Genau jetzt

Hier können Betroffene über ihre Erlebnisse diskutieren.
Gastx

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastx » Sa Jun 01, 2019 9:43 pm

Es fühlt sich für mich selbst eben doch eher nach Kerker und nicht können an. Also ausgeliefert sein, reden wollen, gefangen sein, gehalten, erstickt..... All sowas kommt, wenn ich in der Situation bin, bzw. wenn ich versuche da raus zu kommen. Wenn ich so schweigsam werde, den starren Blick bekomme (habe mir von Dr. K erklären lassen wie das im außen aussieht) nun ich bin da ja bewusst da, also ich höre alles und sehe was halt in meinem Blickfeld ist. Nur reden geht nicht und oft Bewegen auch gar nicht. Wenn ich das ne Weile aushalte und der AUßenreiz verschwindet geht's wieder, oder aber wenn ich nen passenden Reiz von Außen bekomme. Also was ablenkendes z.B.
In dem Abschnitt oben habe ich mich sooo sehr wiedergefunden. Genau die Worte benutze ich auch für den Zustand. Gefangen sein, ausgeliefert sein, nicht reden KÖNNEN, Bewegungen und Mimik verschwinden,...
Nennst du das dissoziieren oder verwechsle ich da was? Glaubst du, das kommt von deinem Trauma?
Bei mir wurde letztlich u.a. selektiver Mutismus diagnostiziert. Diese Blockaden hatte ich schon beim Eintritt in den Kindergarten. Früher hatte es mich nur nie so gestört.
Kann deine Therapeutin dir da raushelfen? Passiert das in jeder Stunde?
Bei mir passiert das immer bei Überforderung. Und die Überforderung kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Stufe 1 ist, dass ich einfach den Überblick verliere, Dinge vergesse, mir die passenden Antworten erst Zuhause einfallen. In der Situation bin ich dann einfach froh, wenn ich irgendwas sagen kann.
Bei Stufe 2 verliere ich noch mehr Funktionen. Kann nicht mehr richtig denken, mich nicht erinnern an Situationen oder Gefühle. Leichteste Matheaufgaben gehen kaum noch. Ich weiß einfach nichts mehr und kann dann ja auch nichts sagen. Vielleicht geht noch ein 'weiß nicht' oder Schulter zucken.
Wenn es noch schlimmer wird, weil das Gegenüber vielleicht blöd reagiert, Druck macht, mich nieder macht, weil mein Schweigen ja so aggressiv ist, geht noch weniger. Mimik und Gesten wie Nicken sind wohl auch nicht mehr vorhanden. Hand heben beim Zahnarzt z. B. geht nicht mehr...
Ich muss immer an einen Computer denken, der sich aufhängt. Systemabsturz durch Überforderung.

Entschuldige, wenn das jetzt zu lang wurde. Es ist ja dein Thread, nicht meiner. Es kommt nur so selten vor, dass es jemand anderem auch so geht wie mir und ich mich in dem Punkt so sehr wiederfinde.

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Jun 02, 2019 8:19 am

Hallo Gastx,

nun ja ich nenne das dissoziieren, bzw. die die mit mir zu tun haben. Also Dr.K. Dr. R. Pflegepersonal in der Klinik... "dissoziativer Zustand"

Ich denke die Bandreite was das umfasst, also was alles Dissoziation ist, ist enorm groß.

Selektiver Mutsimus ist ja doch etwas anderes. Wobei die Diagnostik auch fehlerhaft sein kann. Seit wann hast du die Diagnose?


Es passiert nicht jede Stunde, aber je nachdem passiert es oft. Es ist individuell. Die Thera meinte letzte Stunde dass wenn mir etwas unangenehm ist und ich zum Beispiel nicht antworten will, die Mauern hochgehen. Das passt, trifft es aber nicht ganz. Es gibt deutlich mehr Situationen, oder Auslöser und nicht auf alles passt diese Erklärung. Außerdem bleibt ja meine eigene Wahrnehmung, nämlich dieses nicht KÖNNEN und ausgeliefert sein, mitunter bekomme ich keine Luft etc. es ist also nicht bewusst gesteuert.

In der Klinik wurde mir klar, dass hinter meiner ruppigen Fassade und meinem freundlich, aber leicht schnippischen Gehabe und dem Lächeln, dem viel Reden eigentlich auch ganz viel Unsicherheit und Schüchternheit ist... Bei neuen Menschen, also JEDES MAL wenn ich dort mit jemand neuem zu tun hatte war ich ausgesprochen still und zurück haltend. Wenn ich jemand erst mal kannte wurde ich zu einer Laberbacke, die die Klappe einfach nicht mehr halten konnte und laut, lustig, fröhlich, viel, sehr, sehr viel redete.

Einmal war ich bei der Schwester, das war gegen Ende des Aufenthalts, da war ich ja generell deutlich ruhiger, offener, nichtmehr so schreckhaft und auch weniger zurückhaltend... nun ich sollte mich melden wenn etwas ist und da tat ich es. Bei ihr redete ich, was sehr gut tat. Nur war das Thema eines für den diensthabenden Arzt, den sie auch schon gerufen hatte.

