Genau jetzt

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Aufatmende
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Do Jan 10, 2019 3:15 am

Ich schlage mir heute auch hustend die Nacht um die Ohren.
Wie wär's denn mit der Mitte zwischen alles brav mitmachen und Verweigerung? Erstmal ausprobieren und dann freundlich begründen, wieso etwas dir nicht gut tut?
Ich kenne das innere Durcheinander. Ich habe mit sehr viel Übung und Hilfe gelernt, alles anzuerkennen und wertzuschätzen, was in mir ist. Weil es mindestens früher einen Sinn hatte. Es aufzuschreiben, so gut es geht und meiner Therapeutin zu mailen. Kürzlich hat sie mir noch geantwortet, sie findet es nicht chaotisch, nur komplex.
Vielleicht klappt es mit so tun als ob es dort alle gut mit dir meinen und dir Werkzeuge zur Verfügung stellen wollen, mit dir selber klar zu kommen.
Rückfälle sind Vorfälle!

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 10, 2019 6:15 am

*Salbeibonbon rüber reich* hoffentlich wird es bald besser


irgendwie so wird es wahrscheinlich laufen.

Es wird irgendwie werden.

Meine Hoffnung beschränkt sich aber gerade darauf dass Dr. R da sein wird wenn ich entlassen werde. Zumindest fühlt es sich so an, dass sie bleibt.

Jetzt werden erst mal die Raubtiere gefüttert.

Hab mir das Handy auf Alarm gestellt für "Anziehen/fertig machen" und dann später für "zur Post fahren"

vielleicht kaufe ich mir da beim Bäcker ein Brötchen, oder im Laden ein Überraschungsei, oder so?

Belohnung klappt manchmal
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
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Aufatmende
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Do Jan 10, 2019 11:13 am

Und? Brief weg?
Rückfälle sind Vorfälle!

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 10, 2019 6:10 pm

Ja.

Wäre gern irgendwie stolz drauf, aber das ist nicht so einfach. Bei der Post ist er aber.

SH
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Aufatmende
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Do Jan 10, 2019 6:49 pm

Dann bin ich stellvertretend stolz auf dich und teile gleichzeitig deine Zweifel und Ängste und Wut über Ungeklärtes und Hoffnung und Verwirrung über Unaussprechliches und was da sonst noch nebeneinander sein könnte.
Rückfälle sind Vorfälle!

egalabjetzt unl

Re: Genau jetzt

Beitrag von egalabjetzt unl » Do Jan 10, 2019 7:18 pm

hallo sh,

lese hier öfter rein und will einfach hier lassen, dass ich das diesen schritt "brief einwerfen" echt mutig finde von dir. darauf darfst du bei aller angst und aller unsicherheit vor dem, was jetzt kommen wird, stolz sein. es war deine eigene entscheidung, das zu machen und deine eigene entscheidung, den schritt hin zu veränderung und ganz sicher zu verbesserung für dich zu gehen. daran glsube ich ganz fest.

viel kraft, mut, zuversicht, hoffnung, ausdauer wünsche ich dir für das, was kommt!

liebgrüß,
egalabjetzt

Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Do Jan 10, 2019 9:07 pm

Hi SH,

ich bin auch stolz auf Dich, auch wenn Du es selber nicht sein kannst. Ein mutiger Schritt und die restlichen, noch folgenden Schritte wirst Du genauso schaffen, da bin ich ganz sicher.

Liebe Grüße und viel Kraft und Mut und vielleicht kannst Du ja doch noch ein bißchen stolz sein,
Imagica

Glitza

Re: Genau jetzt

Beitrag von Glitza » Do Jan 10, 2019 9:48 pm

Vielleicht ist das auch etwas wo du erst in ein paar Jahren stolz sein kannst "wie gut dass ich das damals gemacht habe !"
Ich wünsche dir dass es der Anfang von guter toller Hilfe ist.
Glitza

aoi
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Re: Genau jetzt

Beitrag von aoi » So Jan 13, 2019 11:39 am

Hallo liebe SH,

wie geht es dir? Ist alles den Umständen entsprechend ok?
Ganz liebe Grüße und viel Kraft.

