Genau jetzt

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Imagica
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Do Apr 25, 2019 9:00 pm

Hi SH,

ich bin gespannt was bei den Tests rauskommt, also falls Du es hier überhaupt schreiben möchtest. Würde mich bei mir ja auch mal interessieren, andererseits habe ich eigentlich schon so einige Stempel bekommen und weiß nicht, ob ich wirklich noch weitere haben will.

Hast Dus geschafft mit Deiner Mutter zu telefonieren und sie zu fragen? Stelle ich mir wirklich garnicht leicht vor! Also mich würde es erst Recht nervös machen wenn da jemand dabei wäre. Ich kanns garnicht haben, wenn mir jemand zuhört wenn ich telefoniere. Das macht mich immer total nervös. Und wenn ja, was hat sie gesagt?

Liebe Grüße,
Imagica

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Apr 25, 2019 11:16 pm

Hallo Imagica,

also ich weiß jetzt nicht genau wie der Test heißt, habe nicht gefragt und versucht möglichst neutral da rein zu gehen. Es geht/ging darum BPS, die Dissoziationen und auch Wahnzeugs auseinanderzudröseln. Mal so ganz unprofessionell ausgedrückt ;)
Wie konkret da dann ein Ergebnis ausformuliert raus kommt, weiß ich noch nicht.

Nach einer Krise heute Nacht wollte mich heute die Oberärztin nochmal sehen. Gutes Gespräch, auch meine Bedenken und Gefühle wegen Gespräch mit meiner Mutter hatte platz, dann wurde nochmal was wegen Medis geklärt, so dass ich nun bei akuten Krisen, im Hochstressbereich einfacher das passende Mittel (Tavor) bekommen kann. Mit dem Zeug ist man hier (zum Glück und zu Recht!) sehr vorsichtig.
Habe nach dem Test gefragt. Er ist noch nicht fertig ausgewertet, ABER ein positives hat es schon mal. Eine DIS ist es nicht. Ja, da hatte ich doch etwas bedenken, wegen der Zeitlücken, der verschwundenen Gegenstände und hier dann ganz konkret weil ich mit dem Personal geredet habe, durch die Gegend gelaufen bin, es aber nicht mehr wusste, sondern eben ganz woanders war und ca zwei Stunden fehlte. Mein Detektiv spielen hinterher zeigt dass ich eben nicht in mir versunken da sitze, sondern eben auch handele. Und ganz ehrlich, ohne dich, oder irgendjemand sonst abwerten zu wollen, wegen der Diagnose (das will ich so wirklich nicht verstanden wissen) nun, ich möchte das wirklich nicht haben. Denn, auch wenn ich mir manchmal nur wie ein Protokollant vorkomme, es ist MEIN Leben!

Sie meinte, anhand des Tests geht sie nicht von DIS aus, sondern innerhalb des dissoziativen Spektrums (andere Worte von ihr, so habe ich es aber verstanden) gibt es ja noch mehr. Bei mir also keine Anp´s (? bin mir nicht sicher wegen der Abkürzung, sie sagte "Alltagspersönlichkeiten") aber eben wohl emotionale Persönlichkeiten (???) - ich muss mich da wohl doch mal rein lesen.... nun, sie meinte eben traumanahe, abgespaltene emotionale Zustände, oder so ähnlich...

