Genau jetzt

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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Okt 24, 2020 5:51 pm

Äh doch, da kommt ein nein, nein, nein ;)


Es wäre absolut dämlich meine unbefristete Stelle zu kündigen, oder auch nur zu gefährden.

Ich schaffe es nicht meinen Scheiß Namen in den Antrag zu schreiben... klar schaffe ich einen umzug, mit allem was dazu gehört - NICHT!

Mal davon abgesehen dass ich Großstädte schrecklich finde, finde mal eine Wohnung auf ALG2 Niveau...

Auto? Adé... somit schneide ich mich von sehr vielem ab... und könnte das auch nicht kompensieren, weil das Geld dazu fehlt...



Also, nein!


Mir ging es außerdem schon krank geschrieben kacke... ich versacke dann total.... gehe niergends hin, oder mache und tue... ich verblöde, versande, versacke.... daheim auf der Couch, oder panisch dahinter....

Gut, das geht auch in einer stinkenden Großstadt, auf 20qm. Die Kater würden sich halt mega anzicken... aber die kann ich ja auch ins Heim geben... joa, versacken kann ich egal wo... kann mir ja Fotos über die Fenster hängen...


Ich schaffe garnichts... und bin mittlerweile zu alt für einen Neustart... denn durch meine bescheuerte Verleibtheit (die natürlich in Liebeskummer endete) habe ich mir mein Studium letztendlich versaut, weil nicht beendet.

ich habe nichts und werde auch nichts... vor allem aber möchte ich nichts anderes machen das was ich jetzt mache...

Ganz ehrlich sobald ich geschaut habe was ich anderes machen könnte, würde ich denn etwas lernen, oder studieren... oder sonst was... ich kriegs würgen... schon beim Gedanken...

Meine Stelle ist relativ sicher... so sicher wie das eben ist wenn man ne kranke Irre ist. Bin in der vorletzten Entwicklungsstufe...

Da weg zu gehen wäre mein Untergang. Sehr sicher.


Klingt super... total logisch... ja... aber so super ideen gehen bei mir immer schief...

Die klitzekleine Idee an meinem Essen etwas zu ändern um zu schauen ob ich dann besser schlafe... endete in Chaos...

Mein Wechsel vom Tag in den Nachtdienst war fürchterlich... und ist es teilweise noch immer... nach nun zwei Jahren...

Ich bin zu alt für Stellenwechsel... früher konnte ich das... von einem Praktikum ins nächste... oder die Stellenwechsel wegen Umzug damals...

Ich bin zu alt für sowas, ich kann das nicht mehr.


Diejenigen die mit 50/60 alles fürchterlich finden... nun... ich hoffe dass ich bis dahin einfach tot umgefallen bin... auf dem einzigen Weg der mir bleibt, plötzlich tot umgekippt.

Mit den gedanken sowas ähnliches wie ausreichende Rente zu bekommen, mit dem Gefühl ins Auto steigen zu können und irgendwohin zu fahren, mit dem Gefühl Familie zu haben, mit dem Gedanken sinnvoller Tätigkeit nachzugehen..... einfach morgens nicht aufwachen, bei einem Unfall ums Leben kommen.... irgendsowas.


Ach ich glaube ich fange doch mit Lotto spielen an... gewinne aber gefälligst auch ;) reduziere dann meine Arbeitszeit. Weil wenn schon gewinnen, dann gefälligst richtig.... 3 tage arbeiten pro Woche maximal... dann kann ich in meiner Wohnung mit Garten bleiben, in der Nähe meiner Familie, kann meiner Nichte schenken was ich will, muss mir keine Gedanken machen dass irgendein Gerät kaputt geht, oder gar das Auto... und mit genau dem Auto an genau den Tagen die ich nicht mehr arbeite in die Großstadt fahren und da Musiktherapie machen und Doppelstunden bei der Thera nehmen... ;)


