Sinnkrise

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Marie26
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Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » So Dez 15, 2019 2:29 pm

Gerade..
Seit Wochen scheint alles nur noch sinnlos, grau, traurig, schmerzhaft, unaushaltbar und ohne jegliche Hoffnung.
Die Tage ziehen sich ins Unendliche..ich sehe keinen Sinn mehr weiterzumachen..
Das letzte Jahr war anstrengend, viel Arzt, Psychiater, Versuch mit Medikation, Therapie, Klinik.. es war ein Durchkämpfen und hoffen irgendwann wird alles leichter..
Jetzt vor einigen Wochen, noch in der Klinik, wieder ein totaler Einbruch. Nichts hilft, nichts funktioniert, nichts wird besser..wieder Panikattacken..
Für einige Zeit kann ich funktionieren, kann meine vielen Termine bei Beratungsstelle, Ärztin und Therapeutin bewerkstelligen, den Hund zu seiner Therapie bringen. Aber alleine daheim fällt alles in sich zusammen.
Rausgehen, Ordnung halten, Körperhygiene, Essen, selbst genügend Flüssigkeit zu mir nehmen funktioniert nicht mehr.
Jetzt die Feiertage, der Wechsel in ein neues Jahr das ich gar nicht haben will.
Letztes Wochenende Rettungsdienst, über Nacht auf der Intensiv wegen einer Tablettenüberdosis. Kurzschlussreaktion während einer Panikattacke.
Grade noch an einer Einweisung vorbeigeschrammt, weil ich am nächsten Morgen einen Termin bei der Therapeutin hatte und stattdessen an sie (in die Klinikambulanz in der sie arbeitet) überwiesen wurde.

Solche Phasen kenne ich.. nicht unnormal..aber so lange..nach so viel Kampf im letzten Jahr..
Ich kann einfach nicht mehr.

Gastacht

Re: Sinnkrise

Beitrag von Gastacht » So Dez 15, 2019 8:54 pm

Ach mann das klingt total traurig.
Tut mir echt sehr leid.
Hast du eine Ahnung wieso es nicht besser wird?
Was sagen die theras denn dazu?
Arbeitest du mit dem Anteilen die nicht essen leben wollen, depressiv sind? Magst du die thera, fühlt sich die thera Form gut an?

Magst du es hier "nur" raus lassen oder hast du einen bestimmten Wunsch oder eine Frage?
Gastacht

Marie26
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » So Dez 15, 2019 9:58 pm

Ich weiß grade einfach nicht wofür ich noch kämpfen soll..mein „Ziel“, das was mir immer so Hoffnung gemacht hat die ganze Zeit, hat sich vor ein paar Wochen zerschlagen, glaube ich.. so fühlt es sich an ..
Ich wollte so gern zurück zu meiner alten Therapeutin, die mir so geholfen hat über 4 Jahre.. seit eineinhalb Jahren bin ich nicht mehr bei ihr, eigentlich wollten wir im März weiterschauen.. vor 5 Wochen dann „Sie weiß nicht, glaubt ich bin woanders besser aufgehoben, es ist zu früh , vielleicht irgendwann“
Aus rational nachvollziehbaren Gründen, es war für uns beide ne ganz schwierige Zeit.. aber es war wie ein Schlag ins Gesicht und hat mir völlig den Boden unter den Füßen weggerissen. DA wollte ich doch wieder hin, DA ging es mir zum ersten Mal überhaupt so gut dass ich Ziele formulieren konnte, nicht mehr ständig den Gedanken hatte nicht mehr leben zu wollen. Die Therapie war eine emotionale Achterbahnfahrt, sch*** anstrengend und Völler Höhen und Tiefen, aber es hat sich so vieles verändert dadurch, ich hab so viel lernen dürfen.. ich hab mich überhaupt zum ersten Mal wo sicher gefühlt.
Jetzt strauchel ich total, fühle mich endlos allein gelassen.. und hab ständig diesen schrecklichen „Wofür denn jetzt noch?“ Gedanken. Wofür hab ich im letzten Jahr überhaupt so viel gekämpft, war jetzt alles umsonst gewesen wenn ich nicht mehr dahin zurückkomme?
Mir ist klar dass ich von ihr nicht alles abhängig machen darf, ich muss sowieso immer für mich alleine kämpfen.. aber das entgleitet mir grade völlig. Ich hab mich aufgegeben, das ganze letzte Jahr schon. Mich immer nur daran geklammert dass es mit ihr hoffentlich wieder besser wird .. dafür so viel gemacht..immer gehofft es ist genug..

