Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

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Bambus 1
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Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Mi Apr 24, 2019 7:14 pm

Hallo zusammen,

ich habe bald einen Termin bei Psychiaterin / Neurologin. Ich fühle mich total unsicher, ich habe Null Ahnung was mich dort erwartet. Am Telefon sollte ich damals sagen worum es geht. Sie wissen also bereits daß es sich um PTBS handelt. Aber natürlich nicht warum die da ist. Ich weiß einfach nicht was da nun passieren wird. Kann mir vielleicht jemand ein bisschen erzählen? Ich möchte selber das Thema Erinnerungen ansprechen, natürlich nicht inhaltlich, sondern fragen ob es halt möglich ist Dinge über 30 Jahre nicht zu wissen. Ich erhoffe mir da irgendwie nochmal eine fachliche Aussage.

Und was ist mit Medikamenten? Also ich möchte das Thema dort gerne ansprechen, aber ich möchte auf keinen Fall dauerhaft durchgängig Medis nehmen, ich möchte mich nicht dauerhaft dadurch beeinflussen lassen, keine Manipulation. Ich muss vernünftig in der Lage sein meinen Sohn zu versorgen, Auto fahren, arbeiten. Ich würde gerne etwas haben für den Notfall, für die Phasen an denen es mir richtig schlimm geht und ich selber diese Angst habe etwas schlimm ungutes zu tun. Darf ich euch das hier im Forum überhaupt fragen nach speziellen Medis die ihr dafür kennt? Ich möchte nicht so völlig wissenlos zu dieser Ärztin gehen.

Ich wäre dankbar für eure Tipps.

Danke und viele Grüße
Bambus

gastacht

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von gastacht » Mi Apr 24, 2019 7:27 pm

hi bambus,
also ich war bei vier psychs bisher.
davonwaren drei sch.. und zwar so richtig. eine war chronisch unfreundlich, einer konnte sich keine zwei angaben von mir merken und der dritte schrie mich an. die vierte war sehr lieb.
ein psych ist kein thera und hat auch meist null ahnung von trauma.
das wird meist in 10min abgefrühstückt. a la: haben sie depressionen? wollen sie medis? es geht nur um medis und wie man die verträgt. noch kurz wie es einem geht. sonst nichts.
würd da den teufel tun und details erzählen. ptbs reicht. die müssen nicht mehr wissen.
und klar geht das. steht in zig traumafachbüchern.
war in göttingen in der traumaklinik da war das die regel bei den patientinnen mit dem vergessen. nicht die ausnahme. für die theras da war das auch total klar.
verlass dich da bitte nicht auf das was evtl. ein wald und wiesen psych zu sagt, der vermutlich weniger über trauma weiß als du.
klingt schlimm ist aber wie gesagt meine erfahrung.
aber vielleicht ist er ja auch lieb.
sonst googel mal dissoziative amnesie. das steht sogar im icd. das gibt es. aber manche ärzte glauben da nicht dran. ist ihnen wohl zu unheimlich. würd aber desalb nicht anzweifeln was du hast. früher gab es auch keinen mb und keine dis etc.
alles liebe
gastacht
ps für was würdest du denn medis wollen? schlafen?
also es sollte kein dauerzustand werden mit den medis. keiner kann einem letztlich sagen wie sie wirken und meine ex-thera, die auch ärztin ist sagte immer. wenn man gründe hat dass es einem schlecht geht (mann tot, verarbeitung des mb) wirken medis eh nicht so gut..

Maya
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Maya » Mi Apr 24, 2019 7:30 pm

Hallo!

Ich kann dich da leider nicht beruhigen. Da ich lange mit Neurologen und Psychiatern gearbeitet habe kenne ich viele. Und es gibt wirklich total unwissende Idioten, aber auch ganz verständnisvolle sehr gute. Leider muss man das wohl probiert haben. Als Patientin habe ich nur einen netten hilfreichen psychater erlebt. Die drei anderen zu denen ich musste waren fürchterlich.
Ich denke du gehst hin, machst dir dein Bild, denke aber nicht weil der einen dr Tittel hat das der mehr kann als jemand anderes. Letztendlich liegt es an dem Menschen und an eurer Chemie.

