An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

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Destiny
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An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Jun 27, 2018 11:23 am

Ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich mir hier einen kleinen Platz einrichte, an dem meine Gedanken raus können, geordnet werden. Der Ort an dem das für mich unrealistische ein bisschen realistischer werden kann. An dem die Wahrheit Raum hat und meine Geschichte raus kann.
Die richtige Stärke zeige . Für das Mädchen. Für mich.

Danke für diesen Platz hier, an dem ich einfach sein kann. Dürft gerne Inputs geben. Gedanken teilen.

Destiny
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Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Jun 27, 2018 12:25 pm

Du bist der Fels, auf den sich jeder verlassen kann. Weil du ein Krieger bist. Einzigartig. Das kleine Geheimnis ist, dass du schlimmes durchgemacht hast und immer noch da bist.
Du stehts immernoch da, fest am Boden.
Du warst so tapfer, weil das deine einzige Option im Leben war. Du hast dich allem gestellt, was dich erschreckt hat. Du musstest dich stellen. Und du hast gekämpft.

Aber jetzt hast du Angst. Weil du nicht mehr allein sein willst. Weil du nicht für immer dein eigener Stützpunkt sein willst. Nicht kannst. Du brauchst eine andere Person, die für dich da ist- wie für andere.

Nicht, weil du abhängig sein willst. Sondern weil es viel einfacher und schöner wäre, mit jemandem durch das Leben zu gehen, der dich versteht.

Wahrscheinlich hat dir das noch nie jemand gesagt, aber du darfst weinen. Es bedeutet nicht, dass du hilflos bist und es ist kein Zeichen deiner Schwäche, es ist ein Beweis dafür, dass du zu lange stark warst.

Jeder kann sich auf dich verlassen. Egal, wer an deine Tür klopft, derjenige kann sicher sein, dass er von dir getröstet wird. Egal, wie viele Menschen dich brauchen, du findest immer einen Weg für alle da zu sein.
Sie wissen dass sie auf dich zählen können. Du bist das stärkste Mädchen in der Familie. Du brauchst keinen der dich tröstet. Leute kommen zu dir, wenn sie jemanden brauchen, der stark ist.

Aber als man die Leute brauchte, waren sie nicht da. Weil sie nicht wussten, wann du sie brauchst. Im Gegensatz zu dir, können sie keine kleinen Anzeichen bemerken. Und die Sache mit starken Leuten ist, dass sie nie gefragt werden, ob sie in Ordnung sind.

Du suchst niemanden, der dich retten wird. Du suchst niemanden, der deine Probleme löst und du erwartest nichts von anderen, weil du es besser weisst.
Du suchst dein eigenes Schwert. Du führst deine eigenen Kämpfe. Du versuchst immer zu wachsen, um für dich selber sorgen zu können.

Du warst nicht diejenige, die es leicht hatte im Leben. Du hast nie etwas kampflos bekommen. Du musstest immer deinen Wert beweisen. Deshalb wurdest du oft als kaltherzig dargestellt.

Aber du machst immer weiter.
Immer wenn das Leben den Ball nach hinten geworfen hat, hast du es geschafft, ihn hart zu treffen und ein Tor zu schiessen.

Aber langsam wirst auch du müde. Du hast es satt, die ganze Zeit stark zu sein. Du bist müde von den Leuten, die immer etwas von dir erwarten- deine Liebe, Zeit und was auch immer. Du wirst einfach müde. Und doch stehst du jeden Morgen auf. Jeden Tag mutiger, um die Hölle aus dem Tag rauszuschlagen. Du siehst der Herausforderung ins Auge und zwinkerst ihr zu.

Selbst wenn dich das Leben hart trifft, wenn das Leben dich mit Stöcken und Steinen bewirft, wenn du so weit hinunter fällst, dass du nicht tiefer gehen kannst, wenn jeder andere das Leben und alles ander aufgeben würde...
Du stehst fest am Boden und stellst andere vor die Frage, wie es kommt, dass du immernoch lächelst.
Du machst das, was du willst und baust mit den Steinen, die auf dich geworfen wurden ein festes Fundament.

Es ist in Ordnung, wenn du fällst und deinen Funken verlierst.
Aber wenn du wieder aufstehts, stelle sicher, dass du mit Kraft, Würde und Feuer aufstehst.

Du bist einzigartig. Du warst zu lange stark, werde jetzt für dich stark. Du bist das Mädchen.

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Gast

Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Gast » Mi Jun 27, 2018 3:53 pm

Hallo Destiny,
hat mich sehr berührt Dein Beitrag - Danke für´s Teilen ...

