Re: ich sollte endlich mal... evtl. *t*
Verfasst: Sa Sep 19, 2009 11:54 am
hm, das Fass ist voll...
der Geburtstag war naja, wohl ein reines Besäufniss... hab mich wohl rechtzeitig zu den "Autofahrern" begeben,
brauch den Totalabsturz nicht... weiß nicht, was man eigentlich davon hat, was bringt schon eine Feier mit Alkohol?
dass man die Hemmschwelle zum runknutschen und singen runtersetzt?
Ne, kann auf beides gut verzichten...
------
heute ziemlich emotional drauf...
erste Erkenntnisse, dass ich meinem Körper total fremd bin.
Und mein Körper mir.
Auch total hirnrissig, aber es ist so und eigentlich doch auch total traurig...
Hauptsache, man kann die Schuld von sich auf den Körper schieben, sobald was schief läuft
ist er der Schuldige, der Blöde, der Dumme, und muss bestraft werden...
Ich kenne Zeiten, da habe ich jeden Abend gebetet, dass ich morgen nicht mehr aufwache...
Ein Kinderleben zerstört, eine Jugend zerstört.
Es war immer alles geplant, falls ich sterben könnte...
Keine Briefe keine Nachrichten, keine Texte wären von mir auffindbar...
heute bereue ich das, denn es gibt aus meine Kindheit nur "saubere" Tagebücher, die von meinem Leben nichts preisgeben.
Wieviel Angst muss ich gehabt haben, dass man mir die Schuld an dem Ganzem gibt?
Mir dem bösen, schrecklichem Kind?
Wie oft muss er mir gesagt haben, dass ich schuld bin?
Warum glaube ich bis heute nicht an seine Schuld?
Wie habe ich mit all der Schuld, mit all dem gelebt? Ich böses Mädchen?
Heute müsste ich wissen, dass ich nicht schuld war, nie schuld war, er mir diese Schuld aufgebürgt hat,
um sich rein zu waschen und mich zum Schweigen zu bringen, den welches Kind wird schon etwas sagen,
wenn es weiß, dass es selbst schuld ist und dann ins Heim muss, weil es so böse ist?
Mit 13 hab ich mir regelrecht gewünscht, dass ich aufs Internat darf,
aber durfte nie, damit waren auch die Drohungen meiner Eltern dahin, dass sie mich aufs Internat schicken...
hätten sie es doch getan, vielleicht hätte es mich ein klein wenig gerettet...
Heute weiß ich, dass meine Vater mir immer gedroht hat, mich ins Heim zu geben, weiß noch, wie er in meinem Zimmer
stand und mir gesagt hat, dass es schrecklich ist so eine Tochter zu haben,
dass es nichts schlimmeres gäbe, und wenn ich so weitermache,
dass ich dann ins Heim komme...
ich weiß noch, dass ich Tränen im Gesicht hatte, mein Vater, der mir droht...
wurde mir damals bewusst, wieviel ich meiner Familie wert bin?
Oder waren dass nur leere Drohungen? und eigentlich mag mich meine Familie?
Mein Vater sagt immerwieder, dass er froh ist, wenn alle ausgezogen sind,
auch ich kann es kaum noch erwarten, hier meine Sachen zu packen und auszuziehen.
Was ist das für eine Familie, wo man nur darauf wartet alleine zu sein?
Haben sie sich das überlegt, als sie noch das letzte Kind in die Welt setzen mussten?
Hätten sich 20 Jahre Schufterei sparen können, so meine Einstellung heute. Gäbe es halt keine Even und basta,
Menschen finden auch andere Menschen, dazu braucht es keine Even.
Meinen Eltern ist am Anfang diesen Jahres vielleicht zum ersten Mal ihre jüngste Tochter aufgefallen,
als meine Mutter diesen Unfall hatte... zum ersten Mal hab ich von meiner Mutter an meinem Geburtstag einen Brief bekommen...
dass ich am Unfall wie ein Fels in der Brandung war, geholfen habe.
Doch was habe ich getan? Nur das, was man jahrelang von mir verlangt hat. Erwachsen zu sein, egal, wie alt man ist.
Man sagte mir einst, dass ich frühreif war, dass ich anders war als all die anderen in meinem Alter...
Ja, ich hab vieles meiner Kindheit nie erlebt, ich war Kind und war es doch nicht.
Es gab keine Zeit für das Kind, wäre es nicht besser gewesen, dieses Kind wegzugeben?
Nein, vielleicht ist es auch ein Beitrag dazu, dass ich so bin, wie ich bin.
Man musste erst ein Kind töten, um das zu bekommen, was man wollte,
für ihn eine Spielwiese für perverse Spiele, für meine Familie ein braves Mädchen.
heute bereue ich viele Wörter und viele Wörter machen mir Angst. "lieb" "brav"... meistens will ich weder das eine noch das andere sein.
den ich wollte nie so sein, aber was haben 20 Kilo gegen einen großen Mann ausrichten?