Ich persönlich halte nicht viel von beruhigenden Medikamenten. Was zum schlafen wenn das ein Problem ist. Ad als Übergangslösung.
Medikamente lösen deine Probleme leider nicht.

Du bist wertvoll und wichtig. Du brauchst Hilfe und der Job eines Arztes ist zu helfen. Versuche locker morgen da hin zu gehen. Und wenn du das nicht schaffst, dann ist das auch nicht schlimm. Ich habe das übrigens auch nicht.
Liebe Grüße!

Nicht angemeldet

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Nicht angemeldet » Mi Apr 24, 2019 7:39 pm

Ich klinke mich mal mit ein, da meine Thera möchte, dass ich auch zu einem Psychiater gehe und mir etwas aufschreiben lasse.

Möchte eigentlich auch keine Medis dauerhaft nehmen. Zur Zeit nehm ich noch etwas vom Hausarzt, was gegen meine Schlafstörungen hilft und leicht antidepressiv wirken soll.

Ich habe auch erstmal nur einen Termin bei ihm. Wenn ich von Euren Erfahrungen lese, denke ich, dass ich mir lieber was vom Hausarzt aufschreiben lassen würde, da er mich besser kennt und ein Familienangehöriger auch schon mal sehr schlechte Erfahrung mit einer Psychiaterin in unserer Nähe gemacht hat.

Bambus 1
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Mi Apr 24, 2019 7:44 pm

Danke ihr beiden! Ich hoffe sehr dass ich eine gute Ärztin gefunden habe... Scheint ja nicht üblich zu sein bei denen. Gibt es dort körperliche Untersuchung? Das geht bei mir nicht, bin schon bei nem Arzt wieder raus weil es beim ersten Besuch ein körperliche Untersuchung geben sollte, da bin ich sofort gegangen.

Medis nicht für schlafen. Sondern für tagsüber, nur nach Bedarf im absoluten Ausnahme Zustand wenn das schlimme Gefühl nicht mehr existieren zu wollen da ist. Das ist manchmal so krass daß ich es nur schwer aushalte. Vielleicht gibt es da auch gar nichts? Meine Wunschvorstellung wäre dann eine Tablette zu nehmen die in den Situationen diese schlimme Gefühl weg nimmt

Bambus 1
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Mi Apr 24, 2019 7:47 pm

@ nicht angemeldet

Ich bin auch erschrocken über die schlechten Erfahrungen der beiden, aber man kann ja auch Glück haben. Ich werde meinen Termin wahrnehmen, wenn es nicht passt werde ich wieder gehen, das habe ich schon mal geschafft

Alles Gute für dich!

Nicht angemeldet

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Nicht angemeldet » Mi Apr 24, 2019 8:01 pm

Danke. Ich wünsche Dir für Deinen Termin alles Gute. Vielleicht magst Du ja mal berichten, wie es war und wie es dann letztendlich abgelaufen ist.

Maya
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Maya » Mi Apr 24, 2019 8:03 pm

Wenn es eine körperliche Untersuchung geben sollte, dann nur Reflexe und so was. Aber eher unwahrscheinlich.
Und klar gibt es auch gute! Der letzte bei dem ich war hat lange versucht mit mir zu reden. War sehr vorsichtig. Ich kann super sprechen über normales, aber nicht über Probleme und da hat er versucht dann drum herum zu kommen. Er hat mir das Gefühl gegeben obwohl ich mich da echt nicht stark dargestellt habe ein vollmündiger Mensch zu sein. War interessiert und hat informiert. Medikamente hat er gesagt gibt es nichts gutes. Hat mit mir über für und wider geredet und eher abgeraten.
Es war wirklich ein sehr nettes Gespräch wenn auch für mich nicht so leicht. Und ich würde immer wieder zu ihm gehen was er mir auch angeboten hatte. Aber hab ich nie getan.

Entschuldigen, es war doof negative Erfahrungen so hervor zu heben.

Es wird schon gut gehen!

