Genau jetzt

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gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von gastacht » Di Apr 16, 2019 7:22 pm

bitte frag ob und wann du wieder kommen darfst. weiß ist schwer... aber vielelicht nicht mehr so schwer...
das klingt alles sehr achtsam, behutsam und doch klar und fokussiert.
alles gute
gastacht

Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Di Apr 16, 2019 10:31 pm

Liebe SH,

oh das Schlafen, ja wenn da was helfen würde, was sie da machen können, das wär natürlich total super! Ich glaube, wenn Du besser schlafen könntest, würde sich vieles andere ganz von alleine regeln oder einfacher regeln lassen.

Wie lange bist Du denn jetzt da, daß sie fragen wie lange Du so denkst zu bleiben? Ich habe echt null Zeitgefühl, dabei hab ichs noch versucht mir zu merken.

Daß sie nach Deiner Mutter fragen und das auch kritisch betrachten, finde ich auch einerseits gut weil es zeigt, daß sie sich kümmern und Gedanken machen. Zu kritisch sollte es aber auch nicht sein, weil Du Dich ja jetzt ganz gut mit ihr verstehst und das sollte auch so bleiben! Meine Thera findet den Kontakt zu meiner Mutter auch gut, obwohl meine Mutter eben früher wußte das sie hätte aufpassen müssen und sich auch eingeredet hat, sie hätte das getan, es aber trotzdem oft nicht getan hat. Und obwohl meine Mutter mich früher eben auch selbst mies behandelt hat. Trotzdem findet die Thera, jetzt zeigt sie ja Reue und den Willen sich zu bessern und das wäre etwas wirklich ganz ganz seltenes und sehr kostbar, das sollte ich auf jeden Fall genießen und annehmen, weil das eine große Ressource sein kann. Auch wenn ich nicht alle Themen mit meiner Mutter besprechen kann, weil sie einiges anders in Erinnerung hat.
In den meisten Fällen ist Kontakt zur Mutter wohl wirklich eher schlecht, aber wir sind da wohl eindeutig Ausnahmen und das finde ich dann auch wichtig, daß das dann auch respektiert wird.

Eine sportliche SH, da hast Du mir nun eindeutig was voraus ;-)

Liebe Grüße,
Imagica

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Apr 16, 2019 11:38 pm

Hallo ihr beiden :)

Ich bin jetzt in der sechsten Woche. Gefühlt noch ganz am Anfang, andererseits ist schon so viel passiert hier, dass es mir deutlich länger vor kommt.

Die ersten 14 Tage brauchte ich nicht nur zum ankommen, sondern auch zum runterregulieren. Zu Anfang habe ich hier bei JEDEM Geräusch, sei es auch noch so leise gewesen gezuckt, wie ein epilepsiekranker Zitteraal. Es dauerte auch lange nicht jede gute Herangehensweise hier mit dem HM Kram zu vergleichen. SO richtig HIER angekommen und bereit dazu hier an mir zu arbeiten und mir Dinge zumindest mal anzuschauen war ich in der dritten/vierten Woche.
Außerdem will ich nochmal alleine zur STAR Schwester, schauen was es so für Übungen gibt und Strategien die mir im Alltag helfen, oder an der Arbeit.

Man erfährt hier etwas 14 Tage vorher wann Entlassung ist. Ich möchte jetzt diese Woche möglichst die oben erwähnten Dinge erledigen (Test z.B.) oder zumindest ansprechen und für nächste Woche dann konkret planen daran zu gehen. Denn mein Schlaf, das Hygieneproblem, die Zeitlücken, das alles ist nichts für die VG, sondern sollte einzeln besprochen werden (finde ich)

Als ich heute sagte, dass ich so an 8 Wochen dachte, meinte die OÄ das sei ganz realistisch und dass wir nächste Woche (in der Visite denke ich mal) über die Entlassung sprechen.

