Wie viel Zeit braucht es?

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Gush
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Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » So Mär 29, 2020 9:38 pm

Inzwischen sind einige Monate vergangen und „eigentlich“ ist „es“ vorbei. Im Moment fühle ich mich unendlich einsam und verloren und vielleicht ist das hier eine Möglichkeit, über das Eigentlich und das Es zu reden. Ich würde gerne einige Inhalte loswerden, die mich seit Wochen quälen und bisher keinen Platz gefunden haben...mal sehen, wie es kommt.

Ich habe gehofft, dass das Leben weiter geht, so, wie es all die Jahre einfach weiter lief.
In der Zeit, als es wohl am Schlimmsten war, habe ich funktioniert, konnte zur Uni gehen, arbeiten, Freude treffen, präsent sein. Es hat sich entwickelt und manifestiert, ist ausgeufert und hätte mich beinahe zerstört. Oft ganz beiläufig, umhüllt in den Anschein der Normalität, zumindest nach außen.

Übrig geblieben ist ein Schatten, der sich über alles legt und alles verfärbt. Da ist eine unfassbare Angst, die jeder Rationalität trotzt und sich nur schwer bändigen lässt. Viele Flashbacks und Zustände, in denen ich es körperlich fühle und am Ende in eine Verzweiflung rutsche, die ihre Berechtigung wohl schon lange verloren hat.

Es fällt mir schwer mir einzugestehen, dass es Zeit und Raum braucht. Ich weiß, dass es schlimm war und nicht heilen kann, wenn ich nicht aktiv etwas dafür mache. Es wird nicht einfach so wieder gut.
Mit viel Abstand sehe ich, dass es nicht verwerflich oder schwach ist, dass es mich überfordert und in einen Zustand bringt, in dem ich Hilfe benötige und vielleicht durch eine stationäre Begleitung aus dem Loch komme.
Meistens ist es ganz nah und meine sonst so geordnet wirkenden Gedanken verhaken sich ineinander und trotzen dem Gedanken. Es fühlt sich an, als wäre ich daran gescheitert und müsste mir beweisen, dass ich jetzt wieder klar komme und mein Studium endlich beende und nicht noch mehr Zeit damit verschwende, mich zu bemitleiden. Manchmal wünsche ich mir die mahnenden Worte einer Mutter, die mir sagt: es reicht jetzt.

Oft beruhige ich mich damit, dass es nur eine schlechte Phase ist, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt, dass es schon viel schlimmer war und sowieso.
Oft weiß ich dabei aber auch, dass es nur die halbe Wahrheit ist...

Jojoba
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Jojoba » Mo Mär 30, 2020 12:25 am

Liebe gush,
Es tut mir sehr leid für dich, ich kenne dieses Gefühl selbst auch sehr gut. Mir hat es geholfen mein "selbstmitleid(trauer/wut/Enttäuschung)" als einen Teil von mir zu akzeptieren. Wir dürften uns selbst bemittleiden (wer tut es denn sonst für uns 😂) aber man sollte ebenso akzeptieren dass einen das nicht weiterbringt. Ich sage mir selbst oft wenn ich in einer solchen Phase bin" ja es war schrecklich aber es ist vorbei - sei froh darüber und mach das beste draus. "

Gut ich gebe zu dass ist jetzt wahrscheinlich nicht das Allheilmittel aber ich finde es wichtig sich bewusst zu machen das alles vorbei ist.
Ebenso das man traurig sein darf, ich weiß zwar nicht genau was dir zugestoßen ist, aber hast du überhaupt schon getrauert? Wenn man das stets nach hinten verschiebt, überrollt es einen irgendwann.
Und es ist auch keine schlechte Entscheidung sich Hilfe dabei zu holen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft
Jojoba
I'm a survivor.