Von Herzen,
Rosenrot

anonym00
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von anonym00 » Mi Jun 27, 2018 9:22 pm

Hallo Destiny,

Dein Beitrag hat etwas mit mir gemacht. Vielleicht weil er mir irgendwie aus der Seele sprach. Du hast vieles in Worte gefasst was in meinen Gefühlen, in meinem Kopf, in meinem Bauch passiert.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Liebe Grüße
anonym00

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Fr Jun 29, 2018 7:48 am

Hallo zusammen,

Danke, habe den Text im Internet gefunden und ihn auf meine Gefühle abgestimmt. Hat mich damals auch sehr berührt, obwohl es um eine andere Thematik ging. Freut mich dass es nicht nur in mir etwas losgelöst hat.


Zu meinen endlosen Gedanken:
Ich schaffe es nicht. Nicht mehr. Ich konnte es so gut. Alles verdrängen. Das Doppeldenk anwenden. Mir eine neue Wahrheit schaffen. Ein neues Leben. Ein lebenswertes Leben. Aber es ist weg. Ich ziehe mich aus dem gemachten Leben zurück. Ich halte es mit mir nicht aus. Und ich will niemandem mein zweites selbst zumuten.
Mein Geist zieht sich aus meinem Körper zurück. Eine Energiekugel ist nur noch übrig. Das ganze nimmt Überhand. Ich sehe mich nicht mehr, erkenne mich nicht. Wer bin ich? Wer bist du? Der Körper nur ein Werkzeug. So gut es ist, mich von mir zu lösen, Abstand zu gewinnen, so sehr will ich mich spüren. Spüren dass ich mich nicht verliere. Es ist eine Mischung aus Angst, Panik und innerer Ruhe, die mich voran treibt. Die will dass ich mir Dinge zufüge. Die mich zurück in den Körper treiben und gleichzeitig noch mehr davon entfernt. Ich hänge dazwischen und weiss nicht wie es weiter gehen soll. Ob es weiter geht oder mein Geist sich komplett löst.

Es sind zu viele Worte, Gedanken. Ich schaffe es nicht weiter zu schreiben...
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Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Fr Jun 29, 2018 11:33 am

Die Welt dreht sich. Immer schneller und schneller. Un du stehst da als ob du nicht dazu gehören würdest. Vielleicht weil du nicht dazu gehörst. Weil du nicht in diese Welt passt- in keine Welt. Und alles was von dir kommt, in keine Welt passen wird. Nur wegen dir. Egal wie sehr du es möchtest.

Deine Gedanken sind tödlich. Sie drehen sich im Kreis, warten darauf mit irgendetwas zu kollidieren. Sie warten auf die Erinnerung, an die du nicht mehr denken kannst. Bis du dich drauf einlässt. Du wirst zerspringen von der Wucht des zusammenpralls. Es wird dich aus der Bahn werfen. Es hat dich schon aus der Bahn geworfen. Du musst nur dir selber glauben schenken. Du weisst dass dich diese Erinnerung nicht anlügt.
Du bist schon lange nicht mehr auf der richtigen Bahn. Trotzdem kommt immer noch ein Gewicht oben drauf. Du fällst immer tiefer. Zurück zu dir selber zu finden ist nicht möglich, denn du hast kein Platz auf dieser Welt. Dich dollte es nicht geben. Hast es verdient. Man gibt dich auf.

Trotz allem treffen deine Gedanken auch mal auf etwas gutes. Etwas richtig Schönes. Doch du kannst nicht damit umgehen. Logisch, das Gute ist auch schlecht. Wie können zwei so gegensätzliche Gefühle gleich stark sein? Wie kann man Glück spüren wenn mann alles und noch mehr hat um glücklich zu sein, aber du einfach nichts spürst? Wenn du einfach auch die Trauer spüren könntest. Dir die Tränen endlich wieder kommen würden. Du dich befreien kannst. Würdest du dann das Glück besser fühlen? Könnte es dann das Schlechte überscheinen?
Kann man ohne Gefühl leben? Kann man so viele Gefühle haben und doch nichts fühlen?
Zu viele unbeantwortete Fragen. Ich zerreisse
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Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mo Jul 02, 2018 2:46 pm

Das ganze ist nie passiert wenn man es nicht ausspricht, oder? Wenn man es jemand anderem zuschiebt? Gib mir ein ja, so dass ich mich weiter belügen kann. So dass ich meine Gefühle weiter unterdrücken und leben kann.