Gastacht

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Gastacht » Mi Apr 24, 2019 8:05 pm

Doch dafür gibt es tavor.
Da beruhigen sich auch Elefanten. :mrgreen: Aber bitte nur selten.
Macht extrem schnell abhängig... oder frag erstmal nach was leichterem wie atosil. Evtl hilft das auch schon.
Nein körperliche Untersuchung gab es nie.
Ja hoff hast Glück

egalabjetzt unl

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von egalabjetzt unl » Mi Apr 24, 2019 8:25 pm

liebe bambus,

ich hab beides erlebt, völlig daneben und inkompetent (verweigerte mir eine einweisung in die klinik, ich musste betteln! um diesen schein ...). und jetzt das ganze gegenteil.

ich hatte bisher drei termine und ich bin auf anraten meiner therapeutin hingegangen.
die psychiaterin hat sich über eine stunde zeit genommen für das erste gespräch, ist gut auf mich eingegangen und war eimfühlsam und respektvoll. warum es mir schlecht geht bzw therapie mache, hat sie nicht gefragt. nur symptome. dabei hat sie aucj gründlich anamnese gemacht (keine körperliche untersuchung) und ganz viel abgefragt.
momentan nehme ich zwei verschiedene antidepressiva, abends eins zum einlullen und in den schlaf finden, morgens eins, was ein bisschen antrieb geben soll. seitdem ich beide medikamente nehme, gehts mir besser, ich fühle mich irgendwie 'sortierter' und schaffe mehr den blick nach rechts und links neben den eingefahrenen weg. nicht immer, nicht kontinuierlich, mit rückschlägen ... aber so ein klitzkleines bisschen besser ist es gerade.

ich wünsche dir, dass du an eine gute person gerätst, die dich ernst nimmt und dir helfen kann. wenns nicht passt, die person doof ist, nicht aufgeben, neuen psychiater suchen. es gibt gute! umhören, empfehlen lassen....

liebgrüß,
egalabjetzt

Bambus 1
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Mi Apr 24, 2019 8:29 pm

Ja ich werde mal berichten, Termin ist aber leider nicht morgen, es dauert noch ein paar Wochen...

Maya, alles e, ich habe ja nach Erfahrung gefragt, da ist es doch völlig in Ordnung wenn ihr auch die schlechten Erfahrungen schildert. Alles andere fände ich nicht gut. Also danke auch für die schlechten Erfahrungen. Ich muss eh selber entscheiden, das habe ich ja gemacht, hat Ewigkeiten gedauert daß ich mir überhaupt einen Termin gemacht habe.

Danke gastacht für den konkreten Tipp! Das ist schon mal gut zu wissen dass es Möglichkeiten gibt. Ob ich das dann mache weiß ich nicht, bisher habe ich alles abgelehnt weil ich unfassbare Angst habe nicht mehr die Kontrolle zu haben. Das ist eine schlimme Vorstellung. Ich werde aber mit jedem schlimmsten Zustand dem Gedanken näher daß ich was hier haben sollte damit ich das überwinden kann. Also danke für deinen Beitrag!

Bambus 1
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Bambus 1 » Mi Apr 24, 2019 8:37 pm

Liebe egalabjetzt

danke dir auch!! Ja ich weiß noch, so lange ist das bei dir noch gar nicht her, daß du auch das erste Mal da warst oder? Freut mich sehr daß es dir zumindest meistens hilft! Das ist super. Und toll dass du eine gute Psychiaterin gefunden hast! Du warst ja wegen Medis auch sehr skeptisch... Ich kann mir nicht vorstellen dauerhaft was zu nehmen... Zwei Mal am Tag? Oh ne. Fühlst du dich noch wie du selbst? Ich will mich nicht ausschalten, nur dann wenn ich merke dass es sonst schief gehen könnte.

