wolfsfrauenfrage

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asd

wolfsfrauenfrage

Beitrag von asd » Mo Mai 04, 2020 11:56 pm

Die.Wolfsfrauen. hat geschrieben:
Mo Mai 04, 2020 10:20 am
Gibt es wohl jemandfrau hier im Forum???. die das auch durch hat? Und die alles abgebrochen hat.. weil es "einfach" nicht geht?
ja. wobei sich abgebrochen aktiver liest, als sich das damals angefühlt hat. es war einfach keine kraft mehr da. es ging nicht mehr. das war keine aktive entscheidung sondern eine konsequenz meiner völligen unfähigkeit, mich irgendwie mitzuteilen, über die ich zutiefst verzweifelt war.
und von seiten einer therapeutin bestand und besteht weiterin und auch nach jahren noch das angebot jederzeit wieder zu kommen.
abgebrochen trifft es also nicht ganz.
Die.Wolfsfrauen. hat geschrieben:
Mo Mai 04, 2020 10:20 am
Und der es *besser* geht? ohne Therapie? und Co????
ja. der preis ist zwar nicht niedrig: fast kein kontakt zu menschen, aber das ist zumindest auch keine verschlechterung im vergleich zu vorher.
und in vielen bereichen hat sich meine situation über die jahre, die inzwischen vergangen sind, hinweg sehr verbessert.
es hat sich innen enorm beruhigt, seit ich nicht mehr mit aller kraft permanent darum gekämpft habe, mich in der therapie mitteilen zu können und in kontakt zu kommen und zu sein mit anderen innen und außen.
ich bin nicht mehr ständig völlig erschöpft und an der grenze zum zusammenbruch.
ich kann meistens schlafen.
ich kann vorausplanen und rückblickend nachvollziehen, was ich den tag über getan habe.
essstörung , alkohol und selbstverletzungen sind seit vielen jahren kein thema mehr.
ich habe programmieren gelernt und einen homeoffice job als softwareentwicklerin gefunden, von dem ich finanziell gut leben kann, der meine kreativität fordert und mein denken beschäftigt hält.
ich mache viel sport und auch körperlich geht es mir trotz schwerer chronischer erkrankung besser als zu therapiezeiten.

als ich keine kraft mehr hatte, die therapie fortzusetzen, habe ich nicht damit gerechnet länger als maximal einige wochen zu überleben. diese in vielerlei hinsicht doch sehr positiven entwicklungen hätte ich nie für möglich gehalten.

bitte das nicht als plädoyer gegen therapie missverstehen. aber, wenn therapie nicht möglich ist, kann es dennoch und auch aus sehr verzweifelten und ausweglos erscheinenden situationen heraus unerwartet positive entwicklungen geben.
Die.Wolfsfrauen. hat geschrieben:
Mo Mai 04, 2020 10:20 am
Und auch wenn da *Programmierungen*...
vielleicht. ärztinnen und therapeutin sind damals davon ausgegangen. ich kann das bis heute nicht einschätzen.

Die.Wolfsfrauen.
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Die.Wolfsfrauen. » Di Mai 05, 2020 10:41 am

Liebe asd…

ganz herzlichen Dank für Deine Offenheit und Dein Vertrauen!!!

Vieles fühlt sich gerade für uns nachvollziehbar an..... die Kraft, die das frisst, die dann "einfach" nicht mehr da ist/ war, und dass eben dann auch ruhiger wurde ohne Therapie. Und dass es aber gleichzeitig auch Todesängste auslöst.
Wir hoffen, wir verdrehen Deine Worte jetzt nicht irgendwie so, dass Du Dich missverstanden fühlst... ist auf jeden Fall nicht unsere Absicht. Puh... Kommunikation und die Sorge und Angst, was daraus auch ungutes entstehen kann... immer wieder sehr schwierig für uns :oops: :roll:

Dürfen wir noch etwas wegen dem Symptomen fragen? Wenn nicht, ist das für uns völlig in Ordnung....

