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Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Sa Jul 23, 2011 2:50 pm
von Meli-2006
Das klingt doch gut, dass er auf Sozialrecht spezialisiert ist. Ich würde - wenn sonst nichts dagegen spricht - bei deinem Anwalt bleiben. Das sich Kundig machen kann dir leider meist eh keiner abnehmen, auch Anwälte leiden oft unter Überlastung.
LG
Meli
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Sa Jul 23, 2011 8:24 pm
von deathwish
Danke Meli !
Ich würde schon gerne bei meinem Anwalt bleiben weil er sich wirklich ins Zeug legt. Ich werde jetzt erst einmal in der Traumatherapie versuchen wieder etwas zu mir zu finden und dann überlegen ob ich es nochmal angehe einen Antrag neu zu stellen . Meine Thera hat angeboten das mit mir zusammen zu machen.
Ich möchte mich bei Dir bedanken denn Du hilfst allen immer in diesem Forum und bist immer sehr nett.
LG Taesha
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Sa Jul 23, 2011 10:36 pm
von Meli-2006
wie lieb, dein Kompliment. Danke schön!:-)
LG
Meli
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Di Jul 26, 2011 9:12 pm
von deathwish
Ja das hast Du ja auch verdient. Ich bin sicher das es jedem der in diesem Forum ist nicht so dolle geht.Und da finde ich es sehr bewundernswert wenn sich ein Mensch, so wie Du, trotzdem die Zeit nimmt und anderen mit Rat und Tat zur Seite steht. Da sollte man sich auch mal bedanken.
LG Taesha
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mo Aug 15, 2011 1:17 pm
von Mikki
ich hatte ende Juni meinen letzten Beitrag,hab ein glaubwürdigkeitsgutachten (OEG)vor mir,also besser gesagt bekam ein Bescheid für 54.Kalenderwoche,ende Dezember,kein genaues Datum. Es ist schlimm genug,dazu muß man ewig warten bis Dezember,Wahnsinn. Wielang muß man warten,hab schon einige Jahre damit gekämpft,auch mit der Herzlosigkeit,unverständniss etc der Ämter. Viel. ist das nicht die einzige Begutachtung?woher soll man stes die Kraft nehmen,wenn man seit letztes Jahrvon Krankenkasse keine Therapie mehr bek für Psychtherapie.?
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mo Aug 15, 2011 2:46 pm
von Meli-2006
Nutz deine Fähigkeit zur Dissoziation - hört sich blöd an, hilft mir aber z.B. gut. Also: distanzier dich von dem, was dich belastet... nimm einen anderen Blickwinkel ein. Ich weiß, dass es doof klingt, aber wie gesagt - mir nützt das, sich zu distanzieren.
Übrigens, in jeder größeren Stadt in der BRD gibt es so genannte "sozialpsychiatrische Zentren" (manchmal heißen sie auch "Kontakt-und Beratungsstelle für psychisch Kranke" - das sind sehr segensreiche Einrichtungen. Man kann dort u.a. Leute kennen lernen, zusammen Frühstücken, Kochen, Backen - gemeinsam Kunsttherapie praktizieren, etc. - das alles gibt es meist gratis... dort arbeiten Sozialarbeiter, die einem gut helfen können, weil sie einen Überblick über die lokale Hilfsangebote haben. Sie stehen auch für Gespräche zur Verfügung!
Alles Gute!
Meli
P.S. Wenn der Runde Tisch von Frau Bergmann mal beschlossen hat, wie deren Hilfen aussehen, gibt es vielleicht ja Möglichkeiten, auch Therapiekosten bezahlt zu bekommen? Unwahrscheinlich, aber einfach mal abwarten, was von Frau Bergmann noch zu hören sein wird.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Di Aug 16, 2011 5:45 pm
von monalisa
wenn ich eu-rente beziehe habe ich dann auch noch ein recht auf OEG?
ich bin schwerbehindert
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mi Aug 17, 2011 1:33 pm
von Meli-2006
Monalisa, ich verstehe deine Frage nicht. Das Opferentschädigungsgesetz ist für Opfer von Straftaten da. Die Schwerbehinderung hat damit nichts zu tun. Lediglich dann, wenn du einen Antrag auf Opferentschädigung stellst, werden auch die Unterlagen zu deinem Schwerbehindertenantrag berücksichtigt werden - es ist ja meist die selbe Behörde, bei der man den Antrag auf Schwerbehinderung und den Antrag auf Entschädigung für die Opfer einer Straftat stellt - das Versorgungsamt oder der Landschaftsverband.
Falls du einen Antrag auf Opferentschädigung stellen möchtest, würde ich es für sinnvoll erachten, dich erst mal schlau zu machen diesbezüglich. Du erhältst den Antrag bei deinem örtlichen Versorgungsamt. Falls es vorher kein Strafverfahren gegen etwaige Täter gab, dürfte es schwierig werden, Zeugen beizubringen. Der Antrag auf Opferentschädigung ist in der Regel ein mühsames Geschäft und ohne sich vorzubereiten macht das vermutlich wenig Sinn. Informier dich vorab - es gibt im Internet sicher einige Infos dazu zu finden.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mi Aug 17, 2011 4:30 pm
von monalisa
ok, danke
ich werde mich damit beschäftigen
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Fr Aug 19, 2011 8:48 pm
von Mikki
danke Meli, für dein Tip. Hab auch das nur als einzige Möglichkeit gesehen,einen anderen Blickwinkel einzunehmen,sonst geht man kaputt dran,denn nur das hilft,danke.
werde mich auch über die Möglichkeit der Zentren informieren,vielen Dank Meli,schönen Abend
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Sa Aug 20, 2011 5:37 pm
von monalisa
ich habe beim weißen ring angerufen wegen des oeg
es würde mit meiner rente verrechnet
es bringt mir nichts
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Sa Aug 20, 2011 7:10 pm
von Meli-2006
Und es ist ja auch noch die Frage, ob es überhaupt gewährt würde. Bisher kenne ich nur Menschen, die lange dafür kämpfen müssen, durch alle Gerichtsinstanzen... das kann auch zermürben.
