Tägliche Gedankenfresser *trigger*

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anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mo Apr 29, 2019 11:01 pm

Vergangene Nacht aufgewacht, weil keine Luft bekommen. Komplett nass geschwitzt. Brust, Rücken, Nacken, Haare, sogar die Oberschenkel und Schienbeine.
Bin aufgestanden, wollte mich umziehen und dann war der Kreislauf hinüber. Vom komisch atmen denke ich. Umgezogen. Zurück ins Bett. Um 5:10 klingelte dann der Wecker. An den Betttand gesetzt, Kreislauf hinüber, zurück ins Bett. Übelkeit. Arbeit angerufen, Termine abgesagt, im Bett geblieben. Fühle mich krank und schlapp. Müde und doch nicht müde. Kollegen fragen nach morgen. Sie brauchen mich. :arrow:

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mo Mai 20, 2019 9:40 pm

Dauernde Übelkeit. Es muss raus.
Ständiges übergeben.
Es geht nicht mehr.
Druckgefühl. Schlafmangel. Enttäuschung.
Schlechtes Gewissen.
Dreckig.

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Sa Mai 25, 2019 11:14 pm

Angst.

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Sa Jun 15, 2019 2:01 pm

Diese andauernden Schmerzen machen mich echt fertig.
Alle zwei Stunden diese Schmerzattacken. Die Kopfschmerzen, immer begleitet von Übelkeit, treten innerhalb von Sekunden auf. Keine sich steigernde Intensität sondern eher eine Attacke. Genau so „schnell“ sind sie wieder weg. Das geht meist eine halbe Stunde bis Stunde und sind dann von jetzt auf gleich wieder verschwunden.
Ich halte das nicht mehr aus. Ich kann nicht liegen, nicht sitzen, mich nicht bewegen. Es bringt mich um den Verstand.
Der Tablettenkonsum steigt ebenfalls. Das kann nicht gut sein.
Ich verzweifle.

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mi Jul 24, 2019 7:26 am

*Trigger*



Dieser Zusammenbruch hat alles geändert. Alles was da innerlich brodelte ist nun an der Oberfläche. Es war so offensichtlich.
Ich hatte die Kontrolle verloren und befand mich Tage lang in einem Art „Rauschzustand“. Gleichzeitig explodierte gefühlt mein Herz. Irgendetwas da drin wollte zerspringen.
Mein Körper zitterte so stark, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. Alles Krampfte. Die untere Körperhälfte schmerzte extrem. Spürte jeden Muskel im Krampf verharrend. Kein Schritt war mehr möglich. Keine Kraft mehr. Totale Erschöpfung und gleichzeitige Überaktivität des Körpers. Nach fast 36 Stunden konnte ich nicht mehr und wurde zum Arzt gebracht.
Beim Arzt wurde alles durchgecheckt. Herz zu schnell. Blutdruck zu hoch. Schlechtes EKG. Ich war nicht mehr richtig „dabei“. Doch keine Ursache für die Ärzte. Der totale Kontrollverlust. Meine persönliche Hölle. Ich konnte nicht Arbeiten gehen. Tage nur geschlafen. Es gingen nur kurze Wege. Nach kurzer Besserung kam die nächste „Attacke“. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht. Anamnese, Diagnostik... Kontrollverlust. Totalausfall.
Diagnose: somatisch nichts zu finden. Also Psychosomatisch. Blutdrucksenker halfen nicht. Tavor half ein wenig. Endlich ließen diese Schmerzen unten nach. Musste zur Überwachung bleiben.

Seit dem ist es da. Es ist offensichtlich und nicht mehr zu verstecken. Es ist an der Oberfläche und jeder kann es jetzt sehen. :evil:
15 Jahre Kampf und Mühe es zu vergessen und jetzt ist es vernichtet. Jetzt kämpfe ich gegen neue Windmühlen. Mich und meinen Körper und die Wahrheit.

