Heute bin ich auf einen alten Thread von mir gestoßen,
den ich mir gesichert hatte.
Mein Beitrag stammt etwa aus Februar 2007,
denke ich.
Während ich mir das so durchlas wurde mir erstmal so richtig bewusst,
was sich verändert hat.
An mir, für mich.
Ich setze das mal hier hinein.
Es ist sehr viel, sehr lang.
Dennoch merke ich einfach, wie ich das mit euch teilen möchte.
Vielleicht kann es dem ein oder anderen, der so tapfer ist alles zu lesen,
Mut machen!
Alles, was ich in Zitate gesetzt habe stammt aus dem alten Thread.
Erstmal musste ich lernen, mich selber ernst zu nehmen.
Das ist mir gelungen. Anders, als ich dachte, manchmal schmerzhaft, wie Selbsterkenntnis nurn mal sein kann,
aber absolut gewinnbringend.
Dieses ewige eintrichtern, nichts wert zu sein.
War nicht so nachhaltig, als dass ich es nicht hätte überwinden können.
Ich bin mir meiner bewusster geworden, habe ein vollkommen anderes Selbstwerterleben.
Das Einreden von Schuldgefühlen…
Hat ja lange funktioniert. So leicht ist es heute nicht mehr. Weder rede ich sie mir selber ein, noch ist es für andere weiterhin so leicht, sie in mir wach zu rufen. Ich habe auch den Unterschied lernen dürfen: etwas einzugestehen, was ich selber verbockt habe und dazu zu stehen ist etwas völlig Anderes als Schuldgefühle.
Überhaupt kein Schutz und keine Sicherheit.
Da habe ich auch gelernt, zwischen Schutz und Schutz zu unterscheiden. Schutz-Muster, die heute nicht mehr sinnvoll und nötig sind abzulegen.
Mich aber auf der anderen Seite vor destruktiven Einflüssen von außen adäquat zu schützen.
Sicherheit mir selber zu verschaffen und von anderen geschaffene Sicherheiten zu erkennen, zu erspüren, wahrzunehmen.
Mir wird gerade klar, wie fertig die mich gemacht haben.
Wie tief diese Verletzungen sitzen.
Und wie sie anderen, auch heute noch, Tür und Tor geöffnet haben.
Ich bin in diesen Mustern gefangen.
Und werde immer weiter verletzt und weiter fertig gemacht.
So fertiggemacht haben sie mich nicht. Das ist ihnen nicht gelungen. Zeitweilig sicher, aber nicht dauerhaft und unüberwindbar.
Im Heute, in der Gegenwart habe ich mich "fertig machen lassen".
Das weiß ich heute. Tut gut!
Tür und Tor habe ich in der Hand, die Schlüssel sind in meinem Besitzt, ich habe die Wahl, wem ich "öffne" und mache davon auch Gebrauch.
Gefangen bin ich schon lange nicht mehr!
Es war und ist ein ewiges Spiel mit der Angst.
Das mich manipulierbar machte und auch noch macht.
Damit, dass ich das erkannte: wie manipulierbar ich war, änderte sich schon etwas. Heute ist das nicht merh so leicht, ich mache es den Menchen schwerer. Das hält sie davon ab, die Versuche werden weniger, weil sie von geringem Erfolg gekrönt sind.
Und immer wieder findet sich die/der "richtige", um die Knöpfe zu drücken und die Hebel anzusetzen.
Viele der "Knöpfe" sind außer Betrieb, haben keinen Anschluss mehr an mein Inneres. Ich bin glatter geworden, Hebel finden bei weitem nicht mehr so leicht einen Ansatz.
Das ist doch einfach nur zum Verzweifeln...
So dachte ich. Heute weiß ich, dass die die Lage nicht so aussichtslos war, wie sie mir erschien. Es hat so viele Veränderungenen gegeben, dass ich meine Verzweiflung von damals kaum noch nachvollziehen kann.
Mir standen so viele Wege offen, die ich alle nicht sehen konnte, ich sah mich in einer Sackgasse.
Heute weiß ich: ich stand in den Startlöchern.
Das damals so zu sehen war mir nicht möglich.
All diese Verletzungen, diese Erniedrigungen, es liegt alles offen.
Wie weit geöffnete Scheunentore.
Diese extreme Verletzlichkeit, darauf lauernd, dass jemand meine Stimmung kontrolliert und bewertet, so wie ich es gewohnt bin:
Mich erniedrigt und abwertet.
Darauf warte ich förmlich.
Das ist schon ganz schön lange her. Ganz schön weit weg. Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich mich tatsächlich so gefühlt habe.
Diese ganzen Ängste, die genauso offen liegen, als würde das alles jetzt gerade passieren.
So ist es auch schon lange nicht mehr.
Viele dieser Ängste sind so weit weg. Das ist gut so!
Es sind meine Verletzlichkeit und meine Ängste, die mich daran hindern, zu unterscheiden:
Wann ist es Sorge und einfach mal Feststellung, wann ist es Berwertung und Verurteilung.
