Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

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Gast

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Gast » Do Apr 25, 2019 6:08 am

"und ich hab mich wieder vollkommen zerteilt (bin wieder in unsere ursprüngliche Personen (Persönlichkeitsanteile) zerfallen."
Sorry für die Anmerkung, aber sowas ist medizinisch nicht möglich.

luz
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von luz » Do Apr 25, 2019 11:03 am

Ich habe super gute Erfahrungen mit meiner Psychiaterin, sie ist keine die schnell Medis aufschreibt, die sich Zeit
(bekomme jeden Monat eine Stunde bei ihr und das ist keine Thera!)nimmt und auch spezialisiert auf Trauma ist
(wie ich dann später erfahren habe).

Es gibt wie überall professionell arbeitende Menschen und eben welche die man meiden sollte. Leider muss man da selbst
seie Erfahrungen machen und darf sich nicht einschüchtern lassen. Ein pauschales Urteil über die Arztgruppe sollte nicht
gefällt werden. Wie "Geradeanonymsonstnicht" schrieb, wenn es nicht passt - weitersuchen!

Alles Gute,
Luz
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Nicht angemeldet » Do Apr 25, 2019 6:20 pm

@Luz

Übernimmt die Krankenkasse diese monatlichen Gespräche auch?

Ich werde morgen meine Thera nach einer Psychiaterin fragen. Hab ich noch gar nicht dran gedacht. Sie hat doch bestimmt von anderen Klientinnen/Patienten auch Erfahrungswerte.

Von sich selber hat sie da allerdings nichts von gesagt, ausser dass ich mal gucken soll.

luz
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von luz » Do Apr 25, 2019 8:08 pm

Hallo Nicht angemeldet,

ja, die Krankenkasse übernimmt die Gespräche, da gibt es kein Limit, wie bei einer Therapie, und es muss nichts beantragt werden,
ein Psychiater kann solche Gespräche anders abrechnen. In den ersten Jahren hatte ich zusätzlich zu einer Richtlinientherapie bei
meinem Therapeuten noch bei meiner Psychiaterin alle ein bis zwei Wochen eine Stunde ein Gespräch, das war extrem hilfreich.
Nun, da ich besser zurecht komme, gehe ich ca einmal im Monat zu ihr, aber immer zwischen 45 bis 50 min.

Es kann natürlich sein, daß Dein Psychiater da keine Kapazitäten hat, aber es ist jedenfalls möglich.

Es ist eine gute Idee den Thera nach einer Psychiaterin zu fragen, denn sie kennt sicher jemanden, den
sie empfehlen kann und dann fühlst Du Dich sicherer, als bei einem aus dem Web ausgesuchten

Alles Gute,
Luz
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Nicht angemeldet » Do Apr 25, 2019 8:24 pm

Hallo Luz,

das hört sich gut an. Bisher hab ich den Psychiater "nur" als Medikamenten-Ausgeber gesehen. Nicht als zusätzlichen Ansprechpartner.

Bei uns in der Stadt gibt es nicht so viele und wenige haben nur eine Webseite, wo man sich vorab schon mal informieren kann. Da frag ich wirklich lieber Thera / Hausarzt.

Vielen Dank.

Nicht angemeldet

Luz unlogisch.

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Luz unlogisch. » Do Apr 25, 2019 8:36 pm

Gerne.

Als ich damals Hilfe gesucht habe, wusste ich es auch nicht. Ich hatte mir eine Liste aller Psychiater und Therapeuten in einem bestimmten Umkreis von der Ärztekammer schicken lassen, die habe ich dann abtelefoniert und einfach um einen Termin gebeten. Bei ihr habe ich sofort einen Treffer gehabt und vieeel Glück. Ich habe mich sofort wohl gefühlt und wertgeschätzt. Sie erklärte auch in der ersten Stunde, dass sie keine Therapie anbieten kann, aber so viele ärztliche Gespräche, wie ich benötige. Als dann die ersten Flashbacks kamen, sagte sie, dass sie auf Missbrauch spezialisiert ist, vorher war das man nie Thema. Alles scheint mir häufig eine Glücksache und Fügung.


Ich glaube auch, dass heutzutage die psychiTer nicht mehr unbedingt medis verschieben, diesen Ruf haben sie aber aus Zeiten weg, als psychopharmaka neu waren und als super- Heilmittel und zur Ruhigstellung viel verschrieben wurden.

