Genau jetzt

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Sayeda
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Sayeda » Mo Jan 07, 2019 11:31 pm

Hallo SH,

warum ist es für dich arrogant, wenn du zitiert wirst bzw. Therapeut*innen mit wenig Erfahrung aufgrund deiner Therapieerfahrung überfordert sind?

Mir wurde das auch schon mehrfach gesagt. Mehrfach kam ich in Situationen mit Theras und Ärzten, in denen ich deren Reaktion so gar nicht verstanden habe, ich das Gefühl hatte, sie fühlen sich angegriffen. Wenn ich solche Situationen dann später aufgedröselt habe kam immer mal wieder: "Sie sind eben sehr therapieerfahren und fachlich fit. Manche können damit nicht oder nur schwer umgehen."

Was ich sagen möchte: Es ist nicht arrogant, sondern es sind deine Stärken. Und zu denen darfst du stehen und sie sind für dich hilfreich.

Und du: schick den Zettel ab. Bei deiner neuen Thera habe ich aufgrund dessen was du schreibst ein gutes Gefühl. Sicher kostet es ganz viel Kraft, dich nochmal auf eine Klinik einzulassen. Ich wünsche dir, dass du dir selbst diese Chance gibst.

LG, sayeda
Wenn eine Frau ihre eigene Größe entdeckt hat, kann kein Lob sie größer, keine Kritik sie kleiner machen.
Der Käfig ist offen.
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Aufatmende
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Di Jan 08, 2019 7:37 am

Ich war letztes Jahr in einer psychosomatischen Reha, in der an allen Ecken und Enden der Kostendruck sichtbar war und ich um so manches gekämpft habe. Aber mit Abstand sehe Ich, wie viele Impulse ich dort bekommen habe, mich weiterzuentwickeln.
Ich wünsche dir Mut und Zuversicht!
Ich stimme sayeda zu: ergreife deine Chance!
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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Jan 08, 2019 11:29 pm

Imagica hat geschrieben:
Mo Jan 07, 2019 9:21 pm
Hi SH,

geht mir manchmal auch so, daß so eine Kleinigkeit wie etwas nicht gefundenes, mich plötzlich total aus der Bahn wirft und ich nur noch ein heulendes Häufchen Elend bin. Bist Du also garnicht so alleine mit!

Ich finde nicht, daß Du den Kontakt zu Deinem Bruder und Deiner Mutter abbrechen mußt. Weil die tun Dir doch gut! Das wär ja total dumm, das Gute dann einfach "wegzugeben". Vielleicht weiß sie aber auch einfach noch nicht genug über Dich und darüber wie gut Dir das tut, so daß sie das noch garnicht richtig beurteilen kann? Es ist halt die landläufige Meinung, daß man dann mit Niemandem mehr Kontakt haben darf. Und in vielen Fällen stimme ich dem auch zu, aber in Deinem definitiv nicht.

Das Du den Brief nicht sofort abgeschickt hast, verstehe ich aber auch gut. Gerade mit Deiner schlechten Erfahrung ist das natürlich auch echt schwer, selber sowas abzuschicken und sich wieder in ne Situation zu begeben, die ähnlich ist. Das hat bestimmt irgendeinen Grund daß sie Dich den Brief abschicken läßt. Denn das Dir das auf jeden Fall schwer fallen wird, müßte ihr bewußt sein. Vielleicht, damit Du selbst Dich nochmal direkt dafür entscheidest, den Schritt zu wagen und damit sie nicht über Deinen Kopf hinweg bestimmt. Um Dir Eigenverantwortung zu geben.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall nochmal viel Kraft und Mut!

Liebe Grüße,

Imagica
Hallo Imagica,

wie fängst du dich dann wieder? Wie ricbtet sich das Häufchen Elend wieder auf?

Das mit dem Kontakt sehe ich auch so. Sie tu mir gut, ich mag und brauche meine Familie. Zum väterliche Teil habe ich den Kontakt abgebrochen, was nicht leicht war und manchmal auch nicht leicht ist. Das war ein Preis den ich zahlen wollte, oder muss? Kompletter Cut zu allen, auch zu alten Freunden dort... das hatte ich damals mal auf dem Schrim... habe das durchgekaut damals, mit Dr. K.... auch die "meine Mutter muss doch was gewusst haben" Frage wurde durchgekaut.