Wie könnte ich es jemandem antun mir zuhören zu müssen. Mein jämmerliches Leid klage. Leid dass keine Antwort weg macht. Ich bin es nicht Wert. Habe es so verdient.
Wie sollte man auch einen Anfang, wo ein Ende, in dieser ganzen Geschichte finden. Wo soll man beginnen bei so vielen Jahren, Monaten, Tagen, an dem einem die Hölle heimsucht. Die Kraft ist nicht da. Mit jedem Wort schmeisst es micht zurück. Ich kann mich mit nichts aus den Flashbacks heraus holen. Ganz ohne Zusammenhang drehen sie in meinem Kopf ihre Kreise. Doch die grösste Furcht habe ich vor dem was ich nicht mehr weiss. Dem hinter dem Schleier. Wurde es so weit weg von meinem Bewusstsein gebracht, weil ich es immer noch nicht aushalten würde es zu wissen?
Doch der wichtigste Schritt im Moment ist dass alles real werden zu lassen. Meine Geschichte zu erzählen. Meine Flashbacks los zu werden. Zusammen zu setzen. Einen Anfang zu finden.

*TRIGGER*




Ich bin 10. Vielleicht auch 11. Kann mich nicht mehr genau erinnern. Bin grad nur mit einem Tuch bekleidet aus der Dusche in mein Zimmer gehuscht. Am Zimmer von ihm vorbei.
Das Licht welches durch die Tür scheint wird gebrochen. Er steht in der Tür. Will mit mir spielen. Ich mochte ihn doch. Sagte trotzdem Nein. Nein ich will nicht. Der Blick. Er ändert sich. Macht mir Angst. Als ob ich schon geahnt habe was kommen wird.
Blackout

Er drückt mich aufs Bett. Er sieht nicht aus wie er aussehen sollte. Meine Erinnerungen zeigen mir einen schwarzen Schatten. Eine Silhouette. Die Hände legen sich um meinen Hals und drücken zu. Habe nicht genug Kraft die Hände weg zu bekommen. Drehe und wende mich. Sehe den Tod. Die Erlösung. Falle aber nur in Ohnmacht.
Alles ist voller Blut. Kann nicht länger an mir runter sehen. Mir wird schlecht. Kann mich nicht bewegen. Bin mit Kabelbinder am Bett gefesselt. Bringe keinen Ton raus. Der Hals so trocken. Vor dem Fenster dieser Schatten. Er.
Schon wieder Ohnmacht.

Bin immer noch gefesselt. Es stinkt nach Schweiss und Blut. Bekomme fast keine Luft. Etwas liegt auf mir. Er liegt auf mir. Flüstert mir Worte ins Ohr. Unverstädlich. Trotzdem begreife ich es. Jede Ohnmacht lässt es von vorne beginnen. Ich bin so schwach. Warte bis er sich zu seinm Glück gebracht hat. Zu viele Schmerzen überfluten mich. Bin irgendwo. Nicht im Zimmer. Drohungen. Tod, Freunde, Mann im Haus, schwarzes Schaf, Familie, lieblings Kind... Bruchstücke. Aber er hat recht. Wieder diese schweren Hände am Hals. Bring mich bitte um.
Ohnmacht.

Wache noch immer blutig in meinem Bett auf. Bin alleine. Es fühlt sich an wie ein Traum. Unwirklich. Schwach. Schleppe mich in die heisse Badewanne und warte bis jetzt dass der Schmutz weg geht.

**


Weiss nicht ob mir das hier etwas bringen wird. Brauche so viel Kraft und Zeit die Flashbacks in einigermassen, zusammenhängende Wörter zu bringen. Werde abwarten müssen ob es etwas in mir auslöst. Hilf mir. Lass mich nicht alleine...
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A.Rhiannon
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von A.Rhiannon » Mo Jul 02, 2018 7:34 pm

Hallo Destiny,

es tut mir sehr leid was dir passiert ist.

Kannst du das Mädchen von früher da rausholen, vielleicht mit einem Helfer(wesen), es an einen sicheren Ort bringen?
Ich glaube, es ist wichtig das Mädchen in Sicherheit zu bringen, ihr zu sagen, dass es vorbei ist.

Ich stell dir mal ein Licht hier rein. Das Licht hat eine angenehme Wärme und Farbe. Es ist ganz rein. Bei jedem Einatmen kannst du auch das angenehme reine Licht einatmen. Bei jedem Ausatmen kannst du spüren wie es sich angenehm im Körper ausbreitet.

