Genau jetzt

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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 13, 2019 6:32 pm

Mhm... meinen Bruder könnte ich fragen. Das ist eine gute Idee... Fotos wären schon schön :)


Heute Thera und ich wollte es gern aufschreiben... hier... jede Stunde so intensiv... heute auch... wieder ganz anders als geplant... aber gut, irgendwie...

ich war so fertig hier daheim... heim fahren geht immer noch... aber sobald der Motor aus war, kam die Erschöpfung ganz plötzlich...

Hier daheim ging dann aber wegen eines gelben Flecks auf der Wiese noch eine kurze Safari-Runde... Da ist ein Krokus im Garten :)

Hier drin, nur Katzen und ich habe ganz viel getrunken, weil ich Kopfschmerzen spürte und ausser dem Tee bei der Thera glaube ich noch nix getrunken hatte.... (trinken klappt auch besser wenn ich arbeite) nun... erschöpft und unheimlich viele Gedanken...

Ich konnte ein wenig schlafen. Das finde ich gerade total erstaunlich...

Es endete zwar nicht so schön mit Flashbackartigem Zeug (wie nachts) und es dauerte das zu unterbrechen.... aber davor war Schlaf... zwischen Gedankenwirrwarr und Gefühlswirrwarr, gab es Schlaf...


Vielleicht schreibe ich doch noch was zur Therastunde… weil, da so viel war... und ich es nicht vergessen möchte, was ich dazu denke... wobei ich mich an die Dr.K Stunden auch noch gut erinnere... nicht alle, aber viele und mit vielen Details... Damals... ich meine das ist über zehn Jahre vergangen nun.... in IHRER Dokumentation sind auch Details... aber nicht die für mich wichtigen... meine Perspektive war und ist eine andere... ich muss da nichts fachlich betrachten...

ja, ich versuche es noch aufzuschreiben... später (jetzt bin ich kurzfristig eingeladen :) und habe auch Kraft dafür :) :) Schlaf ist toll!)

Morgen zehn Stunden arbeiten... ich weiß nicht wie ich das früher, ohne Probleme (?) geschafft habe, mehrere Tage/Nächte am Stück.... ich weiß es nicht mehr...


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 13, 2019 9:08 pm

Ich habe eine Mutter, ein Mama, sogar... eine mit der ich (mittlerweile) reden kann. Auch wenn sie noch immer schnell überfordert ist und ich sie (noch immer) "schütze" aber sie ist da...

Das Gespräch vorhin war gut, sehr gut. Glaube ich.


Was ein Tag... Therapie und Gespräch mit Mutter (also ein richtiges, nicht nur übers Essen) waren wie ein "Arbeitstag"....


Ich bin erwachsen was das betrifft...


Dr. R kitzelt hingegen "die Kleine" (ihre Bezeichnung) hervor... was vielleicht auch nicht verkehrt ist... aber (noch?) nicht geht...



Jetzt ist es zu spät zum sortieren und anschauen... ich möchte ins Bett, schlafen, mit Tablette und morgen fit sein für den Dienst... 6:15 bis 16:35 das ist lang.... und das hat jetzt Priorität... der Rest kommt danach.... meine Vergangenheit und auch die Auseinandersetzung damit läuft mir nicht davon (eine Erkenntnis des heutigen Tages)


Gute Nacht an alle hier, jeden... auch an mich.

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Feb 14, 2019 11:36 pm

Nochmal eine kurze Rolle zurück.

Zwar weiß ich nicht wie das früher funktioniert hat, aber ich merke was zur Zeit ein Problem ist.

Arbeiten geht, nach wie vor... wobei ich hier daheim dann merke wie anstrengend, körperlich, aber eben auch psychisch das ist. Nicht unaushaltbar, oder überfordernd... aber eben fordernd und ich bin danach tatsächlich erschöpft.
Hier daheim klappt vieles nur sehr, sehr erschwert, manches nicht. Und darin liegt ein echtes Problem. Es sind die Basics die unglaublich viel Zeit, Anstrengung und flankierende Maßnahmen und oder Unterstützung benötigen. Also sind selbst frei Tage absolut geblockt. Für mich bleibt da kaum Zeit und insgesamt bleibt vieles auf der Strecke, wird vernachlässigt...


Wie ich das lösen kann weiß ich nicht. Wobei, es Hilfe gäbe, diese anzunehmen, regelmäßig anzunehmen ist schwer, mag ich nicht, will ich nicht... :(



Zum DAS lösen ist Klinik nicht geeignet, aber für eine Pause DAVON. Also so eine Art Urlaub vom Haushalt, Einkaufen, Arbeiten, Privatleben. Bin mir aber eben auch nicht so sicher ob das gut ist(?)



