Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

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Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Do Apr 18, 2019 10:57 pm

Das mag sich jetzt wirklich komisch anhören, aber ich hab jetzt gerade erst verstanden was ich davor geschrieben hab. Ich hab gerade alles gelesen. Weil du auf diese Magersucht Bezug genommen hast. Und ich weiß ja nicht ob das normal ist (und da hätte ich wirklich gerne eine Antwort darauf) ob das bei anderen auch so ist, ich wusste überhaupt nicht mehr was ich da geschrieben hatte! Ich weiß auch gar nicht was hab ich gedacht was ich hier geschrieben hab. Und ich war völlig überrascht das da jemand geantwortet hatte! Das hab ich alles überhaupt nicht mehr gewusst. Dann hab ich aufs Datum geschaut und das war ja erst vor drei Wochen!
Ich hab heute Mittag gesagt ich hab eine durchgehende Erinnerung. Aber ich weiß nicht wann und warum ich das geschrieben hab. Außer was eben da geschrieben steht.
Mich erschreckt das immer wieder. Das soll jetzt ehrlich nicht doof rüber kommen, aber ich blicke die ganzen Zusammenhänge oft wirklich nicht. Ich sehe das einfach nicht. Und wenn ich dann solche Sachen über mich lese schockiert es mich.
Ich ahne wie schwer es meine Therapeutin mit mir haben muss. Das macht mir viel von dem was sie sagt verständlicher. Und dummerweise scheint sie immer wieder recht zu haben.
Von daher ist das mit dem nicht wahrhaben können von Magersüchtigen schon irgendwie treffend.

Angst habe ich gleich bei dem Satz bekommen das mehr Erinnerungen kommen könnten. Auch wenn ich oft auch neugierig bin, will ich das auch nicht weil ich wahnsinnig Angst davor hab.
Meine Therapeutin sagt das auch so. Das so wie ich reagiere das einen Hintergrund hat.

Sie sagt sie ist nicht sicher ob esd oder dis, weil sie noch nicht alles durschaut, aber sie meinte, sie denkt eher das meine Anteile sehr getrennt sind weil ich mich so schwer damit tue Kontakt herzustellen und da eine Kontrolle rein zu bringen. Ich denke dann immer, aber es geht mir doch so gut und ich bin so stabil und lebe ein völlig normales Leben. Und wenn ich dann auf diese offensichtlichen Dinge gestoßen werde, meist von der Therapeutin, dann schockt es mich jedesmal wieder. Obwohl die Therapeutin das ja schon seit Ende 2015 sagt. Krass das das schon so lange her ist. Und ich mich immer noch dagegen wehre. Allein das ist ja schon völlig irrational.

Ich versuche mich damit zu befassen um stabil zu bleiben.
Darum hab ich hier geschrieben. Ich hab kein konkretes Problem. Es geht mir ziemlich gut und das schon ne ganze Weile. Aber ich möchte auch das es so bleibt und das wird es nicht wenn ich nicht sehe und begreife das alles zusammen gehört. Ich und die anderen und heute und früher.

Darum kann ich auch nichts ändern am Titel. Tut mir leid. Da gibt es eine Abmahnung und die ist wichtig.

Danke für deine Anstöße das hat viel in Bewegung gesetzt.

evu50unl

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von evu50unl » Do Apr 18, 2019 11:51 pm

Maya hat geschrieben:
Do Apr 18, 2019 10:57 pm
Und wenn ich dann auf diese offensichtlichen Dinge gestoßen werde, meist von der Therapeutin, dann schockt es mich jedesmal wieder. Obwohl die Therapeutin das ja schon seit Ende 2015 sagt. Krass das das schon so lange her ist. Und ich mich immer noch dagegen wehre. Allein das ist ja schon völlig irrational.
Weiß nicht ob das hilft: aber das ist überhaupt nicht irrational, sondern (leider) normal und auch erklärbar bei starken diss. Strukturen/Störungen. Liegt ja quasi in der natur der Sache.. das muss damals alles so weit abgespalten werden und war danach auch weiterhin zum Überleben notwendig, das lässt sich nicht einfach in so kurzer Zeit verändern. Du hast etwas gelernt, was dein Überleben gesichert hat und jetzt sollst du quasi wieder "besseres Wissen" diese Strategie aufgeben bzw. einsehen, dass das heute in der form nicht mehr hilfreich ist. Das ist total ängstigend und deshalb kann das was da abgespalten wurde, nur in kleinen Mini-Schritten - solange du dich einigermaßen sicher dabei fühlst und nicht zu sehr bedroht fühlst - näher kommen. (Wir müssen uns das innen auch immer wieder gegenseitig/selbst sagen)

Und wir kennen das aber auch, dass wenn man sich dann gut fühlt, plötzlich alles andere so unwirklich scheint.. also dass der Rest doch wieder abgespalten/verdrängt wird. Das ist wie so ein Eiertanz... etwas was ganz neu gelernt werden muss: dass du dich auch gut fühlen kannst, auch wenn du mit den anderen Anteilen in Kontakt bist oder sogar wenn die auch mal nach vorne switchen.

