Tägliche Gedankenfresser *trigger*

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anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mi Jan 02, 2019 10:37 am

Seit Tagen bin ich nur zuhause. Vom Bett zur Couch ist mein Spaziergang. Ich möchte raus, etwas unternehmen, doch ich bin so müde. Zum Glück habe ich noch eine Woche Urlaub. Trotz der Müdigkeit kann ich nicht schlafen. In den Morgenstunden, da schlafe ich etwas. Kann aber auch nicht mehr liegen. Der Körper braucht Bewegung. Ich sollte mich bewegen.
Ich muss einen Arzttermin machen, zur Besprechung des MRTs. Erreiche noch immer niemand.
Freundinnen fragen nach Verabredungen, ich sage ab. Ich möchte mich verabreden, doch bin ich zugleich zu ... müde?!
Ich funktioniere besser ohne Urlaub. In den Urlaubszeiten bin ich beschäftigt mit mir selbst. Mit allem was nicht passt, was ich nicht habe oder nicht kann. Ich fühle mich schlecht und unnütz.

Gestern habe ich „Füttere den weißen Wolf“ von Ronald Schweppe angehört. Ich habe es angefangen. Vielleicht kann ich da etwas mitnehmen. Er spricht von mir. Das bin ich, mein Verhalten. Ich muss mich umprogrammieren. So wie auf der Arbeit. Da funktioniert das. Da bin ich anders. Ich bin erfolgreich, ernstgenommen, autoritär...

Ich will den weißen Wolf füttern.
Heute wird ein guter Tag. :!:

anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » So Jan 13, 2019 11:14 am

Vielleicht möchte mir jemand über Erfahrungen beim Aufsuchen einer Beratungsstelle berichten? Über Ablauf, Umgang, Erforderlichkeit des „darüber Sprechens“....

Dankeschön.

aoi
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von aoi » So Jan 13, 2019 12:21 pm

Hallo liebe anonym00,

ich kenne diese Tage an denen gar nichts geht. Du fragst dich, ob du müde bist und deswegen nicht raus gehst, dich nicht verabredest. Ist das tatsächlich der Grund oder steht dahinter die Angst, dass alte Erinnerungen hochkommen? Oder du vom sozialen Umgang mit Freunden etc. deine Fassade nicht mehr aufrecht erhalten kannst? Dass dir draußen was passieren könnte?

Dann ist es keine Müdigkeit. Die Müdigkeite wäre dann die Konsequenz aus dem andauernden Stress, der dir nicht gut tut.

Ich habe in der heutigen Zeit nur positive Erfahrungen mit Beratungsstellen gemacht. Ich hatte eine anonyme Email geschrieben, weil ich mich nicht traute, anzurufen. Dann habe ich einen Termin ausgemacht und bin hingegangen. Vom ersten Termin war ich positiv beeindruckt, weil die BeraterInnen viel Erfahrung haben und sich ganz behutsam dem Thema nähern.

Ich kann dir leider keine Erfahrungen berichten, was du ansprechen musst. Generell ist es so, dass du nur das sagst, was du möchtest! Und das akzeptieren sie komplett! Du bist eine von vielen (leider!) und meistens steckt ein komplexes System hintendran. Dem sind dich die BeraterInnen bewusst. Ich war beim Erstgespräch laut meiner Thera eine Ausnahme. Ich habe gleich alles sehr sachlich erzhält, an was ich mich erinnere und wo ich hinwollte. Letzteres war absolut zu hoch gegriffen und daran musste ich arbeiten... Geduld üben und kleine Schritte vorwärts gehen. Fällt mir heute noch nicht leicht. Ich glaube, ich habe meine Thera damit etwas überrollt :) Aber sie kam mit klar. Meine Gefühle waren und sind teilweise aber noch komplett abgespalten.

Sie meinte, dass die meisten Personen erstmal gar nichts erzählen möchten und nicht wissen, wo sie hinwollen. Das ist also völlig normal! Das ist auch bei dir absolut in Ordnung und sie werden dich zu nichts drängen, was du nicht willst. Das ist ja unser Hauptproblem und von dem wissen sie ja.

