Genau jetzt

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~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Okt 10, 2019 11:37 pm

Imagica hat geschrieben:
Do Okt 10, 2019 8:59 pm
Hi SH,

das klingt schon ein klitzekleines bißchen besser, das freut mich! Klar bist Du nach sowas total k.o. und ich hoffe Du kriegst bald etwas Ruhe? Am Besten wär natürlich viel Ruhe!

Ja natürlich ist es auch eine Art Auszeichnung wenn man Dir so viel vertraut daß man Dich für perfekt hält für etwas was andere nicht hinkriegen! Aber es geht natürlich auch darum ob Du das kannst und willst.

Hat Deine Thera irgendeinen Grund genannt, warum Du nicht über das schreiben sollst was sie Dir so sagt? Ich meine, jede Thera ist anders und jede sagt mal irgendwann einen oder mehrere total schlaue Sätze, die andere Theras nun gerade nicht gesagt haben, die aber jedem Betroffenen was bringen würden. Das ist echt schade wenn man das dann nicht erwähnen soll. Mich würde das ehrlichgesagt auch total triggern.

Am besten setzen wir uns zusammen und kraulen unsere Kater und gucken ihnen tief in die Augen. Das hilft um wieder ein bißchen Lebenslust zu finden. Ich habe davon im Moment nämlich auch nicht sonderlich viel. Oder wir gucken ihnen zu wie sie lustige Sachen machen. Meiner ist vorhin am Glas meiner Tochter mit Strohhalm drin vorbeigelaufen, der Strohhalm blieb an seinem Fell hängen und er rannte entsetzt weg :D

Liebe Grüße,
Imagica
Danke Imagica, besonders weil du gerade die tatsächlich schlimmere Belastung und Ohnmachtsgefühle aushalten musst. DU nimmst dir so viel Zeit und investierst Gedanken. Danke dafür, einfach danke.

Naja, Auszeichnung nicht, aber wenn die Thera zum Beispiel auch meinte ich könnte auch das positive mehr betonen, also dass ich etwas kann und man es mir zutraut.

Mein innerer Pessimist, oder doch Realist(?) sagt aber dass ich einfach zu den Deppen gehöre, die so etwas (normalerweise) mit sich machen lassen. Wir kommen zum Dienst, haben kaum Wünsche, machen unseren Job gut und schnell und zuverlässig.
Letztendlich sind wir aber eben doch nur die Spielsteinchen die (rücksichtslos) durch die Gegend geschoben werden.


Die Geschichte an der Arbeit ging heute in Kapitel zwei, nachdem ich dachte es ist gut jetzt... erfuhr ich vorhin es hat jetzt einfach einen anderen Depp erwischt und versuche gerade das innere Bild anzuwenden um die Gefühle der anderen nicht aufzusaugen, sondern bei mir zu bleiben.


Manchmal wäre ich lieber blöd oder zumindest jemand dem man nix zutraut. Das Leben ist dann deutlich stressfreier, wie es scheint.


Die Erklärung bezüglich Thera sind weiter oben. Sie war sauer wegen der quasi wortwörtlichen Schilderung hier, damals. So kam es mir vor... (hatte ihr via Mail ja den Beitrag hier geschickt) mittlerweile haben wir da eine Lösung gefunden und vor allem war es sehr hilfreich mal kurz mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Ich habe tatsächlich einiges hier her verlagert, was in die Therapie gehört ;)

Ja, wir setzen uns wohl wirklich am besten mit den Katzen hin und genießen den Moment.

Ich glaube, sollten wir mal sterben.... nun Katzenmenschen kommen ja vielleicht in den Katzenhimmel. Könnte doch sein?
Eine schöne Vorstellung und in all dem Mist vielleicht ein wenig tröstlich(?)


SH
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Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Fr Okt 11, 2019 11:18 pm

Hi SH,

ja ok, dann verstehe ich das mit Deiner Thera. Es wirkte nur im ersten Moment so nach Geheimnis und das ist natürlich etwas, was dann echt triggert weil das dürften wir ja alle ganz gut kennen.

Ja, manchmal glaube ich auch, blöd sein wäre schon sehr praktisch. Nicht nur daß man uns nix zutrauen würde, wir würden auch ganz viel vermutlich garnicht wahrnehmen was nicht ok ist. Und Grübeleien übers Leben und den Sinn gäbe es mit Sicherheit auch kaum. Zumindest war das bei den paar Menschen die ich kennengelernt habe, die wirklich schwerwiegende Krankheiten von Geburt an hatten und dementsprechend tatsächlich sozusagen "dumm" waren, so. Die waren glücklich mit dem was sie hatten und haben garkeinen Gedanken dran verschwendet daß es irgendwie anders sein könnte. Wenn sie beleidigt wurden, haben sie es meist nichtmal verstanden und sich dementsprechend auch garnicht erst drüber aufgeregt. Manchmal war ich glatt ein bißchen neidisch. So unbeschwert leben zu können, hat doch schon auch was.

