ich darf endlich... *t*

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Evenstar
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Danke Bärin,

naja, es rüttelt tatsächlich einiges von früher wach. Sich wehren, eine Grenze setzen und jemand anderes wird bestraft dafür und man selbst auch.
Puh.

Nun habe ich die letzte Nacht durchgearbeitet. Hoffen wir nun auf diese Nacht. Aber wir werden es schaffen.
Morgen Thera. Und gerade weiß ich nicht, wie es werden wird. Aber auch das werden wir schaffen.

Wir sind so im Mischmasch...so wechselhaft auch gerade. Stark, schwach, beängstigt, eingeschüchtert, verletzt und enttäuscht und gleichzeitig auch wütend und diese unheimlich Stärke innen drin. Das Wissen, es richtig gemacht zu haben. Aber auch die Angst vor Strafe.
Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die
Vergangenheit so lange Gegenwart ist,
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von kleine Bärin »

even, keine strafe. das ist vorbei, auch wenn es sich anders anfühlt.
du darfst dich für dich entscheiden.
und schlafen darfst du auch. ich drück dir die daumen für heute nacht und
für morgen.
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lara64
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von lara64 »

Hallo even, du darfst Entscheidungen treffen, auch unbequeme und für dich sorgen. Und es ist niemand mehr da, der das bestraft. Auch wenn das Innen einige noch nicht so richtig verstanden haben, oder glauben können.
Und Schlaf ist wichtig für die Gesundheit von allen.

Shalom-lara64
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Thera hat das ganz gut nochmal kommunizieren können. Das ist tatsächlich was Altes... sich gewehrt haben und Mann wurde dafür bestraft...da treffen wo es weh tut. Als Kind gelernt Schmerzen auszuhalten und bei falschem Verhalten wurde kollektiv bestraft.
Mein Mann ist außerdem überhaupt nicht wütend, enttäuscht oder ähnliches.

Puh, Sitzung war auch so gut. Und sie fragte mich beim Abschied, ob wir nächste Woche einen Termin bräuchten. Wir haben tatsächlich nun nächste Woche schon einen Termin.

Achja, sie sprach vom organisierten Verbrechen.... dieses blöde Ding spukt nun in unserem Kopf.

Und mein "wenn ich darüber spreche - dann falle ich bewusstlos um .... da meinte sie, dass diese Angst wahrscheinlich tatsächlich so antrainiert wurde. kann schwer erklären, was ich damit meine.

Schönen Abend euch.

Evens gehen jetzt die neuen Mitbewohner kuscheln... seit Mittwoch wohnen hier zwei Neue mit in der Wohnung... kleine Lebenwesen...aber überraschend springen hier die Kleinen total darauf an.
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Schweigen schweigen schweigen...werden wir auch morgen schweigend in der Therapie sitzen?

oder wie seit heute Nacht immer wieder in Tränen ausbrechen?

Wird sie mich heimgehen lassen?

Ach und dann hat sie erstmal ein paar Wochen Urlaub.

mit der Schuld leben? schuld zu sein. Und was sagt mein Mann dazu? nein, es wäre seine freie Entscheidung gewesen. Und in mir schreit es schuldig schuldig schuldig...(Als ich mich entschieden habe, mir das in dem besagten Verein nicht mehr länger anzuschauen/anzutun wurde er kollektiv bestraft. Man hat ihn mal kurzerhand dafür angemacht, dass ich raus bin. Nun hat er den Verein heute auch verlassen...und deswegen spukt es in meinem Kopf....vielleicht um zu erklären was abgeht.
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

So viel und gleichzeitig so wenig.

überleben.

die dritte Beerdigung auf die wir nun innerhalb von ein paar Wochen gehen...
Trauer macht sich breit, lähmt im Alltag...

und Erinnerungen, die hoch spucken..
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von kleine Bärin »

moin even,

ach mensch. das ist ne schwere zeit. und egal wie viele
beerdigungen, die werden einfach nicht leichter.

ich wünsch dir ganz viel kraft.

lieber gruß die bärin
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Danke dir.

Nein, leichter wird es nicht. Und irgendwie schwingt es einfach mit, ich denke auch nicht, dass es die letzten Beerdigungen sind auf die ich dieses Jahr gehe.
Nächste Woche erfüllen wir auch einen engen Familienmitglied den letzten großen Wunsch. Und auch mit dem mulmigen Gefühl, dass wir dann eventuell schnell auch hier loslassen müssen. Aber Evens stehen zu ihrem Wort. Wir werden begleiten und organisieren und wenn er auf dem Heimweg für immer einschläft oder danach in Ruhe gehen kann, dann haben wir genau das gemacht, was wir wollten, diesen Wunsch zu erfüllen. Und wir wünschen ihm so sehr, dass er danach in Frieden gehen kann.

