Innerer Monolog

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Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » So Mär 24, 2019 3:35 pm

Und wieder ist eine Woche vorbeigezogen.

Ich träume wenigstens in letzter Zeit besser. Diese Träume geben mir wenigstens noch eine Ahnung davon, wie ich mich mal gefühlt habe. Wie es ist, in einer guten Situation zu sein. Bis ich dann irgendwann nach dem aufwachen realisiere wie es wirklich ist und es mich in einem nicht enden wollenden Sog nach unten zieht. Dann, am Boden der Tatsachen angekommen, setzt sofortig die Resignation und das Hängematten 'Alles vorbei, ich lieg hier rum' Gefühl ein. Jeden verdammten Tag. Wie im Murmeltierfilm.

Montag habe ich mein Vorstellungsgespräch für die Traumaklinik, welche dann hoffentlich im Sommer losgeht.
Anschließend daran sollte auch die ambulante Therapie beginnen, auf dessen Platz ich seit mittlerweile fünf Monaten warte. Schön instabil bin ich geworden. Die Angst nimmt in letzter Zeit auch wieder überhand. Die Medikamente wirken auch nicht mehr so gut. Vielleicht kommt ja in der Klinik noch eins hinzu. Ein zweites Psychopharmaka dürfte dann meine Lebenszeit nochmals um einiges verkürzen. Lieber ein paar Jahrzehnte weniger leben und dafür gut, als dauernd zu leiden. Noch ein paar kluge Sprüche hinterher wie: ,,Es ist ja nicht gesagt." und ,,Bei anderen war es auch nicht so" und schon kann man die Realität wieder verdrängen. Der Glaube daran muss einfach nur stark genug sein :lol:

Ich könnte ja weinen ... wenn das nur nicht alles so einen schlechten Humor hätte, welcher es schafft meine Traurigkeit zu übtertünchen.

Ja.

Der Sommer kommt bald. Das ist doch schön. Währenddessen hängen wir hier in unseren Löchern herum, taumelnd zwischen Abgründen namens Kamikaze, Selbstmord und tagtäglicher Verzweiflung. Ich wünschte ich könnte irgendwas tun. Ich kann aber gerade mal mich selbst erhalten und mehr als ein paar aufbauende Worte für andere fällt mir nicht ein. Dabei glaube ich mir bald auch schon selber nicht mehr.

,,Es ist nur eine Phase." Jo. Ist klar. Einfach wieder ganz feste glauben. Realitäten ausblenden. Sich selbst irgendwie solange belügen, bis die erwünschte Situation eingetroffen ist. Und wenn das nicht passiert, dann war ich wahrscheinlich auch einfach selbst dran Schuld.
Hab mir meine Zukunft durch meine eigenen Entscheidungen selbst verbaut. Ja sorry. Aber um es mit Stromberg zu sagen:
Das ist eben nicht lecker Schokopudding. Das ist Scheiße!

Wieder mal schön schwarz-weiß gemalt.
Gibt's denn noch was positives? Oder zumindest was im Grau Bereich?

*Überleg*

Ich liege in meiner imaginären Hängematte. Lasse die Zeit seelenruhig an mir vorbeiziehen wie Wolken am Himmel. Gönne mir einen leckeres Getränk oder ein gutes Essen. Rauche entspannt vor mich hin. Glaube ganz fest an die Zukunft. Es ging mir schon mal schlechter.
Ich lasse mich nicht verärgern, sondern sage mir, dass auch diese Zeit vorüber gehen wird. Ich mache die Zeit zu meinem Verbündeten.
Lasse den Dingen ihren Lauf, auf welchen ich keinen Einfluss habe. Ich wehre mich nicht gegen den momentan Ist-Zustand. Ich lasse es geschehen. Ich akzeptiere meine Furcht. Sie wird dadurch nicht verschwinden und auch nicht erträglicher. Aber ich akzeptiere, dass es momentan so ist.
Nichts ist für immer. Ich halte die Zügel der Entscheidungen selber in der Hand. Meine Zeit wird kommen. Nichts ist für immer.

Gastacht

Re: Innerer Monolog

Beitrag von Gastacht » So Mär 24, 2019 5:01 pm

Huhu
Ganz kurz: Psychopharmaka dh Antidepressiva etc sind doch nicht lebensverkürzend. Oder was nimmst du? Ist es was gegen die Schizophrenie?
Das ist echt Unsinn mit paar Jahrzehnten. Wer hat dir das denn erzählt? Dazu gibt es null Studien etc.