Aoí

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Jan 13, 2019 10:28 pm

Danke ihr lieben fürs stolz sein und lesen, mitdenken, mitfühlen, nachfragen und die Tipps und Erfahrungsberichte. Mir tut es tatsächlich gut das zu lesen. Manches ist zwar schwierig, weil es parallelen gibt und ich die nicht haben möchte, aber hauptsächlich fühlt es sich "nicht allein" an und das ist ein schönes Gefühl.



Das Thema Klinik zerdenke ich ganz oft und immer wieder...


Meine Familie weiß Bescheid. Sie sind semibegeistert, aber doch irgendwie unterstützend. Kompliziert... wann und wie lange das denn wäre wude gefragt... blöder Zeitraum habe ich aus den Gesichtern gelesen (habe gesagt dass ich versuche erst März, oder so, wegen Job und Bescheid sagen, so dass man mich im DP gleich raus planen kann, niemand spontan einspringen muss. Tja da ist aber ein Umzug und ein Geburtstag und überhaupt mein Job... und ob es denn sein müsse? und wie lang? 6-8 Wochen. Oh, doch so lang :( ja, mhm, nun... und dann eben doch "kein Problem, das schaffen wir, wir helfen, nehmen die Kater. So ist meine Familie, wir helfen uns, egal wie ungünstig der Zeitpunkt ist usw.)


Ja und ich denke Akut Klinik ist richtig(er) als Reha(?) Weil ich an der Arbeit funktioniere, nur sozusagen privat nicht richtig ticke. Also finde ich akut ganz in Ordnung. Muss ja immer alles bewerten, bzw. einordnen :oops:

H<be aber ehrlich gesagt nicht die H0ffnun dass es so richtig besser wird. Die hatte ich vorletztes Jahr bezüglich hohe Mark. Dachte damals, weil es doch so frisch aufgebrochen war, dass man das wieder zurecht rücken kann. so ein klein wenig wie bei einem Typ1 Trauma. Schnell professionelle Hilfe....

tja, es kam ja anders... auch da drehen sich meine Gedanken in verschiedene Richtungen zu gleich... Neid den anderen Patienten gegenüber, die zum weiß nicht wievielten Interaval da waren und wo von Anfang an geplant war, dass sie wieder (und wieder und wieder...) kommen... längst berentet teilweise, also ganz andere Voraussetzungen als bei mir.
Tja und eben diese haben manches echt mit Füßen getreten… hatten Messer, Tabletten, ja selbst Säure im Zimmer...haben Regeln, bewusst missachtet usw. aber sie waren ja so süß und niedlich und auch ich hätte sie am liebsten auf den Arm genommen und in Sicherheit gebracht.... ja und wegen dieser Wirkung, oder die Sympathie, oder was auch immer... nun sie bekamen Therapieangebote von denen kein anderer überhaupt erfahren hat... und natürlich blieben sie, bekamen zwei Verlängerungen....

habe vor Ort mal gesagt, dass wir ja angeblich alle gleich sind, manche aber anscheinend gleicher als andere... ich halte aber auch echt meine Klappe nicht. Nicht unbedingt nie nicht, aber selten eben :roll:


Ich verstehe allerdings auch dass man mich nervig fand und anstrengend. Kenne ja selbst auch die andere Seite...

Tja und wenn idh hier so meinen Text lese... nun, wahrscheinlich war das offensichtlich... dass ich ein missgünstiges Ekel bin :(

Das Thema lasse ich besser... da drehee ich mich nur immer und imme4 wieder im Kreis... denn ich war weder nur schlechtl noch gut... ich war ehrlich une pünktlicch und großügig und bemüht und fleißig und ich habe auch ganz viel ausgehalten... also neben dem Hjnterfragen, kritisieren, fragen und fragen und fragen und Logiklücken aufdecken und eben all dem nervigen Kram...

Lass es! Jetzt"


Was ich aber nach wie vor denke, auch wenn es ein "hätte, wäre, wenn" Gedanke (also überflüssig) ist dass man eben rechtzetig Hilfe bekommen sollte, wenn etwas akut ist und dass es einem bess34 gehen kann, wenn die Hilfen zeinah sind und passen.