Oh, ein Katzenhimmel voller Katzen. Hach, ja das wär was!

Liebe Grüße,
Imagica

Gast

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gast » Sa Okt 12, 2019 1:55 pm

Manchmal wäre ich lieber blöd oder zumindest jemand dem man nix zutraut. Das Leben ist dann deutlich stressfreier, wie es scheint.
Ich bezweifle das. Und - die andere Möglichkeit für dich wäre es, wenn du selbst "Nein"sagen lernst und lernst dich abzugrenzen. Dann kannst du weiterhin klever und gut sein und gleichzeitig nicht ausbrennen ;-).

LG, sayeda

gennixx
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Re: Genau jetzt

Beitrag von gennixx » Sa Okt 12, 2019 11:13 pm

Liebe Steinhart,

"Manchmal wäre ich lieber blöd oder zumindest jemand dem man nix zutraut. Das Leben ist dann deutlich stressfreier, wie es scheint."

... habe ich auch schon oft gedacht... Vielleicht nicht blöd, aber oberflächlicher. Dann ist manches vielleicht wirklich leichter zu ertragen...

Ich denke auf jeden Fall an Dich!

Ansonsten möchte ich gern in den Hundehimmel!!!

LG, Gennixx

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Okt 13, 2019 10:53 pm

Danke euch für die Antworten.

Mir geht nicht wirklich gut, aber um die Versetzung bin ich drumherum gekommen. Jemand anderen hat es erwischt, jemand der das genausowenig will und jetzt stink sauer ist.

So kann man ein Team auch kaputt machen :(

Nein sagen nutzt i so einer Situation selten etwas. Ich hatte Glück, dafür jetzt jemand anderer das Nachsehen. Bin nicht wirklich glücklich mit der Lösung, versuche aber das nicht so nah an mich heran kommen zu lassen.

Mir geht leider noch immer nicht wirklich gut. Die drei Tage frei stessen mich irgendwie. Obwohl ich jeden Tag etwas zu tun habe, inklusive Thera.
Hatte mich fürs einspringen angeboten, aber aufgrund der Überstunden und wohl auch weil es mir merklich schlecht ging mit der Hiobsbotschaft (und dem Ausgang jetzt) jongliert man anderweitig. Morgen weiß ich dann mehr.

Nein sagen nutzt nichts, nutzte so oft nichts.

Wenn jemand an den Säulen kratzt, oder sie in Frage stellt, argumentiere ich, oder werde wütend. Wenn die Säulen an sich ins Wanken geraten klappe ich innerlich zusammen.

Und so ist es noch immer, meine Säule wackelt und ich wackele... und es macht mir Angst...

Blöde paradoxe scheiße!

Ablenken hilft, aber jetzt allein und mit der Aussicht auf "nichts zu tun" geht's mir schlecht(er)
Vielleicht fühle ich es jetzt aber auch nur wieder intensiver, weil ich die Gelegenheit dazu habe? Wer weiß?

Mir wird schwindelig vor lauter Gedankenwirrwarr.

Es soll wieder ruhiger werden.


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Okt 14, 2019 5:39 pm

Gastacht hat geschrieben:
Mo Okt 14, 2019 11:50 am

In berichten aus kliniken stehen ja auch meist keine traumata. Oder eben nur trauma. Nicht wer, nicht was.
Und das aus gutem grund.
Findest du das auch verlogen?
Es geht doch um einen schutz des intimsten was der mensch hat. Und Diagnosen sind halt nichts valides auch wenn der diskurs so tut als ob.
Was einmal drin steht steht drin auch wenn es falsch ist.
Und es geht dabei nicht um kinder betreuung sondern um ein Gefühl der inneren Sicherheit. Dass nicht 100 kk Mitarbeiter das sehen können. Das stresst einige Menschen extrem.


Mal wieder ein Danke Hohe Mark - NICHT!!!!!!

Diese dämliche Ärztin und gerade will ich NULL Sympathie für sie haben, oder Empathie, oder irgendetwas positives. Ständig und immer habe ich sie in Schutz genommen, meiner Meinung nach. Kritisiert, aber mit Verständnis und wohlwollen.... sie wollte mir helfen, ja.... ABER

Sie hat in den Entlassbrief Traumadetails geschrieben und das auch noch falsch. Details die sie nur kannte weil ich in meiner Verzweiflung über die vorzeitige Entlassung und nachdem mir ein Gespräch über die verkorkste EMDR mehrfach verwehrt wurde, ihr am Abreisetag, auf Schmierpapier einen Brief schrieb. Ein Brief, in den ich schrieb an was ich mich erinnere und wie schlimm es sich anfühlt.
Als sie ihn gelesen hat war ich mindestens schon auf der Autobahn.

