Therapiedecke

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anonym00
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Re: Therapiedecke

Beitrag von anonym00 » Do Jan 31, 2019 11:24 am

Hallo SteinHart,

gute Idee mit der zweiten Decke. Das mache ich, bis ein kuscheliger Bezug da ist.

Freut mich, dann habe ich mich ja doch richtig ausgedrückt bzw. erklärt. Die Decke schafft Begrenzungen und Gefühl für den Körper.

Also, ich habe auf die Drehungen bzw. Bewegungen nicht so sehr geachtet, hatte den Fokus auf das allg. Gefühl. Aber ich glaube das könnte der Fall gewesen sein. Zumindest ist mir nicht bewusst mich hin und her gewälzt zu haben. Ich achte drauf!

Liebe Grüße
Anonym00

Imagica
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Re: Therapiedecke

Beitrag von Imagica » Do Jan 31, 2019 9:12 pm

Hallo anonym00 und SH,

Oh, das klingt ja bisher mal super!
Meine Decke ist jetzt auch da, nur ist sie zwar Öko-Zertifiziert und angeblich total ohne Schadstoffe, aber sie riecht. Sie riecht "neu". Ich kanns nicht beschreiben..der Geruch den viele neue Sachen aus Stoff haben. Ich scheine da irgendwie überempfindlich zu reagieren denn meine Kinder meinen, die stinkt aber nicht. Sie riecht eigentlich nach fast garnix. Ein leichter Hauch von "Neu-Geruch", aber kaum wahrnehmbar. Für mich ist es aber total penetrant. Hatte versucht auf dem Sofa zu sitzen mit der Decke und habs dann mit wieder total starken Kopfschmerzen aufgegeben.
Am Ende hab ich sie in die Waschküche auf zwei Stühlen ausgebreitet, Fenster aufgerissen und dann noch meine Duftlampe mit Myrthenöl drin, drunter gestellt. Sie riecht noch immer, aber schon ein bißchen schwächer. Ob das heut nacht für mich so geht oder nicht, wird sich zeigen.

Vorhin hab ichs mal kurz für zwei Minuten im Bett mit Bezug drüber der auch noch bißchen Geruch versteckt, ausprobiert. Erst wollte ich aufspringen, weils Panik ausgelöst hat. Dann eingeredet, das das nur eine Decke ist, die auch nach ganz toll sein soll. Ok..das ging. Und dann fühlte es sich tatsächlich wie umarmt an. Oder ein bißchen wie der Druck der um einen herum entsteht, wenn man taucht. Ich bin früher total gern getaucht, so tief wie ich nur konnte. Vielleicht wegen dem Druck?
Dann wollte mein Sohn was von mir und ich hab versucht aufzustehen. Uff.. tja, also mit DER Decke wird das aufstehen gleich nochmal schwieriger :D 1. weil sie über den Beinen einfach echt schwer ist und 2. weil sie so ein wohliges Gefühl gibt, das man garnicht mehr aufstehen möchte.

Bin gespannt wie die Nacht wird!

Liebe Grüße,
Imagica

~SteinHart~
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Re: Therapiedecke

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 31, 2019 10:13 pm

Oh das klingt vielversrechend Imagica :) also ja, so den ersten Schock "muss" man erst mal aushalten... dann fühlt es sich gut an, oder nein, dann KANN es sich gut anfühlen... ich glaube dass es wohl nicht bei 100% der Menschheit sich gut anfühlt...


Mhm... also das mit dem Geruch... vielleicht könnten da deine Kinder behilflich sein? Also ich stelle mir da gerade vor, die Deck auf Sofa oder so zu legen, bei nem Fernsehabend oder so und die Kids übertragen ihren Geruch auf die Decke, durch draufsitzen, oder dran lehnen... Nur so ein Gedanken, ist vielleicht blöd :oops:

Oder ein Duftspray dass du magst direkt auf der Decke anwenden... oder abwarten... irgendwann riecht si wie ihre Umgebung...



Interessant irgendwie dass die Assoziationen so ähnlich sind. Oder ob das so ist, weil ich das geschrieben habe... mhm? Egal, Hauptsache positiv :)


SH
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anonym00
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Re: Therapiedecke

Beitrag von anonym00 » Fr Feb 01, 2019 6:47 am

Guten Morgen :)

Super, dass Deine Decke nun auch da ist. Allerdings doof mit dem Geruch. Meine hat echt nicht gerochen, da bin ich sehr froh. Und mein Bezug für die Decke wurde vorher mit Weichspüler gewaschen, das duftet so schön. Ich hoffe der Geruch ist schnell weg und Du kannst die Decke richtig nutzen.

