meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
sterndal*

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von sterndal* » Fr Sep 13, 2013 1:00 am

Hallo
ich hab einiges hier gelesen und bin sehr beeindruckt davon!

Ich habe eine Frage und ich hoffe es ist okay, aber ich bin so verwirrt.
Kann man sich die inneren Kinder einbilden? Ich traue meiner Wahrnehmung schon mehr, als früher, aber da bin ich total verunsichert! Ich bin wahrscheinlich eine Meisterin im Einbilden, zumindest hat man mir das früher gesagt und ich hab Angst, dass ich nur, weil ich davon gelesen habe, jetzt auch glaube, dass ich innere Kinder habe, um im Mittelpunkt zu stehn und wieder einen Grund habe, krank zu sein. Ich hab mich als Kind oft slebst verletzt und danach gesagt, ich hatte irgendeinen Unfall, um nicht zur Schule zu müssen und zuhause bleiben zu dürfen, um dann von meinem Papa besucht zu werden solange meine Mama arbeitet. Ich habe auch vile gelogen und dann die Geschichten selbst geglaubt. Ich habe mal einen Polizeieinsatz ausgelöst, weil ich mir einen imaginären Mann vorgestellt habe, der mich bedrohe und als nichts gefunden wurde, haben sie mir gesagt, ich soll zugeben dass ich gelogen habe. Ich konnte es nicht und sie haben mich kopfschüttelnd sitzen gelassen und nicht überlegt, warum ich das gemacht habe. Ich war eine Lügnerin und ich war nicht in der Lage anders um Hilfe zu betteln. Ich glaube dass ich innere Kinder habe, aber wenn ich dann zweifelnd versuche, mit ihnen zu reden, zweifle ich gleichzeitig an, dass ich wahrhaftig bin und nicht Theater spiele. Ich bin verwirrt, wie krieg ich raus, was wahr ist? Ich hab von diesem MBtest gelesen und frage mich, ob dass was für mich wäre? Fragen über Fragen und es ist schon wieder so spät!
Hoffe, das war nicht unangebracht, dass ich hier so viel von mir geschrieben habe. Vielleicht nicht? Was ist wahr? O was eine Scheisse, dass ich mir nicht mal selbst trauen kann!

Dezembersonne

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Dezembersonne » Do Okt 03, 2013 3:59 pm

Hallo Sterndal*

Das , was du da schreibst , kommt mir so dermaßen bekannt vor , dass es mir schon fast Angst macht .
Ich habe am Anfang auch Angst gehabt , dass ich mir das alles nur einbilde . Dass ich mich dadurch nur interessant machen will vor meiner Freundin .
Allerdings (auch wenn ich immer noch hin und wieder Zweifel habe) ist es inzwischen so , dass so viel geschehen ist , dass es einfach keine Einbildung sein kann / darf ...

Und letztendlich ... wenn du dich um dich kümmerst und um deine inneren Kinder , dann tut es dir letztendlich gut . Wenn du z.B. für ein inneres Kind ein Eis kaufst . Das tut dir ja auch gut . Und selbst wenn es dieses innere Kind nicht geben sollte (was ich nicht glaube) , dann hast du doch immerhin etwas Gutes für dich gemacht .
Also so sehe ich das ...

Liebe Grüße
Sonne

rosa eiffel unl

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von rosa eiffel unl » Mo Mär 17, 2014 9:51 pm

hi sterndal

jeder mensch hat innere kinder. egal ob ein trauma vorliegt oder nicht. das sind ja einfach jüngere ich.. und jeder erwachsene war ja mal jung. :lol:
mmh, wenn man sich um die kümmert, zuhört, vielleicht sie schreiben lässt (ich krieg dabei echt ne kinderschrift, krass, aber wohl "normal"), dann wirst du dir sicherer werden, was war... weil sie mehr vertrauen haben und du mehr spürst oder wahrnimmst. aber hol dir auch hilfe dabei.
ich hab noch von niemanden gehört, der sich mb einbildet.. da ist einfach sehr oft die behauptung es sei wohl einbildung, ein schutz. ich und viele hier haben das zu beginn der erinnerungen. glaub an dich. hör zu was deine inneren kinder sagen.
schönes buch ist: weik: kraftquelle inneres kind.
sehr schön und null triggernd.

