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Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Fr Feb 06, 2026 1:14 pm
von Hoffnung
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Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Di Mär 03, 2026 12:15 am
von 069ffm
Hi,
Ich wollte hier mal meine durchaus positive Erfahrung mit meinem Antrag auf Opferenrschädigung teilen.
Meinen Antrag habe ich 08.2025 gestellt, 02.2026 hatte ich die Nachricht erhalten, dass es anerkannt wird und an den ÄD weitergeleitet wird. Meine Sachbearbeiterin hat sich enorm bemüht und noch dazu länderübergreifend Dokumente eingeholt, sie hat sich sehr viel Zeit genommen wenn ich sie angerufen haben und meine Anerkennung war sehr schnell durch. Jetzt warte ich auf das Gutachten.
Weil ich mich oft gefragt habe ob es vergleichbare Fälle wie meinen gab, welche anerkannt wurden erkläre ich hier ein bisschen worum es ging:
-Mutter psychisch krank und auch teilweise dokumentiert
-pyschische und psychische Gewalt durch Mutter erlebt und diese wurde auch teilweise durch schule, nachbarn, usw. zur anzeige gebracht
-Jugendamt involviert-> mit 10 ins Heim mit Beschluss
-kein Strafrechtliches Gerichtsurteil
Ich habe keine körperlichen Schäden davon getragen aber kptbs und Klinikaufenthalte seit in Kindheit und Erwachsenenalter, ebenso wie Psychotherapie. Ich habe KTBS, Depressionen, und eine cannabis sucht diagnostiziert.
Ich konnte zum Glück alles gut belegen aber ich hab mich erstmal nicht getraut weil ich dachte, für leute wie mich gibts sicherlich keine Entschädigung. Vielleicht hilft es jmd.

Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Fr Jun 12, 2026 10:09 am
von Hoffnung
Es freut mich, dass dein Antrag so schnell und positiv bearbeitet wurde. Das ist leider nicht die Regel.
Für viele andere – mich eingeschlossen – ist das Verfahren extrem belastend. Ich möchte deshalb etwas Wichtiges ergänzen:
Wer einen Antrag stellt, sollte sich bewusst sein, dass die Wartezeit, die Funkstille und die fehlende Transparenz psychisch sehr herausfordernd sein können. Flashbacks, Trigger, alte Traumata, all das kann wieder hochkommen.
ACHTUNG: Bei Menschen mit Dissoziation kann es sogar zu einer deutlichen Verschlimmerung kommen.
Deshalb ist es wichtig, nicht alleine da durchzugehen:
– psychologische Begleitung
– rechtliche Unterstützung
– Menschen im Umfeld, die einen stabilisieren
Nicht jeder Sachbearbeiter ist empathisch, nicht jeder Anwalt engagiert. Und nicht jeder Mensch verkraftet diese Belastung gleich gut.
Ich möchte niemanden abschrecken – aber realistisch darauf vorbereiten. Geht gut vorbereitet in so einen Antrag rein und nehmt das was auf euch zu kommt nicht auf die leichte Schulter. Das verkraftet nämlich nicht jeder Mensch gleich gut und am Ende ist man vielleicht ein noch schlimmeres Wrack, als man durch den MISSBRAUCH eh schon war, bevor es zu einer Bewilligung gekommen ist.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: Di Jun 16, 2026 9:25 am
von Hoffnung
PS: Und man muss verstehen, dass sich so ein Verfahren oft einfach auch aus vielen Gründen länger hinzieht.
Ich möchte euch wirklich ans Herz legen, da nicht so zu naiv oder unvorbereitet hineinzustolpern.
Und ich sag nochmal, für Menschen mit PTBS, Dissoziationen oder depressiven Symptomen kann ein OEG‑Verfahren besonders belastend sein, weil es sehr langwierig ist und oft von längeren Wartezeiten begleitet wird. Schon allein diese ganz normalen behördlichen Abläufe können bei Betroffenen alte Gefühle von Kontrollverlust und einiges anderes anstoßen und Unsicherheit, Überforderung oder depressive Phasen und Dissoziationen, auslösen, verstärken, verschlimmern.
Das hat garnichts mit einzelnen Mitarbeitenden oder sonstwem zu tun, sondern mit der Struktur und Länge des Verfahrens, das wirklich wenig Raum für ständige detailierte Rückmeldungen, Transparenz oder womöglich halt eben einer emotionale Begleitung lässt. Gerade für traumatisierte Menschen kann das aber schon alleine ungewollt zu einer zusätzlichen, wirklich eine sehr sehr großen Herausforderung und Belastung werden.
