Ein Hauch von Nichts und Nahtod * triggert*

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Aufatmende
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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Mo Okt 15, 2018 4:35 pm

Wenn die Innenkinder weg wären. Das wäre ein ganz schrecklicher Verlust, auch etwas komplett anderes als Charaktereigenschaften. Aber "Ich" sind sie schon. Jedenfalls dann, wenn ich sie kennengelernt habe.
Das ist alles so krass schwer in Worte zu fassen und die nehmen schon schnell etwas übel :(
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Aufatmende
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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Mo Okt 15, 2018 7:36 pm

Der Wutraum, der ist in meinem anderen Thread. Ich hoffte, dort würden mehr schreiben. Kommt ja vielleicht noch. Hier fehlt jetzt also was, was dort schon steht.

Etwas in mir bremst. Es macht Angst, in diesen Raum zu gehen, ihn überhaupt nur zu betreten.
Ich habe Angst, meine Wut auszudrücken, nicht nur, weil ich dann nicht mehr „lieb“ bin, sondern auch, weil ich das unbestimmte Gefühl habe, ich könnte noch mehr Anteile finden, die ganz und gar nicht in Sicherheit sind.
Ich weiß, ich kann euch nicht aufhalten. Ich kann nicht säuberlich planen, meiner Mutter nur in einer konkreten Situation meine Wut zu zeigen. Das wird immer Ähnliches anstoßen. Das, was in mir ist, darf sein. Auch wenn es destruktiv ist. Auch wenn es extrem bedürftig ist. Auch, wenn ich dann vorübergehend nicht mehr kontrollieren kann, wie viel ich esse. Vielleicht geht es ja auch gerade darum, die Selbstkontrolle aufzugeben und mich dem Moment zu überlassen. Weil ich nicht gleich jemanden umbringen werde, wenn ich wütend bin, unkontrolliert wütend bin.
Ich kann nicht jeden Anteil, der jetzt auftauchen könnte, mit in Therapie nehmen. Aber akzeptieren, dass er da ist. Ihn versorgen und betrauern und den Täter unschädlich machen und den Abstand zu allem groß genug halten.
In so viel Zeit, wie ich eben brauche, weil vieles auch einfach so vorbei zieht und die Innenkinder, denen es schon gut geht, automatisch helfen. Weil zur Not der Tresor fast hundertprozentig funktioniert. Nur Nachts manchmal nicht und dann kann ich notfalls aufstehen.
Warum ist da jetzt, wo ich mich der letzten Sitzung mit meiner Therapeutin zuwende, so abrupt viel Angst?

Es fühlt sich wie abgestellt an. Die Wut, die Verbindung zu den Innenkindern. :(
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D. unlog

Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von D. unlog » Mo Okt 15, 2018 8:56 pm

Gelesen.

Ich kenne die Angst vor der unkontrollierten Wut. Jahrelang gehabt. Gegenüber meiner Mutter.

Viell ist die Angst vorm Selbstkontrolle abgeben? Ich hatte meistens auch Angst meine Wut vor Theras zu zeigen, weil angst die viell damit zu verletzen, weil ich konnte mich in meine wut gut rein steigern

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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Di Okt 16, 2018 5:48 pm

Meine Thera konnte bisher gut auf sich aufpassen. Das sagt sie auch immer mal wieder, wenn ich meine, ich muss für sie sorgen. Aber in der letzten Sitzung hat sie sich auch am Kopf gekratzt und gesagt, dass sie über diese Verstrickungen erstmal nachdenken muss.
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Gast

Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Gast » Di Okt 16, 2018 6:22 pm

Hallo Aufatmende,

ich finde es immer wieder wichtig der Wut im RL Raum zu geben. Manchmal reicht es imaginativ einfach nicht. Und wenn die Anteile spüren, dass sich die Erwachsene traut wütend zu sein (auch Menschen im RL gegenüber), dann macht das innerlich auch ganz viel.

Als ich das mit deinem Wutraum gelesen habe, wollte ich dich fragen, ob du denn auch im RL mal wütend sein und das auch zeigen kannst? Wut ist Energie und wenn du sie stets einbremst, dann bremst du auch deine Lebensenergie.