alles gute dir
rosa

Gastfreundschaft

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gastfreundschaft » Sa Mai 03, 2014 2:06 pm

rosa eiffel unl hat geschrieben:
jeder mensch hat innere kinder. egal ob ein trauma vorliegt oder nicht.



Das ist absolut nicht korrekt. Innere Kinder sind Egostates und die hat nur ein Mensch mit einer Ego-State-Disorder oder Menschen mit DIS.

Das sind schwerwiegende Erkrankungen, die massiv das ganze Leben und Gefühlsleben beeinflußen und zur Arbeitsunfähigkeit, Berentung und zum Tod führen können. Es geht bis hin zu Lähmungen.

Das hat eben grade nicht jeder Mensch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wie oft soll man das im Forum eigentlich noch erklären, dass man mit diesen Begriffen nicht wahllos umeinander schmeißen soll, kann und darf???

Es geht ja auch keiner her und sagt: "Ach, ein Tumor, sowas hat doch jeder Mensch...".....
rosa eiffel unl hat geschrieben:das sind ja einfach jüngere ich.. und jeder erwachsene war ja mal jung. :lol:
Wenn's so einfach wäre, dann würden die Leute sich nicht umbringen oder totkrank und arbeitsunfähig ein Leben lang vor sich hinleiden.

Wenn man von nix eine Ahnung hat, dann sollte man es sich verkneifen, anderen etwas erklären zu wollen, was man selber nicht annähernd verstanden hat.

SORRY!!

Edit:
Unabhängig von Deinen geäußerten Inhalten ist es genau dieser Tonfall, der hier im Forum nicht erwünscht ist.
Du darfst gerne Deinen Standpunkt klar machen, aber eben nicht indem Du andere einschüchterst, "anschreist" und Dich abwertend äußerst.
Dieses Forum ist als Schutzraum gedacht, als Ermutigung sich äußern zu dürfen. Wenn Du nicht bereit bist, dies zu akzeptieren, bist Du hier falsch.
- Wildwasser-Team -


Aber wegen solchen Aussagen und Beschreibungen, die auf die Schnelle und in Unkenntnis daher geschwätzt werden, haben es Leute, die diese Erkrankungen real haben, dann so schwer.

Es ist auch jeder Mensch in seinem Leben mal taurig, matt, erschöpft, unglücklich, niedergeschlagen. Trotzdem ist eine Depression nochmal was ganz Anderes, da sind die Leute wirklich krank.

Und mit inneren Kindern ist es ganz genau so. Wer solche hat, der hat grundlegend andere Netzwerke im Kopf, als ein gesunder Mensch hätte.

Wenn man sie nicht hätte, wäre man nicht krank. Abspaltungen in der Psyche ist nix, was eben einfach so jeder mal so hat. Das sind die schlimmsten Diagnosen, die man heute im psychischen Bereich haben kann und sie sind gefürchtet.

Nix ist mit ein "Bissl Kind sind wir doch alle!!".

Bevor man hier haarsträubende Fehlinfos reinpostet, sollte man doch lieber einfach gar nix schreiben. Das würde zumindest keinen Schaden anrichten!!!

Gast

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gast » Sa Mai 03, 2014 2:26 pm

Gastfreundschaft, google mal innere Kinder. Die Verwirrung entsteht nicht hier im Forum. Der Begriff "innere Kinder" scheint schlicht nicht klar definiert zu sein.

