Konfronation und parallel arbeiten gehen

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Coralina
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Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Coralina » Di Dez 17, 2019 5:51 pm

Konfrontation in der Therapie und parallel arbeiten gehen !

Könnte ihr das und wenn ja, wie packt ihr das ?

Ich mache mir gerade Gedanken darum, wie es weiter gehen kann. Weiter (wieder) bergauf. Ich habe bereits eine Konfrontation in einer Klinik hinter mir und es hat geholfen. Es sollte weiter gehen, aber seit Oktober habe ich wieder einenn Job. 30 Stunden die Woche.
Ich frage mich, ob für mich die Konfrontation auch ambulant möglich wäre und wollte einfach mal nach Erfahrungen fragen. Ich weiß aber, dass jeder anders ist.

Liebe Grüße,
Coralina

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kleine Bärin
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von kleine Bärin » Di Dez 17, 2019 10:46 pm

hallo coralina,

ja, jeder ist anders. ich hab mit der thera einen weg gefunden ambulant
auch konfrontativ zu arbeiten und vollzeit zu arbeiten.
oberstes theraziel ist aber immer und das gilt für jede einzelne stunde:
arbeitsfähigkeit erhalten. heißt: stabilisieren geht immer vor und konfrontation
auch nur in maßen. ich geh kleine schritte, aber ich geh.

ich habe ein mal die woche abends nach der arbeit thera. eine zeitlang war
das der freitag,dann hatte ich das ganze wochenende zum sortieren und auch
mal durchhängen. das war auf der einen seite gut, weil ich die freien tage brauchte,
auf der anderen seite fehlte mir aber doch das erholungs-wochenende. jetzt versuche
ich mir den arbeitstag, der auf die therastunde folgt nicht mit so ganz großen sachen
vollzupacken und am theraabend selbst hab ich frei und mach nix.

ich weiß ja nicht, wie deine arbeitzeit und deine einteilmöglichkeiten sind. aber als erstes
nach klinik würde ich erst mal alltag wieder sortieren und stabilisieren auch mit dem neuen
job und dann schauen, was geht.

gruß die bärin
for those who fight to light the dark: Bild

Ich habe die Verantwortung für mein Leben und meine Taten.

Coralina
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Coralina » Mi Dez 18, 2019 2:44 pm

Danke für deine Antwort, Bärin !

Also es ist so, dass ich 5 Tage die Woche arbeite. Zwei kürzere Tage, bis 13 Uhr. Drei längere Tage bis 15.20 Uhr. Therapie ist immer Dienstags, was ganz gut ist. Habe nach der Arbeit immer noch etwas Zeit zum spazieren gehen oder so. So komme ich auch zeitlich nie in Bedrängnis. Das ist also schonmal ganz gut geregelt.
Allerdings bedeutet die Therapie jeweils einen Fahrtweg mit dem Auto für 30 Minuten. Allein das wäre nach einer Konfrontation schon schwierig. Ausßerdem weiß ich, dass ich nach einer Konfrontation oft viel Gesprächsbedarf habe. In der Klinik war immer jemand. Das habe ich Zuhause natürlich nicht.

Mein Gedanke war auch schön, dass ich die Therapie vielleucht auf den Freitag lege. So hätte man das Wochenende, um sich wieder zu sortieren. Natürölich fehlt einem aber auch dann das Wochenende, um zu entspannen. Genau wie du es geschrieben hast.

Die stationäre Therapie war schon Anfang Mai zu Ende. Es ist also schon Zeit vergangen. Es ist allerdings auch nichts entschieden. Wir haben da gestern nur mal kurz drüber gespprochen. Vom Gefühl her ist eine Konfrontation unter den jetzigen Bedingungen nicht machbar.

Coralina

Sayeda
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Sayeda » Mi Dez 18, 2019 3:53 pm

Hallo Carolina,

es kann funktionieren, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Vor allem solltest du dafür eine Grundstabilität haben und dich gut darauf vorbereiten.