SH
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Gast_Wolke

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gast_Wolke » Sa Okt 24, 2020 7:38 pm

hi sh
mmh ok
an die Wand argumentiert würde ich das mal nennen.
was soll ich sagen?
wärst du ne freundin würde ich dich vielleicht vorsichtig schütteln.
aber nee...
das sind alles gute Gründe und ich sag nicht dass es einfach wäre. das müsste alles sehr gut geplant sein mit unklaren Ausgang...

aber ja ich finde einfach deine Haltung passt nicht dazu wie du hier schreibst wie du kämpfst... aber vielleicht täusch ich mich auch.

dann hast du dich eben aufgegeben und fährst in ein paar Jahren gegen die Wand.

super schade und traurig. aber ich denke zu respektieren. und ja ich sehe eben auch das Risiko meines Plans. dass es schief gehen kann und schneller als jetzt in diesem Leben was du führst.jetzt ist da irgendwas.. Arbeit Kater Wohnung.
zu wenig zum Leben zu viel zum sterben. vielleicht trifft es das...

frage mich aber halt wieso du dann überhaupt noch thera machst antröge ausfüllen magst nach ergo suchst etc... klingt als seist du da irgendwie dissoziiert auf eine art. weil sonst gäbe es ja keinen Grund...so hart das jetzt auch klingt.
weil du weisst ja wie es ausgeht. oder dass es nicht wirklich was bringt. vielleicht strebst du unbewusst vielleicht sogar danach. oder ja als gäbe es ein irrationales quäntchen Hoffnung dass alles ganz anders läuft. das lese ich so wenn du dir so welten ausmalt. aber so läuft es eben nicht. wissen wir beide.
vielleicht müssen wir das alle haben das Quäntchen um nicht durchzudrehen und es eben zu Ende zu bringen... schon morgen.

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Okt 24, 2020 9:24 pm

Exakt, Therapie machen befriedigt das Quäntchen Hoffnung.

Nur bedeutet Hoffnung bei mir eben nicht (mehr) aus meinem Leben sonst was zu machen. Ich will das was ich zu Beginn des Studiums wollte nicht mehr. Ich will wirklich nicht in irgendnem blöden Büro sitzen. ebensowenig möchte ich mit Betroffenen irgendeiner Art arbeiten.
Auch etwas ganz anderes nicht. Also keine Ahnung, Wirtschaft, oder Oecotrophologie, Jura oder was weiß ich. Ebensowenig interessiert mich Handwerk. und Gott bewahre irgendwas, das mit Selbstständigkeit zu tun hat. HORROR! Die Thera hat bestimmt ein dreiviertel jahr lang ständig irgendsowas vorgeschlagen...

Meine Hoffnung ist, nachts sicher schlafen zu können, sicher einkaufen zu können, mich/die Wohnung/die Kater sicher selbst versorgen und pflegen können und zwar grundsätzlich und nicht mit dem riesen Aufwand der zur Zeit nötig ist. Keine Panikatacken, kein Vermeiden. Keine peinlichen Körperreaktionen, KEINE ZEITLÜCKEN(!)
An Arbeitstagen Reserven für mich haben und freie Tage nutzen können, statt der gerade erwähnten Freakshow in der ich seit drei Jahren daheim bin.


Meine, vor drei Jahren großen Pläne ala " in einem Jahr gehts mir wieder gut" sind im Arsch. Entweder sie waren vollkommen unrealistisch, oder ich zu unfähig. Keine Ahnung...


Keine therapie machen hätte derzeit den Effekt, ein bis drei Tage im Monat mehr für mich zu haben... aber bei dem genannten Freakshowalltag, ist das irgendwie kein wirklicher Gewinn.


Nach Ergo und so einem Kram schaue ich, weil ich es hier lese und die Hoffnung habe/hatte das das helfen kann wieder auf die beine zu kommen... weil ich Ergo DAMALS also vor weit über einem Jahrzehnt in der Klinik gut fand... ich finde auch Sport gut, also nichts was mit Leistung zu tun hat, sondern Kliniksport. Bewegung, sich spüren usw. Körperwahrnehmung, Skillsgruppe, Traumagruppe, SCHWIMMEN....
Letztes Jahr habe ich außerdem ein hervorragendes Katzenbett geflochten, mit nur drei Fehlern und ein bissi klein ;)

In meinen Alltag passt sowas aber nicht wirklich... es wird stehen bleiben, wie die Nähmaschine, mich überfordern in meinem Alltag, in dem eben einkaufen, kochen, ja herrje, mich waschen, eben deutlich Priorität hat.