Heute kam meine Stationsleitung auf mich zu... gespielt ernst, sagte sie: "SH also wenn du mir noch einmal eine Mail schreibst, in der du dich entschuldigst.." der Satz ging da nicht weiter... es ging um die Mail die ich schreiben sollte (PDL sagte das) an PDL; Chef und Stationsleitung dass und wann ich in der Klinik bin.. habe ich gemacht und mich eben auch entschuldigt für die Umstände, also dass ich ausfalle und dass jetzt nur eine Woche Zeit ist das im DP zu berücksichtigen...
Nun, ich entschuldigte mich direkt fürs Entschuldigen... ähm ja... also so ganz SH bin ich nicht... da steckt viel Unsicherheit drin und auch was sanftes, weiches... manchmal... und ein Schuldkomplex wohl.


Nun, es sei wichtig dass es mir gut geht... ich soll mir keine Gedanken machen... sie ist zufrieden mit mir, meinte auch "was meinst du warum ich dir die Schüler gern anvertraue, ich finde es gut wie du das machst" ehrlich gesagt höre ich sowas gern, es kommt aber direkt Scham mit hoch und Unsicherheit auch und die Angst zu versagen, oder das Niveau nicht halten zu können.


Ob es in Ordnung wäre am Wochenende vor der Klinik zu arbeiten? Ja, nur vielleicht, wenn möglich Frühdienst sagte ich (und wieder mit einem schwierigen Gefühl, weil die Bitte um Frühdienst, der Wunsch.... naja schwierig halt) doch das sei selbstverständlich sagte sie und sie schaut ob sie selbst evtl. den Sonntag übernimmt... Oh und wieder schwierige Gefühle.... Stationsleitung ist ein Scheißjob, am Ende springt sie immer ein, wenn sich niemand findet, muss für alles mögliche den Kopf hin halten, gaaaanz dumme Position zwischen Team und Chefetage...



Also arbeiten ist eine Ressource ja... aber eine die auch sehr anstrengend ist... die ich mit Vorsicht genießen sollte.


Heute der lange Dienst... mit Möbelrücken und ganz viele Dinge übernehmen und auch einfach die Tatsache dass ich schnell und unabhängig arbeite... nun, ich war und bin körperlich angeschlagen irgendwie. Erschöpft eben. Diese Woche gibt es auch irgendwie keine Ruhe... ja gestern Thera, aber das ist auch anstrengend und morgen Streichen und bei einem Umzug helfen... Wochenende wieder arbeiten...


Ich würde wirklich gern ehr Zeit haben manchmal. Und diese Zeit nutzen können.



Die Therastunde arbeitet noch in mir... und das Gespräch gestern abend mit meiner Mutter... so sehr... ich finde aber kaum Worte dafür...


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Fr Feb 15, 2019 12:08 am

Auf der einen Seite wünsche ich mir dass Dr.R viel mehr weiß, alles vielleicht sogar? Auf der anderen Seite ersticke ich lieber als dass ich etwas sage... ich will, manches sagen... aber es geht nicht.. und je mehr ich es versuche, oder nach einem Weg suche, desto weniger geht. In der letzten Stunde, war ich, glaube ich kurz so weg wie hier daheim manchmal... also eine Lücke... aber ich glaube nur ganz kurz...


Würde gern alles zusammen fassen... nur, weiß auch nicht. Es ist zwar alles da... die ganze Stunde (außer der kurze Moment) aber sobald ich es versuche driftet vieles auseinander... ähnlich dem, nicht reden können.


Se ist auf jeden Fall irgendwie sehr "mütterlich"... verhält sich so... oder ich empfinde es so... und das ist generell irritierend aber im speziellen eben auch... ich mag das und kann es nicht leiden, habe Angst davor und hätte gern mehr davon...


Ob das sie ist, oder einfach zu dem TP Kram dazu gehört? Denn, ich denke nicht dass das NUR mein Empfinden ist. Sie verhält sich definitiv deutlich anders als Dr. K und die fand ich schon fürsorglich.... nur eben auf deutlich andere Art...


Ach man... :(
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Re: Genau jetzt

Beitrag von anonym00 » Fr Feb 15, 2019 7:09 am

Guten Morgen SH,

die Sache mit dem Reden, mehr Reden wollen, nicht können, nicht wollen, kenne ich sehr gut. Für mich fühlt es sich oft so an, als sei es anatomisch nicht möglich für mich, einiges Dinge auszusprechen. Anders kann ich das Gefühl, dieses NICHTS nicht definieren/beschreiben. Da geht einfach nichts. Kein Ton. Absolute Blockade.

Was würde es Dir erleichtern? (Erleichtern in diesem Zusammenhang ist vielleicht nicht der ideale Ausdruck... aber auch hier kein anderes Wort im Sinn).

