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Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Do Jun 06, 2013 2:07 am
von Zaungast
Wohl genau richtig und gut so. Den Rücken frei.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Do Jun 06, 2013 7:00 pm
von Auf dem Weg
Ich bin immer noch völlig erschlagen .......aber das kenn ich ja schon. Nur dass ich halt sonst immer arbeiten musste, was manchmal echt schwierig war ...
Es ist aber natürlich ein Unterschied, ob wir ein belastendes Bild ins positive verändert haben, oder eben wie Dienstag in das Bild hineingehen ....aber irgendwie hatte ich nicht die Wahl ...

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Do Jun 06, 2013 10:51 pm
von Fee16
hmm das ist doof wenn das so in Flashbacks abgedriftet ist, hoffe es geht dir bald besser :)

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Fr Jun 07, 2013 7:34 pm
von Auf dem Weg
Ich bin ja bewusst und mit Markus Hilfe in das Bild, also die Erinnerung gegangen, Fee .....weil die Ungewissheit auch nicht ertragbar war.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Sa Jun 08, 2013 12:01 pm
von Fee16
dachte weil du geschrieben hast, dass du eine Wahl hattest.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Sa Jun 08, 2013 7:12 pm
von Auf dem Weg
Ich schrieb , dass ich nicht die Wahl hatte (weil das Standbild als solches auch nicht aushaltbar war....)

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: So Jun 09, 2013 2:11 am
von Fee16
sorry das k ist untergegangen ;).

Ja, okay. Hab das falsch interpretiert, tut mir leid.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: So Jun 09, 2013 7:08 pm
von Auf dem Weg
Kein Problem ........lach

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Do Jul 18, 2013 10:18 pm
von bij
Hi, ich hätte auch mal eine Frage zu EMDR, vielleicht gibts hier jemand der die beantworten kann. Ich hab hier nur die ersten ca. 8 Seiten überflogen von dem Thread, tut mir Leid also, falls das irgendwo schon steht.

Ich hab hier auch von "positivem EMDR" gelesen und das ist das womit wir in der Therapie auch angefangen haben (nach langer Zeit NUR Stabilisieren). Also EMDR mit positiven Erlebnissen/Erinnerungen. Damit ich mich so schon mal schonend an die Technik gewöhnen kann.

Wir haben das vor 1 Woche gemacht, mit etwas Schönem, das ich gut in Erinnerung hatte.

Ich hatte das Gefühl dass sich diese positive Stimmung und das Wohlgefühl aus der Situation dadurch intensiviert hat, es wurde irgendwie kompletter und hat länger nachgewirkt. Was bei dieser schönen, positiven Erfahrung ja auch gut ist. Ich hatte insgesamt das Gefühl dass es gut tat. Er hat mich auch gefragt wie sehr ich in der Situation "drin" bin auf einer Skala von 1 bis 10 und am Anfang war es eher so 5, später dann 8. Also ich kam da irgendwie eher tiefer rein in die Situation und die Gefühle.

Aber was ich mich jetzt frage ist, wenn wir das selbe Verfahren auf ein negatives Erlebnis anwenden, also auf Traumabilder/filme, führt das dann auch dazu dass es intensiver gefühlt wird? Ich stelle mir das irgendwie bisher NUR belastend vor und verstehe den Nutzen dahinter nicht ganz. Ist das gewollt bei EMDR, dass sich die Gefühle erstmal verstärken? Eigentlich möchte ich das ganze Grauen ja eher nicht mehr fühlen müssen.

Mein Thera hat schon versucht mir das zu erklären, dass eben beide Gehirnhälften angeregt werden sollen und durch EMDR dazu gebracht werden zu synchronisieren, was vorher nicht zusammen gebracht werden konnte.

Aber so ganz ist mir einfach der Sinn von EMDR noch nicht aufgegangen.
Ich muss dazu sagen bin eigentlich ziemlich stabil mittlerweile (aber das ist ja auch eine wichtige Voraussetzung für EMDR), und habe irgendwie Angst dass es alles nur schlimmer macht. Dass die ganzen Gefühle dadurch nochmal so richtig hochkommen usw.