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Fr Apr 19, 2019 7:16 am

Hallo Evu!

Beim lesen bin ich über das „starke“ dis Strukturen gestolpert. Das soll jetzt keine Abwehr sein, aber ich bin mir wirklich sicher das ich das nur ein bisschen und leicht habe. Und irgendwie muss ich das klarstellen. Ich lebe ganz normal. Bekomme Kinder, Ehe, Beruf und Haushalt geregelt. Ich weiß, meine Struktur beschützt mich, mein Leben. Und es arbeitet schon immer alles auf Unauffälligkeit und Funktionieren hin.
Ok, es fällt mir auf, da ist schon Abwehr und klein reden dabei. Denn so ganz richtig ist das nicht. Ohne wirklich intensive Hilfe von außerhalb hätte ich viele Phasen in meinem Leben nicht überlebt. Ich hätte mich umgebracht. Und das ist nicht so wirklich lebensfähig.
Ja, du hast recht, es ist wahnsinnig schwer diese ganzen Trennungen zu überwinden und darüber zu blicken und alles zu sehen. Und das sind Alltagsstruktueren. Gerade aber bei den Alltagsteilen hat sich viel verbessert und aufgelöst. Ich kann jetzt lockerer in andere Bereiche sehen. Das erweitert meinen Horizont. Früher habe ich auf der Arbeit nicht von meinen Kindern geredet. Weil die für mich so weit weg waren und nicht relevant. Ich hab sie nicht völlig vergessen, wenn man mich gefragt hat wusste ich das sie da sind, aber sie hatten wenig Bezug zu mir. Daran sehe ich wieviel sich da geändert hat.

Ich denke immer ich bin aber so anders als andere die eine dis haben, egal jetzt welche Dissoziation. Aber als ich in der Klinik war und ein paar kennen gelernt habe, habe ich auch gesehen das wirklich jede Struktur komplett unterschiedlich ist.
Es würde mir sicher gut tun nochmal in eine Klinik zu gehen. Mal nicht weil ich so instabil bin, sondern um wirklich was zu lernen. Aber das ist auf sehr lange Zeit unmöglich.

Ich hab das Gefühl heute ist alles auch sehr gut. Ich bin schon wach, leider. Ich hab ja immer noch das Problem das ich nach ca 4 h Schlaf mitbekomme was ich träume und nicht mehr schlafen kann. Es hat sich oft auf 6 h ausgeweitet. Und ich träume nicht jeden Tag schlecht. Aber ich bin dadurch einfach fast immer so müde.

Dabei liebe ich wenn morgens es langsam dämmert und die Vögel anfangen zu zwitschern.
Und heute möchte ich was im Garten arbeiten. Es wird ein sehr schöner Tag werden.

Den wünsche ich euch auch!

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Di Apr 23, 2019 10:43 am

Zum erinnerungsthread: ich weiß nichts über emdr. Aber was da so geschrieben wird über Erinnerung arbeitet in mir. Jemand hat gesagt wenn man darüber spricht kommen die Erinnerungen wieder. Das ist aber nicht so bei mir. Dann denke ich weil ich ja vielleicht keine Erinnerungen habe und es nichts gab.
Jetzt hab ich den ständigen Impuls mir die Haut anzukratzen. Und Strafe. Und verschiedene Schimpfworte. Und das ich mich anstelle. Und es nur ein bisschen Sex ist. Und ich das können muss. Tut mir leid das ich darüber rede. Das ist auch sowas. Ich darf das nicht sagen. Und dann würgt es mich fast weil sich alles an mir so schüttelt und nicht will. Aber da ist auch das Gefühl an meinem Körper ich bin so angespannt weil ich schäme mich so das ich das immer spüre. Und dazu immer gesagt bekommen das ist alles normal, dazu bin ich da.
Das es böse ist was nach außen zu lassen. Schlage die Beine übereinander, ganz fest zusammen drücken. Trotzdem noch das Gefühl. Da geht so viel gleichzeitig in meinem Kopf ab. Und nach außen muss immer alles unauffällig sein und ist es auch. Und ich bin doch irgendwie ein Lügner. Weil das kann doch nicht so weh tun wenn ich das abschalten kann. Sonst würde man mir das doch anmerken. Menschen die wirklich leiden, die können nicht einfach nach außen anders tun. Ich weiß nicht ob alles gelogen ist. Ich bin auch nur hier so. Es tut mir leid, weil ich weiß so soll ich nicht sein.

