Ich bin neu hier.

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Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Mo Dez 16, 2019 10:46 am

Hallo,
Uff. Die letzten Tage waren echt hart, aber ich bin jetzt an einem Punkt, dass ich wenigstens wieder einigermaßen Essen kann. Mir war nämlich ständig so schlecht und ich bin im Bauch so verkrampft...
Am Freitag bin ich bei meiner alten Thera. Das gibt mir eine unglaubliche Ruhe. Ich hab das Gefühl, dass ich mir sehr wünsche, dass dieser Teil von mir dem es so extrem schlecht geht mal mit ihr redet. Der Teil hat sehr viel Angst davor sich jemandem anzuvertrauen, weil er noch nie mit jemandem im Außen geredet hat, aber er wünscht sich auch sehr sehr geholfen zu bekommen. Und ich habe der kleinen Mira erklärt, dass sie absolut sicher dort ist und meine thera ihr nichts tun wird. Aber ich will mich zu nichts zwingen, was zu viel für mich ist. Auf gar keinen Fall. Aber ich wünsche es mir sehr. Auf allen Ebenen.
Jetzt weiß ich immer noch nicht was aus mir wird. Aber jetzt bin ich erstmal hier. Heute. Jetzt.
Einatmen. Ausatmen.
Es belastet mich auch, dass ich sehr depressiv geworden bin. Das macht mir Angst. Aber eins nach dem anderen. Ich sage mir immer, dass egal was passiert ich als ursprünglicher Mensch in mir richtig und gut bin. Dass es okay ist. Auch mit Problemen. Auch wenn es wehtut.
Ich glaube ich schaue mir später mal den Thread mit den Stabilisierungstechniken an. Ich glaube das könnte mir helfen. Weil ich oft nicht weiß, was ich machen soll.
Naja. Heute ist Montag. Noch 3 Tage, dann bin ich zuhause. Und über Weihnachten sehe ich auch meine Mutter. Ich liebe sie so sehr. Das hilft.
Wie gehts euch so? Plant ihr Weihnachten?
Alles Liebe,
Mira

Windspiel
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Windspiel » Mo Dez 16, 2019 3:02 pm

Hey Mira,
Ich wünsch dir viel Erfolg für die Stunde am Freitag. Ich finds gut dass du dich nicht zwingen willst und ich bin mir sicher du findest einen Weg.
Naja mit Anfang 20 muss man auch noch nicht wissen was aus einem wird ;)
Stabilisierungstechniken anschauen klingt gut. Da sollte ich mir vermutlich ein Beispiel dran nehmen.
Mir geht's nicht so gut, aber das ist dein thread und da bist du die Hauptperson :) Weihnachten plane ich gar nicht. Ich warte einfach bis es vorbei ist.

Liebe Grüße
Wenn du schreist, weil du weißt was es heißt, wenn die Hoffnung nicht mehr als ein leeres Wort ist,
Wenn du gehst und du flehst, dass dich jemand erreicht, weil du immer noch ganz allein bist,

*ASP- Schwarzer Schmetterling*

Gastacht

Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Gastacht » Mo Dez 16, 2019 6:18 pm

Hallo mira,
Schön dass es dir etwas besser geht und du dich auf die thera und deine mum freust. Weiss sie denn vom MB? Hält sie zu dir? ( ich mein falls der Täter Vater Stiefvater etc war).

Die Zeit ist auch unabhängig vom MB sehr hart.neue Stadt,selbstständig leben, neue Freunde finden, gucken ob das Studium passt.. ist für jeden sau hart. Evtl hilft das um dich nicht zu stressen oder dafür zu verurteilen.