Wer ist da schwächer? Ich wollte nie so sein, wollte nie so zu ihm sein, wollte nicht, dass er es macht.
Heute tue ich was man von mir verlangt, weil er es so gewollt hat,
mich so erzogen hat.
Ich habe soviele Folgen aus seinem Handeln, aus dem Handeln meiner Eltern. Heute weiß ich,
dass ich erwachsen bin, erwachsen und doch nicht, wieviel muss ich noch lernen, lernen zu leben,
einst bin ich vor Jahren stehen geblieben, iwo da in mir schlummern Kinder, die nie erwachsen werden durften...
Er hat uns so oft getötet...
Ich hab keine Angst vor dem Tod, hatte ich noch nie, einst wünschte ich ihn mir, einst suchte ich ihn. Ich hab es nie getan, am Ende war doch die Hoffnung
auf Besserung da.
Heute würde ich nicht mehr gehen, manchmal ist der kurze Wunsch da, das Wissen, dass es eine Ende hat.
Ich konnte nichts dafür, als er in mein Leben trat, meine Hand nahm und mich zerstörte, er hat mich zerbrochen und zerstört,
ich bin mehr als einmal unter seinen Händen, unter seinem Körper gestorben.
Doch immer war da wohl etwas, was weitermachen wollte, iwer der weiterleben wollte. Ich weiß nicht, wer hier die Hoffung trägt,
aber dieses kleine Kind, will ich tragen, tragen auf meinen Händen, so wie alle hier in mir,
wir haben es nicht verdient. Und ich will all die Kleinen tragen, umarmen, sehen, spüren, hören, bereit sein für Umarmungen,
bereit sein.. ich kann es noch nicht versprechen, aber versuchen. Für meine Teenies gelten andere Regeln, noch finden wir nicht wirklich eine Draht...
wir schauen, was kommen wird. Den wir alle sind wichtig, jeder neben jedem Trotz neben Liebe.
Mögen wir es versuchen, versprechen kann ich nichts. Aber versuchen, da sein und versuchen.
Ich will mich nicht mehr verleugnen, und damit werde ich versuchen das anzufangen.
Ich bin ein Opfer von sexueller Gewalt.
Ein schwieriger Satz, aber ein Anfang.
Mit angestauten Tränen sitze ich hier. Vielleicht werden wir es irgendwann schaffen, auch weinen als Gefühl anerkennen zu können,
was erlaubt ist...
Evenstar
der Geburtstag war naja, wohl ein reines Besäufniss... hab mich wohl rechtzeitig zu den "Autofahrern" begeben,
brauch den Totalabsturz nicht... weiß nicht, was man eigentlich davon hat, was bringt schon eine Feier mit Alkohol?
dass man die Hemmschwelle zum runknutschen und singen runtersetzt?
Ne, kann auf beides gut verzichten...
------
heute ziemlich emotional drauf...
erste Erkenntnisse, dass ich meinem Körper total fremd bin.
Und mein Körper mir.
Auch total hirnrissig, aber es ist so und eigentlich doch auch total traurig...
Hauptsache, man kann die Schuld von sich auf den Körper schieben, sobald was schief läuft
ist er der Schuldige, der Blöde, der Dumme, und muss bestraft werden...
Ich kenne Zeiten, da habe ich jeden Abend gebetet, dass ich morgen nicht mehr aufwache...
Ein Kinderleben zerstört, eine Jugend zerstört.
Es war immer alles geplant, falls ich sterben könnte...
Keine Briefe keine Nachrichten, keine Texte wären von mir auffindbar...
heute bereue ich das, denn es gibt aus meine Kindheit nur "saubere" Tagebücher, die von meinem Leben nichts preisgeben.
Wieviel Angst muss ich gehabt haben, dass man mir die Schuld an dem Ganzem gibt?
Mir dem bösen, schrecklichem Kind?
Wie oft muss er mir gesagt haben, dass ich schuld bin?
Warum glaube ich bis heute nicht an seine Schuld?
Wie habe ich mit all der Schuld, mit all dem gelebt? Ich böses Mädchen?
Heute müsste ich wissen, dass ich nicht schuld war, nie schuld war, er mir diese Schuld aufgebürgt hat,
um sich rein zu waschen und mich zum Schweigen zu bringen, den welches Kind wird schon etwas sagen,
wenn es weiß, dass es selbst schuld ist und dann ins Heim muss, weil es so böse ist?
Mit 13 hab ich mir regelrecht gewünscht, dass ich aufs Internat darf,
aber durfte nie, damit waren auch die Drohungen meiner Eltern dahin, dass sie mich aufs Internat schicken...
hätten sie es doch getan, vielleicht hätte es mich ein klein wenig gerettet...
