Therapeutische Beziehung - wie nah?

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anderer gast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von anderer gast » So Apr 28, 2019 12:15 pm

@ Chaoskopf

Ein sehr gutes Beispiel mit der Mutter/Kind Beziehung. Eine Thera sollte zwar nicht die Mutter spielen, aber sie unterstützt die Patienten um selbstständig zu werden. Dafür ist Therapie gedacht.
Es ist auch normal das wenn es die erste Person im Leben ist, die einem das gibt, was man vermisst hat, das man ein Stück weit abhängig wird.
Sobald du sagst, das du ohne eine Person nichts schaffst oder nicht leben kann, da fängt Abhängigkeit an. Egal was es ist. Ohne meine jetztige Arbeit zb würde ich in ein Loch fallen, bin abhängig davon. Aber da keine Gefahr besteht gekündigt zu werden, brauche ich da noch nicht dran arbeiten.
Ich war von meiner jetzigen Thera am Anfang abhängig. Jetzt bin ich es nur noch von der Therapie. Bin Selbstzahler und kann mit einer anderen weiter machen, aber ich würde die Therapie nicht beenden.

Du schreibst das du immer wieder die selbe hast. Ist auch ein großes Streitthema, aber ich finde, solange man mit ihr/ihm weiter kommt, finde ich es sehr gut. So hört es sich für mich an und wenn du schreibst, das du dir vorstellen kannst, irgendwann allein klar zu kommen, bist du schon gut aus der Abhängigkeit der Thera.

auchgast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von auchgast » Mo Apr 29, 2019 5:11 pm

Hallo,

hmm, ja, und schon fühle ich mich wieder angegriffen im Sinne von "tja selbst schuld"!
klar hab ich gemerkt, dass es nicht hilft die therapie, aber immer wenn ich dies äusserte und fragte, ob wir es nicht lieber lassen sollten kam von ihr "es braucht eben seine Zeit und bei Ihnen dauert es besonders lang, aber wir haben ja Zeit..." :roll:
Also mir war durchaus bewusst, dass die therapie nix bringt, aber sie meinte immer, dass braucht halt Zeit und erzählte von andren Patientinnen, die sogar von ihrem Vater mb wurden, un die jetzt ein glückliches Leben führen, mann und kind und job haben :roll: da dachte ich, joah, ich brauche halt geduld, vll wirds ja noch...
tja wurde aber leider nicht :oops: nach 6 jahren ließ sie mich fallen, letzte std wurde nichts von ihr aus thematisiert, ich saß bitterlichst heulend bei ihr, und war fix und alle... es kam nur "wenn alle Stricke reißen wissen Sie ja wo Sie mich finden können..." :roll: :oops:
schon krass finde ich im so im Nachhinein...
Das Beste war immer, ihre permanenten Angebote, dass ich anrufen darf, wenn ich sie anrief, war sie diejenige die sprachlos war und nicht wusste was sie sagen sollte :roll: :(
Jaa Frau ... ich weiß jetzt auch nicht, was könnte Ihnen denn helfen jetzt? mehr kam nicht, ja soweit war ich auch schon...
Dann immer dieser körperliche kontakt zu anfang... intentiv, extrem, wunderbar und dann mega distanz, bloss nicht anfassen... :roll:
ich kam mir so verarscht vor :cry:
wie so ne dumme kuh die ihr hinterher rennt, ihr am rockzipfel klebt und immer wieder weggeschubst wird :cry: :oops: dass tut scheisse weh :roll:
und ich wusste auch nie, wie nah darf ich sie an mich lassen, wann muss ich aufpassen... sie hat keine grenze eingehalten und mich kränker gemacht als ich war...
habe sehr gelitten rutschte in die magersucht wieder rein... wurde immer dünner, ihr kommentar dazu "ja Sie sind ganz schön dünn, aber ich glaube eine esstörung haben Sie nicht..." :roll:
ich sprach von depressionen, "nee ich glaube nicht dass Sie depressiv sind...
ich sprach davon nicht mehr leben zu wollen weil ich nicht mehr kann..."dass tun Sie nicht da vertraue ich Ihnen"!
puuuh es war eine art machtkampf den ich immer verlor irgendwie... ich weiß nicht was ich erreichen wollte aber ich konnte machen was ich wollte, ihr war alles irgendwie egal...
beim thema mb ging es gar net... sie glaubte mir eh nix oder schwieg munter vor sich hin... dann im nebensatz wieder "ich bin doch irgendwie Ihre Mutter...." ja suuuper, dass löste ein derartiges chaos in mir aus... ich wusste nix mehr... :oops: :roll:
puhh, es tut weh wenn ich das hier so tippe... und ich frage mich, wie dumm war ich :evil: :cry:
hoffe mir passiert so was nie mehr und ich kann früher die notbremse ziehen!
lg auchgast