Nach zusätzlichen Therapien zu schauen ist im Grunde Käse... es ist Beschäftigung, mehr nicht wahrscheinlich... und mir fehlt daheim dafür einfach die Zeit und die Kraft :(


Klinik steht erst mal nicht an... Chef steigt mir sonst aufs Dach :( ausserdem befürchte ich wirklich dass es nicht mehr so gut ist... Viele der Aspekte die beim letzten Mal gut waren standen als ich letztes Mal nachgeschaut habe nicht mehr im Konzept... und so einen - wir haben keine Zeit, kommen Sie gefälligst alleine klar Mist wie in der Hohe Mark, Heimlichkeiten von der Thera, oder Tisch selber decken als "Therapie" verkaufen brauche ich nun wirklich nicht. Ganz zu schweigen von der langen Wartezeit auf die ohnehin extrem wenigen Therapien.

So wie letztes Mal in meiner klinik würde ich mir wünschen... also sofort in Therapien sein, höchstens nicht teilnehmen dürfen, weil AUFGEPASST wird und man mit Traumapatienten vorsichtig(er) ist, JEDERZEIT Kontakt zur Pflege, ohne genervte Reaktion, ZUSAMMENARBEIT zwischen Pflege, Therapeuten und Ärzten, INFORMATIONSFLUSS... sind Dinge auf die ich nicht verzichten möchte. Ganz zu schweigen davon dass die Betreuung eben echt individuell war... wollte ich keinen Kontakt, musste das nicht sein, im Gegenzug hatte ich in der einen Krisenwoche 5(!) Mal Einzelkontakt zur Thera und davon zweimal mit der Oberärztin zusammen, welche ja sogar mal mitten in der Nacht gerufen wurde und tatsächlich kam. Und das zusätzlich zu mindestens dreimal 8so viel musste ich) Kontakt zur Pflege.

In der Hohe Mark, war bei der Krise zwar zum Glück eine der festen Nachtwachen da (die einen im Gegensatz zu Tagdiestlern die Nächte übernommen hatten, NICHT weg geschickt haben, aber der wildfremde AvD kam nicht mal. Stattdessen Mediverordnung via Telefon.

Meine Behandlung letztes Jahr war defintiv nicht kostendeckend ;) Sowas von nicht. Ich befürchte Standard ist der Scheiß aus der Hohe Mark. Also keine Zeit, wenig Ressourcen und mich (ausgerechnet) ständig auf den hohen Kaffeeverbrauch anzusprechen (ich habe in den 7 Wochen eine, EINE, 1e tasse Kaffee getrunken, und haargenau nach vorschrift gekocht, aber hey... SH ist auch für in China umkippende Reissäcke verantwortlich, da kann man sie auch beauftragen für weniger Kaffeeverbauch zu Sorgen...)

Ich befürchte das gibt es so gut wie letztes Jahr nicht mehr und wenn ich mir den (berechtigten!) Affentanz bei uns an der Arbeit anschaue, also kein bereichsübergreifendes Arbeiten, Einschränkung der Bewohner, des Personals, aufwändige Sitzungen, ständig neue Regeln, Konzepte.... alle genervt und die Versorgung eben defintiv SCHLECHTER... Nun ich mag mir nicht ausmalen, wie alleine Coronamaßnahmen negativ auf die Behandlung ausiwkren...

Ach, ich wäre gern nochmal in der Klinik... so wie letztes Jahr, so schwer das auch war. Es hat mein Vertrauen in den Ort (in überhaupt einen Ort) gestärkt.... nochmal hin und gezielt schauen, was Nachts passiert... vielleicht auch wirklich Traumakonfrontation...


Vielleicht in zwei Jahren... mal sehen...



