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Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Dez 09, 2012 2:29 pm
von Meer
Ein Teil von mir ist gestorben, weil ich trauere um meine Kinder.
Ich durfte und darf sie nicht lieben wann und wo ich will.
Ich fühle Trauer und wie ein gefesselter Mensch mit einer Leine.
Ich trauere um die Freiheit meiner verstorbenen Schwester
und um die Liebe die meine Kinder nicht bekommen durften.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Dez 09, 2012 4:49 pm
von Montyy
Hallo Bruderherz,
ich denk jeden tag an dich, und heute schreib ich dir hier.
du hast dir was sehr schwer erfüllbares gewünscht, und du hast so recht damit. die leere is schwer zu ertragen, du fehlst mir sehr.
ich hab nun geeignete hilfe gefunden, aber es is nicht einfach, das auch umzusetzen. der gedanke, daß du mich gerettet hast, ich dir aber in keinem fall wirklich hätte helfen können, das tut richtig weh. ich konnte leider nur für dich da sein, verzeih bitte. du weißt das zwar alles, aber wie soll ich das machen, wenn das wehtut, ich aber nicht so viel in der vegangenheit denken soll. daß ich mir auch hilfe hole, weil abzusehen war daß ich nicht klarkommen werde, darüber waren wir uns einig. du hast ja auch mir zuliebe deine behandlung zugelassen, über welche umwege auch immer. mir wurde optional hypnotherapie und zusätzlich noch ne kleinere gruppe (hintergrund verhaltenstherapie) vorgeschlagen. ich werds antesten, versprochen. noch isses mir für gruppensachen zu doll, und vor hypno hab ich eigentlich so richtig angst. meine freundin hat mir zwar versichert, daß ich damals nicht in hypnose war, leider paßt das nicht ganz zu den zeiträumen, es war zu lange. daher hab ich mit einem guten freund gesprochen, der wenigstens bei den ersten hypno-sitzungen bei sein wird. ich weiß nicht ob und was da hochkommt, klar hab ich angst. ich weiß, daß du auch sehr angst davor hattest was damals war, aber du weißt auch wie ich dazu denke. wir können nichts dafür, daß das alles nicht nachweisbar is, und schräger wie irgendwelche kranken filme ablief.
mein thera vermittelt mir, wie hypnose genauer funktioniert(und wie nicht), einiges is da etwas wiedersprüchlich. wie genau ich das machen kann, daß ich nicht zuviel sage, und nicht noch wem anders schade, muß ich noch herausfinden. es gibt immernoch sicherheitsreaktionen, aber das is nich einfach, wenn man zuviel weiß. ich hab dir da was versprochen, und das werd ich auch halten.
möglicherweise hilft es mir, daß ich gerade einige kontakte wiederbelebt hab, vllt ändert sich demnächst auch einiges. ich hab auch spontan hilfe angeboten bekommen, wenn ich da reagieren will. da wird s sinn machen, das richtig genau durchzuplanen. damit wechselt auch der bewußte wohnwagen den dir bekannten standort, und ich hab bereits einiges angetestet, womit ich sofort auf anfrage für alle denkbaren fragen perfekte gründe hab. ich denk jedenfalls, daß ich den sonnenkönig zünftig krachen gehen lassen kann, und ich werd dann einfach handeln. übrigens hat mein bisheriges handeln schule gemacht.
vllt triggert mich auch der standort, auch darum wird es gut sein, wenn sich was ändert.
du hast immer sehr weit vorausgedacht, ich weiß nicht ob ich das ähnlich gut hinbekomme. aber ich werd mir mühe geben

es is alles irgendwie eigenartig ohne dich, ich wär wirklich gern einfach mal ne runde mit dir geflogen.. einfach so, genau wie andere das auch machen können. du wirst immer mein kleiner bruder sein. für immer im herzen.
dein montyy
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mo Dez 10, 2012 10:09 am
von peshewa
Hey Kleines
Eigentlich ist hier ein Trauerraum, nur fällt es mir schwer zu fühlen, was ich da eigentlich fühle. Wut hat in einem Trauerraum keinen Platz, habe ich mir immer gedacht. Vielleicht doch. Ich glaube fast jeder Mensch, der jemanden verliert, ist wütend, wenn es auch selten die Person selbst betrifft, die gestorben ist.
