Klinik Eilfall

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Ahkira

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Ahkira » Di Dez 18, 2018 7:55 pm

Normalerweise wollte ich gar nicht mehr schreiben, denn es verletzt mich schon sehr wie über mich geurteilt wird, ohne den genauen Hintergrund zu wissen, wie das ist seine Schwester auf schrecklicher Weise zu verlieren. Meine Schwester ist am 07.09.16 plötzlich an einen Gehirntumor gestorben.
sechs Wochen zuvor war alles noch in Ordnung. Meine Schwester kam ins Krankenhaus da sie einen Tumor an der Halswirbelsäule hatte. der Arzt teilte ihr mit dass sie nach der OP Querschnittsgelähmt werden könnte, meine Schwester sagte dem Arzt, mir ist das nur wichtig dass ich meine Arme bewegen kann. Man muss noch dazu sagen meine Schwester hatte extreme Schmerzen und hat BTM verordnet bekommen. Sie sagt zu Arzt dass sie mit der OP einverstanden ist, solange die schrecklichen Schmerzen aufhören. Die ersten drei Tage nach der OP war alles OK, dann kam ein Rückfall wo sie ihre Beine nicht mehr bewegen konnte, weitere fünf Tage war meine Schwester Querschnittsgelähmt, sie konnte nur noch sprechen, nach einer weiteren Woche konnte sie auch nicht mehr sprechen, nur ihre Augen konnte sie bewegen, nach drei Wochen kam meine Schwester auf die Palliativstation. Als die Krankenschwester das erwähnte das meine Schwester auf diese Station kommt war ich zu tiefst geschockt, meine Mutter stand neben mir und hat mein Gesichtsausdruck gesehen, sie wusste gar nicht was los ist, denn meine Mutter hat von dieser Station noch nie was gehört, nun wie sagt man der eigenen Mutter was mit ihrer Tochter passiert. Meine Mutter ist fast zusammengebrochen. Von dem Tag sind wir fast jede Nacht bei meiner Schwester geblieben, wir haben meine Schwester in den Nächten nie schlafen gesehen, sondern sahen nur ihre traurige Augen. Wir kamen uns so hilflos war, das war das schlimmste meiner Schwester nicht helfen zu können. Als meine Schwester noch sprechen konnte haben ihr die Ärzte gesagt dass sie das nicht schaffen wird, meine Schwester hat uns das aber nicht gesagt, nur ihre Freundin und meine Tante wussten es, aber sie durften uns auch nichts sagen. Am 07.09,16 ist meine Schwester mit 53 Jahren eingeschlafen. Letztes Jahr zu Weihnachten hat die Familie ihren Tod nicht realisiert, da standen wir unter Schock. Aber jetzt in den letzten fünf Wochen ist das ganz schrecklich für mich und meiner Mutter. Wenn ich zu Hause bin, bin ich nur noch am weinen, auch weine ich oft die Nächte durch, ich wünsche mir dass ich bei meiner Schwester sein kann, aber ich muss für meine Mutter da sein. Je näher die Weihnachtszeit anrückt, desto größer wird die Trauer und Angst, erst jetzt wird mir das bewusst das meine Schwester Tod ist und darum kann ich auch meine Mutter nicht alleine lassen, wir halten und trösten uns zu Weihnachten gegenseitig.

Jetzt zur Klinik, ich habe selbst den Reha Antrag gestellt und mein Psychiater hat die Einweisung geschrieben, da war das bei mir auch noch nicht akut
akut wurde das erst als innerhalb kurzer Zeit wieder neue schreckliche Erinnerungen dazu kamen und ich damit nicht zurecht komme und ich suizidal war, ich bin sehr instabil, aber ich kann in diesem Jahr jederzeit zu meinem Psychiater und meine Thera ist Anfang Januar auch wieder für mich da, dann gehe ich noch regelmäßig zum Shiatsu und schreibe regelmäßig an meine Mailberaterin, durch die Familie und Freunde habe ich auch etwas Halt.
Ich schreibe auch sehr viel meine Gedanken auf. Nächstes Jahr,Ende Januar habe ich einen Klinikplatz, was für mich OK ist.