Und „schuld“ an diesem beschissenen Zustand ist, dass ich es einfach nur versuchen wollte und meine Grenzen überschritten habe. Ich wollte mich verlieben können, ich wollte gefallen. Ich wollte es zulassen. Es erneut versuchen. Ich wollte eine normale, erwachsene Frau sein, die eine Beziehung aufbauen kann. Ich habe meine eigenen Grenzen überschritten. Ich habe es getan, obwohl ich nicht bereit war. Ich spürte diesen Widerstand und dennoch habe ich es getan. Ich war wie ausgeschalten. Da war teilweise kein Gefühl mehr. Ich funktionierte und fühlte mich gleichzeitig um mich beraubt.
Ich habe ihn seit dem nicht mehr gesehen. Er ist sehr enttäuscht, denn es lief doch alles so gut. Ich kann ihm nicht mehr in die Augen sehen, ich will nichts von ihm hören. Es fühlt sich so verdammt schlecht an. Ich fühle mich schlecht an. Das was wir getan haben fühlt sich schlecht an.
Dieser „Zustand“ fing unmittelbar danach an. Ich versuchte das zu überspielen, weil ich es nicht direkt einordnen konnte und mir über die weitere Entwicklung auch nicht klar war. Als ich dann in diesen Unruhezustand kam ist er endlich gegangen. Ich solle mich ausruhen... dann wurde es schlimm.

Er ist verunsichert. Er tut mir leid. Ich gehe ihm seit dem aus dem Weg. Da wir miteinander auf dem selben Campus arbeiten ist das für mich ein Spießrutenlauf. Seit Montag arbeite ich wieder und ich warte auf ein besseres Gefühl. Er meldet sich täglich und ich kann damit nicht umgehen. Ich sollte mit ihm sprechen, statt ihn so ungerecht zu behandeln.

Mein Umfeld beschreibt es als ein beginnendes Burn-Out. Das ist leichter. Für sie und auch für mich. Es ist für mich leichter den letzten Rest meiner Würde zu wahren. Ich fühle mich ohnehin schon schlecht. Und Gläsern.

Nun nehme ich zum ersten Mal Antidepressiva seit 4 Wochen. Zum ersten Mal seit so langer Zeit schlafe ich einigermaßen. Wie ich allerdings eine „Veränderung“ am Tag wahrnehmen soll, keine Ahnung... ?! Ein echter Nachteil sind die Alpträume. Die habe ich ohnehin, aber jetzt komme ich da nicht mehr raus. Ich konnte mich manchmal aufwecken, doch das geht seit dem nicht mehr.

...

Imagica
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Imagica » Mi Jul 24, 2019 10:14 pm

Hallo anonym00,

tut mir sehr Leid mit Deinem Zusammenbruch und eine Lösung habe ich leider auch nicht für Dich.
Aber vielleicht etwas für Deine Träume? Kannst Du luzid träumen? Also wenn Du Dich aus Alpträumen manchmal wecken kannst, wäre das ja ein Zeichen daß Du es teilweise kannst. Das könntest Du trainieren und dann kannst Du Deine Träume einfach ändern in alles was Dir gefällt. Aus einem bösen Monster wird dann z.B. eine kuschelige, liebe Katze. Oder was auch immer Du halt magst.
Zum Training fragt man sich immer wieder tagsüber: Träume ich oder bin ich wach? Und das testet man dann an Dingen die man nur im Traum kann. Zum Beispiel testen ob man fliegen kann oder ob man zaubern kann. Sollte idealerweise keiner dabei sein, das könnte etwas komisch kommen :D. Wenn man das immer wieder tagsüber über einen längeren Zeitraum macht, fragt man sich das irgendwann auch im Traum und dann wird einem bewußt das man träumt und man kann die Träume ändern.

