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Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 10:43 am
von Hörnchen unl
Was wurde therapeutisch schon gemacht... uiuiui....
Vor 11 Jahren hat mir mal wer gesagt das es nicht normal ist das man nur mit größter Anstrengung alles grad so hinbekommt, das es nicht normal ist das man nicht Leben will. Daraufhin die erste Therapie, 2 Jahre lang + Medikamente. Schwere Phase der Depression überwunden, Medis abgesetzt, Therapeut meinte sei nun alles ok. Auf meine Anmerkung da sei vielleicht mehr kam: "Schlafende Hunde soll man nicht wecken, Ihnen gehts doch nun gut."
Naja wenn man keinen Vergleich hat is alles gut was nicht im Schlamm krauchen bedeutet.
Dann weiter Verdränung, versuch zu funktionieren. Paar Jahre. Es wurde wieder schlimmer, ich ging zu ner Thera, suchte nach nem Medikament was wirkt. Half alles nichts, landete in bereits erwähnter Klinik. 5 Monate.
Seitdem Medis nicht abgesetzt, ne Weile bei nem Thera gewesen, dann umgezogen. In 5 Wochen hab ich wieder Theratermin und bin mir diesmal sicher das ich nichtnochmal so blöde bin die Medis abzusetzen(habs mal 2 Wochen weggelassen, doofe Idee, echt!) und das ich durchgäning in therapeutischer Behandlung sein werde. Diesmal las ich mich nicht wegschicken nur weil ich mich nimmer umbringen will...
Für ne Therapie bin ich bestens vorbereitet, bin lernwillig, bin erfahren, habe stabiles Umfeld, nehme Medikamente und bin halbwegs stabil.
Rückfallprophylaxe... hm... schwierig mag ich behaupten. Habe Verhaltensthera gemacht, die konnte mir nur nichts neues sagen und alles was sie mir erzählte, was ich machen soll um der Depression zu entgehen tat ich schon. Half nur nicht. Klar, weil das Hauptproblem auch woanders liegt, habe ich da aber noch gewaltig ignoriert. Dachte ja ich hätte "nur" eine Depression. Aber Depressionen sind mein wunder Punkt. Deswegen bloß nicht das AD absetzen! Der Einzige Rückfallschutz den ich habe, denn Depressionen holen einen immer ein wenn man sie erstmal hatte. Das lässt sich auch nur schwer vermeiden, egal wie toll ich mich verhalte. Leichte Schübe hab ich in Vergangenheit schon abgewehrt, etwa Erschöpfungszustände die Depris hervorrufen oder so. Wenn die sich aber wieder von ganz tief innen hervorwinden, dann hab ich verloren. Aber ich bin ja nun seit 3 Jahren in ständiger ärztlicher Behandlung und glaube da ein gutes Netz zu haben.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 10:50 am
von noch ein Gast
Na ja, Hörnchen, wenn ich mir das so durchlese, dann muss ich schon sagen, dass ich da nix lese von dem, was man kennen und können sollte, was wirklich hilft.
Kann sein, Du hast es jetzt nicht geschrieben, aber ich fürchte, Dir fehlt noch ganz viel, was man wissen und kennen sollte, damit man der Depression den Gar ausmachen kann.
VTler sind halt sehr unterschiedlich und es hört sich nicht so an, als wenn das, was Du bisher gemacht hast, gute Leute gewesen wären. Nur am Leben bleiben, damit man lebt, ist Müll. Ich muss doch wissen, wofür!? Ich seh' in Deinem Posting nix, wo Du erzählen würdest, was Dir Spirit gibt. Und das ist das große Problem und wodurch es verursacht wird, bekäme man evtl über Fragebögen raus. Da sollte doch mal eine gescheite Diagnostik gemacht werden, falls es keine gibt. So hartnäckige Depressionen sind meist mehr als schlichte Depri und wenn doch, dann ist's wichtig, auch die genau zu diagnostizieren, um die beste Therapie planen zu können.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 10:52 am
von noch ein Gast
Gutes Netz ist immer nett. Aber eigentlich sollte man in einer guten Therapie lernen, sein eigenes Netz zu sein und zu werden.