Chef meinte, dass ich in den drei Jahren vorher innerhalb der selben Zeit (also innerhalb von drei Jahren) gerade mal 15 tage krank war. Kann hinhauen. Ich war nur zeimal krank. Einmal lahmgespritzter Arm von dem blöden Betriebsarzt und einmal Arbeitsunfall mit anschließend herum humpeln.

Im Gegenzug innerhalb der letzten drei Jahre über ein dreiviertel Jahr krank...

Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn ich wieder voll fit wäre. Bin ich aber nicht. An der Arbeit zwar ja, aber daheim eben nicht... und es geht eben nicht nur Arbeit und danach ins Standby wechseln. Nicht lange zumindest.


Also ja, Therapie bedinet die Hoffnung auf - wie es davor war -

ICH hingegen bin nicht bereit irgendweche Hoffnungen zu bedienen im Sinne von - erstes Familienmitgleid das "etwas" geworden ist, oder Betroffene die ihr Leben super hinkriegt, oder sonst was...

Alltag und Ruhe.
Reicht vollkommen.

SH, auf dem Boden der Tatsachen
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Sayeda » So Okt 25, 2020 7:53 pm

Hallo SH,

welche Ideen hat denn dein Chef, damit du wieder stabiler arbeiten kannst? Er ist da durchaus auch in der Verantwortung und es reicht nicht, dir zu sagen "das muss besser werden".

LG, sayeda
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Verlassen musst du ihn selbst

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Okt 25, 2020 8:30 pm

Vorschlag war ich könne mich mit dem BEM in Verbindung setzen.... die hätten ja eventuell "Angebote" und Möglichkeiten in der Nähe (wie sind hier etwas ab vom Schuss)


Wüsste aber nicht was mir helfen könnte an "Angeboten"


Er meinte dann noch, er hätte ja mal Burn put gehabt und würde, wenn's nötig ist wieder zu seiner Thera/Ärztin(?) gehen, für ein paar Stunden. Wäre teuer, aber gut.

Ich muss wohl mal mit meiner Thera reden, warum wir das nicht auch in wenigen Stunden hinkriegen....


Tja, gegen die AU vom Hausarzt und vom Orthopäden wurde nichts gesagt... die "Psychokrankmeldung" führte zum "Rückkehrgespräch"

Kann aber auch Zufall sein... ich wart ja tatsächlich immer mal krank dieses Jahr (Rücken 2x, Corona Verdacht und ich glaube noch einmal)
Das Fass war wohl voll.


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von LunaSue » So Okt 25, 2020 10:30 pm

Hi ~ Steinhart ~

Bei uns gibt es Rückkehrgespräche, wenn 6 Wochen voll sind.
Egal wie die sich zusammen setzen.
2 Mal grppaler Infekt, einmal orthopädische, einmal Zahn-OP: 6 Wochen voll.

Kann Zufall sein.

BEM aber anhören - da wirst du nicht dümmer durch.

Viele Grüße
Luna
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.

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Laraaa
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Laraaa » Mo Okt 26, 2020 11:59 am

Hi SH,

darf ich dich mal was zum Thema Diagnostik fragen? Wenn's nicht passt, dann ignoriere es.

Du lässt dich ja regelmäßig darüber aus, wie blöd du DIS findest, und dass du eben keine solche Diagnose hast. Irgendwann hast du mal geschrieben, dass deine Klinik auch bei der Diagnostik danach geschaut hat. Meine Thera arbeitet nach dem Konzept der strukturellen Dissoziation nach Nijenhuis etc. Das ist ja (soweit ich weiß) sehr anerkannt und auch gut erforscht. Und danach ist Dissoziation ja ein kontinuierliches Spektrum mit verschieden starken Ausprägungen, an dessen Ende eben DIS steht. Bei mir wurde zb eine dissoziative Störung diagnostiziert mit vielen klassischen Symptomen, aber ohne manche entscheidende Merkmale der DIS. Deshalb also eine Störung irgendwo auf diesem dissoziativen Spektrum.