Klingst sehr zynisch. Tut mir leid.
Aber mir geht's auch nicht anders.
Wünsch dir dass Klinik und thera dir was bringt.
Gastacht

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » So Mär 24, 2019 5:06 pm

Es gibt Studien zum Thema zwei Psychopharmaka. Hab den Link nicht mehr.
Ist was gegen die Schizophrenie, ja.
Natürlich spielen da noch andere Lebensfaktoren rein.
Wie das rauchen, kein Sport, schlechte Ernährung, Übergewicht, Vereinsamung, etc. .
Da bin ich momentan auch ganz oben mit dabei.
Schaffe es aber auch nicht etwas daran zu ändern.

Gastacht

Re: Innerer Monolog

Beitrag von Gastacht » So Mär 24, 2019 7:17 pm

Also ich nehm ständig zwei. War bei vier Psychiaterin. Niemand sagte was dazu.
Wenn das so deutlich wär würden die das nicht machen...
Evtl in der Klinik mit dem Sozialdienst eine berufliche Perspektive entwickeln.
Find das ganz wichtig und das ist möglich denke ich.
Wenn man ne Aufgabe und Struktur und dazu Geld hat wird vieles einfacher. Hab das Gefühl du traust dir nichts zu. Blockierst da.
Was würdest du denn gern machen?
Gastacht

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » So Mär 24, 2019 7:45 pm

Ich schaffe den Reißwolf erster Arbeitsmarkt nicht mehr. Vielleicht gibt es gute Stellen, aber ich hab keine Energie um die jetzt ausfindig zu machen.
Ich gehe in die Behindertenwerkstatt. Das ist ein guter Kompromiss aus etwas machen und Krankheit auskurieren.

Gastacht

Re: Innerer Monolog

Beitrag von Gastacht » So Mär 24, 2019 8:07 pm

Ok das musst und kannst nur du entscheiden.
Zwei Dinge
Gibt ein super Buch von Michal über derealisation.
Das kommt durch unterdrückte Gefühle. Hast also voll recht.

Mein Eindruck ist: du bist extrem sauer was ich sehr gut versteh.
Es darf dir nicht besser gehen oder? weil es dann ein wenig hiesse dsss der mb nicht "so schlimm" war. Könnte das sein?
Mir fällt auf dass du alles abschmetterst wie Sport Ehrenamt Ausbildung etc. So als wolltest du sagen" ihr habt mich so kaputt gemacht es reicht nur noch für die Werkstatt...und Kinder auch nie.
Nur denen ist das Sch..egal.
Find dich auch sehr schwarz weiss in Beziehungen. Red doch erstmal mit den bekannten..die können das nicht riechen.
Hier wirkst du auch sehr unnahbar. Wenn das draussen auch so ist und du nix sagst spüren die wohl echt nicht dass du dich nach Nähe sehnst.
Sorry soll nicht vorwurfsvoll klingen.
Wünsche dir mut noch mal genau zu gucken was geht und was nicht und nicht aus Wut dein Leben kleiner zu machen als es ist.
Sprech aus Erfahrung :wink:
Gastacht
Ps und lass die op. In 5 oder 10 Jahren kann sehr viel anders sein..
Ps niemand spricht von jetzt und alles allein machen...demnächst und mit Hilfe...

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » So Mär 24, 2019 11:48 pm

Hallo Gastacht,
Mh. Also ich empfinde mich nicht als unnahbar. Hatte hier im Forum schon ein paar gute Gespräche.
Auch im wirklichen Leben kann man mir näher kommen. Das kann ich durchaus zulassen und auch kommunizieren.

Das ich manchmal etwas schwarz weiß male ist mir durchaus bewusst und ich versuche die Grau Stufen zu sehen. (So wie oben in meinem Post geschrieben). Aber jetzt mal Beispiel Freundschaft: Ich habe da durchaus kommuniziert, dass ich mehr brauche und mir mehr wünsche. Öfter. Es kommt aber leider nichts. Sie wissen auch von meiner Klinikkarriere. Nur es sind EInbahnstraßenbeziehungen. Dauernd muss ich investieren und wenn ich da bin, dann liegt mein Gesprächsanteil bei vielleicht 5%. Auch weil ich einfach nichts gefragt werde. Das ist mit anderen Menschen ganz anders.