Da wäre es eben auch möglich dass man Dinge die man tut hinterher nicht erinnert. Es ist aber alles meins und ich und kommt aus mir. Zumindest habe ich das so verstanden, oder wollte es so hören, wer weiß. Zumindest ist mir das deutlich angenehmer als ein "wir" Mensch zu sein (soll niemanden beleidigen) Bei den Fragen ob ich von mir als wir rede, ob da Persönlichkeiten mit eigenem Namen sind, konnte ich ja auch ganz klar NEIN sagen. Ich bin nur ich und heiße immer gleich.
Komisch ist und war aber, dass mich hier, in der Klinik, deutlich mehr Menschen (mit Namen und auch Details) kennen, als ich. Ich werde angesprochen usw. kenne die Menschen aber gar nicht, also gar nicht, sie sind weder in meiner Gruppe, noch in anderen Therapiegruppen, in denen ich bin. Wenigstens sind soweit ich das beurteilen kann, alle die mich zum Beispiel letzten Samstag in der Stadt angesprochen haben in der Klinik. Das macht es ein bisschen weniger verrückt. Die Frage gab es nämlich auch, ob ich von fremden angesprochen werde, an fremden Orten auftauche, man mich unter anderem Namen kennt... so in die Richtung. Das kann ich alles verneinen, habe aber zugegeben, dass ich in meinem normalen Alltag, kaum soziale Kontakte habe, die Wohnung nur sehr selten verlasse, in einem Dorf wohne, nicht mal mit den Nachbarn mehr Kontakt habe als ein gegenseitiges Grüßen. Hier in der Klinik bin ich ja täglich ausserhalb von meinem Zimmer, komme mit vielen Menschen in Kontakt, war jetzt ja auch mehrfach im Schwimmbad und auch in dem Geschäft in der Nähe... tja und diese mir unbekannten, die mich aber mit Namen kennen usw. nun das machte mir Angst... ebenso wie das verteilte Spielzeug daheim, die Kritzeleien.... oder eben auch mein Suchverlauf auf dem Laptop... Dinge an die ich mich nicht erinnern kann.... dazu mein wimmern und jammern in manchen Situationen, also richtig laut und körperlich... wo ich aber innerlich mir denke "was machst du, Körper, da? Lass das, das ist nicht sinnvoll" so in die Art, also Dinge die ich mache, ohne es zu wollen, ohne es bewusst steuern zu können...

Nun ich denke BPS wird's auch wieder werden :( weil, ich eben bei der Suizidalität "ja" sagen musste... das und ein weiterer Punkt sind nunmal eben der Knackpunkt... genug Kriterien erfüllt: BPS und ich befürchte das ist der Fall. Wobei es jetzt villeicht nicht so hart wird, weil die Mitteilung nicht mit rauswurf und Ablehnung verknüpft sein wird. Man arbeitet ja hier wohl irgendwie relativ gern mit mir und Entlassung steht nicht an gerade und ich habe ambulant jemand der von Anfang an die Diagnose wusste, mich deswegen nicht an jemand anderen verwiesen hat.... also tuts vielleicht weniger weh, hoffe ich.

Schizophrenie schließe ich mal aus, bei den Fragen, die meiner Meinung nach dazu gehörten war alles "nein"

DIS also wohl auch nicht, sondern eben eine weniger stark ausgeprägte Sache, irgendwas innerhalb des Spektrums.... ich muss mich da dann mal ein wenig differenzierter informieren... ANP ENP, oder was auch immer... was das (für mich) bedeutet, wie ich das in den Griff kriegen kann.



Habe dann allein mit meiner Mutter telefoniert. Sie kommt. Das tat gut, sie war direkt einverstanden... es kam aber dann auch Angst bei ihr und Scham.... tja und dann kam eine Äusserung "ich hoffe dann auch ein paar Antworten zu bekommen" *bäm* also ich kenne ihre Fragen nicht... aber da bekam ich dann innerlich nen Kloß im Hals und Angst, Scham, ABwehr… alles mögliche.... ich kann ja über den ganzen Mist nicht detailliert reden und ganz ehrlich diese Details soll sie auch gar nicht wissen... also sollte sie diffenrenziert wissen wollen was alles passiert ist, kann ja sein dass sie ganz andere Sachen wissen will.... mal schauen...


Morgen soll ich nochmal zur Oberärztin und auch nochmal zur STAR Schwester... und alles in allem bin ich hier nach wie vor gut versorgt, bekomme Hilfe, habe Ansprechpartner und mein "schwierig" sein, also dass ich mich so gegen Medis wehre, dass ich gelegentlich gar nicht rede, bei Fremden dermaßen extrem schüchtern bin, bei vertrauten Personen aber auch mal ein "Frechdachs" bin nimmt niemand persönlich. Hinschauen, thematisieren... Kontakt, Kontakt, Kontakt... Man hilft mir hier sehr konkret mit mir und meinem Umfeld besser klar zu kommen und auch was das Trauma angeht (es ist ja eben keine reine Traumaklinik, auch keine reine Traumastation) wird sehr behutsam, aber professionell umgegangen generell, aber eben auch besonders in den traumspezifischen Gruppen.


Hier kann ich sein, man lässt mich sein. Ich fühle mich nicht unpassend hier, oder abgelehnt...