Ich wünsche Dir viel Kraft!
Liebe Grüße,
Imagica

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Do Jul 25, 2019 8:14 am

Hi
Tut mir echt leid anonym. Bin irgendwie sehr berührt. Hab nochmal alles gelesen und dachte: sei froh auch wenn es hart ist. So ging das nicht weiter. Auf keinen fall.
Der körper schützt.
Mehr ruhe,, mehr selbstfürsorge und vor allem thera ist dran. Finde am besten klinik. Soll ich dir adressen per pn schicken?
Klingt sch.. aber seh es als Chance auf echte Veränderung. Es war ja klar dass du so nicht die nächsten jahre weiter machen kannst.
Uns noch was: es sieht niemand. Und du kämpfst nicht gegen körper. Das ist genau der punkt. Der körper ist nicht dein feind. Das denkt man nach mb nur oft. Er schützt dich.
Und willst du gegen das früher kämpfen? Es ist deine geschichte, gehört zu dir. Verleugnen geht nicht. Hast du so wünsch ich es dir verstanden.
Es kann auch eine sehr heilsame Erfahrung sein es sich endlich anzuschauen und drüber zu weinen.
Auch wenn du angst hast. Das ist normal.
Aber nach meinen 12 jahren thera kann ich dir sagen dass nur hinschauen und evtl konfrontation hilft.
Wie ist denn der plan? Hoff nicht weiter machen wie bisher...
Pass auf dich auf
Gastacht
Ps würde ihm schreiben du kannst gerad keinen kontakt.

anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mo Jul 29, 2019 7:02 am

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen.

@Imagica: Danke für den Tipp und die Erklärung. Ich muss mich damit mal befassen, klingt nämlich wirklich gut und hilfreich. Immerhin konnte ich mich bisher teilweise aufwecken, vielleicht ist das eine Basis. Vielen Dank!

@Gastacht: auch Dir vielen Dank für Deine Antwort. Du siehst das auch aus einem positiven Blickwinkel. So habe ich das noch nicht sehen können. Danke für die andere Sichtweise. Ich versuche das so anzunehmen und vielleicht bin ich dann auch irgendwann in der Lage das nicht nur anzunehmen sondern es auch so zu fühlen. Als ein erster Schritt in eine richtige Richtung. Etwas positives kann ich der Situation aber abgewinnen, die Tabletten. Zumindest was den Schlaf betrifft. Es ist ein wenig besser geworden, zumindest das einschlafen ist besser. Nach Jahrzehntelangem Problem ist das wirklich erleichternd.

Gerne kannst Du mir mal Adressen zukommen lassen. Wobei ich glaube ich noch nicht so weit bin. Da hängt so vieles dran. Unter anderem die Auseinandersetzung mit meiner Familie. Was soll ich denn nur sagen...

Ich habe derzeit noch keinen Plan. Der erste Schritt war nun die Einnahme der Tabletten und das Spüren, was sie tun... Schlaf aufholen, mich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass diese Attacken nun da sind und mein Umgang damit. Mit dieser neuen Situation. Und die Auseinandersetzung mit der allgemein, gegenwärtigen Situation. Mit ihm, mit meiner Arbeit. Irgendwann folgt dann der Blick in die Vergangenheit und der richtige Umgang damit.
Diese derzeitige Situation hat natürlich mein Umfeld aufmerksam gemacht. Man beobachtet mich, man fragt nach Ursachen. Das ist nicht leicht für mich. Sogar mein Arbeitgeber ist verunsichert, seit meinem „langen“ Ausfall. Das ist nicht gut. Diese ständige Wachsamkeit. Von mir und von Anderen.
Es passiert so viel da außen, so dass ich nicht zu meinem inneren Gefühl bzw. dem vergangenen Durchdringen kann/möchte. Der Alltag nimmt mich so sehr ein.

Danke euch.

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Mo Jul 29, 2019 8:53 am

Hi
Oh mann ich will keinen druck machen aber ich sag mal ehrlich wie ich es seh ok?