So ganz nebenbei komme ich auch auf der Arbeit langsam zur Ruhe oder mache ich mir Ruhe? Heute spontan früher Feierabend gemacht.
Langsam kommt auch wieder die Kraft zurück. Gerade stand ich in der Wohnung und dachte, ich könnte ja hier was aufräumen und stand und sah nur, dass von vorgestern und gestern alles aufgeräumt ist... vielleicht hat das auch Erleichterung verschafft. Sowohl auf Arbeit als auch zuhause ist gerade alles notwendige aufgearbeitet.

Am Freitag Abend unternehmen wir dann auch was Schönes.
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Nun sind hier die entspannteren Tage fast vorbei, da auch die Urlaubszeit endet. Noch zwei Wochen für mich und ich bin dann erstmal im Urlaub. Es hat schon Vorteile azyklisch Urlaub zu nehmen. Über den Sommer ist es nun überall ruhiger geworden und man konnte liegen gebliebenes aufarbeiten.

Und ganz nebenbei habe ich nun auch schon vier Wochen therafrei, da sie Urlaub hat. Ist auch vollkommen ok.

Nun auch auf der letzten Beerdigung gewesen. Vielleicht war es auch die letzte für dieses Jahr? Vermutlich nicht.

und wie geht es mir?
irgendwo im nirgendwo. Anteilearbeit - manchmal stecke ich da echt in den Kinderschuhen. Und gleichzeitig ploppen da Erinnerungen auf und wenn ich sie nicht festhalte, verliere ich diese Erinnerung auch wieder und mir bleibt nur ein Gefühl übrig, dass da was war. Schwer zu erklären.

Aber wir sind wir und wir kämpfen weiter und wir werden unser Leben meistern. Wir sind unheimlich stark.
Even
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Littlefoot* »

Ich muss oft schmunzeln, wenn ich dich lese. Da du dich häufig "rund" anhörst, was gut tut, weil es sich "gesättigt" anfühlt. Also was ich damit meine, ist, dass du Krisenhaftes beschreibst, dann aber auch Selbstbestärkendes und das fühlt sich dann insgesamt ausbalanciert, eben rund an. :mrgreen:

Du kennst extrem Belastendes - dich haut so leicht nichts mehr derart um, dass du drohst, liegen zu bleiben. Du hast das "Hochkämpfen", dich hoch zu kämpfen aus dem Elend, der Belastung, dem Schweren, der Bedrückung,etc. gelernt und das ist wirklich eine wertvolle (Über)Lebensfähigkeit, die du erlangt hast.

Liebes Grüßchen, Littlefoot
Littlefoot*

Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Littlefoot* »

Und trotzdem darf auch noch Zerbrochenes am eigenen Boden liegen... :wink:
Evenstar
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Zerbrochenes gibt es genügend.
Diese Angst, dass ich irgendwann zerbrochen auf dem Boden liege.

Und ein bisschen nervt mich gerade an, dass ich nun wieder angefangen habe meinen Winterspeck zu bewegen, also quasi angefangen habe zu joggen....und was ist derzeit? ich wache nachts so oft auf... das nervt. Da wundere ich mich fast, dass mein Mann sich nachts nicht bewegt, aber ich wühle das ganze Bett um und sehe dann, dass er immer noch so liegt wie beim letzten Einschlafen, so ging es mir eigentlich die ganze Nacht...und wenn er arbeiten ist, liege ich da auch nachts mehrfach wach. Nervt nur um ehrlich zu sein.

und vielleicht darf es auch nur in uns arbeiten... Ja, akzeptieren, dass es war ist? akzeptieren, dass das in meinem Kopf real war. Dass es Menschen gibt, die das tun, genau das. Einfach, weil es Puzzleteile zusammenfügen lässt. Auch, wenn das bedeutet, dass es schlimm war. Aber wahrscheinlich war es das, schlimm. Richtig schlimm. Todesangstschlimm. So viele Tränen gibt es gar nicht.

Ein bisschen das da lassen darf.