Kann mir das irgendwer laienhaft erklären? Was im Endeffekt dann der Nutzen ist? Und ich begreife auch nicht ganz, wie es sein kann dass ein und dasselbe Verfahren auf positive und negative Situationen angewendet wird? Positive Situationen und Gefühle will man ja verstärken, aber negative doch nicht?

Wir haben so lange daran gearbeitet eben dass ich NICHT immer wieder in diese Filme reinrutsche und total wegdrifte, und jetzt soll ich mich da absichtlich mitten rein werfen?

Entschuldigung für den langen Text, es beschäftigt mich jetzt doch grad sehr. Vielleicht kann es jemand so erklären dass ich es verstehe :roll:

Danke! :wink:

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Do Jul 18, 2013 10:27 pm
von Junikäfer
bij hat geschrieben:
Wir haben so lange daran gearbeitet eben dass ich NICHT immer wieder in diese Filme reinrutsche und total wegdrifte, und jetzt soll ich mich da absichtlich mitten rein werfen?

Entschuldigung für den langen Text, es beschäftigt mich jetzt doch grad sehr. Vielleicht kann es jemand so erklären dass ich es verstehe :roll:

Danke! :wink:

Hallo bij,

habe auch Angst davor, denke mir das wir stabil sein müssen um das negative auszuhalten, das dann in uns hochkommt.
Das wir alles besser....die zusammenhänge uns klarer werden, aber genau weis ich es auch nicht!
Ich habe leider auch nur einmal EMDR mit positiven erlebnis ausprobiert,
dabei kamen ein paar tage später aber auch zusammenhänge von negativen, die ich dadurch besser verstand.

lg
Junikäfer

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Fr Jul 19, 2013 12:19 am
von bij
Hallo Junikäfer,
Ja es ist irgendwie so ein bisschen eine schwammige Sache mit dem EMDR oder? :wink:

Ich hab nochmal ein bisschen im Thread hier gestöbert und das gefunden (von GGG - danke!):
Bei der EMDR wird ein Trauma hochgeholt/reaktiviert. Durch die EMDR wird das dann aufgearbeitet, es wird hochgeholt und wird im Gehirn neu verknüpft. Dadurch ändert sich im Gehirn die neuronale Vernetzung. Vorher ist es so, dass bei einem Getriggertsein im Flash nur noch kleine Teile des Gehirns aktiv sind. In diesem Zustand fühlt man sich ganz schlecht und kann auch gar nicht richtig denken. Das Gehirn fällt also teilweise aus, eben, weil die Areale des Gehirns eines traumatisierten Menschen nicht so miteinander verbunden sind wie bei Gesunden. Die Kommunikation im Gehirn ist dadurch unter den einzelnen Arealen gestört. Und durch die EMDR wird dann die Vernetzung verbessert und die Areale des Gehirns können wieder miteinander kommunizieren und miteinander arbeiten, damit hat der betroffene Mensch wieder alle Areale zur Verfügung. Das ist das Ziel einer Traumatherapie.

Wenn diese neue Vernetzung dann steht, dann hat der betroffene Patienten wieder sein gesamtes Gehirn zur Nutzung und damit wird das Leben tatsächlich leichter und man bekommt grundsätzlich sein Leben in den Griff. Wenn nur kleine Anteile des Gehirns noch aktiviert sind, kann man sein Leben nicht bewältigen, da geht der Alltag nicht, da geht volle Berufstätigkeit nicht.
Das hat es mir zumindest ein bisschen verständlicher gemacht, was da abläuft.