Also kein plan ist nicht gut. Du hast ne riesen wunde, die wird immer grösser wenn du nix machst und du siehst als einziges problem dass diese wunde nun gesehen wird??? Puuh. Ja klar sind die wachsam abwr mehrheitlich wohl aus sorge. Find du siehst das so misstrauisch und als sei das ziel das lebens beruflich in dem job und erfolgreich zu sein. Ob du psychisch oder körperlich bei drauf gehst ist egal.
Ist das dein ziel im leben und erinnert dich das an was?

Wieso nicht ne ambulante thera suchen? Die habem eh wartezeitem wie noch was. Das wär das mindeste.

Nochmal: das geht nicht weg. Wird schlimmer. Wenn du dir das nicht anguckst hast du in einigen wochem den nächstem zusammenbruch. DAS ist dann auffällig. Danm sagt der Arbeitgeber die kann sich ja nichz mal um sich kümmern... blödes argument aber andere gelten wohl gerad noch nicht. :wink:

Und ja ich seh es positiver aber auch so existenziell. Weil es anders nicht funktioniert. Damit wirst du abstürzem. Ich hab ewig Erfahrung und kenn zig mb menschen.. SO wird es schlimmer. Aber ja vielleicht muss es das wenn du es anders noch nicht kannst. Les doch mal über burnout etc. Was glaubst du wie die Menschen sich wohl vorher verhalten haben?

Deiner familie sagst du Burnout vom job oder nix. Ist doch egal was die denken. Bzw die machen aich evtl auch sorgen und freuen sich wenn du dich um dich kümmerst.
Das vergangene ist mit dem jetzt verknüpft. JETZT ist die situation so wegen des frühers! Es ist Verleugnung das künstlich zu trennen.
Mmh sorry aber dahintrr steht eine sorge.
Also ich schick dir die tage eine pn mitsamt Internet seiten wo man einfach nen ambulanten thera findet

Liebe Grüße
Gastacht

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Do Aug 01, 2019 7:34 am

Hallo Gastacht,

danke für Deine Offenheit. Genau das ist es, was ich schätze und wahrscheinlich auch brauche. Ich bin selbst immer sehr ehrlich und direkt und demnach ist es mir umgekehrt ebenfalls am liebsten.

Ja, da könntest Du recht haben. Ich habe wohl mein berufliches Fortkommen als eines meiner Ziele gesteckt. Vielleicht, um von allem anderen abzulenken, vielleicht weil ich es gut kann. Vielleicht, weil man meine Arbeit schätzt, mir dort mit Vertrauen und Respekt begegnet und vielleicht, weil da die Nähe bzw. Distanz passt. Vielleicht liegt die Betonung eher auf der nötigen Distanz. Es tut gut zu wissen, dass man etwas gut kann. Es stärkt mein Selbstvertrauen, wenn auch nur in dieser Hinsicht. Ich kann das gut und keiner muss etwas von mir Fordern, denn ich fordere alles lange Zeit vor den Anderen von mir selbst. Ich habe dort ein gutes Ansehen, zumindest bislang. Ich fühle mich wohl mit dieser Arbeit.

Eine andere Seite ist mein Umfeld. Ich wurde erzogen „erfolgreich“ zu sein. Ist vielleicht etwas zu überspitzt dargestellt. Meine Familie ist nicht darauf aus, dass die Karriere möglichst steil geht, aber Arbeit ist wichtig und diese möglichst gut zu machen ebenfalls. Es gehört sich nicht zuhause zu bleiben, wenn man krank ist. Man geht arbeiten, mit Erkältung, mit Fieber, mit sonstigen Beschwerden. Denn was macht man, wenn man mal richtig krank ist? Schließlich war die Mutter immer arbeiten. So wurde ich geprägt. Sicher, ich bin alt genug dieses Muster zu durchbrechen. Aber der ein oder andere hier weiß selbst sehr gut, wie schwer es ist Muster zu durchbrechen, trotz des Bewusstseins über diese Problematik. Ist meine Angelegenheit, ich weiß...nicht die der Eltern. Meine eigene Schuld.

