Ohja... zwischenzeitlich können wir unheimlich gut...
Ich errinnere mich ungern an den Zustand im April, als ich ihr nicht vertrauen konnte. Und auch sie tatenlos zusehen musste,
wie ich unterging... Aber wir sind damals an einen Punkt gekommen, wo gar nichts mehr ging. Die Thera hätte da fast ein Ende von meiner Seite
aus gehabt. Ich hatte Angst vor ihrer Zurückweisung. Hatte Angst, dass sie mich fallen lässt, mich wegschickt.
Zwar trage ich diese Angst noch heute in mir. Aber mir wird langsam immer klarer, dass auch das ein altes Muster ist,
was mich zum Schweigen bringen soll.
"Wenn du redest, wird dir niemand glauben, alle werden sagen, dass du lügst. Und dann werden sie sich alle abwenden"
das ist eine Grundbotschaft... und diese handelt bis heute noch durch.
Damals war es jedenfalls soweit, dass ich eben ihr nichts sagen wollte, alle ihre Sätze und Aussagen wurden genaustens beobachtet,
jede Handlung wurde analysiert. Übel eigentlich, wenn man das bedenkt. Hätte sie irgendwas falsches gemacht, wäre ich weg gewesen.
Und so etwas in der Anfangsphase, wo man doch gar nichts vom anderem weiß... ohweih... ich hab Respekt vor dieser Frau.
Aber ich glaube, zwischenzeitlich weiß sie, wie sie mit mir umgehen kann und ich hab gemerkt, dass sie wirklich nichts hinter meinem Rücken
gegen mich vorhat...

Eiweih, das war glaub ich das schlimmste und das, wovor ich am meisten Angst hatte, dass alles, was ich sage
aufgeschrieben wird und dann gegen mich benutzt wird...
Und ich glaube, dass hat jetzt fast ein dreiviertel Jahr gebraucht um festzustellen, dass sie das nicht macht.
Ich bin weiter, als noch nie zuvor. Ich stehe hier auf einem Aussichtspunkt und überblicke die Landschaft. Die Zeit seit Juni 2007 scheint ein rasantes Tempo gehabt zu haben. Keine Ahnung. Sovieles ist passiert, dass es mir eigentlich auch ein wenig Angst macht.
Ich hab meiner Bera geschrieben, dass ich oftmals mir die Zeit zurückwünsche, vor dem allem. Ich wünsche mir die Zeit zurück,
als ich 16 war. Nur, ich weiß nichtmal, was ich mir da zurückwünsche. Ich weiß weder, wie ich mit 16 war, noch was mit 16 war.
Es war genau der Umbruch von Schulabschluß zur Ausbildung. Aber ich kann nichts dazu sagen. Das liegt alles in einem schwarzem Loch.
Leider habe ich heute mein Zimmer durchsucht, doch nichts gefunden... ich hab diesen Aufsatz gesucht, aber ich habe anscheinend alles vor meiner Ausbildung weggeworfen. Und das ist gerade schade!!!
In der 4. Klasse hatte ich immer wieder einen Alptraum. Und als in der 4.Klasse wir als Aufgabe hatten einen Aufsatz über unsere Träume zu schreiben,
tja, da hat die kleine Even damals diesen Alptraum geschrieben. Gab eine ganz schlechte Note. Hilfeschrei? Unterdrückt. Lehrer können mit so etwas nicht umgehen. Schade, dass keine Schulsachen mehr da sind.
Oh Mensch, liebe Even, ich wünsche mir vom Herzen, dass wir zusammenwachsen. Dass wir den Schmerz zulassen können.
Ich wünsche mir nicht unterzugehen. Können wir gemeinsam eine Weile laufen?
Ich kenne meine Erinnerungen, ich kenne auch die Meinungen hier im Kopf. Und ich kenne hier die Signale.
Ich weiß, dass es wahr ist.
Ich wünschte mir einst Flügel. Ich wünschte mir einst zu sterben. Ich war immer anders. Eine 11-Jährige wünscht sich nicht zu sterben.
Eine 6 Jährige betet auch nicht dafür, dass Gott sich um die armen Kinder in der 3.Welt kümmert. Keine 7 Jährige schreibt unter ihrem Wunschzettel an den Weihnachtsmann, dass sie nichts wolle, weil es anderen Kinder schlechter gehen würde. Keine 8-Jährige plant einen kompletten Ausrissversuch,
der dann nur deshalb auffliegt, weil die Mutter unters Bett schaut und die gehorteten Sachen findet.
Ich war anders. Ich bin anders. Aber vielleicht ist es genau das. Das hat er mir angetan. Er hat mich und meine Kindheit zerstört.
Er hat mich dort getroffen, wo man ein Kind niemals treffen sollte. Er hat mich erwachsen gemacht, wo ich Kind sein sollte.
Er hat mir soviel beraubt. Soviel gestohlen, soviel zerstört, soviel umgebracht.
Und meine Bera hat recht, umso mehr man feststellt, umso wütender macht das einen...
Doch das Schlimmste ist. So wütend ich doch auch auf ihn bin, so beschütze ich ihn doch gleichzeitig. Wie auch all die anderen Menschen.
Seine Frau, meine Eltern.
Wenn es eine klagende Stimme gibt, gibt es auch eine verteidigende Stimme...
Warum er dieses in Schutznehmen verdient? Warum ich seine Frau in Schutz nehme? Warum ich meine Eltern beschütze?
Ich hab keine Ahnung...
und jetzt Kopfweh...
Even