SVV - Selbsthilfe, Wundversorgung, links

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SVV - Selbsthilfe, Wundversorgung, links

Beitrag von LunaSue » Fr Mai 18, 2012 9:23 am

Wie stoppe ich selbstverletzendes Verhalten?

Es gibt da verschiedenste Wege aus dieser Krise zu kommen.
Eine bevorzugte Technik ist es, etwas zu tun, was keine Selbstverletzung ist, aber trotzdem noch ein intensives Gefühl erzeugt.

zum Beispiel:

- Eiswürfel an den Körper drücken
- Ein kaltes Bad nehmen
- Sich kalt duschen
- Etwas scharfes essen - hineinbeißen in eine Pfefferoni, Zitrone, Grapefruit ...

Gleichwertige Reaktionen und Empfindungen sind sehr nützlich.
Diese Strategien funktionieren, weil die Gefühle welche selbstverletzendes Verhalten auslösen sehr intensiv sind und weiterhin vorhanden sind.

Die intensiven Gefühle kommen und gehen wie Wellen und wenn man solch einer Welle widerstehen kann, hat man eine Ruhepause vor der nächsten.
Umso mehr Wellen man durchhalten kann ohne schwach zu werden, umso stärker wird man.
Aber es taucht folgende Frage auf - sind diese Dinge wie kalte Dusche, Eis nicht genauso selbst verletzend?

Der Hauptunterschied ist, dass dies keine andauernden Folgen ( Wunden) macht.
Wenn man eine Handvoll Eiswürfel an den Körper drückt oder Finger für einige Minuten in Eiscreme steckt, schmerzt es wie ein Ritzer, aber es hinterlässt keine Narbe.
Es bleibt nichts zurück weshalb man sich anschließend rechtfertigen muss.
Man braucht sich anschließend nicht schuldig fühlen
- man ist halt ein wenig narrisch - aber man ist stolz, dass man eine Krise ohne Ritzen überstanden hat - ohne Schuldgefühle.
Diese Art von Verschiebung dient nicht dem Zweck die Wurzeln des Selbstverletzenden Verhalten zu heilen. Denn du kannst keinen 10.000 Meter- Lauf machen, wenn du zu müde bist den Raum zu durchqueren. Diese Technik hilft dir aber, um durch diese Situation zu kommen, wo es dir schlecht geht. Es verhindert, dass die Situation noch schlimmer wird. Sie sind eine Trainingsstrecke welche dich lehrt, daß du durch Krisen kommst ohne dich zu verletzen. Du kannst dies verfeinern bessere Bewältigungsstrategien ausarbeiten.
Später, wenn der Drang zur Selbstverletzung nachlässt und verschwindet hast du Kraft vieles aufzuarbeiten.
Nutze diese Methode um dir selbst zu zeigen, dass du mit Belastungen ohne selbstverletzendes Verhalten umgehen kannst. In der nächsten Krise wird der Drang geringer werden.

Die erste Aufgabe, wenn du entscheidest, das SVV zu stoppen ist:
Den Kreislauf, das Muster zu durchbrechen - neue Wege zu finden.
Du musst daran arbeiten - es kommt nicht von selbst.
Du kannst es nicht nur in der Theorie machen - es ist harte Arbeit.
Du musst bereit sein die Wand zu durchbrechen, zu arbeiten.
Du selbst musst was anderes tun.
Wenn wieder einmal das Gefühl aufkommt und du etwas Scharfes siehst, musst du bereit sein etwas anderes zu tun.
Du siehst, dass du wählen kannst.
Dies nimmt dir das Gefühl des ausgeliefert seins.

Aber was kann man alternativ tun?

Zuerst nimm dir einige Momente Zeit um zu schauen, was hinter dem Drang steht - was du im Moment fühlst.

Wie fühle ich mich ?
Bin ich zornig ?
frustriert ?
ruhelos ?
traurig ?
Hab ich nur Ritzverlangen?
Fühle ich mich abgehoben?
Fühle ich mich gefühllos?
Spüre ich mich nicht?

