden, wer es ist, sind aber so in Angst und Panik und sie sind in diesem Gefühl der unendlichen Verlassenheit. Diese Verlassenheit ist aber ein altes Gefühl aus meiner Kindheit. Das möchte ich ihnen so gerne vermitteln. Sie darf da sein, sie darf gesehen und getröstet werden, aber sie gehört nicht zu meinem aktuellen Leben.

Ich habe im Ernst überlegt, ob ich mal ein Fotobuch erstelle mit Fotos aus jedem Jahr und der Jahreszahl dazu. So dass ich das in der Hand halten kann: meine ganzen Jahre. Jede Phase. Die verschiedenen Menschen, die ich kannte. Die Orientierung wann eigentlich "hier und heute" ist und was Vergangenheit ist.

Ist das eine bescheuerte Idee?
Ich möchte es irgendwie greifbar machen. Meine Lebenslinie. Meine Geschichte und mein heutiger Standpunkt.

elefantenkind
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von elefantenkind » Mo Dez 02, 2019 11:40 am

Liebe alle, die hier lesen,
ich rutsche ab. Mein aktuelles Thema ist gerade das funktionieren, das erfüllen von Erwartungen, die Erwartungen, die ich zum großen Teil ja selber an mich stelle...
Und mit dem Hinschauen und dem Versuch, mich selbst anzunehmen und zu sehen, dass mein Wert nicht davon abhängt, was ich alles schaffe (OMG das sitzt so tief) werde ich immer weniger belastbarer.
Das macht mir Angst und es fühlt sich wahnsinnig anstrengend an. Ich habe heute Nacht erst um drei schlafen können ( mein normaler Rhythmus ist so von 23-7h) und habe den ganzen Vormittag geweint.
Ich habe es nie gelernt, mit meinen Gefühlen umzugehen.

Waldkatze
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Re: Zusammenwachsen

Beitrag von Waldkatze » Mo Dez 02, 2019 12:45 pm

Liebes Elefantenmädchen,

Ich sehe dich und kann dir nachfühlen. Magst du versuchen, mit mir einen Schritt zurück zu treten? Siehst du, dass es alte Gefühle sind?
Das macht sie nicht geringer, sie haben ihre Berechtigung und dürfen da sein. Sie sind jetzt an der Oberfläche und können verarbeitet werden, das ist an sich gut, aber unheimlich schmerzhaft. Trotzdem, es sind alte Gefühle, sie kommen nicht aus dem Heute.
Es ist Zusatzarbeit, die Zeit und Energie braucht. Da kann man nicht alles andere noch nebenbei bewältigen wie sonst.
Kannst du versuchen, dir etwas Gutes zu tun, an die Sonne gehen falls sie scheint, und deine Verpflichtungen mal links liegen lassen? Wenn du so weiter machst fällst du ganz aus und das nützt niemandem und dir am allerwenigsten.

Du verdienst es, dass du gut zu dir selbst bist.

Liebe Grüsse Waldkatze
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

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