Gastacht

Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gastacht » Mo Mär 30, 2020 9:38 am

Hallo Gush
willkommen hier.
Meinst du mit Es den MB oder eine schwere Krise eine Depression oder ähnliches? Musst nicht antworten
..Und ja du darfst hier alles sagen und hier zeigen.

und ja es braucht Zeit und Raum. viel Zeit. was in Jahren kaputt ging wird nicht in 6 Monaten heil auch wenn manche kranken Kassen oder mancher idiotische thera das denkt...
ich arbeite schon sehr lang an mir und oft ist es wie bei Grönemeyer mittlerweile: es tut gleichmäßig weh... manchmal ist es aber auch noch heftig.

alles darf sein an Gefühlen. hab ich in der Trauer Arbeit gelernt aber für trauma gilt das auch. also alles was dich nicht kaputt macht wie zb selbstverletzung.

ja so eine Mutter wünsch ich mir auch manchmal aber es ist keine gute Mutter. die Seele ärgert dich damit ja nicht. einem Knie was nicht heilt wirft man das ja auch nicht vor... dh es gibt noch was zu erzählen und zu zeigen. nicht mehr und nicht weniger.

gutes ankommen hier
gastacht

Gush
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » Mo Mär 30, 2020 3:01 pm

Danke für eure Antworten.
Ja, das Es steht für Missbrauchserfahrungen. Im Moment sind sie ziemlich präsent und es kommen Dinge hoch, von denen ich dachte, dass sie gut verpackt sind. Aber es ist ja vergangen und eigentlich ist die Macht, die sie auf mich haben, nicht berechtigt. Es sind "nur" Erinnerungen. Soviel zur Theorie...in der Praxis sieht es anders aus.
Ich verzweifel daran, sie nicht bändigen zu können, obwohl mir eigentlich viele Methoden bekannt sind, wie es funktionieren könnte.
Die Angst nimmt mir Zuversicht und breitet sich so sehr aus, dass alle Ziele und Hoffnungen ihren Wert verlieren.
Aber eben nur situativ. Es ist nicht durchgängig schlecht, aber so richtig gut eben auch nicht.

Ich habe eine Therapeutin, mit der ich schon einige Überschriften angeschnitten habe.
Mein Bedürfnis ist ganz oft viel bei ihr abzuladen und eben nicht direkt näher hinzusehen. Es erstmal so stehen zu lassen und los geworden zu sein. Das bremst sie, weil sie denkt, es wäre nicht gut für mich.
Wir haben darüber gesprochen und natürlich sind ihre Zweifel berechtigt...doch gleichzeitig übergeht sie dabei mein Gefühl für mich und meinen Bedarf, den ich nur selten so klar äußern kann. Sie hat mir angeboten, dass ich es aufschreibe und wir es uns, wenn ich stabiler bin, nach und nach anschauen. Ich möchte, dass sie es sich anhört, dass ich es einmal aussprechen kann und darf. Ohne Dinge weg lassen zu müssen, oder zu beschönigen und vor allem ohne Sorge, jemanden damit zu belasten.

Naja. Im Moment wirken die Tage und die Nächte endlos lange und Ostern noch ganz weit weg. Ich sollte mir einen realistischen Plan überlegen, wie es weitergehen kann. Klar scheint, dass ich Uni, Therapie, Umzug und co. nicht unter einen Hut bekomme, zumindest momentan nicht. Vielleicht ist es offensichtlich, dass es so nicht funktionieren kann...aber in mir sieht es anders aus. Da ist dieser große Anspruch meinen eigentlichen Erwartungen gerecht zu werden, weil ich es so lange geschafft habe und vielleicht noch immer eine (naive) Hoffnung habe, dass es funktionieren kann.

Gastacht

Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gastacht » Mo Mär 30, 2020 4:12 pm

hallo gush

ich verstehe das reden wollen sehr gut. hatte ich auch lange.
aber hast du dabei ein Gefühl?
ich habe es total abgespalten erzählt wie den wetter Bericht.
wenn das bei dir auch so ist muss ich deiner thera recht geben.
das bringt gar nichts. ja es ist dein Wunsch und deshalb wichtig es vielleicht einfach mal zu machen... dass du merkst es ist ok etc.
aber bei der verarbeitung hat mir das nicht geholfen. weil es eben abgespalten ist. man nichts integrieren kann.
lg
gastacht

SophiawirdErwachsen
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von SophiawirdErwachsen » Mo Mär 30, 2020 8:04 pm

Hallo gush,

ich hab da die gleiche Erfahrung gemacht wie Gastacht.
Es kann schon helfen es einfach mal auszusprechen, aber ohne Gefühl ist es nicht ausreichend bearbeitet.
Nur aussprechen kann schon mal psychisch helfen sich dem ganzen anzunähern, aber in die Tiefe kannst du nur langsam gehen.
Also meine Erfahrung.
lg
Sophia

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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » Di Mär 31, 2020 2:15 am

Hmm. Ich glaube, ich möchte es erstmal loswerden und bei ihr "abladen", weil es sich anfühlt, als würde ich daran ersticken.
Nach außen hin wirkt das meist nicht so und in der Therapie kann ich dann garnicht reden. In mir brodelt es, aber ich sage, dass alles gut ist. Es fällt mir also schon auch sehr schwer, es zuzulassen und diese Gefühle mit in die Therapie zu nehmen. Manchmal ist es aber auch eine Zeit taub und alles zieht an mir vorbei, bis es mich dann doch wieder trifft.