Da fällt mir jetzt noch ne Frage ein. Wie soll ich das überhaupt nem Arzt erklären dass ich was medi möchte das mir in Extremsituationen hilft keine Mist zu bauen? Das kann ich ja so wohl kaum sagen... Scheiße, daran hab ich überhaupt nicht gedacht

Maya
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Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von Maya » Mi Apr 24, 2019 8:48 pm

Bei mir ist so, das mich alle Medis immer voll müde machen. Also ich meine Megamüde. Spätestens nach einer halben Stunde kann ich egal was ist die Augen nicht auflassen. Aber ich könnte eh immer schlafen. Wahrscheinlich liegt es an meinem Typ.

Aber es ist nicht so, das man nicht mehr man selbst ist. Solche Grose Wirkung haben Medikamente dann auch nicht.

egalabjetzt unl

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von egalabjetzt unl » Mi Apr 24, 2019 10:30 pm

liebe bambus,

weißte, ob ich noch zwei tabletten mehr schlucke oder nicht... das macht den kohl auch nicht mehr fett :lol:

als ich nur das müdemachende genommen habe, gings mir sehr schlecht. alles war gekappt, ich hab mich völlig verloren im nichtsfühlen. auch der überhang morgens war heftig, ich bin ja einfach nicht mehr in trab gekommen, schon nur das aufstehen war ein riesenkraftakt.
als wir das reduziert haben, nachdem ich es der psychiaterin erzählt hatte und das antriebssteigernde mit dazu kam, war es nach einer woche schon spürbar besser. beide sind sehr niedrig dosiert. ...

ich hab null das gefühl, anders als sonst zu sein. also weder positiv noch negativ. ich schlafe etwas besser und ich bin eben tagsüber mit mir selbst mehr im kontakt ... zunehmend.
ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich dieses ganz dunkelschwarze tal überstanden hätte ohne medikamente ... es ist nicht alles toll und prima. aber dieses akute 'wegseinwollengefühl', was mich immer immer wieder in den letzten monaten so überrollt hat, weil ich mit mir selbst so überfordert war ... das ist jetzt deutlich ruhiger.

glaubs mal, ich nehme nicht gern tabletten. erstens, weil ich sowieso schon genug fressen muss, weil ich sonst abkratze. zweitens, weil ich immer genau alles prüfen und anpassen lassen muss von der dosierung auf die eingeschränkte nierenfunktion. drittens, weil ich im letzten jahr leider lernen musste, wie schnell abhängigkeiten von tabletten entstehen und wie scheiße schwer es ist, da wieder weg zu kommen (ich kämpfe noch).

und trotzdem ... ich nehme sie. dieses zeug. weil ich vor 15jahren eben schon mal die erfahrung machen musste, dass ich ohne eine tickende zeitbombe für mich selbst bin. und weil ich eben nicht allein lebe und immer gut gucken muss, was zumutbar ist für die kinder. und nein, der zustand von nov-jan war einfach scheiße. für alle. das darf nicht so sein.
es ist vorübergehend. bis es ohne geht. ob nun 6monate oder jahre... weiß der geier. ich werde es sehen.

hm ... also um dich da so richtig wegzuballern, brauchts was hartes. ob das der bessere weg ist, weiß ich nicht. ich hätte eher vor so nem zeug angst, dass es abhängig macht und mich verändert, in meine persönlichkeit eingreift ... ich weiß nicht, ob der vergleich hinkt, aber ich hab so im kopf: als mir schmerzmittel, die ich regelmäßig nehmen konnte/durfte, nicht mehr geholfen haben und ich auf opiate umgestiegen bin (mal zum 'probieren', ob es hilft), hat mein gehirn quasi sofort reagiert und opiat=schmerz fast sofort weg gelernt. egal, was ich danach noch probiert habe, es half nicht mehr und nur mit dem zeug war das schlimme, nicht auszuhaltende schmerzgefühl tot. ich aber ja irgendwie auch. mein gehirn wollte sich auch nicht mehr überzeugen lassen, dass anderes auch möglich ist. so ähnlich könnte ich mir das für so ein betäubendes mittel eben auch vorstellen. du nimmst es, bist betäubt, das leben wieder aushaltbar und diesen zustand willst du dann immer haben und zwar schnell. vielleicht verliert man dann aus den augen, das es andere möglichkeiten auch gibt, die hilfreich sind? das sind jetzt nur so gedanken, die mir dazu durch den kopf gehen.