Ich war noch nie Tauchen aber das hört sich super an. Ich kann mir das gut vorstellen. Finde ich eine schöne Beschreibung.

@Imagica, ich bin gespannt ob Du die Decke nutzen konntest und wie Deine erste Nacht war.

Meine zweite Nacht war etwas besser, ich habe wirklich gut geschlafen und das will was heißen. Woran es auch liegt, es ist gut :D ich bekomme am Wochenende Besuch von einer Freundin. In der Regel schlafe ich kaum, wenn jemand da ist, bin gespannt :) ich freue mich jedoch einfach über diese Decke und damit ist sie wohl schon ihr Geld wert.

@SH: egal was es ist, es ist gut :) ohne Deine Beschreibung hätte ich allerdings keine. Ich bin dankbar.

Viele Grüße
Anonym00

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Re: Therapiedecke

Beitrag von Imagica » Sa Feb 02, 2019 10:22 pm

So, also ich hab die Decke genutzt. Zwei Nächte schon. Aber ich brauch auch nen kuscheligen, warmen Bezug. Ich habe 15 Grad in meinem Schlafzimmer nachts (altes zugiges Haus) und da reicht die Decke alleine nicht. Die kühlt sogar eher, hab ich das Gefühl. Die erste Nacht habe ich meine Kuscheldecke drunter gelegt und das war schön kuschelig und fühlte sich gut an, nur leider wars zu heiß und so hab ich kaum geschlafen. Die zweite Nacht hab ich dann eine hauchdünne Fleecedecke drunter gelegt, damit war die Temperatur zwar gut, nur die hat nicht gehalten und hat sich klein zusammengeknüllt beim Schlafen, so das mir dann doch wieder kalt war.

Also wenn ich das Temperaturproblem noch gelöst kriege, glaube ich, das ich wirklich auch besser damit schlafen könnte. Wenn ich aufwache, schlafe ich auf jeden Fall mit der Decke sehr schnell wieder ein. Sonst liege ich dann immer eine ganze Weile wach, aber kaum bin ich wieder unter der Decke, schlafe ich auch schon.

Liebe Grüße,
Imagica

identitätslos

Re: Therapiedecke

Beitrag von identitätslos » Mi Feb 13, 2019 2:03 am

Habe Abstand vom Nähen genommen, weil ich nicht nähen wollte, um dann festzustellen, das ist nichts für mich.
Da ich niemand kenne, wo ich mal testen könnte, habe ich jetzt eine Decke bestellt. Weil ich dachte, dass ich die Idee, dass die Decke helfen könnte nicht aus dem Kopf kriege und alle Gedanken vorab, nur Spielereien sind, wenn ich die Erfahrung nicht habe.

Fazit:

Die Decke geht zurück.
Sie verstärkt bei mir Dissoziation und es sind nur negative Dinge, die ausgelöst werden.
An Schlafen ist nach einer halben Stunde Decke nicht mehr zu denken.
Verschlimmert die Schlafproblematik bei mir heftigst.
(Habe da auch eine konkrete Gegenerfahrung - PMR - wenn möglich, hilft z. B. bei mir)

Habe es 4x an 4 Tagen probiert, auch variiert - nun 2 Stunden gebraucht, um mich wieder zu erden, zu spüren.
Aus der Panik rauszufinden.

ich kann mir ungefähr erklären, wieso das bei mir so ist und es ist okay, dass es bei anderen anders ist.

Habe auch jetzt klar, war mir momentan hilft -
das ist deutlich spürbar. Da geht es lang.

Ich nehme die Frage: was hält mich zusammen, von diesem Deckenexperiment mit und möchte dem, ganz sanft und locker nachspüren.
Damit fühle ich mich okay.

Gut, dann euch, denen die Decke hilft viel Spaß ....