Mittlerweile bin ich froh und dankbar dass hinter mir zu haben und auch wenn es nicht immer leicht ist, für alle Beteiligten, es ist gut so wie es ist.


SH
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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jan 09, 2019 12:57 am

Gast hat geschrieben:
Mo Jan 07, 2019 11:22 pm
Hallo SH,
Ich lese dich und denke an dich.
Mein Gefühl ist du solltest den Sprung ins kalte Wasser wagen . Gib der Klinik die Chance es besser zu machen.
ich hab gut reden ich weiß ...
Mut wünsche ich dir. Viel davon.
Und dass dein Mut belohnt wird.

Liebe Grüße
Glitza
Danke :)

Habe mitgekriegt dass du derzeit mit eigenem sehr beschäftigt bist. Es freut mich, dass du rein schaust :)



ich rede mir heute schon den ganzen Tag die Klinik schön... kostenfreies W-Lan, Telefon, Wäsche waschen, Samstags 2 Stunden Schwimmbad, Einzelzimmer... Rahmenbedingungen die nach Urlaub klingen... bis die Angst kommt dass es mir danach noch schlechter geht :( Bis die Angst kommt warum auch immer diejenige zu sein die verantwortlich ist für alles mögliche... Weil manches einfach wirklich u verständlich blöd war in der HM... heute kam vieles wieder hoch und wurde so von anderen bestätigt, bzw. sie sagten Dinge von damals und dass sie es auch nicht verstehen. Bei meinem unglaublichen Kaffeekonsum von, sage und schreibe EINER Tasse Kaffee in sieben Wochen und zwei Tagen (insgesamt, also eine in der ganzen Zeit) wurde ich von Schwester M. vier, oder fünf mal auf den hohen Kaffeeverbrauch auf Station angesprochen und dass dieser einzuschränken sei. Warum wurden denn nicht die Kaffeetrinker angesprochen? Solche Sachen eben... diese Kleinigkeiten... sowas belastet(e) mich ja auch habe es nicht verstanden, nicht einordnen können... kann es noch immer nicht...

So viele kleine "Anekdoten" heute... :( Kleinigkeiten über die ich lachen sollte, oder die ich vergessen sollte... alles sollte ich vergessen... es ist vorbei, lass es hinter dir SH... so sollte ich reagieren... statt dessen sitze ich hier und grübele ob man mich in der neuen Klinik für den Kaffeeverbauch verantwortlich machen wird. Ob ich, warum auch immer Ansprechpartner für solch einen Mist sein werde?
In BN gibt's einen Automat dafür... also dann bin ich doch eigentlich nicht Ansprechpartner, gar nicht? Trotzdem besser davon fern halten, von allem am besten...

Vielleicht kann ich ja sechs Wochen in meinem Zimmer bleiben? Und vielleicht würde das dann nicht als " betont unterwürfig" sondern als tief verunsichert eingestuft und auch so genannt werden?

jetzt kämpfe ich seit fast zehn Minuten gegen Tränen wegen Kaffee.... wie soll ich jemals Aufarbeiten können was wirklich meine Probleme sind, wenn,von mir nicht getrunkener, Kaffee mich schon aus der Bahn wirft?


Ich möchte wirklich gern sechs Wochen im Zimmer bleiben. Weit weg, von allem und jedem.


SH
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Gast

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gast » Mi Jan 09, 2019 1:19 am

Und immer sind die anderen schuld........ etwas zum nachdenken, jeder ist auch für sich selbst verantwortlich

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jan 09, 2019 1:38 am

Sayeda hat geschrieben:
Mo Jan 07, 2019 11:31 pm
Hallo SH,

warum ist es für dich arrogant, wenn du zitiert wirst bzw. Therapeut*innen mit wenig Erfahrung aufgrund deiner Therapieerfahrung überfordert sind?

Mir wurde das auch schon mehrfach gesagt. Mehrfach kam ich in Situationen mit Theras und Ärzten, in denen ich deren Reaktion so gar nicht verstanden habe, ich das Gefühl hatte, sie fühlen sich angegriffen. Wenn ich solche Situationen dann später aufgedröselt habe kam immer mal wieder: "Sie sind eben sehr therapieerfahren und fachlich fit. Manche können damit nicht oder nur schwer umgehen."