Sie schrieb, wer was, wann gemacht hat und fügt hinzu, ich hätte mich erfolgreich gewehrt.

Ja, ist ja auch so erfolgreich, wenn man aufgibt, weil man wer weiß wie lange gegen die Hand vor Nase und Mund gekämpft hat und mit Arm und Beinen vom dreimal so großen Vater unter Wasser gedrückt und fixiert wird. Es hörte auf, er hörte auf, irgendwann... und ich machte was er von Anfang an wollte, ich ihm aber verwehrt hatte zuvor.

DIESE INFOS standen im Entlassbrief, der an irgendeinen Sacharbeiter bei der KK ging, der irgendwo archiviert wurde.


Das war, neben einigem anderen sowas von falsch und unprofessionell.



Meine neue Thera meinte mal, ich könne ihr vergeben. Gott, warum hat die so ein positives Bild von mir???


Nein, zur Zeit will ich nicht vergeben. Ich will wütend sein über diese hochgelobte Klinik, die so beschissen versagt hat bei meiner Behandlung.


Ich hasse Parallelen zu früher. Mein scheiß Vater hatte auch einen guten Ruf, war beliebt und ein Kindermagnet und alles war ja so toll... jeden Sonntag in der Kirche, im Chor gesungen, beim Kindergartenturnhallenbau geholfen, im Sommer Ausflüge gemacht.... soooo toll.

Wie kann ich es wagen, Dreck zu werfen? Auf so tolle Menschen....

Das tut gerade weh, hilft aber auch. Ich bin lieber wütend, als sanft und verwundbar.

Den ganzen Tag hangele ich so vor mich hin... habe auch mit der Ther telefoniert und sie ist so mega fürsorglich dass es weh tut.

Ich weine, fühle mich überfordert, habe Angst und vermeide unnötiges....

wütend sein ist viel besser, finde ich.


Bei ihm durfte ich nicht wütend sein. er hat solange drauf gehauen, oder festgehalten, oder unter Druck gesetzt, oder Angst gemacht, bis ich, ohne irgendein Gefühl einfach gemacht habe was er wollte.

Ich will lieber wütend sein und das sein dürfen.

Bräuchte nur gerade mehr Kraft für Wut. Bin so wackelig und es fühlt sich fürchterlich schwach an in mir.


Ich wünsche es wäre schon nächstes Jahr und ich schaue zurück. Oder nächste Woche, oder irgendwann. Irgendwann anders als gerade.


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Okt 14, 2019 5:59 pm

Nein, den Vergleich nehme ich zurück.

Sie wollte helfen, ehrlich helfen.

Was er wollte, warum ich das alles machen musste hat einen anderen Hintergrund. Ich weiß nicht welchen. Glaube nicht dass es Pädophilie war, wenn dann schon eher sexuelle Frustration, oder Sadismus, oder was weiß ich... das war kein helfen wollen.


Und wieder nehme ich sie in Schutz.

Die meisten Vorwürfe mache ich der Klinik als solche. Der Institution... man hätte auch auf meiner Seite sein sollen, sich bemühen müssen das zu klären. Man hätte Rückgrat zeigen sollen und müssen, sich entschuldigen, Konsequenzen daraus ziehen und mich daran teilhaben lassen. Mir sagen dass das so nicht mehr vorkomme wird, bei niemandem.


Wütend sein ist besser. Wütend atme ich, wütend, bewege ich mich, wütend will ich Dinge zu Ende bringen und bewegen.

Ohnmacht ist das Gefährliche. Ohnmacht weil man nur ein Spielball ist, in so vielen Situationen. So oft keine Wahl hat, ja sagen muss, oder ja. Ein Nein wird oft nicht akzeptiert, oder schlimmer noch führt zu negativen Konsequenzen und Druck und macht es nur schlimmer.

Will aus dieser Ohnmacht wieder raus. Denn es fühlt sich ohnmächtig an, an die Brücke zu denken, oder Tabletten. Als würde ich aufgeben, weil sich wehren ohnehin nichts bringt, außer ersticken.

Sie wollte mir helfen.... ich will niemand der mir helfen will, sondern jemand der mir helfen kann, mich aber zumindest nicht im Morast alleine lässt, wenn es nicht geklappt hat.

