Innerer Monolog

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Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » So Apr 28, 2019 10:53 am

Die nächsten zwei, drei Jahre werden mir denke ich zeigen in welche Richtung mein Leben verläuft.
Ob mein Ziel der Aufklärung und Gewissheit erreicht wird. In einem Umfang, den ich für angemessen halte.
Ich denke das wird nicht passieren.
Dann bleibt mir eigentlich nur ein abschließen.
Es wird ein innerliches sterben sein.

All das Gerede von nochmal durchstarten .. oder es ist nie vorbei. Lüge. Irgendwann sind bestimmte Dinge eben doch einfach vorbei.
Ich merke es in Gesprächen immer wieder. Wenn ich sage, dass es bei mir vorbei ist, gibt es immer Gegenwind. Warum? Weil sie es vermutlich für sich selbst nie akzeptieren konnten. Deswegen darf es bei anderen auch nicht so sein. Was soll das sein? Ein Krampfen bis zum Tod?
Ich gebe dann meistens nach und beschwichtige. Ja, klar. Wird noch bei mir. Innerlich spüre ich trotzdem wie das Gegenteil der Fall ist. Damit mein Gegenüber die Klappe hält, seine Illusion vom Leben in dem es jeder irgendwie schafft aufrecht erhalten kann. Das Thema dann endlich gewechselt wird. Es darf ja keine gescheiterten Existenzen geben. Alle Probleme sind lösbar. Hast es ja hinter dir.
Ja, ich habe es hinter mir. Aber das wurde teuer erkauft.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Kontrolle über meine Geschichte verloren zu haben. Das andere diese Kontrolle nun haben. Weil es ihr Job ist oder ihr Leben so unwichtig. Oder weil es so wichtig ist. Sie erdreisten sich meiner Geschichte zu bemächtigen. Aber ich sage euch: Ihr seid nur ein Furz im Wind. Ihr wart nicht dabei. Ihr habt genau null Kontrolle darüber und schon gar nicht über mein Leben! Ihr könnt eure Meinung dazu abgeben, ihr könnt die Wahrheit unter Verschluss halten. Aber das war es dann auch.
Ich habe es erlebt. Ich habe gehandelt. Ich habe gestaltet.
Mein Leben. Der Rest bleibt höchstens in der Rolle des Statisten. Oder eines Zuschauers.

So schlimm es auch war … ein Anteil in mir sagt aber auch: Es war einzigartig. Ohne Vergleich. Hatte in gewisser Hinsicht einfach Stil und Klasse.

Und da ich die Wahrheit nun kenne, kann ich mein Leben kontrollieren. Als einer der Überlebenden. Als Teil von damals. Und wie meine Geschichte weitergeht entscheide ich ganz allein.

aoi
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von aoi » Mo Apr 29, 2019 1:20 am

Hallo Bugs,

ich kann es gut nachvollziehen, was du schreibst. Ich reagiere auch sehr empfindlich darauf, wenn ich das Gefühl habe, dass mir irgend jemand mein Leben und mein Erlebtes absprechen möchte!

Ich denke, dass es sein kann, dass manche Personen versuchen sich selbst so zu schützen, weil sie damit nicht klar kämen. Ich weiß auch nicht, ob es Personen in deinem Leben gibt, die dich weiterhin manipulieren möchten. Vielleicht können es aber viele, die es nicht selbst erlebt haben, nicht nachvollziehen und handeln deswegen so. Dann liegt es an dir zu überlegen, ob du es als solches akzeptieren kannst und weiterhin trotzdem dein Leben gestaltest (oder nicht), wie du es möchtest. Oder ob du dann lieber den Kontakt abbrechen möchtest.

Natürlich liegt alles - wie du dein Leben gestaltest - alleine in deiner Verantwortung - egal was sie sagen. Versuche dir das zu verinnerlichen.

Lg Aoí

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Di Mai 07, 2019 11:03 am

Danke für deine Antwort liebe Aoí.