LG, sayeda

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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Di Okt 16, 2018 6:31 pm

Meine Kollegin spricht seit April praktisch kein privates Wort mehr mit mir, nachdem ich mich endlich gegen sie gewehrt habe.

Bei meinem Mann ist es schwierig. Der hat auch schon mal etwas zertrümmert. Wenigstens schaffe ich es im Nachhinein jetzt meistens zu benennen, was nicht in Ordnung war.
Wir haben zwei oder drei Anläufe für ein Rollenspiel in Therapie gebraucht, in dem meine Therapeutin meinen lauten, wütenden Mann spielte und ich mich wehren sollte. Das war oberkrass.

Du bist ja auch ein Lamm, sagte jemand kürzlich. Hoffentlich kein Opferlamm mehr. Lammfromm will ich eigentlich auch nicht sein.
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lara64
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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von lara64 » Di Okt 16, 2018 10:58 pm

Hallo Aufatmende,

kleine Korrektur zu meinen vorherigen geschriebenen, muss natürlich heißen: es gibt hier KEIN einheitliches ICH...es gibt ein Außenteam, dass den Alltag unter sich aufgeteilt hat, den zu organisieren und bewältigen..also die zwei die zu meist auf der Arbeit und im Privaten da sind...und die Dritte..aber die lassen wir mal..ist mir für so offen noch zu heikel..
und die meisten hier im Innen wissen nicht in welchem Jahr wir heute sind..die sind in ihrer Zeit stecken geblieben...und das macht es dann halt auch schwierig für manche zu sagen, wir ändern hier mal eben den Namen und suchen was passendes neues..weil vielleicht ja jetzt...
geht hier bei einigen im Innen eher darum zu klären, ob das was sie bisher ausgezeichnet hat, an Aufgaben, Eigenschaften und Merkmalen ob es das im Hier und Jetzt neue Aufgaben zu übernehmen gibt...vor allem die Täterloaylen Anteile oder die Zerstörer...
viele andere programmierte Anteile, wo erst einmal das Programm geklärt werden muss...

und Wut, ging mir wie Sayeda, dass ich auch dachte, hast du das innerhalb der Therapie mal life und laut gemacht??
Ja das ist total heftig..kennst du Psychodrama..das könnte vielleicht eine Möglichkeit sein, damit konnte hier eine Erwachsene schon mal Dinge gut klären..."leerer Stuhl/heißer Stuhl" oder in einer Art Rollenspiel...damit haben wir hier auch unser Gottesbild verändert weil in einer besonderen Form des Psychodramas auch Gott auf den heißen Stuhl gesetzt werden kann...und das hatte hier schon etwas völlig befreiendes...

und auch in der aktuellen Therapie...sind schon mal Knautschbälle in die Ecke geflogen, die Türe zugeworfen...und halt in Schriftform per Mail an die Therapeutin, der entsprechende Anteil...die Therapeutin hat dann immer wieder die Rahmenbedingungen geklärt...nix darf im Raum kaputt gehen, keiner darf verletzt werden...alles andere ist erlaubt..ach ja, ausziehen auch nur so, dass T-Shirt etc. noch anbleiben oder Rock und Hose...

ein kleines Mädchen hat mal mir der Thera draußen ein paar Schritte von den Räumen entfernt mit Plakafarben auf große Bögen Karton mit den Pinseln "Farbe geworfen"...Tonballen an die Wand werfen...

und in einer besonderen Runde mal mit den besagten Batakas gearbeitet..nicht mit der aktuellen Therapeutin...innerhalb meiner Weiterbildung mit einem mänlichen Weiterbildungsleiter...und das hatte echt was total befreiendes..weil die Regeln klar waren, klar war, dass er eine bestimmte Rolle inne hat...

sorry war jetzt ein wenig viel von unserem Umgang mit Wut..
gerne löschen wenn das dir da zuviel ist.

