Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
Neuling

Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Di Feb 23, 2021 8:41 am

Guten Morgen,

ich mache zurzeit eine Traumatherapie. Zuerst mit EMDR, aber jetzt haben wir es mit der Bildschirmtechnik probiert. Wir machen gerade Konfrontation.

Ist es normal, dass ich der Psychologin Einzelheiten über den Ablauf berichten soll? Also natürlich schon freiwillig, zwingen tut sie mich nicht. Aber halt schon ziemlich detailliert? :oops:

Neuling

schon länger dabei

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von schon länger dabei » Di Feb 23, 2021 9:22 am

Hallo Neuling

Ich werde schon lange konfrontiert mit Details, aber ich möchte das selbst so. Alle meine Theras wollten das nicht so mit der Tiefe. Jetzt spreche ich gerade mit einer anderen Thera um sie kennen zu lernen, weil sie würde gerne den Urkern meiner Geschichte, den sie bereits kennt, beheben. Natürlich habe ich keine Erinnerungen an meine ersten Jahre. Ich bin jetzt immer wieder in Details gegangen, wo ich 3 Jahre alt war. Aber das ist nicht der wirkliche Ursprung. Das sind Details. Aber beim Urkern glaube ich auch das Details die ich erlebt habe nicht wichtig sind. Da zählt das Umfeld. Wie war das Umfeld, wie war die Mutter usw und das weiss ich nur aus Erzählungen ohne Gefühle und Bilder.

Aber Baustellen danach die habe ich richtig detailliert beschrieben, mit Bildern und Gefühl.
Aber man muss dazu bereit sein und ein gutes Gegenüber haben, das es auffangen kann und der du vertrauen kannst.

Benutzeravatar
kleine Bärin
Moderator
Beiträge: 10574
Registriert: So Aug 12, 2007 11:17 pm

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von kleine Bärin » Di Feb 23, 2021 10:24 am

hallo Neuling,

ich wünsche dir einen guten Austausch.

Zu deiner Frage, ja, bei emdr und auch bei der Bildschirmtechnik geht es an die Einzelheiten. So gut es eben geht.
Dadurch dass die Thera ja nicht in dich reinschauen kann, braucht sie die infos, was du gerade siehst oder durchlebst.
sonst weiß sie ja gar nicht, wo du gerade bist und was du vielleicht brauchst.

das ist extrem anstrengend, ich hab manchmal nur die überschriften nennen können, weil nicht mehr ging und sie hat
nachgefragt, und wir haben uns mit ja-nein antworten rangearbeitet.

gruß die bärin
for those who fight to light the dark

Ich habe die Verantwortung für mein Leben und meine Taten.

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Di Feb 23, 2021 11:01 am

Hallo Bärin, hallo schon länger dabei,

wir hatten zuerst mit EMDR gearbeitet, weil ich dadurch aber auch sehr in den Gefühlen war, haben wir es jetzt mit der Bildschirmtechnik versucht.

Sie meinte, es wäre eine "sanftere, langsamere" Methode. Jetzt habe ich ihr das dann in allen Einzelheiten erzählt, teilweise fehlten mir aber die Worte um gewisse Körperteile zu benennen.

Sie meinte dann, wir hätten besser vorher auch schon mal über s*x sprechen sollen und hat mir dann die Worte genannt, die ich vermutlich benennen würde.

Ich bin zwar nicht prüde, aber das war doch schon sehr ungewohnt. Trotz allem war ich nicht darauf gefasst wie sehr ich in die Einzelheiten gehen sollte. Und es war mir schon sehr peinlich, ihr das zu erzählen, obwohl ich ihr sehr vertraue und sie mag.

Allerdings weiß ich nicht, ob ich mich in die nächste Stunde zu ihr traue, gerade weil das sehr intim war und ich jetzt ständig denke, dass sie mich halt "so" sieht.

Grüße
Neuling

Gast_Wolke

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Gast_Wolke » Di Feb 23, 2021 3:29 pm

Kenne ich auch so.
Die Thera muss das wissen um zu verstehen wo du stehst dich zu unterstützen und zu bewerten ob die emdr bzw bildschirmtechnik funktioniert wie sie soll. das ist nämlich nicht automatisch der Fall.

alles gute.
wolke

EineVonUns50
Beiträge: 1084
Registriert: Di Nov 22, 2016 8:00 pm

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von EineVonUns50 » Di Feb 23, 2021 7:29 pm

so oder so sollte das vorgehen ja aber für dich stimmig sein und dich nicht überfordern, damit ist niemanden geholfen. Vielleicht wär es gut, mit der Thera darüber zu sprechen, über die Gefühle, die das bei dir auslöst und erst dann weiter machen, wenn es sich für dich wieder händelbar anfühlt. wenn das Schamgefühl so übermächtig geworden ist, dass du dich nicht mehr traust, hinzugehen, wäre wohl erstmal ein kurzzeitiges Stop in der Konfrontationsarbeit gut, um zu gucken, was da passiert und damit zurecht zu kommen, bevor ihr wieder weiter macht.