Siehst du/deine Thera dich überhaupt nicht auf diesem Spektrum oder eben doch, nur nicht bei der dis, sondern in einer weniger massiven Ausprägung? Ich frage das, weil ich bei dir immer das Gefühl habe, dass du dein eigenes Wesen teils so grundsätzlich abwertest. Bzw die Symptome/Verhaltensweisen, die bei dir auftauchen, die ja doch so klassisch dissoziativ klingen. Warum ist es dir so wichtig, dass du "nicht so" bist? Die Therapie ist bei kPTBS, DDNOS und DIS ja letztlich ähnlich? Für mich schwingt immer so eine mangelnde Akzeptanz deines eigenen Seins mit. Und ich empfinde es so, wie wenn du dir da ganz stark selbst im weg stehst. Dass du viel damit beschäftigt bist, dich von DIS zu distanzieren und dabei deine eigenen dissoziativen Symptome ignorierst. Bzw als Zirkus/Theater/Freakshow. Aber was ist denn das, wenn keine dissozoativen Symptome?

Glaube meine Intention ist vielleicht missverständlich. Will dich hier nicht kritisieren und erst recht (bitte!!!) keine Diskussion über DIS einleiten. Sondern nur fragen, ob du dir da möglicherweise nicht gewaltig selbst ein Bein stellst? Bzw wie du die Symptomatik denn einordnest, wenn nicht dissoziativ?

Laraaa

Gast_Wolke

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gast_Wolke » Mo Okt 26, 2020 12:24 pm

liebe sh
dem möchte ich mich mal ganz klar anschließen mit dem Hinweis dass es evtl viel einfacher oder zumindest etwas einfacher wäre mit dem Symptomen umzugehen...wenn da mehr Akzeptanz wäre...

wenn für heute mal aller dis Hass weg sein könnte (denn man auch nur haben muss wenn es was in einem berührt und bitte jetzt nicht wieder die 100 Tirade wie sch.. die waren..), wie würdest du denn an über dich denken? musst du hier nicht schreiben...

viele Symptome sind ja auch ein Ausdruck von dass sich da etwas zeigen will... wenn es gesehen wird muss das nicht so massiv sein.
egal wo du auf dem Spektrum wärst...meine sehr vereinfachte Idee wäre dass wenn man mit den Anteilen arbeitet die bei Hygiene schlaf etc Probleme haben aus welchen Gründen auch immer (das würde bei mehr Akzeptanz vielleicht auch deutlich klarer werden aber vielleicht ist es auch schon klar) denen sichere Orte gibt denen erklärt wo sie sie sind... dass das etwas bis einiges bis viel verbessern könnte.

und dass du dann nicht sch... wärst, nicht unheilbar krank ( im Gegenteil die Verdrängung blockiert ja jede Entwicklung...)kein kontroll Verlust etc passiert

ich hab das bei einer bekannten erlebt. als die ihr so sein akzeptierte und nein sie hatte keine dis wurde vieles einfacher..
wolke

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Okt 27, 2020 1:41 pm

Ähm... meine mich zu erinnern es hier bereits geschrieben zu haben....
Ich habe ne "dissoziative Störung" als Diagnose, neben PTBS (mangels ICD11 noch ohne "k") und schwere Depression.

Von daher (?) 🤷‍♀️
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Gast_Wolke

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gast_Wolke » Di Okt 27, 2020 1:45 pm

ne dissoziative störung kann auch depersonalisation, derealisation sein...
ich finde eben wichtig so zu arbeiten als sei es irgendwas zwischen k ptbs, esd, partieller dis und dis...
du hattest irgendwann mal geschrieben von eichhörnchen und kümmern und wie gut dir das tat... arbeitet ihr denn gerade so? und wenn nein wieso nicht?
musst nicht ins detail gehen.. weiss das sollst und willst du nicht und finde das auch sinnvoll

gast wolke

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Okt 27, 2020 2:09 pm

Gast_Wolke hat geschrieben:
Di Okt 27, 2020 1:45 pm
ich finde eben wichtig so zu arbeiten als sei es irgendwas zwischen k ptbs, esd, partieller dis und dis...
Bei egal wem, oder jetzt speziell auf mich bezogen?


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Okt 27, 2020 11:52 pm

Ich weiß aber auch echt nicht was ich will...