Shalom - lara64

Aufatmende unlogged

Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende unlogged » Do Okt 18, 2018 11:44 am

lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
und die meisten hier im Innen wissen nicht in welchem Jahr wir heute sind..die sind in ihrer Zeit stecken geblieben..
Das ist inzwischen bei jedem noch neu auftauchenden Anteil so. Da muss ich jedes Mal meine ganze Lebensgeschichte erzählen wie es ein Kind oder Teenager versteht. Aber dann "kommen sie auch an", zuerst am sicheren inneren Ort, nehmen Kontakt mit Anteilen auf, die gerade dort sind, wer da ist, kann ich wenig beeinflussen. Welche, die vom Alter oder von dem, was sie erlebt haben, passen, die haben aber i.d.R. keine Namen (mehr).
lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
geht hier bei einigen im Innen eher darum zu klären, ob das was sie bisher ausgezeichnet hat, an Aufgaben, Eigenschaften und Merkmalen ob es das im Hier und Jetzt neue Aufgaben zu übernehmen gibt...vor allem die Täterloaylen Anteile oder die Zerstörer...
Die Zerstörer finde ich am allerschwierigsten. Wenn ich zu Hause in meinem Einkaufskorb doch Süßigkeiten finde, obwohl ich dachte, ich bin an dem Regal vorbei gegangen und sie genervt am nächsten Tag mit in die Arbeit nehme, wenn ich sie nicht schon aufgegessen habe. Das fühlt sich, wenn ich "quer drauf" bin, total fremdbestimmt an. Oder wüste innere Beschimpfungen der Therapie oder von etwas, was eigentlich eine Verbesserung, aber eben eine Veränderung ist. Oder plötzliche Unfähigkeit, mich einzucremen.
lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
viele andere programmierte Anteile, wo erst einmal das Programm geklärt werden muss...
Magst du da etwas per PN zu schreiben? Da fehlt mir jegliche Vorstellungskraft. Dazu musst du ja den "Programmknopf" finden und das heißt ja, du musst relativ weit in das Alte eintauchen? Das ist ja gruselig!
Konditionierung kenn ich auch, Lehrer sind da begabt. Haarklein einer vorgegebenen Iszenierung folgen :twisted:
lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
und Wut, ging mir wie Sayeda, dass ich auch dachte, hast du das innerhalb der Therapie mal life und laut gemacht??
Ja das ist total heftig..kennst du Psychodrama..das könnte vielleicht eine Möglichkeit sein, damit konnte hier eine Erwachsene schon mal Dinge gut klären..."leerer Stuhl/heißer Stuhl" oder in einer Art Rollenspiel...damit haben wir hier auch unser Gottesbild verändert weil in einer besonderen Form des Psychodramas auch Gott auf den heißen Stuhl gesetzt werden kann...und das hatte hier schon etwas völlig befreiendes...
Ja, das hab ich schon laut in Therapie gemacht. Vor ca. 2 Monaten eine imaginierte Gerichtsverhandlung für meinen Vater und meinen Onkel. Das war oberheftig. Danach hat sich rauskristallisiert, dass das Gleiche mit meiner Mutter fehlt. Das habe ich dann auch gemacht und kaum war ich nach der Therapie zu Hause angekommen, sind das Seifenkind und die Wütende aufgetaucht, die ebenfalls noch ihre Wut ausdrücken müssen. Weil ich nur noch in die Lücken im Plan meiner Therapeutin rutsche und es auch extrem viel Kraft kostet, dauert es eben, da durch zu gehen. Und ein reales Leben habe ich ja auch noch, ein buntes, schönes, aber forderndes.
Gott auf den Stuhl setzen, das kann ich mir schwer vorstellen "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen"....Wütend auf Gott, das war ich schon lautstark. Meistens erlebe ich ihn aber bergend und schützend oder in dem, was Jesus gelitten hat, sowas wie solidiarsch mit meinen körperlichen Verletzungen und dem Gefühl der totalen Verlassenheit.
lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
die Therapeutin hat dann immer wieder die Rahmenbedingungen geklärt...
Das macht meine Therapeutin auch immer wieder neu. Sie hat mir auch schon zweihundert Mal gesagt, dass ich ihr schreiben kann, weil es eben auch nicht unbedingt gesagt ist, dass das "alle in mir" mitbekommen. Es dauert wegen ihrer persönlichen Situation jetzt oft nur lange, bis sie antwortet und manchmal kommt auch nur zurück: "Hab's gelesen".
lara64 hat geschrieben:
Di Okt 16, 2018 10:58 pm
sorry war jetzt ein wenig viel von unserem Umgang mit Wut..
Nein, war nicht zu viel, geht nur nicht mehr am Handy zu beantworten :wink: Es geht mir ja hier um den Austausch und auch ums Gesehen und Anerkannt Werden von dem, was passiert ist.
Danke, lara.

