Missbrauch vom Vater verzeihen?

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
verwirrt

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von verwirrt » Do Mai 02, 2019 8:26 am

@~Steinhart~

Ja, so kann man es auch sehen, man kann sich bei zuviel Hass sich auch wieder selbst verlieren, das stimmt leider auch.
Ich denke, da muss man ein gesundes Maß finden, was für einen gut ist, denke ich.

Ich kann da, denke vielleicht auch nur von mir reden, da ich sonst ,,nur'' mich gehasst habe und dafür die Täter nicht. Daher denke ich ist im gesunden Maß ist hass auf Täter auch gut fürs heilen. Aber genrell zuviel von allem, da hat das Trauma eher die Macht über einen. Dies ist alles nicht so einfach.

Wenn die Userin hier gerade nicht mehr ist, kann man dann trotzdem hier noch schreiben, diskutieren oder besser nicht.

Dorie unlog

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von Dorie unlog » Do Mai 02, 2019 8:51 am

@ verwirrt

~SteinHart~ hat geschrieben:
Do Mai 02, 2019 8:10 am
Im Hass kann man sich aber auch verlieren, außerdem ist Hass dem Täter gegenüber auch (permanente) Aufmerksamkeit, die man ihm schenkt(!)
Ich hab meine Mutter, die mich ablehnte und nicht MBte, von meinem 6. Lebensjahr an gehasst. Als ich 32 Jahre alt war, hab ich an der Ablehnung gearbeitet zu mir gearbeitet. Hab ihr verziehen und die Wut und der Hass war weg. So wie sh schreibt, so ist es bei mir passiert. Das passiert, wenn man nur wütend ist.

Es spricht nichts dagegen mal seine Wut zu haben und seinen Hass, das gehört dazu und hilft bei der Heilung. Aber wenn das für immer bleibt, wird das ewig ein Trigger auch bleiben.

Ich hab vielen Tätern verziehen, wo ich dran gearbeitet habe und ich habe mein Selbsthass abgelegt. Denen ich nicht verziehen habe, da plobbt eher der Selbsthass wieder hoch. Mit meinem Selbsthass mach ich mich klein, aber nicht wenn ich verzeihe.
Verzeihen bedeutet für mich nicht, das dann alles gut ist, sondern das ich genügend Abstand habe um loszulassen. Besonders meine Wut. Wenn die Wut, mein trigger, dann weg ist, kann ich auch wieder groß sein und bin handlungsfähig, wenn es nochmal zu so einer Situation kommt.

Libellchen

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von Libellchen » Do Mai 02, 2019 2:27 pm

Diese ganzen Gefühle sind sehr wichtig und das sollte alles herausgelassen werden. Von Trauer, Hass, und was es noch für Gefühle gibt. Irgendwann, und das kann Jahre dauern, um für seine Seele willen, ist die Gleichgültikeit gegenüber dem Täter das was das Beste ist. Der Hass frisst einen auf. Und mit Hass erhält der Täter Aufmerksamkeit. Mit Gleichgültigkeit kommt die Seele mehr zu Ruhe. Mein Täter war mein Vater. Es ist mir egal, ob er lebt oder stirbt. Es interssiert mich absolut nicht. Sollte er mal sterben und ich einen Brief erhalten, dass er tot ist, könnte ich mir vorstellen, dass an dem Tag mein leben ganz normal weiter läuft. Weil mich sein sterben nicht interessiert. Er existiert für mich nicht. Er ist mir egal. Wenn ein mensch mir sagt, dass ich ihm egal bin, dass empfinde ich als schlimmer, als wenn der Mensch mich hasst. Weil wenn er mich hast, hat er noch Gefühle für mich. Sobald er sagt, ich seie ihm egal, hat er keine Gefühle mehr für mich. Das ist das schlimmste finde ich. jemanden egal sein.

Libellchen

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von Libellchen » Do Mai 02, 2019 2:29 pm

hab was vergessen. Aber um an die Gleichgültigkeit zu kommen, muss man erstmnal alle anderen Gefühle durchgemacht haben. Wie hassen usw. Und am Ende die Gleichgültigkeit gegebüber dem Täter. Egal ob er schwersterkrankt ist, ist mir egal. Interessiert mich nicht.

Zauberei

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von Zauberei » Mi Mai 08, 2019 1:27 pm

Mein Vater würde das nie wissen, ob ich verzeihe oder nicht. Weil er ist mir egal und ich habe kein Kontakt zu ihm.

Gastacht

Re: Missbrauch vom Vater verzeihen?

Beitrag von Gastacht » Mi Mai 08, 2019 5:37 pm

Es geht auch dabei nicht um den Täter sondern um ein anderes Gefühl dir gegenüber... so seh ich das

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