Vielleicht kannst Du es irgendwann schaffen, mehr zu sagen. Ich wünsche es Dir. Wenn dann der Effekt ist, dass es Dir besser geht und Du Dich leichter fühlst.

Ich „kenne“ Dich nicht sehr gut, ich lese Dich aber immer.

Ich wünsche Dir viel Kraft. Und einen guten Tag wünsche ich Dir auch.

LG
Anonym00

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Fr Feb 15, 2019 8:16 am

Hallo Anonym00

ja, wie automatisch fühlt es sich an. Wenn es dissoziieren ist, so nennt es Dr.R. so nannte es Dr.K, dann geschieht das so schnell dass ich es nicht merke/verhindern kann. Dr.R. meinte vorgestern ich soll mir etwas überlegen, dass ich da "nicht so rein- falle" Mhm, ja...

Ich nenne es eher meinen "Schweige-Kerker" denn ich WILL manches sagen und dürfte das auch eigentlich ganz gut hinkriegen. Habe das ja schon aufgeschrieben, kenne grundsätzlich die Worte... weiß auch grundsätzlich wie ich was sagen will... habe Sätze im Kopf... mitunter sogar Monologe, oder Fragen....

Nur, ich kann nicht und je mehr ich will, je mehr ich es versuche desto verschlossener wird der Kerker... oder um in dem "rein-fallen" Bild von Dr. R zu blieben: ALs würde ich in einen Brunnen FALLEN. Je mehr ich versuche nach oben zu gelangen, desto tiefer rutsche ich, desto tiefer wird der Brunnen, desto dunkler, desto weiter weg das Licht... tief und kalt und einsam...


Habe ja vieles damals mit Dr. K durchgearbeitet... es war und blieb schwierig... selbst im anderen Raum, auf dem Sessel, mit DECKE und nach der langen Zeit auch viel, viel, sehr, sehr viel Vertrauen zu ihr... kämpfte ich mich von Wort zu Wort, von Buchstabe zu Buchstabe. Vom eigentlichen Inhalt kam nur wenig über meine Lippen....

Geholfen hat es aber... Vielleicht nicht unbedingt es gesagt zu haben (obwohl da auch ein Drang dazu da ist) sondern das Problem das ich hatte,, das was ich befürchtete, oder nicht wusste... nun das dann zu besprechen und wie sie reagiert hat.... das half und war die Mühe wert... finde ich...


Ich würde also gern die Decke benutzen, die ich jetzt zweimal erfolglos mitgeschleppt habe.... ich würde auch gern was anderes machen, aber das habe ich ihr noch nicht sagen können (traue mich nicht)


Sie will aber (und ich finde das grundsätzlich gut, nur eben frustrierend und ich glaube nicht dass ich es je so schaffe) nun also sie meinte vorgestern, eben auch was es mir schwer macht, was zu ändern sei, was ich brauche... und dann, dass wenn ich unter der Decke wäre, daraus hervor schaue... ja aussen immer noch das "unsichere" ist, das mich hindert....


Grundsätzlich hat sie damit recht... aber ich kenne mich... wenn ich im schweigen erst mal heimisch bin... und auch wenn ich zum Beispiel sagen lerne und mich traue... also sowas wie "ich möchte darüber nicht reden", oder "ich will nicht mehr" dass ich mich darin einrichte.... aber eben auch nur halb... im Grunde falle ich dann auch in den Kerker-Brunnen... nur eben nach außen besser getarnt... mit Blickkontakt, redend, souverän wirkend, "nicht dissoziiert"(?) aktiv nach außen, eigentlich aber eben doch im Kerker-Brunnen :(



Jetzt wollte ich schon mehrfach sagen was in der Klinik nicht wieder möchte, was ich ganz konkret befürchte... und wie ich damit umgehen kann, ohne das Personal gegen mich aufzubringen... und es geht nicht... sie will das glaube ich auch nicht... es wird mir gut tun, sagte sie erneut... schob nach kurzem Zögern aber hinterher dass ich jederzeit gehen kann... wenn ich es ein paar Tage versucht habe, aber merke das tut gar nicht gut...

Nur, also ich glaube damit wollte sie vielleicht nur meiner Ambivalenz Sicherheit vermitteln... denn, nein, ich glaube ehrlich gesagt nicht dass ich gehen kann, oder können werde. Theoretisch und grundsätzlich zwar schon... aber... ich merke doch nicht was mir gut tut, oder nicht... zumindest nicht sicher... weil schwer, nicht gleich schlecht ist.... und sich wohlfühlen und vetrauen kein Garant für "es läuft gut" ist....


Und ich bin auch gerade echt sauer, nicht nur verletzt über den beschissenen Scheiß in der HM.... denn genau deswegen bin ich vprgestern gefallen... Weil da eine Parallele war.....