Heute weiß ich, dass meine Vater mir immer gedroht hat, mich ins Heim zu geben, weiß noch, wie er in meinem Zimmer
stand und mir gesagt hat, dass es schrecklich ist so eine Tochter zu haben,
dass es nichts schlimmeres gäbe, und wenn ich so weitermache,
dass ich dann ins Heim komme...
ich weiß noch, dass ich Tränen im Gesicht hatte, mein Vater, der mir droht...
wurde mir damals bewusst, wieviel ich meiner Familie wert bin?
Oder waren dass nur leere Drohungen? und eigentlich mag mich meine Familie?
Mein Vater sagt immerwieder, dass er froh ist, wenn alle ausgezogen sind,
auch ich kann es kaum noch erwarten, hier meine Sachen zu packen und auszuziehen.
Was ist das für eine Familie, wo man nur darauf wartet alleine zu sein?
Haben sie sich das überlegt, als sie noch das letzte Kind in die Welt setzen mussten?
Hätten sich 20 Jahre Schufterei sparen können, so meine Einstellung heute. Gäbe es halt keine Even und basta,
Menschen finden auch andere Menschen, dazu braucht es keine Even.
Meinen Eltern ist am Anfang diesen Jahres vielleicht zum ersten Mal ihre jüngste Tochter aufgefallen,
als meine Mutter diesen Unfall hatte... zum ersten Mal hab ich von meiner Mutter an meinem Geburtstag einen Brief bekommen...
dass ich am Unfall wie ein Fels in der Brandung war, geholfen habe.
Doch was habe ich getan? Nur das, was man jahrelang von mir verlangt hat. Erwachsen zu sein, egal, wie alt man ist.
Man sagte mir einst, dass ich frühreif war, dass ich anders war als all die anderen in meinem Alter...
Ja, ich hab vieles meiner Kindheit nie erlebt, ich war Kind und war es doch nicht.
Es gab keine Zeit für das Kind, wäre es nicht besser gewesen, dieses Kind wegzugeben?
Nein, vielleicht ist es auch ein Beitrag dazu, dass ich so bin, wie ich bin.
Man musste erst ein Kind töten, um das zu bekommen, was man wollte,
für ihn eine Spielwiese für perverse Spiele, für meine Familie ein braves Mädchen.
heute bereue ich viele Wörter und viele Wörter machen mir Angst. "lieb" "brav"... meistens will ich weder das eine noch das andere sein.
den ich wollte nie so sein, aber was haben 20 Kilo gegen einen großen Mann ausrichten?
Wer ist da schwächer? Ich wollte nie so sein, wollte nie so zu ihm sein, wollte nicht, dass er es macht.
Heute tue ich was man von mir verlangt, weil er es so gewollt hat,
mich so erzogen hat.
Ich habe soviele Folgen aus seinem Handeln, aus dem Handeln meiner Eltern. Heute weiß ich,
dass ich erwachsen bin, erwachsen und doch nicht, wieviel muss ich noch lernen, lernen zu leben,
einst bin ich vor Jahren stehen geblieben, iwo da in mir schlummern Kinder, die nie erwachsen werden durften...
Er hat uns so oft getötet...
Ich hab keine Angst vor dem Tod, hatte ich noch nie, einst wünschte ich ihn mir, einst suchte ich ihn. Ich hab es nie getan, am Ende war doch die Hoffnung
auf Besserung da.
Heute würde ich nicht mehr gehen, manchmal ist der kurze Wunsch da, das Wissen, dass es eine Ende hat.
Ich konnte nichts dafür, als er in mein Leben trat, meine Hand nahm und mich zerstörte, er hat mich zerbrochen und zerstört,
ich bin mehr als einmal unter seinen Händen, unter seinem Körper gestorben.
Doch immer war da wohl etwas, was weitermachen wollte, iwer der weiterleben wollte. Ich weiß nicht, wer hier die Hoffung trägt,
aber dieses kleine Kind, will ich tragen, tragen auf meinen Händen, so wie alle hier in mir,
wir haben es nicht verdient. Und ich will all die Kleinen tragen, umarmen, sehen, spüren, hören, bereit sein für Umarmungen,
bereit sein.. ich kann es noch nicht versprechen, aber versuchen. Für meine Teenies gelten andere Regeln, noch finden wir nicht wirklich eine Draht...
wir schauen, was kommen wird. Den wir alle sind wichtig, jeder neben jedem Trotz neben Liebe.
Mögen wir es versuchen, versprechen kann ich nichts. Aber versuchen, da sein und versuchen.
Ich will mich nicht mehr verleugnen, und damit werde ich versuchen das anzufangen.
Ich bin ein Opfer von sexueller Gewalt.
Ein schwieriger Satz, aber ein Anfang.
Mit angestauten Tränen sitze ich hier. Vielleicht werden wir es irgendwann schaffen, auch weinen als Gefühl anerkennen zu können,
was erlaubt ist...
Evenstar