Was ich sagen möchte: Es ist nicht arrogant, sondern es sind deine Stärken. Und zu denen darfst du stehen und sie sind für dich hilfreich.

Und du: schick den Zettel ab. Bei deiner neuen Thera habe ich aufgrund dessen was du schreibst ein gutes Gefühl. Sicher kostet es ganz viel Kraft, dich nochmal auf eine Klinik einzulassen. Ich wünsche dir, dass du dir selbst diese Chance gibst.

LG, sayeda
Weil, wenn ich doch sooooo kompetent bin, warum bekomme ich es nicht allein geregelt? In der Klinik bin ich Patient, soll und will lernen wie es richtig geht.

Es ist irgendwie falsch eine Überforderung zu sein :?


zitiert werden fühlt sich auch falsch an. Denn, ich habe nichts vorzuweisen, ich habe versagt. Immer und immer wieder.... das wird im Grunde auch zitiert werden. Ein Teil davon, nicht alles. Aber eben, dass ich nicht reden konnte, dass ich daran gescheitert bin, nicht reden konnte und kann.


Ich wäre gern ein unauffälliger, gern gesehener Patient, der wieder kommen darf, angemessen oft und danach ins Leben verabschiedet wird.


Stumm sein, nicht reden können... das will ich nicht sein. Ich will es sagen können, aussprechen... ich will es damals schon gesagt haben... nicht stumm sein, nur jammern und wimmern... ich will sagen was passiert ist, will sagen was ich gemacht habe und warum und dass ich es nicht wollte. und es soll jemand zuhören und es soll nie wieder passieren. So nicht und anders auch nicht und mehr werden auch nicht.

Ich will geredet haben
Es soll aufgehört haben


Statt dessen ersticke ich daran, heute, über dreißig Jahre zu spät
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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jan 09, 2019 1:47 am

Gast hat geschrieben:
Mi Jan 09, 2019 1:19 am
Und immer sind die anderen schuld........ etwas zum nachdenken, jeder ist auch für sich selbst verantwortlich
ja, ich bin verantwortlich... nur trägt sich diese Verantwortung schwer und ich stolpere vor mich hin damit. Im Verantwortung tragen bin ich nicht gut.
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jan 09, 2019 2:25 am

Aufatmende hat geschrieben:
Di Jan 08, 2019 7:37 am
Ich war letztes Jahr in einer psychosomatischen Reha, in der an allen Ecken und Enden der Kostendruck sichtbar war und ich um so manches gekämpft habe. Aber mit Abstand sehe Ich, wie viele Impulse ich dort bekommen habe, mich weiterzuentwickeln.
Ich wünsche dir Mut und Zuversicht!
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Ja, eines war positiv... ich kann auf mich aufpassen... das habe ich erkannt...

nur, ich will das nicht mehr. Zumindest nicht immer und ständig... ich will nicht wortwörtlich auf dem Boden sitzend allein gelassen werden, ich will nicht alleine Lösungen finden müssen, mit denen ich dann durch die Gegend humpele, wie mit einem Stock.


Ich möchte jemand an meiner Seite haben. Jemand anderen als mich, auch soll es kein imaginiertes Wesen sein. Ich möchte jemand auf meiner Seite haben der mir Dinge erklärt...der da ist... der mir sagt, dass das was ich gemacht habe zwar falsch war, er aber hinter mir steht und neben mir.


Ich weiß ja dass das ein (pseudo?) regressiver Wunsch ist...
weiß aich dass man durch sowas eben allei geht...


Den Zettel schickt niemand für mich ab, den Anmeldebogen füllt auch niemand aus.... jetzt und dann und einfach immer bin ich ganz allein dafür verantwortlich.


Erwachsen sein ist scheiße
Kind sein war auch scheiße




Und jetz ist morgen schon heute und für heute steht auf dem "ich will es ricntig machen" Plan, Zettel zur Post bringen, egal was so st noch ist und kommt, egal wie müde, egal was auch immer...