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Mo Okt 14, 2019 9:05 pm

Liebe SH,

also erstmal, um Deine Säulen wieder zu festigen, habe ich jetzt mal Bob den Baumeister zu Dir geschickt, der bringt das im nu wieder in Ordnung :lol: Hab sofort die Melodie im Kopf, mein Sohn stand da früher soooo sehr drauf und hat das rauf und runter geguckt.

Ansonsten weiß ich jetzt garnicht auf was ich zuerst antworten soll. Wut finde ich gut! Ich glaube, die Wut versteckt sich oft hinter anderen Dingen und kommt sehr selten wirklich mal zum echten Thema zum Vorschein, möchte aber eigentlich endlich mal ausgelebt werden.
Es mag sein daß sie wirklich helfen wollte, aber letzten Endes hat sie da Dinge reingeschrieben, die sie hätte nicht reinschreiben dürfen und das war eindeutig falsch! Und da hast Du jedes Recht wütend zu sein! Und Du darfst auch wütend sein, wenn Du ansonsten findest, daß sie sich echt bemüht hat zu helfen. Denn es darf beides gleichzeitig da sein. Menschen machen Fehler, das ist eben so. Und auch nette Menschen machen ganz blöde Fehler und da darf man trotzdem wütend sein, auch wenn man sie sonst nett findet.

Ich denke, helfen kann Deine neue Thera, die will es nicht nur, die kann es. Und dich alleine lassen wenn es nicht geklappt hat, wird sie auch kaum. So klingt sie jedenfalls nach Deiner Beschreibung nicht.
Ich kann Dir von hier aus wohl kaum helfen, aber ich setze mich gerne zu Dir damit Du nicht so alleine bist. Und ich bring meine Kater mit, dann können unsere Kater zusammen spielen. Oder mein frecher Kater ärgert alle anderen :D

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und viele gute Kuschelkaterstunden,
Imagica

Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Di Okt 15, 2019 8:55 am

Hallo liebe sh
Mir fällt ein: die Verknüpfung ist das schlimmste. Das was so so schlimm ist.
Die hm sache ist mega sch und falsch ja und ein verzeihen muss mull sein. Wie kommt sie drauf? Sowas darf nicht sein und für was überhaupt?

Nur MIT der Verknüpfung wird es glaub so uferlos, so schwer loszulassen.

Und dein Vater erinnert mich etwas an meinen vater. Dr jekyll und mt hyde sag ich oft. Vorne rum nett und hinten rum sadistisch. Zum kotzen. Das ist so ein perfides soiel in dem man ist.

Ach mann es tut mir leid. Vielleicht hilft es es zu trennen. Irgendwie. Die hm ist nicht dein vater. Es waren inkompetente a...aber nicht sadistisch.

Und sei wütend ja aber sei bei der thera auch später wenn es geht mal schwach. Auf beides bezogen. Das ist wichtig und ich glaub das es wichtig ist erahnst du auch. Und heute passiert auch nichts schlimmes mehr dann sondern es heilt und beruhigt und man kann loslassen irgendwann wenn man ganz viel trost besonders in bezug auf deinen vater natürlich bekommen hat.
Die wut macht lebendig aber verhindert auch das spüren des schmerzes, des ausgeliefert seins.

Ich spür das gerad ein wenig und könnte nur heulen.

Ich denk an dich
Gastacht

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Okt 17, 2019 3:37 pm

Danke euch beiden :)

Säulen wieder aufrichten klingt gut.

Es darf beides sein, ja... mich überfordern "schwache" Gefühle leider noch.

Thera meinte, es wird besser gerade. Die Gefühle kommen.... und weil ich das (noch) nicht gut aushalten kann mache ich mich lieber tot. So ganz grob zusammen gefasst.

Ich muss, oder will, nein ich MUSS mit den schwachen Gefühlen sehr vorsichtig sein. Es gibt Menschen die rufen sie hervor, ihre Art, oder was gesagt/gemacht wird.
Da werde ich sehr, sehr verletzlich...

Kann noch nur unzureichend auf mich aufpassen, aber das Gegenüber trägt ja nun nicht die Verantwortung für die Resonanz in mir... alles in allem wäre tatsächlich lieber ein hundertprozentiger Arsch, eben komplett STEINHART, nicht nur an der Oberfläche. Und dumm, ja dumm wäre ich auch gern. Nicht lebensunfähig, aber so dass ich vor Nachrichten keine Angst haben muss, nicht ständig alles hinterfragen müssen meine ich eher.
Statt dessen bin ich, ich :roll:

Ohne deren Hilfe wird es ewig dauern das Hohe Mark Thema hinter mir zu lassen.