Wenn das Studium nichts ist machst du halt was anderes...du bist noch so jung und es ist super dass du jetzt schon so an dir arbeitest.
Ja du bist gut.wenn du das kapiert hast ist schon eine Menge gewonnen.
Du könntest der alten thera auch schreiben bzw der Anteil dem es schlecht geht.
Wünsch dir viel Kraft
Gastacht

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Mi Dez 18, 2019 2:50 pm

Hallo,
Danke für die lieben Antworten.
Der Tag gestern war die Hölle, und heute morgen hab ichs kaum geschafft aufzustehen, aber ich hab meiner Mitbewohnerin erzählt, dass mir so übel ist und sie hat ein krasses heilendes Gespür, hat mich nur so angeschaut und war so: uä was ist das denn, hat das Fenster geöffnet und 2mal gegähnt und mich dann gefragt obs besser ist. Wars. Ich hab mich dann ein wenig gelöster gefühlt, keine Ahnung wie sie das macht, sie rettet mich regelmäßig.
Meine Mutter unterstützt mich sehr. Ich kann ihr im Zweifelsfall immer schreiben und wir telefonieren oft. Sie ist psychisch auch etwas angematscht und weiß einfach wie ich mich fühle. Wir hatten schon immer ein sehr gutes Verhältnis und das gibt mir viel Kraft. Sie weiß auch was passiert ist. Ich habe ihr gesagt, dass ich ein Problem mit Weihnachten habe, weil wir da immer unsere Nachbarn einladen, und gegen die Eltern und die Tochter hab ich nichts, aber ich will ihm halt auf keinen Fall begegnen. Da hat sie mir auch gesagt, dass wir dafür eine Lösung finden.
Und danke, dass du das sagst gastacht. Ich denke immer, dass ich alles schaffen muss und ich auf ganzer Linie versage, weil ich wieder zusammengeklappt bin. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin: die Belastung ist schon sehr hoch! Und es tut mir gut das anzuerkennen. Bei der Sache mit dem mich selbst verurteilen bin ich nämlich gut mit dabei.
Mir geht es vor allem morgens sehr schlecht und ich sage mir einfach immer und immer wieder, dass ich gut bin, so wie ich bin und auf mich vertrauen kann. Weil ich mir Hilfe hole. Und wenn ich falle ist es manchmal als ob, ganz viele Menschen innerlich nach mir greifen und mich zwingen dazubleiben. Das ist gut.
Ich weine viel. Auch das ist gut. Grade geht alles.
Wenn sich in meinem Kopf alles nur noch dreht und ich einfach nir noch gerne schreien würde, kriege ich manchmal Angst. Vor meiner Wahrnehmung und ob ich fühlen darf, wie ich fühle und die Dinge so wahnehmen wie ich sie eben wahrnehme. Eine Stimme in mir sagt ja. Ich traue ihr leider nicht zur Gänze.
Heute Morgen ist mir ein Lied in den Sinn gekommen, das wir vor langer Zeit im Chor gesungen haben und es hat mich getröstet:
"Kinder tragen Licht ins Dunkle. Und ist diese Flamme auch klein. Jeder flackerfrohe Schein sendet Freude in die Welt. Wir tragen Freude in die Weihnachtswelt. Wir tragen Freude in die Welt."
Das Gleiche kommt nochmal mit "Hoffnung" oder "Frieden" (statt "Freude").
Liebe Grüße,
Mira

Gastacht

Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Gastacht » Mi Dez 18, 2019 3:59 pm

Hallo Mira
Du hast eine pn :mrgreen:
Gastacht

Windspiel
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Windspiel » So Dez 29, 2019 8:59 pm

Hallo mira,
Wie geht es dir? Weihnachten gut überstanden?