Als nächstes:
Verbinde Aktionen mit dem Gefühl
Zum Beispiel:
Wenn du zornig frustriert, ruhelos bist
- Mache etwas um dich abzureagieren, jedoch niemals gegen andere Personen!
- Zerschneide eine Plastikflasche, ein Kleidungsstück, schneide einen Fetzen anstelle dich selbst.
- Schmeiße einen Polster gegen die Wand wie bei einer Polsterschlacht.
- Reiße Seiten aus einem alten Telefonbuch, zerreiße eine Zeitung
- Nehme ein Foto oder eine Zeichnung von dir - markiere mit rotem Stift, was du vorhast zu tun.
- Zerschneide, oder zerreiße das Bild.
- Zerbreche Äste, die du findest ,
- Schalte Musik zum Tanzen an.
- Reinige dein Zimmer - das ganze Haus.
- Spiele mit einem Ball.

Wenn du dich traurig, deprimiert, unglücklich fühlst
Mache etwas Ruhiges, besänftigendes, zum Beispiel:
- Ein warmes Bad mit Badeöl oder Schaumbad
- Tue dir etwas Gutes mit einem warmen Kakao oder einem guten Buch.
- Kuschle dich zusammen, nimm ein Kuscheltier.
- Mache was immer um dich sicherer und wohler zu fühlen.
- Lasse es angenehm duften z. b. Räucherstäbchen Duftkerzen, Duftöle verdampfen
- Höre beruhigende Musik.
- Schmiere Pflegecreme auf die Stellen wo du dich verletzen willst.
- Rufe einen Freund, eine Freundin an und rede nur das was du willst, wonach es dir ist.
- Richte dir ein Tablett mit deinen Genussmitteln und begebe dich damit zu Bett und schaue Fernsehen oder lese.
- Besuche einen Freund oder eine Freundin.

Extremes Verlangen, Gier, Gefühl sich zu verlieren.
Gefühl abzuheben, zwischen Gefühlen hin und her gerissen sein, sich nicht mehr spüren:
- Mache etwas was einen starken, spürbaren Reiz auslöst.
- Drücke lange Eis an deinen Körper bis es schmerzt, rote Flecken macht. (dies gibt anschließend keine Wunden)
- Stecke deine Finger in Eiscreme. Beiße in eine Pfefferoni oder in ein anderes scharfes Gemüse.
- Schlage deine Hände mit einem Gummiband. Nimm ein kaltes Bad.
- Strample deine Füße auf den Boden.
- Konzentriere dich wie du atmest. Achte darauf wie sich der Bauch und der Brustkorb bei jedem Atemzug bewegt.

Wenn du dich sammeln willst, mache etwas um deine Konzentration anzuregen.
Zum Beispiel:
- Game - Boy spielen
- Handarbeiten, abmalen.
- Esse und kaue etwas ganz bewusst, achte auf den Geschmack.
> Als Beispiel: Nimm eine Rosine ganz bewusst in deine Finger, schaue sie an, betaste sie - wie fühlt sie sich an? - Rolle sie zwischen den Fingern. - Betrachte sie ganz genau, alle kleinen Feinheiten der Oberfläche.- Versuche sie mit Worten zu beschreiben. - Führe die Rosine zu deinem Mund. Achte wie sie sich mit der Zunge anfühlt, wie sie genau schmeckt.
Woran erinnert dich dieser Geschmack?
Achte auf deinen Speichelfluss - Wie fühlt sich dieser an?
Kaue die Rosine ganz langsam, was spürt deine Zunge - sind Fasern, Stengel zu spüren?
Ändert sich der Geschmack während dem Kauen?
Schließlich schlucke die Rosine.

Wunsch Blut zu sehen:
- Zeichne auf dir mit einem roten Filzstift Striche auf die Haut.
oder: Nehme ein Fläschchen mit roter Lebensmittelfarbe und erwärme sie langsam indem du das Fläschchen in eine Tasse stellst und langsam warmes Wasser in die Tasse tropfen lässt.