Diese Woche war mein Therapieplan übersichtlicher, da der Adipositas Kram jetzt weg ist (wobei das ganz informativ und interessant war , Vorträge, Lehrküche etc.) das ist auch erst mal gut so. Für nächste Woche hänge ich noch ein wenig in der Ambivalenz fest... ich würde so vieles gern auch mal ausprobieren... also endlich mal Körperwahrnehmung (das soll ich nach wie vor NICHT machen, weil es zu konfrontativ sein könnte) aber eben auch Boxen, oder Klettern interessiert mich, oder MTT, meditatives Malen, Motivationslauf.... ich kenne gar nicht alles... auf der anderen Seite bin ich müde und erschöpft, weil ich noch recht wenig schlafe und mich viele Situationen hier eben doch auch stressen.... mal sehen, ob ich nächste Woche nach mehr frage, oder es so lasse wie es ist...



Woche sieben neigt sich dem Ende zu. Diesen Samstag habe ich einfach mal nix (man hat mitunter Samstags noch verpflichtende therapeutische Sachen)


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Fr Apr 26, 2019 10:12 pm

Hi SH,

naja, also wie ich das kenne gibt es einen oder mehrere ANPs (anscheinend normale Persönlichkeit), aber wenigstens einen muß es meines Wissens geben, kann mich aber auch irren. Und mehrere EPs (emotionale Persönlichkeit). Bei mir ist ja auch nicht ganz klar, ist es schon eine DIS, oder ist es doch noch nicht ganz eine. Ich hänge da irgendwo zwischen den Diagnosen wobei meine Thera auch nicht viel von Diagnosen hält. Sie nimmt einfach was da ist und arbeitet damit. Allerdings gibt es bei mir schon Namen für einzelne Anteile, die ich mir nicht ausgesucht habe, sondern das waren sie selbst. Bis auf manche, die keinen Namen wollen oder ihn einfach nicht verraten wollen.

BPS kann ich mir bei Dir eigentlich nicht vorstellen. Ich finde, das paßt garnicht zu Dir. Klar, ich bin kein Arzt, aber mein Gefühl findet das halt einfach unpassend.

Gut, daß Deine Mutter zugesagt hat! Da wünsche ich Dir schonmal jetzt ein gutes, hilfreiches und aufschlußreiches Gespräch, für beide Seiten!

Entspannung wär sicher auch mal was, als jetzt noch schnell dieses und jenes auszuprobieren ;-) Aber ich weiß, Entspannung ist schwer bis unmöglich. Kenne ich ja selber.

Liebe Grüße,
Imagica

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Apr 30, 2019 10:19 am

Visite vorbei :) Mittlerweile ist das aber gar nicht mehr so schlimm, bzw. fast gar nicht mehr schlimm. Reden geht, Scherze machen auch und ich kann auch recht gut sagen was ich gern möchte und was nicht so passt :)


Nun heute das Gespräch mit meiner Mutter fest für nächste Woche vereinbart. Nach neuen Therapien habe ich gefragt. Boxen, nein (aber das ist denke ich wirklich schwierig) dafür darf ich jetzt Körperwahrnehmung ausprobieren (soll aber möglichst aufpassen und mich rausziehen wenn's nicht geht) MTT kommt auch dazu.

Und dann habe ich wegen Entlasstermin gefragt. Was ich mir so vorstelle wurde gefragt. Tja und da habe ich gesagt ab dem 20. und auch erklärt warum. So habe ich nach dem Gespräch mit meiner Mutter eine ganze Woche "Puffer" für etwaige "Nachbeben"

Ja das klingt gut hieß es und nach kurzem Zögern und dem Erwähnen dass es auch nochmal verlängert werden könnte, sollte etwas sein (hat die OÄ gesagt, nicht ich!).... nun also wir haben jetzt aber doch ein Datum festgelegt (erst meinte die OÄ wir machen es nächste Woche fest) und das fühlte sich gut an. Hab's direkt in mein Handy geschrieben und ja, es fühlt sich gut an.

So langsam werden meine "Patenpatienten" entlassen und ich bin ab Donnerstag sozusagen Stationsälteste. Dieses nun zum zweiten Mal Station durchmischen (fast alle neu) ist aber für mich echt schwer, außerdem geht es mir, finde ich bedeutend besser.... Dazu vermisse ich meine Katzen, den "Garten" und meine Arbeit....also das passt :)

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Apr 30, 2019 10:54 am

Erst mal daheim bescheid gesagt und dann direkt bei Dr.R auf den AB gesprochen wann ich entlassen werde und dass ich gern zeitnah dann einen Termin bei ihr hätte. Habe mal ganz genau nachgespürt und keinen Zweifel, oder Unsicherheit gefunden. Ich gehe davon aus, dass sie sich nicht zurück zieht, oder so etwas in der Art.