Eine wieder andere Seite ist natürlich das zerstörerische dabei. Ich sehe das und nehme es wahr. Automatisch komme ich in diesen bösen Kreislauf. Die Schattenseiten kenne ich, doch will ich sie nicht wahrhaben. Ich bin gut darin, meine Probleme zu verlagern. Das ist, was ich gut kann. Ich kann den Blick auf die andere Anonym00 lenken. Die, die kontrolliert ist, professionell, selbstbestimmt. Nach außen hin fleißig, hübsch, höflich, flexibel, vielseitig einsetzbar, problemlos. Das es auf Dauer schadet weiß ich. Doch fehlt mir der Mut die zerbrechliche Seite zu zeigen, die immer mehr zu explodieren droht. Ich habe eine scheiß Angst davor. Das würde alles zerstören, mein ganzes Leben und meine Zukunft verändern.

Genau das ist es. Verleugnung. Du hast so recht. Ich versuche das künstlich zu trennen. Versuche das von mir abzutrennen, so gut es geht. Ich habe niemals darüber gesprochen. Wie sollte ich das jetzt tun, ohne dabei alles zu zerstören. Meine Familie hat so viel durchgemacht. Es geht nicht darum, ob sie die Ursache kennen müssten oder was die Ursache für mein Verhalten wäre. Meine Familie müsste mit den Folgen leben. Mir mir. Deshalb spiele ich dieses Theater. Sollte ich jemals in der Lage sein eine Beziehung zu führen oder eine Familie zu gründen, müssten auch sie mit mir leben. Und mit meiner Vergangenheit.

Ich werde mich mit dem Gedanken auseinandersetzen (müssen) eine Therapie anzugehen und diese nicht beim ersten Anflug von Panik abzubrechen. Ich selbst würde genau das jedem anderen Raten. Ist leicht, es jemand anderem zu Raten... Die Beratung damals lief gut, bis es zu diesem Thema kam. Eine ambulante Therapie kommt in Frage. Das lässt sich in meinen Alltag integrieren. Klinik nicht. Keiner muss das wissen. Mir ist bewusst, dass ich da ran muss. Für mich und mein weiteres Leben. Nur so kann ich wahrscheinlich für die nötige Stabilität und meine Sicherheit bzw. die meines Lebens oder meiner Ziele sorgen.

Ich bezweifle, dass ich das alleine schaffen werde... ich bezweifle aber auch, dass ich die Therapie alleine durchstehen werde. Voraussetzung ist natürlich, dass ich sie überhaupt angehe. Nur dann bin ich schlauer....

Danke Gastacht!

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Do Aug 01, 2019 12:18 pm

Gerne.
Ja ich hab leicht reden. Definier mich auch sehr über leistung, beruflichen erfolg etc und das ist auch gut und wichtig für den selbstwert.

Nur deine eltern zb könen auch neu lernen. Man kann das erklären. Und oft gibt es dann auch Verständnis und umdenken. Weiss nicht wie krass die da sind aber die werden ja auch älter, krank, schwächer etc. Vielleicht können sie sich da besser ändern als du denkst.

Diese Verleugnung ist mir ziemlich fremd. Ich bin da der typ angriff ist die beste Verteidigung und Verleugnung verlängert nur das leid.
Damals hatte ich auch angst weil ich dachte keiner liebt mich mehr und die stabile erfolgreiche seite ist dann verschwunden. Aber dem war nicht so.
Ich hatte zum ersten nal richtige freundschaften die nicht oberflächliches blabla waren.
Die verletzliche seite will auch nicht zerstören. Sie ist gut und dir wohlgesonnen. Das ist ganz wichtig zu wissen. Sie will nur AUCH raum. Aber nicht allen raum und das ganze ist auch nicht uferloses chaos.
Der stabile anteil bleibt und wird noch bereichert.
Mit guter thera lässt sich das meist gut steuern.
Denn wenn du den job etc verlierst hilft das der verletzten seite in dir auch nicht und das kann man ihr auch erklären.
Nur klar wird die drängender und "bissiger " je mehr du sie ignorierst.