Nehme das Fläschchen und fahre langsam über die Stellen der Haut, die du zu ritzen vorhattest, - drücke das Fläschchen an die Haut so als ob du vorhättest dich zu ritzen.
Tropfe einige Tropfen der Lebensmittelfarbe (6-7 Tropfen) auf die Stelle. - Nehme Eiswürfel und ziehe sie durch die Tropfen der Lebensmittelfarbe.

Bemale dich mit roten Fingerfarben.

Wunsch Narben zu sehen oder Blutkrusten zu kratzen.
Nehme einen Henna Färbesatz (Haarfärber). - Schmiere die Paste auf die Haut. - Lasse sie über Nacht eintrocknen.
Am nächsten Tag kannst du sie abzupfen. - Es lässt orange spuren zurück.
Ein weiterer Tip der oft hilft ist das 15 Minuten - Spiel
Sage Dir: 15 Minuten will ich durchhalten - du kannst es.
Wenn 15 Minuten vorbei sind, schaue ob du noch einmal 15 Minuten durchhalten kannst.
Ich habe dies alles versucht - Ich will trotzdem ritzen.
Wenn der Drang unaushaltbar ist, entscheide zuvor ganz genau, wieviel du dir erlaubst und wann es genug ist.
Erlaube nicht dem Drang, dich zu kontrollieren!
sondern:
Ich kontrolliere den Drang!

Entscheide im vorhinein ganz genau was du dir selbst erlaubst, und was zuviel ist und halte dich an deine Limits.

Folgende Fragen solltest du dir stellen:
1. Warum fühle ich mich danach, mich verletzen zu müssen? Was hat mich zu diesem Punkt gebracht?
2. War ich schon einmal an diesem Punkt? Womit hatte es zu tun? Wie fühlte ich mich dann?
3. Was tat ich bisher um dieses ungute Gefühl zu erleichtern (anstelle von mich verletzen)?
4. Wie fühle ich mich jetzt in diesem Moment?
5. Wie werde ich mich fühlen wen ich mich verletze?
6. Wie werde ich mich nach dem SVV fühlen? Wie wird es mir morgen früh gehen?
7. Kann ich diesem Stress ausweichen, oder mit ihm in Zukunft besser umgehen?
8. Muss ich mich selbst verletzen ?

Vgl. Andritsch, Hans, Facharzt f.Psychiatrie u.Neurologie, Psychotherapeut, psychiatrie.andritsch.at (URL nicht mehr aktiv)
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.

Viktor Frankl

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SVV - Selbsthilfe, Wundversorgung, links