Alles Liebe,
A.Rhiannon
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Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Jul 04, 2018 8:57 am

Hallo Rhiannon

Ich versuche sie raus zu holen. Will mit ihr dieses Licht teilen dass sich so beruhigend und warm in mir ausgebreitet hat. Aber das Mädchen bemerkt mich nicht, hört nichts. Sie scheint gar nicht da zu sein. Mit ihren Gedanken in einer Fantasiewelt. Der Blick so starr.
Habe versucht ihr starke schützende Wesen zu schicken, die sie da weg holen. Doch denen traut sie nicht. Ich bin die einzige der sie vertrauen kann, die sie da raus holen kann. Habe mich jetzt zu ihr gelegt. Sie in den Arm genommen und eine schützende Kugel um uns gemacht. Wir hören und sehen nichts beängstigendes mehr. Wir wissen es nur noch dumpf dass da draussen etwas auf das Mädchen wartet. Aber jetzt lassen wir uns vollkommen auf das Licht ein. Danke dass du uns dieses gegeben hast.

Ich wehre mich gegen mich selber. Bin nicht ich das eigentliche Problem, das Unwesen in dieser Situation. Vielleicht will ich ja dass das Mädchen leidet. Weil sie es verdient hat. Vielleicht kann ich es auch nicht raus holen weil ich mir nichts gutes tun kann. Ich der Meinung bin dass ich immer noch leiden sollte.
Ich bin nicht mal fähig mich in meinen Erinnerungen zu retten. Einfach schwach. :oops:

Muss diese verdammten Flashbacks in den Griff bekommen.

Danke dir für deinen Tipp.
Liebe Grüsse
Destiny
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A.Rhiannon
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von A.Rhiannon » Mi Jul 04, 2018 9:16 am

Liebe Destiny,

freut mich, dass das Licht dir/ euch gut tut. :)
Habe mich jetzt zu ihr gelegt. Sie in den Arm genommen und eine schützende Kugel um uns gemacht. Wir hören und sehen nichts beängstigendes mehr.
Das oder so etwas Ähnliches hätte ich dir jetzt auch geraten. Gut, dass du das geschafft hast. Oft brauchen so traumatisierte Anteile viel Zeit. Es ist richtig gut und besonders wichtig, dass die Kleine dir vertrauen kann.

Kann sein, dass es Anteile gibt, die immer noch denken leiden zu müssen und das verdient zu haben. Vielleicht kannst du ihnen ganz langsam nach und nach zeigen, dass es anders ist. Bei dem Mädchen hast du das doch schon ganz toll gemacht. Gib dir einfach Zeit.

Alles Liebe,
A.Rhiannon
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Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Jul 04, 2018 10:07 am

Hallo A. Rhiannon
Kann sein, dass es Anteile gibt, die immer noch denken leiden zu müssen und das verdient zu haben. Vielleicht kannst du ihnen ganz langsam nach und nach zeigen, dass es anders ist.
Was ist wenn es die, die es den Anteilen zeigen sollte, auch nicht wirklich glaubt. Keiner dieser Anteile in mir sieht es so. Sie scheinen auch nichts zu fühlen. Können Anteile auch noch Anteile haben die etwas fühlen? Oder kenne ich diesen Anteil einfach noch nicht in mir?
Alle stehen in einem unendlich grossen, schwarzen Raum. Alle vor der Tür zu ihrer Geschichte. Doch jeder starrt einen Weg an der zu einem Licht zu scheinen führt. Ich kenne diesen Weg nicht. Wieso baut sich mein Hirn so etwas auf... wieso kommen diese Anteile aus ihrer Geschichte raus und wenn ich mit ihnen sprechen will verschwinden sie schnell wieder in ihren Teil der Geschichte. Ich verstehe es nicht.

Hoffe es ist nicht zu verwirrend...
Grüsse
Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Mi Jul 04, 2018 2:33 pm

*Trigger*

Jeden Tag aufs Neue. Meine Mutter geht zur Arbeit. Sie muss jetzt arbeiten seitdem sie geschieden sind. So wie ich jetzt mehr Verantwortung übernehmen muss. Erwachsen sein muss. Bin doch die Verantwortungsvolle. Muss den Haushalt übernehmen. Für ihn kochen.