Sie hören dir erstmal zu, können dir erste praktische Tipps für das Hier und Jetzt geben. Dann kannst ein paar Termine haben und ihr könnt ihr Ruhe über mögliche Therapieansätze sprechen und was dir in deinem speziellen Fall gut tut. Daher ist der Ablauf immer ein bißchen individuell und das ist auch gut so.

Die einzige Erforderlichkeit, die ich bei einer Beratungsstelle sehe, ist
> Kontakt aufnehmen und hingehen.

Der Rest kommt von selbst.

Ich finde es toll, dass du dich dazu entschlossen hast, eine Beratungsstelle aufzusuchen.
Du schaffst das! Kopf hoch!

LG Aoí

aoi
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von aoi » So Jan 13, 2019 12:22 pm


anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Do Jan 17, 2019 7:36 am

Guten Morgen Aoi,

vielen Dank für Deine Antwort.

Sicher, die Angst begleitet mich. Die letzten Jahre immer mehr. Früher konnte ich „besser“ damit umgehen. Der momentan einfachere Weg für mich ist zuhause in meinen vier Wänden zu bleiben und allein zu sein. Das ist nicht förderlich für meine sozialen Kontakte aber derzeit kann ich nicht anders. Während der Arbeitszeit hingegen ist es ein wenig besser. Allerdings bröckelt auch hier so langsam die Fassade. Zeit etwas dagegen zu tun, sonst leidet nicht nur mein Privatleben sondern auch meine Karriere, die mir wichtig ist. Viel, aber wichtig. Es stehen Anfang des Jahres wieder einige Dienstreisen an, dazu muss ich in der Lage sein alleine zu funktionieren und mich unter Kontrolle zu haben.

Danke für Deinen Eindruck, Deine bestärkenden Worte und das Mut machen. Das klingt alles nach einem sehr einfühlsamen Beratungstermin. Zuvor einmal zu schreiben ist für mich sicher auch einfacher und ein guter Tipp. So müsste ich vor Ort nicht „da ran“. Ich überlege es mir. Noch fühle ich mich nicht so richtig bereit. Ich habe letztes Jahr eine Beraterin gehabt, allerdings nicht von einer Beratungsstelle dieser Thematik sondern eine systemischer Beratung, rund um alle meiner sonstigen Themen. Aber über dieses Thema zu sprechen ist einfach nicht möglich bisher. Mir ist dennoch bewusst, dass ich es versuchen sollte. So geht das nicht. Seit dem Ende der Beratung fühle ich mich alleine und nicht mehr so „gestärkt“ oder „motiviert etwas zu ändern“. Ängste kamen zurück, Isolation kam zurück ...

Ich werde mich informieren. Mal sehen.

Heute bin ich noch nicht bereit.

Herzlichen Dank, Aoi.

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Sa Jan 19, 2019 11:05 am

Loswerden.

Diese Schmerzen treiben mich in den Wahnsinn. Ich kann nicht mehr. Neurologin will ein Kopfschmerztagebuch. Die Einträge schocken mich selbst. Alle paar Stunden ein Eintrag. Keine Zeitfenster von 6 Stunden ohne Schmerzen. Ich kann nicht mehr. 5 Wochen soll ich das führen. Bis dahin passiert nichts. Bis dahin muss ich weiterhin da durch. Meine Leber freut sich über viele Schmerzmittel. Wie mache ich jemandem klar, wie schlimm es sich anfühlt. Die Schmerzen sind da, von einer Sekunde auf die andere. Sie sind sofort unerträglich, mir ist sofort übel, sie sind auf dem höchsten Level. Ich sah der Frau an, dass sie mir nicht so recht glauben kann. Ist das so unnormal? Ich bin so verzweifelt. Alle paar Stunden bin ich „raus“. Ich versuche Tabletten zu vermeiden, warte immer ab, in seltensten Fällen hilft warten und sie verschwinden. Sie kommen beim liegen im Bett, auf dem Sofa, im Sitzen am Schreibtisch. Meine Kollegen erfreuen sich regelmäßig über meine Laune – Nicht. Am schlimmsten sind diese Attacken in der Nacht. Meine Schlafsituation ist sowieso mies, dann schlafe ich endlich, dann kommen diese besch… Schmerzen. Ich werde von Ihnen geweckt, da ist keine Steigerung. Sie sind da und sie sind unerträglich und immer diese Übelkeit. Ich kann nicht liegen, nicht sitzen, mich nicht drehen. Kälte hilft nicht, Wärme hilft nicht, Licht an nicht (hilft immerhin psychisch), Licht aus nicht, frische Luft nicht, Bewegung nicht, Gymnastik nicht. Was soll ich nur tun und wie mache ich das diesen Ärzten begreiflich… es geht nicht mehr.