Bis dahin habe ich hoffentlich einiges vom oben genannten thematisiert. Irgendwie ärgerlich dass ich mich nicht früher an diese wichtigen Dinge herangetraut habe. Ja, es ist mir peinlich, ja es macht Angst, ja ich habe dem ganzen hier noch nicht so richtig getraut... dennoch :( Nun ja, ich konzentriere mich gerade aber eher darauf was ich alles geschafft habe, HIER. Und da ist eben doch einiges dabei. Nicht unbedingt konkret erarbeitet und vieles sind auch eher Erkenntnisse.... Ich meine, ich habe zum Beispiel erkannt dass ich eigentlich echt schüchtern und unsicher bin, meine Strategien das zu überspielen, oder aber wenn ich das nicht kann, mein "in mir versinken" wirkt aber eben auf andere provokativ, oder aber künstlich, denke ich mal. Bin auf den Endbericht gespannt, denn hier höre ich ehrlich gesagt nichts negatives, sondern eher dass es Überlebenstrategien sind und man die als solche würdigt, es heute aber so nicht mehr notwendig ist, zum Beispiel. Außerdem habe ich oft die Rückmeldung bekommen, am Anfang dass man gar nicht einschätzen kann, ob das gesagt mich erreicht hat. Meine Gefühle kann man mir mitunter gar nicht ansehen. Tja und eben das dissoziieren... :(


Ich überlege gerade, vielleicht zu fragen ob neun Wochen möglich sind, weil ich dann ja diese und nächste voll nutzen kann für die Baustellen und in der letzten evtl. zur Sozialberatung und das nach Hause kommen organisieren usw. Weil, ich würde gern schauen was es so an Hilfen vielleicht doch gibt, bzw. nochmal einen Anlauf starten mit dem Fond vielleicht... und dann eben AG informieren wann ich wieder komme, neue Theratermine ausmachen (wobei gerade da wirklich auch wieder Angst hoch kommt - auch wenn Dr.R ja eigentlich klipp und klar gesagt hat ich kann dann wieder zu ihr kommen) Also vielleicht frage ich wirklich nach einer neunten Woche.


Ein Wiederkommen habe ich für die nächste Zeit nicht vorgesehen. Ich möchte ambulant weitermachen. Wobei diese Klinik nun wirklich eine wäre in die ich wiederkommen würde. Die wenigen Kritikpunkte die ich habe sind nun wirklich Jammern auf ganz, ganz hohem Niveau ;)


Ja, meine Mutter... ich verstehe die kritischen Fragen. Du, Imagica hast das ganz treffend formuliert und da scheinen wir uns sehr ähnlich und deine Thera sieht es wohl so wie meine Dr.K (hach ich vermisse sie, würde ihr so gern berichten wie es hier ist, dass es mir gut geht …)
Ich denke unsere Mütter werden immer ein wenig Thema sein, was ja auch gut ist, aber ein rigoroser Kontaktabbruch kommt nicht in Frage, zumindest bei mir nicht. Ich sehe sie nicht als Täter, ich sehe auf die Vergangenheit bezogen eine sehr junge Mutter, weit weg von daheim, die selbst enorm unter ihrem Alkimann gelitten hat, die mich geliebt hat und getan hat was sie konnte.

So und jetzt wäre mal ein passender Moment die Schlaftablette zu holen. Eigentlich schon spät... die anderen bekommen ihre Nachtmedis viel früher... aber schon beim Gedanken daran beginnt alles zu flattern und Gefühl und Kopf drehen durch.

Ich zerdenke die verschiedenen Ansätze... während die OÄ meinte "wer" da wohl gegen den Schlaf kämpft, aufpasst, oder was auch immer... meinte die Spätdienstschwester vorhin, ich soll den Schlaf einfach kommen lassen, ihn mir gönnen...

Tja und ich will ja eigentlich... aber vor allem nicht wie letzte Nacht auf dem Flurboden enden (da saß ich wohl tatsächlich, ist so dokumentiert)

Also auf SH!