Noch immer kapiere ich nicht ganz, wie das funktioniert, dass man das auf positive wie auf negative Erfahrungen/Gefühle/Situationen anwenden kann. Und wie das am Ende von Nutzen sein soll, dass man alles wieder so hoch holt. Vorher hat man Monate oder Jahre lang geübt dass man die Bilder wenn sie einen überschwemmen, in den Tresor packen kann oder man sich sonst wie mit Skills wieder ins "hier und jetzt" bringen kann :D Und dann soll ich jetzt bei EMDR absichtlich nochmal genau da reintauchen und das hervorholen? Macht mir ziemlich Angst im Moment noch.
Und wenn man die Berichte von anderen hier liest ist es einfach ein bisschen gruselig, zu lesen was dieses auf den ersten Blick so banal wirkende Verfahren so alles auslösen kann...
Ich habe leider auch nur einmal EMDR mit positiven erlebnis ausprobiert,
dabei kamen ein paar tage später aber auch zusammenhänge von negativen, die ich dadurch besser verstand.
Das finde ich ja interessant, wow, da scheint ja schon was in Gang gekommen zu sein! :wink:
Sind für dich weitere EMDR Sitzungen geplant?

Lg
bij

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Fr Jul 19, 2013 8:10 am
von Junikäfer
bij hat geschrieben:Hallo Junikäfer,
Ja es ist irgendwie so ein bisschen eine schwammige Sache mit dem EMDR oder? :wink:
ganz lieben Dank für die Info


:D Und dann soll ich jetzt bei EMDR absichtlich nochmal genau da reintauchen und das hervorholen? Macht mir ziemlich Angst im Moment noch.ich habe auch Angst, riesen große, wenn ich daran denke, habe ich das Gefühö, dass mir das Herz gesprengt wird, habe keine Luft zum Atmen....ich glaune wir müssen sehr stabil sein um damit konfrontiert zu werden, deswegen erst das wegpacken
Und wenn man die Berichte von anderen hier liest ist es einfach ein bisschen gruselig, zu lesen was dieses auf den ersten Blick so banal wirkende Verfahren so alles auslösen kann... :(
Ich habe leider auch nur einmal EMDR positiven erlebnis ausprobiert,
dabei kamen ein paar tage später aber auch zusammenhänge von negativen, die ich dadurch besser verstand.
Das finde ich ja interessant, wow, da scheint ja schon was in Gang gekommen zu sein! :wink:
Sind für dich weitere EMDR Sitzungen geplant?Ja....aber meine Thera ist bis nächste Woche in Urlaub


Liebe/Lieber BIJ,
ich danke Dir für die Info von GGG und wünsche uns allen das wir weiterhin einen Weg finden, mit dem Erlebten zu überleben!
Meine Angst ist groß, wenn ich lese, das auch nach Jahrelanger Therapie immer noch ein schwerer Kampf herrscht und dafür Wege gesucht werden müssen!
Evt. ist das aber unser tägl. Brot, das wir lernen mmüssen damit zu leben, an einem Tag besser, den anderen wieder schlechter!
So sehen wir aber wie es ist und sich lebt wenn wir gute Tage haben und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Auch die Menschen, die keinen smb erlebten, haben gute und schlechte Tage....(blöder Vergleich) :shock:

hab einen schönen Tag

lg
Junikäfer
Lg
bij

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Fr Jul 19, 2013 3:08 pm
von Fee16
Hallo bij,

also ich hab EMDR gemacht. Bei mir war das so, dass ich die Situation schon nochmal durchlebt habe, aber weniger krass, wie in einem Flashback. Schwer zu beschreiben. Also ich hatte teilweise währenddessen schon heftige Gefühle, aber tatsächlich eher Trauergefühle als Angst. Also dass es dann weiter weg war und ich eher gesehen habe was man wirklich der Person antut.

Die Gefühle danach waren unterschiedlich. Teilweise hatte ich gute Laune noch zu leben. Dann Trauer. Und einmal hatte ich danach noch Flashbacks.

Aber nichts davon war nur im Ansatz so schlimm wie vorher. Weil ich jetzt ja auch Techniken hatte um mich wieder beruhigen zu können.