Die jetzige Thera ist nett, aber ich bin immer noch dabei zu versuchen irgendwie einen Bezug zu ihr zu bekommen. Bin da seit September, Oktober und November war ich dann in der Klinik, jetzt wieder bei ihr. Ist alles noch recht neu und ich hab sowieso so Schwierigkeiten mit Menschen und überhaupt Vertrauen zu fassen.
Aber sie ist nett .. Verhaltenstherapeutin, aber auf Anraten der alten Therapeutin, die haben letzte Woche telefoniert (was sich auch wieder nach abgegeben werden anfühlt) , läuft es jetzt auf Traumatherapie hinaus von der meine alte Therapeutin offen sagt dass sie es sich nicht zutraut. Ich hab da auch letzte Woche nachdem ich aus der Intensivstation kam zum ersten Mal ein bisschen gesagt was los ist, vorher war das eher oberflächlich. Wirklich was gesagt hat sie nicht, nur dass ich jetzt vor Weihnachten noch zweimal die Woche kommen soll.

Die Thera in der Beratungsstelle kenne ich noch nicht, bin da erst seit ich aus der Klinik zurück bin und war da bisher nur in der Gruppe, das ist ein anderer Therapeut.
Denke auch das wird in diesem Jahr nichts mehr.

Ich weiß momentan einfach nicht wie ich aus diesem Loch wieder rauskommen soll.
Ständig fragen sie was ich mir wünschen würde, was ich brauchen würde, was mir helfen würde und ich denk mir immer nur „Ich will einfach nur tot sein“ und kann’s aber niemandem sagen.

Ich weiß nicht was ich möchte Gastacht, vielleicht einfach nicht mehr allein sein mit mir und meinen Gedanken, meiner Unfähigkeit..

Käferchen
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Käferchen » So Dez 15, 2019 11:19 pm

Liebe Marie,

es ist gut, dass du (wieder) her gefunden hast! Es tut mich sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Würde am liebsten mal rüberkommen und dir Taschentücher reichen...

Ja, jetzt scheint alles grau und unaushaltbar. Aber so ein ganz winziger Hoffnungsschimmer muss noch in dir sein. Denn du gehst immerhin zu der neuen Thera! Du bist heute aufgestanden und du hast heute hier geschrieben. Mit deinem Fünkchen Hoffnung im Gepäck ist das ne Menge! Und das kleine bisschen Hoffnung, nicht mehr gar so allein zu sein, bekommt jetzt hoffentlich Nahrung.

Ich weiß, es sind kleine Schrittchen. Ich selber kann das manchmal kaum ertragen. Aber gerade dann muss ich die Winzigkeiten schätzen. Damit es eben nicht mehr unaushaltbar ist.

Was hast du heute noch für dich gemacht? Vielleicht Haare gekämmt? Oder doch eine klitzekleine Winzigkeit gegessen? Aus dem Fenster gesehen? Und wenn es noch so unbedeutend erscheint, es hat heute eine Bedeutung für dich!

Ich glaub dir, dass es grad unendlich schwer ist. Es ist ja auch ne Menge los bei dir.