Liebe Grüße
Wenn du schreist, weil du weißt was es heißt, wenn die Hoffnung nicht mehr als ein leeres Wort ist,
Wenn du gehst und du flehst, dass dich jemand erreicht, weil du immer noch ganz allein bist,

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Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Do Jan 09, 2020 3:37 pm

Hallo,
Da bin ich endlich mal wieder. Uff. Aber ich glaube es ist gut, dass ich mal wieder schreibe hier. Weihnachten war schön. Ich hab meine Mutter gesehen und das hat mir viel Kraft gegeben, ebenso wie meine beste Freundin, die ich auch sehr liebe. An Silvester hat sie mich festgehalten und mir irgendwann gesagt,dass das Leben schön ist. Da hab ich ganz zaghaft in mir gespürt, dass sie vielleicht Recht haben könnte. So ein wenig Hoffnung. Ich hatte vor und nach Weihnachten jeweils einen Termin bei meiner thera. Das hat wirklich sehr gut getan. Ich konnte ihr viele meiner Sorgen anvertrauen, vor allem um die kleine Mira in mir und das hat mir sehr geholfen. Das ist jetzt leider schon 2 Wochen her und ich hab erst in einer Woche wieder einen Termin bei ihr. Das fällt mir schwer, die Zeit bis jetzt kam mir schon wie eine Ewigkeit vor. Seit Samstag bin ich wieder in meinem Studienort, über Weihnachten war ich ja zuhause. Das fällt mir schwer. Es ist alles ziemlich schwankend. Aber ich habe eine Methode gefunden, die mir hilft meine Gefühle zu verarbeiten und ich hatte jetzt seit mehreren Tagen keinen kompletten Zusammenbruch mehr.
Gerade bin ich so Durcheinander.
Ich habe Angst, vor irgendwie allem. Es gibt einen teil von mir, der mich immer wieder runtermacht. Mir sagt ich sei wertlos und bescheuert und dass ich es nie hinkriegen werde mein Leben auf die Reihe zu bringen, weil ich in mir grundsätzlich falsch bin. Und dass es meine Schuld ist, dass mein Nachbar mir das angetan hat. Dass ich das verdient habe. Weil ich als Mensch einfach falsch bin. Und dass meine Probleme gar nicht mit ihm zusammenhängen, sondern ich nur alles falsch mache.
All diese Worte sagt mir dieser Teil, und er verletzt mich so sehr. Er verletzt diesen zarten und liebevollen Teil in mir, der stolz darauf ist wer er ist, aber eben noch nicht arg viel Selbstvertrauen hat. Und der liebevolle Teil will sich das nicht mehr gefallen lassen. Und da tobt schon lange ein Kampf, den ich auf beiden Seiten verliere. Der unfreundliche Teil hat mir auch schon gesagt wehe ich verrate ihn an meine thera, weil er sich immer versteckt wenn sie da ist. Damit sie ihn nicht bemerkt.
Manchmal frage ich mich ob ich der einzige Mensch bin, der innere Stimmen hört, die sich oft auch streiten. Ich kann nicht ausmachen wie krank ich bin, weil ich nicht mehr weiß, wie es war als ich gesund war. Nicht mehr sagen kann, was normal und was depressiv ist. Was einfach nur aus der Angst kommt. Ich glaube ich sollte mit meiner thera darüber reden. Über die Angst. Habe ich nämlich noch nicht angesprochen. Wäre eig wichtig aber ich will nicht darüber reden. Selbst mit ihr nicht. Obwohl ich sie wirklich gerne mag.
Aber ich will nicht darüber reden. Vielleicht will ich sie auch einfach nur nicht spüren. Ich bin so wütend. Es ist neu dass ich diese Wut spüren kann. Manchmal würde ich am liebsten schreien. Aber dann tue ich es doch nicht.
Das ist jetzt glaube ich ziemkich lang geworden. Ich hab mir einfach mal alles von der Seele geschrieben.
Die schönen Momente werden wiederkommen. Nächste Woche sehe ich meine Mutter und meine thera. Das wird schwer,aber es wird mir helfen.
Danke fürs zuhören.
Liebe Grüße,
Mira

