An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

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Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Mi Okt 31, 2018 10:47 pm

Liebe Destiny,

oh, war das Gespräch schon. Hmm..ich hoffe einfach, er denkt doch noch über das nach was Du gesagt hast und lenkt noch ein! Vielleicht mußte er als Chef automatisch alles erstmal abschmettern.

Meine Thera sagt auch nicht viel was sie dazu denkt. Sie ermutigt mich und sagt das sie für mich da ist und das ich nicht alleine bin. Aber was sie über mich denkt, sagt sie nicht. Sie sagt nur, sie mag Diagnosen eh nicht, weil die Schubladendenken provozieren und sie guckt doch lieber dahinter, warum hat der Mensch genau diese Symptome, was steckt dahinter? Wo kommt es her, und wie kann mans auflösen? Vielleicht ist es ja bei Deiner genauso.
Auf jedne Fall ist es doch klar, daß Du Dich nicht so direkt öffnen kannst. Klar, Du kennst sie zwar, aber das ist ja auch schon lange her.

Das sie direkt mit so nem Vertrag kommt, heißt wohl daß sie schon verstanden hat, das es Dir garnicht gut geht. Aber gut wäre es natürlich wenn sie auch verstehen könnte das Du sowas jetzt nicht so einfach unterschreiben kannst.

Ich denke, Ihr braucht beide noch etwas Zeit um wieder ein Team zu werden das am selben Ziel arbeitet.

Liebe Grüße,
Imagica

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mo Nov 05, 2018 12:06 pm

Liebe Imagica,

Das mit meinem Chef wird sich wohl nicht ändern. Ist aber inzwischen ok für mich. Probiere im jetzt zustand zu sein und weder in der ungewissen Zukunft noch in der vergangenheit rumzugrübeln... soweit es halt geht.

Erzählt dir deine Thera denn von sich aus was sie denkt von was es kommt usw? Oder musst du sie darauf ansprechen?
Kann es nicht abschalten zu versuchen ihre Blicke zu interpretieren... dazu noch das zeug was sie sich alles aufschreibt. Bin halt ziemlich mistrauisch.

Du hast aber recht, es scheint als ob sie doch hinter meine ganze Maskerade schauen könnte, sonst wäre sie nicht mit dem vertrag gekommen... vielleicht ist sie doch eine von den guten.

Irgendwie brauche ich für alles momentan viiiiiiel Zeit. Es scheint alles in Zeitlupe abzulaufen. Und kaum will jemand etwas von mir bin ich überfordert und wünschte mir das mich doch alle in ruhe lassen würden. Und doch wiederum möchte ich das gar nicht. Alleine sein.

Habe in letzter Zeit nicht mal mehr die Kraft hier gross was zu schreiben...

Liebe Grüsse
Destiny
;

Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Mo Nov 05, 2018 9:27 pm

Liebe Destiny,

das mit der Zeitlupe kommt mir irgendwie bekannt vor. Das ist bei mir im Moment auch so. Irgendwie fehlt immerzu Zeit. Wenn ich sonst für etwas 10 Minuten gebraucht habe, gucke ich jetzt nach ner halben Stunde auf die Uhr und frage mich, was jetzt eigetnlich so lang gedauert haben könnte.

Klingt aber gut mehr im Jetzt zu sein.

Oft erzählt sie es von sich aus, was sie denkt woher etwas kommt, aber manchmal erzähl ich ihr auch etwas und frag sie direkt, woher das kommt, weil ich es mir nicht erklären kann. Aber ich versteh das gut mit dem Mißtrauen was sie wohl denken könnte und was sie da so alles aufschreibt. Ich versuche auch immer mal wieder nen Blick auf ihren Block zu erhaschen um zu sehen ob da jetzt irgendwas gemeines steht. Steht da aber nie. Trotzdem guck ich jedesmal wieder. Sie versteckt den Block aber auch nicht, so wie es mein kurzzeitiger Thera früher machte. Schon allein das offene macht sie viel vertrauenswürdiger. Trotzdem ist es irgendwie geradezu zwanghaft mißtrauisch zu sein...