Silberfee
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Silberfee » Mo Dez 16, 2019 8:25 am

Liebe Marie,
ich kann deine Traurigkeit und Verzweiflung gut nachvollziehen, weil es mir im Moment ähnlich geht.
Auch was meineää Therapeutin angeht.
Und klar, die Gründe mögen noch so rational und gut zu verstehen sein, aber trotzdem ist man verletzt und fühlt sich abgewiesen. Ich kann so gut verstehen, dass es dir den Boden unter den Füßen wegreißt.
Ich habe jetzt so reagiert, dass ich den Kontakt ( wir haben ab und zu mal gemailt) erstmal eingestellt habe. Ich bin viel zu emotional, um das gerade vernünftig "erwachsen" klären zu können.
Vielleicht gelingt es dir ja mit deiner jetzigen Therapeutin eine Basis zu schaffen. Ich wünsche es dir sehr.
Und vielleicht ist dann irgendwann ein Kontakt mit deiner alten Thera möglich, ohne dass es so furchtbar wehtut.
Ganz liebe Grüße
Silberfee

Gastacht

Re: Sinnkrise

Beitrag von Gastacht » Mo Dez 16, 2019 8:51 am

Liebe Marie
Ich versteh dich total gut.
Als die Trennung von meiner thera anstand wurde ich suizidal. Wollte und konnte mir nicht vorstellen weiter zu leben.

Aber auch wenn es dir gut geholfen hat Therapie ist ein Prozess. Und ich würde das ernst nehmen wenn sie sagt für neue Schritte und Entwicklungen von dir ist sie nicht gut aufgestellt.
Stell dir vor du bleibst bei ihr und es geht dir schlechter etc Das wäre ganz schlimm und würde das jetzige erreichte bei ihr ja auch bedrohen.

Es ist normal dass du Angst hast zu vertrauen. Zeit brauchst. Dass du abhängig, enttäuscht und vielleicht auch sauer auf die alte thera bist.
Klingt lahm aber was ich dir sagen kann ist: lass es zu. Verurteil dich nicht. Sag der neuen wie schwer ist und wie du an der alten hängst.
Bevor was neues entsteht ist da immer ein Loch was Angst macht. Und das spürst du glaube ich gerade.
Gib dir Zeit. Heute weiss ich dass eine neue thera auch eine große Chance sein kann. Du hast gelernt ein wenig zu vertrauen
Wenn du sie magst wirst du es auch wieder schaffen
Nur brauchst du eben Zeit.
Zur Wahrheit gehört auch dasstheras theras sind und das ihr Job und das kann sehr weh tun. Sehr weh. Aber auch das ist ne Chance denn sie sind weniger verwickelt und man darf sie mit allem belasten etc weil das eben ihr Job ist.

Würd den Kontakt zur alten auch erstmal abbrechen den neuen Prozess mit der neuen thera nicht zu gefährden. Was ich nicht gut finde ist dass die thera dich solang hingehalten hat und diffus blieb. Es keinen klaren cut von ihr gab. Das macht es dir extra schwer.

Mmh naja du möchtest tot sein. Wieso kannst du es nicht sagen? Deine Taten sprechen ja für sich. Die thera wird vermutlich erst laufen wenn du ehrlich sagst was los ist. Das kann sie ja leider nicht erahnen.
Ich würde genau das sagen.. dass du an der alten hängst, dass du enttäuscht bist nicht weisst wie es bei ihr weiter gehen kann, ob sie dir helfen kann etc.
Das darfst du alles sagen
Vielleicht kann sie dir dann schon ein paar Ängste nehmen und dein Vertrauen kann beginnen zu wachsen

Ohne deine Gefühle zu schmälern: Sie sind normal und angemessen und ich hab Hoffnung dass die neue thera gut werden kannst wenn du sie magst und ehrlich bist
Nimm dir Zeit um die alte zu trauern. Das ist ein richtiger Trauer Prozess. Ich brauchte dafür Monate und bis heute tut es für Momente weh.
Aber es wird leichter.
Alles Liebe
Gastacht

Marie26
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » Di Dez 17, 2019 9:22 am

Danke für eure Antworten.
Ich versuche wenn ich ein bisschen ruhiger bin darauf einzugehen.