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Apr 17, 2019 3:21 pm

Gerade Gespräch mit Thera, inklusive Tränen. Tränen die kamen als ich gesagt hatte was zwar im Brief schon stand, ich aber hier jetzt aber fünf Wochen nicht sagen wollte, konnte, mich nicht traute, mich zu sehr schämte.

Woran ich noch arbeiten möchte hier.... ich sagte dass ich einige Baustellen von daheim ja hier auch habe und sie blieb hartnäckig, aber ganz sanft dran, fragte welche.... und ganz langsam ging es dann... habe das mit dem Kochen erzählt, was ihr neu war. Sie fragte konkret nach, erfragte Gefühle und Gedanken, äusserte sich... ja, dann eben das Schlafen... wichtig auch die Dissoziationen (morgen wohl Test) und dann, kam das was denn noch, als Frage. Ja und da blieb ich erst mal still, aber sie ließ nicht locker, zerrte oder drängelte aber auch nicht, mutmaßte nicht... war einfach da und ruhig…. konnte dann sagen dass ich in den ganzen Wochen hier, es nur einmal geschafft habe in meinem Zimmer zu duschen. Dass es in dem Schwimmbad erstaunlicher Weise gut funktioniert.... es war peinlich ja, hab sie auch nicht angeguckt dabei...
Nachfragen, wie das ist, was da kommt.... erklären.... also es war ganz gut dann es gesagt zu haben... es kamen Tränen dann.

Den Schlaf und die Diagnostik gehen wir an und zum Sozialdienst kann ich, sie erfragte Themen und da sagte ich dass ich eben doch gern nochmal einen Fondantrag stellen möchte (weiß gar nicht ob das noch geht) und ich gern wüsste welche ambulante Hilfen evtl. möglich sind daheim und ob es realistisch ist evtl. doch einen GdB zu bekommen. Vor allem wegen dem Kündigungsschutz, aber eben auch weil ich tatsächlich Einschränkungen habe. Zwar fehlt mir kein Bein, aber ich humpele sinnbildlich sehr auf einem Bein... sie fragte ob Rente ein Thema wer, aber das möchte ich nicht.

In diesem einen Aufenthalt wird nicht alles bearbeitet werden können, sagte sie, deswegen das konzentrieren auf den Schlaf und die Diagnostik. Also wiederkommen brachte sie als Thema....

und bei mir kam das "gut" an, bzw. weh gut, weil bei mir eben ankommt wieder kommen zu DÜRFEN. Nicht das hinterletzte zu sein, mit dem sich nicht mal die Jesusfraktion befassen will, sondern jemand mit dem man arbeiten kann und will und eben auch jemand bei dem man sieht es kann besser werden.

Ich bin kein schrecklicher Mensch und kein hoffnungsloser Fall. Das kam bei mir an, auch wenn diese Worte gar nicht gefallen sind.


Und auch wenn dabei die Angst den Job zu verlieren groß ist und ich eben lieber ohne Klinik klar käme ab jetzt, habe ich es im Hinterkopf. Wenn es mit Dr.R dann gut läuft und ich daheim wieder Fuß gefasst habe, dann eben wieder kommen und ohne die ganzen Vorbehalte und Befürchtungen, von Anfang an konkret an etwas zu arbeiten.
Dieses Mal brauchte ich ja Wochen, um mich überhaupt einlassen zu können.


Dr. R sagte "das wird Ihnen gut tun, Fr.SH"

Wie recht sie damit hatte.