(mir helfen Trampolin (Spiel mit der Schwerkraft), PMR, Knautschsäcke und feste Futon-Matten.
Nach oben, brauche ich Luft, Raum, Freiheit. Himmel. :) Tauchen hasse ich übrigens - da habe ich mir schon gedacht, dass die Decke nichts ist und wollt es halt probieren trotzdem - genau genommen, Umarmung - ja, gerne - aber mit innerlicher Achtsamkeit, hoch bewusst und sofort stoppen könnend, wenn ich ins Wackeln komme, aus dem Körper rutsche. - )

~SteinHart~
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Re: Therapiedecke

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 13, 2019 5:36 am

Danke für deinen Bericht. Vielen Dank sogar, wurde Zeit für einen "klappt nicht" Bericht. Denn, ein Wunderding ist die Decke ja nicht und niemand soll sich gezwungen fühlen sie zu kaufen, oder übervorteilt weil er das nicht kann... oder an seiner Wahrnehmung zweifeln, weil sie nicht so wirkt wie gewünscht und hier berichtet.

SH
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anonym00
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Re: Therapiedecke

Beitrag von anonym00 » Mi Feb 13, 2019 8:37 am

Hallo identitätslos,

finde Deinen Bericht ebenfalls gut und wichtig, aus den bereits genannten Gründen von SH. Zeigt, dass es immer zwei Seiten gibt.
Ich selbst kann nach wie vor nur positives berichten und bin ehrlich gesagt überrascht, wenn das wirklich allein der Decke geschuldet ist. So ist aber jeder anders und jeder hat andere Wahrnehmungen, Vorlieben und Abneigungen. Bei dem einen weckt es ein positives Gefühl der Umarmung, beim anderen nicht.

Grüße
Anonym00

identitätslos

Re: Therapiedecke

Beitrag von identitätslos » Mi Feb 13, 2019 8:49 am

Danke, SteinHart -

Habe heute Nacht kaum geschlafen, war total aufgeputscht - durch die sensorische "Stimulation" der Decke wohl auch.
Viele Gedanken noch.

Irgendwann waren in dem Ganzen, was hochgespült wurde auch Gefühle von: ja, es macht was Richtung sensorische Integration.
Aber das ist zu viel, zu heftig bei mir.
Zu stark, die Reize - der Druck. Zu wenig punktuell / individuell.

Habe jetzt beschlossen vielleicht die Decke nochmal hier zu lassen und zu warten und einfach mal 5 Minuten über die Schultern legen - ganz gezielt nur kurz.
Weil ich denke schon auch, dass Schwere was Positives bewirken - aber "die Dosis macht das Gift" und ich denke, ich muss nach Balance schauen, wirklich mehr mit den Polen Leichtigkeit und Schwere "spielen", experimentieren.

Ich kann aber gut verstehen, denke ich, von den Jadesteinmassageliegen, dass die Decke sehr schöne Emotionen auslösen kann und wenn was Schwieriges hochkommt, dass man dann sich darauf fokussieren kann und unterm dem Strich profitiert.
Da fällt mir gerade auf - die Jadesteinmassageliegen, das ist auch "Druck" von unten - scheinbar bekommt mir das besser ...
da habe ich oft nach oben mich auch geräkelt oder die Wirbelsäule mal hoch gedrückt, Druck darüber vermindert.

Eine ehemalige Ärztin meinte mal - alles, was als Wunderheilmittel verkauft wird (damals ging es um Teebaumöl, was teils ja für alles Mögliche angepriesen wurde) - soll ich getrost in die Tonne klopen :wink:
Ich denke auch, die Dinge haben meist zwei Seiten - Heilpflanzen sind oft auch Gifte - und bei Psychopharmaka z. B. da sieht man ja auch gut, wie individuell Menschen in dem sind, was sie brauchen, was hilft oder ob überhaupt.

@Anonym00

Ja, da finde ich mich sehr wieder.
Freut mich, dass es dir hilft.
ich weiß, wie schön das sein kann, wenn man so was Wohltuendes hat.

identitätslos

Re: Therapiedecke

Beitrag von identitätslos » Mi Feb 13, 2019 9:29 am

Wegen dem Gefühl von Umarmung nochmal.

Meine Assoziationen waren: Zwangsjacke. Fixierung. Bonding (diese Methode von Dan Casriel). Klammern.
Nicht mehr loslassen. Verschlingen. Dann ist mir noch die Festhaltetherapie (Martha Welch, Jirina Prekop) (die stark in der Kritik steht) eingefallen. :oops:

Ich kenne diesen Aspekt eigentlich auch positiv - aber wie gesagt bei anderen Dingen und momentan eben eher gar nicht - da ist tatsächlich mehr das Bedürfnis nach Halt ja - festem Untergrund und dann Aufbrechen.