Nun er kam, betrat das Zimmer und ich stoppte quasi direkt und verstummte. Zuvor hatte ich offen und frei geredet (was bei dem Thema oft nicht der Fall ist, aber die Schwester war mir vertraut, da geht das schon mal)
Er war bemüht, aber ich verkroch mich je mehr Annäherungsversuche (blödes Wort für das was er machte) er machte immer mehr in mir selbst.

Das war in der Situation aber echt blöd, weil es wichtig war mich zu erklären und in Kontakt zu kommen... und das war mir durchaus klar und ich wollte wirklich gern reden. Kerkergefühl....

Die Schwester half mir da raus, sie fragte ob ich es ihr erzählen mag und ja da wollte ich... mir wäre es lieber gewesen er wäre gegangen das ließ die Situation aber nicht zu. Nun, es ging dann, ich konzentrierte mich auf sie, schaute in ihre Richtung, stellte mir vor er sei weg.

Das ging ganz gut... erst mal nur Kontakt zu ihr und Informationsfluss.... dann irgendwann auch mal ein Blick zu ihm.... und er fragte dann ob er etwas fragen darf...
irgendwann war dann direktes kommunizieren mit ihm möglich.

Es geht also durchaus.


Wenn ich zu sehr in mir versinke, werde ich angeschnippst (mag ich nicht, hilft aber) oder sonst wie über akustische Reize zurück geholt... Es ist ja nicht so als wäre ich da grundsätzlich "weg" sprich man holt mich nicht zurück... schwer zu erklären wie das für mich ist. Ich bin Geräuschempfindlich und mag diese künstliche Aufmerksamkeit nicht. Auf so einen Reiz folgt dann bei mir eine Reaktion, die ist meist abwehrend (Gesicht verziehen, zusammen zucken, oder hinschauen was da das Geräusch macht) Das ist unangenehm, ABER es ist eine Reaktion ;) Sprich ich bewege mich schon mal, oder habe ein Geräusch gemacht.

Dann kommt meist Thera Standardmäßiges. ich soll mich umschauen mich bewegen, fünf gelbe Dinge suchen, irgendetwas aufzählen... die Füße anders stellen...

Das alles hilft, ist aber unangenehm... wenn ich erst mal in Bewegung bin, den Mund endlich aufbekomme... nun dann will ich das möglichst schnell hinter mich bringen. Zwar merke ich durchaus dass das sich bewegen und ins sprechen kommen hilft, aber unangenehm ist es dennoch auch.
Wie ein Fisch am Haken, bloß nicht locker lassen sonst ist er wieder weg. Blöd halt, wenn man der Fisch ist ;)


Daaaaaaamals…. also bei der ersten Therapeutin (da war ich 18) habe ich ja nahezu gar nicht geredet. Guten Tag und dann kam nichts mehr... schweigen.... bis dann die Thera sagte die Zeit (50 Minuten) seien vorbei... dann noch auf Wiedersehen... Gott, da ging echt nix. Ich kann mich nur an drei Stunden erinnern in denen ich überhaupt etwas sagte...

Je länger ich still bin, desto schwieriger ist der Weg da raus...

Ich habe vor Jahren, da war ich selbst noch ein Kind ein Buch gelesen. Da ging es um ein Mädchen dass eben auch nicht sprach. Die neue Lehrerin wusste das und hat im ersten Kontakt zu ihr nicht locker gelassen. immer wieder Fragen, kein nachgeben... nun, sie sprach dann. Der Kreis war unterbrochen, bzw. es entstand gar nicht erst einer mit der neuen Person. Schweigen war als Option von Anfang an nicht gegeben ;)

Sanfter geht's aber auch ;)


Stille und Schweigen hat tatsächlich etwas machtvolles, da hat meine Thera recht, finde ich. Nur, macht diese Macht auch ohnmächtig und mich überfordert das mitunter denke ich. Ich bin viel zu schnell in gewohntem "gefangen" als das ich die Macht auskosten könnte.



Wie ist das bei dir? (wenn ich fragen darf) Personenabhängig, oder Situationsabhängig, oder ist das Thema das Problem?


SH
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Gastx

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastx » So Jun 02, 2019 9:48 am

Ich habe immer noch das Gefühl, dass du mich beschreibst, wenn du von deinem nicht reden können berichtest.

Ich habe die Diagnose selektiver Mutismus erst sehr spät und als erwachsene bekommen. Aber sie passt. Daran zweifle ich nicht. Wobei das Schweigen als Kind deutlich umfassender war. Heute sind nur die 'Reste' übrig. So eine Art Empfindlichkeit, dass ich bei Überforderung einfach so reagiere. Aber mittlerweile auch deutlich seltener als vor meiner Therapie.
Aber alles, was du schreibst, kenne ich. Auch dass bei meinem ersten Therapieversuch gar nichts ging. Ich habe sie begrüßt. Einzelnes einsilbig beantwortet, aber ansonsten nur geschwiegen. Diese Therapeutin hatte vermutet, dass ich ganz schlimmes erlebt habe, was ich nur nicht mehr erinnere. Wahrscheinlich dachte sie dann in Richtung Dissoziation, hat das Wort aber nicht erwähnt. Aber ich konnte mich in ihrer Vermutung nicht wiederfinden. Ich habe etwas erlebt, aber das erinnere ich gut, hatte es nie vergessen, mir nur nicht geglaubt zwischenzeitlich, aber das Erlebnis war nicht schlimm genug für solche Reaktionen von mir. Und ich bin mir sicher, dass da nicht noch mehr war. Und das Schweigen begann schon lange vorher und unabhängig davon.