Liebe Grüße,
Imagica

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Nov 14, 2018 5:07 pm

Schon wieder steh ich am Anfang weil ich einfach nichts hinbekomme. Wieso mache ich das immer wieder mit mir!
Hätte Thera gehabt, bin aber einfach nicht hin. Sie hat mich versucht zu erreichen. Hat gesagt ich solle mich einfach kurz melden. Aber es geht nicht. Habe nichts gemacht. Kann es nicht. Habe mich schon wieder in den Verdammten käfig gehockt. Zu meinem schutz, zum schutz der anderen wer weiss. Bringe die gedanken wiedermal nicht auf einen guten weg. Immer diese su*z*d gedanken die mich von allen seiten bedrängen. Kann meine augen keine sekunde schliessen ohne das es mir die luft abschnürt und ich zitternd nur noch in eine ecke starren kann. Ich möchte das doch gar nicht. Ich werde beneidet für mein verdammtes Leben. Habe fast alles was man sich wünschen kann. Zumindest alles was man braucht zum glücklich sein. Aber ich sehe es nicht. Sehe nicht aus diesem Loch raus.
Klar ich sollte wieder in thera. Sollte noch vieles. Bin unverantwortlich. Schade den leuten um mich herum. Ich bin ein schlechter mensch der warscheindlich das alles verdient hat und trotzdem dran verzweifelt. An sich selber verzweifeln. Erbärmlich. Angst vor sich selber haben. Noch erbärmlicher. Ich glaube langsam spinne ich wirklich. Auch die einrederei das ich mir nichts tun werde solang ich es ein bisschen beim ritzen rauslassen kann. Sollte abstand gewinnen von anderen. Ihnen mich nicht antun.
Aufhören zu jammern. Die strafe ausharren die ich verdient habe. Kann einfach nicht mehr klar denken...
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Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Mi Nov 14, 2018 9:01 pm

Liebe Destiny,

tut mir Leid, das es Dir gerade wieder so schlecht geht.

Ich habe ehrlich keine Ahnung, wie Du jetzt wieder Antrieb bekommen kannst für Dinge, die Dir guttun würden. Ich hatte das bisher noch nicht, also weiß ich leider echt nicht, was Dir da jetzt helfen könnte.

Nur bei einem bin ich sicher: Davon das Du Dich selbst beschimpfst und runtermachst, wird ganz bestimmt garnichts besser.

Ich stelle Dir mal einen Imagica-Spezial-Schüttelkakao hin und leg ne Kuscheldecke dazu. Und ein Buch, das heißt Leben. Ist ein Kinderbuch und macht Mut, finde ich. Mir hilft das manchmal.

Ich wünsch Dir viel Kraft!

Liebe Grüße,
Imagica

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Nov 14, 2018 9:58 pm

Liebe Imagica,

Dankeschön!
Habe mir alles sachen geschnappt die du hier gelassen hast und mich in eine Ecke verkrochen zum beruhigen.
Kann jetzt wieder ein bisschen klarer denken.

Ich glaube ich stehe mir selber einfach im weg und muss zwanghaft immer wieder zerstören was ich erreicht habe. Diese selbstbestrafungen. Hatte bei der letzten therasitzung bei der ich war echt ein hoch. Muss nur lernen mir einem „erfolg“ zu gönnen. Und nicht alleine zu viel nachzudenken sonst kommt wieder eine verwirrende Wörterkette raus.
Es ist als ob ein anderer teil von mir plötzlich die kontrolle übernimmt...

Positiver denken. ; abschliessen und weiter machen. Ich muss nur meine Gedanken umstrukturieren.

Liebe Grüsse
Destiny
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Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Do Nov 15, 2018 9:24 pm

Liebe Destiny,

vielleicht solltest Du das bei der Thera mal ansprechen? Sich selbst Erfolg gönnen ist auch echt schwer! Ich hab damit auch immernoch große Probleme, obwohl ich dauernd übe. Ich übe auch schon, stehen zu lassen, wenn mich jemand lobt. Und das nicht gleich zu relativieren das ich doch nur...blah..und das das doch garnix war weil.. blah.. Fällt mir echt schwer, aber ich zwinge mich mittlerweile immer wieder, dann wenigstens einfach garnichts dazu zu sagen und wenns irgend möglich ist, vielleicht doch noch ein "danke" rauszukriegen. Das geht aber selten. Eigentlich nur beim schreiben. Beim reden bisher noch absolut unmöglich, aber da kann ich wenigstens nach einem Lob mittlerweile schweigen. Das ist auch noch nicht nett meinem Gegenüber gegenüber (was ein blöder Satz!), aber es ist besser als alles förmlich abzustreiten. Babyschritte eben.