Also man sollte schon stabil sein und wissen was man tut, wenn es einem schlecht und richtig schlecht geht.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: So Jul 21, 2013 10:21 pm
von Waldkatze
Der Sinn ist, die Verarbeitung in Gang zu setzen/zu beschleunigen. Die traumatischen Erinnerungen wurden nur amigdaloid als Fragmente ohne Zeitbezug, ohne Anfang und Ende gespeichert, weil die Stresshormone in der traumatischen Situation die Hippocampusfunktion hemmten. Deshalb fühlen sie sich bei Flashs wie "jetzt gerade" an.
Man geht in die traumatische Situation, um diese als zusammenhängende, in Worte fassbare Geschichte (über den Hippocampus) richtig abzuspeichern, damit daraus eine normale, wenn auch schlimme Erinnerung mit Anfang und vor allem Ende wird.
Ich habe EMDR wie Verarbeitung im Zeitraffer erlebt. Für die gedanklichen Wege, die ich in einer halbstündigen Sitzung zurücklegte, hätte ich normalerweise ein, zwei Monate benötigt, und das auch nur, wenn ich mich intensiv damit befasst hätte und dem Thema nicht ausgewichen wäre. Nach einer Sitzung war ich ein paar Tage ziemlich geschlaucht, aber es lohnt sich wirklich. Was da behandelt wurde, ist Teil meiner Geschichte, ganz klar Vergangenheit und verursacht nur noch extrem selten Angst.

Re: EMDR - Erfahrungen/Fragen/Austausch

Verfasst: Di Jul 23, 2013 3:42 pm
von katkat
Hallo zusammen,
ich möchte wissen, ob ich emdr auch ablehnen darf.

Wir haben noch 4 Therapiestunden. Die Therapeutin sagte, nächste Woche, also diesen Freitag,
machen wir das.
Ich soll zwei Stunden einplanen,weil es bei mir sonst nicht wirkt. Weiter gab es keine Erklärungen.
Hab jetzt im Internet gelesen und auch noch Angst vor der Therapie.
Kurz gesagt: Ich will das nicht machen.

Ich hab vier/fünf Schlimme Jahre hinter mir, jetzt hatte ich durch meine Arbeit (Selbständigkeit) entdlich etwas Mut gefaßt und einige seltene angenehme Tage.
Es ging mir besser, ich hab viel hinter mir und "nebenher" selbständig gemacht mit ersten Erfolgen. Und jetzt soll ich mich wieder mit alten Mist befassen, wo man ja noch gar nicht weiß, ob und was da war (das würde schon dann dabei rauskommen, sagte sie, sie vermutet etwas). Was mir geholfen hat, war doch, daß ich jetzt endlich mal schöne Dinge erlebe wie andere Menschen auch, etliche Raten abzahlen konnte, ich genug zu essen und ein Zuhause habe. Ich hab zwar noch keinen neuen Partner und auch noch keine neuen festen Freunde gefunden, aber viele nette und liebe Bekanntschaften und Kunden. Ich genieße es, allein zu leben und endlich (!!!) zum ersten Mal über mein Leben bestimmen zu können.
Seit sie das gesagt hat, und selbst, wenn ich das hier nur tippe, hab ich wieder Herzrasen und Angst, denn: wer weiß, was rauskommt. Wir hatten schon mal sowas gemacht, kurz mit Klopfen, ich fands nur sinnlos, sollte mir selbst etwas einreden, und auch das hat nix gebracht.
Was mir was gebracht hat, waren Erklärungen, was mit meinem Körper bei Streß passiert und Üben (z.B. Bahnfahren oder Aufzug nach dem Burnout).
Ich möchte mal ein paar ruhige Wochen nach 5 Jahren Aufregung und das Gefühl genießen, kompetent zu sein und nicht ausgeliefert.
Nur wie sage ich ihr das?
Wo sie doch soviel Zeit für mich reserviert hat?
Nach meiner Recherche im Internet frage ich mich: Was passiert danach mit mir? Wenn ich evtl. nicht arbeiten kann, fängt alles von vorne an: keine Arbeit = kein Geld = kein Essen = Angst. Und evtl. verliere ich mühsam aufgebaute Kunden. Zudem bin ich ja mit allem noch ganz allein. Ich bin jetzt etwas gefrustet: Jetzt ging es mir besser und jetzt sitzt ich wieder mit Angst hier. Entweder vor der emdr oder vor dem Absagen.

Wer kann mir raten?
Muß ich das machen?
Danke für Antworten.