Nachher geht's aufs Ergometer und das erste Mal mit 125Watt. Ich hatte gefragt ob ich höher gehen darf und nach dem die OÄ meine Pulswerte überprüft hatte, stimmte sie zu. Mal schauen wie das wird. Ich erhoffe mir dass in der Zeit (ich entspanne da tatsächlich, bzw. bin mit dieser einen einzigen Tätigkeit gut fokussiert.... nun ich erhoffe mir einfach, dass sich da meine gerade sehr aufgewühlten Gedanken und Gefühle sortieren. Denn auch wenn das positive überwiegt (was ungewohnt ist) sind Gefühle und Gedanken eben so eine Sache für sich ;)

In Balance strampeln sozusagen und das eben in den letzten Wochen gegen immer mehr Widerstand. Ich hatte als Ziel genannt, dass ich stabiler raus gehen möchte, als ich gekommen bin. Tja und eben wie beim Ergometer, bei dem mich 30 Minuten bei 50 Watte am Anfang nahezu überforderten bin ich jetzt deutlich leistungsfähiger geworden ;)



SH
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Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Mi Apr 17, 2019 10:23 pm

Hi SH,

ach wie schön, nun hast Du auch das noch bekommen, die Gewißheit Du kannst und darfst wiederkommen :-) Ich hoffe das gleicht die letzte miese Erfahrung doch ein bißchen aus.

Bin gespannt ob sie eine Lösung für den Schlaf finden und wie die dann aussieht!

Würd gern mehr schreiben aber hab grad zu viel eigenes und krieg meine Gedanken nicht so richtig zusammen.

Liebe Grüße,
Imagica

anonym00
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Re: Genau jetzt

Beitrag von anonym00 » Do Apr 18, 2019 6:47 am

Hallo SH,

da scheinst Du eine tolle Einrichtung gefunden zu haben und Du leistest scheinbar viel dort.
Viel Kraft weiterhin.
Alles Gute Dir.

anonym00

Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Do Apr 18, 2019 11:21 am

Wow. Du kannst so stolz auf dich sein.
Wenn du es nicht sein kannst bin ich es auf dich :wink:
Sehr schön mit dem wiederkommen und dass du es sagen konntest ...
Das klingt richtig gut....nach Besserung. Nach neu Vertrauen lernen.
Wie schön. :D

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Apr 18, 2019 7:51 pm

Ich mag Tests ja generell nicht, Psychotests auch nicht und Psychotests die eineinhalb Stunden dauern erst recht nicht. Nicht mal fertig geworden sind wir. Sie sagte zwar dass wir es wohl nicht komplett schaffen heute, aber trotzdem.

SH
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gennixx

Re: Genau jetzt

Beitrag von gennixx » Do Apr 18, 2019 11:18 pm

Liebe steinhart,

ich freue mich für Dich. Das hast Du so verdient!

Und ziehe gleichzeitig meinen Hut vor Dir, Du leistest gerade so viel... und zeigst unheimlich viel Mut!

LG, Gennixx

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Apr 22, 2019 11:56 am

Ostern in der Klinik Endspurt :wink:


Die Ostertage zu füllen war nicht so einfach.

Hier wurden/werden über die ganzen Ostern Gruppentherapien angeboten. Manche wurden da fest angemeldet seitens der Behandler, die freien Plätze waren sehr schnell weg. Für mich war das zum einen nicht vorgesehen, ich hätte das aber auch nicht gewollt. Fremde Gruppe, fremde Oberärzte usw. aber das Angebot finde ich super. Also dass an den Feiertagen sowas angeboten wird.

Der Freitag war geprägt von Wäsche waschen, Mitpatient dabei helfen, aber eben auch am Nachmittag mal raus gehen. Mit freier Zeit umgehen ist gar nicht so leicht :?

Am Samstag hatte ich ja noch einen Therapieprogrammpunkt und danach dann die zwei Stunden Schwimmbad. Nachmittags war ich dann aber tatsächlich in der Stadt. Habe ein Ostergeschenk für meine Nichte gekauft und tatsächlich auch etwas für mich. Zwei Schleichtiere. Ein schwarzer Panther und ein Orang-Baby.