Mein Schweigen ist Personenabhängig, Situationsabhängig und vom Thema abhängig. Alles.
Ich kenne es auch, dass ich mit jemandem ganz normal reden kann, dann kommt jemand Fremderes dazu und ich werde immer einsilbiger bis stumm.
Themenabhängig auf jeden Fall auch. Besonders krass dann in der Therapie, weil man dort ja mit den schwierigsten Themen in Berührung kommt. Ich konnte reden. Dann die falsche Frage. Schweigen.
Und ja. Je länger man im Schweigen hängt, umso schwieriger kommt man da raus. Aber meine zweite Therapeutin hat das immer sehr gut geschafft. Mit anderen Methoden als deine. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass dein Weg auch bei mir funktionieren würde.

Vielleicht gibt es einfach große Ähnlichkeiten / Parallelen zwischen mutistischen Blockaden und Dissoziation. Nur dass die ursprüngliche Ursache sich unterscheidet. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht ist der Kindergarteneintritt und ähnliche Situationen für ein überempfindliches Kind schon 'traumatisch' und überfordernd genug, um zu dissoziieren.

Weißt du, wie das bei dir anfangs im Kindergarten war? Hast du da direkt mit den anderen Kindern und Erziehern gesprochen? Oder mit entfernteren Verwandten und Ärzten?

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Jun 02, 2019 1:26 pm

Hall Gastx,

nun Schweigen kennen hier im Forum denke ich viele. Hier bei mir wirst du nur sehr wahrscheinlich kaum Antworten bekommen, da manche hier nicht schreiben. Also falls du da mehrere Meinungen und Erfahrungen lesen möchtest ist das hier in meinem Thread eher eingeschränkt möglich.
Und eine Warnung vorweg, ich denke bei mir ist es tatsächlich Dissoziation, bzw. ganz oft auch tatsächlich Vermeiden UND ich gehe mit mir da recht ruppig um. Meine Wortwahl ist oft nicht nett und die Art wie ich schreibe manchmal allgemein und verallgemeinernd. Ich meine aber meist (nur) mich. Auch wenn ich hinterfrage, dann aus reiner egoistischer Neugier.

So, nun also bei mir ist es ja was anderes, deshalb wird es irgendwann nicht mehr passen was ich schreibe ;)

Was ich von Erzählungen weiß ist dass ich als sehr kleines Kind, also das Alter in dem Sprechen überhaupt erst anfängt :) nicht sprach, nur auf Dinge deutete usw. Meine junge, zwar sehr bemühte, aber meiner Meinung nach von Anfang an überforderte Mutter (die das aber Jahre lang so gut wie nur möglich gemacht hat, das ist kein Vorwurf) nun also sie fragte den Kinderarzt was man da denn nun am besten macht. Und der sagte sie soll nicht reagieren, damit ich gezwungen bin den Mund auf zu machen, um verstanden zu werden.
Das hat wohl sehr gut funktioniert.
Meine Mutter sagte mal, wenn sie gewusst hätte was sie da weckt, hätte sie es gelassen. Wie man mit so wenig Worten so viel reden kann, sei erstaunlich gewesen. Nun denn, ich erinnere mich daran nicht.

Für mich klingt das aber so als hätte ich damals schon vermieden was das Zeug hält :roll:

Ich redete wohl viel, sehr, sehr viel. Das sagt jeder :oops: ABER mein Umfeld war ein kleines und mir sehr bekanntes. Feste Personen. Wir blieben unter uns.
Es ab allerdings regelmäßig Personenreiche Situationen. Sonntags in der Kirche (auch gerne mal bei Großveranstaltungen in dem Bereich) und da, hatte ich auch zu funktionieren. Also Hand geben, Grüßen, Antworten... das hatte ich zu machen und wenn nicht wurde ich beiseite genommen und bekam gesagt was ich zu machen hätte und ich solle mich nicht so anstellen und das begleitet durch Ohrfeigen und ähnliches. Oder direkt in der Situation, die Hand zusammen drücken, kneifen... sowas... ich kam also nie in die Gelegenheit einfach still zu sein und zu vermeiden...