Im Moment glaube ich aber, dass es mir nicht gelingen würde, die Kontrolle darüber zu behalten und die Fassade zu wahren. Zumindest jetzt gerade nicht... Aber diese Seite kennt so gut wie niemand und ich fühle mich gerade sehr alleine damit.

SophiawirdErwachsen
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von SophiawirdErwachsen » Di Mär 31, 2020 7:36 pm

Hmm. Ich glaube, ich möchte es erstmal loswerden und bei ihr "abladen", weil es sich anfühlt, als würde ich daran ersticken.
Das hatten wir auch. Dann ist es vl eine Möglichkeit mal einiges los zu werden. Überleg dir aber bei allem im Vorhinein, ob es sich richtig anfühlt Details davon zu erzählen. Nicht, dass es dich zu stark triggert oder beschämt und du es nachher bereust...

Lg Sophia

Gush
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » Mi Apr 01, 2020 3:19 am

Wann würdet ihr euch, ggf notfallmäßig, stationär behandeln lassen?

Gastacht

Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gastacht » Mi Apr 01, 2020 9:00 am

wenn du so starke Suizid Gedanken hast dass du sie nicht mehr kontrollieren kannst.
wenn du dich vor Täter Kontakt nicht schützen kannst
bei bmi unter 15 und bei dauernden svv das genäht werden muss.
geh in die Ambulanz und lass das Profis entscheiden ist mein Rat. das kann und sollte hier niemand entscheiden.

Bambus 1
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Bambus 1 » Do Apr 02, 2020 1:30 pm

Ich denke da hat jede andere Grenzen wann Klinik sein muss. Also wie gastacht sagt, bei konkreten Suizid Gedanken würde ich dann auch sagen Notfall Klinik. Bevor etwas passiert, bevor es zu extrem ist, weiß jemand davon? Freundin, Thera?

Zu dem anderen. Ich habe mit meiner Thera noch gar nicht über Inhalte, Erinnerungen gesprochen, sie sagt auch immer, es ist noch lange nicht dran irgendwo rein zu gehen. Ich finde das sehr gut so,weil im Grunde weiß sie ja was Thema ist. Wichtig ist stabil zu werden im Hier und Jetzt. Wenn du das Gefühl hast das alles muss raus aus dir und du musst es loswerden... hast du skills dafür? Tresorübung (muss nicht die klassische sein, du kannst ganz frei deine eigene Übung kreieren). Oder du sprichst es auf Band? Dann hast du es ausgesprochen. Keine Ahnung ob das jetzt sinnvoll wäre, vielleicht hilft aber auch aufschreiben? Ich schreibe alle Flashs auf. Ich lerne und übe gerade für Bilder, Flashs etc Gegenbilder zu finden, auch für Gefühle, was ich aber wirklich noch sehr üben muss. Also z.b. bei Angst überlegen was wäre das Gegenteil davon? Vielleicht sich frei fühlen? Das Gefühl kann ich noch nicht fühlen, aber ich kann versuchen mir einen Vogel vorzustellen wie er frei durch die Luft fliegt. Sowas versuch ich jetzt zu üben und solche Tipps gibt mir meine Thera immer wieder bis ich dann selber lerne dran zu denken ;-)

Alles Gute für dich
Viele Grüße
Bambus

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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » Mo Apr 27, 2020 8:21 pm