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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von lara64 » Mi Okt 24, 2018 11:32 pm

Hallo Aufatmende,

ich hoffe ich habe morgen die Kraft und Energie dir zu antworten..ist mir wichtig. Aber nicht einfach soo..

Ich hoffe du bist inzwischen wieder gesund, also hast die Erkältung weitestgehend auskuriert und kannst langsam wieder anfangen zu arbeiten.

Shalom - lara64

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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von lara64 » Do Nov 01, 2018 11:07 pm

Hallo Anja,

sorry ist nicht unhöflich, aber hier ist oft so viel..
Das ist inzwischen bei jedem noch neu auftauchenden Anteil so.....erlebt haben, passen, die haben aber i.d.R. keine Namen (mehr).
mhh, hier reicht das so nicht. Die leben in der Zeit und oft dauert es Monate bis die damit zu Recht kommen, dass sich hier inzwischen einiges verändert hat..also selbst wenn die dann im Therapieraum sein konnten, wenn die Thera ihnen dann Dinge zeigt, die es zu der Zeit nicht gab..Tablet, ihre kleine Musikanlage etc..also selbst so Dinge...die sind dann auch wieder weg, sobald die wieder nach Innen sind...und es gibt keinen gemeinsamen inneren sicheren Ort..von daher muss erst mal geschaut werden, ob die zu welchen die schon da sind passen, ob die die/den Neuen aufnehmen..die kennen sich manchmal schon, manche auch nicht..und vor allem Kindanteile haben hier dann auch jeweils eine Schutzpersönlichkeit, die immer zusammen gehören und da muss dann auch geschaut werden, wie das passt..
kann also sein, dass der neue Anteil erst mal wieder so ins Innere geht, dort einen Raum erhält, den er für sich schön gestalten kann, aber wo er mit der Schutzpersönlichkeit erst mal ohne Anbindung an andere ist...und die Schutzpersönlichkeit kann auch ein Tier/Phantasiewesen sein, für die gibt es unsere Zeitrechnung ohnehin nicht..da braucht es viel arbeit bis da Anteilen klar ist, dass es nicht mehr so ist wie damals..
Die Zerstörer finde ich am allerschwierigsten....Oder wüste innere Beschimpfungen der Therapie oder von etwas, was eigentlich eine Verbesserung, aber eben eine Veränderung ist. Oder plötzliche Unfähigkeit, mich einzucremen.
Ja die Zerstörer und Boykotierer sind eine Herausforderung, aber eben auch die Täterloyalen und die Täterintrojekte für die Tätersein etwas völlig normales ist, auch innerhalb des Therapieraumes, und wo oft erst mal die Regeln wieder geklärt werden müssen..von Seiten der Therapeutin..
und die mir dann zu Hause oft das Leben echt schwer machen, weil die eben wie die Täter denken und handeln...deren Name dann schon "Progamm" ist
sorry hatte nicht mehr daran gedacht, dass es nicht PN..dazu echt mehr in eine PN
Programme
ja per PN..am Samstag..