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Di Apr 23, 2019 12:00 pm

Ist schon bisschen besser. Hab mich in die Badewanne gelegt. Das tut mir gut. Ich muss mich um die Anteile kümmern. Das verstehe ich mittlerweile. Nur wie genau verstehe ich noch nicht.
Ich bekomme die Gefühle mit wenn ich mich versuche darauf einzulassen und nicht dagegen Kämpfe. Und die sind irgendwie total schlimm, wirklich kaum auszuhalten. Ich weiß nicht warum und ich weiß nicht ob das besonders jammrig ist.
Es gibt hier so ein paar Alltagssachen in meinem Umkreis die triggern. Und ich kann über die eine Seite reden, die anerkannte, normale, aber nicht über das was diese Alltagssachen innen mit mir machen.
Und wenn ich meinem Mann was andeute, sagt er natürlich das ist Quatsch so zu denken. Verstehe ich auch, aber macht es nicht weg, das Gefühl.


Die Gefühle die ich spüre müssen nicht weg, sondern ich soll sie ansehen. Aber nicht so abtauchen nach innen das mich das völlig überrollt.
Dann dachte ich vielleicht darf ich das ja doch wieder hier machen?
Wenn es nötig ist.

Meine Therapie liegt zur Zeit ziemlich auf Eis. Termine klappen nur sporadisch und sie sagt immer darauf will sie jetzt nicht einsteigen. Das ist auch gut so, weil dann habe ich immer ein paar Wochen wieder keine Therapie.
Ich weiß auch nicht ob es so noch Sinn macht.

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Di Apr 23, 2019 2:58 pm

Ich habe jetzt viel Zeit in der Badewanne verbracht. Mit dem Kopf unter Wasser ist mir aufgefallen das das sehr dem Zustand ähnelt den ich oft empfinde. In meiner eigenen Welt, isoliert und das reale um mich herum nur schemenhaft mitbekommen.
Ich habe heute einen freien Tag. Außer das ich viel Haushalt zu tun hätte. Und hab den ganzen Tag in meiner Welt vertrödelt. Eigentlich müsste ich mich jetzt richtig arg beeilen um noch alles zu schaffen. Ich kann mir nicht aussuchen wo und wie ich gerade bin. Aber hab immer ein sehr schlechtes Gewissen und fühle mich schuldig. Und allein damit.

gennixx

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von gennixx » Di Apr 23, 2019 7:11 pm

Liebe Maya,

nur soviel heute, weil ich nach einem Tag mit vielen Telefonaten nicht mehr klar denken und schreiben kann:
Ich denke an Dich... und habe an Ostern wieder meine Innere Bühne mit allen Anteilen auf einem Tisch aufgestellt (habe mir irgendwann Schleich-Figuren dafür gekauft)... nach drei Jahren das erste Mal wieder. Und ich merke, wie wichtig das gerade ist - und was sich in den Jahren verändert hat ohne dass ich es merkte... und merke auch, was anscheinend gerade ansteht... Schritt für Schritt.

Wäre das was für Dich, da mal spielerischer damit umzugehen?

GLG, Gennixx

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Di Apr 23, 2019 8:00 pm

Hallo Gennixx!
Danke für diese Anregung.
Das wäre vielleicht ein Versuch. Solche Aufstellungen haben ganz am Anfang einige Therapeuten versucht. Noch als ich ganz jung war und noch gar nichts geblickt hab. Wenn du mich jetzt daran erinnerst, weiß ich eine Situation, ich weiß ganz genau wo ich da war, das war nach so einer Therapiestunde und ich habe mich gewundert das ich mich an nichts aus der Therapie erinnere. Nicht mal den Raum, die Frau oder irgendwas. Nur ein einziges Mal, das sie mich alleine mit Puppen spielen lassen haben weil ich wohl nicht gesprochen habe. Daran erinnere ich mich. Aber damals mit 16 habe ich dann diese Frage warum ich mich nicht erinnere gleich wieder abgetan. Ich weiß nicht ob das einfach zufällig ist oder ich mir das heute so zurecht lege, aber es gab schon immer und gerade als mein Umfeld noch unsicher war so viele Hinweise darauf. So viele richtig lange Lücken in meiner Erinnerung. Und auch viele unterschiedliche States von denen ich schon manchmal etwas mitbekommen habe. Ich weiß gar nicht wie wir das als gesamtes hin bekommen haben trotzdem ein normales Leben neben her aufzubauen.
Das zu sehen, heute, verblüfft.
Ich habe früher nicht so gut mit Spielsachen umgehen können.
Aber was ich oft gemacht habe war Bilder zu malen von meinem empfinden und den anderen. Lange bevor ich wusste was eine innere Landkarte sein soll. Und schreiben natürlich. Bücherweise voll.
Heute ist das größte Hindernis an diesen Sachen die Zeit allein dafür zu haben. Der funktionierende Teil ist schon sehr dominant. Und muss sie auch, sonst funktioniert nichts.