Heute hatte ich während des Einkaufens einen Flashback, heftig wie lange nicht. Ich bin rausgelaufen, musste mich irgendwann übergeben und bin in die Panik gefallen, irgendwie unaufhaltsam. Das Gefühl keine Luft zu bekommen, ausgeliefert zu sein, zu merken, dass es ihn freut. Der Blick, sein Lächeln, meine Angst. Unverständnis...und der Wunsch, dass es einfach nur aufhört und eine Wahl zu haben. Es ist so, als würde sich heute immer mal wieder ein Raum füllen, der lange einfach schwarz und ausgelöscht, vergessen schien. Nein, nicht wirklich vergessen, aber diffus, nicht greifbar. Heute ist es wieder so real geworden und der Inhalt ist zu einem Gefühl zurück gekommen, das nie ganz weg war.
Ich weiß, dass es nichts mit der Maske an sich, dem Einkaufen zu tun hat..ich ärger mich darüber, dass ich es heute nicht mal geschafft habe, "normal" einkaufen zu gehen. Es war ein kleiner Kontrollverlust, der nachwirkt. Irgendwie ist mir bewusst geworden, dass all die theoretischen Dinge, die ich hätte anwenden können, sollen nicht funktioniert haben. Ich nicht funktioniert habe. Danach hatte ich das Bedürfnis, dass mich irgendwer in den Arm nimmt und sagt, dass alles halb so wild ist. Gleichzeitig würde es nicht einfordern und signalisieren? Alles so ambivalent und ungeordnet in mir.

In der Uni läuft erstmal alles digital, eine gute Möglichkeit anzuknüpfen, dachte ich..maximal unverbindlich und vielleicht ein bisschen austesten, ob in die Richtung etwas geht. Morgen hat mich eine Dozentin zum Zoomen eingeladen, besprechen der Inhalte und MAP, von denen ich gerade so gar keine Ahnung mehr habe. Der Anschluss ans Studium scheint so unfassbar weit weg und nicht möglich. Aber auf der anderen Seite ist es das, was ich auch unbedingt möchte und vielleicht etwas positiven Auftrieb geben kann. Ich möchte wieder spüren zu funktionieren, zumindest zum Teil. Nicht mal, um mich total da rein zu stürzen und die Therapie mal wieder ganz hinten anzustellen, sondern nur so ein bisschen merken, dass noch irgendetwas geht, was mir nie Probleme gemacht hat.
Ich habe heute meinen transcript of records durchgescrollt und schien wie in einer Parallelwelt. Das sind zwei Ebenen, die nicht zueinander zu passen scheinen.

Fühlt sich so lächerlich an. Weil es Gedankengänge sind, die ich schon so oft hatte und trotzdem komme ich nicht weiter. Vielleicht muss ich es nun einfach versuchen, also morgen mit der Frau telefonieren und danach in der Klnik anrufen? Macht das Sinn?

Gush
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » Mi Mai 06, 2020 8:01 pm

Mir gehts ziemlich mies. Heuter ernueter Maskenversucht, gescheitert würde ich sagen.
Bevor ich sie angezogen habe, habe ich veruscht mir ganz klar zu machen, wo ich binn, dass alle sgut ist und so Dinge. Habe gedacht, wenn ich aktiv irgendiwie gegen die Panik vom letzten Mal arbeite, dass es dann auszuahlten ist und diese rationale Seite sich durchsetzen kann. Konnte sie nicht.
Unfassbar starke Reaktion und Angst nicht atmen zu können. Auch, als die Maske dann ab war, hielt das Gefühl an und ich komme schwer da raus.
Diese Wucht macht mir Angst, ungebremst und heftig. Meine Gedanken hüpfen hin und her, komischer Zustand, irgendwie nicht ganz da.
Dann kommt weider so eine Welle, viele Bilder, vermischt und plötzlich ganz klar. Im Vordergrund sdann Panik und das körperliche Fühlen.
Jetzt guck ich Galileo und bekomm irgednwie garnicht viel mit, läuft einfach so an mir vorbei.
Oft hiflt es mir dann lange und ganz heiß zu duschen, um den Ekel abzuwaschen..heute nicht.