Es ist nicht der Sinn des Lebens, immer andere brauchen, auch bei Medikamenten gilt das. Dass man ständig Stützen braucht, zeigt, dass was im Argen liegt. Der gesunde Mensch stützt sich selbst. Und das ist das Ziel.
Kognitiv hat wohl keiner wirklich bei Dir hingelangt? Kommt mir nicht so vor.

Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 12:26 pm
von Hörnchen unl
Nee die waren alle nich so das wahre für mich.
Einzig die Thera in der Klinik war super. Dort gabs nach 3 Monaten dann auch mal halbwegs ne Diagnose(normalerweise geht das in den ersten 3 Wochen dort). Is irgendwie bissl tricky bei mir wies scheint.
Ich habe keineswegs vor mich so auf andere zu stützen, mache ich auch nicht. Viel von dem was ich heute erreicht habe, hab ich mit mir selber ausgemacht, nicht mit den Theras. Und ich habe beim besten Willen auch nicht vor mich ewig auf ein Netz ausserhalb zu verlassen. Das galt nur für die Zeit in der es möglich wäre, das die vor mir einen Rückfall erkennen.
Normale Depris habe ich deffinitiv nicht, da liegt wesentlich mehr im argen, ja. Aber da hilft mir nur am Problem ansich zu arbeiten, ohne hören auch die Depris nicht auf.
Mein Spirit ist Hoffnung, dass es vielleicht noch wahr wird was ich mir für mein Leben erhofft habe. Ich möchte lernen das Leben zu mögen, das tue ich aktuel nicht, stimmt aber ich glaube ich kann das lernen. Manchmal sehe ich das schon, komme nur noch nicht dran.
Was hilft, oder besser helfen sollte, weiß ich sehr wohl, nurgibt es da das Problem das es eben nicht hilft. Wobei ich da zugeben muss das ich von dem was darunter liegt damals nichts wusste bzw es immer und immer wieder tief verdrängt habe. Bei einer Depression aus Verdränung schlimmer Dinge, helden nämlich keine kognitiven Verhaltensweisen
Da mir aber nun inzwischen klar ist das ich woanders ansetzen muss, wird es wohl solangsam mal aufwärts gehen.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 5:34 pm
von Bluna1206
Hallo ihr,
eine Frage habe ich. Habt ihr mit Freunden Familie geredet, wenn ihr Selbstmordabsichten hattet? Habt ihr euch in der Phase geöffnet?
Und zu den Antidepressiva wollte ich noch sagen, dass sie oft wahnsinnig verrufen sind. Weil viele auch nicht wissen wie sie wirken... Es ist keine Happy-Pill, die man sich da einschmeisst. Viele denken dass die abhängig machen. Und wenn sie nicht wirken, liegt das Problem eben nicht da wo es angenommen wurde...
Ich wünsche es dir auch von ganzem Herzen Hörnchen und euch anderen, dass die Dinge, die ihr euch für euer Leben erhofft habt, wahr werden...
Und was ist schlimm daran ein Netz zu haben, dass man nicht selbst gesponnen hat? Dieses Netz können Freunde, Familie, Thera, Medikamente darstellen. Und hoffentlich kann man z.B. die Medikamente und Theras nach und nach ersetzen.
Ich bin auch sehr froh über diesen Thread auch wenn er sicherlich für viele nicht einfach ist und viele Meinungen auseinander gehen..
Lg bluna
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 7:26 pm
von Auf dem Weg
Ich habe mit zwei freundinnen geredet und halt mit dem damaligen Thera. Die Abmachung war dann in der akut suizidalen Phase, dass ich sowohl ihn als auch beide Freundinnen täglich anrufe.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 7:56 pm
von gästefrau
ich hab nur mit meiner thera drüber geredet......bzw hat sie es aus dem gespräch quasi rausgehört, wie akut mein zustand war. und sie hat mich täglich angerufen (und darauf bestanden, dass ich abhebe. sie hat vermutlich gespürt, dass ich sie von mir aus nie angerufen hätte). die täglichen telefongespräche - sie waren sehr kurz, aber immerhin - haben mir ein wenig geholfen.......auch sollte ich mails schreiben (wenn reden nicht möglich ist, kann ich meistens noch (be-)schreiben wie s mir geht. das fällt mir irgendwie leichter....da kann man selbst entscheiden was und wie lange man schreibt....was im gespräch nicht so leicht ist)
meine besten freundinnen haben gemerkt, dass es mir sehr schlecht geht, aber ich bin ihnen aus dem weg gegangen, hab nicht geredet. einer fiel auf, es geht sehr schlecht, doch wie schlimm es tatsächlich war, erfuhr sie erst im nachhinein von mir. sie hat mich gebeten, dass ich ihr in zukunft in solchen krisen bescheid gebe........