Die Schwester der ich die beiden hinterher zeigte, machte Anstalten mit mir und denen zu spielen (?) da war ich aber ganz schnell wieder "dicht" Mauer hoch. Zu peinlich. Also schon der Gedanke an Spielzeug, dass ich ja nun auch definitiv für mich gekauft habe. Der Kram den ich vor dem Klinikaufenthalt ja dann endlich mal weg geworfen hatte (der Schrödinger-Müll) war ja eigentlich mal für meine Nichte und Besuchskinder gekauft.... nunja… der Panther, den gibt's ja... in mir... was aber auch peinlich ist und war zu erwähnen (bei der Schwester) wer, oder was das Orang-Baby ist, weiß ich nicht. Eichhörnchen-Baby gab es leider nicht zu kaufen. Aber das Affenkind hat eben auch was... nur was?

Naja nun... der Panther verbrachte die Nächte nun auf der Bettumrandung, über mir. Des Überblicks wegen ;) So viel zum Thema peinlich ;)



Gestern dann "Urlaub" daheim. von morgens bis Abends. Das wurde schon in der Visite, als ich danach fragte kritisch hinterfragt, in der Wochenendgruppe auch nochmal und zu guter letzte sollte ich dann nochmal zur Oberärztin, wo sie nochmal genau nachfragte wie und was.... nun denn, ich durfte, habe etwas unterschrieben, wurde vorher von den Schwestern angesprochen (es wurde also definitiv übergeben) und sollte mich dann nach Wiederkehr melden. Als würde ich in den Krieg ziehen...

Nun es war schön und traurig, schwer und leicht, vertraut und fremd, frustrierend und beruhigend....
Krieg gabs dann erst hier... Nachts...

War vorhin bei der Schwester. habe gesagt dass ich gestern, bei der für mich fremden Schwester (das erste Mal gesehen) nichts sagen konnte außer dass es gut war daheim. Wobei ich das da auch so dachte... das ganze Chaos und wie viel das in den Stunden dahim war mir auch tatsächlich erst später bewusst wurde...

Nun Nachts hatte ich es ja auch nicht zur Schwester geschafft. Tablette holen ging in den letzten Tagen meist gut. Mehr aber bisher nicht. Also die vielen Nächte hier... nun die meisten davon waren ja schwierig... Habs nicht gesagt... erst letzte Woche, oder vorletzte (?) bei der Thera (weißt nicht ob das ans Pflegepersonal weiter gegeben wurde) Meine Kämpfe, Nachts...

Vorhin dann gesagt... dass es Chaos gab Nachts... mir das peinlich ist...

melden
mir braucht NICHTS peinlich sein
klingeln, wenn vorkommen nicht geht (oh man, klingeln finde ich noch schlimmer, glaube ich)
ich habe die "Anbindung", kann, darf, soll mich melden


Joa, peinlich bleibt s aber dennoch. Wobei ich gerade merke dass ich bisher noch nicht so zeitnah und detailliert meine Probleme angesprochen habe. Also heute Vormittag, über die Nacht geredet. Das ist doch schon mal was(?)


wobei ich gedanklich schon gleich 25 Schritte weiter bin.... die richtig peinlichen Sachen :oops: also ich glaube das geht nicht, kann ich nicht... vermeide ich ja aber auch schon seit Wochen jetzt... hatte ja Ende der ersten Woche geduscht, was mit wimmernd in der Dusche liegen endete.... seit dem nicht mehr. Nur eben im Schwimmbad und vor der Wassergymnastik.... da zwar jeweils ausgiebigst (was ich komisch finde, denn das ist ja recht öffentlich) nunja... das hatte ich der Thera gesagt vorletzte Woche... was schon echt an der Spitze der Peinlichkeit war und ich weiß gar nicht ob sie das ans Pflegepersonal weitergegeben hat (vielleicht mal fragen?)
Klingeln, während ich nackt, in der Dusche liege und nicht weiß warum ich da nun so wimmere....?!?!?! Äh NEIN! Wohl eher nicht! :oops:

Nun so richtig "weiter" komme ich durchs vermeiden aber ja eben auch nicht....


Ob das therapiegefährdendes Verhalten ist, frage ich mich gerade :?