Ich habe nun nochmals einen Orthopäden kontaktiert. Manchmal habe ich das Gefühl es kommt von meiner HWS. Ich habe manchmal Krämpfe im Nacken, es fühlt sich an als ob etwas in meine Schultern „beißt“. 5 Wochen Tagebuch sind gut und schön und sicherlich wichtig, dennoch zu lang. Das bringt mich um den Verstand, abgesehen von meinem Alltag den ich so nicht wirklich gut leben kann. Ich warte auf einen Termin. Ich fühle mich so machtlos gegen diese Schmerzen. Eine Kraft die ich nicht besiegen kann. Neurologin will Migräne ausschließen. Ich habe keine Ahnung von Migräne, ist sicher auch ein Standardprozess, der Ausschluss von Migräne bei Kopfschmerzen. Doch hat man Migräne wirklich täglich und bis zu 5 Mal? Ich kenne viele Schmerzpatienten durch meinen zweiten Beruf und so langsam beginne ich nachzuvollziehen weshalb deren Psyche so sehr leidet. Das macht im wahrsten Sinne des Wortes irgendwie verrückt. Treibt einen in den Wahnsinn. Ich wünsche mir einfach nur das es aufhört, denn da warten noch andere Baustellen auf die ich mich gerne konzentrieren möchte.
Ich hoffe so sehr auf diesen Orthopäden. Ich hoffe ich kann dann auch alles loswerden und so beschreiben. Meist schaffe ich nicht das auszudrücken was ich möchte, bei einem Arztbesuch. Ich bin nervös, stehe unter Druck und dann sage ich nur die Hälfte. :roll:

Heute geht es in die Heimat. Familienfeier. Alle kommen zusammen. Ich habe beschlossen bei meiner Oma zu übernachten. Sie freut sich. Bei meinen Eltern wäre ich heute nicht gut aufgehoben. Nicht in dieser Gegend. Das würde ich derzeit nicht packen. Fern halten. :evil:

Jetzt versuche ich mich zu überwinden und mich endlich vom Sofa wegzubewegen. Packen. Anziehen. Losfahren. :arrow:

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Sa Jan 19, 2019 4:31 pm

Ich habe seit 5 Monaten starke Schmerzen und ich versteh etwas wie es dir geht.
Ausgeliefert. Man wird verrückt. Bekomm auch Suizid Gedanken.
Und ja es kann Migräne sein. Die Mutter einer Freundin hatte das ca 5 Tage die Woche. Oft auch 14 Tage durch.
Ich wünsche dir von Herzen dass Hilfe gefunden wird.
Meine Meinung ist dass chronisch Schmerzen und komplexe PTBS auf Dauer nicht zu ertragen sind. Keine Ahnung wie das manche hier schaffen.
Viel Kraft
Gastacht

anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mo Jan 21, 2019 7:31 am

Danke Dir, Gastacht.
Deine Gedanken dazu sprechen mir aus der Seele. Verrückt werden, die Gedanken aufzugeben. Es ist auf Dauer nicht zu ertragen. Deshalb so viele Tabletten. Ich will es nicht ertragen müssen und meinem Umfeld möchte ich das auch nicht permanent zumuten müssen.

Setzte sehr viel Hoffnung in den Ortho-Termin. Angst habe ich davor.

Ich wünsche Dir sehr, dass Deine Schmerzen besser werden! Ist bei Dir irgendwann Besserung eingetreten oder gibt es Phasen in denen sie zu ertragen sind/besser sind?

Anonym00

Gastacht

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gastacht » Mo Jan 21, 2019 8:51 am

Wenn Ortho doof ist geh zum nächsten. Evtl zahl einen einmal privat. Die nehmen sich mehr Zeit.
Viele sind leider nicht so gut.
Pass auf mit den Medis. Wird das überwacht? Sind das Migräne Medis? Sonst bist du schneller abhängig als du denkst und ein Entzug ist Sch.. eine bekannte bekam immer mehr Schmerzen WEGEN den Tabletten

Keine Besserung aber irgendwie gewöhnt man sich.muss ja....

