Re: Nur für uns und alle von uns *Zutritt verboten*
Verfasst: Sa Mär 26, 2022 11:55 am
Wir zitieren das aus dem Buch jetzt mal hier bei uns im Thread... und nicht "da drüben", in dem Thread von lara64 an uns
"Wenn Therapie-Veteranen erst einmal Veteranen sind, befinden sie sich erklärlicherweise in einer Stimmung, in der sie bereit sind, ihre Menschenwürde zu verteidigen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie mehrfach auf ihren Geisteszustand untersucht und nach den persönlichsten und intimsten Aspekten ihres Lebens ausgefragt worden. Außerdem haben sie Aufnahmeformulare ausgefüllt, Tintenkleckse gedeutet, sich zu Bildkarten Geschichten ausgedacht, "objektive" Persönlichkeitstests mit hunderten von Aufgaben ausgefüllt, sind auf Wartelisten gesetzt, Oberärzten, Assistenzärzten und Praktikanten vorgeführt worden (Personen, die bald wieder aus ihrem Gesichtskreis verschwanden, nachdem sie eben eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hatten) und haben immer wieder warten müssen. Manchen sind auch Medikamente mit unangenehmen Nebenwirkungen verordnet worden, sie wurden in Anstalten eingewiesen, entlassen und wieder eingewiesen. Daß sie überhaupt noch einmal zu einer Therapie kommen, verrät schon eine gewisse Seelenstärke oder einen inneren Funken ungetrübter Hoffnung.
Wenn also unsere Klienten wahrscheinlich geneigt sind, das Gesicht und die Selbstachtung zu wahren, so tun wir unsererseits gut daran, eine Haltung einzunehmen, die ihnen dies gestattet. Dies ist nicht als Kunstgriff aufzufassen, als zwischenpersönliche Taktik zur Entwaffnung des Widerstands (...). Unsere Haltung ist vielmehr Ausdruck eines ehrlichen Bemühens, die Bedingungen zu schaffen, unter denen ein durch frühere Behandlungserlebnisse "de-individuierter" Mensch (...) von neuem zu einem Individuum werden kann."
(Duncan/ Hubble/ Miller; "Aussichtslose Fälle" Die wirksame Behandlung von Psychotherapie-Veteranen)
Da schreits innen nur: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!! puh... fast alles schon erlebt
Nur die Tintenkleckse waren dann wohl doch schon "out"
Und so Worte a la "Widerstand" bringen uns z.B. gleich schon auf die Palme
Vielleicht, weil das Wort per se schon das Machtgefälle klarstellt und die vermeintliche "Expertenwahrheit" deklariert... Wir finden vieles in der Diagnosen- Fachsprachenwelt per se ziemlich stigmatisierent und empfinden die Worte oft als "Totschlagworte"- Totschlagargumente, die als diagnostizierte "Wahrheiten" samt "passender" und klischeebeladener Erwartugshaltung daherkommen... fatal...
aber das ist ja auch Thema im Buch.. u.a wird ja auch das Rosenhan "Experiment" noch einmal angeführt- das kannten wir schon, aber es macht doch immer wieder deutlich, was da so "passiert"- auch wenn es schon so lange her ist...
"Alte Geister" leben lange.... nicht "nur" die traumatischer Art... sondern auch jene "dogmatischer"- oder treffender: docmatischer
- Arten... ist nur "eigentlich" eher die Kategorie *nicht lustig*
aber in der "Krassheit" dann eben irgendwie doch
Oder eben Kategorie: So schlimm, dass es (fast) schon wieder "gut" ist... *hmpf*...
"Wenn Therapie-Veteranen erst einmal Veteranen sind, befinden sie sich erklärlicherweise in einer Stimmung, in der sie bereit sind, ihre Menschenwürde zu verteidigen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sie mehrfach auf ihren Geisteszustand untersucht und nach den persönlichsten und intimsten Aspekten ihres Lebens ausgefragt worden. Außerdem haben sie Aufnahmeformulare ausgefüllt, Tintenkleckse gedeutet, sich zu Bildkarten Geschichten ausgedacht, "objektive" Persönlichkeitstests mit hunderten von Aufgaben ausgefüllt, sind auf Wartelisten gesetzt, Oberärzten, Assistenzärzten und Praktikanten vorgeführt worden (Personen, die bald wieder aus ihrem Gesichtskreis verschwanden, nachdem sie eben eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hatten) und haben immer wieder warten müssen. Manchen sind auch Medikamente mit unangenehmen Nebenwirkungen verordnet worden, sie wurden in Anstalten eingewiesen, entlassen und wieder eingewiesen. Daß sie überhaupt noch einmal zu einer Therapie kommen, verrät schon eine gewisse Seelenstärke oder einen inneren Funken ungetrübter Hoffnung.
Wenn also unsere Klienten wahrscheinlich geneigt sind, das Gesicht und die Selbstachtung zu wahren, so tun wir unsererseits gut daran, eine Haltung einzunehmen, die ihnen dies gestattet. Dies ist nicht als Kunstgriff aufzufassen, als zwischenpersönliche Taktik zur Entwaffnung des Widerstands (...). Unsere Haltung ist vielmehr Ausdruck eines ehrlichen Bemühens, die Bedingungen zu schaffen, unter denen ein durch frühere Behandlungserlebnisse "de-individuierter" Mensch (...) von neuem zu einem Individuum werden kann."
(Duncan/ Hubble/ Miller; "Aussichtslose Fälle" Die wirksame Behandlung von Psychotherapie-Veteranen)
Da schreits innen nur: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!! puh... fast alles schon erlebt
Und so Worte a la "Widerstand" bringen uns z.B. gleich schon auf die Palme
"Alte Geister" leben lange.... nicht "nur" die traumatischer Art... sondern auch jene "dogmatischer"- oder treffender: docmatischer
Oder eben Kategorie: So schlimm, dass es (fast) schon wieder "gut" ist... *hmpf*...