Als vier Wochen altes Baby ließ man mich schreien. Meine Mutter hat mir das erzählt. Wie genervt mein Vater war und dass er mich dann in der Wiege ins Wohnzimmer fuhr, die Türen schloss und sie nicht zu mir gehen durfte, als ich weinte. Das ging mehrere Tage, dann hätte ich endlich gelernt zu schlafen.
Heute finde ich das schlimm... aber am schlimmsten dass meine Mutter das nicht schlimm findet, sondern effektiv und sie auch gar nicht den Eindruck machte als würde/oder wolle sie verstehen dass ich da nicht schlafen lernte, sondern dass niemand kommt. Vor einigen Jahren habe ich mit ihr über das Thema (also schreien lassen allgemein) gesprochen und sie erzählte das.
Interessant für mich ist, der Wandel im erzählen. Also dass sie da so hilflos war, nichts dagegen sagen konnte/dürfte und es schlimm fand nicht zu mir gehen zu dürfen... dann aber dieses "hach es hat funktioniert, das war gut" erzählen und verteidigen. Nun... ich hatte von Anfang an zu funktionieren...


Wie der Kindergartenstart war, weiß ich nur bruchstückhaft und ich habe definitiv geredet. Geantwortet und mitgemacht. Aber schüchtern war ich da auch und auf bekannte Personen beschränkt. Ich habe die Gruppe nicht gewechselt, habe im Außenbereich ausschließlich "meine" Erzieherin abgesprochen usw.

Es gab Situationen in denen ich nicht reagiert habe, aber da habe ich nur eine ganz bewusst im Gedächtnis, für das andere ist mir das zu schwammig, als das ich es erzählen wollen würde.

Kurz nach dem Kindergarten, also da war ich noch im ersten Grundschulhalbjahr... begegneten meine Mutter und ich einer Frau und die beiden redeten und ich sollte nun auch was sagen. Das ist meine Erinnerung, nichts erzähltes. Ich sagte nichts, versteckte mich und wollte gehen. Ich habe die Frau nicht (er)kannt und zwar gar nicht.

Tja, es war eine der Erzieherinnen aus dem Kindergarten. DAS weiß ich von meiner Mutter, die mir hinterher Vorwürfe machte.


Ich konnte gut still sein als Kind, war auch nicht wie das heutzutage so üblich zu sein scheint permanent umsorgt und beschäftigt. Also stilles sich mit mir oder irgendwelchen Dingen (Steine, Blumen, Stock und Wasserteich, sowas eben) beschäftigen ging stundenlang. Auch habe ich schon immer gern Dine nach Größe, Form und Farbe sortiert....

Wie normal das ist weiß ich nicht.


Was nicht sein durfte war über manches zu reden. Und da ist es dann definitiv ein nicht reden DÜRFEN, oder eben konkrete Angst vor den Konsequenzen. Und das eben von außen auferlegt zu erst.

Meine ersten MB Erinnerungen sind ohne so ein Sprechverbot. Also die frühesten, bei denen ich drei Jahre alt bin. Das mir davor Angst machen kam da war ich 4/5 und dann nochmal mit Schulbeginn, also sechs.

Ich weiß was er gesagt und gemacht hat dafür... mittlerweile fühle ich aber wieder wie das war und das macht es sogar schwer es zu schreiben. Merke ich gerade.

Auf jeden Fall, war das erst mal kein Schweigen aus mir heraus, sondern ein Verbot.

Ab neun, war es mir gefühlt unmöglich etwas zu sagen.
Ab 12 wusste ich sehr genau dass das falsch ist, was da passiert, was er macht, ich, wir... und auch dass ich es hätte sagen müssen. gesagt habe ich nichts

Auffällig wurde ich erst als es eigentlich vorbei war.... mich wundert das aber nicht mehr so sehr. Mir fehlte das mich zurecht rücken, mich zum schweigen bringen, mir sagen was ich tun oder lassen soll.... frei, trudelte ich so vor mich hin, führungslos funktioniere ich nicht.

Tja und seit alles raus kam (18) kämpfe ich darum es sagen zu können... Also MB Erlebnisse berichten zu können.

Das klappt seit der Aussage und dem Gutachten (da MUSSTE ich) gar nicht mehr. Ich scheitere an worten die ich anderen Zusammenhängen durchaus sagen kann zum Beispiel.

Ich kann nicht mal hier daheim, allein, in eine Decke gewickelt, ES laut sagen. Also laut im Sinne von es kommt etwas aus meinem Mund....


Ich flüstere manches... oder falle ins flüstern... und ich stottere, dabei habe ich noch nie gestottert (also als Kind meine ich)

Ich würde sagen ich war ein schüchternes, vermeidendes Kind, dem man das abtrainiert hat. Das Schweigen an sich steht in direktem Zusammenhang mit MB, bzw. allem was ich heute damit verbinde und das ist zum Beispiel auch Suizidalität, ist somit also KEIN seltektiver Mutismus.


So viel erst mal dazu.

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Jun 02, 2019 2:28 pm

Mir wird mal wieder bewusst dass ich bei manchem Rückschritte gemacht habe. in den letzten zwei Jahren. Bzw. dass manches nicht hilfreich war und es mir schwer fällt das wieder zurecht zu rücken.

Letztes Jahr bei der Anhörung konnte ich ja nur wenig sagen. manches ging aber. Die Einordnung, die Bezeichnung die der Mann dort machte... nun ich kann es nicht mehr sagen seit dem.