Gast Mira

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gast Mira » Mo Jan 21, 2019 2:03 pm

Liebe anonym00,

mich nimmt das gerade voll mit, was Du beschreibst, und wie es Dir geht.

Spontan fällt mir folgendes ein:
1) zum Osteopathen gehen. Die haben ne "ganzheitliche" Sicht, und wissen idR auch, was sie tun!
Wichtig ist, dass Du "als Ganzes" wahrgenommen wirst.
Sog. 'Fachärzte' checken halt nur die/Deine Bereiche ab, die ihr Fachgebiet betreffen.
Körper, Geist und Seele... Alle drei spielen zusammen. Bedingen sich gegenseitig. Deshalb hilft langfristig und nachhaltig auch nur ein "ganzheitlicher" Ansatz.
2) aus der TCM ist mir bekannt, dass die LEBER die Stimmung macht/beeinflußt.
Heisst, Leber stärken. Mit Bitterstoffen. Wie zB die weiße Haut um Orangen/Mandarinen/Grapefruit mitessen. Löwenzahn. Aktuell nehme ich zB auch das Mariendiestel-Lebertonikum von Salus (Reformhaus). Auch super: Artischocken.
3) unbedingt für ENTSPANNUNG sorgen!! Egal auf welche Art und Weise. Aber ruf Dir das ins Bewußtsein und plane es in Deinen Tagesablauf ein. Regelmäßig durchführen.

In akuter Not ist das jetzt wahrscheinlich schwer umzusetzen.
Vor allem die Entspannung. Aber ich weiß halt aus Erfahrung, dass chronische Anspannung (die man vorher gar nicht bewusst wahrgenommen hat, weil leider schon 'zur Normalität geworden') über kurz oder lang zu allerlei "Auswüchsen" führen kann.

LG.
Mira

anonym00
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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Di Jan 22, 2019 7:27 am

Guten Morgen,

@gastacht:
Danke. Guter Tipp. Ich habe morgen einen Termin erhalten, danach überlege ich den nächsten Schritt. Ich hoffe ja ich brauche keinen nächsten Schritt mehr. Die Neurologin meinte, ich solle die Tabletten gegen Migräne nicht mehr als 10 mal in diesen 5 Wochen einnehmen. Ich habe bisher versucht die Tabletten zu vermeiden, da ich ohnehin mehr als 10 brauche. Ich habe letzte Woche zwei mal eine solche Tablette eingenommen, leider ohne langen Erfolg. Da kann ich auch frei erhältliche Medikamente einnehmen, die wirken ungefähr genau so „lang“. Sie meinte, bis klar ist was es genau für eine Ursache hat, kann ich das erstmal so weiter einnehmen. Ehrlich gesagt fühle ich mich da gerade auch sehr wahllos, denn ohne geht es wirklich kein Tag. Ich versuche es natürlich so lange es geht zu vermeiden. Besonders aber im Berufsalltag ist das schwer herauszuzögern.
Danke Dir und alles Gute gastacht.


@Gast Mira:
Vielen Dank. Du hast Dir ja wirklich Mühe gemacht mit all Deinen Tipps.
Den Osteopathen habe ich im Hinterkopf. Nach dem Termin morgen wird das ggf. eine Option werden. Nebenberuflich arbeite ich als Krankenschwester und habe leider genau diese Erfahrung immer wieder in der Behandlung der Patienten machen müssen. Da fehlt leider die ganzheitliche Betrachtung. Und wenn jemand versucht, die Betroffenen ganzheitlich zu betrachten, so ist der Mensch direkt stigmatisiert. Aus einer ganzheitlichen Betrachtung wird dann wieder eine Einseitige. Der Fokus wird verlagert. Dann spielt das körperliche Symptom keine Rolle mehr und wird heruntergespielt und nicht mehr ernst genommen.Das ist sehr schade.
Das mit der Leber wusste ich nicht, auch das ist ein Versuch wert. Hauptsache alles versucht.

