Emotionaler Missbrauch

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
Nebel

Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 11:58 am

Hallo,

ich habe eine Frage:

Was genau ist emotionaler Missbrauch in einer Therapie, also zwischen Therapeut und Patient?
Bin aktuell etwas verwirrt, ob ich nur empfindlich bin... :oops:

Grüße, Nebel

Gast

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Gast » Di Okt 30, 2018 12:13 pm

Damit ist gemeint, dass eine Therapeutin Übertragungen der Patientin entsprechend begünstigen. Die eigenen Defizite und Grenzen nicht kennt, diese Defizite aber möglicherweise subtil wahrnimmt und reaktiv sich narzisstisch mit Hilfe der Bedürftigkeit ihres Klientels, selbst aufwertet.

Sie möchte zum Beispiel, dass der Patient hilflos bleibt. Nicht wieder selbstständig wird.

Nebel

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 12:16 pm

:shock: oh nein...
dass kommt mir bekannt vor :oops:

Gast

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Gast » Di Okt 30, 2018 12:19 pm

magst du erzählen, was passier ist ?

Nebel

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 12:32 pm

Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht wo ich da anfangen soll :oops:
Dass ist eine ziemlich lange Geschichte denke ich :roll:
Und ich schäme mich

Gast

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Gast » Di Okt 30, 2018 12:35 pm

akzeptiert

Nebel

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 12:37 pm

Vll versuche ich es später in Ruhe zur formulieren und zusammenzufassen...
was ist akzeptiert?

Gast

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Gast » Di Okt 30, 2018 12:42 pm

akzeptiert, dass du nicht darüber reden möchtest :wink:

Nebel

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 1:18 pm

Mhhmmm...
Ich versuche einfach mal anzufangen.
Die Therapie um die es mir geht, ging viele Jahre lang.
Ich suchte damals in völliger Verzweiflung einen Therapieplatz, da ich nicht mehr die Wohnung verlassen konnte, wegen Angst und Depressionen.
Damals traf ich auf sie, die Therapeutin.
Ich war sehr sehr skeptisch und misstrauisch und es war seltsam für mich 1x pro Woche zu ihr zu gehen.
Gesprochen wurde nicht wirklich viel.
Sie beharrte relativ schnell drauf, anstatt 1x wöchentlich zu ihr zu kommen auf 2x wöchentlich und dann auf 3x wöchentlich.
Ich klammerte mich mit aller kraft an diese Frau, sehnte mich nach jeder Std.
Konnte die Tage ohne sie kaum ertragen, weil sie mir körperlich unter anderen viel gab.
Eine wie soll ich sagen körperliche Nähe, Berührungen :oops:
Spürte ihren Atem, ihren Körper, so, als wären wir EINS :shock:
Wenn ich etwas schlimmes erzählte und wegdriftete, fand sie es am besten, sich sofort zu mir zu setzen, auf die Liege, und mir sehr nah zu sein, mir machte das riesige Angst, und ich blockte nur noch mehr ab...
bekam nicht wirklich mit, wenn sie neben mir saß, weil es mir zu nah war und ich dicht machte.
ich atmete nicht und hielt einfach nur inne, einerseits genoss ich diese nähe, andererseits machte sie mich ohnmächtig, hilflos und panisch.
ich verliess die std oft sehr verwirrt und durcheinander und verletzte mich zuhause dann selbst, um wieder etwas zu spüren und um mich zu bestrafen, dass ich es zuließ :oops:
so viel erstmal... mehr geht gerade nicht

Mucki
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Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Mucki » Di Okt 30, 2018 2:47 pm