Aber ich wünsche mir dass keine Genehmigung kommt. Einen Aufenthalt der nicht stattfindet, kann ich nicht vebocken.
Zuletzt geändert von ~SteinHart~ am Mi Jan 09, 2019 7:34 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Mi Jan 09, 2019 4:24 am

@gast: anonyme Gäste ohne Namen. Das ist feige und dein Satz zum kotzen. Soviel zum Thema sich verantworten. :lol:
@Sh... deine Worte lösen ganz viel Mitgefühl aus. Ja du sollst es sagen dürfen. Das wäre so gut und wichtig. Früher und auch jetzt.
Und verstehe deine Angst bzgl Klinik.was ist BN?
Ich glaub aber auch nur ein neuer Versuch wird das alte überwinden. Die hm Erfahrung.
Menschen sind unterschiedlich. Strukturen und Dynamik auch. Deshalb hab ich Hoffnung dass es anders wird.
Versuch dich abzulenken. Nicht zu sehr zu grübeln. Das bringt nichts. Der einzige Weg raus... ist durch. :cry:

Sende dir Kraft fürs weg schicken..evtl ist Verantwortung auch schwer weil du eben auf der Kind Stufe stehen geblieben bist...Wie viele hier.
Find die Idee mit dem jemanden bei dir gut und gesund.

Gastacht

Aufatmende
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Aufatmende » Mi Jan 09, 2019 10:15 am

Ich habe mich über Jahrzehnte so gefühlt: wie innerlich humpelnd. Aber irgendwann konnte ich den Stock wegwerfen. Jetzt humple ich äußerlich, aber fühle mich trotzdem heil. Obwohl noch immer neuer alter Scheiß hoch kommt. Obwohl ich noch immer punktuell meine Therapeutin brauche.
Weil sie mich irgendwann genug beeltert hatten und ich je länger je mehr Trost und Verantwortung für mich selbst übernehmen konnte.
Wenn du nicht reden kannst, dann spricht eben dein Körper. Oder du malst. Oder du wirst " nur" stabilisiert.
Ich habe um einen Sitzplatz am Tisch gekämpft, der sicher war.
Ich habe mein Zimmer reichlich dekoriert.
Es hat riesige Energie verschlungen, bis es sich so sicher angefühlt hat, dass ich von dem Aufenthalt profitieren konnte.
So ist es eben. Solche Mimosen sind wir eben.
Da ist die Kaffeebeschuldigung eben eine Katastrophe, weil es sich wie eine Grenzverletzung angefühlt hat und dir schon wieder jemand die Schuld gegeben hat.
Du kannst doch weiter sammeln, was du dir wünscht. So unrealistisch das auch ist. Ohne es zu werten. Und dann mit den Therapeuten oder den Bezugsschwestern dort sehen, was sich davon umsetzen lässt.
Ich habe über viele Jahre viele Schweigegebote meines Vaters auflösen müssen. Alle einzeln. Meist mit massiven körperlichen Auswirkungen. So ist es eben. Es dauert. Es es immer wieder unmenschlich anstrengend. Aber langfristig verbessert sich die Lebensqualität stark.
Du schaffst das!
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Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Mi Jan 09, 2019 9:27 pm

Hallo SH,

hmm, da fragst Du jetzt was! Ich mache Dinge und helfe mir irgendwie selber, aber nehme es meist nichtmal wahr das ichs tue und schon garnicht wie ichs tue. Ich hab da jetzt echt lange drüber nachgedacht, nachdem ich Deine Frage gelesen hatte wie ich da rauskomme.

Ich denke, ein Teil von mir, vielleicht auch eine Innenperson, vielleicht auch ich selbst (?) redet mit mir. Redet beruhigend auf mich ein, erklärt das das doch jetzt eigentlich garnicht soo schlimm ist, macht Lösungsvorschläge. Also um bei Deinem Fall mit dem verlorenen Kissenbezug zu bleiben, dann erstmal einen anderen zu suchen, der ähnlich sieht, oder farblich dazu paßt. Oder ganz kreativ zu sein und zwei andere Kissenbezüge zu nehmen die irgendwie passen, damit es doch wieder gleichmäßig aussieht. Sagt mir, daß ich aber gleich wieder weitermachen muß, weil ich hab ja nunmal Kinder und um die muß sich gekümmert werden. Manchmal überleg ich auch, was ich jetzt meinen Kindern sagen würde in so einer Situation und sage mir das selber.
Oder ich setze mir ne Frist in der ich noch irgendwie stark sein und funktionieren muß (meist bis abends, wenn zumindest meine Tochter im Bett ist) und das ich dann weiter verzweifelt sein darf drüber, weinen und toben kann, was immer dann nötig ist. Bis es dann soweit ist, frag ich mich dann schon meist, wo jetzt eigentlich das Problem war?
Das ist nun natürlich schwer für Dich umzusetzen ohne Kinder die da irgendwie ein "Druckmittel" zum Funktionieren sind. Vielleicht Deine Kater? Deine Arbeit..irgendwas um das Dich genau DANN erstmal kümmern mußt. Vielleicht findest Du ja irgendwas?

