Eigenverantwortung

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chaoshaufen
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Eigenverantwortung

Beitrag von chaoshaufen » Sa Nov 09, 2019 1:50 am

Hey, ihr lieben alle,

hmm hatte schon ein Thema eröffnet dazu und hab wohl vergessen es zu senden.

Was vversteht ihr unter Eigen/selbstverantwortung?

wir glauben dass wir da recht lar sind. Wir sind viele ein System ....so ist es nunmal...

Unsere Einstellng ist : Für uns jetzt ...für alles gerade zu stehen egal wer wann und wie und wieso was getan hat.

Für uns kommt es überhaupt nicht in Frage ...die Verantwortung rumzuschieben....

hmmm wie steht ihr denn dazu? LG

~SteinHart~
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Nov 09, 2019 5:15 am

Ist das jetzt (mal wieder) ein DISler only Thema, oder geht es generell um Eigen- und Selbstverantwortung?

SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

chaoshaufen
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von chaoshaufen » Sa Nov 09, 2019 8:43 am

Nein das ist kein DISler Thema sondern es geht generell um Eigen und Selbstverantwortung Steinhart,

chaoshaufen
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von chaoshaufen » Sa Nov 09, 2019 8:49 am

Und das provokante kannste mal direkt bei dir lassen! Nur weil du nicht mit DISlern klarkommst ist dass nicht mein Problem sondern deins...also deine Verantwortung die zu dir gehört! Wo wir doch schon glatt bein Thema sind gell? Ich wüsste nicht dass wir beide schonmal ein Problem miteinander gehabt hätten.

Gast 123

Re: Eigenverantwortung

Beitrag von Gast 123 » Sa Nov 09, 2019 9:57 am

"Was versteht ihr unter Eigen/selbstverantwortung?"

Hallo Chaoshaufen,
für mich persönlich heißt das, raus aus der Opferrolle. Zu sehen, dass man im Heute (im gegensatz zu früher) doch vieles
selbst in der Hand hat. In die Eigenverantwortungsübernahme gehen heißt i.m.A. was tun für sich und seinen Körper und
nicht (nur) im Selbstmitleid hängen bleiben. Soll heißen seine Kraft und Energie dafür verwenden, dass man sich selbst Gutes tut,
den Blick auf die positiven Dinge (die es auch zweifelsohne auch immer gibt) zu lenken.
Zu schauen, was kann ich Stück für Stück tun, um mich zu stärken.

Oder auch, wenn ich noch drinhänge im Dilemma, zu schauen, wie kann ich mich in schlimmen Situationen mit Skills, Achtsamkeitsübungen,
Meditation, Sport, Therapie und/oder auch mir mal für eine gewissen Zeit ein AD verordnen zu lassen, damit Körper, Seele und Geist
zu Ruhe kommen können.

Nicht zu hoffen, dass da der Prinz auf dem weißen Pferd kommt und alles wird wieder gut, oder auf die liebende Mutter zu hoffen.
Nein, das Motto lautet: "Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner".

Wenn man natürlich ein ganzes System zu versorgen/verwalten hat, stelle ich mir das unlängst schwieriger vor.
Insofern hat vielleicht auch die Frage von SH ein Stück weit eine Berechtigung - vielleicht wäre es hilfreich,
sich damit doch eher an andere DISler zu wenden.

Es ist ja schon doch auch noch ne Andere Hausnummer wenn man die Verantwortung für "Viel" hat. Das zu koordinieren,
ist bei weitem anspruchsvoller ... hat das ja nochmal ne ganz andere Dimension. Da könnten sicherlich andere Betroffene von DIS
hier im Forum mit ihren eigenen Erfahrungen sicherlich noch hilfreicher mit Antworten sein bzw. mehr beisteuern.

Müsste sicherlich dann über so ne Art "Konferenz" laufen, wo alle Persönlichkeiten/Anteile an einen Tisch geholt werden.
Dazu gab es vor Jahren hier mal einen schönen Thread, wie man alle an einen (Konferenz)tisch holt, und Regelungen
und Absprachen trifft (vielleicht findet man den noch oben rechts über die Suchleiste wieder.