Das Bild eine kurzen Umarmung, frei gewählt, Füße fest auf dem Boden, gerne auch kräftiger und dann aber auch Abstand wieder, "weg", "stopp" - das ist das, was für mich gerade wichtig ist. Das bietet (für mich) die Decke so nicht. Bzw. ich experimentiere noch mal ein bisschen, ob es möglich ist, dass, was mir gut tut mit der Decke hinzubekommen.

Ich brauche auch Halt, dieses Gefühl von "da hält mich was", aber die Decke ist in der Richtung ein "zu viel".
Momentan zumindest.

Ja, ich glaube, so ist es jetzt einigermaßen stimmig ausgedrückt, merke, wie es für mich "schwer zu fassen" ist, was ich da erlebe.

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Re: Therapiedecke

Beitrag von EineVonUns50 » Mi Feb 13, 2019 2:29 pm

Bei uns ist das ja auch so, dass Schlafen in der Nacht nicht geht, auch das Einschlafen ist schon sehr schwierig und wenn dann doch, wachen wir bald wieder auf. Das war auch von Anfang an so und wichtig war: sofort runter damit, sobald innen sich ein Widerstand bemerkbar macht.. was dann am Anfang auch etwas Übung brauchte, damit das Teil schnell runter ist und sich nicht "anklammert" irgendwo...

Was gut geht, ist tagsüber drüber legen udn auch mal mit ein bißchen Schlafen. Das hilft beim Runterkommen und wenn wir so durcheinander sind und "wegfliegen". Bei uns ist auch sehr wichtig, wer vorne ist. manche mögen es sehr gern und andere überhaupt nicht. Wo es meistens sehr gut hilft, ist wenn wir sehr früh aufwachen und dann das Chaos losgeht innen und die Gedanken anfangen zu kreisen. Da wechseln wir dann zur Therapiedecke und können dann meistens bald wieder einschlafen und auch nochmal ein paar Stunden am Stück weiter schlafen.

und was auch noch viel ausgemacht hat bei uns: zuerst hatten wir ja eine Variante mit nur Baumwollstoff und diesen Glasperlen, das war schlecht zu handhaben und zudem auch immer irgendwie kalt. Unangenehm, wenn es direkt auf der Haut lag.
Dann hatten wir uns diesen Nicki-Stoff bestellt mit einer Decke, die zu den Glasperlen noch Füllwatte beinhaltete. Diese Innendecke ist jetzt optimal, der Nicki-SToff mit diesen Polyester-Inlays finden wir grauselig, kam uns vor wie ne Plastiktüte.. Also haben wir jetzt einen normalen Bettbezug in schöner Farbe so umgenäht, dass wir die Decke da reintun und befestigen können und so passt es jetzt richtig gut.

Auch das Deckengewicht spielt eine Rolle, manche brauchen mehr Druck und dann legen wir sie doppelt und andere eben nicht...

Wir mussten / müssen viel ausprobieren, wie es passt und eben genau drauf achten, zu reagieren, wenn sich jemand nicht wohl fühlt damit. und das wechselt eben auch und ist nicht nur eine Frage der "Gewöhnung", also letzteres spielt sicher auch noch mit rein, aber für uns ist wichtig, jedesmal neu zu gucken, ob es passt und wie es gebraucht wird und wie lange und sie sofort weg zu machen, wenn sie jemanden innen stresst.

Nach Umarmung fühlt es sich für uns übrigens auch nicht an. Wenn sie hilft und ein positives Gefühl gibt, dann eher so ein "eingepackt und sicher"-Gefühl. Vielleicht tendenziell auch etwas "erdend" und auch "beruhigend" meistens.

~SteinHart~
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Re: Therapiedecke

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 13, 2019 6:24 pm

Die Anleitung bei der Decke (weiß nicht ob sowas bei anderen Firmen auch beiliegt, aber evu dürfte wissen wovon ich schreibe) nun also da steht aber eben auch tatsächlich drin dass man sich rantasten soll... langsam steigern... bei mir endete das aber damit, dass ich direkt unter der Decke eingeschlafen bin....

Individuell eben... aber vielleicht auch ein wenig Placeboeffekt, oder, oder, oder...
Wichtig da genau hinzuspüren was gut tut und was nicht...