Auch so eine Parrallele, er hätte es zugeben können... aber nichts musste er... überhaupt mit niemandem musste er reden... nicht musste er sagen, es einfach nur aussitzen.

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Do Okt 17, 2019 8:54 pm

Hi SH,

ja, das ergibt natürlich auch Sinn was Deine Thera da sagt. Wenn mans so rein garnicht gewohnt ist, zu fühlen, haut einen das erstmal total um. Ging mir ja auch so. Nun ist es zwar irgendwie wieder größtenteils weg mit den Gefühlen bei mir, aber das kommt auch wieder. Ich denke, die Phasen wo das geht werden immer häufiger und irgendwann sinds dann keine Phasen mehr sondern es ist einfach ganz normaler Alltag geworden.

Also ich bin ganz froh daß Du Du bist, ich kann Dich so nämlich ganz gut leiden ;-)

Ja, dieses einfach nur aussitzen müssen kenne ich auch. Also mein Vater mußte es auch einfach nur aussitzen und sich niemals zu meinen Vorwürfen äußern. Das hat mich auch frustriert und geärgert, aber nun läßt es sich nicht mehr ändern, da er längst nicht mehr lebt. Und auch sonst begegnet mir das Thema immer wieder. Wie auch in Krankenhäusern oder bei Ärzten die mich einfach mies behandeln und ihre Fehler ebenfalls nicht eingestehen können und wollen. Dummerweise ist das Leben ja immer so, daß es einem immer wieder und wieder ähnliche Dinge präsentiert, solange bis man irgendwas geschafft hat zu ändern, so daß die Dinge nicht mehr immer auf die gleiche Weise ablaufen. Ganz schön fies, aber naja.. so läuft es halt leider. Meine Thera nennt das Muster und ist der festen Überzeugung, man kann diese Muster aber durchbrechen lernen und dann passiert sowas nie wieder. Ich hoffe sie hat Recht!

Liebe Grüße,
Imagica

aoi
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Re: Genau jetzt

Beitrag von aoi » Do Okt 17, 2019 9:05 pm

Hallo Steinhart,

ja, ich kenne das auch. Ich versuche momentan auch mehr Gefühle zuzulassen und oftmals weiß ich über Stunden oder manchmal auch Tage gar nicht, was das für ein Gefühl ist? Klingt doof, weiß ich, ist aber so. Und dann grübel und grübel ich, was das für ein Gefühl sein könnte bis ich es weiß. Und dann überlege ich mir seit welchem genauen Zeitpunkt ich das Gefühl habe und was vorangegangen ist, damit ich weiß, wovon es ausgelöst wurde und ob es Sinn hat.

Ja, schwache Gefühle aushalten ist schwer. Das finde ich auch. Da bist du nicht alleine. Ich finde es toll, dass du sie mehr und mehr zulassen kannst und wenn du dich zwischendurch wieder als steinhart empfindest, ist das für den Moment sicherlich sinnvoll. Auch, wenn ich es nicht immer kann, Akzeptanz hilft mir dann am meisten.

@Imagica: Ich wurde früher und teilweise auch noch heute (ist eine Achterbahnfahrt) immer wütend, wenn sich solche Muster wiederholen. Heute sehe ich es (meistens) als Chance, die es mir ermöglicht die genaue Ursache herauszufinden oder / und mich "zwingen zu müssen" mich anders zu verhalten. Es kommt öfter vor, dass ich da über meinen eigenen Schatten springen muss, um so festgefahrene Muster zu durchbrechen. Und dann sind sie auch noch nicht stabil verankert und öfter werde ich "rückfällig". Aber ich denke auch nicht, dass ich von mir erwarten kann, langerlehrnte und hilfreiche Muster von einen auf den anderen Tag zu ändern. Dass ich das nicht kann, emfinde ich als Schwäche (Steinhart :)) und damit kann ich auch ganz schlecht umgehen.

Egal... das kriegen wir nun auch noch hin. Wir haben schon soviel überlebt; dann dürffte das (auch wenn es sehr schwer ist) ein "Klacks" sein. .. im Gegensatz zu manchen anderen Dingen. Wisst ihr, was ich meine?

GLG

Schick dir ganz viel Unterstüzung und einen sicheren und gesunden Raum für Schwäche.

Aoí

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Okt 24, 2019 9:28 am

Ich danke euch, ich danke euch wirklich dass ihr so beharrlich schreibt und antwortet, obwohl ich das derzeit so gar nicht regelmäßig bei euch mache.



Ich schreibe hier, es tut gut. Warum weiß ich bis heute nicht ganz genau, aber ich gehe stark davon aus dass es etwas mit, gesehen werden, zu tun hat.
Ein Tagebuch für mich funktioniert nicht, hat nicht denselben Effekt.