Ja, die Entspannung. Ich versuche mir Abends meine Auszeit zu verschaffen. Das geht körperlich recht gut, weil ich am Limit bin. Derzeit schaffe ich es gerade so nach Feierabend auf das Sofa und ins Bett. Keine Lust zu kochen, zu essen, zu putzen o. ä. Sozusagen könnte man meinen, ich habe genug Auszeit und Zeit für Entspannung, doch da leidet die Entspannung. Ich bin zuhause manchmal ziemlich angespannt, dessen bin ich mir bewusst, ich muss es nur noch ändern können. Während meiner vergangenen Beratungszeit hatte ich Anspannung, Ängste, Panikattacken und Unwohlsein zuhause etwas besser unter Kontrolle. Da sollte ich wieder hinkommen. :roll: ich versuche es durch äußere Rahmenbedingungen etwas entspannter zu machen. Mich entspannter zu machen. Schlaftee, Decke, Wärmflasche muss immer mit. Aber ich weiß, jammern hilft nix, umsetzten muss ich es. :|

Danke euch für die vielen Ratschläge und lieben Worte.
Ich wünsche Euch einen guten Tag.
Grüße
Anonym00

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Mi Jan 23, 2019 6:44 am

Alpträume. Schmerzen. Angst. Halbe Nacht wach.
Der Traum wirkt nach.
Umher gegangen, die halbe Nacht.
Geräusche verunsichern. Türen kontrolliert.
Ich bin genervt und müde.
Nervosität wegen dem Termin. Muss man sich ausziehen? :shock:
...
Gedanken loswerden und verschwinden lassen.

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Do Jan 24, 2019 7:21 am

Angstattacke.

Der Arzt war sehr freundlich und kompetent. Hat mich alles erzählen lassen. Er nahm sich Zeit für das Erstgespräch.
Kündigte ein Röntgen an, danach eine körperl. Untersuchung. Bis zu diesem Zeitpunkt war alles noch okay. Für das Röntgen musste ich nur meine Ohrringe ablegen. Ich war erleichtert. Die körperliche Untersuchung dann nur in Unterwäsche. Ging irgendwie mechanisch, aber wollte ja Hilfe. Natürlich sah er die Narben. Der Mann ist ja nicht blind. Fühlte mich unwohl so halbnackt.

Dann meinte er, er würde mich gerne einrenken. Als Kind wurde das schonmal bei mir gemacht. Wusste also, so dachte ich, was auf mich zukommt und war da relativ entspannt. Damals war ich klein, angezogen und das machte eine Ärztin so schnell, im Stehen. So weit zumindest meine Erinnerung.
Dann kam die Aufforderung mich vollständig zu entkleiden...den Oberkörper. Hose wieder anziehen. Schon wieder hatte ich nicht den Mut mich selbst zu achten und das zu verneinen. Was mache ich? Ich funktioniere. Ab da war ich irgendwie „raus“. Stand irgendwie neben mir. Gedanken waren weg. Ich bin fast 30 und schaffe noch immer nicht da eine Grenze zu setzen. Er zog mich von hinten nach oben, im Stehen. Hängte mich irgendwie auf. Kann das nicht richtig erklären. Es krachte jedenfalls und das war wohl das gewünschte Ergebnis.
Dann sollte ich mich auf die Liege legen. Noch immer Oberkörper unbekleidet. Ich funktionierte wieder. Ich sollte mich auf den Rücken legen, die Arme überkreuzen, mit den Händen meine Schultern anfassen. Dann legte (gefühlt schmiss) er sich mit voller Kraft auf mich, drückte nach unten. Der lag gefühlt mit dem ganzen Gewicht auf mir. Ich sollte dabei ein- und wieder ausatmen. ATMEN!? DAS hatte ich nicht erwartet. Da wars vorbei. Ich konnte weder atmen noch sprechen und der Doc dachte bestimmt, ich spinne. Ich versuchte mich irgendwie zusammenzureißen. Da kamen aber einfach die Tränen. Ich konnte das nicht unterdrücken. Er fragte, ob das der Schreck war oder ob ich Schmerzen habe. Er sagte noch „Rezept abholen“ und ich könne mich anziehen und war raus aus dem Zimmer. Der war sichtlich überfordert und ich war beschäftigt damit nicht völlig auszuflippen. Ich zog mich schnell an und suchte erstmal die Toilette der Praxis. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich dann mein Rezept am Tresen geholt und bin schnell gegangen. Draußen, im Auto hat es mich völlig überrollt. Ich bekam das einfach nicht in den Griff. :|