Und das allerkrasseste vielleicht. Viele zu sein, aber die Erwachsene hat null, nullkommanichts an Erinnerung. Der heile Kern da draussen. Schon immer.
Dieses Weinen früher, diese Suizidgedanken, aber niemals einen Grund gewusst früher. Aber diese Stimmen im Kopf, sie waren früher auch immer da. Was haben wir uns auch früher gut unterhalten. Die große Freundin hier im Kopf, weil niemand das wissen durfte. Nur was? Weiß ich auch nicht, was man nicht wissen durfte. Thera stellte ausserdem in den Raum, dass es eventuell einen Anteil gibt, der nur dafür sorgt, dass wir den SMB und das mit den Tätern und verkaufen und die Fotos und Videos machen und so infrage stellt, der immer wieder sagt, dass dies alles nicht gewesen sein kann, weil es gar nicht sein kann. Vielleicht ist es das, was uns immer wieder weitermachen lässt. Und vielleicht auch das, warum wir immer wieder vergessen woran wir uns erinnert haben...denn es ist nicht real.
Die Angst, wenn das alles real wäre... oh nein!

und vielleicht doch real? Warum glaubt mir die Thera bedingunglos. Sie sagte nur, dass sie mir alles glaubt was wir erzählen, auch wenn wir jetzt glauben, dass es war ist und es sich später heraus stellen sollte, dass es nicht wahr ist, aber da es für uns jetzt wahr ist, ist es auch für sie wahr. Sollte aber ein Puzzleteil ergeben, dass es doch anders war, dann wird sie auch dies glauben. aber es ist jetzt unsere Wahrheit von dem was wir kennen.
Warum glaubt ein Gegenüber einem mehr als man selbst? Wenn ich jetzt damit an die Öffentlichkeit gehen würde, würden doch Leute sagen, dass es dies gar nicht gibt...aber warum weiß sie nur Bruchstücke davon und sagt, dass sie dem Ganzen glaubt. Verdammt, wie oft muss sie sich das also schon angehört haben?

jetzt schauen wir mal wie diese Nacht wird und morgen geht es ja wieder arbeiten... jeah. noch zwei Wochen.
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Littlefoot* »

Vielleicht ist es das, dass ich die funktionierende, erwachsene Even von euch begegne, die sich nicht erinnert, erinnern kann. Dadurch wirkst du auf mich gefasst, stark, widerstandsfähig, aktiv, handlungsfähig... Dein Zerbrochensein ist dir kaum anzumerken und doch ist so viel in dir zerbrochen. Ich bewundere die erwachsene Even, die ihr Leben so souverän meistern kann! Ich verlor diese Fähigkeit, als ich mich auf mein Inneres einließ. Doch diese Fähigkeit ging nicht gänzlich verloren, denn nun erwächst sie erneut in mir - langsam, aber beständig in Abhängigkeit meiner Kräfte und vor allem mich ganz und gar betreffend. Aber daher verstehe ich auch deine Angst vor dem Zerbrochenem in dir, davor irgendwann zerbrochen auf dem Boden zu liegen. Es mag sein, dass dich dein Inneres davor schützt, eben vielleicht weil es sehr wichtig für dich ist, nicht am Boden zu liegen - du weißt am besten warum; warum es so schwer für dich aushaltbar ist, am Boden zu liegen - in Mitten des eigenen Zerbruchs.

Liebes Grüßchen, Littlefoot
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Evenstar »

Ach Littlefoot,

danke für diese Worte. Es beschreibt genau das, genau meine Angst. Du hast mich komplett verstanden.

Darf ich dich fragen?

Als diese Fähigkeit verloren ging...wie lange war sie weg?
Ich habe eine solche Angst genau davor.

Da sitze ich in einer Position, die ich begleite, so viele Mitarbeiter, die unter mir sind, für die ich verantwortlich bin. Die mir immer wieder rückmelden, dass sie so froh sind, mich zu haben. Mein Chef, der mir rückmeldet, dass er so zufrieden ist mit mir.
Gäbe ich das alles auf, wenn man die Fähigkeit verliert? Was verliert man noch? Was gewinnt man dafür?

Heute angetriggert von einem Kollegen. Ich war total wütend, weil er sich nicht an eine Absprache gehalten hat. Und habe ihm gesagt, dass es für mich nichts mehr zu bereden gibt. Meiner Kollegin dann gesagt, dass ich da unprofessionell reagiert habe und gerne professionell reagieren würde, aber einfach nicht wüsste wie...da kam zurück "ins Eck gehen und schmollen? DIe Möbel zusammen schlagen? Schreien?" - erst da war mir klar, dass ich mega hohe Ansprüche an mich selbst habe. Bin so froh, dass ich eine so tolle Kollegin habe. Nun macht mir ja eine andere Kollegin das Leben etwas schwer, da habe ich mir aber nun vorgenommen, meinen Chef darum zu bitten, dass ich Unterstützung bekomme, sei es in Coaching oder etc.
Ein bisschen verzwickt durchzublicken.

Und eigentlich ist es doch schön, ich fahr mit einem Lächeln im Gesicht auf die Arbeit. Bin gerade auch zufrieden mit mir, weil ich mich immer noch motivieren kann morgens aufzustehen, die Hunde zu schnappen und joggen zu gehen und dann auf Arbeit zu fahren... bin selbst so überrascht.