Gastfreundschaft

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gastfreundschaft » Sa Mai 03, 2014 2:51 pm

Der Begiff des "inneren Kindes" ist ein relativ alter und der wird immer wieder mit dem durcheinander geworfen, was heute in der Psychotraumatologie unter "innere Kinder" verstanden wird.

Das Konzept des inneren Kindes ist schon länger bekannt und da geht's aber um was Anderes als es innere Kinder sind. Innere Kinder sind Abspaltungen nach Trauma. Das hat weiß Gott nicht jeder Menschen, zum Glück nicht.

Das Konzept des inneren Kindes dagegen war einfach nur ein theoretisches Modell, wo man sozusagen seine sponaten, kindliche Seite wiederauslebt, weil viele Menschen krank werden, weil sie zu sehr nur an Pflichten denken und sich keine Zeit für sich selber und ihre Bedürfnisse nehmen.

Das sind psychologisch gesehen aber zwei völlig verschiedene Baustellen und wenn man die immer wieder miteinander mischt, kommt nur ein Riesendurcheinander raus, statt dass die Begriffe endlich mal klar verwendet werden, wie sie verwendet gehören.

Wenn man vom "normalen" inneren Kind im Menschen spricht, hat das zweifelsohne jeder Mensch, denn alle waren mal Kind. ABER diese Kindanteile sind integriert, da besteht eine ganz andere Vernetzung im Gehirn als bei Traumapatienten mit inneren Kindern.

Innere Kinder sind eigene Netzwerke, die abgetrennt von den erwachsenen Anteilen in einer Person sind. Und das ist der riesengroße Unterschied. Das Eine ist der Normalzustand und das andere sind schwere Erkrankungen.

Es gibt auch keinen Unterschied zwischen innere Kinder und Innenkinder. Das wird auch immer wieder behauptet, dass das was Unterschiedliches sein würde. Ist es nicht. Innere Kinder und Innenkinder sind das Gleiche.

Und ich gebe in einem vollkommen Recht: Die Fachwelt ist da auch oft ungenau. Die selben Phänomene und Zustände werden zum Teil in jedem Buch anders bezeichnet, obwohl das Gleiche gemeint ist. Da blicken Profis kaum mehr durch und Laien schon gar nicht.

Ich fand das früher auch verwirrend und hab' dann in der Therapie nachgefragt und mir das alles erklären lassen, soweit man es eben mit seinem beschränkten Patientenwissen noch verstehen kann. Also ganz in alle Feinheiten sind wir nicht gegangen, aber heute weiß zumindest soviel, wie ich wissen muss, um durchzusteigen.

Und an diesen Unterschieden liegt es eben dann auch, dass Traumapatienten gesonderte Therapieformen brauchen, die genau darauf zugeschnitten sind und an dem Problem ansetzen.

Zur Ausgangsfrage kann ich sagen:

Ja, man kann sich innere Kinder einbilden. Man kann sich alles einbilden, wenn man genug Phantasie hat. Und wer schizophren/psychotisch ist, der wird sich wohl viel einbilden können, was nicht real ist. Innere Kinder werden das aber wohl eher selten sein, wäre nicht typisch.

ABER UMGEKEHRT GEHT'S NICHT:

Dh man kann innere Kinder nicht loswerden, indem man sich einredet, man hätte keine. Man kriegt sie nicht los, indem man so tut, als wären sie nicht da. Mit der eigenen Phantasie kann man sie sozusagen nicht ablegen. Jemand, der sich innere Kinder nur eingebildet hat, ist sie sofort los, wenn er diese Einbildung aufgibt.

Aber wer wirklich innere Kinder hat, kann sie nicht einfach loswerden, nur, weil er sie nicht mehr haben will. Sie bleiben da. Genauso da, wie ein Rippenbruch nicht weggeht, weil ich mir einbilde, keinen mehr zu haben. Natürlich kann man sich einen Rippenburch einbilden, ohne einen zu haben. Aber umgekehrt geht's nicht.