Habe grade wieder mit meiner alten Therapeutin telefoniert. Das tut immer so wahnsinnig gut.
Jetzt hat sie mir grade gesagt dass sie ab Ende Februar wieder in Mutterschutz geht. Puh.
Einerseits verstehe ich jetzt noch besser warum wir die Therapie erstmal nicht fortsetzen können..andererseits..sie ist dann wieder so lange nicht da, ich weiß nicht ob wir in dieser Zeit weiterhin sprechen können.
Es war schon länger die Überlegung ob wir uns , auch ohne weiterhin Therapie zu machen, mal sehen können.
Soll das jetzt mit der aktuellen Therapeutin besprechen ob es ok ist wenn wir uns nochmal sehen bevor sie geht.
Ich würde sie so gerne sehen, ich glaube das würde mir wahnsinnig gut tun .. aber jetzt mit dem Hintergrund dass danach dann eine soo lange Pause ist. Dann ist’s ja irgendwie ein Abschied, wenn auch nur auf Zeit ..
Schwierig grade mit dieser Information.
Aber es wäre trotzdem was worauf ich mich unglaublich freuen würde.

Gastacht

Re: Sinnkrise

Beitrag von Gastacht » Di Dez 17, 2019 10:06 am

Mmh ja vielleicht kann das ein Abschiedsgespräch werden.
Bedenke aber dass es 50min sind und danach? Überlege wie es sein wird, wer dann da sein kann, wer dich unterstützen kann...
Es kann auch gut sein es direkt zu lassen...weil danach ist der Schmerz vermutlich noch größer.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken (im Sinne von kein guter klarer abschied) ohne Ende. Das ist echt wahr.

Mein dringender Rat ist echt: trefft euch wenn überhaupt nur einmal im Jahr. Nicht mehr. Das bringt die ganze neue thera ins Wanken und gefährdet sie.
Dann hat die neue keine Chance weil du ständig tolle Erfahrungen mit der alten machst. Da kann sie nur schlecht abschneiden.
So hart es klingt aber es ist eine Arbeitsbeziehung und es ist gut und wichtig da einen cut zu setzen. Alles andere macht dich nur verrückt an und gefährdet die neue thera. Ja es tut sau weh aber das übersteht man mit der Zeit.
Alles nur meine Meinung aber wenn die neue thera nicht läuft kann es auch am Kontakt mit der alten liegen... du wirst noch einige Abschiede im Leben haben so kann das auch ein gutes lernfeld sein.

Die thera ist rum. Egal ob Baby Pause oder nicht. Sie hat gesagt sie kann dir nicht mehr helfen. Ich glaube das musst du erstmal akzeptieren und verdauen. Ich würde bei jemandem der mir sagt er kann mir nicht helfen jedenfalls nicht weiter machen...

Gastacht

Marie26
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » Do Dez 19, 2019 9:44 pm

@Gastacht
Ich gehe näher auf deine Antwort ein wenn ich kann.
Nur kurz: ich bin klar damit dass die Therapie bei der alten Therapeutin erstmal nicht weitergeht und das vielleicht nie wird. Es ist inzwischen ok für mich.
Es hat wenn wir jetzt miteinander sprechen auch nichts mehr mit Therapie zu tun und ich sehe da keine Gefahr die neue Therapeutin mit ihr zu vergleichen.
Das was da ist und immer war ist nicht zu ersetzen und ich erwarte in der neuen Therapie keine ähnliche Erfahrung. Ich versuche mit der Neuen eine Basis zu finden auf der wir arbeiten können, die mich weiterbringt, auf der ich akute Probleme bearbeiten kann um aus dieser Sinnlosigkeit herauszukommen.
Mit der alten Therapeutin war es von Anfang an mehr als Therapie und das von beiden Seiten und es ist ein Kontakt der mir einfach sehr, sehr gut tut.
Das ist was das ich mir nicht wegnehmen lassen möchte.
Eben weils mir verdammt gut tut und das wenn wir einfach nur drüber sprechen wie es meinem Hund geht und was sie im nächsten Urlaub macht.
Für meine Probleme ist sie nicht mehr zuständig, das haben wir ganz klar geklärt.. aber gar kein Kontakt mehr würde mir viel nehmen.
Wir sind nach der langen Zeit zum Glück weit weg davon dass ich sie „brauche“, aber einfach der Gedanke dass da ein ganz wunderbarer Mensch irgendwo im Hintergrund an meiner Seite ist gibt mir immer wieder ganz, ganz viel Halt und Hoffnung.