Es fühlt sich gut an :)

SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Di Apr 30, 2019 9:42 pm

Hi SH,

klingt super! Und hast Du Dein Testergebnis jetzt nun bekommen? Was ist denn MTT? Kann ich mir gerade mal rein garnichts drunter vorstellen.
Deine Kater freuen sich sicher auch total, wenn sie Dich wiedersehen :-)

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Di Apr 30, 2019 11:43 pm

Hallo Imagica, den Test hat die OÄ mit mir besprochen. Depression ja, Dissoziative Störung auch... bei dem Teil war sie aber deutlich vorsichtiger, also wie soll ich das erklären? Mhm, behutsamer würde ich sagen. Das passt aber auch, weil mir das wirklich Angst macht mitunter und ich vieles davon SO gar nicht haben will. Bei der BPS war sie noch vorsichtiger... wobei sie sagte sie sieht da wenig Borderline, aufgrund meiner Antworten, bezüglich Selbstbild, etc. aber eben definitiv eine PS, aber eher in Richtung impulsiver Typ... also im Grunde JA, aber eben behutsam verpackt und rüber gepackt, erklärt... das war deutlich angenehmer als die Art und Weise in der Hohe Mark. Ich habe mich nicht wie ablehnenswerter, man will es nur los werden DRECK gefühlt.... Traumafolgestörung... kein Grund für frühzeitige Entlassung...

Sie hätte noch mehr Tests, wenn ich wollte, sagte sie... aber ich glaube das war eher ein Scherz, oder so. Nicht so Ernst gemeint auf jeden Fall. Sie hat zwar definitiv noch mehr Tests, aber das soll ja nicht die Hauptzeit in Anspruch nehmen.

MTT ist Medizinische Trainings Therapie. Im Grunde sind das Geräte wie im Fitnessstudio, aber es kommt nicht auf die Kraft an sich an, sondern darum irgendwie im Gleichgewicht zu sein. Mitpatienten hatten davon erzählt, also es wird visuell unterstützt, man sieht ob man gleichmäßig was auch immer macht.. klang interessant. Ich denke mal nächste Woche dann. Morgen ist ja Feiertag.

Boxen wird ja nix, aber nachdem mir jemand gesagt hat was da so gemacht wird, ist das glaube ich ganz gut so. Klettern wäre ja noch was, aber ich sah mich schon auf dem Rücken liegen wie ne Schildkröte, weil ich mich nicht mit den Armen halten kann.... meditatives Malen, oder therapeutisches gehen, oder Motiv-Wandern wäre auch noch was.... Bewegungsbad, Schwimmtraining… man kann gar nicht alles machen... und so interessant das auch alles klingt, ich finde meinen Plan so wie er ist schon voll genug ;) Bin zwar nicht im Zeitstress, das passt alles gut hintereinander, aber die kleinen Lücken zwischendrin, oder auch mal ein Tag wo um 14:00 Schluss ist, tut schon gut :oops:

Auf die Körperwahrnehmung freue ich mich. Das hat Dr.R ja extra erwähnt und ausserdem macht das Fr.K und die mag ich.
Warum auch immer mag ich manche Menschen, spontan. Fr.K z.B. Das endet oft kitschig, peinlich... hier auch... ich weiß nicht warum ich das mach :oops: Sie bekam von mir ein "Zaubergänseblümchen" geschenkt und das schönste daran war sie hat es ganz behutsam festgehalten, nachdem ich es ihr gegeben hatte und am Ende des Terrainlaufs nochmal gefragt ob sie es behalten darf und ganz behutsam rein getragen...
Alle hier sind aufmerksam, also zumindest die die ich bisher kenne, aber bei manchen, werde ich zu sowas wie einem anhänglichen Haustier :oops:
Ich bekomme mein Verhalten ja mit, aber so ganz richtig ich ist das nicht. Es ist ein wenig wie an der Arbeit... Hier heißt es dann "Anteile" - bei dem Begriff dreht es mir ja fast schon die Zehennägel rückwärts hoch... aber die Erklärung der OÄ war ganz in Ordnung

Ich verliere mich gerade in zu vielen Themen glaube ich. Viele "..." Themen. Dinge die nicht fertig gedacht sind, zu vieles auf einmal, ganz viel im Nebel.