Das ist natürlich keine gute Erfahrung. Ob das schon MB ist, musst Du selbst beurteilen. So wie ich es lese, ist es eine Therapeutin, die nicht auf Deine Bedürfnisse sieht, sie nicht wahrnimmt und nicht fragt, was Du brauchst. Dass man zu Beginn einer Therapie die Thera verehrt, sich nach ihrer Nähe sehnt usw. finde ich nicht unnormal bzw. erging es mir auch so. 3x pro Woche ist auch eher unüblich nach meiner Erfahrung. Bist Du weiterhin bei Ihr? Hast Du ihr irgendwann sagen können, dass das nicht Dein Weg ist? Sie scheint ja dominant zu sein und Dir kaum Raum zu geben. Mein Eindruck ist, dass sie nicht die richtige Therapeutin für Dich ist. Geht es Dir denn inzwischen besser? Kannst Du wieder raus gehen, am Leben teilnehmen? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schwer ist sich zu lösen, selbst wenn es eine schlechte Therapie ist, aber es liegt in Deiner Verantwortung für Dich....die hat kein anderer Mensch, egal welchen Beruf er hat. Das muss alles nicht so stimmen, ist lediglich mein Eindruck und meine Erfahrung, ok?

Alles Gute und liebe Grüße
Mucki

Mucki
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Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Mucki » Di Okt 30, 2018 2:48 pm

...ach so, das wollte ich noch ergänzen....es ist nichts, wofür Du Dich schämen müsstest!

Nebel

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Nebel » Di Okt 30, 2018 5:06 pm

so ich versuche noch ein bisschen mehr zu schreiben.
ich versuchte oft für mich dinge in der std anders zu machen, um mir das reden zu erleichtern, sie ging darauf nicht wirklich ein und betonte oft, es sei nicht wichtig über den missbrauch zu reden.
sie vermittelte mir den eindruck,dass sie davon sowieso lieber nichts hören möchte :roll:
ich wechselte oft den sitzplatz, um zu schauen, ob es dort besser ist für mich.
einmal sagte sie, ich dürfte sitzen wo immer ich will, auch auf dem sessel, der ihr gehört.
fand ich lieb, nahm das angebot aber nicht an.
dann nach einer zeit und weiteren std wollte ich das angebot doch annehmen, da ich mich mit der tür im rücken absolut unsicher fühlte. ich sagte, dass ich lieber auf ihrem sessel sitzen würde, da ich mich dort sicher fühlte, wenn die tür sichtbar ist und nicht in meinem rücken.
da wurde sie plötzlich total laut und schrie fast; " Also frau xy dass geht gar nicht, dass ich MEIN platz, Sie bleiben dort wo Sie sind" :shock: äähhm warum schlug sie es denn dann vor damals????? ich bin so dermassen erschrocken und hatte auch mega angst vor ihr...
egal was ich sagte, nie wusste ich wie sie reagiert...
mal war sie voll einfühlsam und nett und dann wieder bum, laut und gemein, und kalt... :oops:

bei mir ist nicht sicher, wieviele täter es gibt, bei einem wusste sie es schon.
als ich dann meinen mut fasste und von bildern erzählte, die einen andren täter zeigen, kam der nächste knaller:
sie schrie wieder" also Frau xy, jetzt gehen Sie aber wirklich zu weit! dass glaube ich nicht" :shock: :shock:
danke auch, damit war mein vertrauen vollends dahin...
problem bei der sache, allein ohne thera konnte ich auch nicht leben :roll: :cry: :oops:
ich ging brav weiter zu ihr, schwieg std um std, hielt mehr oder weniger smalltalk...
ich sehnte mich so sehr nach der Frau, obwohl sie manchmal so seltsam war, so unberechenbar.
oft mals schrieb ich ihr mails, wenn ich ne antwort bekam, dann total liebevolle worte, die mich sehr rührten und absolut nicht zu dem passten wie sie sich in der std mir gegenüber verhielt :roll:

ach ja, genau da gab es noch eine zeit, ich weiss nicht mehr, von wem es ausging damals, wo wir uns nach jeder std zum abschied in den arm nahmen, und wo sie in den std meine hand in ihre nahm.