Tja und jetzt, nach deutlich über einem Jahr... nun ich meine, es ist chronisch... so vieles... und ich glaube nicht dass es deutlich besser werden kann. Zumindest nicht innerhalb von 6-8 Wochen. Vielmehr habe ich eben Angst dass es erneut schlechter wird... Sieben Wochen und zwei Tage reichen durchaus um instabil(er) zu werden, wieder suizidal zu sein, sich zweimal fast umzubringen, im Alltag eine Vollkatastrophe zu sein...

Und ich frage mich, auch wenn die neue, alte Klinik umgezogen ist, anderer Standort, Gebäude, Personal... alles anders eben... es ist aber eben doch die von früher... die in der ich die Aussage gemacht habe, ganz allein... die mit dem Elterngespräch... die in der ich das erste Mal geschnitten habe.

Vorletztes Jahr hatte ich Angst wieder akut suizidal zu werden.... tja, ähm... :(

Jetzt habe ich Angst dass der SVV Kram angtriggert werden könnte... und Angs davor, dass die Angst davor es, vergleichbar mit dem HM Aufenthalt eben, es quasi herbeitriggert...


So ganz aus der Welt ist das Thema nicht... hatte vor gefühlt einer Ewigkeit Dr. K. mal geschrieben dass ich mir weh getan habe, gemeint war etwas ganz anders.... aber ich schreibe kompliziert mitunter :oops: ihre Antwort war gewohnt kurz, summasumarum: Wunden versorgen soweit möglich und wenn noch immer schlimm, dann Psych. Nun, ich hatte mich körperlich gar nicht verletzt (!) und es fühlte sich wie eine (weitere) elendige Niederlage an.... einmal BPS im er BPS und selbst erfahrene Psychiater, selbst (meine) Dr.K. denkt direkt ans ritzen...

SH der elende Versager :(



Beim letzten Termin bei Dr.R. fragte sie ob ich mich nach dem vorletzten Termin selbst verletzt hätte. Ich meine, ja, der Termin war heftig und ja ich brauchte ne Weile um mich zu fangen... aber NEIN(!!!!) ich habe mich nicht verletzt!!!


Das habe ich nie gern gemacht, es half, war aber schrecklich zugleich. Wenige sichtbare Narben habe ich und ich habe nur einmal (zwei Schnitte allerdings) so tief geschnitten das hätte genäht werden müssen (was ausfiel, wegen lebensrettenden Maßnahmen :oops: )

Ich will das nicht wieder haben :(

Was Verletzungen, invasives und sei es auch noch so klein betrifft, bin ich ein richtiges Weichei. Blut abnehmen ist schon schrecklich. Ja selbst Blutzucker messen (mache ich manchmal, weil eben dock und so) ist fürchterlich.
Schon die Vorstellung dass ich gestochen, geschnitten, oder sonst was werde... tut mir weh, also richtig weh... meine Spiegelneuronen, oder so drehen da durch... :?


ich will das nicht, nie mehr, garnicht, niemals mehr! Das ist ein bettelndflehendjammerndklitzeklein Gedankengefühl... Tja, letztendlich aber war ich das selbst, ich habe das gemacht und bewusst gemacht.... ist eben auch kompliziert...


Dann mein, nicht funktionierende, Alltagskram. Den nehme ich ja mit, sozusagen. Gut, dort muss ich nict kochen, oder putzen und strukturieren auch nicht. Das wird da alles ´bernommen. Das könnte also vielleicht entspannend sein(?) Eine Auszeit(?) aber nunl mein Hygieneproblem, das geht ja wohl auch mit(?)

Abends ist eine Lösungsmöglichkeit... so hätte ich die ganze Nacht Zeit um aus dem heulplärrusammenbruch und dem vollkommen gruseligen dissoziieren wieder raus zu kommen... so kann ich morgens dann wieder "normal" sein, lächeln und so tun als sei nix gewesen....

joa, dadurch wird es aber nicht besser... nur ansprechen, zu Thema machen? Äh, nee! :oops: mal unabhängig davon dass das mega peinlich ist... wie "behandelt" man sowas????