Mir fällt es schwer das in Worte zu packen und ich würde den Inhalt, mal wieder, gerne loswerden. Irgendwa s hemmt mich total, es aufzuschreiben. Und vielleicht ist hier garnicht der richtige Ort dafür? Darüber reden ist ja auch nicht einfacherer..
Vielellcht muss ich da jetzt heute mal durch und morgen ists wieder okay, wenn wieder etwas Distanz dazu da ist.
Vielleicht frage ich die Therapeutin, ob wir doch nochmal teleofnieren können. Weiß auch nicht... :(

Gastacht

Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gastacht » Do Mai 07, 2020 7:54 am

hi
also das liest sich echt als ginge es dir sehr schlecht und vor allem so als hättest du starke ptbs Symptome also flashbacks.
wenn da die einzige Lösung heiss duschen ist was ja in Richtung svv geht finde ich das auch bedenklich.

hab nicht alles gelesen aber wieso nicht thera anrufen? hast du keine thera wegen corona? was ist mit Klinik?
du brauchst Versorgung und hast ein recht drauf. hast du Sorgen davor? diese falsche rücksicht führt jedenfalls zu nix.
finde dass du uf jeden Fall Hilfe brauchst und ziemlich gut mit bagatellisieren deiner Not bist.
wünsch dir dass du dir Hilfe suchen kannst. so allein geht's nicht weiter finde ich und es wäre irgendwie Quatsch zu denken das werde allein plötzlich besser auch wenn mal ein guter Tag dabei sein sollte.
hoff das ist nicht zu deprimierend aber so les ich das.
gastacht

Gush
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Re: Wie viel Zeit braucht es?

Beitrag von Gush » So Mai 24, 2020 9:23 pm

Hallo,
vielen Dank für die Rückmeldung. Ja, kann schon sein, dass ich mir da selbst im Weg stehe.
Mir wurde vor ein paar Tagen nochmal ziemlich deutlich, dass ich schon sehr viel weiter sein könnte. Wenn ich "einfach mal Hilfe annehmen würde". Es arbeitet in mir und ich schäme mich. Es fühlt sich an, als hätte ich einen Teil von mir aufgegeben und würde mich einfach sehr passiv darin suhlen....erkennen, dass es mies ist, aber nicht daran arbeiten, dass es besser ist. Da waren Hilfsangebote und anfangs habe ich alles abgelehnt, wollte einfach weiter machen und habe mir sozusagen selbst "verboten", dass das Funktionieren nicht mehr funktioniert. Aber der Punkt ist eben, dass schon da wissen konnte, dass es nicht funktionieren kann, ohne intensivere Hilfe.

Im Endeffekt habe ich den Kampf verloren, ich bin kaum weiter und vieles, was anfangs eher beiläufig Thema war, also z.B. Essen ist jetzt wirklich problematisch. Ohne diese Gefühle und unendliche Schwere in mir sieht das alles ganz logisch aus: Hilfe annehmen, Klinik, bla, sonst wird es nicht besser. Aber da sind diese Zweifel und Ansprüche an mich, die unendliche Scham und Angst.
Angst, nicht "gesehen" zu werden und irgendwie auch Angst, dass es alles hochkommt und den Teil, der teilweise noch funktioniert, zu verlieren. Angst, in eine Klinik zu gehen und darum kämpfen zu müssen, dass rüberkommt, dass es mir wirklich nicht gut geht, weil es oft nicht so wirkt. Weil ich dumm lächel, ruhig bin und nicht wie ein Schlosshund heule, weil ich mich nicht selbst verletze..
Angst, dass das Thema Essen im Fokus ist und bleibt, weil es das Offensichtlichste ist.
Es ist so eine große Ambivalenz. Ich ärger mich so sehr darüber und bin wütend auf mich, vielleicht sollte ich diese Energie nutzen, um voran zu kommen.

Gestern war ich richtig optimistisch und habe mir so grob einen Plan gemacht, wie es funktionieren kann und den für gut befunden, weil ich dann "aktiv" bin und irgendwie wieder handlungsfähig, nicht nur passiv allem ergeben.

Morgen möchte ich auf jeden Fall eine Beratungsstelle kontaktieren und bin gerade dabei Stichpunkte zu machen. Es fühlt sich an, als bräuchte ich einen Rahmen, an dem ich mich festhalten und entlang hangeln kann. Ich kann nicht einfach so in das Gespräch gehen, weil ich es gerne kontrolliert führen möchte. Morgen früh muss ich auch noch zum Arzt und gerade ist mir irgendwie wieder alles zu viel. Während des Schreibens der Stichpunkte blitzen immer wieder Bilder auf, ich bin unruhig und möchte gerade einfach weglaufen, heiß duschen und mich auflösen.
Ich werde das morgen durchziehen und machen, das soll gar keine Ausrede sein. Aber gerade ist es einfach schwer und ich fühle mich unendlich alleine und überfordert damit.

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