dein bedürfnis, für den notfall irgendwas zu haben, verstehe ich aber sehr sehr gut, wirklich *seufz* weil es mir doch oft so ähnlich geht und ich dann am rad drehe und total neben mir stehe, wenn ich geflutet bin von irgendwelchem alten scheißkram.

liebgrüß,
egalabjetzt

gradanonymsonstnicht

Re: Fragen zu Psychiaterin / Medikamente

Beitrag von gradanonymsonstnicht » Mi Apr 24, 2019 11:56 pm

Hab das gerade gelesen und würde da noch gerne etwas ergänzen, weil es sich gerade aufgedrängt hat...

Ich habe einige Erfahrung mit Neurologen/PsychiaterInnen und würde sagen, wenn es beim ersten Gespräch nicht passt, einfach einen anderen suchen. Ich hatte zwei ganz tolle, einen naja und eine war total furchtbar. :) also alle Charaktere vorhanden. Ich habe auch schon einiges an Medikamenten hinter mir und hab die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Medikament in jeder Lebensphase passt, allerdings nicht unbedingt grundsätzlich schlecht ist. Ich hatte vor ein paar Jahren das Medikament, das ich jetzt auch nehme und ich fand es furchtbar. Ich hatte das unfassbare Bedürfnis mich schneiden zu müssen und wollte mich ständig umbringen es war einfach nur schrecklich... danach hab ich es abgesetzt und ein anderes verschrieben bekommen...
ein paar Jahre später, ein anderer Arzt.. selbes Medikament. ich dachte ich geb dem noch eine Chance und probiere es noch einmal... und ich muss sagen, ich bin so glücklich damit, das ist das beste Medikament das ich je hatte *:).. keine Nebenwirkungen (also zumindest keine negativen, die ich bemerken würde) und es geht mir gut (soweit so gut).
Ich bin grundsätzlich eigentlich gegen Chemie und Tabletten und dachte vor nicht allzu langer Zeit, dass es mir wieder gut geht. Ich habe meine Therapie beendet und war mir sicher, dass auch die Tabletten überflüssig geworden sind. Ich habe schon vor ein paar Jahren die Erfahrung gemacht, dass Tabletten nach einiger Zeit der Stabilisierung nicht mehr notwendig waren, also hab ich (ich weiß sehr dumme Idee und sollte man nicht machen, ich hab es trotzdem gemacht) schön langsam die Dosis reduziert und dann nach Wochen die Tabletten abgesetzt.
Ich muss sagen, das war die lehrreichste Erfahrung, die ich jemals gemacht habe, ich hätte niemals gedacht, dass Tabletten tätsächlich so viel Wirkung haben *:)...
ein paar Tage ging es gut... nach ca. zwei Wochen ging es mir von heute auf morgen total schlecht... ich konnte mich überhaupt nicht mehr kontrollieren... hatte ständig Fressanfälle... meine Bulimie kehrte zurück, obwohl ich daran über 1,5 Jahre keinen Gedanken verschwendet hatte und ich hab mich wieder vollkommen zerteilt (bin wieder in unsere ursprüngliche Personen (Persönlichkeitsanteile) zerfallen.
Ich hätte nie gedacht, dass das passieren könnte.. und hab danach meine Tabletten auch wieder brav genommen. Es ist jetzt wieder viel besser, meine Fressanfälle und die Bulimie sind wieder weg/kontrolliert, aber zerteilt bin ich/sind wir noch immer. Es waren schon Anteile integriert und ich war (fast) eine Person. Jetzt ist das wieder etwas schwieriger geworden und ich muss mich mit den anderen herumschlagen und bring mich immer wieder in blöde Situation :oops: (die, die das kennen wissen wahrscheinlich was ich meine). Ich hab das nur deshalb gesagt, weil ich dachte dass es vl wichtig ist anzumerken, dass der Arzt schon weiß, was gut ist und man eventuell auch darauf hören sollte, egal ob man Tabletten gut findet oder nicht *:).. ich hab das nämlich etwas unterschätzt :oops: .

Alles Gute

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