Ja und weil mein Verhalten ja noch nicht unlogisch genug ist :roll: heute habe ich gebadet :shock: jaha und letzten Sonntag auch. Gebadet! :shock:



Das Prozedere war kompliziert und anstrengend auch und an allen Ecken und Kanten unlogisch.... ABER mein Körper ist porentief rein, mehrfach. Lästiges Unkrauthaar ist weg und ich dufte vom Scheitel bis zum kleinen Zeh nach Lavendel :lol:


Es fühlt sich wunderbar an



Ich beginne an mir selber zu zweifeln... bzw. mittlerweile komme ich aus dem Zweifeln kaum noch raus. SH ist komisch :roll:



Unabhängig von dem Erfolgserlebnis(sen) bin ich so dermaßen erschöpft und überreizt. Meine Kapazitäten sind sowas von gering. So sehr ich mich auch bemühe es funktioniert nur so wenig :( Es ist mit Druck auch eher schlimmer :(



Es gäbe etwas das vielleicht helfen könnte, dass ich längst machen gesollt hätte haben... aber, aber.... :oops: :oops: :oops: :oops: :oops:



kurz zusammen gefasst, würde ich sagen, mir geh es stabil schlecht.

Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass es zumindest auf dem Level bleibt. Nicht weniger, nicht schlechter. Erst mal so wie es ist.


Was abe4 auch wieder totaler Käse ist, denn so wie es ist, ist es Mist. Mist verteidigt man doch nicht! Wie soll ich diesen Wunsch vertreten? Das kann ich ja mir selbst gegenüber nicht mal...


Soweit, das Geschwafel zum Sonntag :oops:

SH
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Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Mo Jan 14, 2019 4:53 pm

Hi sh
Lese dich würd gern viel antworten geht leider gerad nur nicht.
Evtl bald pn.
Eine warme Decke für dich
Hilft sie noch?

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Jan 14, 2019 6:44 pm

Kein Stress, Antworten müssen nicht sein.


Die (Therapie)Decke hilft, ist aber kein Wundermittel. Es gab auch schon Nächte da bin ich irritiert, fast verängstigt gewesen, weil ich hochgeschreckt bin und mich erstmal "befreien" wollte. insgesamt hilft sie aber. Zum einen, weil ich mir bewusst vorstelle dass sie eine Art Schutzwall ist, der mir Halt gibt und äußeres abschirmt usw. aber sie hilft eben auch unabhängig davon was ich mir vorstelle also auf der sensorischen Ebene, denke ich. Länger schlafe ich nicht, aber ruhiger glaube ich.




Lieben Gruß,
SH
Zuletzt geändert von ~SteinHart~ am Mo Jan 14, 2019 8:47 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Sayeda
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Sayeda » Mo Jan 14, 2019 6:49 pm

Hallo SH,

vielleicht helfen dir folgende Gedanken zum Thema Neid gegenüber anderen Patient*innen:

Der Neid entwickelt sich u.a. vermutlich aus deinem eigenen Mangel heraus. Ich selbst kenne da in manchen Zusammenhängen auch. Ich habe für mich gelernt: Ich kann nicht hinter den Kopf anderer Menschen sehen und ich weiß nicht, warum wer welche Therapien bekommt. Darauf werde ich auch keinen Einfluss haben. Auch ich habe hier und da Verstöße beobachtet und mir half dann der Gedanke: Wenn sie es brauchen. Und es ist fraglich, ob das die entsprechenden Patient*innen tatsächlich auf ihrem Weg weiter bringt. So trank beispielsweise eine Patientin heimlich. Und? Was bringt es ihr auf dem Weg zur Heilung? Andere umgingen Verbote. Und? Was bringt es ihnen?
Und - kann ich es ändern? In der Regel nicht. Den wir wissen nicht, warum genau diese Person das macht und viele Dinge hat das Personal auf dem Schirm, obwohl es erst al anders aussieht.

Für mich war dann immer wichtig heraus zu bekommen, warum ich neidisch war. Für mich waren es zwei Dinge: Vor allem mein eigener Mangel. Darum musste ich mich selbst kümmern.
Zweitens habe ich darüber geärgert, dass andere das machen, was ich mir verwehrt habe und scheinbar kamen sie damit durch. Aber warum habe ich es mir verwehrt? Weil ich heilen und ich den Weg nicht gehen möchte.