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Do Jan 09, 2020 7:58 pm

Edit:
Jetzt gehts mir besser. Ich hab eine Stunde mit meiner Mutter telefoniert. Ein bisschen Musik gehört. Und daran gedacht, dass es auch wieder bessere Zeiten geben wird. Uff. Ich schaff das schon.
Heute habe ich einen Spruch in meinem Kalender: Glaub an das was noch nicht ist, damit es werden kann.
Und vorhin habe ich einen roten Mini-Mut inmir entdeckt :D
Lg

Gastacht

Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Gastacht » Do Jan 09, 2020 8:10 pm

Auch wenn du das noch nicht siehst ich finde du bist sehr weit und machst das gut.
Du suchst Hilfe, bist offen auch zb in deiner wg, spürst Wut, kannst deine Gefühle anderen zeigen, tust Dinge die die gut tun, willst dass es dir besser geht. Das ist nicht selbstverständlich. Das sind ganz viele tolle Ressourcen.
Ich bin sicher du bist auf einem guten Weg. Wichtig ist sicher zu trauern und dauerhaft klarer zu kriegen dass du nicht schlecht oder schuldig bist.
Gastacht

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Fr Jan 10, 2020 10:17 am

Danke Gastacht.
Du ermutigst mich.
Gerade fühle ich, dass ich auf gewisser Ebene aufgegeben habe. Ab letztem Jahr habe ich immer jeden Tag gekämpft. Mir immer wieder Mut gemacht. Und ein Teil von mir hat es so verdammt satt. Diese ständigen Schmerzen. Ich glaube dieser Teil von mir will mich nicht verletzen, indem er alles verdrängt. Aber er kann nicht mehr und fleht mich ständig an, dass er das nicht fühlen muss. Heute Abend mach ich noch mal eine "Sitzung" für mich, wo ich fühle was so los ist. Das dauert meistens, aber danach geht es mir immer ein wenig besser. Auch wenn sich die Dinge nicht auflösen dürfen sie dann einfach mal da sein.
Ich glaube ich will mein Warum wiederfinden. Warum ich durch all das durchgehe. Hat jemand Tipps, was euch Mit gemacht hat?
Immer wenn alles zusammenbricht nehme ich die Karte meiner thera in die Hand und sage mir, dass ich in einer Woche dort bin und mit ihr reden kann. Dass ich jemand habe, der mir mit all den schwierigen Gefühlen hilft. Und ich merke dass ich ihr schon so sehr vertraue und das tut einfach nur gut.
Soweit. Uff. Es tut mir gut hier zu schreiben. Alles loszulassen.
Gerade hab ich Seminar. Ich geh mal wieder.
Bis bald,
Mira

gastacht

Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von gastacht » Fr Jan 10, 2020 7:27 pm

mmh...
also wenn es dir mal einen oder einige tage schlecht geht heisst das für dich du gibst auf..? das finde ich quatsch.
auch normale menschen haben schlechte tage. das ist normal.

also find das kriterium ist eher wenn man suizidal ist oder seit wochen im bett liegt oder sich immer mehr schneidet oder abnimmt... dann gibt man auf. aber nciht wenn man mal einige blöde tage hat. ich will das nicht abwerten und ich seh auch dass es dir schlecht geht aber doch ein bisschen die relationen gerade biegen.. oder denkst du du bist da gerad auf dem weg hin dass du zb nicht mehr zur uni gehst etc.

du gibst vielleicht nicht auf (du schreibst kümmerst dich abends um dich und dann gehts dir besser), du bist nur gerad erschöpft und hast die schnauze voll. aber das ist was anderes als aufgeben finde ich.

also ich tu es weil ich hoffnung auf ein glückliches leben habe.. freunde, gute momente sowas...