Ich hatte viel geredet, viel erzählt... auf Fragen geantwortet... es war schwer und ich habe jetzt auch ganz viel gegrübelt ob es nicht zu viel war und wie ich mich dabei fühle... aber in Ordnung ist das was bleibt... es war in Ordnung so.... und ganz zum Schluss... wie als wolle das, das was sie "die Kleine" nennt sich verstecken UND gesehen werden... denn die hatte keinen Platz im erzählten... und das merkt Dr.R wenn da sowas ist... und fragte... und daraufhin fiel ich...(?) oder stolperte.... und dann kam die Frage ob ich einen sicheren Ort für sie habe (ja) und ich sagte das auch... also ja, mehr nicht... DA FIEL ICH DANN DEFINTIV(!) Schweigen... und ich habe so versucht da raus zu kommen... so sehr... aber es wurde schlimmer... bis hin zur Minilücke...

Das Idelkissen holte sie dann (meinte hinterher auch dass wir das schneller holen beim nächsten Mal) das half etwas... und ich redete dann uch wieder.... UND (das war dann wohl sowas wie ein Fortschritt, auch wenn die Platte hängt und es auch sie wohl irgendwann nerven wird... :( ) nun ich sagte dass das Problem gerade ist, dass ich in der HM sehr offen war und viel gesagt hatte da... erzählt habe vom inneren sicheren Ort... und wie schef das ging... und ich jetz mich nicht mehr traue, oder darf, oder was auch immer....

Und jetz bin ich wütend, weil ich den Scheiß jetzt bearbeiten muss, um wieder an den Punkt zu kommen an dem ich damals war...

Man, verdammt, Dr.dM und Schwester J ihr habt es so gut gemeint, aber so beschissen gemacht!

Jetzt habe ich noch einen Termin bei Dr.R.... übernächste Woche... und dann gehts in die Klinik...

Hatte noch gefragt ob vielleicht wöchentlich geht... weil ich 14 Tage lang finde... sie hat nachgeschaut, ist aber total dicht ... ok... aber vielleicht geht es ja irgendwann mal... nach der Klinik, oder so... das frage ich nochmal...


Ich brauche Zeit... immer und grundsätzlich.... würde es wirklich gern aufschreiben... alles vom Termin was ich weiß und auch alles vom Gespräch mit meiner Mutter...

Muss jetzt aber los.... brauchte schon wieder seit vier Uhr bis um sieben ungefähr hier irgendwie anzukommen.... nur innerlich... äusserlich bin ich in den Klamotten die ich gestern nicht ausgezogen habe... Man :( ....
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Fr Feb 15, 2019 8:24 am

Vielleicht ist es ja tatsächlich ein Schweigegebot..(?) Nur, das was dazu passt weiß ich.... und ich lese hier immer wieder mal bei anderen, dass wenn man sich dessen bewusst wird was war... grob zusammen gefasst, es sich auflöst... oder so...


Mhm…


Dr.R. fragte was der Grund ist, fürs nicht reden, als ich dann wieder den Mund etwas aufbekam... ob es Angst ist, oder Scham.....

und auch wenn meine Gedanken betont stumm waren... (ich mit der eigentlich gewünschten Ruhe im Kopf also nicht so ganz zufrieden war) nun in diesem bockigen Schweigen, dem beruhigten Rückzug.... dem lauernden zuhören... also in dieser ziemlich lauten Stille.... fand ich dann doch die Antwort... Antworten... BEIDES


Super, ich meine, kann ich vielleicht mal bitte nur EIN Problem haben??? Müssen es denn immer und grundsätzlich MEHRERE sein????


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von egalabjetzt unl » Fr Feb 15, 2019 8:46 am

liebe sh,

ich mag nur hier lassen, dass ich mich freue für dich. was du schreibst, klingt richtig gut und du hast dich echt toll gekümmert um und für dich und alles organisiert. sehr mutig, sehr stark. till, dass auch deine arbeit hinter dir steht und keinen stress macht!

ich wünsche dir, dass nun alles einfach gut wird, im sinne von klinik ist hilfreich und machts nicht schlimmer, dr. r. und du können weiter gut zusammenarbeiten, du irgendwann besser reden usw.

alles liebe,
egalabjetzt

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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Fr Feb 15, 2019 10:41 am

Ich finde die Schweigegebote bei mir nach wie vor kompliziert. Was ich für das eine Innenkind gelöst habe, ist deswegen noch lange nicht bei den anderen angekommen. Ich habe viel über Malen und Schreiben gelöst. Aber geschrieben ist noch lange nicht ausgesprochen. Und ausgesprochen ist noch lange nicht gefühlt.