Und so ist es auch mit den inneren Kindern. Sie sind im Gehirn fest angelegt, sie sind biologisch vorhanden in Form von Synapsen, von neuronalen Netzwerken, Zellen, Nervenbahnen und Zellen, die miteinander feuern, kommunizieren und wachsen oder sich zurückbilden.

Kurz gesagt:

Innere Kinder leben in uns, ob wir sie haben wollen oder nicht, ist dafür egal. Wenn sie bei einem Trauma entstanden sind, sind sie da in uns und sie fragen uns nicht, ob wir sie haben wollen oder nicht.

Wenn man über inneres Kind/innere Kinder liest, sollte man auch immer gleich drauf achten, ob es im Singular oder Plural verwendet wird. Innere Kinder sind immer Abspaltungen.

Aber ich habe das schon so oft im Forum erklärt..... Es nervt, wenn man dann immer wieder sowas hier findet. Ist ja egal, wenn es jemanden nicht interessiert... Ok, aber falsche Sachen weitergeben, finde ich überhaupt nicht ok.

Gast

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gast » So Mai 04, 2014 12:24 pm

Hallo,

bei dem Begriff "Innere Kinder" schlagen einige Anteile in mir Alarm. Weil: sie sind keine Kinder, sondern Teenager, junge Erwachsene. Und sie sind nicht nur "innen". Aus dem Grund sprechen meine Thera und ich von "Anteilen".

Dennoch finde ich das was du, gastfreunschaft, über die wichtige Differenzierunggeschrieben hast, sehr hilfreich. Danke!

sayeda

Gastfreundschaft

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gastfreundschaft » So Mai 04, 2014 1:08 pm

Gast hat geschrieben:Hallo,

bei dem Begriff "Innere Kinder" schlagen einige Anteile in mir Alarm. Weil: sie sind keine Kinder, sondern Teenager, junge Erwachsene. Und sie sind nicht nur "innen". Aus dem Grund sprechen meine Thera und ich von "Anteilen".

Dennoch finde ich das was du, gastfreunschaft, über die wichtige Differenzierunggeschrieben hast, sehr hilfreich. Danke!

sayeda
Kann ich gut verstehen.

Es müssen nicht immer nur innere Kinder sein. Es gibt auch innere Teenager und auch innere Erwachsene, z.B. junge Erwachsene, die abgespalten wurden.

Das sind aber alles traumatisierte Innenanteile. Und natürlich können die nach außen auftauchen, komplett übernehmen. Das ist ja das Problem, wenn die Steuerung der Anteile nicht klappt.

Und bei DIS gibt's dann eben noch mehrere von den Traumainhalten freigehaltene funktionierende erwachsene Anteile. Das macht die DIS aus.

Aber man muss das ganz klar sehen:

Das sind schwere dissoziative Störungen und sie müssen korrekt behandelt werden, sonst chronifiziert das und richtet immer noch mehr Schaden an.

Da einfach zu sagen, jeder hätte innere Kinder, ist an Verharmlosung nicht mehr zu überbieten, weil man damit das Ganze als problemlose kleine psychologische Spielerei abtut. Das ist ein bissl arg, wenn man bedenkt, dass es sich um potentiell tödliche Erkrankungen handelt. Eine (schwere) Behinderung ist es in vielen Fällen und hat weitreichende soziale und arbeitsmedizinische Konsequenzen.

Das Modell des inneren Kindes und Abspaltungen in der Persönlichkeit nach schweren und schwersten Traumatisierungen einfach mal so in einen Topf werfen und solche Pauschalaussagen zu bringen, die nur wieder alles noch mehr durcheinander werfen, ist für mich ein No Go.

Wie gesagt: Man kann auch nicht sagen: "Ein bisschen Krebs hat jeder Mensch..."... Da würde die Empörung bei vielen hochkochen....