Sicher ist bei deinem letzten Klinikaufenthalt vieles falsch gelaufen. Dabei finde ich es vor allem schlimm, dass die dort nicht dazu stehen und um Entschuldigung bitten. Ich habe das bei meinen letzten zwei Klinikauenthalten anders erleben dürfen und weiß, wie schwer es ist, das erst mal auszuhalten (Während des ersten Aufenthalts gab es zwei "unfaire" und schräge Situationen, die mich umgehauen haben. Die eine konnte ich bereits während des Aufenthalts klären, die andere erst beim zweiten Aufenthalt). Und bei einem anderen Klinikaufenthalt (ich hatte insgesamz vier) ging auch so einiges schief (was mir erst mal geschadet hat) und das konnte ich damals nicht klären. Jedoch war für mich immer der Fokus: Auch wenn es schmerzlich war, die Mist gebaut haben - was habe ich daraus gelernt? Was war positiv daran?

Das war teilweise ein langer und schwerer Prozess über Jahre hinweg. Ich weiß, mich traf das alles deshalb so schwer, weil es alte Wunden aufriss. Als ich mich dann um diese alte Wunden kümmerte, konnte ich besser loslassen und zulassen, dass Menschen leider Fehler machen und sie teilweise anderen Menschen furchtbar weh tun. Umso wichtiger ist es zu Menschen zu gehen, die zumindest wissen, was sie tun und mit komplex traumatisierten achtsam umgehen können. Und das wünsche ich dir für deinen kommenden Aufenthalt: achtsame und gut ausgebildetes Personal.

LG, sayeda
Wenn eine Frau ihre eigene Größe entdeckt hat, kann kein Lob sie größer, keine Kritik sie kleiner machen.
Der Käfig ist offen.
Verlassen musst du ihn selbst

Luisa Francia

Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Di Jan 15, 2019 9:38 pm

Liebe SH,

naja, genau dafür gehst Du ja dahin um wieder mehr Kapazitäten und weniger Erschöpfung zu bekommen. Idealerweise hilft das dann ja auch und Dir gehts hinterher besser. Klar, kann natürlich immer passieren das irgendwas altes dann doch wieder angetriggert wird und es dann erstmal kurzzeitig "schlechter" wird, aber das geht dann auch schnell wieder weg.
Also an mir als Beispiel: Vor einem Jahr hatte ich noch keinen Drang mich klein zusammenzurollen und in nem Kleiderschrank zu verstecken. Jetzt habe ich den tatsächlich häufiger. Find ich auch nicht gerade toll sowas! Aber ich weiß auch das das wieder aufhören wird und es mir hinterher besser gehen wird als vorher.

Ich finds übrigens toll das das Baden geklappt hat! Egal wie und was dafür für ungewöhnliche Dinge nötig waren, es zählt nur das es geklappt hat und sich gut angefühlt hat. Nur mit dem Lavendelgeruch könntest Du mich ja jagen, ich reagier allergisch auf den. Aber zum Glück gibts ja noch kein Geruchsinternet ;-)

Liebe Grüße,
Imagica

~SteinHart~
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Therapie beginnt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jan 16, 2019 2:42 pm

Termin lief gut, finde ich. Anders als ich mir das gedacht hatte, denn ich wollte eigentlich etwas ganz anderes ansprechen, aber es waren 50 Minuten ohne Drama, ohne Schweigen, ohne "kein Kontakt"


Es begann etwas holperig. Ich hatte selbst im Kopf zu sagen, dass das die letzte probatorische Sitzung ist und wie ich erfahre ob Genehmigung von der KK da ist, oder nicht. Hatte schon im Kopf die nächste Stunde selbst zu zahlen, sollte sich das verzögern. Joa, aber die vorletzte, mich fast eingewiesen, ich war fast ganz weg, wir haben total überzogen Stunde.... :oops: hat sie als zwei Stunden eingetragen. Damit war die Probatorik quasi bereits vorbei und es war auch noch kein Genehmigung der KK da.

Ich sagte ich kann die heutige Stunde selbst bezahlen, aber eben auch dass das langfristig keine Option ist. Sie lehnte ab, sie könne zur versuchen, die Doppelstunde doch zu einer zu machen, so dass heute der Termin der 4. probatorische ist.
Das waren ein bissi viel Infos auf einmal, da musste ich kurz nachdenken. Ich sagte dass ich selbst bezahle, wenn es da mit der Abrechnung Probleme gibt. Weiß nicht genau ob sie da was dazu gesagt hat, sie stand vor mir, wollte sich setzen... ich lächelte sie an und meinte "Sie müssen ja auch von etwas leben"

"Ah, der Frechdachs ist draußen" :oops: :roll:

ich sagte darauf nichts... klar, war das "schnippisch", bzw. wirkt nach außen so... ABER ich meinte das ernst. Das ist eine Arbeitsbeziehung, sie lebt davon. Die Doppelstunde war notwendig, ich war wirklich total durch den Wind und wackelig. Nur, ich will nichts geschenkt haben.