Meine Psychiaterin versucht immer zuerst Naturheilmittel und Pflanzenstoffe, wenn sie nicht helfen, dann versucht sie medis, immer in sehr kleinen Dosen und ich muss jede Stunde genau berichten, wie es mir mit dem medi geht und ob ich damit zufrieden bin. Sie ist ein Glücksfall und ich wünsche dir genauso eine!

Luz

gennixx

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von gennixx » Fr Apr 26, 2019 4:40 pm

Hi Ihr,

will nochmal ein wenig beruhigen.

a) Wie auch bei anderen Ärzten gibt es auch bei Psychiatern solche und solche... da darf frau auch schauen. Man sollte nur nicht zuviel erwarten. Idioten hatte ich bisher keine, aber eben auch einen, der so garkein Interesse hatte und eigentlich auch nie wusste, was mit mir los ist, wenn ich da war. Aktuell habe ich einen guten... viel Zeit hat der jedoch auch nicht.
b) Wegen Medikamenten: Natürlich gibt es welche auch für den Langzeitbedarf, Antidepressiva und Co. Und dann eben solche, um in Akutsituationen zu helfen (da gibt es neben Tavor aber auch einige, die sehr viel weniger stark sind... aber auch nicht dauerhaft genommen werden sollten bzw. nur in Ausnahmesituationen). Kurz: Es ist auch bei der Medikation nicht alles schwarz/weiß, sondern auch im Graubereich.

Ich persönlich nehme z.B. seit über fünfzehn Jahren Paroxetin, niemand würde das bei mir aktuell absetzen. Es geht mir gut damit, viel besser als damals. Gleichzeitig habe ich abends noch ein anderes Antidepressivum, das kürzlich gewechselt wurde. Damit schlafe ich ein wenig besser. Es ist nicht hoch dosiert. Auch wegen Schmerzen werden oft Antidepressiva verordnet, Amitryptillin z.B. bei vielen Fibromyalgie-Patienten... etc etc.

Und es gibt auch Hausärzte, die sich da auskennen. Meiner z.B. wusste damals gut Bescheid, kennt sich aktuell auch gut aus - auch wenn ich alles mit dem Psychiater bespreche.

LG

maus89
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von maus89 » Fr Apr 26, 2019 5:28 pm

Hallo
Ich nehme seit einem Jahr Lithium und quetiapin. Das quetiapin ist von 300 kg auf 50 runter gesetzt.
Mir hilft nichts ausser das Lithium das wurde mir nach 3 Klinik Aufenthalten leider klar.
Ich bin nicht bipolar, sondern sehr Lebensmüde und suidal.
Seitdem gehe ich wieder arbeiten, habe aber die Std reduziert. Bin weiter in Therapie und alle 6 Wochen in der Klinik zur Lithium Kontrolle und gespräch
Ist das Leben lebenswert?

Bambus 1
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Sa Apr 27, 2019 9:31 pm

Danke für eure Berichte und Erfahrungen. Es ist schonmal gut zu wissen dass es Medis für akute Situation gibt. Ich muss noch ein paar Wochen bis zum Termin warten

SophiawirdErwachsen
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von SophiawirdErwachsen » Di Apr 30, 2019 11:48 pm

Gast hat geschrieben:
Do Apr 25, 2019 6:08 am
"und ich hab mich wieder vollkommen zerteilt (bin wieder in unsere ursprüngliche Personen (Persönlichkeitsanteile) zerfallen."
Sorry für die Anmerkung, aber sowas ist medizinisch nicht möglich.
Hab auch gemischte Erfahrungen mit Tabletten und PsychiaterInnen gemacht und ich denke, dass es einfach von der Person abhängig ist.. ob "die Chemie" stimmt oder eben nicht. Manche beraten und sprechen gerne und nehmen sich Zeit, andere nicht.
Mir ist dieser Beitrag aufgefallen und muss dazu sagen, dass ich ein medizinisches Wunder wäre, wenn es nicht möglich wäre in Persönlichkeitsanteile zu "zerfallen". Also ich gehe davon aus, dass da keine multiple Person gemeint ist, sondern einfach, dass man sich zerteilt fühlt. So hab ich mich nämlich gefühlt, als ich aufgrund einer Unverträglichkeit Tabletten absetzen musste :roll: . Und meine Ärztin fand das auch nicht ungewöhnlich, obwohl es mir davor schon deutlich besser gegangen war.

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