Aber in Bezug auf Traumaerkrankungen hat man immer wieder pures Stammtischgeschwätz zu verkraften. Jeder gibt seinen Senf dazu ab, ob er informiert ist oder nicht. Halbwahrheiten, Vorurteile und grundiertes Fundwissen, statt fundiertem Grundwissen begegnet einem überall, nicht nur bei Laien, sondern auch bei Profis...

Es nervt.

Zumal diese Dinge oft genug ausführlich im Forum standen und man es eigentlich inzwischen mitbekommen haben müsste, was Sache ist, wenn einen das selber betrifft.

Nin

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Nin » Mo Mai 19, 2014 3:23 pm

Hallo,
vor einigen Wochen sind bei mir zum ersten Mal diese Kinder aufgetaucht... Zwei Stück im Moment. Ich weiß einfach nicht, was ich mit ihnen machen soll, sie sitzen eigentlich nur zusammengekauert da und weigern sich herauszukommen, die Jüngere (ca. 3-5) fängt von Zeit zu Zeit das schreien an und möchte getröstet werden. Die Ältere (ca. 10-12 Jahre) will immer nur in den Arm genommen und gehalten werden, wenn sie dann mal spricht sind es nur halbe Sätze wie: "Will weg!" "Tut weh!"
Ich weiß einfach nicht, was ich mit den beiden machen kann...sie sind Teile von mir, aber trotzdem sind sie ja Kinder!
Hat irgendwer einen Rat für mich? :oops:

Suse unl.

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Suse unl. » Mi Mai 21, 2014 3:24 pm

Hallo Nin,

ich kenne Deine Situation gerade auch ganz gut. Da sitzen, weinen, schreien innere kindliche Anteile und brauchen Trost. Ich versuche im Moment mir mehrfach am Tag für diese Anteile Zeit zu nehmen. Ich setze mich dann häufig mit einem großen Teddy auf Bett, umschlinge ihn, wiege mich mit ihm hin und her und versuche so etwas Nähe, Geborgenheit und Trost zu spenden. Für mich ist das aktuell der richtige, aber auch sehr, sehr anstrengende, Weg. Wie kannst Du Deine inneren Kinder erreichen? Wie viel Nähe lassen Deine inneren Kinder zu? Bei mir hat es Wochen gedauert bis sie sich getraut haben das Angebot von Nähe anzunehmen und auch jetzt ist es immer noch schwierig. Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung und schon reißen sie sich los und rennen weg. Das ist wie gesagt anstrengend. Ich versuche trotzdem für sie da zu sein und mittlerweile kommen sie auch wieder zurück, weil sie wissen das ich da bin. Aber ehrlich gesagt würde ich das gerade nicht packen wenn ich nicht einen klasse Therapeuten hätte. Da habe ich meine Termine und wenn es zu arg wird schicke ich ihm eine Email und bekomme immer ermunternde, aufbauende, einfach liebe Worte zurück, manchmal in so einem kurzen Zeitabstand (< 2Std.)auf meine Email, dass ich es selbst jetzt noch nicht wirklich glauben kann, weil es einen Rückhalt in der Art in meinem Leben bisher noch nie gab. Ohne das hätte ich wahrscheinlich schon längst aufgegeben und sonst was getan.

Das ist aktuell mein Weg mit meinen inneren Kinder im Rahmen der Arbeit mit dem inneren Kind umzugehen.

Nin

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Nin » Mi Mai 21, 2014 3:58 pm