noch ein Gast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von noch ein Gast » Mo Apr 29, 2019 5:34 pm

@auch gast,

welche Gedanken kamen bei Dir, als Sie dir von Ihren anderen Patienten erzählte?? Ich glaube, wenn meine Therapeutin mir von anderen Patienten erzähle würde, ich wäre nie wieder zu ihr gegangen. Weil du geschrieben hast, sogar von ihrem Vater..... daraus schließe ich, dass es bei Dir nicht im Elternkreis war. Hattest Du den keine Mutter? Oder warum suchst du eine? Wie kann man diese Gefühle entwickeln, dass man jemand , seine Therapeutin als Mama möchte? Irgendwie komme ich da jetzt nicht ganz mit.

Nicht angemeldet

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von Nicht angemeldet » Mo Apr 29, 2019 6:58 pm

@noch ein Gast

Meine Thera hat auch schon mal andere Patienten erwähnt. Zb wie sie die Übungen durchführen, oder wie und ob es mit der Klinik geklappt hat. Ohne natürlich Namen zu nennen.

Bei auch Gast, könnte ich mir vorstellen, wollte sie vermutlich nur deutlich machen, dass man auch nach schweren Vorfällen wieder glücklich werden kann. Das kann ja hilfreich sein. Mir hat es in Bezug auf die Klinik einwenig mehr die Augen geöffnet.

noch ein gast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von noch ein gast » Mo Apr 29, 2019 10:05 pm

mmmmhh ... also mir würde es nicht gefallen, wenn sie von anderen Patiennten erzählt, auch ohne namen nicht. Aber das ist ansichtssache, da gibt es kein richtig oder falsch, nehme ich an. Was ich allerdings überhaupt nicht kapiere, wieso die Therapeutin als Mama angesehen wird. Also solche Gefühle hatte ich noch nie. Ich hoffe nicht, dass bei mir irgendwas nicht stimmt. Weil ich sehe sie als Therapeutin und nicht als Mutter.

gastacht

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von gastacht » Mo Apr 29, 2019 10:38 pm

hi auch gast
das klingt ganz schlimm und unprofessionell.
bitte geb dir nicht die schuld. so sollte das nicht rüber kommen. echt nicht
ja ich wurde abhängig aber meine thera war ganz anders. klar in grenzen, nie sprachlos, mitfühlend, glaubte mir immer.
das was du erlebt hast klingt wirklich ganz schlimm.
würd echt überlegen sie anonym zu melden...
gut dass du da weg bist.
gastacht

ps würd ihr evtl das was du hier schriebst einfach mal ausdrucken und schicken... hast ja nichts mehr zu verlierne. zum glück

auchgast

Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von auchgast » Di Apr 30, 2019 3:52 pm

Hallo,

@ noch ein Gast: welche Gedanken mir kamen? "Wenn die thera andere geheilt hat mit Erfolg, dann liegt es wohl an mir, dass es einfach nicht hilft... Vll muss ich mehr anstrengen, mehr reden..." das kam mir direkt in den Kopf als sie das sagte :roll:

Ich weiß nich 100% bisher, wer alles Täter ist... Doch ich hab ne Mutter, aber die ist psychisch selbst erkrankt und konnte mir emotional nicht gerade viel geben...
Ich versuche es dir mal zu erklären, also eine Thera hört dir zu, ist da, sorgt sich um dich, interessiert sich für dich, du darfst sein wie du bist und sie nimmt dich an, sie akzeptiert dich, sie ist empatische, mitfühlend, hilft, stützt, gibt sicherheit usw.... dass ist es wonach ich mich gesehnt habe, ich nenne es halt immer "eine Mama suchen" weil es für mich unter eine gesunde Beziehung zur Mama fällt, mir ist schon klar dass die Thera nicht real meine mutter ist oder mich adoptieren wird... auch wenn ich mir das wünsche :roll: :oops: einfach aus dem egoistischen grund, dass ich dass alles immer haben möchte :oops:

@ nicht angemeldet: ich glaub auch, dass sie vll eher zeigen wollte, es kann besser werden oder so also vll sogar nett gemeint, bei mir kam es aber falsch an und machte druck, dass es an mir liegt, dass es nicht besser wird... :roll:

@ Gastacht: es ist auch schlimm :oops:
gerade ist das alles so präsent, vll auch durch diesen thread hier hochgeholt, während ich bei ihr war,war für mcih alles normal, es sollte so sein, aber erst wenn man aus der "Beziehung" raus ist wird einem klar, was alles schief lief und dass ich viiiiiiiiiiel früher die reißleihne hätte ziehen müssen :oops:
ihr den text einzuwerfen traue ich mich nicht, ich sehe sie ja vll doch noch mal in der stadt... und sie wird direkt wissen dass es von mir ist :lol: :roll:
ja ich kann nur hoffen, dass die seele was das angeht bald mal ruhe gibt... es ist so verdammt anstrengend und raubt so viel energie für nichts und wieder nichts... :cry:

lg auchgast

bloß ich
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Re: Therapeutische Beziehung - wie nah?

Beitrag von bloß ich » Mi Mai 01, 2019 11:41 pm

Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber mir ist das Thema *Abhängigkeit von der Thera* auch nicht unbekannt.
Als meine erste Thera auslief, dachte ich auch, es geht nicht ohne sie und ich sei ohne sie nicht handlungsfähig. Ich habe sehr lange geweint und mich nach ihr gesehnt. Immer wieder dachte ich, ich könne nicht ohne sie. Und oftmals war ich auch tatsächlich handlungunfähig.

Irgendwann jedoch wurde mir klar, das ich mich nach der sehr intensiven Zeit mir ihr, einfach nur in sher einer starken Trauerphase befand. Ich musste mich von einem Menschen lösen, der mich, zum ersten Mal in meinem Leben, so nahm, wie ich war, der mir zuhörte, emotional bei mir war und mich annahm, so wie ich war. Mit all meinen Problemen und oftmals wirren Gedanken und Gefühlen. Sie nahm mich ernst und war mir immer zugewandt. Da wurde mir klar, das ich nicht von ihr abhängig war, sondern das ich die Trauer ablehnte. Ich wollte nicht traurig sein, sondern wollte wieder haben, was ich verloren hatte.
Als mir das klar wurde, ging es mir besser. Nicht das ich nicht mehr getrauert, oder geweint hätte, aber ich habe meine Tränen, als zu mir gehörig angenommen und habe sie geweint, wann immer mir danach war. Und das war etwas, das mir gut tat. Es war das, was ich doch eigentlich auch bei ihr gelernt hatte. Mich ernst zu nehmen und mich zu kümmern.
Das schöne daran war, das mir das den Weg geöffnet hat, all die wunderbaren Erinnerungen, die ich an unsere gemeinsame Zeit hatte, immer wieder deutlich vor mir zu sehen und davon zu zehren, aber eben auch, mein erlentes wieder anzuwenden.

Liebe Grüße
bloß ich

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