Wir waren ja auch lange Zeit... einige Jahre zumindest... schon mal ohne Therapie... und ja.. vieles war tatsächlich auch besser... (aber wir wissen nicht, ob es daran lag, dass wir die Therapie damals abgebrochen haben, oder an anderen Sachen, die sich lebenstechnisch sehr verändert hatten) … Und wir waren aber damals auch nicht "alleine"... also aussen... :roll: :wink:

Lieben Gruss und noch einmal vielen Dank!!!

Die.Wolfsfrauen.
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Die.Wolfsfrauen. » Do Mai 14, 2020 6:48 pm

Ganz doll wieder.. innnen.. "es" schreit: Das bringt uns um!!!
Diese Therapie bringt uns um!!! LAUFT!!!!
Chaos.. auf der "Herz-Hirn-Achse"....

Bist du noch da? asd?
Und ist es in Ordnung für Dich? diesen Thread zu öffnen?
Gibt es noch andere?
Die von Therapie.. in solches (noch mehr) Chaos stürzen???

Wildi
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Wildi » Do Mai 14, 2020 7:05 pm

Hallo Wolfsfrauen,

ich kenne ähnliche Tendenzen auch von mir, ja.

Im Augenblick brauche ich sämtliche Kräfte einfach nur, um die Tage zu überstehen, deshalb kann ich mich jetzt leider gar nicht weiter zu dem Thema äußern. Aber ich wollte zumindest signalisieren, dass mir der Wunsch nach Rückzug sehr vertraut ist – und es manchmal kein Fehler war, dem nachzugeben.

Löwenherz***
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Löwenherz*** » Do Mai 14, 2020 7:32 pm

Hallo Wolfsfrauen,
wie sehr ich das auch kenne...so oft der Zusammenbruch, Abbruch, alle Teile zersprengt und um uns geschlagen. Sie ist immer geblieben, hat ausgehalten, durchgehalten, mich damit gehalten. Ende letzten Jahres ist sie plötzlich und völlig unerwartet gestorben. Dass sie uns nie aufgegeben hat, gibt mir jetzt unendliche Kraft, weiterzumachen.
Bitte gibt nicht auf!
Herzliche Grüße
Löwenherz

asd

Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von asd » Do Mai 14, 2020 9:24 pm

ja, ich bin noch da. und den thread zu öffnen ist für mich völlig in ordnung, bzw. er war von mir nie als nicht für alle offen gedacht.

ich hatte mit meinem posting ehrlich gesagt nicht geschrieben, um damit einen längeren kontinuierlichen austausch zu beginnen. das hätte ich vielleicht direkt dazu schreiben sollen und falls ich erwartungen in diese richtung geweckt habe, tut mir das leid.

ich hatte einfach nur schon sehr sehr oft beim lesen hier im forum den impuls, zu schreiben, dass therapie nicht für jede(n) und zu jedem zeitpunkt die passende oder gar einzig option ist, um sich weiter zu entwickeln. und dass nicht der leidensdruck dabei entscheidend ist oder das ausmaß der einschränkungen, die man hat, oder der wunsch und wille, irgendwie heiler zu werden.

es gibt eben situationen, in denen therapie nicht möglich ist. die gründe dafür können sehr unterschiedlich sein und sie müssen nicht für jeden nachvollziebar sein.
wichtig zu äußern war mir einfach, dass keine therapie machen können (oder auch sich bewusst dagegen zu entscheiden) nicht in die destruktivität oder in irgendeine katastrophe führen muss.
es gibt so viele unterschiedliche wege ... meiner beispielsweise ist auch sicher nicht für jede(n) gangbar oder erstrebenswert, aber für mich war er genau richtig.
ich fühle mich auch nicht berufen, irgendwem hier einen rat zu geben, sondern wollte einfach nur ein bisschen mut machen.

wer immer sich in diesem sinne hier austauschen möchte, darf das sehr gerne tun.

chaoshaufen
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von chaoshaufen » Do Mai 14, 2020 10:45 pm

Auch wir sind hier !