Und das ein anderer Teil von Dir plötzlich die Kontrolle übernimmt, kann ja durchaus möglich sein. Das ist bei Traumas ja garnichts ungewöhnliches. Und erst Recht dann, wenn man übers Trauma geredet hat, weil das ist ja eigentlich verboten. Es WAR verboten, aber ist halt so gespeichert das es das immernoch ist und das wirkt sich dann natürlich auch schonmal aus. Aber wenn man weiß, das sowas kommen kann nachdem man geredet hat, und drauf eingestellt ist, gehts ein Stückchen besser damit umzugehen. Find ich jedenfalls.

Liebe Grüße,
Imagica

Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Di Jan 01, 2019 9:50 pm

Liebe Destiny,

wie geht es Dir? Wie weit bist Du denn jetzt mit der Schwangerschaft? Und wie klappts inzwischen mit der Thera?

Sorry, ganz viele Fragen, aber da man garnichts mehr von Dir sieht und hört, hab ich mir halt Gedanken gemacht und wollte mal nachfragen.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Blubb » Do Jan 03, 2019 9:20 pm

Ich sitze hier heulend auf meiner sitzplatz loung in decke eingemummelt und dicker jacke. Und ich bin dir unendlich dankbar dafür. Du hast die worte gefunden, die beschrieben was mit mir gerade passiert. Fast 1 zu 1. Danke.

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » So Jan 06, 2019 10:30 am

Liebe Imagica

Danke dass du immernoch an mich denkst. Bin immernoch oft hier um zum Beispiel dich zu lesen. Aber unfähig zu schreiben. Habe leider grad keine Zeit/Kraft die Fragenn zu beantworten, werde ich aber morgen nachholen.

Liebe Blubb

Wenn du möchtest setze ich mich in Gedanken zu dir. Auch wenn ich reichlich spät antworte... Zusammen zu leiden ist, neben dem Gedanken dass man nicht möchte das jemand anderes auch so leidet, tröstlich. Wieder diese Zwiespalt in einem. Schön dass ich deiner Situation Worte geben konnte und würde mich freuen von dir zu lesen.

Euch beiden weiterhin viel Kraft
Liebe Grüsse
Destiny
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Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » So Jan 06, 2019 9:33 pm

Liebe Destiny,

schön, daß Du Dich gemeldet hast :-) Du brauchst Dich aber nicht zu bedanken, das ich an Dich denke. Ich mag Dich, also das was ich hier von Dir kenne, also fällt mir natürlich auch auf, wenn Du länger keinen Piep mehr von Dir gibst ;-)

Liebe Grüße,
Imagica

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mo Jan 07, 2019 2:07 pm

Liebe Imagica

Da wird mir gleich warm ums Herz. Finde es wirklich nicht selbstverständlich...

So zu deinen Fragen. Gut geht es mir nicht wirklich, was halt auch viel Zusammenhang mit der Schwangerschaft hat. Bin jetzt in der 33 Ssw, langsam auch ziemlich rund und unbeholfen. Der Kontrollverlust zerreisst mich. Dazu kommen noch die vielen Gedanken zur Geburt. Die fassen mich dann an, schmerzen die ich mit anderem verbinde, reagiere ich dann falsch, usw... Dann kommen die Grübeleien dazu ob ich gut genug für meinen kleinen Jungen sein werde... und wofür ich mich richtig schäme ist ab und zu der Gedanke ob er wohl auch so ein Monster werden könnte wie na ja, glaube du weiss wen ich meine. Das macht mich echt zu einem schrecklichen Menschen von einem unschuldigen Baby schon so was zu denken.