Ahkira8
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Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Ahkira8 » Di Dez 18, 2018 8:03 pm

Ich bin auch sehr enttäuscht von einigen Usern wie schnell hier geurteilt wird, ohne das ihr meine Hintergrundgeschichte kennt und sich dann noch rechtfertigen zu müssen. Das hat auch damit nichts zu tun dass ich nicht Kritikfähig bin. Für mich ist das schon schwer genug mit beidem fertig zu werden.
Ich bedanke mich an die User die mir Rückhalt gegeben haben, das weiß ich sehr zu schätzen, nur aus diesem Grund habe ich auch geschrieben.

Ahkira

Gast200

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Gast200 » Di Dez 18, 2018 11:35 pm

Eigentlich wollte ich auch nichts mehr schreiben, aber einige Worte möchte ich noch mitteilen:

Deine Hintergrundgeschichte ist schrecklich, alles, das, was mit Deiner Schwester war und wie sich das ganze auf Dich ausgewirkt hat, keine Frage, das ist sehr schlimm.

Aber hier ging es doch um einen Eilantrag und den darf ich dann eben nicht stellen, wenn ich weiß, dass ich noch Wochen nicht in die Klinik gehen möchte, um eben dieses schreckliche Zeit mit der Familie zu verbringen. Um nichts anderes geht es doch. Keiner spricht Dir deine schlimme Zeit, die Du durchlebst wegen dem Tod Deiner Schwester ab, aber wie ja schon geschrieben wurde, dann darf ich auch keinen Eilantrag stellen, wo es eben sein kann, dass ich ganz kurzfristig in einer Klinik aufgenommen werde. Dann muss man sich eben entscheiden: Entweder so schnell wie möglich in die Klinik, ohne Rücksicht auf die gemeinsame Trauerarbeit in der Familie oder eben warten und dann einen Platz bekommen, auch wenn der später ist.

Um nichts anderes ging es hier doch. Auch wenn Du verletzt bist, solltest Du doch auch betrachten, aus welchen Intentionen die User hier ihre Beiträge verfasst haben, das ist zumindest meine Meinung.

Denn es stimmt schon, manche würden gerne lieber heute als morgen in eine Klinik kommen, müssen aber aus Aufnahmekapazitätsgründen warten und das ist für diese Menschen auch bitter. Man sollte immer beide Seiten und verschiedene Meinungen sehen und auch akzeptieren können, das finde ich zumindest.

Gast

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Gast » Mi Dez 19, 2018 1:24 pm

...aber hinterher ist man immer schlauer...und nicht vorher.
Ich kann es gut verstehen dass man einen solchen Antrag stellt wenn es einem so schlecht geht und dann erst realisiert was das konkret bedeutet.
Ich hatte Tränen in den Augen beim lesen deiner Geschichte.
Es tut mir so leid.
Ich wünsche euch Kraft und alle Unterstützung der Welt für diese Weihnachten und deiner Schwester , dass sie jetzt frei ist .
Ich glaube daran, dass sie es ist.
Alles liebe
Glitza

Maya
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Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Maya » Mi Dez 19, 2018 3:39 pm

Ich sehe das mit dem Eilantrag auch völlig anders. Es gibt kein „wenn..., dann...“ keine Regeln. Es muss immer individuell der Mensch in seiner individuellen Situation betrachtet werden.
Und das oberste Ziel jeder Therapie ist es so viel Stabilität aufrecht zu halten wie möglich. Nicht jemand in die Schlange zurück zu weisen weil etwas nicht in eine Form passt.
Akira hat ihre Gründe schlüssig dargelegt. Klar ist auch das jeder seine Gründe hat. Aber man kann nur für sich selbst den richtigen Weg suchen. Akira hat ihren gefunden und damit ist der Erfolg des Klinikaufenthalts für alle, Kostenträger, sie selbst und andere wartende effektiver.