Bin auch müde, ehrlich gesagt. Langer Tag, mit Zahnarzttermin, Tavor und einen neuen Patenpatient habe ich nun auch, mir war irgendwie danach. Vielleicht weil heute mein erster Patenpatient abgereist ist, bald der nächste folgt und Veränderungen mich unsicher machen. Wer weiß das schon so genau?


Ich würde am Donnerstag gern die VG nutzen, für mich. Vielleicht geht es ja doch, der MB soll ja nicht Thema sein, darüber reden geht nicht und da schon erst recht nicht... nur würde ich gern in der Gruppe reden. Über mein derzeitiges Sein und die Erkenntnis, oder mein Einsehen, dass es noch dauern wird. Es wird dauern bis es mir besser geht, ich werde Hilfe brauchen daheim. Das ist ganz schwer auszuhalten. Schreiben ist auch schwer.... :(


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von aoi » Mi Mai 01, 2019 1:47 pm

Hallo liebe SH,

wie geht es dir heute? Habe ja schon lange nicht mehr geantwortet und fühle mich irgendwie so als wüsste ich trotz Einträge grade gar nicht, wo du momentan stehst.

Das MTT kenne ich auch nicht, aber für mich klingt es ein bißchen so wie ein Zirkeltraining, das ich mal gemacht hatte, indem man ebenfalls gleichmäßig trainieren musste. Das war echt super. Also zumindest ich kann nur positives davon berichten.

Es freut mich, dass du den Test nun ausgewertet bekommen hast und hiermit so behutsam umgegangen ist, so dass du das Ergebnis gut annehmen konntest. Das vieles neues aufkommt und du dich wie im Nebel fühlst, finde ich total verständlich. Bei mir ist es dann meistens so, dass sich vieles neu regelt und ich ein ganzes Stück weitergekommen bin. Ich wünsche dir das gleiche.

Schön, dass du nun Körperwahrnehmendes Training machen kannst. Das wird bestimmt anstrengend, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es viel bewirkt. Welche Art machst du denn da? Ich habe gerade mit Somatic Experience angefangen und es ist echt gut. Aber es kam auch vieles hoch, was ich - auch dank Imagica - gut einordnen konnte. Steckte zu sehr in einem diffusen und nicht gleich einuzuordnenbaren Flashback, um es selbst tun zu können. Das kann ich jetzt und es brachte mich echt weiter!

Ja, lass dir auch ein paar Zeiten zum auskurieren. Deine Tage scheinen sehr voll und anstrengend zu sein. Da braucht man auch mal Abstand.

Es freut mich, dass deine Mutter kommt. Mmmhh... ja, das mit ihren Fragen würden mir auch durch den Kopf gehen und NEIN, es brauchen nicht alle Menschen die ganzen Einzelheiten wissen, insofern es nicht für ein höheres Ziel ist. Ich drücke dir die Daumen, dass das Gespräch gut verläuft und gut geleitet wird.


LG Aoí

PS: Beim Klettern kommt es auf die Technik an. Die ist nicht einfach zu lernen, aber das meiste kommt aus den Beinen, auch wenn man das zu Beginn scheinbar immer falsch macht. Also mach dir da keinen Kopf.

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Mai 02, 2019 8:27 am

Hallo Aoí :)

da hat du den Nagel auf den Punkt getroffen, mit der Frage wo ich stehe. Das frage ich mich auch. Mir tut das hier tatsächlich gut, ja, nur sollte das ja nicht alles sein. Das wäre eine neverending Story, ohne irgendwie voranzukommen. Mir ist hier allerdings auch vieles bewusster geworden. Meine Zeitlücken, sind ausgeprägter als ich dachte zum Beispiel. Sie treten nicht nur auf wenn ich allein daheim bin. Mein Umgang damit ist bewusster geworden, wenngleich es mir (noch?) nicht gelingt das jeweils direkt zu thematisieren. Ich gehe zeitverzögert zum Pflegepersonal, zusammen sammeln, das Chaos beseitigen usw. mache ich nach wie vor allein und heimlich.

Zur Zeit überlege ich, wie ich das was hier hilfreich ist, oder gut tut daheim weiterführen kann. Mehr Bewegung, aber vor allem mehr Kontakt. Hilfsangebote gab es daheim ja, nur angenommen habe ich selten etwas und wenn, dann erst als es schon sehr gravierend war. Ich werde Hilfe brauchen, daheim im Alltag. Dieser Gedanke ist so unerträglich, dass ich ihn tatsächlich nur dosiert ertrage.