Vielleicht, KANN die Decke auch eine Art Ventil sein(?) Das kam bei mir jetzt immer mal vor (und genau dann ertrage ich sie auch nicht mehr und schubse sie weg) Also, es kommen Gefühle hochgeschwabbt manchmal, oder Gedanken werden zu Gefühlen, oder finden ihr Gefühl... oder vorhandenes wird intensiver... Trauer zum Beispiel.... Diese sensorischen Reize machen etwas... finde ich... das kann nicht nur Einbildung sein...


SH
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identitätslos

Re: Therapiedecke

Beitrag von identitätslos » Mi Feb 13, 2019 7:32 pm

Ich packe es nicht, die Decke grad zurück zu schicken.
Da ist Ambivalenz.
Einerseits: igitt, du dummes Ding, hau ab - ich hasse dich ...
andererseits - okay, vielleicht bist du ja doch nicht die "alles verschlingende" und mich Vernichtende Mutter.

Gut, dann lasse ich es das mal so stehen.
So lange ich nicht klare Einheit im Inneren habe, dass die Decke weg soll, sende ich die nicht zurück, die kann ich bestimmt auch gut gebraucht dann mal verkaufen, wenn es irgendwann doch so sein sollte.

Die Decke ist ein Aufhänger gerade - eine Art Symbol und ich kann mit der ja auch andere Dinge tun.
Sprich, ich wandere mal 3x um sie rum.
Vorhin war das Bedürfnis, sie anzuspucken und zu treten.
Das ist überwunden (für den Moment zumindest, dafür wäre ein Boxsack angemessener, am besten mit Phototasche (habe ich mal gesehen :mrgreen: )).
Aber auch da, ein Impuls - ich haue dich - der andere: ich brauche dich.
Oder "macht man nicht", wenn du das machst "wird es dir schlimm ergehen".
Bzw. auch ein inneres - möchte ich nicht machen, schon Boxsack mit Phototasche erscheint mir gemein.

Wenn mich die Panik überkommt, dann mal schauen.
Aber ich glaube, sie muss nicht ganz weg - damit kann ich dann konstruktiv arbeiten - auch mit den inneren Dialogen, die dann entstehen.
Das ist aushaltbar und nicht komplett überwältigend, bisher zumindest.

Ansonsten, war ich auch ein bisschen "angefixed", weil hier mehrere so direkt über Nacht und so - und ich hatte da Ehrgeiz entwickelt, soll gleich auch so toll sein und wenn ich euch hier jetzt lese, dann vielleicht mal 3 Minuten.Fertig.
Abstand.

Das wird dann einfach eine längere Geschichte,aber die Decke dann vielleicht nutzbar für einen Prozess, weil da kamen gestern Erinnerungen sofort hoch, an die ich sonst gar nicht dran komme. Nur war das echt eine Überdosis und konnte dann eben nicht integriert werden. Hat zu sehr destabilisiert noch.

Yep - jetzt bin ich auch zufrieden.
Weil irgend jemand mag dann eben doch auch eine Decke, auch wenn man mit der erstmal nicht so viel anfangen kann :P :wink:

Danke echt für den Thread. Ermöglicht mir was.

~SteinHart~
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Re: Therapiedecke

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 13, 2019 9:02 pm

Identitätslos, DAS alles gerade liest sich irgendwie gut. Also, aufwühlend für dich, das ist klar und deutlich erkennbar, aber nicht (nur negativ) sondern wirklich wohl ein "Prozess" Die Decke als M. Symbol, oder M.Übertagungsobjekt, oder so (könnte ja sein?) Ich wünsche dir dass es letztendlich etwas positives bringt. Erkenntnisse, Auseinandersetzung usw. ist vielleicht sogar "besser" als ne Mütze voll Schlaf... wer weiß?

SH
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identitätslos

Re: Therapiedecke

Beitrag von identitätslos » Mi Feb 13, 2019 9:52 pm

Scheint wirklich die richtige Entscheidung zu sein, ich bin entspannter in Bezug auf die Decke und habe eben eine kleine Experimentier-Runde eingeschoben. Diesmal ohne Erwartung oder Druck.
Okay, ich habe die Decke eh nur 20 Minuten auch - bzw. einmal gedacht, ich müsste mal durchhalten, damit es endlich "wird" das war eine Stunde ca. das Längste gestern dann.
Trotzdem - es bekommt mir besser, ganz offen dran zu gehen und auszuprobieren und nicht nur auf Körperteile legen oder ganz unter die Decke gehen.
Sobald ich spüre "geht nicht,Angst oder anderes Unangenehmes" (das kommt schnell, deutlich spürbar, massiv), stoppe ich jetzt direkt.