Am Sonntag der Thera aufs Band gesprochen, weil Sprechzeit in meine Arbeitszeit fällt.
Heute Antwort auf Mailbox...

Tja, morgen wohl Konfrontation. Vielleicht(?)

Bin mir nicht sicher.

Dabei hatte ich das gewollt. Für den November Termin, weil drei hinterher... gefragt ob ein längerer Termin geht, weil ich mehr Zeit möchte (brauche?)

Da geht's nicht, aber morgen....

Kurzes Gespräch dann am Telefon.

Was es braucht und bisher nicht gab aus ihrer Sicht.


Joa und nun?

Bin hellwach und aufgekratzt...

Habe den halben Tag etwas geübt....

Reden geht nach wie vor nicht mal hier daheim, allein. (SUPER Voraussetzung SH, oh man 🤦‍♀️)
Aber das andere ging... ABER mit Zweifeln und Ängsten dann doch....


War irgendwie auch überrascht über das, 'ja geht' und vor allem so schnell.

Schlaf wäre halt super....
Und hinterher frei und so... aber ich bin danach direkt verplant und habe erst nächste Woche wieder frei....


Würde aber wirklich gern etwas erzählen.
Etwas nicht ganz so schlimmes... ABER eben noch nie erzähltes...


Ich glaube mit Schlaf wird das nix. Es kreiselt so vor sich hin...


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Schnappa » Mi Okt 28, 2020 12:06 am

Hm, ich finde das klingt erstmal gut und ich drücke dir die Daumen, dass morgen alles gut läuft.

Aber eins zu bedenken:

Auch Mini-Schritte sind super viel wert. Du musst nicht alles in einer Sitzung erzählen, weiterführen kannst du in späteren Terminen auch noch immer... Du hast in näherer Vergangenheit wirklich scheiß(!) Erfahrungen mit Konfrontation gemacht und vielleicht ist es hilfreich, erstmal etwas kleines/weniger zu machen, aber dafür am Ende die Sicherheit zu haben, dass es funktioniert hat und die Nachwirkungen nicht ganz schlimm sind.
Habe ein bisschen die Sorge, dass du dir ganz viel vornimmst und am Ende sauer/traurig/überfordert/etc. bist, wenn es dann nicht oder nur teilweise klappt.

Viel Erfolg,
Schnappa

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Okt 28, 2020 12:25 am

Danke :)


Ja, die Sorge ist berechtigt. Es gab ja schon immer mal klitzekleine Sachen, die ich gesagt habe, oder eben ich wollte es ging aber nix.
Danach dann Frust, Enttäschung...

Es wurde allerdings etwas besser mit der Zeit. Die Thera betont immer wie viel geschafft ist und irgendwie hat(te) sie recht.
Vertrauensaufbau hat ja seeehr lange gedauert und dann ständig wohl dissoziiert. Irgendwann konnte ich dann sagen was körperlich so los isz (blockiert) und noch später dann die Übungen mit machen um da wieder raus zu kommen und etwas zu lösen.

Zu viel wird es eher nicht werden. Da ist die a Thera SEHR vorsichtig und hat am Tele auch gesagt dass ganz kurze kleine Sequenzen gehen und wir eben schauen ob ich ganz sicher bin im "mich sichern" (weiß nicht mehr genau wie sie es gesagt hat)


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Schnappa » Mi Okt 28, 2020 12:44 am

Okay, das klingt gut.

Vielleicht hilft es dir, vorher Worte aufzuschreiben?
Ich plane vorher meistens, was ich sagen möchte, schreibe dann immer zu den Sachen ein Stichwort auf (teilweise auch etwas ganz ungefährliches) und habe dann im Termin die Orientierung und einen roten Faden. Wenn es dann mit den Sätzen nicht klappt, sage ich manchmal auch nur das Stichwort. Für mich ist das gut, weil ich dadurch vorher schon abgrenzen kann, wie viel ich höchstens erzählen möchte und ich bei Dissoziationen danach einordnen kann, bis zu welchem Stichwort ich gekommen bin und was gesagt wurde.

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