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Aug 09, 2012 8:40 pm
von Bluna1206
Wow ok,
Ja mit meiner Freundin ist es genauso, die ist wirklich in alles eingeweiht auch wenn ich mich selbstverletzen will usw. Dank meiner Therapeutin.
Danke für eure antworten
lg bluna
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Fr Aug 10, 2012 7:17 am
von Hörnchen
Bei mir hat mein Freund Bescheid gewusst, mit ihm konnt ich auch darüber reden, später hab ich es auch der Thera erzählt. Abmachungen gab es mit niemandem.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Do Sep 13, 2012 7:37 pm
von Gast
Re: tabuthema suizid
Verfasst: So Sep 16, 2012 5:49 pm
von *wirrli
So schwierig, wenn das der einzige Ausweg zu sein scheint
aber man doch weiß, dass es das nicht sein kann!
Re: tabuthema suizid
Verfasst: So Sep 16, 2012 7:53 pm
von Auf dem Weg
Doch vielleicht hilft es, wenn man sich selber ehrlich die frage beantworten kann, ob es wirklich darum geht aus dem leben zu scheiden - oder ob nur wichtig ist Ruhe und Frieden zu finden, was assoziiert wird mit Tod.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: So Sep 16, 2012 8:22 pm
von gästefrau
ja, stimmt.......hab den thread nur hervorgeholt um nachzulesen.......nichts weiter......
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mo Sep 17, 2012 12:14 pm
von als Gast
und manchmal wird man auch dazu getrieben, obwohl
man es nicht will, um durch den tod verantwortung zu
übernehmen, zu dem man im leben nicht fähig war.
die einen sind beim ersten versuch gerade mal 8,
kämpfen sich durch jahre hindurch um doch zu
versagen.
und wenn noch kinder da sind, die jemand betreuen
müsste, dann ist wohl besser, die person bringt sich
um, dann müssen andere schauen. ffe bis man die
kinder entdeckt. zu viel arbeit für einen menschen.
zu hohe kosten. hat ja 8 Mia Einwohner.
hilfe ist nicht immer hilfe. und verträge? ich hab das
nie begriffen, wenn ich was will dann tue ich es. aus
amen, dann sind mir verträge sowas von egal. ja,
ich bin ja auch nur egoist, jeder mensch sollte sich
quälen lassen, auf ewig. das wäre nobel, anständig.
hab ich ja auch nicht anders gelernt bekommen.
aber wenn jemand krebs hat, dann ist es okay. das
ist nicht egoistisch. er stirbt ja sowieso. der arme
hat schmerzen. ja schon klar, ich bin wenig empathisch.
eigentlich bin ich ziemlich sauer. aber da können die
krebskranken nichts dafür.
manchmal scheint mir, als hätten sogenannte fach-
personen keine ahnung, wie es sich anfühlt.
aber man darf suizidal sein.
man darf es nur nicht tun.
wer das diktiert habe ich noch nicht rausgefunden.
aber ich bin nicht suizidal, also was solls.
Re: tabuthema suizid
Verfasst: Mo Sep 17, 2012 8:32 pm
von Auf dem Weg
Ob jemand sein leben beendet oder nicht - bleibt immer dem Einzelnen überlassen, da gibt es kein "dürfen". Suizid ist laut gesetz keine Straftat - das sagt doch schon einiges.
Aber - niemand kann durch den Tod Verantwortung übernehmen; sterben heißt immer sich der Verantwortung zu entziehen.