Als ich einen Teil der Decke geknäult habe und den quasi umarmt habe, waren dann Assoziationen zu so kleinen Affenkindern, die bei der Mutter auf dem Rücken hängen. Da habe ich gedacht, dass ist ja auch Schwere, sich so an den Rücken zu hängen und Gewicht da auch abzugeben.
Da war dann auch was Positives - in Bezug auf meine Mutter / Körperkontakt, ist alles tot, nada, nichts.
Ich denke, da gibt es nirgends in mir gute Gefühle, Assoziationen.
Mit Körperkontakt, umfassenderem gehalten werden, Geborgenheit.
Nur wenn ich das schreibe, da kocht in mir schon richtig brodelnd Schmerz hoch.

Vater - eher impulsiv emotional - was eine starke Schattenseite hatte, aber auch eine "Spaßseite" - da hatte ich eine Erinnerung vom - ich hänge da "Huckepack", er hat mich auch durch die Luft geschleudert und der Körperkontakt (über das, was dann auch übergriffig war) war so jovial, "kernig".

Ich finde es gerade trotz aller Schwere und Aufgewühltheit super spannend.
Manchmal fühle ich mich tatsächlich schwerelos im All und dieses an der Decke quasi hängen, da kam noch ein Bild von, ich habe eine Rakete oder etwas, wo ich Halt finde.
Das: beruhigt mich dann auch tatsächlich. Da werde ich dann auch schläfrig.

Habe dann gedacht - dazu braucht es vielleicht nicht zwingend eine Gewichtsdecke - aber es macht einen Unterschied, die Decke hat einfach "Gewicht". Das ist auch im Kopf so verankert jetzt, selbst wenn ich mich auf die Decke lege und das Gewicht so nicht direkt ja spüre dann.

Bin gerade guter Dinge und ich finde auch, so schlaflose Nacht, kann auch sehr produktiv sein.
So wie gestern, das wäre auf Dauer nicht verhältnismäßig, ich habe 6 Stunden gebraucht, einfach Distanz zu dem Überrollenden zu schaffen.
Das macht nicht wirklich Sinn, aber in dem Ganzen und drüber nachdenken und hier schreiben,waren dann halt auch einige Erkenntnisse.

Ich hätte auch kein Problem, wenn die Decke was auslöst, was ich eine Stunde nacharbeite und dann intergrieren kann, dass zu machen- aber soweit ist es noch nicht.
Vielleicht geht irgendwann bewusst was hochkommen lassen - aber Distanz dennoch bewahren.

Dann hätte das zwei Teile quasi - Decke als Arbeitsmittel + gucken, was es für Möglichkeiten gibt, über die Decke Beruhigung auch zu erfahren und gute Erdung.

Hat für mich viel mit dem Mutterthema zu tun.
Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich kann mir vorstellen, wenn es auf der Mutterebene vielleicht auch gute frühe Erfahrungen gibt - oder partiell - dass da ein Zusammenhang besteht. Dass die Decke dass dann aktiviert.

Was für mich lange schön war, war Trance. Bzw. eine Art schöner Aspekt von Dissoziation.
Aus allem raus, irgendwo im Nirgendwo schweben, losgelöst - und das Gefühl habe ich beim Trance-Tanzen dann gefunden und 2 Jahre gesucht und gelebt. Das hat zu Urvertrauen ein Stück geholfen.
Bzw. vom Sport kenne ich früher, dass, wenn es fürs Gesamtsystem wichtig war Anteile Sport machen konnten und nur die positiven Körpergefühle (als Kind haben Anteile Sport positiv erlebt) spürbar waren.
Darüber ging es mehr aus der Dissoziation und dann irgendwie hat es nicht mehr so funktioniert.
Wenn ich jetzt tanze, Sport mache, da ist schnell die ganze Bandbreite an Gefühlen da.
Das ist nicht mehr so "gesplitted".
Es wird einen Weg geben.

Wichtig ist gerade, dass mein "Kern", das "Gesamt-Ich" einen guten Umgang, Zugang zur Decke findet.
Dieses "Gesamt-Ich" ist noch nicht so stabil, ist sehr fragil noch.

So - mein Kopf ist immer so dermaßen voll und da ist so viel ....
ich hoffe, es war okay, dass noch zu schreiben und ich denke dann, gehe ich vielleicht besser in meinen Thread oder bleib hier eher kürzer.

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