Kannst du die Kleine oder was für dich ein guter Name Ist, fragen, was sie braucht, wenn du fällst?
Tief und kalt und einsam heißt ja, du erstarrt. Der Igelball, also ein starker taktiler Reiz, holt dich zurück. Was brauchst du optisch? Kerze? Akustisch? Musik?.....
Was würdest du für die Menschen tun, die du betreust, wenn sie in einem solchen Zustand wären?

Ich finde wie egalabjetzt, dass es sich liest, als ob du auf dem Weg bist.
Rückfälle sind Vorfälle!

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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Fr Feb 15, 2019 11:05 pm

Hi SH,

hast Du in der Klinik Internet? Also andere schreiben auch von einer Klinik aus, also wird man das wohl haben? Wenn ja, kannst Du doch einfach schreiben was Du erlebst in der Klinik und wenn Du nicht weißt ob Dir das nun guttut oder nicht, hilft Dir vielleicht die Rückmeldung hier von anderen? Oder aber Du merkst es dann selber wenn Du es schreibst.

Und: Ja das schweigen und nicht reden können.. ich rede viel mit meiner Thera, aber ich bin nicht so ganz ich dann. Und viele Dinge können auch absolut nicht ausgesprochen werden. Da gibts dann immer nur Umschreibungen. Oder ich sage garnix davon. Manchmal schreibe ich es, aber auch nicht immer. Letztens hat sie mir eine Frage zu einem Flashback gestellt der gerade neu aufgetaucht war, aufgrund einer Aussage meiner Tochter und da hab ich auch nur drum herum gestammelt und irgendwo neben sie hin gestarrt. Verstanden hat sies trotzdem. Und das ging auch nur weil sie so direkt danach gefragt hat und ich mich bei direkten Fragen immer gezwungen fühle zu antworten, auch wenn ich es eigentlich nicht kann. Das ist so ähnlich wie das Schweigen müssen.. das Reden müssen. Und trotzdem schweigen müssen. Bei mir gibt es beides. Genauso wie das gesehen werden wollen, und doch auch lieber nicht gesehen werden wollen.
Also, das ändert zwar nix für Dich, aber zumindest kannst Du sicher sein, daß Du damit absolut nicht alleine bist.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Feb 17, 2019 10:32 pm

:idea: Ein langer Tag, ein langes WE, eine lange Woche.... könnten jetzt mal zu Ende gehen... aber ich bin total nervös... schon seit zwei Stunden.

Dabei lief es heute richtig gut, bin nach der Arbeit zu Oma und wir hatten einen schönen Nachmittag... dann noch mit einer Freundin zwei Stunden verbracht. Arbeit lief auch gut...

Aber ich bin so aufgekratzt, nervös...

Schlaf fehlt. War heute Nacht tatsächlich stündlich wach, die Nacht davor war nur drei Stunden ungefähr ..
Die Tage davor extrem stressig und die Nächte auch kurz...


Mir fehlt etwas, nur weiß ich nicht was. Weder fürs Leben allgemein, oder beiden auf das reden im speziellen...

Ich bin auf dem Weg... Mhm? ja?

Würde gern sagen was ich brauche. Nur weiß ich es nicht.

Detailliert den ganzen Scheiß SAGEN ging nur beeil Kripo und dem Gutachten... jeweils mit sehr viel Druck und auch stotternd und langsam... SVV hinterher und akute Suizidalität... aber geredet...

Ich weiß die Antwort nicht :( (@aufatmende)

Imagica. (hier) schreiben klingt gut... ja und Internet habe ich da und das kostenlos. Also ja, das ist eine Möglichkeit. Würde ich auch gern... schreiben.
Ich denke mal dort wird so ab 18:00 Ruhe sein(?) weiß nicht mehr wie es damals genau war, Acer die Tage waren recht voll. Abends aber Ruhe, denke ich.

In dieser Woche hatte ich keine Ruhe, gar keine. :( Wollte schreiben. Nur, wann?


Zwischendurch will ich so sehr NICHT dahin... :(


SH
Zuletzt geändert von ~SteinHart~ am So Feb 17, 2019 11:12 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » So Feb 17, 2019 11:08 pm

Liebe SH,

mal ganz profan gesagt: An erster Stelle fehlt Dir vermutlich mal Schlaf! Und Ruhe. Und Zeit.
Ich glaube, wenn Du es schaffst, von allen dreien ein bißchen mehr zu kriegen (wenigstens ein bißchen. ein bißchen mehr wär natürlich noch besser ;-) ), dann findest Du auch raus, was Dir noch fehlt.

Und: Nur so ein Gedanke, muß ja nicht passen, kannst ihn auch ignorieren wenn er nicht paßt. Vielleicht willst Du genau deswegen nicht dahin, weil Du dann nämlich alles drei dort kriegen könntest? Und dann rausfinden würdest, was Dir noch fehlt damit Du reden kannst? Weil wenn Du das erstmal weißt, kannst Du es ja lösen und vielleicht "soll" das aber einfach nicht so sein daß Du es lösen kannst?