Beitrag von LunaSue » Fr Mai 18, 2012 9:41 am

Selbsthilfebogen für Menschen mit Borderline-Störung
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Dieser Selbsthilfebogen soll es Menschen mit Borderline-Störungen erleichtern, ihre eigenen
Selbsthilfemöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen.
Niemand ist psychischen Krisen hilflos ausgeliefert; vielmehr gibt es zahlreiche
Einflussmöglichkeiten um das Ausbrechen, die Dauer und die Folgen von Krisen/schweren
psychischen Symptomen zu beeinflussen. Einige Krisen können ganz vermieden werden,
andere lassen sich abmildern.
Es ist wichtig, sich genügend Zeit für die Bearbeitung dieses Bogens zu nehmen. In der Regel
ist es sinnvoll, nicht den ganzen Bogen in einem Stück auszufüllen, sondern ihn mehrmals zur
Hand zu nehmen und zu ergänzen. Das Ausfüllen des Bogens soll nur eine Unterstützung
sein, um den Prozess des Nachdenkens und Erinnerns zu fördern; er ist keine
Versicherungspolice, die man getrost zur Seite legen kann, sondern liefert Anregungen für die
tägliche Bemühung um mehr Selbsthilfe und Selbstbestimmung.
Die Bearbeitung dieses Bogens bewirkt ein besseres Verständnis der eigenen psychischen
Schwierigkeiten und der Zusammenhänge zu Situationen und eigenem Verhalten. Ohne
konkrete Verhaltensänderungen lassen sich psychische Schwierigkeiten meistens nicht ändern,
weshalb man am Besten sofort damit beginnen sollte.
Die Bearbeitung dieses Bogens ersetzt keine Psychotherapie, enthält aber viele Themen, die
auch Inhalt einer Psychotherapie sind. Du kannst den Bogen alleine bearbeiten, aber auch
zusammen mit einem Menschen Deines Vertrauens, in einer Selbsthilfegruppe oder
gemeinsam mit einem Therapeuten.
Dieser Bogen hat keine ewige Gültigkeit, weshalb es sinnvoll ist, ihn gelegentlich zu
aktualisieren.
________________________________________________________________________
Wenn es mir durch die Bearbeitung dieses Bogens schlechter gehen sollte, mit wem könnte
ich dann sprechen?
Ich nehme mir vor, dann mit ..................(Name einfügen) darüber zu sprechen.
Meine seelischen Abwehrkräfte stärken
Ebenso wie sich unsere körpereigenen Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger stärken lassen,
indem wir uns z.B. vitaminreich ernähren, so gibt es auch Möglichkeiten, um unsere
psychischen Abwehrkräfte zu stärken. Dies ist gerade für Menschen mit Borderline-Erleben
besonders wichtig, da sie nur geringe Abwehrkräfte gegen psychisches Leiden haben und
deshalb schnell in Krisen geraten. Hier geht es um Fragen wie: Was hält mich gesund? Was
schützt mich vor Stress? Wodurch fühle ich mich wohl?
1. Häufig ist es in guten Zeiten relativ leicht, Dinge zu tun, die unser seelisches Gleichgewicht
stärken, während uns dies in schlechteren Zeiten gar nicht gelingt, obwohl wir es gerade dann
umso nötiger bräuchten. Daher ist es sinnvoll sich zu fragen:

Was gelingt mir in guten Zeiten, wodurch es mir weiterhin gut geht/ was mir hilft mein
Gleichgewicht zu bewahren:
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________
4.___________________________
5.___________________________

2. Was davon könnte ich vermehrt tun, wenn es mir nicht gut geht?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

3. Was macht mir für gewöhnlich Spass? Bei welchen Tätigkeiten/Situationen geht es mir
besonders gut? (Ohne das es mir nachher umso schlechter geht.)
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

4. Was brauche ich für mein seelisches Gleichgewicht unbedingt?
(Hierzu können ganz basale Dinge gehören, wie z.B. ein Minimum an Bewegung,
Körperpflege, ein Minimum an sozialen Kontakten, Tagesstruktur usw.)
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________
4.___________________________
5.___________________________

5. Durch welches Verhalten könnte ich mein seelisches Gleichgewicht innerhalb kürzester
Zeit aus dem Gleichgewicht bringen? Wodurch ist mir das schon einmal passiert?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________
(Dies also unbedingt vermeiden.)

6. Seelisches Gleichgewicht bedeutet Balance. Sie wird häufig gefährdet, wenn wir Menschen
zu viel oder zu wenig von etwas tun. Gerade Menschen mit Borderline-Erleben haben große
Schwierigkeiten, diese Balance längerfristig aufrechtzuerhalten.

6a. Wovon darf ich nicht zu viel tun?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

6b. Wovon darf ich nicht zu wenig tun?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

Zum Ende dieses Abschnittes:
7. Was nehme ich mir konkret für die nächsten Tage vor, um meine seelischen Abwehrkräfte
zu stärken?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

Belastungen erkennen und vermeiden
Menschen mit Borderline-Erleben neigen dazu, die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit schnell
zu überschreiten; zum Teil fällt es ihnen auch schwer, wahrzunehmen, wodurch sie eigentlich
belastet oder überfordert sind. Deshalb ist es besonders wichtig, Belastungen zu erkennen, um
sie anschließend reduzieren zu können.
8. Wie macht sich psychische Anspannung bei mir bemerkbar? (Es können typische
Borderline-Symptome auftreten, aber auch Anzeichen wie Gereiztheit,
Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Müdigkeit, Unlust, körperliche Anspannung
usw.).
Es ist wichtig, auch für Anzeichen leichterer Überforderung/Belastung sensibel zu werden,
denn Menschen mit Borderline-Erleben erkennen häufig erst ganz massive
Überforderungssignale.