so eine richtig intensive nähe, sie legte oft ihre hand in meinen rücken und atmete mir vor wenn ich keine luft bekam und dann von einer auf die andre std nahm sie mir das alles weg...
sie gab mir nichts mehr davon,
war von 0 auf 100 voller distanz und kälte, schaut mir nicht mehr richtig in die augen, war seltsam verschlossen irgendwie.
als ich sie fragte, warum sie das macht meinte sie nur, sie hätte das gefühl, es tut mir nicht gut.. aha gut dass ich dazu auch was sagen darf :oops: :twisted:
ich erzählte ihr manchmal von sexuellen träumen die ich hatte worin sie vorkam, das war auch seltsam weil ich das gefühl hatte, ihr gefiel dass und sie wollte details :oops:

ja ich weiss auch nicht, es gab so viel wo ich mich fragte, was ist das jetz? gehört das noch zur normalen therapie oder läuft was schief??

sie sprach auch davon, meine mutter zu sein auf gewisse art und weiße :oops: :oops: :oops:
heftig so was.

als ich einen hungerstreik begann, schenkte sie mir was zu essen und ne blume :roll:

irgendwie hielt sie mich immer klein und abhängig, ich hatte das gefühl, sie wollte nicht dass sich was verändert bei mir, dass ich sie immer und immer brauche, nur sie mir helfen kann, bzw ich nur zu ihr gehen sollte.
ich hatte nebenbei noch eine andre thera, die ich selbst zahlte, die machte sie immer und bei allem schlecht, was die nicht alles falsch macht in ihren augen :roll:

alles so unglaublich kompliziert.

ich bin seit anfang diesen jahres nicht mehr bei dieser therapeutin, aber ich komme gedanklich nicht los von ihr.
vermisse sie extrem :cry:

ist das alles normal, oder spinne ich einfach nur?

Mucki
Beiträge: 172
Registriert: Mi Jan 17, 2018 10:27 pm

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Mucki » Di Okt 30, 2018 9:46 pm

Hast Du denn inzwischen eine andere Thera? Dort könntest Du diese Beziehung für Dich klären. Worauf bezieht sich die Frage, ob das alles normal ist? Normal ist das Verhalten der Thera nicht, Deine für jemanden, der traumatisiert ist, nicht selten und recht verständlich. Da haben sich wahrscheinlich Bedürfnisse miteinander vermischt, die nicht in ein therapeutisches Arbeitsbündnis gehören. Deine Sehnsucht nach Nähe und Wärme hat sie teils befriedigt und dann wieder entzogen, da ist es verständlich, dass Du sie, trotz allem, vermisst. Wenn Du versuchst ganz erwachsen und realistisch auf die Zeit zu schauen, wird es evtl. deutlich, dass es Zeit wurde, dass Du dort weg kamst. Gibt es in der Realität jemanden oder etwas, der Dir Nähe und Wärme geben könnte? Was könntest Du tun, damit die Ereignisse Dich nicht mehr so intensiv beschäftigen? Das Grübeln darüber ob das nun "normal" war, kostet viel Energie und vielleicht hast Du die Möglichkeit der Ablenkung? Wie kam es zu zwei Theras gleichzeitig? Diese eine hat Dich stark in eine kindliche Abhängigkeit gedrängt und es ist wichtig da raus zu gehen und erwachsen zu agieren. Ich wünsche Dir sehr, dass Du dafür hilfreiche Unterstützung findest und diese nutzt.

Mucki

Andersdenkender

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von Andersdenkender » Mi Okt 31, 2018 12:40 am

Hallo!