Ich habe mir angewöhnt, nach anstrengenden Therastunden erst mal einen Spaziergang zu machen. Dabei versuche ich mich dann mit entsprechenden Übungen im Hier und Jetzt wieder ganz fest zu verankern. Manchmal brauch ich auch eine heiße Schokolade danach. Die hole ich mir dann beim nahegelegenen Bäcker und spaziere damit herum. Wenn mir nach der Konfrontation übel ist, wird es machmal ein Pfefferminztee. Und manchmal eben gar nichts, wenn es nichht passt. Erst wenn ich wieder ganz "da" bin, sitze ich entweder aufs Fahrrad oder ins Auto.

Wenn ich eine Konfrontationseinheit habe, dann habe ich zumindest am folgenden Tag frei. IdR nehme ich meine Überstunden, manchmal braucht es dann auch eine AU. Meine Urlaubstage benötige ich zur Erholung. Meine Therastunden sind meist donnerstags. So habe ich ein langes Wochenende.

Es gibt nur dann eine Konfrontationseinheit, wenn eine ruhigere Arbeitsphase abzusehen ist.

Ich kann meiner Thera bei Bedarf eine Mail schreiben. Auch ist ein Telefonat möglich. Zu Anfang sagt sie schon nach der Konfrontation, dass ich am folgenden Tag Rückmeldung geben soll, wie es mir geht. Inzwischen weiß sie, dass ich mich bei Bedarf melde und ich weiß, dass ich es darf.

LG, sayeda
Wenn eine Frau ihre eigene Größe entdeckt hat, kann kein Lob sie größer, keine Kritik sie kleiner machen.
Der Käfig ist offen.
Verlassen musst du ihn selbst

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Coralina
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Coralina » Mi Dez 18, 2019 5:35 pm

Ich denke auch, dass es von vielen Faktoren abhängt. Klar ist auch, dass man stabil sein muss und man einiges vorher abklären muss. Wie das mit Telefonaten, Emails usw wäre müsste man sicher auch klären. Von Heute auf Morgen geht da nichts. Ich habe ja jetzt sowieso Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Wäre die Arbeit nicht würde ich auch nochmal in die Klinik gehen.

Gast814

Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Gast814 » Do Jan 09, 2020 11:47 pm

Hey,

Also Arbeit und Konfrontation kenn ich nicht, aber Ausbildung und Konfrontation bin ich grad bei. Ich versuch immer die Termine so zu legen das ich frei hab an den Tagen, das klappt leider nicht immer und wenn ich mein Schulblock hab sind die Termine immer am Freitag, so hab ich das Wochenende zum verarbeiten. Es verlangt schon sehr viel ab und auch organisatorisch lege ich mir nie feste Termine die nicjt die Arbeit betreffen nach den Therapie Stunden rein. Wenn dann treff ich mich mit Freunden oder geh auch mal alleine ins Kino, aber ich sag dann auch mein Freunden das es sein kann das ichnkurzfristig absage.

Außerdem achte ich sehr darauf was mir nach der Stunde gut tut und was ich brauch.

In der Stunde selber schau ich und mein Therapeut, der kann es meist noch besser einschätzen, wie weit es geht oder nicht und ich schau auch immer nachdem was einfach Priorität grade hat. Ausbildung oder Therapie. Wenn uch ne wirklich wichtige Klausur hab die ansteht, sind die Stunden ohne Konfrontation und mehr von alltäglichen Themen gefüllt, oft wie ich den Konflikt mit der oder der Lösen kann oder wie anders reagiert werden hät können. Irgendwie brauch ich diese Stunden auch immer wieder.

Oft, nicht immer, ist es bei mir auch der Fall das ich nach der Therapie nur noch heim fahre, ins Bett falle und sehr, sehr lange schlafe und dann nur mal aufstehe um aufs WC zu gehen. Teilweise ist der Heimweg dann auch schwierig, aber ich hab kein Führerschein und daher gezwungen die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

All das, also die Konfrontationen und Co mache ich nur, weil der Psychologe wirklich gut ist und ihm in beruflicher Hinsicht insofern was an mir liegt, das er auch wirklich schaut was möglich ist und er stoppt auch und akzeptiert auch wenn mich was nicht interessiert oder der Zeitpunkt falsch ist. Es ist wirklich meine Therapie mit meinen Themen und was ich auch im hochanrechne ist, ich darf ihm ne Sms schicken, wenns kippt und er guckt wirklich das er einen noch an dem Tag mit reinnimmt oder wenn ich abends schreibe am folge Tag. Er betont dies auch. Hab es bisher nur ein einziges Mal in Anspruch genommen, aber es ist für mich eine enorme Absicherung die mur viel Wert. Ist. Mail und Co darf ich ihm Schreiben, mach ich alles nicht, weil ich dann hemmungen hab vor den Stunden und das tut mir nicjt gut und steht mir dann zu sehr im Weg.