8a. Erste Anzeichen für Belastungen/Überforderungen:
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

8b. Spätere Anzeichen für Belastungen/Überforderungen:
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

9. Welche Situationen, Ereignisse, Gedanken belasten mich übermäßig und können meine
Symptomatik verstärken oder/und mich eventuell in eine Krise treiben?
kurzzeitige Belastungen, besondere Situationen in folgenden Bereichen:
Familie, Bekannte, Freunde
Partnerschaft
___________
_______________
_______________
Freizeit
________________
________________
________________
________________
Arbeit
________________
________________
________________
________________
dauerhafte Belastungen (chronischer Stress)
Familie, Bekannte, Freunde
Partnerschaft
___________
_______________
_______________
Freizeit
________________
________________
________________
________________
Arbeit
________________
________________
________________
________________

10. Welche Belastungen kann ich heute oder in den nächsten Tagen vermeiden?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

11. Was muss ich dazu tun?
__________________________________________________
__________________________________________________

12. Welche Ereignisse, Lebenssituationen, eigenes Verhalten haben bei mir bisher zu Krisen
oder zum intensiven Auftreten von Symptomen geführt?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________
4.___________________________
5.___________________________

13. Welche Situationen/eigenes Verhalten führt bei mir fast zwangsläufig zu einer erneuten
Krise oder zum intensiven Auftreten von Symptomen?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

14. Kann ich diese belastenden Situationen teilweise oder ganz vermeiden? Welche und wie?
__________________________________________________
__________________________________________________
_______________________________________________

15. Wenn ich diese belastenden Situationen nicht vermeiden konnte, so muss ich versuchen in
der Situation den Stress zu bewältigen. Wie kann ich also dem Stress entgegenwirken?
(Hierher gehören auch ganz basale Stressbewältigungsmöglichkeiten wie etwa ruhig atmen,
mir positive Sätze sagen, an später denken, den Kontakt zu meinem Körper nicht verlieren.)
Versuche Dich an die letzten belastenden Situationen zu erinnern. Was hast Du getan? Was
würdest Du von Heute aus betrachtet beim nächsten Mal machen?
__________________________________________________
__________________________________________________
__________________________________________________

16. Was kann ich nach der Stresssituation tun, um mein Gleichgewicht wieder zu finden?
Wie kann ich wieder ruhig werden? Versuche wieder Dich an die letzten belastenden
Situationen zu erinnern. Was hast Du getan? Was würdest Du von Heute aus betrachtet beim
nächsten Mal machen?
__________________________________________________
__________________________________________________
________________________________________________

17. Welche Strategien haben sich nicht bewährt? (Weil sie entweder nicht gewirkt haben, oder
langfristig negative Konsequenzen hatten.)
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

Selbsthilfe bei zu starken Gefühlen oder Symptomen
Menschen mit Borderline-Erleben neigen zu starken Gefühlen, die sie nicht kontrollieren
können oder zu häufig wiederkehrenden oder wechselnden Symptomen, die sehr belastend
sind. Gefühle und Symptome können immer (!) durch eigenes Verhalten beeinflusst werden,
weshalb es wichtig ist, die Zusammenhänge zwischen den auftretenden Gefühlen und dem
eigenen Verhalten zu verstehen.
18. Welche Symptome möchtest Du etwas besser in den Griff bekommen?
(Essstörung, Selbstverletzung, Selbstmordideen oder Selbstmordversuchen, Zwangsverhalten,
starken Ängsten, Depression, vollkommenem Rückzug, Suchtverhalten wie Drogen oder
Alkohol konsumieren, Sexsucht, andere)?
1.___________________________
2.___________________________