Deswegen ist es umso wichtiger, vorher gut für sich zu sorgen und sich im Vorfeld innerlich darauf gut einzustellen.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: So Jul 05, 2026 10:50 am
von Wildwuchs
Hallo Hoffnung,
ja, wie wahr deine Worte sind. Wir stecken da mitten drin als Viele. Hatten vor 15 J. schonmal gestellt, nach Kämpfen kam zwar die Anerkennung, aber die Härteklausel hat eingesetzt, da alles in ehemaligen Gebiet der DDR war, obwohl es genug Gerichtsakten etc. gab. Beim damaligen OEGVerfahren gab es aber Anwältin und soziales Netzwerk.
Als das neue Entschädigungsgesetz '24 herauskam und wir mitbekamen, dass andere (allerdings Opfer nach 1990) ein Haufen Entschädigung bekamen, ist ein Anteil sehr wütend geworden und wir haben einen Antrag auf Verschlimmerung gestellt. Läuft nun seit mehr als 2 Jahren. Die Mitarbeiterin ist zwar sehr bemüht, aber Gerichtsakten und selbst die OEG Akten von damals sind verschwunden.
Durch deine Worte sind wir jetzt irgendwie wach geworden und merken, in welchem Dillema wir gerade sind. Dieses Verfahren blockiert die ganze Zeit unsere Traumatherapie und wir befinden uns eigentlich in der Zeit von vor 15 Jahren, kein Hier und Jetzt.
Der Therapeut hatte uns vor 2 Jahren gewarnt davor, ein Anteil wollte aber sein Recht. Heute gibt es keine Anwältin mehr und gehen immer mehr in die Isolation, weil da immernoch ein Funken "Hoffnung" ist, zu recht zu kommen. Es liegt jetzt beim Medizinischen Dienst.
Uns tut es überhaupt nicht gut, ( weiß nicht, ob es introjektgesteuert ist), aber zurücknehmen können wir es auch nicht. Es war sicher ein riesen Fehler.
Musste es mal loswerden. Möchte auch keinen abschrecken.
Für mich ist es nur, dass es nicht erst von der Bundesregierung gesagt werden kann, ihr als ehemalige DDR Bürger habt die Möglichkeit, um dann wieder ignoriert und beschämt zu werden. Eine Reinszenierung, so wie der DDR Staat damals auch mit uns umgegangen ist.
Wenn gesagt werden würde, nein, ihr habt die Möglichkeit erst gar nicht, etwas zu beantragen, dann wäre das klar und eindeutig. (Merke, es erleichtert gerade) Dann könnten wir auch eher damit umgehen.
Danke Hoffnung für deinen Beitrag.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: So Jul 05, 2026 2:48 pm
von Hoffnung
Dann bist du ja schon weit, wenn es beim medizinischen Dienst liegt! Geb nicht auf. Ich bin ja eigentlich auch so, dass ich sogar Verständnis mitbringe.. aber man muß trotzdem auch wachsam sein. Es kann und darf nicht sein, dass mit Opfern so umgegangen wird...
das ist sehr beschämend. Warum gibt es dann das Gesetz? Ich verstehe die Welt auch nicht mehr ganz. Es müsste mehr die Pflicht durchgesetzt werden, dass mit Opfern transparenter kommuniziert werden muss. Warum das nicht selbstverständlich ist, weiss ich nicht.
Und ja, das triggert alles! Sehr... Deswegen ja. Aber die sind doch vom Fach! Das müsste doch bekannt sein. Und wird dann trotzdem gemacht!?
Manchmal ist es wohl wirklich besser, dass in fachliche Hände zu legen. Von Tag 1 an. Damit alles mit überwacht wird.
Ich habe alles gespeichert. Jede Kommunikation. Und Buch geführt über alles. Damit ich Beweise habe wenn was sein sollte.
Man hört ja auch, dass bestimmte Tätergruppen, eventuell manchmal genau an der Quelle sitzen. Aber das ist nochmal ein anderes Thema!
Besser man ist sehr wachsam.
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: So Jul 05, 2026 2:51 pm
von Hoffnung
Ich erhielt zudem die Information über den Weißen Ring, dass diese Gelder, Fonds, NUR zu diesem Zwecke da sind und die haben auch keine Obergrenze. Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, dass manchmal der Eindruck aufkommt, die möchten am liebsten nicht zahlen. Denn die Fonds, die Behörden sind dazu verpflichtet, MÜSSEN ausgeschüttet werden, dürfen nicht zweckentfremdet werden und nicht angespart werden.
Warum also passieren dann trotzdem bei dem ein oder anderen komische Dinge? Überforderung? Aber darunter dürfen doch Opfer nicht leiden. Wir haben doch genug mitgemacht!!! (...)
Re: OEG Diskussion/Ergänzungen/Erfahrungen
Verfasst: So Jul 05, 2026 3:27 pm
von Wildwuchs
Jetzt hat es sich überschnitten. Habe im anderen Thread geschrieben.
Ja, wir sind da wieder sehr blauäugig (vertrauensvoll) herangegangen.
Find es aber gut, sich hier darüber austauschen zu können. Hilft auch schon, aus diesem Nebel rauszuholen.