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 20, 2019 2:11 am

Hallo Imagica,
ich bin da lese auch, auch bei dir. Aber mir rennt die Zeit mittlerweile durch die Finger, wie Sand. So fühlt es sich an. Antworten würde ich gern öfter und ausführlicher. Ich kriegs nicht hin.

Ich brauche Ruhe, glaube ich und Zeit und Sicherheit... und Schlaf. Irgendwie hängt das sicherlich alles zusammen. Ähnlich einem Mobile. Meins schwingt und die einzelnen Elemente hängen schief und krum da.


Mhm, insgeheim hätte ich das gern in der Klinik. Ruhe, Zeit, weniger Druck. Meine Befürchtung ist also eher dass ich das nicht bekomme, dass wieder viel erwartet wird... (diesmal erwarte wenigstens ich nicht so viel, bringt ja ohnehin nix, was auch? Gar nichts... was soll man/ich schon dort erreichen? Meine Erwartungen an die HM damals, den Aufenthalt, mich, das Programm und überhaupt waren totaler Schwachsinn :( )


Es ist nun schon seeeehhhhhrrrrrr lange her dass ich in der Klinik war, in die ich nun wieder gehe. Es kann also sein dass dort mittlerweile weniger Programm übrig geblieben ist.... Wenn aber nicht, werde ich von Morgens bis abends zu tun haben. Damals musste man je nachdem entweder seeehhr früh frühstücken, oder es zwischen zwei Therapien quetschen. Damals war ich tatschlich jeden Tag beschäftigt... Wobei vielleicht erinnere ich falsch kann ja sein... aber damals hatte ich definitiv einmal Einzeltherapie in der Woche, sollte oft aber noch abends in die Sprechstunde, auch am Wochenende… insgesamt kam da dann nochmal ne Einzelstunde zusammen... dazu dann verbale Gruppentherapie, das ganze dann noch körperbezogen, soweit ich mich erinnere war das jeweils zweimal pro Woche. dazu dann noch jeden Tag Ergometerkram, dann das "harte Schiene" Programm, was auch jeden Tag lief. Wenn da jetzt noch traumabezogener Kram dazu kommt.... wird das Programm voll sein...

Das ist ja an sich nichts schlimmes... ich war von den wenigen Therapien in der HM eher enttäuscht... ich bin auch in der Lage pünktlich überall hin zu gehen, mit zu machen (so irgendwie zumindest) und zu bleiben bis zum Schluss... Das kann ich.



Schwieirg ist zu sagen wenn etwas nicht passt, nicht gut tut... wie mache ich das? Oder sollte ich das überhaupt?
Manchmal kann ich da auch einfach nicht... vielleicht weil ich mir selbst zu viel Druck mache...

In der HM war es die "Entspannungs" Therapie... im Grunde PMR und im Anschluss eine Geschichte vorlesen. Ich konnte nicht liegen... das war eigentlich bekannt... stand im Einweisebericht… mein erster Versuch mic dort hinzulegen endete in einer Art ja.... mhm…. ich wand mich und wimmerte vor mich hin... kämpfte wie nachts im Bett.... dokumentiert wurde ich sei eingeschlafen und hätte wohl einen Albtraum gehabt... ich sagte dass das nicht stimmt... dass ich alles gehört habe und gespürt... darauf ging niemand ein.... meine Lösung war, mich nicht mehr hinzulegen... und mich körperlich so sehr zu stressen während der Therapie.... dass abdriften nicht möglich war.... entspannen aber auch nicht.... jede Woche wieder... manchmal war es auch eher ein dissoziieren... zumindest war es so wie wenn Dr.R oder auch Dr.K mich "zurück holen" da sitzen und irgendwo sein... nur so aufmerksam um zu merken dass mir niemand zu nahe kommt... um hinterher zu wissen was war... ohne aber richtig anwesend zu sein...

Warum auch immer konnte ich dort nicht sagen dass das für mich nicht funktioniert.... nicht fragen ob das nicht auch anders geht...

Bei anderen "Therapien" konnte ich das... und dann hieß es immer ich "bewerte"... manchmal war mein gegenüber richtig eingeschnappt... also gut angekommen ist das nicht... und der Versuch da etwas für mich zu lösen endete in (noch mehr) Frust... Ablehnung.... nicht gesehen werden... in dem selben Scheiß fest stecken bleiben...


Ich will da nicht hin!
Ich will nicht wieder diejenige sein von der erwartet wird dass sie alles mitmacht und lächelt und gefälligst Fortschritte macht, oder aber zumindest nicht rum nervt.