Also gut, du hast geschrieben um deine Situation für dich zu klären. Und ich kann jetzt nur hoffen, es geht dir nicht nur darum Zuspruch zu bekommen, sondern einen Blickwinkel von außen.
Zuerst einmal, natürlich war niemand bei den Therapiestunden dabei. Und ich habe jetzt nichts eindeutig verwerfliches gelesen, wo keinen anderen Schluss zulässt. Viel von dem was du schreibst ist was du von dem was passiert ist in den Stunden aufgenommen hast. Sätze wie:“Es kam mir vor sie wollte das so“, verstehst du, das ist dein Empfinden, muss aber nicht so sein.
Natürlich ist immer viel Bauchgefühl dabei.
Für mich hört sich deine Schilderung einfach danach an, als hätte sie dich nicht gut da abgeholt wo du standest. Gerade zu Anfang, wo du beschrieben hast das Dir ihr Näherkommen zu nah war. Das hätte sie vielleicht mal klären können, oder ein besseres Gespür für haben.
Es wirkt auf mich so als hätte sie durchaus probiert welche Unterstützung für dich besser ist.
Zu sagen das sie etwas nicht glaubt geht nicht! Allerdings gibt es natürlich unglaubliches. Strichpunkt Alienentführungen. Ich gehe aber davon aus darum ging es nicht.
Ihr habt einfach nicht gut zusammen gepasst.
Du wirkst nicht sehr stabil, nicht in deiner Erzählung und nicht jetzt. Von daher ist es eigentlich nicht gut über Traumainhalte zu reden. Vielleicht hat sie das versucht zu umgehen, was richtig ist und du hast das gemerkt, was natürlich nicht gut für dich ist und es kommt dir so vor, als ob sie es nicht hören wollte.
Es ist in der Traumatherapie eigentlich sogar empfohlen mehrmals die Woche Stunden zu machen. Zwei, drei mal ist da nicht ungewöhnlich. Das ist nur schwer bezahlt zu bekommen. Allerdings was die Kassen bezahlen hängt auch immer mit den Argumentationestalenten der Therapeuten zusammen.

Ich frage mich auch wie es zu zwei Therapeuten gleichzeitig kommt. Was hat dich damals dazu bewogen?
Und ich frage mich, wie kommst du auf den Begriff emotionalen Missbrauch? Wie kamst du darauf? Und was bringt es dir deine alte Therapeutenbeziehung so zu bezeichnen?
Kannst du denn sehen wo du besser für dich sorgen hättest können? Und kannst du es jetzt?
Weißt du was Übertragung ist?
Ich habe festgestellt das Therapie sehr unbequem ist. Und gerade da, wo es unangenehm wird bewegt die Therapie etwas.
Hat die Therapie dir auch etwas positives gebracht? Hat sich etwas zum positiven verändert? Hast du irgendwelche Ziele erreicht? Oder zum Teil erreicht?

Ich hoffe dir tun meine Worte nicht zu sehr weh. Aber es ist meine Laienmeinung das man als erwachsener manchmal auch Meinungen überdenken sollte die nicht mit der eigenen übereinstimmen. Auch wenn es weh tun mag, vielleicht lenkt es die eigenen Gedanken in eine neue Richtung. Und so möchte ich meine Meinung auch verstanden wissen. Als Meinung aufgrund der mir hier dargelegten Informationen, meiner Erfahrung und meinem Gefühl. Nicht als absolute Wahrheit.
Also als Denkanstoß.

In diesem Sinne...

gastacht

Re: Emotionaler Missbrauch

Beitrag von gastacht » Mi Okt 31, 2018 8:09 am

Hi
Das war wohl eine extrem schlechte analytikerin und ich hab selbst ne gute analyse gemacht und ich find das ist mb! Eindeutig.
versteh nicht dass andere hier dran zweifeln.
Hab echt ahnung und selbst ewig thera gemacht... also anschreien, nicht glauben, nahe kommen in der art ohne zu fragen, nicht merken dass du das nicht willst etc etc

Puuh da ist heftig. Ganz ganz schlimm. Es gruselt mich.
Bitte vertrau dir und mach anonym meldung bei der bundespsychotherapeutebkammer.
und geh bitte zu ner beratungsstelle und hol dir da zuspruch und bestaetigung dass es schlimm war.
Wie gut dass du da weg bist!
Und es waer gut das zu bearbeiten. Aber evtl brauchst du noch zeit und bera ist gerad besser.
Wenn du fragen hast frag ruhig.
Und nein es ist nicht deine schuld und schaemen musst du dich auch nicht. Die gefuehle sind ja typisch bei mb.
Musst du aber echt nicht.
Von herzen alles gute
Gastacht

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