Zur Werkstatt. Ich sehe das nicht als klein machen an, sondern als realistisch, machbar. Was mir nicht zu viel Stress zumutet. Wo ich bereits ein Praktikum gemacht habe und ein tolles Team vorfand. Vielleicht sogar als Baustein zurück für den ersten Arbeitsmarkt. Das gibt aber einfach meine momentane Verfassung nicht her. Ich hab ja einen ganzen Diagnosekatalog.
Gastacht hat geschrieben:
So Mär 24, 2019 8:07 pm
Ps und lass die op. In 5 oder 10 Jahren kann sehr viel anders sein..
Hä? Verstehe gerade nicht was du meinst?!
Gastacht hat geschrieben:
So Mär 24, 2019 8:07 pm
Ps niemand spricht von jetzt und alles allein machen...demnächst und mit Hilfe...
Das sehe ich doch genauso?! :?:

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Di Mär 26, 2019 7:56 am

Ich denke, ich werde keine Anzeige schalten. Das was ich weiß, das reicht mir.

Ansonsten nimmt mein Lebensentwurf langsam Form an. Ich bin momentan glücklicher Single und habe auch keine Lust daran etwas zu ändern. Mal sehen wie lange das so bleibt. Ich muss auch sagen, dass ich mich auf die Behindertenwerkstatt ein wenig freue. Es gibt mir ein behagliches Gefühl aufgefangen zu werden. Vielleicht finde ich dort meine Ruhestätte. Vielleicht sogar fürs Leben. Natürlich kann ich nicht sagen, was in zehn Jahren ist, aber für den Moment ist es gut so wie es ist. Ich lasse die Dinge so wie sie sind. Lasse los von den Vorstellungen wie etwas zu sein oder gar gut zu sein hat. Ich mache mir keinen Druck mehr, was meine Zukunft angeht. Und ich lasse mich auch nicht mehr von den ewig anderen Meinungen beeinflussen. Mein Gott. Zu allem was ich gesagt oder getan hab, gab es größtenteils Gegenwind. Nie war jemand auf meiner Seite oder hat mal gesagt, dass meine Handlungen zumindest nachvollziehbar seien. Ätzend!

Hätte ich es mir anders gewünscht? Natürlich! Aber der Point of no return ist eben überschritten worden. Ich kann vergeben, aber nicht vergessen.
Ein bisschen Trauer über meine Entwicklung darf sein. Zumal es nicht mal in meiner Hand lag. Ich hatte keine Chance. Ich habe den Kampf verloren und nun eben wenig Lust zum xten mal aufzustehen. Wenn mein Leben so verläuft, dann ist es irgendwo Schade, aber auch nicht das schlimmste.
Ich kann von mir behaupten stets alles gegeben zu haben. Und damit bin ich mit mir selbst in Reinen. Das ist viel wert. Ich kann mich noch im Spiegel ansehen und sagen: ,,Gut gemacht. Guter Typ!"

Jetzt gehe ich gleich erstmal einkaufen, fange mir noch ne Panikattacke ein und dann mal sehen was der Tag noch so bringt. Ich vermute: Nichts. :lol:

Naja. Schon fast dran gewöhnt. Was solls....

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Di Mär 26, 2019 11:00 am

Ich habe einmal eine kleine Liste gemacht für die Klinik mit meinen Beschwerden:

Gedankenrasen
Reizüberflutung (zu viel Wahrnehmen)
Derealisierung/Panikstörung/Agoraphobie
Flashbacks
Schreckhaftigkeit
Durchschlafschwierigkeiten

Das sind so in etwa meine Symptome. Dabei ist es mir egal, welche Diagnose ich bekomme. Mir ist auch egal, ob es vom Mis*bra*ch kommt oder ob es nur an den Drogen lag. Ich möchte einfach nur noch Hilfe und ein Beschwerdefreies Leben. Mit so wenig Medikamenten wie möglich. Wobei ich natürlich welche nehmen würde. Auch zwei oder drei verschiedene. Ich gebe den Ärzten dabei einen Vertrauensvorschuss. Einen Vorschuss aus Verzweiflung. Ich hoffe einfach, dass wir zusammen alle an einem Strang ziehen. Wären diese Symptome nicht, ich könnte sagen, dass ich ein ganz nettes Leben habe. Es wär schön, wenn ich das diesen Sommer schaffen würde. Ein Sommer in der Klinik. Von mir aus auch auf verschiedenen Stationen. Leider wird es wohl noch ein wenig länger dauern :cry:
Aber daran anschließend kommt ja zur Not noch die ambulante Therapie und der Berufsbildungsbereich (beides zwei Jahre) und dann hoffe ich ganz gut aus der Scheiße herausgekommen zu sein. Wünschen würde ich mir, dass es mir nach dem Kliniksommer richtig gut geht und ich symptomfrei bin. Man was wäre das schön. Da würde ich mir sogar vielleicht den ersten Arbeitsmarkt wieder zutrauen.
Und das ist eine Hoffnung, welche diesmal vielleicht sogar in Erfüllung gehen könnte.