Finds supet wenn du das angehst. Schritt für schritt.
Mit der Zeit kannst du es sicher auch freunden sagen dass du thera machst. Bin damit recht locker (bicht mit dem mb) und dann sind alle erleichtert und auch offen. Du ahbst nicht wer alles thera macht, gemacht hat, wer osychisch kranke Eltern hat etc etc
Und dann später evtl auch engen Freunden sagen wieso. Ich nennen keine details ausser wenn sehr vertraute menschen fragen merke aber dass es in freundschaftwn vieles erleichtert und verbessert. Sonst bleibt man ewig einsam. Und wenn jemand zu oberflächlich ist tja dann ist er oder sie wohl die Freundschaft nicht wert.
Und wenn es wichtig ist dann vielelicht doch mal klinik. 1 erfährt niemand was los ist wenn du es nicht sagst und 2 wirst du dann sicher nicht den job los. Meine freundin schob da jahrelang panik und hielt sich -sorry- für unersetzlich und nun geht sie schon zum 2 mal für 3 monate. Alles meist nicht so ein riesen problem wie man denkt.
Man muss es sich nur wert sein.
Ich wünsche dir viel kraft
Gastacht

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Fr Aug 02, 2019 7:02 am

Hallo Gastacht,

erneut vielen Dank für Deine Worte und das Du Dir die Mühe machst etwas dazu zu sagen.

Richtig, meine Eltern können lernen und sollten es auch. Leider habe ich gerade von meiner Mutter das Verleugnen erlernt. Meine Mutter verleugnet vor der Außenwelt so viel. Ich wurde dazu erzogen, nicht zu erzählen, wenn zuhause etwas passiert ist. Ich wurde erzogen, dass bestimmte Dinge niemand etwas angehen und das man auch über bestimmte Dinge nicht mit anderen spricht. So geht es sicher einigen. Das zu durchbrechen ist für mich schon schwierig. Meine Mutter lebt bereits über 60 Jahre so. Ich denke, sie wird das selbe Problem haben. Nichts desto trotz hast Du Recht, es geht hier um Mich! Ich kann das durchbrechen und muss einmal in der Lage sein meinen eigenen Kindern, sollte ich jemals welche haben, ein gesundes Verständnis dafür zu schaffen. Abgesehen vom Anvertrauen, Vertrauen etc.

Deine Erfahrung über das Anvertrauen liest sich sehr positiv. Es ist gut, dass es diese Reaktionen darauf so auch wahre Freundschaften entstehen oder sich diese festigen. Wie ich ja bereits beschrieben habe, habe ich immer Angst vor der Außenwelt, deren Reaktion, mein Gefühl dabei. Ich nehme Deine Erfahrung aber mal so „mit“. Das macht Mut. Vielleicht kann ich es irgendwann genau so erleben.

Was die Klinik betrifft bin ich wirklich hin und hergerissen. Ich denke ich sollte vorerst mit einer Therapie beginnen, mich von einer Therapeutin (ein Mann würde mich noch mehr Hemmen) begleiten lassen, bei den ersten Schritten zur Öffnung.
Für mich spielt meine gewohnte Umgebung, mein Zuhause eine sehr wichtige Rolle was meine Sicherheit bzw. Mein Sicherheitsgefühl betrifft. Da möchte ich derzeit ungern heraus.