Sowas in der Art ist sicherlich sehr hilfreich, dieses Bildnis kann man auch prima nutzen, um konkret zu besprechen
und festzulegen, was dann Jeder einzelne für Aufgaben hätte bzw. in welchen Bereichen er (Selbst-)verantwortung
übernehmen soll/kann/muss/möchte.

So mal meine Gedanken dazu.

LG Gast 123

Gastacht

Re: Eigenverantwortung

Beitrag von Gastacht » Sa Nov 09, 2019 10:35 am

Find ich ehrlich gesagt auch sh. Es nervt. So viel selbstreflexion kann man erwarten das nicht wirklich jedes mal raus hängen zu lassen und seine Erfahrungen auf alle mit dis hier zu generalisieren sondern zu überlegen was triggert dich da. Dass die vermeintlich mehr Hilfe, mehr Mitgefühl bekommen oder oder?

Zum Thema wo geht Eigenverantwortung für mich los .
Wenn Menschen hier beispielsweise viel Hilfe und ein hilfesystem haben und zb berentet sind weil sie sagen sie können nicht mehr, das nicht neidisch beäugen sondern zu sagen: ok ich hab genauso das recht mir diese Hilfe zu besorgen.
War zu bei mir als ich keine Therapie hatte. War nur neidisch und so. Statt zu sagen: a... hoch und sich selbst was suchen.

Ich find das aber in anderen Dingen sehr schwer zu wenn ich komisch mit Männern bin oder auf der Arbeit, das dann nicht zu entschuldigen mit der Krankheit bzw den traumata. Weil irgendwie kann man ja auch oft nicht seiner Haut. Und es stimmt ja auch dass man für die Ursachen nichts kann. Echt eine Gratwanderung.
Wenn ich zu sage meine Verantwortung dass ich keinen Freund habe heißt das: ich bin halt ne sch... nutte die keiner will. Und da sag ich dann lieber: ich hab Bindungsangst wegen früher...
Gastacht

SophiawirdErwachsen
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von SophiawirdErwachsen » Sa Nov 09, 2019 1:39 pm

:lol: ich sag was dum DISler Thema...

ich seh das auch so, ein Körper, eine Verantwortung. Ist zwar nich ganz fair, aber alles andere funktioniert nicht. Eine von uns ist neulich total ausgerastet, weil sie getriggert wurde. Natürlich war ich das nicht, ich wusste auch nicht, dass das passieren wird. Aber wir müssen trotzdem versuchen intern so miteinander umzugehen, dass es zumindest kein zweites Mal vorkommt bzw. wir Vorkehrungen treffen, um inakzeptables Verhalten (Straftaten etc.) generell zu verhindern. Wir haben eben nicht wie andere als Person eine Verantwortung, sondern als System die Verantwortung andere (und uns selbst) nicht zu verletzen. So würd ich das mal sehen...

Igraine
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von Igraine » Sa Nov 09, 2019 3:31 pm

Also ich habe keine DIS, finde das Thema trotzdem relevant.

Für mich bedeutet Eigen- und Selbstverantwortung vor allem im hier und jetzt bewusst Entscheidungen zu treffen.
Ja, ich habe schlimmes erlebt und ja, das macht es oft schwer. Aber es ist vorbei und ich hab jeden Tag neu die Chance zu entscheiden, was ich daraus mache.
Ich habe die Verantwortng mir Hilfe zu holen, wenn ich es alleine nicht (mehr) schaffe.
Und ich habe auch die Verantwortung für mein Verhalten. Meine Mitmenschen können nichts für mein Trauma und die daraus resultierenden Folgestörungen, oft wissen sie ja nicht mal etwas davon. Deswegen kann ich mich nicht benehmen, wie die Axt im Walde und dann die "Ich bin ja traumatisiert"-Karte ausspielen.
Und wenn es doch mal mit mir durchgegangen ist, dann muss ich hinterher die Verantwortung dafür übernehmen, mich ggf. entschuldigen und einfach dafür grade stehen.