Nun denn, dann gab sie den Takt vor, wir bleiben im Rahmen der Zeit, Thema Grenzen... sie fragte nach der Arbeit wie das ist ob ich da meine Grenzen spüre usw. War entsetzt (?) als ich sagte was das für ein Heim ist, welches Klientel da (unter anderem) ist... konkrete Situationen wollte sie wissen, hat viel gefragt.... das ging erstaunlich gut, finde ich. Bei dem Thema geht gefragt werden deutlich besser und reden auch.


Manches konnte ich aber nicht beantworten was ich in bestimmten Situationen fühle zum Beispiel. :?



Bei grenzüberschreitenden Situationen (ich schilderte ein paar Beispiele) soll ich das an der Arbeit zum Thema machen. ich meine, dass ich das j dokumentiere und es dann auch Thema in der Übergabe ist, der Fokus aber (zu Recht) auf dem Bewohner liegt. Nun, ich soll aber sagen wie es für mich gewesen ist. Da habe ich gezögert, denn das mache "wir" (an der Arbeit wir, also die Mitarbeiter) nicht. Sie bestand darauf. Wenn eine Zusammenarbeit mit ihr bestehen bleiben soll, dann gehört das dazu.


Naa dann... es interessiert halt eher niemand wie es dem Personal in so einer Situation geht, aber ich werde das machen. Die Idee es in Worte zu fassen und raus zu lassen finde ich gut. Bissi peinlich dürfte das aber werden :oops:


Die Arbeit sei eine große Ressource :) sagte sie und ich hörte das gern. Eine Art Bestätigung meiner eigenen Einschätzung.



Am Ende dann wie ich mich fühle, was ich spüre, im Körper..... joa, nee, keine Ahnung, bzw. ich spüre da erst mal nix, dann Schmerzen, wenn ich es zulasse (permanent ist das nämlich lästig)


Das war nicht so... ja, keine Ahnung... ich mag das nicht. Auf Fragen antworte ich.... manchmal geht es nicht, aber dann habe ich dennoch eine Antwort, kann es nur nicht sagen. Das aber heute, also ich weiß das nicht, spüre das nicht.


Defizitär irgendwie (?) ein Mangel, oder Makel (?) Auf jeden Fall sollte ich da etwas spüren(?) tue es aber nicht



Nun denn... hier daheim erst mal bei der KK angerufen. Genehmigung ging gestern raus :) Wegen Klinikkostenübernahme auch noch gefragt... "das sei doch nicht notwendig" :roll: ja, will die Klinik aber... "ach so, ich schau nach. Brief von mir ist seit dem 14. da"... ich höre von ihnen genaueres konnte sie nicht sagen, sprach von "ein paar Tagen"

Beides Dr.R. am Telefon mitgeteilt. Das sei doch gut und dass sie das sehr umsichtig findet dass ich nachgehakt und es ihr mitgeteilt habe.
Sie lobt viel und gerne irgendwie... ich weiß nicht so recht was ich damit machen, wie ich darauf reagieren soll(?)


Arbeit, Wohnung, Katzen und kochen/backen... seien große Ressourcen (hatte aber schon gesagt dass letzteres gerade sehr gestört ist) ich hätte viele und starke Ressourcen :) ich mag es dass sie das auch so sieht.... aber die Stunden sind anstrengend. Sie ist so dermaßen fokusiert und aufmerksam, Ablenkungen gehen gar nicht, das merkt und unterbricht sie sofort und sie hat eine Art Emotionsdetektor. Das alles sind ja sehr gute Eigenschaften, ich finde es aber eben so sehr anstrengend.... Therapie eben, kein Wunschkonzert. Ich denke, sie weiß was sie tut, kann das und ich fühle mich sicher bei ihr, schon jetzt.


SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

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