Ja, ich werde sehen, wie ich was in Zukunft angehen werde. Ich habe schon ein großes Stück geschafft und sehe mich weiterhin auf einem guten Weg mein Leben so zu gestalten wie ich es möchte. Es braucht Zeit. Für das erste bin ich froh, wenn ich die Umschulung, welche nächstes Jahr startet, schaffe und dann umziehen kann in eine Wohnung nur für mich. Ich habe mit der Zeit einfach festgestellt, dass ich alleine besser klarkomme.
Ich möchte den Großteil meines Lebens für mich verbringen. Nicht unbedingt alleine, aber lieber so, als mit den falschen Menschen.
Und von denen bin ich bisher eine Menge begegnet. Es sind ja per se keine schlechten Menschen, aber einfach die falschen für mich.

Da muss ich noch dran arbeiten. Die Menschen abweisen, welche nicht gut für mich sind.

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Meine Gedanken drehen sich momentan wieder verstärkt um die Vergangenheit.
Ich frage mich, was wäre wohl mit mir passiert wenn ich es nicht verraten hätte.
Wie mein Leben wohl dann verlaufen wäre...
Hätten sie mich vergessen?
Hätte sie mich vergessen?
Wäre ich dieser Strafe, die sich mein Leben nennt, entgangen?
Hätte ich vielleicht noch eine schöne Zeit haben können?

Ja, so sehe ich es leider doch alles: Als Abstrafung. Meine Meinung. Mein Erleben.
Wie jemand der sein Leben lang schwer arbeitet, damit er dann als Frührentner feststellt, dass das doch in keinem Verhältnis stand und er sein Leben mal lieber auch vorher genossen hätte. Tja, die Jugend ist für mich nun auch schon rum. Aber dafür habe ich ja eine ganz tolle Erfahrung vorzuweisen.
Ganz ehrlich? Auf diese Reife hätte ich verzichten können!

Ach. Ich werde schon wieder schlecht gelaunt. Lassen wir das. Ich lege mich lieber noch ein bisschen ins Bett und warte bis die scheiß Freundin von meinem Mitbewohner weg ist. Die stinkt die ganze Bude mit ihrem billigen Parfüm zu und stöhnt so laut rum, dass ich sie am liebsten sofort aus der Bude werfen oder "Schnauze!" rufen würde. Schon wieder ein Aufreger Thema für mich.

Es mangelt wirklich an den für mich guten Sachen. Es bleibt mir nichts außer durchhalten...

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mi Mai 08, 2019 12:16 am

Ich schaffe es langsam meine Wut unter Kontrolle zu bringen. Ohne Alkohol oder wegschlafen. Sie zu kanalisieren und wieder in Ruhe zu transformieren. Das ist ein Erfolg.
Auch meine sonstigen Probleme weisen Verbesserungen auf oder können in absehbarer Zeit verbessert werden.
Das ist doch ganz gut. Zwar nicht so gut wie Tag X, auf welchen ich immer noch warte, aber immerhin.
Tag X scheint mir langsam wie der Tag der niemals kommt. Aber es müsste dann doch eigentlich … trotzdem irgendjemand … es wissen zu viele.
Bin ich allen so egal? Nehmen die das alle mit ins Grab? Obwohl sie wissen, dass ich es bereits auch schon weiß?
Ich muss gut auf mich aufpassen für den Fall, dass ich weiter so belogen werde. Beziehungsweise ist es ja nicht unbedingt eine Lüge, mehr ein Konglomerat des Schweigens. Ein Zurückhalten. Und ja … ein paar wollen mit mir ihre Spielchen spielen.
Ich muss gut aufpassen.

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mo Mai 13, 2019 10:54 am

Ich denke, ich entschließe mich nun dazu aufzugeben.
Da ist einfach keiner der mit mir diesen Weg geht, gegangen ist oder gehen wird.
Ich rede mit mir selbst wie ein irrer. Hat denke ich schon so seine Gründe warum ich alleine bin.
Ich werde auch ganz sicher nicht um Aufmerksamkeit betteln. Wenn die Presse meint zensieren zu müssen, dann soll sie das tun.
Das Internet bringt es dann auch irgendwie nicht.
Ich wünsche jedem, der mich gelesen hat oder sonst wie in diesem Forum aktiv ist alles Gute und sage Tschau Kakao.
Kleine Zusammenfassung meiner PTBS:
https://www.youtube.com/watch?v=g9YEbbx ... A&index=63


Es ist ein gutes Gefühl. Ich liege im Bett und gebe auf. Lass alles einfach gut sein. Die Sonne scheint.

wayward affinity
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von wayward affinity » Mo Mai 13, 2019 3:29 pm

......ja, die Sonne scheint.

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