Ich versuche das gerade positiv zu sehen, denn... mittlerweile wenn ich daran denke sind Gefühle dabei. Das endet schnell mal in nem Flashback, ich muss da sehr aufpassen... positiv daran sehe ich, dass das davon berichten wohl nur dissoziiert möglich war, also nur das was war, ohne Gefühl. Nicht be-, oder verarbeitet, im Grunde also noch virulent und lediglich schlummernd (???)

Jetzt ist es etwas ganzes. Wobei es dadurch aber schwer(er) erträglich ist und sich einreiht in vieles das ich gern irgendwann mal endgültig verarbeitet haben möchte... und ich denke dazu müsste ich daran arbeiten... und dazu gehört reden (?)


Folter hat er es genannt und das hatte direkt Auswirkungen. Das machte stumm und führte zu Abwehr... aber ich kann es leider nicht ganz greifen.
Mich nervt gerade dass so vieles DIS Wortschatz ist, aber eben so gut erklärt und Zugangswege schafft bei mir. ich will mich da viel lieber deutlich abgrenzen.
Ach ich weiß nicht mehr was ich schreieben wollte. Wobei doch.
Manches funktioniert, bzw. da spüre ich große, sehr große Resonanz. Nur scheitere ich dann, bekomme Angst, oder fühle mich überrollt.
Anteile und nachfragen, hören... täterloyal....

Ein Drahtseilakt für mich...

Da ist mehr als ich verstehe... und deutlich mehr als ich wahrhaben will.

Die Situationen in der Klinik die ich nicht erinnere... aber ich konnte nachfragen, weil ich der OÄ vertraut habe und der Thera auch. Aber ich mag nicht was da war und hilfreich finde ich das auch nicht.

Sollten die Wege die die Psyche sich sucht nicht hilfreich sein?


Also weiter füttern, oder verhungern lassen den inneren Zirkus???


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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Jun 03, 2019 8:38 am

Das Wochenende nur vor mich hingedümpelt. raus gehen ging nur abends kurz und da auch lediglich in den Garten. Mir fällt das so schwer irgendwas strukturiert zu machen. Kater füttern, spielen, ja das geht. Darüber hinaus aber nahezu nichts. Ich mache echt nichts regelmäßig, oder nach festem Plan.
Schlafen irgendwann und meist einfach eingepennt, mitten im tun, oder auch auf dem Sofa. Regelmäßig essen war nach ein paar Tagen auch nicht mehr. Gestrickt habe ich nichts mehr. Einfach nichts...

Gestern ging es dann, früher und gezielt ins Bett, damit ich heute fitter bin. Pünktlich aufgestanden. Katerversorgung funktioniert ohnehin. Tasche für die Arbeit ist gepackt. Jetzt wartet noch Frühstück (gestern abend vorbereitet) Ach ja und ich habe ein wenig was weggeräumt.
Nach zweieinhalb Tagen in den selben Klamotten gibt's heute auch Grund mich umzuziehen.

Irgendwie frustrierend dass ich es nicht schaffe mich ohne irgendwelche Termine zu strukturieren, oder sinnvoll zu beschäftigen.

Ich frage mich gerade ob das schon immer so war?

Bzw. ich war halt tatsächlich immer beschäftigt. Außer wenn krank, dann eben krank auf dem Sofa... und dann war herumdümpeln und nichts tun erlaubt. Schon immer...

Mitte dreißig und Lebensunfähig.


Ich bin froh ab jetzt wieder mehr beschäftigt zu sein. Es ist schwer dass jetzt Juni ist und Dr.K bald nicht mehr da sein wird. Noch könnte ich ne Mail schreiben, oder anrufen. Hätte das gern immer wieder mal gemacht... um zu sagen wie es mir geht, wo ich bin (Klinik) um ihre Stimme zu hören...

Dann denke ich an den Abschied, der so schön war und finde dass das gut so war und dann weine ich, weil es so gut war und weil ich mich erinnere wie das war. Nochmal umarmen, das erste und letzte Mal. Und jetzt weine ich schon wieder.

Gut beschäftigt zu sein...


SH
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Gastacht

Re: Genau jetzt

Beitrag von Gastacht » Mo Jun 03, 2019 10:09 am

Liebe sh
Das klingt traurig und ja ist es auch...
Vor allem weil du ja auch dauernd und seit ewig kämpfst und machst.
Und ja der abschiedsschnerz... schrecklich. Für mich ist der manchmal schwerer als der schmerz über den mb Kram.
Wenn ich darf Reich ich dir ne hand.
Und du bist auf einem guten Weg um dir verlorenes zurück zu erobern. Hoff das kannst du dir auch sagen. Aber leicht ist es trotzdem nicht. Und gemein ist das
Und du bist nicht lebensunfähig
Du machst deine Arbeit sehr gut und versorgt die miezen. Und für den Rest suchst du Hilfe in deinem Tempo.
Gastacht.

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mo Jun 03, 2019 8:36 pm

Danke gastacht, das ist so lieb von dir. Du weißt wie sich das anfühlt :( Positiver Schmerz ist eben doch auch Schmerz.