Konditionierung, reicht oft schon aus um einen den Alltag schwer zu machen, gibts hier mehr als genug..
..und Wut
mhh also ich meinte das nicht imaginiert...sondern so real dir die Person in den Raum reingeholt, auf einen leeren Stuhl gesetzt, wenn nötig ein Symbol dafür hingelegt und dann so richtig vor den Stuhl, das Kissen etc. stehen und die Wut artikulieren...
und sich Gott auf einen leeren Stuhl zu setzen, dazu muss ich mir ja kein Bild von Gott machen...ich setzen ihn da so auf den Stuhl wie er für mich ist...Vater, Sohn und heiliger Geist..und die ersten beiden sind ja sehr personal insofern kann ich mir hier schon auch jemand personales hinsetzen...
mhh...ich erlebe ihn schon auch mitleidend oder mich haltend, bergend, schützend..und zugleich gibt es hier schon auch diejenigen die ihn Fragen wo er denn war, was wir so klein und schutzbedürftig waren, ob er da geschlafen hat, oder spazieren gegangen ist...mhh so ein Kindergartenkind, so eine die im Kommunionunterricht das was ganz anderes erzählt bekommen hat, wie sie dann mit vielen Geistlichen erlebt hat..die hat auf den Gott einfach auch eine große Wut..und ist enttäuscht..

so hoffe dass es jetzt nicht zu viel war..auch das mit dem Programm, da gäbe es noch mehr zu sagen, aber das ist hier oft sehr schwierig, weil meist eher tabu..

Shalom - lara 64

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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Sa Nov 03, 2018 11:33 am

Im Prinzip kenne ich die langsame Annäherung der Teile aneinander auch, je nach Wetter sind sie dann zuerst eher im Garten oder in einem manchmal hoch komplizierten Schutzraum und meine Lebensgeschichte habe ich auch schon gefühlt hundertfach erzählt. Das geht aber inzwischen alles ohne Therapie. Vermutlich ist es bei dir noch stärker abgegrenzt als bei mir. Die Persönlichkeiten bleiben auch nicht erhalten, sondern gehen ineinander auf, ohne dass ich das anstrebe, oft durch Umarmung oder (wilden) Tanz, manchmal auch an einer Festtafel.

Ich habe den Verdacht, dass ich auch so schwer zu meiner Wut finde, weil es sich wie bei der Trauer "überflutend" anfühlt. Ich könnte dann so grausam, sadistisch, mordlustig werden wie mein Vater. Als ob mich dann die am tiefsten verbuddelten Täterintrojekte übernehmen.
Jetzt wird mir auch klar, warum es mich so erschreckt hat, als ich das letzte Mal mit meiner Schwester telefoniert habe. Da waren die Täteranteile (nicht gegen mich gerichtet) nämlich überaus deutlich!

Konditionierung kann man ja auch auflösen. Gott sei Dank!

Bisher habe ich immer als Erwachsene mit Gott geredet. Dass die Innenkinder das auch brauchen könnten, auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen! Dafür ist meine Therapeutin eher nicht geeignet, da sie dem Buddhismus näher steht. Da bräuchte ich dann auch schon jemanden, der mit mir beten kann.

"Programm" gerne per PN, aber nur, wenn es dich nicht unnütz belastet. Nur, wenn die betroffenen Anteile mitbekommen, dass nichts Schlimmes passiert, wenn du darüber schreibst.
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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Aufatmende » Di Nov 06, 2018 5:02 pm

Am Samstag hatte ich mit jemandem, der mir nahe steht, einen massiven Streit. Ich bin aus meinen eingefahrenen Mustern ausgestiegen und habe mich lautstark gewehrt. Alles gesagt, was ich wollte. Das war ein Meilenstein für mich, aber leider war die Meinung der anderen Seite absolut statisch und unverrückbar.
Trotzdem bin ich sehr stolz auf mich!
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Re: Nahtod *triggert*

Beitrag von Imagica » Di Nov 06, 2018 9:08 pm

Hallo Aufatmende,

na das ist echt ein großer Schritt! Geht bei mir auch so gut wie nie. Übe ich immernoch. Da kannst Du mit Recht stolz auf Dich sein!

