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Re: Trauer-Raum
Verfasst: Di Jan 13, 2015 12:05 am
von Montyy
Hallo Bruderherz,
Du bist unvergessen, auch heute noch denk ich jeden tag an Dich. Mir ist völlig egal, ob oder was andere wegen dieser langen Zeit dazu sagen, Du bleibst immer mein kleiner Bruder. Du weißt unsere Geschichte, wie sehr Du fehlst, daß wir beide auch Fehler machen dürfen, solange wir daraus lernen, weißt um unsere Seelenverwandtschaft, und wie sehr ich Dich und Deinen Sarkasmus liebe. Du weißt, ich hab mittlerweile Hilfe gefunden, trotzdem wird es alles dauern.. aber es soll eben nicht umsonst gewesen sein. Hab Dich lieb

Dein Bruderherz
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Jan 21, 2015 9:47 am
von Ahkira8
Heute ist schon wieder ein Jahr vergangen und letzte Nacht kamen wieder Bilder hoch, als ich dich am Vortag das letzte mal in meinen Arm geschlossen habe, ich wusste in diesem Moment nicht dass es die letzte Umarmung und ein Abschied für immer sein wird. Es Schmerz so sehr und ich vermissen dich, in meinem Leben wurde eine große Lücke hinterlassen. Heute gehe ich mit Mama zum Friedhof, ich werde eine Kerze anzünden, aber ein Licht brennt ja sowieso auf deinem Grab, so dass es nicht dunkel bei dir ist ich war schon lange nicht mehr bei dir, aber du hast ein Platz in meinem Herzen und das weißt du ja. Ich hatte letzte Nacht dein Bild bei mir und habe es an meinem Herzen getragen, in dem Augenblick als du uns damals verlassen hast.
Ich vermisse dich und liebe dich von ganzem Herzen...
Deine M.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Jan 21, 2015 11:12 pm
von Peach
Es sind schon 22 Jahre vergangen. Ich hab dich nicht vergessen, auch wenn ich noch nie an deinem Grab war. Niemand hat mich an der Hand genommen und mir etwas erklärt oder mir die Möglichkeit eines Abschieds eingeräumt. Du warst einfach weg. Und ich hab mich rumgedreht und weitergemacht, als wäre nichts gewesen. Nicht, weil du mir nicht wichtig gewesen wärst - ich konnte nicht verstehen, konnte nicht reagieren. Erst jetzt löst sich die Trauer. Erst jetzt trifft mich mit Wucht, was man dir angetan hat. Wie sehr du gelitten haben musst. Für mich warst du immer eine von den "Großen" und "Starken". Niemand, der einfach so stirbt. Aber wie stark ist man schon mit sieben Jahren?
Ich durfte nicht zu deiner Trauerfeier, wusste nicht, wo du beerdigt wurdest. Erst jetzt fing ich an zu suchen und ich habe den Friedhof ausfindig gemacht. Wenigstens ein Mal möchte ich dir Blumen bringen. Aber ich traue mich nicht hin. Habe Angst, die Realität könnte realer werden. Habe Angst, die Vergangenheit könnte präsenter werden. Die 7-Jährige würde gehen, ist mutiger als die Große. Doe Große hat Angst, die Kleine verkraftet das am Ende doch nicht. Was wartet denn schon auf dem Friedhof? Ein Grab und die Realität - dass du nicht mehr da bist und nie wieder kommst.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Fr Jan 30, 2015 10:24 am
von eaglewings
es war ein furchtbarer kampf - die pfleger meinten, sowas hätten sie noch nie gesehen. würde ich hier beschreiben,
was du durchgemacht hast - die leute würden kotzen. immer wieder habe ich dir gesagt, dass alles gut ist, dass du gehen
darfst - du konntest nicht loslassen; wahrscheinlich war sogar ich daran schuld. menschen um mich sterben qualvoll -
das war schon immer so.
es ist grausam, wie ein leben enden kann. es ist grausam, wie herzlos eine tochter sein kann. vielleicht aber war niemand
so herzlos wie ich - ich hätte wissen sollen, dass ich es dir nicht einfach machen würde, zu gehen. manchmal ist ein abschied
einfacher, wenn man gehasst wird - ich sollte das eigentlich am besten wissen. und du hattest mich geliebt, du hattest mich
immer schon als etwas ganz besonderes geliebt.
es tut mir so unendlich leid ...
nun bist du frei. ich weine meine tränen stumm in eine decke.