Es wird mir gut tun... sagt Dr.R und ich frage mich nach wie vor woher sie meint das zu wissen????


Tja, aber auch wenn das in der HM zum Beispiel eben kaum gesehen wurde... ich mache mit, ich arbeite mit... (aber irgendwie eben bedeutet dass, das ich GEGEN mich arbeite) Meinen freien Tag diese Woche... denn die anderen gehen für Umzugshilfe drauf... nun also den Tag den ich für mich hatte... habe ich mit Katzenfutter und Streu und Kram besorgen verbracht... eigentlich wäre ich noch bei der Beraterin gewesen aber irh elektronischer Kalender hat den Termin versaut... ich war da... sie auch... aber der Termin existierte nicht... es tat ihr fürchterlich leid... aber wir konnten noch "eine rauchen" Was lustig ist, denn ich rauche ja nicht... aber es war schön... ein kurzes Gespräch... ich konnte meinen Krokus zeigen und nach den Hunden fragen... nächste Woche ein neuer Termin...

Also, ich drifte ab... ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich ja mitmache. Ich besorge alles was notwendig ist um gehen zu können. Habe auch eine angefangene Liste von Dingen die ich mitnehmen möchte... obwohl das auch schwer ist... am liebsten würde ich nämlich entweder nur mit Handtasche und Rucksack anreisen. Wechselsachen, Unterlagen und sonst nix mit nehmen... weil ich ja ohnehin nicht bleibe... oder aber alles mögliche mitnehmen... ob nun Therapiedecke, Kuscheltier, Strickzeug, Malzeug (ich male nicht... habs geholt nach der HM weil ich weitermachen sollte... aber nie benutzt) alles an Kleidung was hier regelmäßig getragen wird... sämtliche Schuhe die ich habe... und alle Socken auch.... Sämtliche Lichter, Tees, Bücher... Tablet, Handy.... und Dinge die es gar nicht mehr gibt... Müllentsorgung ist endgültig :(

Ich reise also, entweder mit Rucksacke, oder Kleintransporter an....


Was ich, noch immer NICHT geklärt habe ist dass ich da nicht hin will und warum und eben auch die ganz konkreten Dinge die ich dort NICHT WIEDER haben will....



Ich will nicht.... aber nicht wollen... oder nicht gehen... ist eine Option die ich mir nicht mal selbst zugestehe, irgendwie....



So... und jetzt hoffe ich dass ich noch ein wenig schlafen kann... war letzte und vorletzte Nacht stündlich... ja fast pünktlich stündlich wach..... heute bin ich auf dem Sofa eingeschlafen… bzw. ich bin nicht ins Bett, bewusst nicht ins Bett... sondern langsam in mich zusammen gesackt... in der Hoffnung zwar mit Rückenschmerzen aufzuwachen, aber eben nach ein paar Stunden am Stück.... Pustekuchen, nix wars..... aber hier kann ich schreiben... mache das auch gerade bewusst... habe ja angeblich keine Zeit... gefühlt keine Zeit.. dabei habe ich wie jeder 24 Stunden... und wenn ich ohnehin nicht schlafe kann ich auch schreiben... Der Schlafhygienescheiß funktioniert nämlich nach wie vor NICHT


Frühdienst... und ebenso wie gestern noch zwei Dinge dran.. stressige... gestern Bewertung und Zielvereinbarung... und Brandschutzschulung... da stresse ich mich ziemlich rein... bzw. der Einzelkontakt zu Vorgesetzen ist stressig... bewertet werden auch... und lang war der Tag dadurch eben auch... heute das selbe nochmal... nur noch unangenehmer mit PDL... ganz konret abgefragt werden... und dann Teamgespräch... und es wird heiß her gehen wohl.... wobei die Chefs den Braten wohl riechen (da schimmerte gestern so durch) und intervenieren werden, denke ich... bin ehrlich gesagt gespannt ob es so sein wird.... ist oft so, dass ich das vorher erkenne... mir wäre besser geholfen, wenn ich die Lottozahlen so vorhersagen könnte...


Ich bin müde... körperlich... aber auch innerlich... aber ich kann nicht schlafen.... und auch nicht zur Ruhe kommen... konstruktiv etwas tun aber auch nicht...



Sinnloser Scheiß... jeden Tag aufs neue scheitern...



SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Feb 20, 2019 7:50 pm

Wie ich das früher geschafft habe weiß ich nicht. Die Nächte waren immer 10 Stunden, plus eine Stunde Pause, also mit Fahrtzeit mindestens 12 Stunden außer Haus. Meist länger, weil vorher, oder hinterher noch einkaufen, oder zur Familie gefahren. Daheim morgens noch gefrühstückt, dann GESCHLAFEN. Wie ein Stein, mindestens 8 Stunden am Stück.