Ich hoffe, dass du einen Weg finden kannst, mit dem Geschehenen klar zu kommen... und - wie oben geschrieben - vielleicht hören wir ja noch vom Runden Tisch etwas Positives demnächst.
LG
Meli
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mi Aug 24, 2011 5:12 pm
von spange
Hallo Ihr!
Bin irgendwie verzweifelt.Möchte aber darin auch nicht versinken.Mein OEG antrag wurde erstmal abgelehnt einerseits wegen der rechtlichen Bestimmungen(vor 1990 gelten nur Härtefälle,in DDR Zeiten).Soll ich nun froh sein, dass ich keinen Grad 50 von Hundert habe oder mich darüber ärgern. Mich ärgert am meisten, dass gesagt wurde, es bestehe nicht unbedingt Kausalität von Gesundheitsstörung und sex.Missbrauch. Sondern die emotionale und materielle Vernachlässigung durch eine psychisch kranke Mutter, also die biographischen Faktoren sind dafür ausschlaggebend. Zudem wurde gesagt, dass ich mich ja noch nicht mal erinnern könnte. Es gibt Strafakten davon in sehr jungen Jahren.
Meine Thera ist nicht da und ich muss mir Arbeit suchen.
Es belastet mich sehr, so bin ich wieder völlig gelähmt. Kann nicht weinen und nicht wütend sein. Dabei war es in letzter Zeit ein Stück bergauf gegangen.
Ich fühle mich sehr allein damit, wie schon immer, wie es schon die letzten 30 Jahre war. Ich möchte nicht mehr allein sein damit. Aber ich mach mir immer solche Vorwürfe.
Seit der Ablehnung gestern habe ich erstmal gemerkt, wie einsam ich mich eigentlich fühle. In der SHG gestern konnte ich auch nicht erzählen.
LG spange
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mi Aug 24, 2011 5:41 pm
von Meli-2006
Das ist natürlich kein "Gottesurteil", sondern der normale Gang der Dinge, dass der OEG-Antrag erst mal abgelehnt wird, wenn man keine Zeugen hat... das mit der Mitverursachung der Störung durch familäre Hintergründe könnte ein guter Anwalt sicher aushebeln, wenn er sich in die Materie einliest, aber die Frage ist, ob du einen guten Anwalt hast oder ob du dir einen suchen könntest etc.
Was mir an deinem Schreiben auffällt, ist, dass du das juristische auf die persönliche Ebene bringst - das ist verständlich, aber extrem kontraproduktiv für dich!
Dein Heilungsweg sollte doch da lang gehen, wo mehr Freiheit für dich wohnt, und die Freiheit, das eben NICHT auf dich zu beziehen, sondern als eine rein juristische Angelegenheit zu sehen, die auch nur juristisch beantwortet werden sollte, die solltest du nutzen!
Der Weiße Ring kann dir einen Beratungsschein für einen Anwalt für Sozialrecht ausstellen - somit hättest du eine Instanz, die dir eventuell helfen kann beim weiteren Verfahren.
Außerdem empfehle ich immer wieder den Artikel "Kein Recht für Opfer?" - den es als pdf im Internet über eine Suchmaschine deines Vertrauens zu finden gibt.
Lass nicht zu, dass dir das so die Perspektive verhagelt... du bist heute erwachsen, kein Opfer mehr, du kannst selbst entscheiden, wie du auf diese erste formale Ablehnung reagieren willst!
Alles Gute!
Meli
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Mi Aug 24, 2011 7:17 pm
von spange
Liebe Meli-2006,
ich versuche schon, es nicht als ,,Gottesurteil;, zu sehen. Ich habe eine gute Anwältin, wo ich auch gleich einen Termin machen konnte. Das hatte mir auch geholfen. Ich sehe es auch nicht unbedingt gegen mich allein die Ablehnung. Es war eher das überwältigende Gefühl, was ich einfach nur mitteilen wollte. Der Erwachsene hat dadurch gesehen, dass er selbst annehmen muss. Das gelingt eben noch nicht so. Aber allein nur das Gefühl mitzuteilen, hat geholfen. Das, was ich früher von Mutter und Staat hätte an Hilfe bekommen müssen, habe ich in das Verfahren gelegt.
Ich hatte mich noch nie als Opfer gegeben, immer gekämpft.Das ist, glaube ich, meine Enttäuschung. Es nie gezeigt zu haben, wie es mir geht. Selbst im Gutachten nicht.
Die Enttäuschung, weiterkämpfen zu müssen.
Es stimmt schon, ich lege es in die Hände der Anwältin, es ist eine Rechtssache. Und ich versuche für mich, mich anzunehmen.
LG spange