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Mi Feb 24, 2021 2:10 pm

Hallo nochmal,

ja, da werden wir mit Sicherheit darüber müssen.

Ich habe noch eine andere Frage. Ich hab das jetzt 1x detailliert erzählt. Wird das bzw. Teile davon während der Konfrontation nochmal ausgesprochen werden müssen? Also, dass mir das vielleicht auch "leichter" fällt und mir dabei z.b. nicht mehr die Stimme weggeht, bzw. ich keinen Ton rausbekomme, oder verkrampfe?

Grüße
Neuling

wolke

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von wolke » Mi Feb 24, 2021 8:53 pm

Hi,

magst du deine frage nochmal ein bisschen erklären? sorry aber ich ich verstehe sie nicht ganz.
also du hast es einmal erzählt und fragst ob du es in der emdr nochmal erzählen musst? ja denn das gehört ja zur konfrontation...
und ob es deswegen dir leichter fällt, kann dir hier keiner sagen, denke ich. es könnte so sein, muss aber nicht. durch die emdr werden ja abreaktionen angetriggert, die einen eben ins erleben viel stärker reinziehen als wenn du es normal erzählst von daher kann es schon sein dass nochmal die stimme weg geht etc.

schliess mich aber auch an. bitte zwing dich nicht. es muss sich richtig und passend anfühlen.
fühlst du dich denn gut bei der thera? sicher? geht sie empathisch mit dir um? das liest sich nach sehr viel scham. verständlich. aber damit sollte sie gut umgehen können...
alles gute dir
wolke

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Do Feb 25, 2021 7:21 am

Hallo Wolke,

entschuldige, wenn das unverständlich war. Ich wollte einfach wissen, ob man nochmal sehr in die Details geht beim erzählen, oder ob es für die Therapie ausreichend ist, dass die Thera jetzt einmal alles gehört hat und dann ohne Einzelheiten weitergearbeitet wird.

ich habe aber schon mit meiner Thera telefoniert. Sie hat mir gesagt, dass wir mit der Konfrontation weitermachen, wenn ich das möchte. Und hat mir ein wenig erklärt, wie es weitergeht. Das besprechen wir aber noch richtig in der nächsten Stunde, wo dann keine Konfrontation gemacht wird. Beim nächsten Mal, soll ich es mehr als „Geschichte“ erzählen. Also möglichst ohne in die Emotion zu rutschen.

Die Scham kam daher, weil wir vorher noch nicht über intime Sachen gesprochen haben. Deshalb war ich da etwas erschrocken darüber. Generell kann ich aber mit ihr sehr offen reden.

Ja, ich vertraue ihr sehr und sie ist mir gegenüber auch empathisch. Ich glaube, ich habe sehr viel Glück mit ihr gehabt.

Noch eine Frage:
Habt ihr Erfahrungswerte, wieviele Stunden ihr mit der Konfrontation bzw. EMDR gebraucht habt? Ich frage deshalb, weil wir gerade auch noch neue Stunden beantragen müssen. Die regulären 80 Std. Verhaltenstherapie sind fast aufgebraucht. :?

Grüße
Neuling

Wolke

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Wolke » Do Feb 25, 2021 11:26 am

hi
musste bisschen grinsen über deine Frage. kein auslachen!
also das ist von 100 variablen abhängig und kann dir hier keiner sagen. vermutlich nicht mal die thera so genau.man kann und sollte auch nicht nur und dauernd emdr machen. da wird man viel zu instabil. und vieles kann man mit emdr auch nicht lösen zb die bindungstörung. falls du eine hast. das ist kein Wundermittel für alles.
eine Freundin wurde ewig von Mutter Opa und Erzieher mb und ihr reichten 5 Sitzungen damit vieles besser ist. andere brauchen ganz viele...
die Frage ist wieviele Symptome du hast und mit welchen bzw unterschiedlichen Traumata die verbunden sind. was du genau damit lösen willst.

es kann auch wichtig sein wieviele unterschiedliche Traumata du erlebt hast und wie oft. bzw wieviele flashbacks du davon hast.
grob sagt man von jeder Trauma Form das erste letzte und schlimmste Mal behandelt man mit emdr. aber das ist nur ganz grob. wenn es zb um drei einmalige vg mit je Täter a b und c ginge wären es 3 mal...aber die können ja auch mal nicht funktionieren dann muss man es wiederholen etc.
ich werde nie alles mit emdr lösen können und muss ich auch nicht. wäre Schwachsinn.
das ist kein Selbstzweck sondern soll helfen bestimmte Symptome zu lösen. ob das flashbacks Schmerzen oder Glaubenssätze sind ist erstmal egal...
frag die thera danach. wenn du aber lange und komplex traumatisiert bist sind 80 h ein Witz. also je nachdem wie schlecht es dir geht. also ihr bekommt jetzt noch max 20. das ist nichts für emdr. also wenn es nicht um eine einmalige Sache geht.. aber es gibt ja den Fonds. oder man muss halt selbst zahlen. solltest Fonds ggf jetzt beantragen. es kann lange dauern bis die zahlen bzw du eine Zusage oder Ansage bekommst.
finde es ehrlich gesagt schwierig mit emdr zu starten mit dem Wissen man hat noch 20h bzw es ist ziemlich unklar ob man überhaupt ne Verlängerung bekommt. frag auf jeden Fall die thera danach wie ihr das machen wollt. denn emdr kann super instabil machen und dann ohne thera dazustehen wäre echt ein super gau.