erinnerungen. du spielst auf dem klavier, es klingt so traumhaft schön, dass ich am liebsten in der melodie versinken würde
und mich von jeder taste tragen lassen würde. ein weisses kleidchen mit spitzen an der hochzeit deiner tochter, weisse schuhe,
du wolltest, dass ich wie eine prinzessin aussehe. ich bin in deinen armen eingeschlafen, als du mit mir tanztest.
erinnerungen an einen roten jogginganzug, rot-weiss. dazu etwas schokolade. ich trug ein purpurenes kleid und weisse lackschuhe.
erinnerungen an ein fahrrad, eine werkzeugkiste, die sonne schien und ich durfte helfen. schlüssel nr. 12 - es war immer die 12, die du brachtest,
ich hatte es mir gut gemerkt, wollte dich nicht enttäuschen. erinnerungen an eine autofahrt, ich hatte angst, als du auf's
gaspedal gedrückt hast. ich wäre aber bereit gewesen. du warst der held in meinem eigenen comic, auch wenn du keinen anzug trugst. du
warst der gute, der gegen das böse kämpfte. dann der wagen, privat, allein, du und ich. er war dein ganzer stolz. und ich dein privater stolz.
erinnerungen an die schulzeit, wie du den lehrern die meinung sagtest, wie du dich schützen vor mich gestellt hast. ich fand das so cool, war so stolz.
der moment an dem ich dich zum ersten mal verlor, vielleicht hattest du es aus liebe getan, wie ich es wohl auch hätte tun sollen. ich konnte nicht loslassen,
ich könnte es noch immer nicht, wenn ich nicht müsste. und ja, dann der moment, als du vor der türe standest,
wie du da gesessen bist, das fühlen in meiner brust, dein herzschlag, der meinen immer unterbrach. ich streichelte den hautfalten und -linien entlang, spürte dieses
überwältigende gefühl, das mich immer auch zerriss. deine haut, die ich streichle und wie du es genossen hast, berührt zu werden. du in mir, das gefühl,
nicht nah genug bei dir zu sein, das gefühl, von deiner haut ausgegrenzt zu werden und damit schlecht klarzukommen. das gefühl, in dich kriechen zu wollen.
der brief, für den ich mich so schäme, in dem ich dich bitte, mich in ruhe zu lassen, weil ich mit deiner nähe nicht klar kam, weil ich nicht wusste, was ich
fühle, was ich möchte, weil ich für das falsche kämpfte, weil ich für etwas kämpfte, das längst gefallen war. das letzte mal, als du am fenster standest
und ich darunter kauerte, weil es so schmerzhaft war, dich so nah in meinem rücken zu spüren, dich nicht berühren zu dürfen und zugleich von so einer immensen
angst durchzogen zu sein. und ja, dann die krankenhauszeit. zu merken, wie ich dich nicht mehr kannte. den mensch der vor mir sass. zu merken wie fremd du
mir geworden bist, wie sehr wir die rollen tauschten. und zwischen all dieser liebe, die uns trug immer auch das unverständis für den schmerz.
nun bist du frei, nach einem so unvorstellbar grausamen kampf. mein kopf sagt, dass es gut ist so, dass es dir nun besser geht. mein herz aber zerspringt in tausend
stücke. all die gefühle, die erinnerungen auf ganzem gefühlsspektrum. sie wiegen so schwer - weisst du? auch die wut, die ich mir verbiete.
ich vermisse es, deine haut zu streicheln. aber du wirst immer in mir ... sein.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Feb 01, 2015 9:05 am
von Evenstar
es ist immer noch unfassbar.
29 Jahre...
Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Feb 01, 2015 9:48 am
von Len unl.
Wie schön es war, früher mit allen zu feiern...wie besonders man sich dabei fühlen durfte. wie sehr sich alle gefreut haben.
und jetzt seid ihr nicht mehr da.
Und kein Wunsch, den ich jemals haben könnte, ist so groß wie der Wunsch, dass ihr da seid, dass ich euch sehen und in den Arm nehmen kann, dass ich wieder dein Mädchen bin, Papa.
Und immer unser Geschwisterstreit...es ist jetzt 17 Jahre her, da hast du mir zum Geburtstag einen Gutschein geschenkt für "einen Tag nicht streiten". Jetzt, wo du mir so sehr fehlst, würde ich liebend gerne mit dir streiten, wenn du dafür hier wärst.
Es ist so ungerecht. Und ihr fehlt mir so, so sehr.
Aber den größten Geburtstagswunsch wird mir niemals jemand erfüllen können...
Ohne euch zu sein fühlt sich ein bisschen wie sterben an. Langsam, qualvoll, Stück für Stück. Auch nach Jahren noch.