Hallo Suse!
Mittlerweile sind es vier geworden, ganz schön anstrengend sag ich dir. Jedes Kind ist anders, die jüngeren sind viel zutraulicher und anhänglicher als die älteren. Am besten geht es mit der ca. 7-jährigen, die ist ziemlich anhänglich und wird gerne mal gedrückt. Mit der Zeit hat sie auch angefangen zu erzählen, ihr fällt das relativ leicht, weil sie es noch nicht so richtig verstanden hat, sie ist einfach zu jung. Dann gibt es da noch eine Ältere, ca. 13 Jahre alt, die mir ziemliche Probleme bereitet, sie hat wahnsinnige Angst vor allem möglichen, sie kriegt schnell Panik, lässt mich auch gar nicht an sich heran und manchmal schreit sie auch einfach nur. Sie ist nicht agressiv oder so, aber sie hat furchtbare Angst.
Mit der ganz Kleinen ist es auch kompliziert, sie ist ständig abwesend und lässt mich nicht an sich heran. Die Älteste ist so traurig und ängstlich, sie lässt Nähe zwar zu, aber innerlich ist sie irgendwie weg. Verstehst du, was ich meine?
Das mit dem Teddy probiere ich mal, könnte den beiden Kleinen bestimmt gefallen! Ansonsten habe ich herausgefunden, dass die 7-jährige gerne Geschichten liest und hört.
Sie sind anstrengend, aber irgendwie berühren sie mich auch. Es ist nur ungünstig, wenn eines der Kinder sozusagen "nach außen" kommuniziert, wenn ich also die bin, die da steht und weint und die Hände vors Gesicht schlägt weil es ein Kind in ihr tut. Muss für meine Mitmenschen echt seltsam sein! :roll:
Kennst du das auch?
Ich glaube ohne diese Kinder-Anteile hätte ich meine Kindheit gar nicht überlebt. Dafür sind diese Anteile doch da - damit man überlebt. Oder?
LG
Nin

Gastfreundschaft

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gastfreundschaft » Mi Mai 21, 2014 10:39 pm

Die Kindanteile werden vom Gehirn geschaffen, damit sie das Leiden übernehmen. Sie sind sowas wie die Prügelknaben.

Sei sehr lieb zu ihnen, sie haben es verdient. Und manche können das am Anfang gar nicht haben, es ist zuviel, da muss man sachte und langsam rangehen.

Ich mach' das so, dass ich mir zu dem, wie es sich anfühlt, einfach eine Vorstellung in den Kopf kommen lasse. Wenn die stimmig ist, wenn es zu dem passt, was innen ist, dann hat das innere Kind eine Gestalt und dann kann man sich vorstellen, wie man sich um es kümmert, mit ihm reden, es auf den Arm nehmen und trösten. Man kann im Alltag fragen, was sie gerne essen möchten und solche Dinge, einfach ihren Wünschen nachkommen und ihnen zeigen, dass man sie lieb hat und gerne für sie da ist. Das kann alles Mögliche sein. Meine haben unwiderstehlichen Drang nach Tröstetorte, wenn es ganz schlecht geht und Zucker und Fett liefern neue Energie an den ausgelaugten Körper. Oft haben sie Heißhunger. Wie oft ich schon nachts um 1 Uhr in der Küche stand und Pasta mit Sahnesoße kochen musste... Mitten in der Nacht muss man kochen, was denen einfällt.... Aber so ist das mit Kindern. Wenn man ein echtes hat und es ist krank, dann kocht man auch mit in der Nacht, was es haben will und wenn das um 23 Uhr noch einen Cheeseburger haben will, wird der geholt und wenn man 20 km zum nächten Burgerladen schippern muss.

Im Alltag sind es solche Sachen, wo man ihnen einfach ein Stück Leben noch nachholt und zurückgibt. Und wenn sie aber richtig angetriggert sind, dann muss man Notarzt und Mami und Papi und Superman alles in einem sein und Kindertraumatherapeut natürlich....