Heute war ein guter Tag. Der Morgen war gefühllt, mittags dann zur Arbeit. Und es war gar nicht komisch. Obwohl ich mich quasi nicht gemeldet hatte zwischendurch waren alle am lächeln und ich wurde umarmt. Wie es mir geht, dass ich gut aussehe.... aber dann wars zum Glück schnell so wie immer. Nur eben Stressfrei, weil wir ja durch mich quasi überbesetzt waren.
Also gemütlich und mit Zeit den Bewohnern Kaffe und Kuchen gegeben, Rundgang und dann... ja ich würde mal sagen, wir haben einen guten Eindruck gemacht: Zu dritt ist man eben schneller als zu zweit ;)

Auf dem Heimweg konnte ich einkaufen. habs einfach probiert und es ging fast ganz stressfrei. Ein paar Kleinigkeiten, kein Stress weil ich eigentlich nichts brauchte.

Den Weltuntergangssturmregenschauer im Auto überlebt, dann aber doch klatschnass geworden :)

Eine Verabredung für Mittwoch nachmittag mit Freundin ausgemacht. Gemeinsam kochen :) und am Wochenende kommt eine Freundin von weit weg (die kennt meine Probleme, kann damit umgehen und ihr macht auch das Chaos nix aus)

Ja, das war ein guter Tag :)

Morgen, nach nun über drei Monaten das erste mal wieder bei der Bera :) ich freue mich auf sie.

Mit ehemaligen Mitpatienten gevideotelefoniert. So mancher Kontakt bleibt vielleicht :)

Jetzt RUHE und ich habs mir schön gemacht und ich möchte auch versuchen früher ins Bett zu gehen. Hörbuch, oder sowas wird sicher helfen und die Katerchen.


Ein guter Tag

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Mo Jun 03, 2019 9:31 pm

Hi SH,

das freut mich! Das klingt wirklich nach einem guten Tag :-)

Und ich find auch die Entscheidung gut, es mit Dr. K so zu belassen, wo es doch ein guter Abschied war. Auch wenn das sicher ganz schwer fällt. Aber lieber einen so positiven Abschied in Erinnerung behalten, als die Wunde (den Abschiedsschmerz) immer wieder aufzureißen.

Du kriegst also doch eine ganze Menge hin ;-) Dein Eindruck von vorher stimmt also garnicht so wirklich. Aber ich kenne das auch, daß ich oft nur sehe, was ich alles nicht geschafft habe, aber das was ich alles geschafft habe, wird überhaupt nicht gewürdigt von mir, weils mir einfach zu wenig ist.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jun 05, 2019 12:19 pm

Danke Imagica :)
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Mi Jun 05, 2019 12:57 pm

Wenn es nicht so läuft wie gedacht (geplant?) Klappe, die Dritte! oder so...

Ich wollte den Kurzentlassbrief abgeben, hatte auch "meine Geschichte" dabei, wollte das mit Dr. K ansprechen... und hatte auch ganz viel anderes noch auf der Agenda... zu viel, aber ich wollte vielleicht einfach Auswahl haben(?)

Wie es mir geht... wie es an der Arbeit war... ob sich da was verändert hat bei mir an meiner Einstellung etc.

Und dann begann "der Tanz", dieses sich annähern und abgrenzen... Vieles an ihr irritiert mich, schreckt auch ein wenig was in mir ab (was?)

Ob ich denn mit der Thera in der Klinik geredet habe?


Ja....

Ich taste mich offensichtlich noch, oder schon wieder an sie heran. Will mehr als geht.... alles meine Gedanken, die sich bildeten aufgrund dessen wovon ich glaube dass sie es denkt/fühlt/ macht/gesagt hat....

Mir fällt es soooooo schwer mal was konkretes zu sagen. Sie fragte nach den traurigen Momenten in der letzten Woche. Warum kann ich da nicht einfach sagen was Sache ist?!
Sie drängelt nicht. Aber ich bin gerade echt frustriert :(

Die einzige Möglichkeit die ich gerade sehe ist tatsächlich die Infos schriftlich an die Frau zu bringen. ABER, überhole ich mich so nicht selbst?

Also meine traurigen Momente, besonders aber meine Problemfelder… nun sie weiß vom Kochproblem, dem schlecht einkaufen können und ein wenig vom Chaos und dem schlechten Schlaf. Das ist ja schon einiges... aber da ist mehr... und selbst bei dem was sie weiß finde ich es frustrierend das nicht richtig besprechen zu können.

Kann ich nicht, oder will ich nicht???

Nun sie setzte dann an... ihr Vorschlag den sie ja schon gemacht hätte, für den ich aber nicht offen gewesen sei... also wie sie mit mir arbeiten will (wird?)

Kein EMDR auch keine Bildschrimtechnik, keine konkreten Situationen bearbeiten sagte sie. Was mich irritiert hat, denn das hatte ich selbst gar nicht vor (bzw. noch lange nicht) Nun sie sagte das aber mit einer Art in der Stimme und in Gestik und Mimik wie eine Ansage auf die jetzt eine Reaktion folgen müsste. Wirkte auf mich wie ein "tja, so ist das, was sagen sie nun?"

jetzt frage ich mich, will ich das vielleicht doch unbedingt?