Du wirst nix verbocken dort! Und die verbocken hoffentlich auch nix mit Dir! Diesmal hast Du ja eine Thera, die ein Auge draufhat, die auch in der Klinik klar machen kann daß sich da vernünftig Mühe gegeben wird, weil Du eh schon ein gebranntes Kind in der Hinsicht bist und es einfach voll daneben wär, wenn da jetzt nochmal was schieflaufen würde. Oder Du fürs Kaffeetrinken beschuldigt wirst, wenn Du garkeinen oder fast keinen trinkst. Oder sonstige blödsinnige Dinge. Natürlich ist sowas auch Blödsinn, aber wenn man selber betroffen ist, fühlt man sich davon eben trotzdem angegriffen und "klein gemacht". Man geht ja kaum in eine Klinik weil man gerade so super stabil und selbstbewußt ist.

Ich wünsch Dir nochmal viel Kraft und Mut!

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 10, 2019 12:24 am

Hallo gastacht, ich hoffe du nimmst mir mein nur wenig empathisches Geschreibsel in deinem Thread nicht übel. Deine Ausgangslage derzeit ist deutlich prekärer als meine (mein3 Einschätzung) deshalb mein Vorgehen.

Es rührt mich, wie du mir gegenüber bist, immer wieder. Würde dir sehr gern von dem was ich habe etwas abgeben nur geht das leider nicht.


Deine Einschätzung passt sehr gut, finde ich. Also so fühlt es sich an. klein :( Schwer das so an und hinzunehmen. Ich finde das nämlich gruselig. Kontraproduktiv ist es auch. Der Zettel liegt im Auto und ich in weder zum Team an die Arbeit gefahren, noch sonst wohin. Bin hier daheim geblieben und habe ??? gemacht Irgendwas, ich weiß nicht mehr alles, oder ich war sehr langsam... Auf jeden Fall ist der Zettel noch immer nicht bei der Post.

Habe versucht al zu machen was hier oft steht... in mich rein hören... (das würde sich nur halb so bescheuert anfühlen und denken wenn da keine Resonanz käme) was d< zum Vorschein kommt ist aber zusammenhangloser Mist der mir nicht weiter hilft. Bockiger, aber auch ängstlicher, aus dem Zusammenhang gerissener, unlogischer Kram :roll:

Ich möchte gerade nicht mit bockigen Kleinkindern, oder sonst was/wem diskutieren (egal wie fürchterlich traumatisiert es ist) und ich finde auch den Zeitpunkt generell gerade nicht passend.

*Krykammer für mich selbst in Erwägung ziehe :idea:


Auf der anderen Seite war interessant was gestern hoch kam. So ganz ohne reinhorchen, sondern einfach so und leider auch sehr unkontrolliert (was eben auch gruselig ist)


Mit Abstand betrachtet und geänderter Perspektive: es ging um mich, als dreijährige, damals eben :( Ich dachte in letzter Zeit dass ich gnädig bin, wohlwollend und verständnisvoll... dass meine gegen mich gerichteten Vorwürfe sich erst auf später beziehen... ab 12 aufwärts :( nun denke ich aber, das was da gestern kam, nun da steckt ein Vorwurf dahinter :(

und jetzt wird es kompliziert, denn dabei und bei so vielem und immer mehr... höre ich mich denken und denke eben in verwch9edene Richtungen gleichzeitig (und verstehe das nicht) Verschiedene Introjekte? Oder Introjekte versus ich? Oder???




Nun, unabhängig davon bin ich gerade gedanklich zugleich in der Klinik und auch nicht. Dr.R hat mir gezeigt was sie für die Klinik aufgeschrieben hat. Wenig ist es und sie sagte es ist bewusst wenig. Ausserdem ist sie da ja nicht mehr und ich weiß nicht inwifern sie da Einfluss nehmen kann... und Kontakt wird es ja eher keinen geben wärend dem Aufenthalt.