Ich bin wütend auf dich. Oft wütend, dass du mich alleine gelassen hast, "im Stich gelassen" - so fühlte es sich an. Ich bin wütend, dass du mir weh getan hast, obwohl ich weiss, dass du mir weh tun musstest. Ich kann nicht zusehen, wie mir a weh tut und dabei auf b wütend sein, das ging nie, heute fange ich an, es zu begreifen, aber das dauert. Ich bin wütend auf dich, weil du die Schwächere warst, ich wäre auch gerne mal schwach gewesen, ich musste da auch durch und doch hatte ich immer das Gefühl, ich darf nicht auch noch schwach sein neben dir. Ich glaube ich musste auch diese Rolle als "bad Twin" annehmen, auch deshalb bin ich wütend auf dich. Ich bin wütend, weil ich diesen vorwurfsvollen Blick zu mir nie vergesse, diese Empörung in deinen Augen, die mich so sehr verfolgt.
Ich weine gerade, Tränen nässen meinen Arm. Weinen, ich? Die starke, Peshewa, der böse Twin, die Unverletzbare, die Unbrechbare? Ich habe oft geweint, nur wusste das niemand. Das ist heute noch so. Warum ich weine? Weil Trauer und Wut manchmal nahe zusammen sind. Weil mir bewusst ist, dass ich eigentlich als Letztes auf dich wütend sein sollte und es doch alles ist, was ich gerade ertrage und dass ich das ertrage macht mir gleichwohl angst und Scham.
Nein, es macht mich traurig. Sehr traurig.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Di Dez 11, 2012 10:18 pm
von Die.Wolfsfrauen.
Wir trauern um die Mutter,die wir nie hatten.
Wir trauern um eine Kindheit,die wir nie hatten.
Wir trauern um das. Zu dem unser Leben geworden ist.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Dez 12, 2012 1:38 am
von peshewa
trauere um den Tod und das Leben. Beides tut so unendlich weh
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Fr Dez 14, 2012 7:11 pm
von Lorelei
Scheiße. Kaum schreib ich sowas, und dann finde ich es in den Nachrichten. R. I. P. ...
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mo Dez 17, 2012 9:43 am
von Sunny Honey
alles Gute, kleine große Zwillingsschwester
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mo Dez 17, 2012 10:20 am
von Gast
R.I.P. ...Oma und Opa...
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mo Dez 17, 2012 11:01 am
von eva*
Ich bin froh, wenn ich bei dir bin Oma Elli *Rest in peace*
für dich
http://www.youtube.com/watch?v=c2By5i3eeUc
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mo Dez 17, 2012 12:00 pm
von peshewa
liebe xxx,
ich sehne mich nach dem tod, momentan wieder ganz extrem. es ist wie mit weihnachten für ein kind - da sind geschenke vor der nase und man muss einfach noch warten und hält es doch kaum aus. den tod mit einem geschenk zu vergleichen - manche mögen es nicht verstehen. nicht bei psychischem leid. verständnisvoller ist man bei körperlichem leiden, obwohl es oft nicht schmerzhafter ist. nicht schmerzhafter sein könnte.
da ist sehnsucht, nach dir, nach ruhe, nach erlösung. und zugleich ist da angst, vor ewigen schmerzen, von der ungewissheit, von der unkontrollierbarkeit.
ich glaube, deshalb hänge ich so oft, hänge in der luft, strample mich ab und finde doch keinen boden unter den füssen. ich kann weder leben noch sterben und hänge in einer art zwischenwelt. finde einfach nicht da raus.
immer noch überkommt mich das gefühl, dass ich eigentlich nicht trauere. gestern schrieb jemand, das schlimmste sei, wenn man nicht weinen könne. habe ich jemals geweint um dich? ich könnte mich nicht daran erinnern. was erwartest du von mir? sag mir, was ich tun soll. sag mir, was du dir gewünscht hättest von mir? was ist da zwischen uns? hass ? liebe ? er. hoffnung? furcht? er.
wie trauert man? wie weint man? ich glaube ich kann nicht wirklich trauern, weil da zu viele andere gefühle sind. die trauer, so hoffe ich zumindest, wird überschatten von liebe, hass, furcht, selbsthass, ekel, angst - keine ahnung. von vielen dingen. falsche gefühle, schrieb ich. können gefühle falsch sein? sind sie nicht das, was uns ausmacht, ausmachte.
herr s. zweifelt an meinen gefühlen. ich habe ihm gesagt, dass flashs keine erinnerungen, sondern gegenwart sind - ich glaube er hat nicht verstanden, was ich damit sagen wollte. wie kann ein gefühl falsch sein, dass ich aktuell fühle? wie kann er zweifeln, wenn das gefühl gegenwart ist?