Ich weiß aus eigener Erfahrung was sie sagte....
dass eben sehr viele retraumatisiert werden dabei.
Oh ja! Das weiß ich.
es sei mit mir auch gar nicht möglich.
Mhm… ja das deckt sich mit meinem nicht reden können, nicht mal hier daheim allein kann ich es sagen. Egal was, alles was damit zu tun hat geht nicht. Nichts und gar nicht... also stimmt...

So vieles von dem was sie sagt stimmt. stimmt einfach und trifft genau den Punkt. ich kann das nicht leiden, mag das überhaupt nicht!


Mit dem Körper arbeiten... Bewegung zulassen... mich ausrennen, zittern... sowas sagte sie...

Ich kann mir darunter kaum etwas vorstellen. Das was ich mir vorstellen kann führt zu Abwehr und "kann ich nicht" "will ich nicht" mache ich nicht"

Da will ich nochmal nachhaken. Also rein theoretisch wie das denn konkret aussieht so zu arbeiten.
Vielleicht kann ich das ja doch. Es erscheint mir selbst mit dem Gedanken "ja ich mache das" schwer mir vorzustellen das zu können. Ich bewege mich vorzugsweise gar nicht. Überhaupt NICHT!!!!
Ich tanze nicht und zwar überhaupt nicht und nie, ich mache keine Übungen, oder irgendwelche Bewegungen wenn der Fokus auf mir liegt. In der Gruppe geht es manchmal. Oder sowas wie Ergometer fahren.... je weniger Aufmerksamkeit bei mir ist desto eher geht es, je konkreter die Übung ist desto leichter...

Joa... ich habe dreieinhalb Jahre oder so bei Dr. K gebraucht um weinen zu lernen (dabei war das nicht mal auserkorenens Therapieziel, oder irgendwie von mir angestrebt) Gerade, wenn ich mir so vorstelle ich soll mich auszappeln, oder sonst wie bewegen, vor der Thera.... nun das erscheint mir, wenn überhaupt, in mehreren Jahrzehnten realistisch…

Die Energie sitzt fest... Hirnphysiologische Zusammenhänge erklärt... ja das leuchtet mir alles ein und es passt soooooo extrem gut auf das was ich wahrnehme.... Da ist so viel Druck (Energie) in mir und ich ersticke daran, es ist erdrückend...
Flucht und Kampfimpulse die ich nie habe ausleben können.... die zu einem Shutdown geführt haben und führen..... ja das passt ja alles...

Bleibt der Fakt dass ich mich nicht vor jemand bewege (bewegen will von mir aus) und mich am liebsten permanent in eine Decke wickeln und in einer Zimmerecke verschwinden will....


Ich meine was verdammt noch eins ist das... das hatte ich auch bei Dr.K und der habe ich ja nun wirklich vertraut... Dr.R vertraue ich auch, aber das ist ja noch frisch und neu....
Aber egal, also was ist das??? Warum will es mir nicht gelingen zu reden? Warum will ich mich nicht bewegen?
Sind das auch Anteile? Die nicht wollen? Weil ICH will ja.

Bindungsstörung denke ich und ja es ist ganz offensichtlich dass ich das habe.... aber verdammt noch eins warum komme ich denn aus dem Kreislauf nicht raus???

Sie wird mich nicht fallen lassen, sie wird meine Grenzen respektieren und einhalten. Sie ist da und bleibt. Sie meint es gut. Sie hat Erfahrung. Sie ist gut.



Ich hätte gern direkt nochmal einen Termin bei ihr. Jetzt, oder morgen.

Nächste Woche sitze ich nur wieder da und mache nicht was ich mir vorgenommen habe, sage nicht was zu sagen ist...
Aber das wäre jetzt und morgen ja auch wieder ganz genau so :(

Vielleicht schreibe ich doch. Einfach so, ohne zu fragen. Schicken, oder mit nehmen nächstes Mal und in die Hand drücken....

Am liebsten wäre es mir ja sie würde hier lesen... mich lesen und dieses verworrene Ding entwirren, den Knoten sehen und lösen...
Ich verstehe mich nicht :(



Kennt das jemand hier? Dieses körperliche Arbeiten?

SH
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Wildi
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Wildi » Mi Jun 05, 2019 5:49 pm

~SteinHart~ hat geschrieben:
Mi Jun 05, 2019 12:57 pm

Kennt das jemand hier? Dieses körperliche Arbeiten?

SH
Ja, ich kenne das. Machen wir immer wieder in der Stunde.
Ich steh da nicht mitten im Raum und zapple unkontrolliert. 8) Häufig ist es so, dass die Beine bei bestimmten Themen, wo sich etwas lösen will, im Sitzen hin und her zittern.


Außerdem habe ich jetzt eine Stunde Somatic Experiencing gehabt, am Freitag ist die nächste Stunde. Das fühlt sich vielversprechend an.

Lieben Gruß!