Nun also....


Habe mir viele Gedanken gemacht. Das was hier im Forum so passiert, bei anderen, generell und bei mir... was andere schreiben und wie... es macht etwas :)



Heute Nacht habe ich mir Gedanken über die Klinik gemacht, über einen weiteren Aufenthalt.


Was will ich da für mich erreichen? Was ist realistisch zu erreichen?


Wenn ich ganz ehrlich bin, tat der letzte Aufenthalt unterm Strich einfach auch gut. Ja, es war anstrengend und ja es gab Zusammenbrüche, Trigger, Grenzen.... aber ich fühlte mich angenommen und sicher.

Im Grunde gab es ja zwei Ziele damals. Zum einen eine vernünftige Diagnostik und zum anderen wieder Vertrauen zu fassen, in Klinik als solches.

Beides hat wunderbar funktioniert finde ich.

Diagnose geändert, wenngleich es nicht möglich war sich die Dissoziationen genauer anzuschauen
und Vertrauen habe ich tatsächlich aufgebaut. Ich sagte vieles, ließ Hilfe zu... habe vieles, sehr unangenehmes angesprochen, wie mein Duschproblem, aber eben vor allem meine Zeitlücken.

Was aber wünsche ich mir von einem weiteren Aufenthalt???

Ganz, ganz ehrlich? Hauptsächlich würde ich gerade einfach gern da sein.
Einen Tagesablauf bekommen, jeder Zeit die Möglichkeit Probleme anzusprechen. Mich nur um sehr wenig kümmern müssen, beschäftigt werden, mich hinterfragen lassen was mein Ruhebedürfnis betrifft. Körperlich positive Erfahrungen machen (Wassergymnastik und das Sportprogramm generell taten wirklich gut)

Versorgt, untergebracht, geschützt sein.


Joa, klingt nach Urlaub ehrlich gesagt :oops:


Das sollte es aber nicht sein. Das würde ich mir vorwerfen (und ja auch jedem anderen)

So ein Aufenthalt ist sehr teuer, die Plätze sind begrenzt. Auch wenn die Klinik nicht so überrannt ist, man nicht so ewig lang auf einen Platz warten muss, würde ich dennoch einen Platz wegnehmen.

Jaaaa, das könnte wieder ein hartes Täterintrojekt sein.... ich denke aber dass es zumindest auch ein ehrliches sich mit mir und meinen Wünschen auseinandersetzen ist. Und ganz egal wie kaputt ich mich finde, ganz egal, wie sehr schlimm es mir meiner Meinung nach erging.... das rechtfertigt keinen Klinikaufenthalt zur Erholung, den die Allgemeinheit bezahlt.


Traumakonfrontation wird es nicht geben. Zum einen sind sie damit dort sehr vorsichtig (es gibt sie aber durchaus und was ich bei einer Mitpatientin mitbekommen habe auch sehr gut) aber ich will es auch nicht. Das ging in der Hohe Mark gehörig schief. Ich werde den Fehler nicht noch einmal machen.

Was ich mir aber vorstellen könnte wäre differenzierter auf die Dissoziationen zu schauen, die Zeitlücken.
Das Konzept in der Klinik ist zwar eigentlich Gruppentherapie, ich habe aber ja am eigenen Leib erfahren dass eine sehr individuelle und bei Bedarf auch hochfrequente Einzelbehandlung möglich ist.

Die Frage ist, will ich das tatsächlich?

Will ich mir anschauen was und warum das passiert?

Allein die Tatsache dass ich gerade eine kurze Pause gemacht habe, jetzt tierisch nervös bin und hier nun mega zappelig sitze während ich tippe zeigt dass ich wohl nicht will (es aber eben auch wichtig wäre es dennoch zu tun?)

In mir passieren Dinge die ich so weder mag, noch verstehen kann und eben auch gar nicht will.


Es soll wieder weg sein. Ich will meinen ganzen Tag vollständig erleben, bzw. erinnern. Ich will tun können was ich will und das immer.
Je mehr ich mich aber wehre, desto schlechter/intensiver wurde es.

Ja, das wäre wohl tatsächlich ein Klinikthema....


zappelige Unruhe....




Bin mega nervös auch unabhängig von dem inneren Mist.

Gestern wieder die Frage, bzw. "es nutzt nichts, du musst die Ausbildung machen" von meiner PDL gestern. Vor versammelter Mann, äh Frauschaft kurz vor der Übergabe.