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Fr Jan 10, 2020 9:25 pm

Relationen gerade biegen ist eine gute Idee. Gerade dachte ich: ach, nimm dich nicht so wichtig.
Zur Uni gehe ich noch. Aber ich mache halt nichts dafür. Das bekomme ich gerade einfach nicht hin. Es macht mir auch Angst. Das liegt denke ich daran, dass es etwas von mir fordert.
Aber all das lass ich gerade ruhen. Irgendwann werde ich mich der Angst stellen müssen, oder es wird von selbst besser. Aber jetzt gerade überlege ich einfach, wie ich es schaffe Ich zu sein. Zu fühlen, was ich fühle. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen finden kann.
Eigentlich überlege ich jeden Tag nur, was ich mir gutes tun kann.
Und vielleicht hast du einfach Recht und ich sollte mal aufhören zu jammern und sehen, was ich schon alles erreicht habe. Dass ich mal aufhören könnte mich fertigzumachen, sondern sehen, dass ich mir Hilfe bei Freunden und meiner Familie hole, dass ich mir selbst helfe, soweit ich das kann. Dass ich mein Bestes gebe!
So. Punkt. Neulich hab ich gelesen, Entschlossenheit ist wichtig. Hiermit schaffe ich das!
Das ist ein Versprechen.
Danke für deine ehrlichen Worte. :)
Lg, Mira

Gastacht

Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Gastacht » Fr Jan 10, 2020 11:58 pm

Ich habe nicht geschrieben dass du jammerst :wink: Wo liest di das raus?. Ich will dir auch kein Gefühl absprechen.
Wenn das ankam tut es mir leid.

Ich habe nur das Gefühl du forderst so viel von dir und wenn dann Dinge nicht so gut laufen ist das dann schnell ein: ich gebe auf. Eben weil einiges nicht gut läuft. Was aber eben normal ist in unserem verarbeitungsweg und letztlich für jeden Menschen.

Wie würdest du aufgeben denn definieren? Und wann nennst du das so. Bei aufgeben denk ich puuh also du bist jetzt suizidal oder so. Und das bring ich nicht mit dem positiven zusammen was du schreibst. Ich glaub das verwirrt mich.
Aber vielleicht gibt es ja auch 2 Seiten in dir..

Den letzten Abschnitt würd ich unterschreiben bis auf den Begriff jammern. Du jammerst nicht sondern du bist ungeduldig und willst das alles gut funktioniert. Könnte das sein? Und wenn das nicht geht kippst du emotional um sozusagen und sagst dann geb ich auf. Statt spüren zu können ich bin auf dem weg und manches läuft gut und anderes kacke...

Gute nacht
Gastacht

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » Sa Jan 11, 2020 5:49 pm

Gastacht hat geschrieben:
Fr Jan 10, 2020 11:58 pm
Ich habe nicht geschrieben dass du jammerst :wink: Wo liest di das raus?. Ich will dir auch kein Gefühl absprechen.
Wenn das ankam tut es mir leid.
Das hast du nicht gesagt :)
Oder hab ich zumindest nicht so verstanden. Das war nur so mein Gefühl auf einmal. So wie ein uff. Jetzt ist mal gut mit Weltuntergangsszenario in mir. Halt mal den Rand. Freundlich aber bestimmt zu mir selbst.
Hm suizidal bin ich glaube ich nicht (hoffe ich doch!)
Aber das mit den 2 Teilen kann gut stimmen glaube ich. Weil es schon einen Teil gibt, der einfach nur raus will. Und wenn ich das Vertrauen in mich in dem Moment verliere ist das schwierig für mich. Aber ich hab eig. die Karte von meiner thera immer dabei und wenn ich das Gefühl kriege, es wird zu viel und ich verliere sämtlichen Glauben daran, dass ich als Mensch das schaffen kann. Dann nehme ich halt ihre Karte in die Hand und sag mir, dass auch wenns bei mir nicht geht ich nächste Woche dort bin und sie mir damit hilft. Das bringt mich dann dadurch bis es wieder besser wird. :)
Deinen letzten Absatz würde ich wiederum jetzt so unterschreiben ;)
Das Thema mit der Geduld hatte ich auch schonmal.
So. Danke. Nur Mut.
Lg,Mira

Hoffnung
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Re: Ich bin neu hier.