Schritt ins ungewisse dunkel :(


Es wird yber definitiv "nur" stabilisierend und abklärend sein. Skills, Skills, Skills...

Nichts konfrontatives, weder dort, noch bei ihr. Viiiiiieeeeeel zu früh sagt sie (und hat meinet Meinung nach recht damit)



Zum Thema anonyme Gäste, bzw. DIESE anonymen Gäste :roll: habe es jetzt nochmal gelesen und anders interpretiert als gestern. Da war wohl wenig wohlwollen drin(?) Ärgern... mehr nicht... (?)

Irgendwann mal, werde ich Hacker, knacke Wildwasser, suche mir die IP Adressen, stelle die dazu gehörigen User hier bloß und bringe denen den gesammelten Inhalt der beiden Katzentoiletten hier nach Hause und stopfe damit Briefkasten damit voll :twisted:
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 10, 2019 12:43 am

Aufatmende hat geschrieben:
Mi Jan 09, 2019 10:15 am
Ich habe mich über Jahrzehnte so gefühlt: wie innerlich humpelnd. Aber irgendwann konnte ich den Stock wegwerfen. Jetzt humple ich äußerlich, aber fühle mich trotzdem heil. Obwohl noch immer neuer alter Scheiß hoch kommt. Obwohl ich noch immer punktuell meine Therapeutin brauche.
Weil sie mich irgendwann genug beeltert hatten und ich je länger je mehr Trost und Verantwortung für mich selbst übernehmen konnte.
Wenn du nicht reden kannst, dann spricht eben dein Körper. Oder du malst. Oder du wirst " nur" stabilisiert.
Ich habe um einen Sitzplatz am Tisch gekämpft, der sicher war.
Ich habe mein Zimmer reichlich dekoriert.
Es hat riesige Energie verschlungen, bis es sich so sicher angefühlt hat, dass ich von dem Aufenthalt profitieren konnte.
So ist es eben. Solche Mimosen sind wir eben.
Da ist die Kaffeebeschuldigung eben eine Katastrophe, weil es sich wie eine Grenzverletzung angefühlt hat und dir schon wieder jemand die Schuld gegeben hat.
Du kannst doch weiter sammeln, was du dir wünscht. So unrealistisch das auch ist. Ohne es zu werten. Und dann mit den Therapeuten oder den Bezugsschwestern dort sehen, was sich davon umsetzen lässt.
Ich habe über viele Jahre viele Schweigegebote meines Vaters auflösen müssen. Alle einzeln. Meist mit massiven körperlichen Auswirkungen. So ist es eben. Es dauert. Es es immer wieder unmenschlich anstrengend. Aber langfristig verbessert sich die Lebensqualität stark.
Du schaffst das!
Viel Erfolg beim Abschicken!

Nun, in der HM war jeder Versuch etwas durchzusetzen, oder zu thematisieren was mir so dort nicht gut tat, oder ich mir anders gewünscht hätte dazu geführt, dass ich zum Schluss wohl den Status des Enfant terrible hatte :(

Auch wenn ich verstehen kann dass ich sicherlich nervig war... nun, aber was bei mir jetzt zurück bleibt ist eben negativ und macht Angst was weitere Klinikerfahrungen betrifft.

im Grunde stecke ich in dem Dilemma nicht zu wissen was später, rückwirkend sozusagen die richtige Strategie gewesen sein wird (äh, ich hoffe der Satz ist irgendwie verständlich :? :oops: )

Besser alles einfach mitmachen, lächeln, zufrieden wirken, kooperativ sein, koste es was es wolle... um nichht rausgeworfen, oder verfrüht entlassen zu werden... um zu hören dass myn wieder kommen kann... sowas eben :(

oder eben, Stacheln aufstellen, ganz und sehr und nur auf mich hören und zu achten und mich allem und jedem zu entziehen was nicht gut tut.... in der Hoffnung dass im Endbericht nicht steht dass das scheiße und lästig und therapieschädigend war... sondern eben zwar sehr anstrengend und herausfordernd, aber mir selbst gegenüber achtsam und Ausdruck tiefer Verunsicherung UND dass es langfristig positiv ausbaubar ist.