evu50unl

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von evu50unl » Di Apr 23, 2019 9:38 pm

wir haben auch die schleich-figuren... vielleicht muss man da ja auch gar nicht soviel "bewußt aufstellen" zu Anfang oder so eine Zielsetzung / Absicht haben, das irgendwie zu nutzen wie das Theras gern machen um etwas zu verdeutlichen. Also manchmal machen wir das auch, aber eigentlich ist das einfach eine Gruppe von Tieren und Wesen, die sich mit der Zeit angesammelt haben und die alle im Regal in einer Art Höhle stehen. Und manchmal werden die ein bißchen umgeräumt , also wer steht aussen und passt auf und wer innen drin und so... Also das hat sich einfach so nebenbei ergeben. Ganz ganz selten sind die in der therapie dabei oder manchmal auch nur ein paar davon oder so...

Wenn jemand vorne war oder halt "fühlbar" war oder ein Kontakt da war halt irgendwie, dann durfte der/die sich ein Tier aussuchen und dann haben wir das gekauft und dazu gestellt. Einfach so, da wurd dann auch nicht viel analysiert oder geredet oder so, die Gruppe wächst / wuchs mit den Monaten und Jahren mittlerweile und das bewirkt aber trotzdem was innen drin. Die sind alle wichtig die Figuren....

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Mi Apr 24, 2019 12:20 am

Dankeschön für die Verdeutlichung, evu. So klingt das plausibl.
Ich dachte so oft ihr hier glaubt mir nicht. Aber ihr glaubt mir wirklich, oder?

gastacht

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von gastacht » Mi Apr 24, 2019 12:36 am

Ich glaube dir.
und ich finde es schön zu sehen was sich gerad verändert.
gastacht

gennixx

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von gennixx » Mi Apr 24, 2019 1:09 am

Liebe Maya,

auch ich glaube Dir!!

Und ich denke, es haben Dir auch einige schon vorher geglaubt - obwohl Du noch nicht gesprochen hast.

Mir glaubten auch schon Menschen, bevor ich wusste, was sie mir glaubten...
Alles, was ich Jahre später schrittweise mit Entsetzen erkannte, merkte, spürte, sah und auch durch Erzählungen erfuhr,
verwunderte die Menschen, die mich in den letzten fünfzehn Jahren begleiteten, nicht. Sie ahnten alles schon viel, viel früher als ich.

Pass gut auf Dich auf!

GLG, Gennixx

gennixx

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von gennixx » Mi Apr 24, 2019 1:10 am

Übrigens, bei Schleich ist gerade "Sale", war gerade auf der Website.

Gastacht

Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Gastacht » Mi Apr 24, 2019 8:33 am

Guten Morgen
Noch was zur thera...das ist ja sehr blöd. Hat sie gesagt woran es liegt und wann es sich wieder ändert?
Gastacht

Maya
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Re: Klitzekleines Trauma-riesige Folgen

Beitrag von Maya » Mi Apr 24, 2019 9:24 am

Hallo!

Jetzt bin ich schon etwas peinlich berührt. Danke das ihr mir glaubt. Ich meinte eher so was da so was ich so von Dissoziationen erzähle. Als ich zu meiner aktuellen Therapeutin gegangen bin, hatte ich noch ein sehr schlechtes Gewissen weil es eine Traumaspezialisierte Therapeutin ist. Weil ich mich nicht getraut hab das so zu behaupten. Ich hätte auch nicht von mir aus von Flashs geredet, wobei das am ehesten, aber auf keinen Fall von Dissoziation. Obwohl ich wusste was das ist. Aber ich, nein, ich spiele diese Dinge nur. Weil ich besonders berechnend und Manipulierend bin.
Und jetzt so zu sehen, hier glaubt ihr mir einfach, obwohl ich, das muss man schon zugeben, ziemlich gaga sehr oft bin, das bewegt was. Genauer kann ich das gar nicht sagen.