Akira, ich wünsche dir viel Fortschritt in der Klinik und das deine Familie Raum hat für die wichtige Trauerarbeit. Es tut mir sehr leid für das was euch wiederfahren ist.

Liebe Grüße!

Denken

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Denken » Mi Dez 19, 2018 6:04 pm

Wir sind hier erwachsene Menschen- wer einen eilantrag stellt, soll auch wissen, was das bedeutet. Das mit der Schwester ist schrecklch. Allerdings haben hier alle Schreckliche Erfahrungen gemacht. X Menschen warten auf einem dringenden Platz. Werden abgelehnt, weil eine einem Antrag stellt auf eile, aber dann doch nicht annehmen will. Wenn sie Zusage für über die Feiertage gekommen wäre.

Gast

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Gast » Mi Dez 19, 2018 6:55 pm

Ich sehe es so: Was kann Ahkira dafür, das es in unserem „Gesundheits“system so schlimm zugeht?

Sie hat einen Antrag im März gestellt, weil sie dringend Hilfe benötigt.
Die Wartezeiten auf einen Klinikplatz sind lang, man muss von mindestens einem Jahr ausgehen? In der Wartezeit geht es einem sicher nicht automatisch besser, oder?

Ihr Arzt hat ihren Zustand jetzt als dringlich erklärt. Damit kann eine Einweisung die eben noch Monate dauerte, jetzt plötzlich, für einem selbst, aus diversen Gründen, sehr unpassenden Moment erfolgen.

Man lehnt ab.

Wo sind dann die, die auf einen Platz warten, benachteiligt?

Ist der Platz denn jetzt unbesetzt, oder rückt nicht der nach, der als nächstes dran wäre?

Wer sich benachteiligt fühlt, kann sein Anliegen ja selbst auch beim Arzt dringlich machen. Der Arzt entscheidet dann, wie dringlich das ist, nicht der Patient.

Und es sollte auch jeder das Recht haben, sagen zu können, das es jetzt wirklich nicht geht, wenn es nicht geht.
Die Unterscheidung zwischen derer, die sich „drücken“ wollen, wo ich dann die Empörung verstehen könnte und jener, wo grade wirklich Not ist, sollte man doch etwas beachten.

Birgit unl.

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Birgit unl. » Mi Dez 19, 2018 6:57 pm

Der Beitrag oben ist von mir.

Birgit unl.

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Birgit unl. » Mi Dez 19, 2018 7:08 pm

Und für die jenigen, die behaupten, das es dann nicht dringlich wäre, frage ich, ob sie wissen was Not ist.

Doch, es ist nach wie vor dringlich für Ahkira, denke ich. Und es ist Moment noch dringlicher, in diesen Tagen, bei der Mutter zu sein. Gemeinsam diese schlimme Trauer, die jetzt erst Platz findet zu überstehen.

Dorie unlog

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Dorie unlog » Mi Dez 19, 2018 7:16 pm

Krass Birgit unl, aber ich kann dir nur zustimmen zu allem was du geschrieben hast.

@akhira tut mir leid wie das hier zugegangen ist. Lass dich nicht beirren.

Gast

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Gast » Mi Dez 19, 2018 11:04 pm

Bild

Maya
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Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Maya » Do Dez 20, 2018 8:34 am

Ehrlich gesagt bin ich da jetzt heil froh das ihr das auch so seht. Ganz ehrlich, ich zweifle manchmal echt an der Welt.
Du hast das echt gut zu Papier gebracht Birgit.
Gerade der Punkt das dabei niemand zu „Schaden“ kommt, das niemand deswegen länger warten muss. Die Kliniken haben keine unbesetzten Tage.
Ich wurde das letze mal angerufen und musste dann Ende der Woche da sein. Und ich wurde gefragt, von der Klinik, trotz Eilantrag ob mir das reinpasst.

Ich freue mich auf jeden Fall für dich akira das es im Januar klappt.

Liebe Grüße!

~SteinHart~
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Re: Klinik Eilfall

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Dez 20, 2018 9:14 am

Wobei ich finde, das zumindest im Akutklinik Bereich ein EILFALL auch einer sein sollte und man dann nicht auf allgemeine Akutpsychiatrie angewiesen sein sollte. Mit Reha kenne ich mich nicht aus, hatte ich noch nie...