Beitrag von Hoffnung » So Feb 02, 2020 1:35 pm

Hallo,
Mir ist schlecht. Und mir geht es schlecht. Ich glaube ich will einfach mal ein wenig erzählen.
Ich hab wieder Therapie. Das ist gut. Auch wenn jedesmal mega viel hochkommt.
Wir haben vorgestern zusammen über und mit dem Teil von mir geredet, die mich beschützt. Und sie kann nicht mehr. Also meine Beschützerin. Sie ist so erschöpft und zerbrochen, so traurig und sie verurteilt sich sehr dafür, dass sie mich nicht richtig geschützt hat. Es ist wirklich traurig. Und sie will erzählen. Wie die Dinge für sie sind und waren. Ich habe sie gefragt ob sie ein wenig Raum will hier.

Ich hasse mich. Und mein Leben. Ich hasse mich dafür, dass ich mich nicht richtig beschützt habe. Er ist einfach immer wieder gekommen. Und ich bin immer wieder aufgestanden. Immer wieder. Und er hat mir so wehgetan. Aber ich habe nie geweint. Das tue ich nicht. Ich bin stark. Aber irgendwann konnte ich nicht mehr. Für mich hat sich das immer so angefühlt wie ein seelischer Schlag in die Magengrube. Und ich hab mich trotzdem wieder zwischen ihn und mich gestellt. Aber irgendwann konnte ich nicht mehr. Irgendwann lag ich einfach nur noch da und konnte mich nicht mehr dazu durchringen wieder aufzustehen, mich vor ihn zu stellen und noch mehr zu ertragen. Ich war so egoistisch und ich hasse mich dafür. Ich habe die kleine Mira in mir nicht beschützt. Und er hat ihr so wehgetan. Ich hätte etwas tun müssen. Ich habe sie doch weinen gehört. Gehört wie sie immer wieder sagt "Bitte hör auf mir wehzutun. Bitte hör auf." Ich hätte an ihre Stelle treten müssen. Sie hätte ihn nicht treffen dürfen. Nicht sie. Ausgerechnet meine kleine. Die so schön ist, so sensibel, so zart und so liebevoll. Bzw war. Er hätte sie nicht treffen dürfen. Und ich habe sie nicht beschützt. Es ist meine Schuld. Und jetzt weint sie nur noch. Sie liegt da, hält ihren Kuschelbär in den Armen, in eine Decke gewickelt und weint. Eigentlich immer. Manchmal kommt die Erwachsene und tröstet sie. Nimmt sie in dem Arm. Das durfte sie lange nicht. Aber die Große hat der Kleinen immer Zeit gegeben. Immer gefragt ob sie da sein darf. Ist immer gegangen wenn die Kleine Nein gesagt hat. Ohne Widerspruch. Sie fragt immer, was sie darf. Alles. Ist ehrlich. Es ist gut, dass sie jetzt weiß, dass die kleine Mira da ist. Aber die Kleine wird nie wieder,wie sie einmal war. Sie hat Angst. Weicht vor jedem zurück. In ihrer Welt hat es nie aufgehört. Kommt er immer noch, immer wieder. Die Welt wird gerade manchmal komisch für sie. Dinge passieren, die sie nicht versteht. Manchmal löst er sich einfach auf. Oder sie ist auf einmal an einem sicheren Ort. Das geht doch gar nicht, denkt sie. Aber sie versteht nicht, dass im Kopf es keine Naturgesetze gibt. Wenn die Erwachsene merkt, dass er da ist. Der kleinen im Kopf wehtut, dann wird die Situation beendet. Manchmal bilde ich mir ein, dass es der kleinen Mira besser geht. Nur ein wenig. Ihr weinen klingt ein bisschen weniger verzweifelt. Manchmal, ganz kurz versiegen ihre Tränen, wenn sie in den Arm