Das ist es wahrscheinlich? Der Schlaf, der fehlt... die regelmäßigen Arbeitszeiten vielleicht auch? Mein Tag begann auch im frei nie vor 12 Uhr.

Hauptsächlich aber wohl der Schlaf(?)

Heute "darf" ich erschöpft sein. Eingestempelt um 6:00, ausgestempelt um 16:30 (halbe Stunde Pause allerdings) ich gestehe mir das zu, besonders weil ich nahezu nicht geschlafen hatte und am Ende eben noch die "schlimmere" Anstrengung kam. Kompetenzprotokoll, also abgefragt werden im Einzelkontakt sozusagen. Aber die PDL war zufrieden, es lief sehr gut. Ich kann unsere ordnerweise vorhandenen Vorschriften und Arbeitsabläufe nicht aufs Wort genau auswendig, aber manches fast und ALLES kann ich erklären. :) Das Lob tat gut, aber ich bin auch froh gewesen als es vorbei war. Team... viiiiieeeeele waren da, viiiieeeeeele und vor allem schwierige/kritische Themen... mega eng beieinander gehockt... Chef kurz auf 180... es zog und zog sich....

Ja und hinterher "musste" ich zur Post.


Mir zuzugestehen dass das heute lang und anstrengend war ist ja schön und gut... aber hier daheim lief bis jetzt tatsächlich außer Katzen füttern nx. Gar nix!

Doch die Mülltonne hat nen Aufkleber... wird nicht mehr geholt... falscher Jahresaufkleber drauf... irgendwann in den letzten drei Wochen habe ich also den falschen Kleber abgefummelt, ich super Held... jetzt muss ich morgen schauen ob und wie ich neue Aufkleber bekomme...


Sonst nix... umhergelaufen... hinters Sofa gehockt... und jetzt ist schon fast acht Uhr abends...



Wenn das mit der Erschöpfung so bleibt, kapituliere ich vielleicht doch noch... wie soll das denn hier weitergehen, so?


SH
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Sayeda
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Sayeda » Mi Feb 20, 2019 8:30 pm

Hallo SH,

am besten du versuchst in der Klinik so weit als möglich du selbst zu sein.

in guten Kliniken wird das Programm den Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst. Übrigens ist PMR für komplex traumatisierte Menschen meist der Horror. Während eines meiner Klinikaufenthalte hatte ich das auch erst in meinem Plan drauf. Ich wollte so sehr, aber es war schrecklich. Ich hatte mich damals nicht getrat zu sagen, dass ich nicht mehr hin möchte, da es so viel auslöste. Bis meine Bezugsthera es mitbekam und kopfschüttend fragte, warum ich mir das antun würde. Natürlich dürfe ich sagen, wenn etwas zuviel wäre und schwupps, war es nicht mehr auf meinem Wochenplan und ich bekam traumasensibles Yoga.

Und wenn du erst mal drei Wochen komatös schlafen solltest und ufgrund von Erschöpfng an nix teilnehmen kannst, dann ist das eben so. Auch das geht in einer guten Klinik.

Das leidige Thema mit dem Gepäck. Tja. Was soll ich sagen. Ich bin auch immer mit meinem ganzen Hausrat in der Klinik ein- und auch wieder ausgezogen.

Einmal hatte ich für ein Ritual eine Rolle Hasendraht mit dabei, als ich wieder "auszog". Das war echt witzig. Der Stand dann so bei meinem Gepäck im Gang der Klinik und ein Bezugstherapeut ging drei mal daran vorbei und meinte dann, dass er jetzt doch mal nachfragen müsste, was ich damit vor hätte. Er hätte schon viel erlebt, aber Hasendraht wäre nun eine neue Beobachtung für ihn. Was ich denn damit gemacht hätte. Ich sagte ihm dann, dass ich das gebraucht hätte, um in meinem Doppelzimmer mein "Wohngebiet" einzuzäunen ;-) ... erst schaute er mich verdutzt an und ich sah ihm förmlich an, wie er überlegte wie er darauf professionell reagieren soll ... dann musste ich leider loslachen ... .
Was ich sagen möchte: Nimm mit, was du brauchst. Und wen du einen Transporter dafür brauchst, dann ist das so.
Und falls du dich überfordert fühlst: Hin und wieder gab es hier schon welche, die mit uns User*innen hier gemeinsam eine Liste von den Dingen erstellt haben, die wichtig sind.

Noch eines: Ab einer Arbeitszeit von 9 Stunden stehen dir 45 Minuten Pause zu. Aufgrund der Arbeitssicherheit musst du das sogar machen. Und nach 10,5 Stunden arbeiten würde ich völlig erschöpft umfallen! Hizu kommt, dass in instbilen Phasen Schichtarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten Gift sind.

Pass gut auf dich auf!

sayeda

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