Heute kann ich das meistens schon. Sicher noch manchmal auch in Abhängigkeit davon, wie es formuliert wird. Dennoch ist mein Zutrauen da sehr gewachsen. Bei vielen Mneschen weiß ich heute, wie es gemeint ist.
Agressivität und Wut waren, und sind es auch häufig jetzt noch, die einzigen Mittel, mich vor Verletzungen zu schützen.
Heute reagiere ich auf Verunsicherung mit noch Agressivität.
An der Baustelle muss ich noch ziemlich arbeiten.
Mal sehen, ob es mir gelingt, die Verunsicherungen zu minimieren oder ob ich übergangsweise erstmal schlicht beherrschter werden muss.
Gutes Thema für meine nächste Thera-Stzunde.
Und Mauern, um das einfach nicht an mich heran zu lassen.
Mein Sarksmus, der so verletzend sein kann, ist so eine Mauer.
Rückzug, mich einfach unsichtbar machen, auch eine Vermeidungsstrategie.
Wie Flucht, um meinen (vermeindlichen?) Angreifern zu entrinnen.
Aha, ich merke: vieles davon brauche ich gar nicht mehr.
Hatte es jemals Sinn über mich und meine Gfühle zu reden?
Ja, immer. Das weiß ich heute. Nur, an der Form, an dem Wie musste ich arbeiten.
Und jetzt frage ich mich:
Wann werde ich lernen, konstruktive Kritik zu erkennen?
Wann werde ich lernen echte Sorge von Kontrolle zu unterscheiden?
Wann werde ich aufhören meine Gfeühle zu verbergen, denn was macht es heute noch für einen Sinn?
Welche Konsequenzen drohen mir denn?
Ich hätte jede Menge Konsequenzen aufzählen können. Positive wären kaum dabei gewesen.
Heute weiß ich: hat gar nicht so schrecklich lange gedauert, wie ich befürchtet habe.
Wann ich es lernte? Im Laufe der letzten 18 Monate.
Ich MUSS lernen, dass viele dieser Ängste ins Antiquariat gehören.
Welch eine Befreiung!! Ja, musste ich! Und habe ich auch!
Meine Wünsche und deren Erfüllung:
Ich wünsche mir Zeit für mich.
Zeit, in der ich einfach reden kann, ohne unterbrochen zu werden.
Zeit, in der ich meine Gefühle ausdrücken kann, einfach sagen kann: so hbe ich mich gefühlt.
Den Wunsch habe ich mir erfüllen können.
Ich wünsche mir Verständnis. Oder, dass man mir einfach glaubt, so unglaublich manches klingt. So schwierig es auch ist etwas zu glauben, dass man nicht versteht.
Auch erfüllt, indem ich ihn offen Aussprach.
Ich wünsche mir Rücksicht auf meine Gefühle.
Das geht nicht immer. Auch eine Einsicht, die gut tut.
Ich möchte einfach nicht mehr, dass mir Angst gemacht wird.
Meine Verantwortung und auch ein Stück weit Selbstbestimmung.
Das meine Ängste und Unsicherheiten heruntergespielt werden oder gar ausgenutzt.
Das hat sich "nur" so angefühlt teilweise. Teilweise auch nciht, da kann ich aber auch einen Riegel vorschieben.
Dass jemand mit "Gewalt" versucht mir zu beweisen, dass diese Ängste unnötig sind.
Ich wünsche mir, dass ich nicht mehr bedroht werde.
Dass ich aufhören kann, Bedrohung oder Androhung zu empfinden.
Das hat sich auch oft "nur" so angefühlt.
Damit konnhte ich mittlerweile aufhören: mich andauernd bedroht zu fühlen.
Ich wünsche mir, dass ich ernstgenommen werde.
In meiner ganzen "Verrücktheit".
Erstens bin ich gar nicht so verrückt, wie ich dachte und zweitens wurde ich ernst genommen, konnte es nur nicht sehen.
Das hat sich auch geändert, mein Blickwinkel ist anders.
Ich wünsche mir Hilfe. Aber Hilfe, wie ich sie brauche.
Au weia, dazu musste ich erstmal meinen Irrtun überwinden, dass das was ich brauchte sich nicht unbedingt mit dem deckte, was ich
wollte.
Ich möchte nicht mehr, dass jemand mit "aller Macht" versucht mir auf seine Weise zu helfen. Ich möchte die Wahl haben, ohne dass die/der HelferIn sich als Person zurückgewiesen fühlt.
Ich wünschte, sie/er könnte unterscheiden.
Und ich wünschte, ich könnte das immer unterscheiden.
Ich kann nicht die Gefühle anderer manipulieren und sollte das auch besser erst gar nicht versuchen.
Ich hatte manchmal keine Wahl.
Ich habe gelernt, dass das was ich möchte nicht unbedingt das ist, was ich brauche, um weiter zu komen.
Was ist brauche fühlt sich oft echt unagenehm an, bringt mich aber vorwärts.
Ich wünsche mir Liebe.
Geborgenheit und Sicherheit.
Mich mal fallen lassen können und dann aufgefangen werden.
Mal schwach sein dürfen.
Einfach mal klein sein und nichts leisten und trotzdem geliebt werden.