Gast Mira

Re: Innerer Monolog

Beitrag von Gast Mira » Di Mär 26, 2019 9:26 pm

Bugs hat geschrieben:
Di Mär 26, 2019 7:56 am
Ich denke, ich werde keine Anzeige schalten. Das was ich weiß, das reicht mir.

Ansonsten nimmt mein Lebensentwurf langsam Form an. Ich bin momentan glücklicher Single und habe auch keine Lust daran etwas zu ändern. Mal sehen wie lange das so bleibt. Ich muss auch sagen, dass ich mich auf die Behindertenwerkstatt ein wenig freue. Es gibt mir ein behagliches Gefühl aufgefangen zu werden. Vielleicht finde ich dort meine Ruhestätte. Vielleicht sogar fürs Leben. Natürlich kann ich nicht sagen, was in zehn Jahren ist, aber für den Moment ist es gut so wie es ist. Ich lasse die Dinge so wie sie sind. Lasse los von den Vorstellungen wie etwas zu sein oder gar gut zu sein hat. Ich mache mir keinen Druck mehr, was meine Zukunft angeht. Und ich lasse mich auch nicht mehr von den ewig anderen Meinungen beeinflussen. Mein Gott. Zu allem was ich gesagt oder getan hab, gab es größtenteils Gegenwind. Nie war jemand auf meiner Seite oder hat mal gesagt, dass meine Handlungen zumindest nachvollziehbar seien. Ätzend!

Hätte ich es mir anders gewünscht? Natürlich! Aber der Point of no return ist eben überschritten worden. Ich kann vergeben, aber nicht vergessen.
Ein bisschen Trauer über meine Entwicklung darf sein. Zumal es nicht mal in meiner Hand lag. Ich hatte keine Chance. Ich habe den Kampf verloren und nun eben wenig Lust zum xten mal aufzustehen. Wenn mein Leben so verläuft, dann ist es irgendwo Schade, aber auch nicht das schlimmste.
Ich kann von mir behaupten stets alles gegeben zu haben. Und damit bin ich mit mir selbst in Reinen. Das ist viel wert. Ich kann mich noch im Spiegel ansehen und sagen: ,,Gut gemacht. Guter Typ!"
Hi Bugs,

wollte Dir kurz rueckmelden, dass ich diese Einstellung sehr, sehr gut und gereift finde!
Du erkennst Dein Leid an und handelst entsprechend.
Nicht umsonst gibt es den Begriff "leidens-gerechter Arbeitsplatz" etc.
Kann Dich nur darin bestätigen! Mach Dich weiter frei vom sog. Mainstream und lebe DEIN Leben.
Das wird gut, und es bestehen gute Chancen auf echte Zufriedenheit :)

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mi Mär 27, 2019 6:53 am

Gast Mira hat geschrieben:
Di Mär 26, 2019 9:26 pm
Hi Bugs,

wollte Dir kurz rueckmelden, dass ich diese Einstellung sehr, sehr gut und gereift finde!
Du erkennst Dein Leid an und handelst entsprechend.
Nicht umsonst gibt es den Begriff "leidens-gerechter Arbeitsplatz" etc.
Kann Dich nur darin bestätigen! Mach Dich weiter frei vom sog. Mainstream und lebe DEIN Leben.
Das wird gut, und es bestehen gute Chancen auf echte Zufriedenheit :)
Grüß dich MIra,

na, das nenne ich doch mal Rückenwind. :D
Und genau das ist es ja, was ich zu erreichen suche: Ein einigermaßen zufriedenes Leben.
Es brauch Zeit. Ich gebe mir diese. Es ist noch nicht gut. Aber die schlechten Sachen werden vorüber gehen. Weil ich sie aussortieren werde.
Ein wenig unverschuldet bin ich in die Situation gekommen in welcher ich nun stecke.
Aber ich arbeite daran, dass es besser wird. Die Probleme werden eins nach dem anderen angegangen und gelöst.
Bis dahin heißt es durchhalten. Hier ein wenig abladen. Mir eine so schöne Zeit machen, wie es eben geht.
Dafür habe ich mich irgendwann selbstbestimmt in eine Lebenssituation manövriert, welche mir gefallen wird.