Alles Gute Dir
Gast814

kimana
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von kimana » So Jan 12, 2020 6:39 am

Hallo zusammen!
Ich hätte eine Frage, bezüglich der 'Konfrontation'...Und denke, dass sie hier in dieses Thema passt
Ich befasse mich nun schon ein bisschen länger mit dem Thema. Und frage mich, ob ich dazu schon stabil genug/bereit wäre

Wie sieht sowas bei euch aus? Was genau wird gemacht
Ortsbegehung.../ETC..?
Ich bin noch nicht in Therapie..Sowas sollte man doch sicher nur in Begleitung mit einem Therapeuten durchführen Oder?!

Ich danke euch schonmal für Antworten,

kimana

Gastacht

Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Gastacht » So Jan 12, 2020 9:21 am

Hallo kimana
Oh Gott bewahre keine orts Begehung...
Das ist ja oft gar nicht mehr möglich. Wurde an unzähligen Orten mb, teils in Afrika etc, da könnte ich ja gar nicht überall hin.

Nein und ich halte von der normalen Expo die einfach heißt zue erzählen oder zb ein Buch mit p***ssen ansehen was eine Freundin in einer vt Klinik machen musste (ehrlich!!!) Nichts. Kenn drei Leute die das gemacht haben also erzählen oder was ansehen und es brachte einfach mal nichts war aber extrem triggernd.

Googel mal irrt trimb oder emdr. Das ist heute State of The art dh das was wissenschaftlich gerade als am besten gilt...

Du solltest und kannst das nur in thera machen und hast davor eine Zeit der Stabilisierung wo du ganz viel über Anteile und Übungen lernst und skills... etc ohne das geht es nicht.
Ohne thera Erfahrung wird diese Zeit sicher einige Monate dauern. Ausschluss ist starkes svv, starke es, Suizidalität, Psychose, hohes Alter, schwere somatische Krankheit und täterkontakt (meistens).

Gastacht

Coralina
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Coralina » So Jan 12, 2020 10:52 am

@kimana
ich denke, dass du das in einem anderen/eigenen Thread fragen solltest. Danke !

Käferchen
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von Käferchen » Mo Jan 13, 2020 9:12 pm

Liebe Coralina,

einige Male schon hatte ich angesetzt, dir dazu etwas zu schreiben und es dann doch nicht geschafft. Ich bin so furchtbar unstet in letzter Zeit. Es ist immer mal Kraft da, aber nur kurz. Ich brauche gerade ALLES, was ich habe für mich.

Womit ich bei deinem Thema bin. Ich hatte zwei Konfrontationen und muss sagen, dass ich es mir nicht vorstellen könnte, zu arbeiten und zu konfrontieren. Es hallt doch länger nach.

Ich bin total erschöpft. So als hätte ich einen Dreitausender erklommen. Es ist harte Arbeit und braucht einige Zeit, sich wieder einzupegeln.

Bei mir ist es zudem so, dass ich kaum Erinnerungen an meine Kindheit hatte. Nach der ersten Konfrontation kamen dann auch Erinnerungen zurück. Leider kamen auch noch mehr schlimme mit.

Es ist eine Zeit, die dich sehr fordert und du brauchst Reserven und Strategien, um damit umzugehen. Ich wollte dies eigentlich in einer Klinik machen. Nur dauert es halt sehr lange bis man einen Platz bekommt. Und ich stand jetzt zwei Mal vor der Situation, dass es einfach "dran" war.

Ich möchte dir nicht abraten. Du musst nur wissen, dass es echt kräftezehrend ist.

Wie gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen.

Pass gut auf dich auf.

kimana
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Re: Konfronation und parallel arbeiten gehen

Beitrag von kimana » Di Jan 14, 2020 7:45 am

@Coralina Tut mir leid.. Ich wollte mich nicht einmischen oder sonstiges

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