19. Welche Strategien hast Du schon einmal eingesetzt, um diese Symptome zum Abklingen
zu bringen? Zunächst alle notieren ohne sie zu bewerten.
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________
4.___________________________

20. Welche dieser Strategien waren schon einmal hilfreich, welche nicht?
Hilfreich:
_______________
_______________
_______________
_______________
Nicht hilfreich:
________________
________________
________________
________________

21. Von welchen Strategien hast Du schon einmal gehört, welche hast Du Dir selbst schon
einmal gedacht, die eventuell hilfreich sein könnten:
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

22. Welche dieser Strategien möchtest Du gerne ausprobieren?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

23. Menschen mit Borderline-Erleben geraten häufig rasch in starke Gefühle, die sie
überwältigen und die sie kaum noch kontrollieren können. Welche Gefühle sind das bei Dir?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

24. Wie hast Du diese Gefühle schon einmal in den Griff bekommen?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

25. Von welchen Strategien hast Du schon einmal gehört, welche hast Du Dir selbst schon
einmal gedacht, die eventuell hilfreich sein könnten:
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

26. Welche dieser Strategien möchtest Du gerne ausprobieren?
1.___________________________
2.___________________________

Bei Menschen mit Borderline-Erleben kommt es häufig zu schwerem selbstschädigendem
oder gefährlichem Verhalten, wie z.B. Selbstverletzungen, Selbstmordversuche, sich
absichtsvoll in Gefahrensituationen bringen usw. Häufig reicht Selbsthilfe nicht mehr aus, um
sich vor solchen Situationen zu schützen. Es ist aber möglich, im Vorfeld selbstbestimmt zu
entscheiden, welche Unterstützung von aussen von Dir gewünscht wird.
27. Was kann ich tun, wenn ich rechtzeitig bemerke, dass ich mich selbstschädigend verhalte?
(Wie kann ich Druck abbauen ohne mich zu verletzen? Hierher gehören auch Möglichkeiten
wie starke körperliche Anspannung, starke Reize wie kräftige Massagen, sehr warmes
Duschen, Joggen, auf ein Kissen einschlagen, mit Freunden reden)
__________________________________________________
__________________________________________________
__________________________________________________

28. Was werde ich tun, sobald ich das Risiko erkannt habe, das ich mich bald
selbstschädigend verhalten könnte? Z.B. welche Klinik kann ich aufsuchen, zu welcher
Vertrauensperson kann ich gehen oder sie anrufen?
__________________________________________________
__________________________________________________
__________________________________________________

Zum Ende dieses Abschnittes:
Möglicherweise kann es für Dich hilfreich sein, wenn Du auf einem Notfallzettel notierst, wie
Du Dich in einer Krisensituation verhalten möchtest. Einigen Betroffenen hilft es, einen
solchen Zettel als Erinnerungsstütze ständig in der Brieftasche bei sich zu tragen. Er kann z.B.
so aussehen:

NOTFALLZETTEL:
In einer Krise nehme ich mir vor, folgende Dinge zu tun:
_
_
_
Wenn es auf Grund meines selbstschädigenden Verhaltens zu einer Gefahr für meine
körperliche Unversehrtheit kommt, werde ich nicht lange zögern und sofort Folgendes tun:
_
____________________
Datum und Unterschrift