Ihr schreibt hier so schön, ich sei mutig, nur bin ich das nicht wirklich :oops:

Könnte gerade echt losheulen. In den Griff bekomme ich es allein nicht, es aussprechen geht nicht, Hilfe kann ich nicht mal gedanklich zulassen und bei dem Gedanken daran werden Stimmen laut... ich nehme Platz weg. Platz und Ressourcen, die besser wären für Menschen die das zulassen können... und ich denke an daheim, wo ich es auch nicht schaffe, ich noch weniger Zeit für alles habe (denn meine Ersatzhandlungen dauern länger als duschen z.B.)


Tja und gestern und heute habe ich fast mein ganzes Osternest aufgefuttert... dabei hatte ich das mit dem Essen jetzt 14 Tage lang echt gut hingekriegt, finde ich. :oops:



SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Bambus 1 » Mo Apr 22, 2019 1:22 pm

Du bist so stark auch wenn du es nicht erkennen kannst. Alleine die Tatsache dass du bist wo du bist zeigt das. So Schwarze Panther habe ich auch, genau die. Und Eichhörnchen gibt es bei Amaz*n mit zwei anderen Tierbabys. Würde dir gerne den Link schicken weiß aber nicht ob man das hier darf

Alles Gute für dich liebe SH

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Apr 24, 2019 8:03 pm

Test beendet, Thera jetzt erst mal weg für über eine Woche, aber der neue Arzt ist da (nur habe ich noch wenig Bezug zu ihm) und zur Oberärztin kann ich wohl auch, für Einzeltermine.

Der Test war schwer... so geballt auf einmal macht mir das was ich weiß und merke Angst... nunja… Ergebnis gibt's ja noch keins.

Entlassung kommt so langsam ins Rollen... wobei man mich offensichtlich nicht los werden will ;) Ich habe und bekomme Zeit, so fühlt es sich an. Tja, denn SH, die ja auf keinen Fall ein Elterngespräch wollte, will nun ein Gespräch mit Mama. Hier, ein wenig geschützt und vorbereitet. Das war meine Idee, nach der "Belastungserprobung" und man unterstützt mich darin.
Nun müsste ich sie halt erst mal fragen ob sie kommt und es dann vorbereiten und durchführen usw.... und hinterher soll es einen zeitlichen "Puffer" geben, also nicht kurz darauf entlassen werden.

Das klingt gut und so hatte ich mir das auch erhofft.

Mit meiner Vorgesetzten telefoniert im Anschluss. Alles gut soweit, ich soll mir keinen Stress machen, im Mai bin ich noch nicht im DP berücksichtigt. Wenn ich da bin ist gut, wenn nicht auch. Also ich hoffe dass das wirklich so in Ordnung ist, habe halt doch noch Angst den Job zu verlieren.

Gespräch mit meiner Mutter... habe ich auf morgen verschoben....

Joa...

SH, Woche sieben
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Mi Apr 24, 2019 8:36 pm

Hi SH,

oh, das klingt nach einer guten Idee und es klingt auch so, als könnte das gut umgesetzt werden. Auch mit Zeitpuffer hinterher zum sammeln. Ist dann halt nur noch die Frage ob sie das mitmachen will..kann?

Und wie lange mußt Du nun auf das Testergebnis warten? Aber auf jeden Fall gut, daß Du ihn geschafft und überstanden hast!

Wow, Woche sieben. Ich habe echt null Zeitgefühl mehr. Das merke ich jetzt ganz gut.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Apr 24, 2019 11:04 pm

Hallo Imagica, danke fürs antworten (vor allem weil du gerade echt genug selbst am Hals hast)

Die Klinik, bzw. die Station kann ich anstandslos empfehlen (WENN man mit den Rahmenbedingungen klar kommt) so viel dazu :)

Nun, ich hatte im letzten Jahr, bzw. Anfang diesen Jahres zweimal so ansatzweise ein (ernstes) Gespräch mit meiner Mutter, in dem (ihr) tatsächlich möglich war etwas zu fragen und ich es geschafft habe zu antworten. Es war nur ganz wenig und sie weinte und war geschockt. Geschockt, von der Tatsache dass er mir gesagt hat ich hätte sein Leben versaut, durchs bloße geboren werden und auch dass ich immer versucht habe sie und meinen Bruder vor ihm zu beschützen. Da war (und ist) für mich klar, dass Details, selbst wenn ich sie sagen könnte nicht gehen... und dass wir beide eben seeeeeehhhhhr sensibel bei dem Thema sind... aber eben auch beide wollen (?)