Liebe Grüße,
Imagica

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Ein Hauch von Nichts triggert

Beitrag von Aufatmende » Do Nov 08, 2018 3:51 pm

In meinem Becken
Da, wo sonst ein schwarzes Loch ist
Ein Hauch von Nichts
Wie ein einziger Atemzug aus Raureif
Gefroren
Aus Not geboren
Zerbrechlich.
Verloren
Das Kind in mir
In meiner Mitte
Wieder belebt
Weil ich mich achtsam zusammensetze
Wie soll ich etwas zu mir nehmen
Was zerfließt?
Reicht es
Wenn ich weine?
Zuletzt geändert von Aufatmende am Fr Nov 09, 2018 6:14 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ein Hauch von Nichts

Beitrag von Aufatmende » Do Nov 08, 2018 4:40 pm

Das Kind, höchstens 4 Jahre, in Taillenhöhe dieses Monsters. Auf dem Schreibtisch hart von unten (wie der Boden unter der Gymnastikmatte). Ihres Vaters Finger in ihrer Scheide. Stöhnen in den Ohren. Übelkeit. Massiver Hustenanfall. Auch sein Glied in ihrem Mund. Warum taucht es jetzt auf? Das Schweigen. Dort hatte sie schon schweigen gelernt. Kein Geräusch machen, nicht schreien, nicht würgen, alles schlucken, nichts erzählen.
Sie ist aufgestiegen und hat ihren Körper liegengelassen. Es fühlt sich an, als hätte sie gar keine Substanz. So etwas wie Nebel oder eine Regenwolke.

Du warst ein ganz tapferes kleines Mädchen. Du hast das gut gemacht. Du bist von dem weggegangen, was man nicht aushalten kann. Du hast dich in Sicherheit gebracht. Aber dabei hast du etwas verloren und das finde ich jetzt wieder. Das ist nicht schön für mich, weil ich deinen Schmerz spüre und wie eklig es war und wie schlimm es war, dass du kein Geräusch machen durftest. Ich kann auch gerade nicht einmal laut für dich schreien, weil ich gerade schon so heftig husten musste. Ich spüre, wie es dir ging. Das ist in Ordnung. Du bist nicht schuld daran, dass es mir gerade schlecht geht und dass ich gestern so traurig war. Daran ist unser Vater schuld. Den werden wir noch unschädlich machen. Aber jetzt möchte ich dich erstmal an den sicheren inneren Ort bringen und ich weiß gerade noch nicht so genau, wie ich deinen Körper da hin kriege und das, was da schwebt.
Der Wutdrache, ich wusste, dass ich den brauche, nur noch nicht, wofür. Nur, dass es der kleinere sein musste, für ein kleines Kind. Und der Husten, der immer noch nicht weg ist. Das war deiner.

Nicken.
Der Wutdrache hat ein Regenwolken-Nebelnetz. Der fängt das ein, was von dir fliegt. Und du darfst auf seinem Rücken reiten. Dem macht das auch nichts, wenn du da draufkotzt.
Der kann richtig gefährlich sein, obwohl der so niedlich aussieht. Der stößt einen Feuerstoß aus und zündet unseren Vater an. Das Feuer klebt an dem. Das kann man nicht löschen. Und es ist gerade wichtig für dich, dass der lange brennt, bis er tot ist. Weil es für dich so lange gedauert hat.
Der Drache fliegt dich zum sicheren inneren Ort. Da ist ein Babybecken wie im Schwimmbad mit einer kleinen Rutsche und einem Piratenschiff. Der Drache setzt dich ab ins warme Wasser und du kannst dir jemanden aussuchen, der dich wieder ganz sauber wäscht. Der Drache sitzt im Ausguck vom Piratenschiff und passt auf. Wenn du das Wasser danach eklig findest, machen wir neues rein. Das kann sogar grünes Drachenwasser sein. Und du kannst eine Drachenhaut anziehen, wenn du willst. Der Drache hat die Regenwolke wieder frei gelassen. Die kann bei dir landen, wenn du willst. Aber vielleicht muss die noch Regentropfentränen weinen. Vielleicht sogar grüne. Da steht auch eine Plastiktrompete. Damit kannst du Krach machen. Und ein Brummkreisel. Und Zisselmännchen.
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