genommen wird. Die Erwachsene sagt ihr manchmal, dass wenn sie das will, sie mit meiner Therapeutin reden darf. Dass sie nicht muss. Nie muss. Aber, dass sie sieht,dass es ihr so schlecht geht und sie glaubt, dass meine thera ihr helfen könnte. Die Erwachsene ist auch noch sehr jung. Aber sie gibt ihr bestes. Viel Zeit. Schaut jeden Tag nach ihr. Ich bin müde. Ich kann mich nicht mehr schützen. Keine Kraft. Manchmal denke ich, ich bin schwach. Dass ich nicht einfach weitermachen konnte. Nur wegen ihm. So schlimm wars doch nicht. Er hat doch nur. Nur. Es dürfte mich nicht so treffen. Mich nicht so verletzen wie es das tut. Mir ist schlecht. Eigentlich immer. Warum kann ich nicht stärker sein? Einfach weitermachen? Es war doch nur. Die Erwachsene in mir würde mir jetzt sagen dass es da kein "nur" gibt. Dass ich mich so fühlen darf. Dass es ok ist, dass es das pure Grauen war. Dass ich trotzdem richtig bin. Nicht schwach. Dass es richtig richtig schlimm war. Und dass es auch klar und verständlich ist, dass ich richtig schlimm darauf reagiere. Ich bin müde. Wenn nur diese Schmerzen aufhören würden. Mir ist so schlecht. Ich hasse mein Leben. Aber Mira will hierbleiben. Lebendig sein. Einen Weg finden. Ich hab noch nicht herausgefunden, ob das Quatsch ist oder tatsächlich möglich. Aber wenn ich bei meiner Freundin bin, dann kann ich atmen. Normal sein. Singen. Und dann fühlt es sich richtig an. Sicher. Vielleicht hat die große Mira recht und es gibt einen Weg. Sie hat gesagt, wenn ich will, darf ich nächste Woche in der Therapie wieder Raum haben. Da sein. Ich weiß nicht, ob ich das wert bin. Ob nicht andere Teile wichtiger sind. Aber sie hat gesagt ich bin wichtig für sie. Dass ich es wert bin. Dass sie mich leib hat und es ihr leid tut, dass ich so viel erleiden musste. Ich denke immer, das bin ja nur ich. Aber sie hat gesagt, dass ich es wert bin. Es fühlt sich komisch an hier zu schreiben. Das ist jetzt wahrscheinlich ein Roman,den sich sowiso niemand durchliest. Mich hat nie jemand gesehen. Und wenn wurde ich nicht gewollt. Ich hab mich halt gewehrt. Das wird nicht gern gesehen. Dabei will ich mich nur beschützen. Dass mir niemand wehtut.

Uff. Das hat gut getan. Ich weiß, dass ihre Weltsicht nicht unbedingt stimmt. Dass sie nicht schuld ist. Er hat ihr wehgetan und wenn sie sich nicht genug schützen konnte ist es trotzdem nicht ihre schuld. Und sie ist es wert gesehen zu werden. Geliebt zu werden. Ich mag sie. Es ist gerade schwer für mich, aber ich freue mich darüber, dass sie es mit mir teilt. Sich öffnet. Bitte seid nett zu ihr, falls ihr etwas dazu schreibt. Ich weiß, vieles ist schief und krumm, das finde ich auch, aber sie ist auch nur 8 Jahre alt und musste immer allein kämpfen. Für den Moment höre ich ihr einfach nur zu.
Falls ihr bis hierhin gekommen seid, danke fürs lesen.
Jetzt koche ich. Hunger. Mir selbst mit Ruhe begegnen. Ich kriege das schon hin. Das Schreiben hat mir Mut gemacht.
Ich wünsche allen da draußen einen kleinen schönen Funken.
Mira

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