Ich habe eine Verantwortung mir selbst gegenüber, gut für mich zu sorgen. Das klappt oft nicht, aber ich weiß, dass es mein Job ist und ich das tun muss, wenn ich möchte, dass es besser wird.

Ich habe auch die Verantwortung mich heute abzugrenzen von Dingen oder Menschen, die mir nicht gut tun.

Und tatsächlich finde ich z.B. auch, dass ein Stück der Verantwortung in einer Therapie auch bei mir liegt.

Hm, ja. Das erstmal so meine Gedanken dazu. Weiß nicht, ob du was damit anfangen kannst.

LG
Igraine

~SteinHart~
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Nov 09, 2019 5:21 pm

chaoshaufen hat geschrieben:
Sa Nov 09, 2019 8:49 am
Und das provokante kannste mal direkt bei dir lassen! Nur weil du nicht mit DISlern klarkommst ist dass nicht mein Problem sondern deins...also deine Verantwortung die zu dir gehört! Wo wir doch schon glatt bein Thema sind gell? Ich wüsste nicht dass wir beide schonmal ein Problem miteinander gehabt hätten.
Tja, da FÜHLT sich wohl jemand provoziert ;) Kannst du gerne bei dir behalten ;) :lol:

Dein Anliegen, war in meinen auch NICHT neutral formuliert:

wir glauben dass wir da recht lar sind. Wir sind viele ein System ....so ist es nunmal...

Unsere Einstellng ist : Für uns jetzt ...für alles gerade zu stehen egal wer wann und wie und wieso was getan hat.

Für uns kommt es überhaupt nicht in Frage ...die Verantwortung rumzuschieben....
Drei Reihen, dreimal DIS, DIS, DIS :roll:


So, JETZT war ich provokant. Heute früh wollte ich wissen ob es ein allgemeines Thema ist, oder ob es nur um DIS geht!

Ansonsten sehe ich es wie Sophia,

EIN Körper, EINE Verantwortung.

Ob im kleinen, oder im großen.

Ich übertreibe ja gern ;) allerdings hatte ja auch Sophia schon Straftaten angesprochen. Entweder kriegt so ein System es hin, sich verantwortungsbewusst zu benehmen, oder es stehen eben, wohl oder übel, alle auf der Anklagebank.
Entweder heißt es dann Knast für alle, oder wenn man eben als System (insofern man sich da überhaupt outet) so eingeschätzt wird dass es nicht möglich ist, oder gar eine auf die Störung zurückzuführende Unzurechnungsfähigkeit etc. besteht, wandert eben das gesamte System bis zum St. Nimmerleinstag in die Forensik.


Und um es allgemeiner zu halten, denn angeblich ist es ja allgemein gemeint gewesen. Möchte ich mich Igraine anschließen.

Obwohl, oder gerade weil ich so oft eine durchgedrehte Axt bin ;) Dafür ist weder der Täter, noch die ach so gemeine Umwelt verantwortlich ;)


Klar ist es schwer zu entscheiden, was KANN man nicht und was ist lediglich schwierig, oder unangenehm, oder was WILL man womöglich auch gar nicht?
Manche Traumaauswirkung, Traumafolgestörung, Schwierigkeiten etc sind leider nicht umkehrbar, oder heilbar. Manches KANN man tatsächlich nicht. Aber auch dann, muss man für das was man tut, oder eben auch nicht, GERADE STEHEN.

Dazu gehört wie bereits erwähnt ein sich entschuldigen, aber eben auch im Extremfall strafrechtliche Konsequenzen.