Einen schönen Abend euch
Even
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Re: ich darf endlich... *t*

Beitrag von Littlefoot* »

Du fühlst dich glücklich an, in dem was du schaffst; du wirst wertgeschätzt; genießt deine Verantwortung, die dir anvertraut wurde und mit der du fürsorglich und kompetent umgehst; du freust dich über Errungenes; etc. Du hast dir sehr viel aufgebaut, auch erkämpft und du darfst zurecht zufrieden sein, darauf stolz sein. Deine Angst ist nachvollziehbar, denn du hast viel zu verlieren. Ich muss zugeben, dass ich durch die Aufarbeitung sehr viel verloren habe - die Weite in meinem Leben, doch gewonnen habe ich die Tiefe in meinem Leben - mich in der Tiefe. Der innere Weg mit all seinen Tälern, Schluchten, Abgründen, Sümpfen, Untiefen, Dunkelheiten, etc. kann einen tatsächlich zu Boden reißen und alles abverlangen, so dass der äußere Weg "liegen" bleibt, demnach nicht weiter begehbar ist, weil alle Kraft für den inneren benötigt wird. Es kann, muss aber nicht. Ich wurde in die inneren Tiefen hinab gezogen, zutiefst erschreckt, erschüttert, geschockt, mitgerissen, etc. Noch heute bin ich über das erlebte Grauen entsetzt. Das innere Leid war streckenweise unerträglich und doch musste ich nun damit leben, es ertragen und tragen. Das macht es so schwer, denn so lange es abgespalten war, brauchte ich es nicht tragen (bzw. nur indirekt). Doch als sich es mir aufbürdete, musste ich es tragen, was zunächst untragbar war, wodurch ich zusammenbrach - es war zu schwer, zu entsetzlich. Mittlerweile bin ich an mir, in mir gewachsen und innerlich stark genug, um das Entsetzen, Grauen, den Schrecken, die Brutalität auszuhalten. Ich bin mir darin begegnet, wurde mitgetragen, bis ich mich selbst, die Lasten/das Leid tragen konnte, mit dem Erlebten umgehen konnte. Sich selbst zu begegnen und zu tragen, ist das Schwerste - die tiefen Verletzungen, die intensiven Gefühle. Ich habe mich lange an meinem äußeren Weg festgehalten, weil ich Angst vor den inneren Weg hatte und auch zu schwach dafür war. Du musst dir nicht mehr zumuten, als du verkraften kannst, zumindest solange du die Kontrolle über die Aufarbeitung hast und die wünsche ich dir. Ich verlor sie, indem ich stark getriggert wurde und dann geflutet wurde; so war ich meinem Inneren eine Zeit lang/Jahre ausgeliefert und die Auseinandersetzung erschöpfte mich psychisch und physisch völlig. Das muss bei dir nicht so sein; vielleicht gelingt es dir, das Grauen scheibchenweise zu verdauen, das ist schon schwer und belastend genug - verhandle mit dir und in dir. Du hast sehr viele Ressourcen, somit Stabilitätsfaktoren, die du einsetzen kannst bzw. die da sind und dich mithalten. Ich hatte wenig Halt, so sind Abgründe noch destabilisierender als sie eigentlich sind, indem vergangenes und gegenwärtiges Belastendes zusammen kommt. Du willst weiter funktionieren können, was in meinen Augen wirklich auch erstrebenswert ist, was ich nicht geschafft habe. Aber ich glaube, dass du das schaffen kannst, eben weil du viel hast und bist und darauf vertrauen kannst, dass dich das trägt, hält, stützt, ermutigt, ankert!!! Mach dir all deine erworbenen äußeren und inneren Ressourcen klar - z.B. mit einer Pinnwand, Fotos, so dass es dir beständig sichtbar gegenwärtig ist, was dich trägt und somit auch schützt. Diese sind wie der Stock, der Gurt, die Brücke, das Boot, etc. auf deiner inneren Wanderung. Ich hatte nicht viel, was mich hielt, trug, schützte; daher bin ich tief gefallen, in mich gefallen. Ich freue mich und bin dankbar, dass du Tragendes hast - in dir und um dich herum - vertraue darauf, wenn du drohst zu fallen oder gar fällst. Ich glaube zutiefst, dass du dann nicht lange liegen bleibst. Du wirst dich erheben, immer und immer wieder. Ja, es gibt keine Gewissheit und doch hast du Sicherheiten - deine Ressourcen und darin bist du reich, vertraue auf dich und darauf.

Wenn Aufarbeitung gelingt, dann glaube ich daran:
"Was vor uns liegt und was hinter uns liegt sind Kleinigkeiten zu dem, was in uns liegt. Und wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder." (Henry David Thoreau)

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