Ich liebe euch so sehr.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Feb 04, 2015 5:20 pm
von Gast
Udo Lattek
R.I.P.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Feb 04, 2015 7:01 pm
von Gast
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Mi Feb 04, 2015 8:59 pm
von häschen hüpf
R.I.P. my pretty life
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Do Feb 12, 2015 1:20 pm
von Gast
gerade wäre ich gern bei dir.
neben dir liegend, hand in hand.
deinen schutz spürend. allumfassend.
du fehlst so.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Fr Feb 20, 2015 11:17 am
von Wolfs.frauen.
(...)
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Fr Feb 20, 2015 4:13 pm
von Junikäfer
Re: Trauer-Raum
Verfasst: So Feb 22, 2015 5:27 pm
von Gast
lieber k.,
wir haben es grad erfahren.
nun hat es dich auch erwischt. das tut mir leid.
du hast dein leben genossen, warst ein freigeist, unangepasst, unkonventionell, aber so herzlich und liebenswert.
ich weiß, du warst lange krank. ich hätte dir etwas anderes gewünscht!
mir werden unsere tollen gespräche in erinnerung bleiben.
die unternehmungen in chicago, damals, und die gemeinsamen kochsessions.
was hatten wir für spaß miteinander.
auch die wenigen predikten von dir die ich mir anhörte. die waren so anders, mit witz und offenheit.
du warst damals neben s. einer der ersten der merkte was mit mir los war und mir hilfe anbot.
auch wenn ich damals nicht offen dafür war, werde ich dir das nie vergessen.
ach mensch.
ich schicke dir grüße in den himmel!
m.
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Sa Mär 07, 2015 3:24 pm
von Gast
ich vermisse Dich
Danke für Deine Freundschaft
Re: Trauer-Raum
Verfasst: Fr Mär 20, 2015 6:18 pm
von Waldkatze
Liebe Tante H.
Es ist, wie wenn du erst gestern noch neben mir am Küchentisch gessessen wärst, einen Kaffee vor dir, während ich noch immer in meinem Teller mit dem zähen Fleisch herumstocherte. Als wären wir gestern erst unterwegs gewesen, mit Mutter zu irgendwelchen Verwandten oder auch nur auf Botengang - du bist immer gerne mitgekommen.
Es ist, als wären wir eben erst auf deiner Terrasse gesessen bei einem Gesellschaftsspiel, oder in deiner Küche beim Backen. Oder die paar Male, als du, zuoberst auf dem Kachelofen sitzend, in Panik angerufen hast, und wir dich vor einer Maus retten mussten. (Bestimmt würde deine Urne senkrecht aus dem Boden schiessen, wenn jetzt da eine Maus entlangkrabbeln würde!)
Aber nein. Längst sind meine eigenen Kinder so gross wie damals, als du zu unserem Familienleben gehörtest. Du warst bei meiner Konfirmation, meiner Hochzeit und ganz selbstverständlich hattest du auch zu meinen Kindern sofort einen Draht, wie du dich immer auf Menschen jeden Alters einlassen konntest. Du wurdest nie so eine bissige, alte Klatschtante, nein, du bist immer elastisch geblieben und mit der Zeit gegangen. Die Leute haben es dir gedankt, indem sie dich bis zuletzt miteinbezogen, wo es ging.
Du darfst nie sagen, das kann ich nicht mehr, sonst geht es auch nicht. Sage dir immer: und das schaffe ich noch. Das war deine Antwort auf die Frage, was dich fit hält.
Vor allem aber hast du Menschen gemocht und sie angenommen, wie sie eben sind.
Ich glaube, das passt auch für alles andere, was dir in deinem langen, bewegten Leben begegnete. Du hast das Leben genommen, wie es eben war. Als der Mann krank war, bist du eben arbeiten gegangen, und später, als du in Rente warst und mehr Geld zur Verfügung hattest, bist du gereist - in einem Alter, da andere sich keine zehn Meter mehr vom Fernseher wegbewegen, bist du noch in fremde Kulturen eingetaucht.
Wir verlieren ein Original, einen überall beliebten Menschen voller Güte und Humor.
Ich habe einen Menschen verloren, der tiefen Eindruck hinterlassen hat, mein Leben geprägt hat. Wohl den gesündesten Menschen, den ich zu meiner Herkunftsfamilie zähle, obwohl wir nicht verwandt waren.
Ich gönne es dir, dass du nicht lange krank daliegen musstest und gehen durftest. Obwohl ich traurig bin und mir der Abschied von dir unheimlich weh tut.
In meinem Herzen lebst du für immer weiter.