Tag für Tag, kaum ist die Türe zu, beginnt es wieder von vorne. Die Worte vom Anfang, er solle aufhören, sind inzwischen erstickt. Ich wehre mich nicht mehr. Liege nur da. Gefällt ihm nicht. Sollte doch leiden. Die Lust zum Quälen überfiel ihn. Viel Blut. Kratzen, schneiden, brühen, verbrennen, ausreissen, würgen,... Doch alles begann mit dem schlimmsten, Waterboarding. Ich wusste bis vor kurzen nich dass das einen Namen hat. Dass das ganze einer Strategie folgte. Als ich den Begriff las überflutete es mich. Foltermethode die keine Spuren hinterlässt. Hatte damit wohl auch das bekommen was ich wollte, dass niemand sieht was zu Hause passiert. Empfand es schlimmer als die V**g*w**tig**gen kurz vor den Qualen. Flüchtete aus dem Körper. Schaute aus der anderen Ecke des Bades zu. Fühlte nur Verachtung für das japsende etwas. Für mich. Bin nun endgültig gebrochen. Egal was nachher kommt, ich bin raus. Schon genug bedient mit grausamkeiten, kann nicht noch weniger leben und trotzdem leben.
Versuchte ihn noch zu provozieren. Versuchte ihn so weit zu bringen dass er seine Gewalt nicht mehr unter Kontrolle hat. Er mich ausversehen umbringt. Sein Verhalten wurde gröber. Sterben durfte ich nie.

Es klingt wie meine Geschichte. Es ist meine Geschichte und trotzdem habe ich das gefühl ich lüge mich und euch an. Tut mir leid...
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A.Rhiannon
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von A.Rhiannon » Mi Jul 04, 2018 4:48 pm

Liebe Destiny,

es tut mir sehr leid was dir passiert ist. Mit Wasser und Ersticken habe ich auch schlimme Erfahrungen gemacht, aber nochmal anders als du. Es klingt auf jeden Fall sehr sehr schlimm...
Gut, dass es hier stehen darf.

Ich kannte auch noch nicht alle Anteile und kenne vielleicht immer noch nicht alle...
Versuch ihnen Zeit zu geben.

Wenn du es ihnen nicht erklären kannst, dass es vorbei sein darf, dann kannst du dir von einem Helferwesen helfen lassen. Vielleicht kannst du dabei sein und erklären, dass die Helfer sicher sind, weil sie dir ja vertrauen. Schau mal, ob davon irgendwas für dich passt.
Wenn das noch nicht geht, ist es sonst so, dass du denkst es dürfte für die Kleinen auch nicht aufhören? Oder denkt jeder Anteil, dass es für ihn selbst nicht aufhören darf? Dann könntest du zumindest den Gedanken verstärken, dass es für die Kleinen aufhören darf. (Falls du verstehst was ich meine.)

Alles Liebe,
A.Rhiannon
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Imagica
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Imagica » Mi Jul 04, 2018 9:44 pm

Liebe Destiny,

das ist echt heftig was Du da erleben mußtest! Tut mir wirklich Leid das Du das erlebt hast!

Ich kann Dir jetzt auch garnix hilfreiches mehr sagen, ich bin viel zu erschlagen von Deinen Erlebnissen.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Kraft!

Liebe Grüße,
Imagica

Destiny
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Re: An das Mädchen, das zu lange zu „stark“ war *t*

Beitrag von Destiny » Fr Jul 06, 2018 4:46 pm

Hallo zusammen

Entschuldige dass ich bis jetzt noch nicht antworten konnte. Es war in den letzten Tagen alles zu viel für mich. Aber ich glaube, ich habe mich wieder ein bisschen gefangen.

Danke zuerst für eure Antworten und Anteilnahme. Das bedeutet mir wirklich viel! Es tut mir leid Imagica, dass dich meine Geschichte auch erschlägt. Das wollte ich nicht...

An A. Rhiannon

Es tut mir sehr leid dass du auch etwas in dieser Richtung erfahren musstest.
Gut, dass es hier stehen darf.
ja, es scheint gut zu sein dass es hier stehen darf. Aber ich hätte mir mehr von mir erwartet. Ich will endlich begreifen dass ich diese Person in dieser Geschichte bin. Sehe es einfach noch nicht. Seit dem diese Geschichte ein Ende gefunden hat, habe ich nur 2 mal darüber geweint. Es schmerzt mich so aber ich kann nicht weinen. Das ist doch nicht normal oder?
Versuch ihnen Zeit zu geben.
Ich möchte ihnen Zeit geben. Bin einfach zu ungeduldig.
Die kleinen wollen im Moment von niemandem mehr etwas wissen. Von einem Hilfswesen und von mir nicht... werde warten müssen. :roll:

Es ist so dass ich denke dass es für niemanden aufhören darf, so wie es sich jeder Anteil auch für sich selber denkt. Es hat einfach noch niemand von uns verdient.

Sonst wäre es wirklich ein super und nachvollziehbarer Ansatz!

Danke nochmals und euch auch viel Kraft und nur das Beste auf eurem Weg!

Destiny
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