Nun, morgen möchte ich anrufen und fragen ob sie es machen würde. War gerade bei der Nachtschwester, weil ich DAS gerne los werden wollte, sagen... damit ich es nicht die ganze Nacht durchkaue... ein gutes Gespräch und die Vorschlag morgen nochmal zu kommen und das Telefonat in Anwesenheit einer Schwester zu führen (das behalte ich mal im Hinterkopf)

Ich würde es mir gerade sehr wünschen, könnte aber verstehen (und hoffentlich auch akzeptieren, ohne negative Gefühle) wenn sie es ablehnt. Ich habe ja selber auch Angst :(


Die Thera ist ja nun erst mal nicht da, wollte aber evtl. heute Abend noch den Test auswerten. Ansonsten macht das morgen/übermorgen die Oberärztin. Das Ergebnis erwarte ich also irgendwann zwischen morgen und Montag.

Die Fragen hatten es in sich... ehrlich war ich... wobei ich vieles nicht so wahr haben will und bei manchem wirklich kämpfen musste und die Thera sehr nachgebohrt hat, mich nach Situationen gefragt hat... tja und da kann ich eben nur ehrlich sein....


Ganz konkret habe ich tatsächlich die Befürchtung eben doch ausreichend Kriterien für die BPS zu erfüllen. Wobei das gerade aber die geringere Sorge ist. Wahn/Schizophrenie usw. würde ich ausschließen... bei den Fragen ob ich Gegenstände kraft meiner Gedanken bewegen kann, mich besessen fühle, oder sowas in der Art konnte ich ganz klar NEIN sagen ;) AAAAAABER... die Dissoziationen :( joa, das ist ein ganz eigenes Thema...

Da ist manches das mir wirklich Angst macht. Hier werden solche Situationen nochmal deutlicher, finde ich. Daheim beschränkt sich das ganze auf Zeitlücken, und das "Schlafwandeln" irgendwie beruhige ich mich da doch immer wieder mal mit, dass es vielleicht doch richtiges Schlafwandeln ist und ich eben tagsüber vielleicht einfach vergessen Dinge woanders hingelegt zu haben etc. hier gab es aber Situationen in denen ich interagiert habe, geredet, durchs Haus gelaufen bin, etc. es aber nicht mehr weiß. Es gibt noch mehr, aber das ist noch "verrückter", bzw. beängstigender... weil eben Kontrollverlust.... ich weiß deutlich weniger vom Tag als mir lieb ist.
Es war beruhigend auf die Frage, ob in mir Persönlichkeiten mit einem anderen Namen wohnen, NEIN zu antworten. Ein überzeugtes NEIN!


Ich bin tatsächlich auf das Ergebnis gespannt, auf die Bezeichnung, den Stempel - und wie ich damit umgehen werde.


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Maya » Do Apr 25, 2019 12:43 am

Liebe SH,

Ich freue mich zu lesen das dir, obwohl es natürlich harte Arbeit ist die Klinik gut zu tun scheint.

Und ich wollte dir sagen das es glaube ich normal ist das in der Klinik alles verstärkt ist. Mir ging es auch so und andere haben das auch berichtet. Und es fällt einfach auch ganz anders auf. Was man zuhause nicht bemerkt. Man ist ja auch jeden Tag völlig angespannt.
Ich hatte das Gefühl in der Klinik richtig auseinander zu fallen. Ich habe auch krasse Sachen gemacht. Die mir peinlich waren. Das wird aber wieder.

Liebe Grüße und viel Stärke!

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