Absprachen mit Freunden und Therapeuten
Vor allem Freunde und Bekannte von Menschen mit Borderline-Störung wissen oft nicht, wie
sie sich in Krisenzeiten verhalten sollen. Sie sind nicht selten verunsichert und ziehen sich
zurück oder verhalten sich auf eine Art, wie sie vom Betroffenen als wenig hilfreich erlebt
wird. Nur wer weiß, wie Du in der Krise behandelt werden möchtest, kann sich entsprechend
verhalten. Daher sind Absprachen wichtig!
Dabei gilt zu beachten, dass Absprachen immer Kompromisse sind. Der Betroffene sollte
zunächst überlegen, welches Verhalten er hilfreich fände um danach mit seiner
Vertrauensperson darüber zu sprechen und sie zu fragen, was sie leisten kann und ob sie
eventuell ein anderes Verhalten sinnvoller fände.
Es sollten keine Absprachen getroffen werden, die die Symptome oder Krisen des Betroffenen
noch verstärken. Dies kann geschehen, wenn der Betroffene die Reaktion der Umgebung auf
ein Symptom als ausgesprochen positiv erlebt, z.B. wenn jemand nur durch ein SymptomAufmerksamkeit oder Nähe erfährt. Wer diese Neigung bei sich kennt (z.B.: "Wenn ich
möchte, dass mein Partner ganz für mich da ist, muss ich mich in einen Zustand bringen in
dem ich zur Selbstverletzung neige.") sollte dies mit seinen Freunden besprechen. Manchmal
sind sogar Absprachen sinnvoll, bei denen kein positives Verhalten vereinbart wird (z.B.:
"Wenn ich zu selbstverletzendem Verhalten neige, möchte ich nicht, dass mein Partner
verständnisvoll reagiert sondern mir sagt: Du hast Dir vorgenommen, dann in ein Kissen zu
schlagen. Also tue das jetzt auch. Danach können wir etwas Gemeinsames machen.")

29. Bei wem kann ich mir Hilfe holen/mit wem kann ich reden, wenn es mir schlecht geht?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

30. Wie sollen sich meine Freunde, Partner usw. verhalten, wenn folgende
Symptome/Schwierigkeiten auftreten?
Symptom:___________________
Sinnvolles Verhalten meiner Umgebung:
________________________________________________
________________________________________________
________________________________________________
Symptom:___________________
Sinnvolles Verhalten meiner Umgebung:
________________________________________________
________________________________________________
________________________________________________
Symptom:___________________
Sinnvolles Verhalten meiner Umgebung:
_________________________________________________
_________________________________________________
_________________________________________________

31. Welches Verhalten meiner Umgebung tut mir überhaupt nicht gut?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

32. Mit wem sollte ich besprechen, ob und wie er mich in schwierigen Situationen
unterstützen kann?
1.___________________________
2.___________________________
3.___________________________

33. Was sollte ich unbedingt einmal mit meinem Therapeuten besprechen, was ich ihm bisher
verschwiegen habe oder bisher nie Thema wurde?
__________________________________________________
__________________________________________________
____________________________________________

Absprachen mit einer Klinik

Der folgende Abschnitt ist für Betroffene gedacht, die in einer schweren Krise eventuell in
einer psychiatrischen Klinik behandelt werden und dann u.U. nicht mehr in der Lage sind,
mitzuteilen wie sie behandelt werden möchten:
Es kann sinnvoll sein, schriftliche Absprachen zu treffen, wie im Fall einer stationären
Behandlung mit Dir umgegangen werden soll. Dies ist z.B. mittels der so genannten
Behandlungsvereinbarung möglich, in der etwa fest gehalten werden kann, welche
Medikamente eingesetzt oder nicht eingesetzt werden sollen, wer Bezugsperson sein soll, wie
mit Gewaltmassnahmen verfahren werden soll usw. Eine solche Behandlungsvereinbarung
wird direkt mit einer Klinik abgeschlossen. Die nächstgelegene Klinik kann Dir Auskunft
geben, ob es dort bereits die Möglichkeit gibt, eine solche Vereinbarung abzuschliessen.
Eine andere Form der schriftlichen Willensbekundung ist der Krisenpass, der auf
Ausweisgröße zusammengefaltet in jede Brieftasche passt und der die Behandler im
Krisenfall über die Wünsche des Klienten informiert. Ebenso wichtig sind persönliche
Absprachen mit Mitarbeitern der Klinik.
Um eine Betreuung zu vermeiden kann es sinnvoll sein, eine Vorsorgevollmacht oder eine
Betreuungsverfügung bei Gericht zu hinterlegen. So lassen sich unerwünschte Betreuungen
vermeiden, bzw. die Sicherheit gewinnen, dass eine gewünschte Person im Fall einer
Betreuung eingesetzt wird.
Hilfreiche Fragen können sein: (Diese Fragen dienen auch zur Vorbereitung auf den
Abschluss einer Behandlungsvereinbarung und sind teilweise auch Inhalt einer solchen
Vereinbarung oder eines Krisenpasses.)

