~ ein weiteres Jahr ~
Dieser Thread hieß früher mal: ein Jahr Chaos?
Mittlerweile blicke ich auf 6 Jahre Chaos, Sortiertes und Baustellen zurück.
Ich weiß nicht, auf wieviele Jahre Chaos, Sortiertes und Baustellen ich ausblicke.
Das macht gar nichts. Ich habe mich mit mir gut arrangiert und auch damit, dass sich das Leben meiner Kontrolle
weitestgehend entzieht. Es hält immer wieder Überraschungen bereit.
Mir ist in den letzten zwei oder drei Jahren besonders eines aufgegangen:
Ich bin nicht auf dieser Welt, um anderen zu gefallen.
Und andere sind das auch nicht.
Ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich mich der Herausforderung stellen konnte.
Das sehe ich nicht als meine Leistung an, sondern das ist für mich ein Geschenk.
Sicher habe ich ziemlich viel gearbeitet und auch ganz schön was durchlitten.
Dabei habe ich für mich nochmal meine Spiritualität, meinen christlichen Galuben
ganz neu entdeckt.
Die größte Herausforderung war für mich: mich preisgeben.
Blinde Flecken erhellen zu lassen von anderen Menschen.
Die schwierigste Aufgabe ist und war ehrlich mit mit mir selber zu sein.
Irgendwann habe ich mich selber verstanden. Meine Persönlichkeitsstruktur, meine verschiedenen
Ebenen zu denken, empfinden und mit mir und anderen zu kommunizieren.
Wie ich aus meinen Empfindungen heraus meine Umwelt und mein Leben wahrnahm.
Auch meine Wahrnehmungsverzerrungen. Harter Tobak.
Seitdem ich den Schrecken, den ich mir damit selber eingejagd habe, überwunden habe
geht es mir wirklich gut. Denn seitdem war da Änderung überhaupt erst möglich.
Ich habe eine Menge Menschen getroffen in den letzten 6 Jahren.
Sie haben mich geliebt, gehasst, bestärkt, beschipmft, angetrieben, gebremst.
Jeder von ihnen hat mich verschreckt.
Manchen Menschen bin ich ganz neu begegnet, denn nach diesen ersten flashbacks vor genau 6 jahren war ich
nicht mehr die Gleiche. Sie waren nicht mehr die Gleichen.
Was wäre so ein "Jahresrückblick", ohne Dank auszusprechen.
Mein Papa hat mich gelehrt, dass ein Konflikt nichts an der Tatsahe ändert, dass ich seine geliebte Tochter bin.
Was mir das bedeutet kann ich nicht in Worte fassen. Er hat damit mir die Chance gegeben etwas "gut zu machen",
etwas in mir zu heilen.
Mein Mann fordert mich weiterhin heraus und hält mich wach und im Wachstum. Der Gute lässt keine Stagnation zu.
Lieben ist wohl die Aufgabe schlechthin, die das Leben einem Menschen auftragen kann.
Liebe bedarf keiner Erwiderung, sie hat Lockruf und Antwort in sich (Rilke)
Ich kann unmöglich die Menschen alle aufzählen, die mich (er)kennen, mir Wertschätzung entgegen bringen.
Ihr wisst, wenn ihr dies lest, dass ich euch meine. Die, welche dies hier nicht lesen wissen es auch, denn ich habe es ihnen gesagt.
So mancher Mensch hat mich auch enttäuscht oder ich habe ihn enttäuscht. Wir haben gewütet, gestritten, eisig geschwiegen. Daran hatte ich mächtig zu schleppen.
Aber ich bin für jede Begegnung heute dankbar, denn sie haben mich herausgefordert und auch wachsen lassen.
Nun wird es kritisch für alle, die durch christlichen Glauben getriggert werden, also solltet ihr jetzt gehen.
Wenn ihr dennoch bleibt: es ist meins, lasst es bei mir!
Ich danke Gott für mein Leben und das ich die Chance bekommen habe damit etwas anzufangen.
Mein Leben. Ein Geschenk. Meine Verantworung dafür.
I am sure I shall see
the goodness of the Lord
in the land of the living.
Yes, I shall see
the goodness of our God,
hold firm, trust in the Lord.
Taizé - I am sure I shall see
Ich bin dankbar für den Frieden in mir. Shalom!
Frieden, Frieden hinter-lasse ich euch.
Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz verzage nicht.
Taizé - Frieden, Frieden
LunaSue
im Mai 2012