"ich muss mir das nicht antun", hat die frau von der telefonseelsorge gemeint. ich sagte ihr, dass ich das auch gerne behaupten würde, doch jede verdammte nacht und praktisch jeden tag kommen die bilder wieder. ich fühlte mich in dem moment wie eine versagerin, die es nicht hinkriegt, es "sich nicht anzutun". Als würde ich mich selbst damit quälen, obwohl ich weiss, dass das nicht stimmt.
Wo trauert man? Da wo es schmerzt? Da wo es schön war? Ich bin oft niedergeschlagener, wenn ich an die wenigen schönen Erinnerungen denke, wie die Murmelbahn. Da berührt es das Herz, das sich so sehr zu verschliessen versucht. Da brennt es bis tief hinein. Da blutet es.
Ich ertrage im Moment das Schöne nicht. Weihnachten macht mich nervös, die Ruhe macht mich nervös, das Lachen auf den Gesichtern. Ich kann es nicht ertragen, und daher kann ich auch dich manchmal nicht ertragen. Dann fange ich an die Leute zu hassen, einfach nur, um sie nicht lieben zu müssen.
Ich versuche ein bisschen mehr zuzulassen, ob ich das packe weiss ich nicht. Für dich und für meinen Seelenfrieden.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Do Dez 20, 2012 6:12 pm
von Gast
Im Gedenken an sämtliche ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, Gäste und Suchterkrankte, die dieses Jahr von uns vorausgegangen sind...!
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Sa Dez 22, 2012 11:56 am
von CryingWulf
Ohne Worte
Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Dez 23, 2012 1:17 am
von peshewa
ich gebe es auf, verzeih mir. wenigstens darüber bin ich traurig. Ich. Bin nur ein Monster
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Di Dez 25, 2012 12:51 pm
von Gast
Hallo meine liebe Oma!
An solchen Tagen denke ich unentwegt an Dich. Du hast Weihnachten besonders liebevoll hergerichtet und Du warst die einzige! Lecker gekocht und für mich gesorgt, das werd ich Dir nie vergessen.
Alles wichtige was ich gelernt habe, hast Du mir beigebracht!
Das war die Aufgabe meiner Erzeugerin, Deiner Tochter, doch die war und ist unfähig.
Du hast das schon früh gewusst, mußtest immer in die Bresche springen.
Ich vermisse Dich sehr, sehr, sehr...
Hoffe wir sehen uns wieder, möchte Dir noch so viel sagen und danken...
In Liebe
Dein Enkelkind
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Dez 26, 2012 11:59 pm
von peshewa
Ich kann nicht ohne dich, ich kann nicht mit dir. Es ist abend. Irgendwann muss ich schlafen, dann wird es wieder so weit sein. Einmal mehr werde ich dich umbringen, schänden. Einmal mehr bin ich das Monster in der Geschichte. Meine Träume sind so schrecklich im Moment, dass ich sie nicht voll aufschreiben kann, nicht mal versteckt. sie sind widerlich und ich frage mich, wer da träumt. wer da so böse, so abgrundtief böse sein kann und dann spüre ich papa in mir. bin ich er? ich vermisse dich und zugleich bin ich es leid, dich jede nacht zu sehen. ich liebe und hasse dich und zugleich bin ich es leicht, dich immer wieder zu töten. ich weine weil mich etwas an dich erinnert und doch weine ich nicht um dich. wann, sag mir: wann lässt du mich los? wann kann ich dich loslassen? du lagst da, als würdest du nur schlafen. da waren keine ewige schmerzen. ich wollte dich wärmen, wollte den tod besiegen. wann - wann endlich werde ich dich loslassen können? wann endlich lässt du mich gehen?
Wann lässt du mich los? Wann lasse ich dich los?