34. Welche Schritte sollen unternommen werden, bevor eine Klinikeinweisung veranlasst
wird? Wie können Angehörige und Profis mich eventuell unterstützen, um eine
Klinikeinweisung zu vermeiden?
__________________________________________________
________________________________________________

35. Von wem möchte ich im Notfall in die Klinik gebracht werden? Wie sollte diese Person
sich verhalten?
__________________________________________________
________________________________________________

36. Wie wünsche ich mir eine Behandlung im Krisenfall? Durch welche Institution, welche
Profis dort?
__________________________________________________
__________________________________________________

37. Was oder wer tut mir gut in der Krise? (z.B. welcher Besuch, welche therapeutischen
Maßnahmen, welches Verhalten der Angehörigen?)
__________________________________________________
__________________________________________________
38. Was oder wer schadet mir in der Krise?
__________________________________________________
__________________________________________________

In Krisen sollte dieser Bogen für den Betroffenen jederzeit zugänglich sein, damit er sich
leichter darauf besinnen kann, was er sich für den Fall einer Krise vorgenommen hat.
© Andreas Knuf 2000

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Knuf www.andreas-knuf.de
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten - das Leben zu ver-antworten hat.

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Krisenpass für Menschen mit Borderline-Erfahrung

Beitrag von LunaSue » Fr Mai 18, 2012 10:08 am

Krisenpass
für Menschen mit Borderline-Erfahrung


http://www.grenzhaus.de/selbsthilfe/krisenpass.html
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Wndversorgung

Beitrag von LunaSue » Fr Mai 18, 2012 10:40 am

Tiefe, klaffende Wunden sollten unbedingt professionell versorgt werden.
Wendet euch an die chirurgische Ambulanz oder Notfallaufnahme im nächst gelegenen Krankenhaus.
Ruft notfalls einen Rettungswagen! Telefon 112!

Zur Erstversorgung vor Ort:
- falls vorhanden ein alkoholfreies Haut-Desinfektionsmittel aufsprühen z.b. Octenisept
- Wunde mit einer Kompresse aus der Hausapotheke abdecken. Verband anlegen.
- Papiertaschentüche, Küchenkrepp oder Watte sind ungeeignet!
- ein saubere Geschirrtuch tut es auch

Oberflächlche Wunden mit einem alkoholfreien Hautdesinfektionsmittel behandeln und
einem Pflaster abdecken. Ab zweiten Tag kann man durchaus eine Wund- und Heilsalbe zur Wundpflege verwenden.
Beispielsweise eine Produkt mit Panthenol oder Hamamelis.

Wenn ihr Schmerzen, Rötung, Bewegungseinschränkung, Überwärmung und/oder Schwellung im
Wundbereich feststellt so spricht dies für eine Entzündung. Das gehört in die Behandlung durch einen
Chirurgen. Wendet euch an einen Facharzt oder die chirurgische Ambulanz im nächst gelegenen Krankenhaus.

Narbenbehandlung ist sehr häufig nicht von Erfolg gekrönt.
Sonneneinstrahlung führt zu Verfärbungen im
Narbenbereich, so dass es günstig ist frische Narben mit einem hohen Lichtschutzfaktor vor der Sonne zu schützen.
Auch ist es hilfreich Narben mit einer Creme geschmeidig zu halten. Eine einfache Wund- und Heilsalbe (siehe oben) ist dafür geeignet.
Teuer und wenig erfolgversprechend sind Narbensalben.
Es gibt spezielle, aber teure Pflaser aus Polyurethan oder Silikon.
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
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Hilfreiche links

Beitrag von LunaSue » Fr Mai 18, 2012 11:01 am

Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
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