Weiß nur letztes Jahr im "akut" Fall bei mir, dass ich bei der Klinik sehr deutlich gemacht habe, dass ich schnelle aufgenommen werden möchte. Beraterin, ehemalige Thera, damals evtl. neue Thera, Freunde... alle fanden es ungünstig dass man, wenn man auf eine Traumastation "muss" (oder will?) eben soooo lange warten muss. Mit einem gebrochenen Bein lässt man Menschen auch nicht monatelang warten, oder verweist sie auf ein Bett in einer Inneren, sollten die Schmerzen zu doll werden. UND mit einem offenen komplizierten Bruch, ist dem Betroffenen aber Weihnachten und sonstiges, egal was, wohl ziemlich egal... da geht man ins KH und bleibt bis man entlassen werden kann.

Drum kann ich die Frage wie eilig etwas denn ist, wenn anderes einem wichtiger ist, verstehen?



Letztes Jahr fragten Mitpatienten, die ein Jahr auf den Platz gewartet haben, wie und warum ich so schnell aufgenommen wurde ich sagte dass ich mich auf die Springerliste haben setzen lassen. Diese wird abgeklappert, wenn eben jemand, der seit Monaten wartet, zum Termin dann doch micht kann, oder will... kurzfristig absagt.... Betten müssen besetzt sein, sonst schreibt man schnell rote Zahlen ;)

Manche schauten komisch, ich meine etwas Eifersucht erkannt zu haben (weiß es aber nicht genau) aber nur bis ich sagte, dass ich Freitag Nachmittag angerufen wurde und Montag früh anrücken "musste" neee, also das wäre ja viel zu kurzfristig, nee, also so wolle man das dann auch nicht....

Ich fand das letztes Jahr sehr dringend bei mir... und habe meine Familie darauf vorbereitet dass es sein kann, das die Aufnahme in die Weihnachtszeit fällt. Denn da sagen viele erfahrungsgemäß ab, sagte man mir in der Klinik und das klingt auch logisch. DENN soooo dringend ist es manchen dann eben doch nicht.


Es gibt eben Abstufungen und Prioritäten... und leider eben aus Kostengründen viel zu wenig Plätze, mit viel zu langen Wartezeiten....


SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

~SteinHart~
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Re: Klinik Eilfall

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Dez 20, 2018 9:20 am

Eine Krankenschwester dort sagte auch, "Frau SH, die wirklich schlimmen Fälle, die finden sie hier nicht. Die sind gar nicht in der Lage zu kommen."

:( Tja, da wird man demütig, ein wenig, oder?
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(William Gibson)

Friedlich

Re: Klinik Eilfall

Beitrag von Friedlich » Do Dez 20, 2018 12:45 pm

Was mich traurig macht ist, warum akzeptiert man die eine Meinung, die Sie. Bemitleidet, aber die andere Meinung nicht?

Das was SH geschrieben hat, finde ich sehr gut hinterdacht. Ich würde da gerne einen Vergleich ziehen.

Eine Frau hat einen Herzinfarkt. Eine Frau hat einen schlaganfall. Ich schätze mal, das sie eilig ins Krankenhaus muss.. Und wenn man sie fragen würde und sie antworten noch könnte, würde sie sicher eilig die Hilfe annehmen. Oder würde sie sagen, ich habe es eilig, aber ich kann noch ne Woche warten. Ich denke mal,. Ihr vernichtungsschmerz wird so groß sein, daß sie eilig ins Krankenhaus geht.

Also ja, A.. Not zu hinterfragen ist berechtigt, schließlich wollte sie den Termin nach hinten schieben.

Hat sich ein mensch mit der Brotmaschine einen Finger abgeschnitten, wird er es wohl elig haben uns kh. Und sagt nicht. Danke das sie mich annehmen, aber ich komme erst im Januar.

Und nein, dass ist nicht böse gemeint, das ist aber Fakt.

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