SH
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(William Gibson)

!= u

Re: Eigenverantwortung

Beitrag von != u » Sa Nov 09, 2019 5:38 pm

zweifelsohne muss jeder mensch mit den konsequenzen umgehen, die sich aus einem zusammenspiel der eigenen handlungen mit zahlreichen anderen faktoren ergeben.
ich bin der tiefen überzeugung, dass es so etwas wie einen freien willen nicht bzw nur als illusion gibt. daher spielt eigenverantwortung oder verantwortung überhaupt meiner auffassung nach in diesem zusammenhang nur insofern eine rolle, als dass diese illusion einer der faktoren ist, die menschliches handeln (und damit auch handeln als reaktion auf das handeln anderer) beeinflussen.

worauf zielt deine frage ab, chaoshaufen?
was ändert es für dich wenn du verantwortung hast oder eben nicht hast?
und hältst du es für möglich, eine verantwortung, von der du glaubst, dass du sie hast, rumzuschieben, so dass du sie dann im ergebnis nicht mehr hättest?

EineVonUns50
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von EineVonUns50 » Sa Nov 09, 2019 8:01 pm

Für uns gibts da zwei Richtungen,

die eine geht nach innen: Verantwortung übernehmen für die Bedürfnisse und Gefühle, was dann bedeutet, diese ernst zu nehmen, egal von wem sie kommen und damit einen Umgang finden, der auch dem Anteil gerecht wird, der sie hat. Das heißt aber auch, möglichst viel kontakt herzustellen innen oder wenigstens wahrzunehmen, was los ist und darauf verantwortungsvoll reagieren, also auch nicht wegdrücken oder so. Finde, das ist der wesentlich schwierigere Teil, zumal ja viel abgespalten ist und oft nur so Fetzen kommen, die erst gar nicht kapiert werden, warum jetzt eine oder einer von uns so oder so reagiert.

und die andere geht nach aussen: Das ist irgendwie eh klar, dass man letztlich für das Handeln die Verantwortung übernehmen muss, also rechtlich sowieso. Dass andere nicht absichtlich verletzt werden und man auch mit dem Gegenüber respektvoll umgeht, gehört für mich irgendwie auch zur verantwortung, die ich oder wir haben als soziales menschliches Wesen und wenn das nicht gelingt, tragen wir da alle die Verantwortung, nicht nur der oder die von uns, die sich so verhalten hat.

Ich find das auch eine Herausforderung, zu akzeptieren wenn jemand anders vorne ist und anders handelt oder redet wie ich das mache. Aber da das alles beim Gegenüber als eine person ankommt, ist auch klar, dass man da im Aussen auch die verantwortung übernimmt. Es muss dann halt intern geregelt werden, so wie Sophia auch schreibt.

was halt schon schwierig sein kann, ist, wenn man gar nicht mitkriegt, was andere Anteile machen und dann erfährt man da erst in der Reaktion des Gegenübers davon, passiert bei uns zum Glück relativ selten. In dem Fall kann das ne Weile dauern und einiges an innerer und äusserer Auseinandersetzung erfordern, bis rekonstruiert wurde, was eigentlich wirklich passiert ist, sofern das geht und dann ist es aber auch klar, dass wenn eine oder einer von uns was gemacht hat, dass wir dann alle dafür gerade stehen müssen. Das führt aber auch zu einer Unsicherheit, wenn jemand von Aussen uns eine Rückmeldung gibt zu unserem Verhalten, dass wir nie so ganz sicher sein können, ob das wirklich auch unserer bzw. der Realtität entspricht - Also: seh ich es nur anders? Oder hab ich es nur nicht mitgekriegt? Oder ist es wirklich anders gewesen? Manchmal irrt ja auch das Gegenüber und manchmal glaub, dass wir aus dieser Unsicherheit heraus auch schnell Verantwortung für was übernehmen, was vielleicht gar nicht unseres ist.

chaoshaufen
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von chaoshaufen » Mo Nov 11, 2019 10:37 pm

Hallo, ihr Lieben alle.

ich danke für all dass geschriebene von euch allen" :-)

Es tut so gut zu lesen, dass wirklich Eigenverantwortung übernommen wird.

Leider gab es in unserem Umfeld sehr oft Menschen die sich aufgrund von (blablabla) rechtfertigen.