Ich musste erstmal lernen zu sehen, was ich habe. Ein Gefühl dafür entwickeln, Misstrauen ablegen.
Ich wünsche mir eine Chance.
Ich habe immer eine Chance. Ich habe viel mehr in meiner Hand liegen, als ich damals glaubte. Nur musste ich mal lernen sie zu sehen.
Ich wünsche mir, dass ich nicht abgeschrieben werde, bevor ich überhaupt die Gelegenheit habe, meine Verletzungen anzusehen, zu verstehen und daran zu arbeiten.
Da hatte ich mich wohl eher selber angeschrieben...
Ich wünsche mir die Zeit, die ich brauche, um die Verganhenheit abzuschließen und dann dort zu lassen, wo sie hingehört.
Wünschen alleine reichte da nicht. Ich habe mir die Zeit genommen.
Ich wünsche mir Respekt. Denn ich habe überlebt und für mich gekämpft.
Und ich bin schon so weit gekommen.
Sieht das eigentlich jemand?
Ja, aber ich muss erstmal selber lenen, dass das so ist und nicht immer wieder mich in Frage stellen.
Ja, das habe ich gelernt.
Ich wünsche mir Wertschätzung. Ich bin jemand, mit vielen Verletzlichkeiten und Ängsten.
Na und?
Trotz allem bin ich wer geworden, und alle, die sagten: aus den Kindern von der kann doch nichts werden, hatten Unrecht.
Ich muss mich nicht beweisen, oder?
Aber ich muss lernen, sie zu sehen, wenn sie mir entgegengebracht wird und aufhören sie misstrauisch in Frage zu stellen.
Aus der Reihe: Misstrauen ablegen. Ein schönes Ziel, welches ich damals formulierte. Und das ich auch mehr und mehr erreiche.
Ich wünsche mir Vertrauen.
Vertrauen in meine Liebe, auch wenn ich sie nicht so zeigen kann.
Ich will nicht beweisen müssen, dass sie da ist.
Ich möchte nicht mehr kämpfen müssen.
Nicht mehr in dieses Wenn-Dann-Schema gepresst werden.
Aber ich muss auch lernen zu sehen, wann ich nicht da hinein gepresst werde.
Noch so ein Ziel...
Ich wünsche mir Geduld für mich.
Nicht am Zeitfaktor festgemachte Geduld, sondern WIRKLICHE.
Oh, da habe ich etwas gelernt: Geduld ist endlich. Heute kann ich das voll verstehen.
Ich möchte, dass meine Wünsche respektiert und erst genommen werde, auch wenn sie schwer zu erfüllen sind.
Aber es sind meine Wünsche.
Und ich weiß mittlerweile, dass ich dafür verantwortlich bin und sehr dazu betragen muss, dass sie in Erfüllung gehen.
Ich weiß, dass ich mir vielleicht viel zu viel Wünsche, denn es liegt an mir zu ERKENNEN, wann diese Wünsche mir efüllt werden und dass es meine Aufgabe ist endlich mal Vertrauen zu fassen.
Und dafür brauche ich Zeit, denn jetzt habe ich zwar erkannt, wann und wie jegliches Vertrauen in mir zerstört wurde.
Jetzt liegen all diese Wunden unverheilt und schmerzend offen.
Und nun muss ich dafür Sorge tragen, dass sie heilen können.
Ich weiß, dass ich vieles anders verstanden habe und auch jetzt noch tue, weil ich so sehr verletzt war und bin, dass ich auf eine weitere Verletzung nur gewartet habe und warte, um mich am Ende in meiner Negativ-Erwartungshaltung bestätigt zu sehen.
Ich wünsche mir, dass mein Umfeld versteht, dass ich manches nur so verstehen KANN und KONNTE. Es war schon so schwer für mich, mir das klar zu machen.
Nun muss ich mich sicherlich nicht dafür schämen oder mich entschuldigen.
Aber ich muss die Verantwortung für mich übernehmen und mein Bestes dafür tun, es jetzt besser zu machen.
Jetzt weiß ich, warum es ein so langer Weg ist.
Der Weg führt nun mal an mir NICHT vorbei.
Und das macht ihn so lang...
Heute habe ich also per Zufall diesen Text von mir gefunden und mal reflektiert,
was sich verändert hat.
Und wenn ich mir gerade das Letzte Zitat so ansehe:
Dieser Weg war gar nicht so lang und nicht so fürchterlich,
wie ich ihn mir damals vorgestell hatte.
So mancher Erfolg kam so leise und so "automatisch", dass ich erst heute im Rückblick messen kann,
wie ich vorwärts gekommen bin.
Der Thread hieß damals:
Mein Umfeld und ich
Heute wird mir klar, dass ich meiner selber sicherer geworden bin.
Mein Umfeld hat sich sicher auch verändert,
aber vor allem ich habe mich in meinem Blickwinkel anders positioniert und reagiere anders.
Wie schön, dass ich heute hier sitze und mir sage:
Das habe ich richtig gut hinbekommen, mir geht es gut und ich komme immer ein bischen weiter.
LunaSue