Äh ja.. Gefühlsmist hoch 10.. :roll:

Was ich eigentlich schreiben wollte.
Ich bin schwer begeistert von der neuen Therapeutin vom Therapieprogramm die ich vorhin zum ersten Mal kennengelernt habe.
Die hat sich vorab Gedanken gemacht, hat eine ganz klare strukturierte Vorstellung vom Therapieablauf, hat super viel erklärt und nachgefragt, gleich Lösungsansätze mitgegeben, Hausaufgaben abgesprochen, Termine abgeklärt.
Ich weiß noch nicht wie ich sie sonst finde, aber das fand ich klasse.
Bei der anderen Therapeutin bei der ich gerade bin gibts seit September kein Konzept, keine Absprachen, kein wirkliches Thema, außer zwischendurch ein „Hm“ kommt von ihr nichts..
Ach, das fand ich vorhin wirklich gut.
Ich glaub sowas brauche ich grade.
Leider zeitlich begrenzt und nur alle 2-3 Wochen Termine

Gastacht

Re: Sinnkrise

Beitrag von Gastacht » Do Dez 19, 2019 11:15 pm

Ok aber ich sag dir dazu leider ziemlich klar, evtl sogar hart: das was die alte thera macht ist emotionaler MB. Dir privaten Kram erzählen und Kontakt halten obwohl es nicht um thera geht. Damit befriedigt sie neben deinen auch ihre Bedürfnisse. Finde ich. Klingt vielleicht krass aber seh das so. Kenn einige solcher Storys und keine geht gut aus .
Wenn ihr euch einmal im Jahr seht und das so art aufpush Sitzungen sind ok aber krieg Bauchweh von dem was du schreibst.
Das klingt nicht professionell selbst wenn es sich für dich (noch?) gut anfühlt. Sie ist keine Freundin und es ist ihre Verantwortung eine Ablösung statt finden zu lassen.klar sie bedeutet dir was und Abschied ist immer schwer. Das heißt aber nicht dass es dann eine undefinierbare irgendwas zwischen Freundin und thera Beziehung werden darf. Wie gesagt die storys die ich kenn gehen alle nicht gut aus..

Die hm Tante klingt übel. Ist sicher ne schlechte analytikerin oder tiefenpsychologin
Hat sie Ahnung von Trauma? Würd sie fragen was sie für Ausbildungen hat und sie nach Konzept fragen und sagendass du mehr Struktur brauchst.
Hatte auch mal so eine. Bin nach 5h weg. Ging gar nicht.mach nicht den Fehler und bleib lang da wenn es sich blöd anfühlt. Thera kann auch schaden

Sorry falls das jetzt hart war aber mir ist das Thema wichtig. Mag nicht dass du geschädigt wirst. Red evtl mal mit einer bera oder einer 3 thera über die Beziehung der alten thera zu dir. Ich kann mir vorstellen dass sie ähnliches sagt wie ich.
Gastacht

Windspiel
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Windspiel » Fr Dez 20, 2019 7:39 am

hallo marie,
ich mag mich gastacht anschließen. Pass echt auf und lass die Finger davon. Ich wollte auch nicht hören, ich hab auch die Erfahrung gemacht, es geht nicht gut aus. bei mir war es nicht die thera sondern ne Beraterin. ein jahr ging es mehr oder weniger gut (eher weniger) bis ich dann von meiner seite aus den Schlussstrich ziehen musste. Und ich leide da heute noch drunter. und auch, sei dir sicher du idealisiert sie. hab ich auch gemacht. hab auch gesagt, sie ist ein toller mensch usw :roll: im Endeffekt, ist sie ein mensch mit vielen fehlern gewesen. wie wir alle. ein fehler von ihr war/ist auch, sich eben nicht abgrenzen zu können.
Und so bin ich heute noch immer am scherben aufsammeln.