sorry will dich nicht verunsichern aber ich denke es ist wichtig das zu wissen und das zu besprechen.

und das mit dem thera und dass ihr euch besprochen habt freut mich. besprechen das mit der emdr und den Stunden am besten nochmal mit ihr

alles guze
wolke
ps wie die thera mit dir arbeitet bzgl nochmal Details sagen weiss ich nicht. frag sie da am besten selbst. aber wenn ihr emdr macht bzw. die emdr noch nicht erfolgreich abgeschlossen ist müssen denke ich Details sein. wenn das aber sehr schlimm ist berede das mit ihr. vielleicht könnt ihr da was ändern und du kannst zb nur den ersten Buchstaben für ein Geschlechtsteil sagen oder so.

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Do Feb 25, 2021 1:26 pm

Hallo nochmal,

also diagnostiziert ist eine PTBS komplex, Depression und soz. Phobie. Ich hatte während der 80 Stunden anfangs eine andere Thera. Seit letztem Jahr bin ich bei meiner jetzigen. Und mit EMDR haben wir richtig erst vor 3-4 Wochen angefangen, da es ja Coronabedingt anfangs nicht möglich war und ich auch nicht stabil genug war.

Meine Thera hatte schon signalisiert, dass nach den 20 Std., die jetzt beantragt werden, notfalls nochmal was beantragt werden könnte. Also mache ich mir darüber eigentlich weniger Gedanken. Sie meinte, es gäbe da noch Möglichkeiten.

Wenn alle Stricke reißen müsste ich es halt selbst weiterzahlen. Das ist mir meine Gesundheit wert, da es ja nicht nur um die PTBS geht und sie auch die anderen Probleme noch „bearbeiten“ will.

Zu der PTBS: Es liegt keine Bindungsstörung oder dergleichen vor, es war auch nichts jahrelanges, sondern nur 1 einschneidendes Erlebnis.

Grüße
Neuling

PS: Bezüglich der Schamgefühle werden wir noch drüber reden. Vielleicht fällt es mir dann auch leichter.

Wolke

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Wolke » Do Feb 25, 2021 4:53 pm

hallo

also bei einer vt sind schon 100 h sehr selten.maximim sind nornelrwiese schon 80. hab noch nie gehört dass drüber hinaus was geht. die kks zahlen ja eher weniger thera als früher und wenn der Gutachter keine Ahnung von Trauma hat...
aber gut sie muss es wissen. drauf verlassen würde ich mich auf keinen Fall.
würde mich jedenfalls drauf einstellen selbst zu zahlen weil eben 20h nichts ist für Emdr. da machst du maximal 2 oder 3 emdr Sitzungen. wenn überhaupt.

mmh also entweder du hast eine komplexe ptbs und dann gab es mehrere Traumata oder du hast ne einfache ptbs dann gab es was einmaliges. wenn ihr ein einmaliges Trauma mit emdr behandeln wollt könnten 20h reichen.
aber wie gesagt deine thera kann dir das alles viel besser und genauer auf dich persönlich gemünzt sagen.
alles gute
wolke

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Fr Feb 26, 2021 7:07 am

Hallo,

Du hast Recht, ich rede da besser mit meiner Thera drüber.

Grüße
Neuling

Neuling

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Neuling » Mo Mär 01, 2021 8:11 pm

Hallo zusammen,

nochmal eine andere Frage in Bezug auf Trauma- bzw Konfrontationstherapie.

Wenn wir (Thera und ich), das Trauma demnächst nochmals durchsprechen, will sie das für mich aufschreiben. So als Geschichte. Und irgendwann (wahrscheinlich wenn ich damit klar komme), will sie das mit mir zusammen nochmal lesen.

Hat das jemand von Euch schon mal gemacht, bzw von gehört?

Ich danke Euch.

Grüße
Neuling

Gast_Wolke

Re: Konfrontation im Rahmen der Therapie *Trigger*

Beitrag von Gast_Wolke » Mo Mär 01, 2021 8:44 pm

Ja das ist ne frühere Standard Methode die aber veraltet ist
macht man im Grunde nicht mehr und kenn auch nur 2 Leute denen das nicht geholfen hat. ging jeweils um Vergewaltigung.
andere Formen der Konfrontation helfen weitaus besser.

alles gute
wolke

Antworten