Das hat mich den ganzen Tag gekostet. Habe meine Schulung abgesagt zu der ich im Anschluss hätte gehen müssen. Die Kolleginnen waren sicher nicht begeistert und für den Nachmittag habe ich mich auch in der Arbeit krank gemeldet. Ich war da gedanklich wie drin gefangen.

Im Nachhinein betrachtet schäme ich mich so sehr. Ich möchte gerne einmal einen Arztbesuch durchstehen ohne irgendein Drama. Früher ging das besser. Verdammt unangenehm.
Der Arzt war wirklich super. Ich habe mich sehr ernstgenommen gefühlt und er nahm sich wirklich Zeit... sehr kompetent. Sicher wollte er vermeiden, dass der BH stört, der Bügel drücken würde. Ist halt mein Problem. Er hat ja nur seinen Job gemacht.

Ergebnis ist, ich habe ein KG-Rezept. Er tippt ebenfalls auf psychosomatische Schmerzen durch An-/Verspannung. Ein Muskel der verhärtet ist und auf Nerven drückt. Eine Fehlstellung der HWS die nicht mehr als Stoßdämpfer fungieren kann.

Ich muss ja sagen, nach dieser Erfahrung habe ich dezent Angst vor einer KG. Muss ich da auch mit solchen Überraschungen rechnen? Ich werde versuchen eine Frau zu finden. Vielleicht ändert das was.
Ich bin einfach zu Kompliziert.

Gast Mira

Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von Gast Mira » Do Jan 24, 2019 10:29 am

Das mit dem 'Funktionieren' kenne ich! Und wünschte auch, das noch in der Situation selbst direkt stoppen zu können. Meist ist/fühlt man sich halt irgendwie in der 'schwächeren' Position. Und da fehlt dann zwangsläufig schlichtweg die Kraft dazu, noch 'Bedingungen'/'Forderungen' zu stellen. Um so mehr bei starken körperlichen Schmerzen/Beeinträchtigungen. Also ... Sei da mal nicht so streng mit DIR ;-)

Das mit den verschobenen Wirbeln kenn ich auch.
Die Holzhammer-Methode leider auch! Auch mit nachfolgendem Nervenzusammenbruch.
Und Fassungslosigkeit/Empörung, weil überwältigt/überrumpelt worden.
Noch dazu dieses laute Knackgeräusch.

Hinweis: Es gibt sanftere und bessere Methoden. Bei Physiotherapeuten mit dem Zusatz "Manuelle Therapie" (auch mit KG-Rezept möglich).
Langfristig: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Nordic Walking zB. Da ist der gesamte Rumpf und Schulterbereich in Bewegung. Yoga. Und natürlich die kommenden KG-Uebungen.
Du bist noch jung. Sei nicht so streng mit Dir. Behalte einfach die verschiedenen Hinweise im Hinterkopf. Und dann... Kommt Zeit, kommt Rat!

Noch was (von einer früheren und lieben Yoga-Lehrerin):
"Lass los... Alles, was Dich belastet... Lass los..."
(Zum nachklingen lassen. Immer wieder für sich ins Bewußtsein/Gedächtnis rufen... Ist ein ständiger Prozess für sich.)

Alles Liebe!
Mira

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Re: Tägliche Gedankenfresser *trigger*

Beitrag von anonym00 » Do Jan 31, 2019 7:29 am

Danke Mira!
Ich war gestern bei der KG. Ich habe ein Therapiezentrum rausgesucht mit ausschließlich weiblichen Physios um jedem Drama möglichst aus dem Weg zu gehen. Die war sehr vorsichtig.
Yoga mache ich einmal die Woche in einem Kurs. Zuhause bin ich leider nicht so motiviert... meist habe ich einen sehr langen Arbeitstag und bin erst spät zuhause. Da habe ich irgendwie keine Lust mehr... ich weiß, dass sollte ich ändern...

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