Nin

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Nin » Do Mai 22, 2014 2:15 pm

Danke! Ja, ich versuche lieb zu ihnen zu sein. Aber es ist wirklich anstrengend für sie da zu sein wenn sie getriggert sind, da hast du recht. Vor ein paar Tagen haben sie alle verrückt gespielt, eine Situation hat sie alle getriggert. Wow, das war anstrengend! Da bin ich selbst fast zusammengebrochen...
Ich bin aber auch froh, dass sie da sind. Sie tragen meine Erinnerungen, mein Leid und nur deshalb kann ich unbeschwert durch den Alltag gehen und von einer Sekunde zur anderen von traurig zu fröhlich schalten - einfach weil ich dann zu einem von den Kindern sagen kann: "Übernimmst du mal? Ich nehme dir die Erinnerung wieder ab sobald ich kann, aber jetzt musst du das mal kurz tragen."
Und sie tragen diese Last dann für mich, sie sind echt unheimlich stark, brauchen deshalb aber auch viel Zeit und Liebe.
Ich weiß nicht ob es fair ist, dass sie diese Last für mich tragen müssen, nur damit ich nach außen hin glücklich und unbeschwert wirken kann. Nein, eigentlich weiß ich es - es IST unfair! "Prügelknaben" passt schon ganz gut zu ihrer Situation...

Waldkatze
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Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Waldkatze » Mo Mai 26, 2014 11:42 pm

Gratuliere. Habe ich richtig gelesen, du nimmst sie seit ein paar Wochen wahr? Du scheinst etwas richtig zu machen, wenn die so bald schon mit dir zusammenarbeiten. Bestimmt spüren sie deine positive Einstellung ihnen gegenüber.

Alles Gute dir weiterhin!

P.S: Prügelknaben klingt nicht schön. Meine ziehen "Lebensretter" vor.
Ich bin, wer ich bin, und das alles bin ich. Punkt.

Gastfreundschaft

Re: meine inneren kinder.............(copi von meiner hp)

Beitrag von Gastfreundschaft » Mo Jul 07, 2014 1:33 am

....sind niedlich.....

.... gestern im Supermarkt:

"Was wollt Ihr denn zu Abend essen? Salami?"

Tippi:"Jaaa."

Erwachsene: "Sicher? Nichts anderes? SALAMI???"

Tippi:"Jaaa."

Erwachsene: "Magst Du Kakao dazu?"

Tippi:"Jaaa."

Erwachsene: "Magst Du Heidelbeer-Joghurt?"

Tippi: "Jaaa."

Sie hat's immer so ulkig gesagt und ganz langgezogen...

Dann hab' ich gefragt:

"Tippi, kannst Du heute auch noch was Anderes sagen als "Jaaa."?"

Und sie grinst mich an und sagt:"Jaaa." Wieder so langgezogen....Sie strahlt.

Ich sage:"Tippi, bist Du grade glücklich?" und sie sagt ganz langgezogen: "Jaaa."

Manchmal sind auch innere Kinder einfach nur Kinder....

Früher hab' ich immer zuviel eingekauft und wusste nicht, warum. Tja, heute weiß ich, dass ich mit einigen Leutchen mehr im Supermarkt stehe und es müssen manchmal auch Verhandlungen geführt werden, was jetzt gekauft wird und was im Laden stehen bleibt....

Da fragen sich viele Leute, warum sie nicht aus dem Kaufrausch rauskommen...... Erst muss man mal rauskriegen, wer da soviel einkauft und dass man das vielleicht gar nicht wirklich selber ist.

Inzwischen fällt mir das alles viel leichter, ich hab' immer mit Geld umgehen können und all diese Dinge. Aber es hat mich gestresst und heute, wo ich um die Anteile im Inneren weiß, da kann ich ganz anders mit Geld und Einkaufen umgehen. Es ist viel leichter geworden, Ausgaben zu vermeiden und sich Anschaffungen zu überlegen und einfach rationaler zu entscheiden und nicht Impulsen aus dem Inneren nachzugeben. Es gibt nur noch selten so ein "Das muss ich einfach haben!"....

Ob sich Therapien lohnen? Kommt drauf an, welche und für wen. Ich wäre auf das, was ich in meinen Traumatherapien mitgekriegt habe, nie allein gekommen und wäre dementsprechend vor meinen Problemen, die die inneren Kindern machen auch keinen Millimeter weiter gekommen.

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