Verantwortung gibt es auf vielen verschiedenen ebenen...z.B Habe ich eine Freundin die immer sagt...okay um 15 uhr bin ich bei dir...und um 15.30 muss ich sie anrufen um zu fragen ob sie noch kommt.
Dann wird gesagt ich bin auf dem Weg. Quatsch mit soße...

Und wenn sie dann kommt und wir sie darauf ansprechen ...sagt sie ...du weißt doch wie ich bin ...wenn ich sondso sagewird ne std. später!!!

Hmm war jetzt auch schnell wohl am Thema vorbei .

aoi
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von aoi » So Dez 01, 2019 11:14 am

Hallo,

ich kann mich den anderen anschließen.

Für mich bedeutet Eigenverantwortung ebenso das Erkennen und Bewahren von meiner Verantwortung in Abgrenzung zur Verantwortung anderer bzw. dass ich nicht Verantwortung für das Verhalten anderer übernehme, wenn ich eben keine Verantwortung dafür trage.

lieber Chaoshaufen:
Zu deinem Geschilderten. Es ist ist ihrer Aufgabe pünktlich zu kommen. Ihre Antwort deutet allerdings darauf hin, dass sie immer eine Stunde zu spät kommt. Wenn das so ist, könntest du auch sagen, dass du dir eine zusätzliche Stunde nimmst und für die gedanklich erst mit einer Stunde "Verspätung" zur Verfügung stehst. Weiß jetzt aber nicht wie regelmäßig das vorkommt.

Ich hatte auch mal ne Freundin, die immer mindestens eine halbe Stunde zu spät kam. Dann machten wir aus, dass sie bspw. für sich 15.30 Uhr notiert und ich mir 16.00 Uhr aufschreibe. Das hat gut geklappt. Manchmal dauerte es zwar dann immer noch länger, aber es hat mein Warten ziemlich verkürzt und wir beide waren zufrieden damit :)

GLG Aoi

Mucki
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Re: Eigenverantwortung

Beitrag von Mucki » So Dez 01, 2019 12:26 pm

Danke für dieses Thema. Zu dem Wort Eigenverantwortung fällt mir ein, was ich vor Jahren gedacht habe, als ich mit der Therapie begann und in mehreren Kliniken war: "die sollen machen, dass es mir wieder gut wird"....na ja, dass das ein Irrtum ist, weiß ich natürlich inzwischen, aber es war ein harter Weg dahin. Dahin, dass ich es mir auch wert bin für mich und mein Befinden Verantwortung zu übernehmen. Leider hat meine innere Entwicklung dazu geführt, dass ich zunehmend weniger aushalte, wenn Menschen sich so hilflos geben und nichts dagegen tun. Daran möchte ich arbeiten, denn ich möchte nicht unfair sein, denn auch das ist eine eigene Entscheidung hilflos zu bleiben und das habe ich mindestens zu tolerieren. Aber, auch meiner Eigenverantwortung fühle ich mich nicht mehr so verantwortlich für andere, die keine Hilfe annehmen wollen, denn schon mein Beruf (Krankenschwester) bringt mit sich, dass ich stark in der Helferrolle bin.
Was ich damit sagen möchte ist, dass man Eigenverantwortung auch ersteinmal lernen muss und, wie anfangs erwähnt, sich das wert sein müssen. Zudem ist es meiner Ansicht nach ein Prozess, der anhält. Ich bin so dankbar, dass meine Therapeutin mich unterstützt hat dahin zu kommen, obwohl ich es mir so oft anders gewünscht habe. Ich wollte klein sein, gehalten werden, umsorgt werden, sie sollte meine Entscheidungen treffen, immer für mich da sein.....meine Mama sein. Sie war nie streng, aber immer auf eine sanfte Weise so, dass die Verantwortung für mich stets bei mir blieb. Ganz sicher ist bei mir noch viel Luft nach oben, denn die Eigenverantwortung z.B. für meinen Körper darf und soll noch wachsen. Auch, um das Beispiel von Aoi zu nehmen, anderen zu sagen, was mir nicht gefällt, mich nervt, das funktioniert nur selten, aber es ist in Entwicklung.

Mucki

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