Ich finde es geryde schwierig an Schweigegeboten, oder auch an Dingen die zum Schweigen führen zu arbeiten. Die scheint es zu geben und die sind tatsächlich ein Problem... inhaltlich geht gerade (noch) nichts... wie löst man dann die Auswirkung auf?

ich würde gern etwas zu der neuen Klinik sagen... etwas dass damals dort war, als ich mit 18 da war... aber, allein das zu sagen schlägt eine Brücke hin zum MB, zu einem bestimmten Aspekt davon... der zwar wohl bekannt, bzw. nicht selten ist... aber ich kann darüber nicht reden, oder will nicht :oops:

Und so schweige ich... weil jedes Wort eines zu viel wäre... nur ändert sic so auch nichts :(
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
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Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Do Jan 10, 2019 12:48 am

Alles es ist alles ok Liebe sh.
Melde mich morgen oder heute. :wink:
Gastacht

~SteinHart~
Beiträge: 3893
Registriert: Di Mai 05, 2009 11:38 pm

Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jan 10, 2019 12:59 am

Imagica hat geschrieben:
Mi Jan 09, 2019 9:27 pm
Hallo SH,

hmm, da fragst Du jetzt was! Ich mache Dinge und helfe mir irgendwie selber, aber nehme es meist nichtmal wahr das ichs tue und schon garnicht wie ichs tue. Ich hab da jetzt echt lange drüber nachgedacht, nachdem ich Deine Frage gelesen hatte wie ich da rauskomme.

Ich denke, ein Teil von mir, vielleicht auch eine Innenperson, vielleicht auch ich selbst (?) redet mit mir. Redet beruhigend auf mich ein, erklärt das das doch jetzt eigentlich garnicht soo schlimm ist, macht Lösungsvorschläge. Also um bei Deinem Fall mit dem verlorenen Kissenbezug zu bleiben, dann erstmal einen anderen zu suchen, der ähnlich sieht, oder farblich dazu paßt. Oder ganz kreativ zu sein und zwei andere Kissenbezüge zu nehmen die irgendwie passen, damit es doch wieder gleichmäßig aussieht. Sagt mir, daß ich aber gleich wieder weitermachen muß, weil ich hab ja nunmal Kinder und um die muß sich gekümmert werden. Manchmal überleg ich auch, was ich jetzt meinen Kindern sagen würde in so einer Situation und sage mir das selber.
Oder ich setze mir ne Frist in der ich noch irgendwie stark sein und funktionieren muß (meist bis abends, wenn zumindest meine Tochter im Bett ist) und das ich dann weiter verzweifelt sein darf drüber, weinen und toben kann, was immer dann nötig ist. Bis es dann soweit ist, frag ich mich dann schon meist, wo jetzt eigentlich das Problem war?
Das ist nun natürlich schwer für Dich umzusetzen ohne Kinder die da irgendwie ein "Druckmittel" zum Funktionieren sind. Vielleicht Deine Kater? Deine Arbeit..irgendwas um das Dich genau DANN erstmal kümmern mußt. Vielleicht findest Du ja irgendwas?

Du wirst nix verbocken dort! Und die verbocken hoffentlich auch nix mit Dir! Diesmal hast Du ja eine Thera, die ein Auge draufhat, die auch in der Klinik klar machen kann daß sich da vernünftig Mühe gegeben wird, weil Du eh schon ein gebranntes Kind in der Hinsicht bist und es einfach voll daneben wär, wenn da jetzt nochmal was schieflaufen würde. Oder Du fürs Kaffeetrinken beschuldigt wirst, wenn Du garkeinen oder fast keinen trinkst. Oder sonstige blödsinnige Dinge. Natürlich ist sowas auch Blödsinn, aber wenn man selber betroffen ist, fühlt man sich davon eben trotzdem angegriffen und "klein gemacht". Man geht ja kaum in eine Klinik weil man gerade so super stabil und selbstbewußt ist.

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Liebe Grüße,
Imagica
Das klingt vertraut, also wie du das machst.
ich denke gerade, dass du da eine kostbare Fähigkeit hast, die andere mühsam erlernen müssen. Finde ich gut.
ich kenne diesen "Pragmatismus" auch und finde es hilft.

Bei mir ist gerade tatsächlich recht wenig an Verpflichtungen. Die Arbeit funktioniert noch am besten. Die Katerchen sind zu genügsam :)



ich höre jetzt mal auf... mein Tag-Nachtrythmus ist gerade echt wieder im Eimer :( Also hole ich ihn da mal raus, indem ich mich jetzt ins Bett packe ;)
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