Die Thera gestern klingt echt gut :) nur alle 2-3 Wochen Termine kann reichen, vor allem wenn die so gut strukturiert sind und wenn du ja eh Hausaufgaben bekommst, Therapie passiert eigentlich zwischen den Terminen.
Von der anderen Thera würde ich auch de Finger weglassen.

Liebe Grüße und alles Gute
Wenn du schreist, weil du weißt was es heißt, wenn die Hoffnung nicht mehr als ein leeres Wort ist,
Wenn du gehst und du flehst, dass dich jemand erreicht, weil du immer noch ganz allein bist,

*ASP- Schwarzer Schmetterling*

Marie26
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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » Fr Dez 20, 2019 9:47 am

Es ist nicht zu hart was ihr schreibt.
Hab das schon von mehreren Seiten gehört.
Die Beziehung war auch eine zeitlang wirklich katastrophal, das Ende hat mich in eine tiefe Krise gestürzt weil ich komplett abhängig war von ihr.
Aber jetzt eineinhalb Jahre nach Therapieende haben wir da, wie ich finde, einen sehr guten Weg gefunden.
Ich hätte damals nicht gedacht dass wir das jemals wieder hinbekommen und bin froh dass wir es geschafft haben.
Raus aus dieser schrecklichen uns beide wahnsinnig machenden Abhängigkeit.
Will sagen dass wir die Katastrophe und dass ich fast dran kaputt gegangen wäre schon hinter uns haben.
Wir passen auch beide arg drauf auf dass es nicht wieder in diese Richtung läuft.

Die Hm - Tante ist Verhaltenstherapeutin. Bisher hab ich dieses kein Thema finden, nichts so wirklich bearbeiten darauf geschoben dass ja recht zeitnah nach Therapiebeginn mein Klinikaufenthalt anstand und dadurch lange Pause war. Jetzt hat sie noch mit der alten Therapeutin gesprochen weil die meinte Traumatherapie wäre sinnvoll, wollte da vielleicht erstmal mehr Info haben. Also ich hoffe noch drauf dass da ab nächstem Jahr endlich mal was passiert..
So wie es grade läuft hab ich tatsächlich das Gefühl es bringt mir nichts.
Nur mal so als Beispiel: nachdem ich da die Nacht auf der Intensiv lag und dann statt in die Psychiatrie zum Termin bei ihr durfte. Den Tag stand ich echt noch ziemlich neben mir wegen der Medikamente, aber da hatten wir dann ausgemacht ich solle zweimal pro Woche kommen wenn es grade so akut schlecht ist, die Frage ob ich stationär gehen will stand im Raum und ich solle während sie über Weihnachten nicht da ist zum Kollegen der Dienst hat und auch zum Psychiater dort in der Ambulanz.
Beim nächsten Termin zwei Tage später dachte ich eigentlich wir sprechen mal drüber was da passiert ist und warum ich in der Klinik gelandet bin.. und sie fängt mit dem Verhältnis zu meiner Mutter an so völlig aus dem Nichts. War vorher nie Thema und ist auch kein wirkliches. Also völlig am eigentlichen akuten „sie brauchen 2 Termine die Woche „ Thema vorbei..

Dann hab ich sie letztens gefragt, nachdem ich mich seit längerer Zeit wieder geschnitten hatte, wie wir mit dem Thema umgehen sollen. Ob wir da Absprachen brauchen usw. Ich versuch mich da echt irgendwie reinzufinden in die neue Therapie. Sie meinte das besprechen wir unbedingt in der nächsten Stunde.
In der nächsten Stunde ging es wieder um etwas völlig anderes und als die Stunde vorbei war ist’s ihr wieder eingefallen und sie hat mir im Rausgehen schnell ne Verhaltensanalyse in die Hand gedrückt.. und mir auch noch zwei Minuten vor Ende den zweiten Termin in der Woche abgesagt. Wenn was wäre könnte ich mich ja melden , irgendwer wäre immer da. :?
Irgendwie find ich das alles ein bisschen planlos..