Habe meine Gründe dagegen sehr deutlich ausgesprochen. Dass ich durchgeknallt bin ist ja ohnehin bekannt durch den langen Klinikaufenthalt etc. ich sagte also dass ich mir zum einen das ganze psychisch nicht zutraue. Die Ausbildung. Drei Jahre. Die ganzen Wechsel die es dann geben würde. Die generalistische Ausbildung beinhaltet ja auch Kinderpflege, dann müsste ich auch in die Ambulanz, ins KH etc. das alles Vollzeit und bei den weiten Wegen hier... das packe ich nicht, meiner Meinung nach.

Ausserdem würde ich dann als examinierte erst mal weniger verdienen als jetzt. mehrere Jahre lang. Ich bin allein, das geht nicht.


Was ich nicht sagte, war dass ich sollte ich jemals das Gefühl haben doch mehr aus mir machen zu wollen, ich bestimmt nicht Kranken- Altenpflege lernen würde.

Jetzt als Helfer kann ich den schönen Teil der Arbeit machen. Die examinierten schlagen sich jeden Tag mit so viel bürokratischem Scheiß herum, der sowas von nichts mehr mit Pflege zu tun hat. Ich sehe doch was da abläuft.

Also nein und ich hoffe das Thema ist vom Tisch....

Generell sieht es aber schlecht aus... wie bei allen... jeder sucht, gutes (examiniertes) Personal.... wir haben jetzt auch zu wenig... Betten leer... Betten die bewusst nicht gefüllt werden und ich weiß was das bedeutet... die Kack ist am dampfen.

Leere Betten bedeuten, auch in einer öffentlichen Einrichtung, auch in einer die wie wir "Special" ist..... die drohende Schließung.


Ja... ich habe Angst den Job zu verlieren... ich kenne die anderen Häuser hier... privat geführte sind noch das beschissendste was man sich antun kann. Zumindest meist. Dann gibt's noch eine Art Kette hier... äh.... NEIN defintitv nicht!
Ambulanter Dienst???? Zahlen schlecht, sonst klingts nicht schlecht.

Man reißt sich um Personal, selbst um das wie mich... "willst du nicht wechseln?" "suchst du nicht was neues?"


Ich neige ja zu einem emotionalen Zusammenbruch, wenn so etwas akut wird, plötzlich auftaucht. (siehe letzte Krise)

Jetzt da es sich über einen längeren Zeitraum zieht, ist es ruhiger...

Auch so eine Art Überlebensmodus. Klar kommen, sich nichts anmerken lassen.... auf Kurs bleiben.... aber in der Hinterhand "Plan B" :(



Kurve zurück zum Klinikthema... Will ich hin um Urlaub zu machen, oder schaffe ich es meine Probleme anzuschauen?



SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Okt 24, 2019 10:08 am

Ich wüsste gern was andere (MG Betroffene) in einer Klinik machen, also ganz konkret meine ich. Aber ein neuer, allgemeiner Thread wird wahrschinlich unter gehen, wie der Klinikthread von gastacht :(

Kaum einer sagt/schreibt mal was Sache ist. Immer nur, "ich brauche Klinik halte es nicht mehr aus..."

Als ich in der Hohe Mark war haben sehr viele eben EMDR gemacht, es war also kein Einzelfall, dass das bei mir gemacht wurde. Ich war auch nicht die einzige die keine ambulante Thera hatte und nicht stabil genug war... da haben sich mehrere selbst verletzt usw. DAS Möchte ich nicht, kritisiere mittlerweile dass man da auf Teufel komm raus EMDR gemacht hat.
Ausserdem war es ja so, dass selbst wenn bei einer komplementären Therapie etwas geschah, man nahezu keine Möglichkeit hatte das in Ruhe MIT JEMANDEM anzuschauen. Nie war Zeit da, ständig hieß es das gehört zur Thera, was ja toll ist wenn der nächste Termin aber erst in der nächsten Woche ist zum Beispiel....

In der aktuellen Klinik war das ja zum Glück anders. Da konnte man kurzfristig und eben auch mehrmals die Woche zur Thera, oder sogar zu Oberärztin und eben IMMER und zur Not auch länger mit einer Plegekraft reden.
Ich war aber in meiner Gruppe über einen längeren Zeitraum relativ allein. Nicht die einzige mit Trauma, defintitiv nicht, aber eben lange Zeit die einzige die sich dessen bewusst war und gezielt daran arbeiten wollte.
Mir tat die heterogene Gruppe gut und eben auch dass es da Menschen gab die gaaaaaaanz andere Probleme hatten.

Die anderen aus der Traumagruppe waren auf anderen Stationen und Hauptgruppen, da habe ich also nicht so sehr viel miterlebt.