Die.Wolfsfrauen.
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Die.Wolfsfrauen. » Sa Mai 16, 2020 9:24 pm

Oh- vielen Dank euch allen!!!
Jetzt schon einmal unbedingt sichtbar machen wollen...
Antworten ist gerade wieder schwer... :oops: :|
Wir denken wirklich ernsthaft über einen "Abbruch" nach- aber das macht natürlich Angst... und sowohl der Kopf, als auch im aussen… spricht auch vieles dagegen...
Wir sind "froh", dass es nicht uns "allein" so geht... wir würden es nur gerne besser auch verstehen :roll: was denn so schief läuft schon wieder :oops:
Insofern wäre ein weiterer Austausch hier (mit und/oder auch ohne uns.. weil wir sind leider so oft so "desolat" zum schreiben :oops: )… vielleicht hilfreich für uns...
Und asd- keine Sorge.. alles o.k... :wink:

Maya
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Registriert: Mo Aug 13, 2007 12:45 pm

Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Maya » So Mai 17, 2020 3:30 am

Hallo Wolfsfrauen!

Ich kenne deine aktuelle Situation nicht.
Aber ich habe auch Therapie abgebrochen und meine Therapeutin hat gesagt ich werde abstürzen. Aber mir geht es besser als je zuvor!
Ich habe vor ein paar Jahren schon mal die Therapie abgebrochen und das hat sich innerhalb ein paar wenigen Monaten als unmöglich gezeigt. Aber ich habe dann eine neue Therapeutin gesucht und weiter gemacht.

Was ich jetzt aus meiner Situation sagen kann ist das das Umfeld und die persönliche Einstellung sehr wichtig sind. Aber ein Umfeld kann man dann ja auch aufbauen. Vieles passiert dann einfach so ohne das man aktiv nach etwas sucht.
Ich hatte den ganz starken Willen es alleine zu schaffen. Und das fühlt sich nach einem Jahr immer noch gut und richtig an. Ich weiß da schlummert noch was in mir. Aber ich finde darüber kann ich mich sorgen wenn sich das meldet.
Nur jeder Mensch, jedes System ist so individuell und auch jede Lebenssituation, das man da keine Allgemeingültigkeit Ratschläge geben kann. In uns allen liegt auch so viel Kraft und soviel Stärke und ich glaube gerade so lange therapie kann unter Umständen auch unselbständig und kleiner machen. Abhängig eben.
Es gibt doch auch Mittelwege. Die Abstände der Therapie verlängern zb. So hatte ich es Arbeitsbedingt jetzt auch gemacht. Denn ich hatte auch Angst vor einem totalabsturz. Blieb aber aus.
Hört auf euer Gefühl! Und egal welchen Weg ihr geht, es muss ja nicht endgültig sein. Das Leben läuft sowieso immer anders als man plant.

Liebe Grüße! Und ich lese das als Fortschritt bei euch!

Silberfee
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Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Silberfee » So Mai 17, 2020 9:22 am

Hallo Wolfsfrauen,
auch ich habe hier gelesen, weil sich diese Frage immer wieder stellt. Von mir ( uns) selbst, aber auch von Therapeut*Innenseite.
Ab wann schadet Therapie mehr als dass sie nutzt?
Wird Therapie von innen ( und vielleicht auch außen) gegen uns verwendet, ohne dass wir es wirklich mitbekommen?
Im Moment könnte ich mir nicht vorstellen, die Therapie zu beenden, wir haben sie ein bisschen verändert ( natürlich mit Hilfe der Therapeutinnen), seitdem scheint es besser zu gehen.
Trotzdem bleibt es eine Gratwanderung.

Phoenix

Re: wolfsfrauenfrage

Beitrag von Phoenix » Fr Mai 22, 2020 7:53 am

Ich habe auch einmal die Therapie beendet. Er war komisch und wir konnten nicht mehr miteinander arbeiten. Später kam es noch zu einem flashback. Er hat mich mißbraucht. Ich habe ihn angezeigt.

Du kannst ja in Ruhe neu suchen.

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