Bambus 1
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Bambus 1 » Mi Jun 05, 2019 10:38 pm

Hallo liebe SH,

das mit Übungen und Bewegung geht mir auch so... Ich kann nicht mal beschreiben warum das so ist, es ist irgendeine Angst die aber nicht greifbar ist, irgendwie diffus. Kennst du das Buch "Was der Körper zu sagen hat". Da geht es um diese festgestaute Energie im Körper, es werden ein paar kleine Übungen vorgestellt aus somatic experience. Damit kannst du vielleicht für dich in aller Ruhe zu Hause anfangen, es geht auch darum erstmal überhaupt ein Gespür dafür zu bekommen was der Körper wie wo ausdrückt und sich selber spüren lernen. Es ist schwer, sehr schwer. Ich habe auch ein großes Problem in Anwesenheit anderer Menschen meine Augen zu zu machen. Es geht einfach nicht. Bei Übungen wo ich mich auf mein inneres und den Körper konzentrieren müsste brauche ich das aber eigentlich um mich da irgendwie drauf konzentrieren zu können.

Ich denke gerade körperliche Arbeit braucht viel Zeit und Geduld das zu lernen, man muss sich drauf einlassen und Vertrauen zum Gegenüber haben.

Ich drücke dir die Daumen, setz dich nicht unter Druck, es wird sich langsam aufbauen wenn du es zulassen kannst.

Viele Grüße
Bambus

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jun 06, 2019 5:54 pm

Danke für die Antworten.

Ach ich weiß nicht ob ich das will. Wie gesagt, in Anwesenheit von anderen bewege ich mich nach Möglichkeit gar nicht. Alles was irgendwie "künstlich" ist macht es mir noch schwerer. So sind zum Beispiel auch so Standard Dinge um einen aus einer Dissoziation zu holen nicht möglich. Also sich abklopfen, oder gar aufstehen und durch den Raum gehen.... lieber ersticke ich, oder versinke ganz, oder riskiere Ärger, oder sonst was... Hauptsache nicht bewegen...

Als Ausgangbasis finde ich das jetzt nicht so optimal...

Mal schauen


SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Jun 06, 2019 6:09 pm

Heute endlich bei der Beraterin gewesen.
Dieses mich auf sie freuen war schon schön, bei ihr zu sehen dass sie sich freut mich zu sehen aber noch viel mehr... und von zwei Hunden ausgiebigst begrüßt zu werden sowieso :)

Gutes Gespräch, nochmal Resümee vom Klinikaufenthalt und Erreichtes und Ziele besprochen...
Wir sehen uns jetzt ca einmal im Monat, also wenn es bei mir passt wenn sie bei dem von der Beratungsstelle organisierten Cafe ist. Aber ich kann mich auch melden.
Das hatten wir ja vor der Klinik schon so besprochen und das passt auch so. Wobei ich gerade die Möglichkeit mich zu melden, also bei Bedarf mehr Kontakt haben sehr beruhigend finde.

Wir redeten auch über meine Probleme. Da merkte ich mal wieder dass ich einfach (sehr viel) Zeit brauche. Generell mit einer Person verbachte Zeit und auch im kontakt (die Termine bei ihr sind deutlich länger als Therapietermine) Ich konnte da etwas sagen dass ich auch Dr.R. gerne gesagt hätte. Also, es geht... braucht aber vielleicht noch etwas Zeit. Vielleicht auch einfach einen Arschtritt nächste Woche von mir selbst... ich kenne sie jetzt lang genug (Dr.R) und jetzt wird geredet SH! Joa, vielleicht geht's auch so.

Nun... es ging dann noch um betreutes Wohnen... da wäre genau dieses Beratungsstelle (die machen ja auch betreutes Wohnen) Ansprechpartner… und sie, oder ihr Mann wären dann diejenigen die den Hilfeplan etc ausarbeiten würden... Was da so möglich ist sagte sie...
Ja und ich habe das im Hinterkopf, war ja auch in der Klinik Thema, bei der Sozialarbeiterin...
Ich sagte dann aber dass es mir schon schwer fällt meine Familie und die enge Freundin hier ins Chaos zu lassen... dass ich mir gerade nicht vorstellen kann jemand fremdes da rein zu lassen...
Aber es bleibt eine Option und ich weiß an wen ich mich wenden kann.


Also gut...


Tja und ich merke dass ich sehr bald wieder sehr an meine Grenzen kommen werde. Die Wiedereingliederung läuft gut. Es gefällt mir nach wie vor gut an der Arbeit... aber danach bin ich fix und fertig. Heute habe ich tatsächlich zwei Stunden geschlafen danach.
Ja, tatsächlich geschlafen... und meine Körper gespürt. Nicht unbedingt unangenehm, sondern eben erschöpft und belastet... nach vier Stunden easy going, weil durch mich ja überbesetzt... Sobald ich wieder richtig arbeite, also deutlich länger und da dann auch mehr leisten muss... nun es wird anstrengend werden und ich denke daheim wird es dann eher schwerer, als leichter.

Ein Seiltanz zwischen ich brauche die Struktur und was zu tun um hier daheim auch etwas zu tun... und eben Überforderung weil mir für daheim zu wenig Zeit bleibt...

AAAAALLLLLSOOOOOO SH! Anträge ausfüllen, aber flott! So wäre Hilfe deutlich leichter zu bekommen, zuzulassen usw.

SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

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