shadow unl. hat geschrieben:@noch ein Gast
Mein post bezog sich weniger auf dich.
Hey, is ok, ich war nicht sicher, weil Deiner unter meinem kam. Jetzt wissen wir Bescheid.
shadow unl. hat geschrieben:
Das Leben ist manchmal sehr schmerzhaft und äußerst unattraktiv.
Ja, kenn' ich.
Es passieren Dinge (Vergewaltigung im Mai), die mich glauben lassen, dass es für mich und für andere einfacher wäre, wenn ich nicht da wäre.
Kann ich auch gut nachfühlen. Wenn's im Mai (diesen Jahres? nehme ich an) war, ist das noch ganz akut. Ich will da jetzt nicht ins Detail gehen, aber auch das kann ich Dir sehr gut nachfühlen und ich verstehe, wie dreckig es Dir im Moment gehen muss.
Außerdem gab es neue Erinnerungen (mb begann eher, als gedacht; Weitergabe an "Uniformierte" (Stasi?)), die es einfach oft unerträglich machen.
Seh' ich auch so. Mit dem Wort "unerträglich" kann ich mehr als nur was anfangen... Leider.
und es gibt immer wieder Situationen, in denen ich eben anders reagiere, als "normale" Menschen. Dies zu erkennen, ist oft einfach nur zermürbend.
Es wird auch lange so bleiben und es wird nie mehr so sein, wie es davor war. Aber es hat die Chance, auch was Gutes zu werden, aber nur, wenn Du echt mitziehst.
Sory für die deutliche Erklärung.
Schon ok. Ich kann damit leben.
Es ist der Wunsch nach Ruhe und dem nicht-andres-sein-wollen.
Ruhe zu kriegen ist schwierig, wenn man akut traumatisiert ist. Es ist wichtig, dass Du Dich an Profis wendest, die da Fachleute sind, damit die Dir wirklich helfen können. Warte nicht ab, kümmere Dich drum, auch wenn das sehr schwer ist und wenn's Dir sinnlos erscheint.
Anderssein ist schwierig. Aber man gewöhnt sich dran und dann geht's auch in Ordnung.
Wenn Du 'ne schwere Lungenentzündung gehabt hättest oder einen schweren Autounfall, wo viel verletzt wurde, wäre doch der normale Instinkt, dass man sich sagt, man braucht einen Arzt und gute Pflege, damit man wieder fit wird? Oder?
So ist es mit der Seele und solchen Erlebnissen aber auch. Und automatisch gleich wegepackt auf die geschlossene wird auch keiner, die haben ja nicht mal Platz.

Solange man für die nächsten 3 Tage eine Absprache machen kann, lassen die einen eigentlich immer heimgehen. Über Suizidalität kann man was sagen, aber dosiert, dann fährt man nicht zwangsweise in eine Psychiatrie ein.
Es gibt gute psychosomatische Akut-Traumakliniken. Da solltest Du Dich hinwenden und lass' Dir Zeit. Umbringen läuft Dir nicht weg.
Ich weiß nicht, ob Du schon irgendwie was an Therapie machst. Aber in Deinem Fall würde ich schätzen, dass man grade doch einiges tun könnte, damit es Dir insgesamt zumindest etwas besser geht und auch für eine langfristige Perspektive was getan werden kann. Medis würden Dir evtl. viel an Leid und Schmerzen ersparen. Ich war früher totaler Gegner davon, aber inzwischen weiß ich einfach, dass es zeitweise sehr sinnvoll sein kann.
Ich kann Dich verstehen. Bist nicht der einzige Mensch, der jemals kauernd in der Ecke gehockt ist, den Kopf hängen ließ und einfach nicht mehr weiter wusste. Ich weiß, wie schlecht's einem gehen kann, das weiß ich wirklich. Ich würde - wenn ich heute an Deiner Stelle wäre - versuchen, Hilfe zu kriegen, die was taugt und würde versuchen, da rauszukommen. Wenn es nicht gelingen sollte, gelingt es nicht. Da steckt kein Mensch drin. Aber wenn es gelingt, dann war's den Kampf wert.
Ich weiß wie's Dir geht und es tut mir wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr leid. Ich weiß, wie hoffnungslos und verzweifelt man sein kann. Ab einer gewissen Stelle sollte man manchmal dann einfach auch aufhören, selber alle Entscheidungen treffen zu wollen, alles vorher planen zu wollen, sondern einfach dann auch mal in das Wissen und die Erfahrung von anderen vertrauen.
In der Verfassung, in der Du aktuell bist, solltest Du keine weitreichenden Entscheidungen über Dein Leben oder Ableben treffen. Du bist, auch wenn's Dir nicht so vorkommt, völlig durcheinander. Das braucht auch Zeit, damit sich was bessern kann. Man muss da Geduld haben und sollte nix über's Knie brechen und da müssen Profis dran, die wissen, wie sie das anpacken müssen, damit es Dir besser geht als jetzt.
Grundsätzlich ist sehr viel möglich, wenn da gescheite Ärzte und Therapeuten dran gehen. Und die Chance sollte man sich geben. Also statt da am Suizid zu basteln, jetzt doch lieber mal so nach und nach schauen, wo man Hilfe findet, die was taugt und dann motiviert das Leben zurückerobern. Das wäre die Alternative. Auch darüber kann man nachdenken, statt über's sich umbringen.