Ist also Momentan eher schwierig bei mir und leider auch mit mir.
Thera ist für mich immernoch horror und hat mich auf eine gewisse Art stumm geschaltet. Klingt irgendwie komisch. Finde einfach keine Worte mehr für das was ich Fühle. Warscheindlich auch ein Grund wieso ich hier stumm wurde.
In meinem Kopf ist so viel los aber ich bringe es nicht zu akzeptablen Wörtern. Nicht einmal die ständigen Flashbacks kann ich irgendwie zusammen fassen.

Achherrje klinge schon wieder ein bisschen irre...

Liebe Grüsse
Destiny
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Gast

Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Gast » Mo Jan 07, 2019 5:03 pm

Liebe Destiny!

Wir kennen uns noch gar nicht und ich habe in diesem Forum auch noch nie vorher geschrieben. Lese nur schon eine ganze Zeit ... Ich kann mich oft auch nicht sortieren oder ausdrücken, was ich eigentlich sagen möchte, möchte es aber trotzdem versuchen, denn gerade dein letzter Eintrag ging mir nahe.
Ich bin 2012 Mutter von einem wundervollen Jungen geworden. Ich kann deine Ängste die Geburt betreffend sehr gut nachvollziehen. Mit dem drohenden Kontrollverlust konfrontiert fühlte ich mich total überfordert und ängstlich. Mir hat nach anfänglichen Schwierigkeiten meine Hebamme geholfen.
Ich wollte planen so gut es eben planbar ist. Vielleicht kannst du dir dort auch Unterstützung holen?
Die Hebamme sollte bei der Kreißsaalbesichtigung dabei sein und mir helfen das festgehalten wird, was geht und was nicht.
Ich wollte so wenig Menschen um mich wie möglich- also nur Hebamme und Ärztin. In dieser Situation auf keinen Fall männliches Personal. Ich wollte so wenige Untersuchungen wie möglich- die Hebamme sagte auch, wenn das CTG unauffällig bleibt, bemerken wir schon Presswehen und dass das Kind kommt...
Vor den Wehen hatte ich großen Respekt. Ich sagte mir, dass mein Körper bereits so viel Schmerz ausgehalten hat für nichts und wieder nichts außer dem schlichten weiterleben das irgendwie ging, dass dieser Schmerz ertragbar und erlebbar sein könnte, da er für mich dieses Mal etwas Positves bringen würde.
Ich hatte Bedenken, mich irgendwie verrückt oder total unangemessen zu verhalten wenn der Schmerz so groß wird, aber die Hebamme sagte, sie wisse um "meine besondere Geburt" und abgesehen davon, dürfe niemand einer Frau unter der Geburt etwas übel oder zu ernst nehmen.
Das du überlegst, nicht gut genug zu sein für deinen Sohn verstehe ich auch. Lass diese Sorge dich nicht zerfressen- solange du in der Liebe zu ihm bleibst, wird die Liebe dir eine riesige Hilfe sein. Sie ist der Schlüssel zur Empathie zu deinem Kind. Solange deine schlechten Phasen nicht das Wohl deines Sohnes gefährden ist alles in Ordnung. Kinder dürfen spüren, dass Erwachsene nicht perfekt und immer stabiler, harmonischer Stimmung sind.
Auch wenn er noch so klein ist- wenn du schlechte Tage hast, rede mit ihm darüber. So komisch wie das vielleicht auch klingt, aber es hilft dir und dem Kleinen. Es ist sehr schwer, Kindern zu erklären, warum Mama traurig ist oder warum Mama etwas nicht kann, was für andere eine Selbstverständlichkeit ist, aber es ist machbar.
Das ich einen Sohn bekommen habe, wusste ich erst, als er geboren wurde. Es ist mir lange nicht aus dem Kopf gegangen, dass er auch ein Mann wird... Aber mein Sohn ist das zweite und größte Wunder in meinem Leben- mein Mann ist das Erste. Das ich einen Mann finden, dass ich eine Beziehung eingehen und aushalten kann hätte ich nie erwartet und geglaubt. Also versuchte ich immer, wenn diese Gedanken kamen, meinen Mann daneben zu stellen und mir zu sagen: es ist SEIN Sohn. Irgenwann ließen die Gedanken nach- mein Sohn war MEIN Sohn und ganz er selbst. Auch musste ich später feststellen, dass es für mich leichter war einen Sohn zu haben als eine Tochter.
Das lässt sich schwer erklären und war auch etwas, auf das ich nicht vorbereitet war.
Es ist gut- auch wenn du es im Moment sehr kompliziert findest, dass du eine Thera machst. Bleibe dabei und auch unbedingt nach der Geburt. Bei allem was kommt oder kommen kann ist Unterstützung unverzichtbar.
Du hast Recht- dein Kind ist unschuldig. Aber dir die Gedanken zu machen, die dir kommen, machen dich nicht zu einem schlechten Menschen oder zu einer schlechten Mutter. Es zeigt, wie weh dir getan wurde, aber auch, wie wichtig dir dein Kind ist!
Ich weiß nicht, ob du irgendetwas hiervon hilfreich findest oder ich Fettnäpfchensammeln gemacht habe...
Ich wünsche dir Kraft und Glaube an dein Selbst! Du bist immer noch hier!
Nachtvogel

Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Mo Jan 07, 2019 9:12 pm

Liebe Destiny,

ich verstehe Deine Sorgen ob er auch so werden könnte total. Ich mach mir auch jetzt noch immer wieder Gedanken um meine Söhne, ob sie auch nette Männer werden, die Frauen sicher nix antun würden. Ich liebe meine Söhne, aber dieses Mißtrauen kann ich nicht abschalten, das kommt immer mal wieder hoch. Ganz einfach weil sie männlich sind. Und bei meiner Tochter habe ich wiederum dauernd Angst, ihr könnte jemand was tun. Ich guck mir alle Lehrer ganz genau an, krieg immer Panik wenn ein Mann sie anspricht im Bus oder so, obwohl ich ja dabei bin. Das sind absolut typische Gedanken für Mütter mit unserem Hintergrund. Das ist völlig normal und macht Dich ganz sicher nicht zu einem schlechten Menschen!

Und ja, ich finde auch, Thera ist gerade bei einer Geburt und der Zeit danach sehr wichtig, auch wenn Du im Moment nicht reden kannst. Das wird schon noch kommen. Weil die Anfangszeit ist schon schwer, und zwar für jede Frau. Ganz einfach weil wir alles richtig machen wollen und aber garnicht so genau wissen was denn jetzt jeweils richtig ist. Und bei Frauen mit unserer Geschichte ist das ganze einfach nochmal verstärkt, weil wir nie wissen ob unsere Gefühle nun eigentlich "richtig" oder "falsch" sind. Da ist es wirklich gut, wenn da Jemand ist, der da sein und Fragen beantworten kann (das können Theras ja auch), oder der einem einfach bestätigen kann das das schon ok ist so.

Ich konnte mich glücklicherweise bei keiner der drei Geburten an den mb erinnern. Bei den ersten beiden eh nicht und bei der dritten wußte ich zwar, daß da was stattgefunden hat, aber nur ganz wenig. Das Meiste war noch verdrängt. So hab ich da überhaupt nicht dran gedacht. Da Du es nun aber weißt, fände ich auch die Hebamme eine gute Begleitung, so wie Nachtvogel das schon geschrieben hat. Bei der Geburt dürfen wir absolut alles machen. Und wenn wir das Personal zusammenbrüllen weil wir sauer über die Schmerzen sind oder so ;-) Alles ist erlaubt und ok. Wär aber sicher wirklich gut, wenn das Krankenhaus was Du auswählst, dann auch Bescheid weiß und rücksichtsvoll ist. Und wenns garnicht aushaltbar ist, kriegst Du Schmerzmittel was Dich total bedröhnt. Dann ist Dir eh alles egal ;-) Zumindest bis zu dem Zeitpunkt an dem Dein Kind geboren ist, das weckt Dich dann aus dem Egal-Zustand ganz sicher, weil das einfach ein kleines Wunder ist :-)

Und nein, Du klingst nicht irre!

Liebe Grüße und viel Kraft,
Imagica

Blubb
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Blubb » Mo Jan 07, 2019 11:40 pm

Liebe Desteny

Vielen Dank. Ja so ist es und dennoch sitzt man dann alleine da, weil man niemndem den schmerz antun möchte. :(

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