Symptome sind behandelbar, mein Gewicht veränderlich, meine Wohnsituation nicht in Stein gemeißelt, ich bestimme mit wem ich was zu tun haben werde und mit wem nicht. Was ich dann noch brauche oder möchte werde ich sehen. Was dann noch drin ist und welche Stunde für mich geschlagen hat, das auch. Vielleicht ist es dann für manche Sachen zu spät. Darum darf ich trauern. Aber es war nicht mein verschulden. Sondern das der Täter. Und ja, auch ein Stück weit der Gesellschaft in der wir leben. Manche Sachen wusste ich auch einfach nicht besser.

Als erstes gehe ich jetzt vehement meine psychischen Symptome an. Mit Nachdruck werde ich den Ärzten und Therapeuten vorhalten was mit mir los ist. Mich nicht mehr so leicht durchreichen oder abwimmeln lassen. Bennen und fordern werde ich. Sport treiben werde ich. Eine Tagesaufgabe haben werde ich. Mir eine positiv Spirale nach oben basteln. Dann auch meine Wohnsituation irgendwann ändern. Mit Menschen zu tun haben, welche mir guttun. Oder solange eben alleine bleiben. Die Zukunft habe ich in der Hand. Möge sie kommen!

Gastacht

Re: Innerer Monolog

Beitrag von Gastacht » Mi Mär 27, 2019 8:31 am

Wow Bugs. Das klingt super.
Wenn dass dein weg ist geh ihn. Wollte dich nicht entmutigen etc.
Mach weiter so. Das klingt prima. Es klingt frei!

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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mi Mär 27, 2019 8:56 am

Gastacht,

du hast mich nicht entmutigt, sondern mir deine Meinung gesagt. Das ist auch wichtig!
Natürlich klingt bei mir ein gewisser Zynismus durch, der meiner Wut geschuldet ist. Weil ich auch Angst habe für immer leiden zu müssen.
Den muss ich einfach irgendwo lassen... Das ist momentan eben hier. Das du dich davon distanzierst, ist für mich okay.
Es ist eine Art Ventil mich in meiner Stellung und meinen Ansichten zu festigen, dass ich keine Schuld habe und nicht für etwas bestraft werde.
Dass meine Augenblickliche Situation keine Strafe ist und das ich selbst die Zügel in der Hand habe es besser zu haben.

Wie in der Doku welche ich hier gepostet habe, kann Hass eben ein Motor sein. Ich möchte von diesem Antrieb aber irgendwann weg. Nur als Hilfsstarter sozusagen.

Bugs
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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mi Mär 27, 2019 11:35 am

Ich überlege, ob ich wieder zurück zu meiner Mutter ziehe.
Dort hätte ich dieselben Möglichkeiten wie hier. Sogar dieselben Reisezeiten.
Ich wäre die nervigen Mitbewohner los und hätte meine Ruhe.
Und wo ich meine Panikattacken kriege ist letztlich egal.
Finanziell gesehen wäre es für mich auch besser.
Mir gefällt dort auch das gewohnte Umfeld.
Ich habe dort zwanzig Jahre verbracht und mich schon ein wenig eingelebt.
Hier ist es irgendwie trostlos...kalt und unbekannt.
Ich weiß nicht, ob ich mich hier dran gewöhnen möchte.

Hm. Mal sehen was dieser Sommer bringt. Ich denke, wenn sich nichts ändert, dann bin ich weg. Natürlich müsste meine Mutter noch zustimmen. Aber ich glaube sie hat nichts dagegen. Ich imaginiere mich ja ständig irgendwohin. Und es fühlt sich bei meiner Mutter besser an. Mal gucken.

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Re: Innerer Monolog

Beitrag von Bugs » Mi Mär 27, 2019 3:22 pm

Ich hör jetzt mitn rauchen auf... Vielleicht bringt das ja was...
Der Vorrat wird aber noch aufgeraucht. Dann hab ich eben einfach nichts mehr hier und kauf auch nichts mehr.

Und wehe das bringt nichts...

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