Ich würde es halt gern "richtig" machen... wüsste gern woran andere arbeiten und auch wie. Jenseits der Konfrontation meine ich. Das habe ich erlebt... beschissen, weil hinterher allein gelassen (nicht nur ich) in der Hohe Mark und eben in der neuen Klinik bei jemand anderem (hochfrequente Kontakte, gut versorgt und geschützt....)


Bedeutet Stabilisierung "Urlaub", also das was ich vorhin geschrieben habe?



Gedanken kur vor Dienst, kurz vor "endlich Urlaub", kurz vor, leider und gleichzeitig zum Glück mit stressigen Terminen und Verabredungen...

Ich werde Besuch haben, hier daheim. Es muss noch einiges passieren bis dahin.... Ich mag mein Chaos wirklich nicht :(


Irgendwie macht sich gerade so eine Jahresendstimmung breit. Habe den DP für nächsten Monat und durch den Urlaub im Dezember, ist das Jahr quasi fast vorbei....

Ich mag Jahresendzeitstimmung nicht, das ebdet oft depressiv und wackelig :( Erträglich wird es nur durch geschmückten Baum, Plätzchen,Geschenke machen, Liebelingsfilme, Tee und so weiter..... aber dafür ist es jetzt im Oktober noch zu früh....


Habe gestern einen Text zu "Samhain" gelesen. Bissi gruselig, aber eigentlich schön. Bin ja in christlicher Tradition groß geworden, deshalb vielleicht wirkt das "gruselig" aber alles in allem gefiel mir der Gedanke der Veränderung, des Rat suchen bei den Ahnen (wobei ich da nun wirklich kaum jemand habe zu dem ich irgendwie Bezug hätte. Es gibt nur die Großeltern, da lebt nur einer nicht mehr und da liegt irgendwie noch etwas im Argen, glaube ich :( ich kenne nur zwei Urgroßeltern und da gibt es auch nahezu keinen Bezug. Kaum kennen gelernt...

Samhain ist vielleicht doch nix für mich...


Jahresendstimmung... ohne irgendwas ist schwer erträglich :(


Kochen tat immer gut. Chutney etc. Aber mein "entspannterer" Umgang mit meinen Dissoziationen und die derzeitige Abeitsbelastung ….. nun, ich koche nahezu nicht.

Brot könnte ich backen... aber ich habe noch eingefrorenes. Genug davon... mehr als genug...



Winterschlaf wäre nicht schlecht, oder zumindest Winterruhe. Vielleicht sollte ich tatsächlich ein Eichhörnchen werden. Ruhen, aufstehen essen, Ruhen... bis zum Frühling.


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Do Okt 24, 2019 8:56 pm

Hi SH,

also ich war natürlich noch nie in einer Klinik, daher kann ich nur sagen, was ich glaube wofür sie da ist. Und ich denke eigentlich, genau für das was Du geschrieben hast. Denn üblicherweise funktionieren wir ja immer auf Vollgas, damit wir bloß nicht nachdenken müssen. Und erst wenn wir mal zur Ruhe kommen, wird uns überhaupt bewußt, wo wir überall Probleme haben. Genau deswegen sorgen wir dafür, daß wir niemals zur Ruhe kommen. Aber in einer Klinik, in der einem vieles abgenommen wird, man eben nicht seine Alltagspflichten erledigen muß, Essen bekommt und sich auch darum nicht selber kümmern muß, da kommt man logischerweise zur Ruhe. Und dann nimmt man die Probleme wahr und kann dann direkt dran arbeiten, idealerweise natürlich mit Hilfe der in der Klinik angestellten Menschen. Mit denen geht es sicher leichter, als wenn man das ganz allein versuchen würde.
Also ich bezweifle, daß man das bei einem normalen Urlaub wo man sich auch um nix kümmern müßte, so hinkriegen würde. Da würde man von den Problemen überflutet und würde keinen Anfang und kein Ende finden und völlig drin versinken. Und genau dafür ist meiner Meinung nach eine Klinik da, zum zur Ruhe kommen, Probleme erkennen und beim sortieren und lösen helfen, ohne völlig davon überflutet zu werden.
Deswegen meine ich persönlich, eine Klinik muß auch irgendwie ein bißchen wie Urlaub sein, sonst funktioniert es nicht. Also bin ich überzeugt davon, daß Du absolut kein schlechtes Gewissen haben brauchst, wenn Du Dir genau das von einem Klinikaufenthalt erhoffst.

Aber vielleicht meldet sich ja noch wer, der das ganze aus eigener Erfahrung weiß.

Für Deinen Job kann ich wohl einfach nur die Daumen drücken, daß Du genau dort bleiben kannst, wo es Dir gut tut!

Liebe Grüße,
Imagica

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