Seit einigen Wochen nehme ich ja nun diese Antidepressiva ein. Vielleicht ist das dann auch ein guter Zeitpunkt „da dran zugehen“. Ich habe schon überlegt, ob ich einer meiner engsten Freundinnen einmal einen dieser Träume Anvertrauen soll. Vielleicht lässt sich so an das Thema herangehen....
allerdings habe ich hier im Forum schon ganz ausgeprägte Diskussionen zu diesem Thema lesen können, was das Anvertrauen an Freunde etc. betrifft. Zwangsläufig muss eh jeder selbst seine Erfahrungen machen und wie das eben mit zwei unterschiedlichen Menschen so ist, können die Reaktionen darauf ganz unterschiedlich ausfallen.

Jetzt habe ich gleich einen Arzttermin. Vorsorglich, wegen der Einnahme der Tabletten. Das macht mich nervös.

Schönen Tag.

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Sa Aug 03, 2019 1:49 pm

Hi
Wie war der arzt?
Schau einfach... erst mal ambulant. Und alles weitere sieht man dann
Puzh ja das ist übel mit dem verleugnen.
Meine mutter ist übrigens das Gegenteil. Das ganze dorf weiss was mir passiert ist. Auch sch... :(

Genau jeder muss seine Erfahrungen mit dem anvertrauen machen. Meine freunde haben zu 90 Prozent sozialw berufe oder studieren soziales oder waren oder sind selbst mal psychisch belastet. Das erleichtert wohl vieles.
Du hast bisher nur diese Träume oder?
Oder du beginnst damit dass es dir nicht gut geht und wenn sie dann weiter fragt..aber tu das wie du denlst.
Gastacht

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Sa Aug 03, 2019 2:16 pm

Hey,

war ganz ok. Er fragte wie es mir geht mit den Tabletten und ob ich nochmal eine derartige Attacke hatte, wie es gerade beruflich geht... dann überreichte er mir mein weiteres Rezept für die Tabletten und ich ging. Eigentlich sehr unspektakulär aber vorher kostet mich das immer Nerven. Dementsprechend fertig war ich danach dann bei der Arbeit.

Das ist ja schlimm, dass sie es jedem erzählt hat. Als ob es nicht schwer genug wäre.... das ist unglaublich. Wie gingst/gehst du damit um? Bist du weggezogen?

Ich war in meiner Jugend ziemlich krass unterwegs und habe deshalb in meinem Heimatdorf sicherlich keinen guten Ruf. Hinterfragt hat das zumindest offensichtlich keiner. Hintenrum wurde viel geredet, meine Mutter lies das aber auch kalt. Unangenehmes einfach ignorieren war/ist ihre Lebenseinstellung. Hat sie ein Glück, dass aus mir noch was ordentliches geworden ist. -.-

Schön, dass sie damit so gut umgehen. Das freut mich sehr für Dich. Ich werde mir das als positives Beispiel behalten und für mich als Mutmacher bewahren.

Was genau meinst Du mit deiner Frage, ob ich nur diese Träume habe? Ich weiß nicht so recht was ich antworten soll :) ist das „nur diese“ auf „nur Alpträume“ bezogen oder meinst du ob ich sonstige Folgen habe?

Ich möchte Dir etwas sagen. Ich habe heute eine Therapeutin kontaktiert...

Grüße
Anonym00

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mo Sep 30, 2019 6:22 am

Seit Tagen leide ich wieder unter diesen Schmerzen. Kopf, Nacken, Schultern, Rücken... ich halte das kaum mehr aus. Ich hatte nun wirklich viele Wochen Ruhe. Kann aber keinen Zusammenhang erkennen. Wenn ich endlich geschlafen habe, werde ich nach geraumer Zeit von den Schmerzen geweckt. Am Tage fühlt es sich an als hätte ich einen zu schweren Rucksack getragen. Ich mache meine Gymnastik, trinke viel, versuche zu entspannen... Nichts hilft. Tabletten helfen gerade einmal 1-2 Std. Dann muss die nächste her. Ich verzweifle.

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