Von daher fand ich die andere gestern echt gut.
Hat irrsinnig viel geredet, aber war ganz klar. Und hat auch gleich das Thema Selbstverletzung angeschnitten und meinte wenn’s passiert muss ich mich drauf einstellen dass wir das dann die ganze nächste Sitzung von A bis Z auseinander nehmen werden und kein Platz für anderes ist. Das nenn ich mal eine Ansage .. :wink:

Gastacht

Re: Sinnkrise

Beitrag von Gastacht » Fr Dez 20, 2019 10:55 am

Mmh ok.
Aber was ist das dann für eine Beziehung? Schreibt ihr SMS? Zahlst du ihr Geld? Wie oft seht ihr euch?
Musst du wissen. Aber sag nicht wir hätten dich nicht gewarnt. Und wie gesagt toll finde ich sie nicht denn sie handelt unprofessionell.

Puuh also die andere klingt ganz schlimm. Da würd ich mir echt ne neue suchen. Total unemphatisch und verplant.
Gastacht

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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » Fr Dez 20, 2019 11:46 am

Wir telefonieren alle 6 Wochen ca. eine Stunde, gesehen haben wir uns jetzt fast eineinhalb Jahre gar nicht und auch sonst gibts keinen Kontakt mehr. Ist wirklich klar geregelt.

Ja, die Neue.
Ich weiß auch nicht..
Will ihr aber noch ne Chance geben dass da jetzt endlich mal was passiert, ist auch Vorraussetzung für das andere Therapieprogramm und meine Hausärztin dass ich in Therapie bleibe. Was neues suchen schaff ich grade auch nicht. Aber wenn ich dann wieder andere Therapeuten erlebe fang ich schon arg an zu zweifeln ob das Sinn macht dort

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Re: Sinnkrise

Beitrag von Marie26 » Mo Dez 23, 2019 1:34 pm

Ich gehe mir grade selbst so sehr auf die Nerven.
Damit dass ich so fest in diesem Gedanken feststecke mir alleine nicht mehr helfen zu können..
Und dann klar ..Unruhe, Panik.. es ist zwei Wochen niemand da, ich bin alleine. Keine Termine die mir grade wenigstens noch so ein bisschen Struktur geben.
Der Entlassungsbericht aus der Klinik kam .. Patientin ist motiviert, konnte Selbstvertrauen aufbauen, ist stabil und voll arbeitsfähig.. pffft..
Und was ist? Ich kriege absolut nichts auf die Reihe, habe keine Kraft, brauche bei allem Hilfe..
Und mittlerweile ist da ein Helfernetz das ich vorher nie hatte ..es müsste mir besser gehen, es müsste verdammt nochmals besser sein. Nein, ich fühle mich kränker als je zuvor, bedürftig, hilflos.. und ich hasse es so zu sein.
Ich will niemanden belasten, nicht dass man mir helfen muss weil ich krank bin, nicht so ne Menge Leute beschäftigen weils mir scheiße geht.
Bräuchte meine Notfalmedikation über die Feiertage..
Ärztin hat aber gesagt ich kann erst im nächsten Jahr wiederkommen. Jetzt verbiete ich mir wieder doch nochmal anzurufen, nach den Tabletten zu fragen..
Nicht nerven..sie hat ja Nein gesagt ..
Sowieso das Gefühl überall nicht sein zu dürfen, überall zu viel zu sein, die Hilfe nicht verdient zu haben. Muss doch einfach nur selbst schauen dass ich klar komme, dann geht das schon alles. Es ging doch früher ohne all das. Und wie sollen die mir denn auch helfen wenn ich einfach nur will dass das alles endlich aufhört..womit sollen die arbeiten wenn ich selbst doch einfach nur sterben will. Ich verschwende deren Zeit , die Mühe ist es nicht wert für mich..

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