Ich habe immer nirgends rein gepasst.


Mit meiner Therapeutin verhält es sich so: ich komme immer noch nicht so super mit ihr aus. Ich kann oft nicht umsetzen was sie fordert. Und ich bin immer wieder am zweifeln. Und ich bekomme immer auf den Deckel von ihr. Sie ist meiner Meinung nach etwas schnell beleidigt, aber das streitet sie ab und dann denke ich bin eher sicher ich das Problem.
Ich schichte. Und ich habe meine Dienstpläne zwei Monate im Voraus. Aber da hat sie dann keine Termine mehr. Und sie vergibt nur mo-do Termine. Und es ist so, ist sie gerade nett, findet sie Termine.
Ich habe aber vor zwei Wochen am Telefon gesagt als sie einen ausfalltermin hatte das ich am nächsten Tag um 8 nicht will. Das war mir in dieser Woche einfach zu viel, so viel Leidensdruck habe ich nicht, aber ich war fertig und erschöpft und das war mein einziger freier Tag und da wollte ich dann nicht noch um 6.45 Uhr los fahren um zur Therapie zu kommen. Da hat sie sehr oft gesagt das findet sie nicht gut. Und ich wusste schon ich werde dafür noch die Rechnung bekommen.
Das war jetzt das sie wieder gesagt hat ich soll mir darüber klar werden ob ich bei ihr Therapie machen möchte, ob sie die richtige ist, und das sie mir klar sagt bei so sporadischen Terminen macht sie keine Therapie.
Machen wir aber oft eh nicht. An dem Tag hatte ich mich darüber auch geärgert. Ich brauche mit fahrt und allem ca 3,5 h für Therapie. Angenommen ich hab einen Termin um 10 Uhr, dann lässt sie mich vielleicht 5 nach rein oder später. Immer! Dann braucht sie kurz im Büro. Dann ist es immer zwischen 10 und 15 nach. Dann geht es so oft um Termine. So wie letzte Stunde. Und darum das sie es schlecht findet das ich so unflexibel bin. Und um 45 sagt sie immer „wir müssen zum Ende kommen“ und ich bin immer um 50 draußen.
Man hört bestimmt das ich sie nicht so sehr leiden kann.
Aber ich wollte keine Kuscheltherapeutin. Mit der letzten Therapeutin war es fast ein mütterliches Verhältnis das ich immer wieder um Distanz bemüht war. Und reibungspunkte mit ihr zu haben hat auch schon echte Überraschungen gebracht.
Und sie sagt immer „ist scheiße das ich immer recht habe“ und das ist halt irgendwie wirklich so, sie hat meistens recht.

Jetzt Wechsel ich den Arbeitsplatz und es wird mich nichts mehr in die Stadt führen wo die Therapie ist. Ich weiß nicht ob ich vielleicht mal die Therapeutin wechseln sollte. Bzw oder ganz lassen? Sie sagt aufhören wäre nicht gut. Pause wenn ich will. Und sie sagt ich kann auch zu jemand anderem gehen. Aber sie sagt ich bin immer noch am Anfang, meine Stabilität ist nicht dauerhaft solange ich nicht meine Anteile kennen lerne und damit umgehen lerne.
Und ich weiß nicht ob es gut ist bei so einer großen Veränderungen auch noch Therapie hin zu werfen. Glaube ich eher nicht.
Und letztes mal hat sie deutlich gemacht das ich mich überfordere. Das sie mir davon oft genug abgeraten hat und das es knallen wird. Weil mir fallen soziale Kontakte schwer. Das zwischenmenschliche bei Kollegen ist für mich das schwerste an der Arbeit. Jetzt werde ich niemand kennen. Ich sehe das als Chance. Ich möchte mich neu definieren. Aber sie sieht mein absturzpotenzial. Sie sagt ich hab mich nicht auf die in mir eingelassen denen der Kontakt mit Menschen so schwer fällt.

Ist auch egal. Sorry, ich bin da schon ein bisschen frustriert manchmal. Aber jedes mal wenn ich von ihr komme ist mein Kopf frisch gewaschen. Meistens gehe ich unbesiegbar hin, mit der Ansicht ich hab nichts und mich immer 100%ig im Griff.

Es tut mir leid, ich schreibe so viel. Das fällt mir jetzt erst auf. Tut mir leid.

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