Mehr an mich denken soll ich, weniger für andere tun, bei mir bleiben, Auszeiten nehmen... klingt logisch, klingt gut, kratzt aber an meiner Existenz. Zumindest fühlt es sich so an.

Wir hatten hier in der KG (körperbezogene tiefenpsychologische Gruppenpsychotherapie) eine Übung mit Sandsäckchen auf der Schulter. Letztendlich saß ich mit zehn Sandsäckchen auf den Schultern da, hätte gern noch mehr gewollte, aber sie rutschten zu sehr. Die Erkenntnis hinterher war, dass es MICH ohne DRUCK irgendwie gar nicht gibt. Mir fehlt das Gespür für mich. Mit Säckchen saß ich aufrecht da, ohne sackte ich in mich zusammen.

In meinem Beruf bin ich für andere da und möchte da auch weiterhin so haben. Privat wäre es aber vielleicht nicht verkehrt mehr zu mir zu finden. Nur, wie ohne mich selbst als egoistisch zu schimpfen? Wie, wenn ich mich doch so schnell verliere und kaum wahrnehme?

Dauern wird es und das denkt sich ähnlich unerträglich wie das Hilfe benötigen.

Letztendlich bin ich gerade an dem Punkt zu erkennen, dass das hier nur einer von noch sehr vielen Schritten ist. Es dauern wird....

Da bin ich. Trotz jahrelanger Erfahrung bin ich, ganz am Anfang...


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Do Mai 02, 2019 8:35 pm

Hi SH,

naja, also google sagt, daß eine impulsive PS kein Borderline ist, sondern das beide zur Obergruppe der emotional instabilen PS gehören. Aber das gleiche ist es nicht. Ich hatte da auch mal einiges drüber gelesen, aber da mein Hirn ein Sieb ist, hab ich jetzt mal schnell nachgegoogelt ;-) Und, wer hier könnte sich als emotional stabil bezeichnen? Ich glaube, das trifft auf die wenigsten zu.
Also eigentlich alles absolut "normal", jedenfalls wenn man unsere Erlebnisse bedenkt. Auch dissoziative Störungen sind in dem Fall völlig normal. Egal wie ausgeprägt. Ohne die hätten wir alle ja nicht überlebt. Eigentlich ist "Störung" dann auch das falsche Wort, denn diese sogenannte Störung hat unser Überleben gesichert. Eher "dissoziativer Überlebensmodus" oder sowas in der Richtung ;-)

Um sich selbst besser wahrzunehmen, kam mir gerade so eine Idee. Vielleicht total blöde, aber ich schreibs mal. Du nutzt ja für vieles Deinen Handyalarm als Erinnerung. Wie wäre es, wenn der Handyalarm Dich mehrmals täglich dadran erinnern würde, mal kurz zu überlegen was Du jetzt in diesem Moment gerne machen würdest? Was Dir lieber wäre als das was Du gerade tust? Oder wie Dir die aktuelle Situation in diesem Moment besser gefallen würde?
Also einfach so in der Richtung: Wo bin ich, was mache ich gerade, gibt es etwas was ich lieber anders hätte oder ist es vielleicht sogar genau richtig so wie es gerade ist?
Ich könnte mir vorstellen, daß man wenn man das regelmäßig macht, ein Stück mehr Selbstwahrnehmung bekommen kann, weil einem dann alles bewußter wird. Und irgendwann ist man dann vielleicht auch in der Lage, das was einem so in der Form nicht so gut gefällt, so anzupassen daß es sich besser anfühlt.
Und zum egoistisch fühlen: DAS kenne ich! Ich kämpfe da selber andauernd mit. Dir kann ich das jetzt schreiben, mir selbst kann ich das einfach nicht sagen, das klappt einfach nicht. Aber rein logisch betrachtet könnten wir auch viel besser für andere da sein wenn es uns selber besser ginge. Insofern wäre mal an sich selbst zu denken eben garnicht egoistisch, sondern würde auch unserem Umfeld zugute kommen.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Do Mai 02, 2019 11:22 pm

Hallo Imagica,
darauf spekuliere gerade, denn ja es ist so impulsiver Typ ist nicht Borderline Typ ;) Ich hoffe gerade dass ich die BPS Diagnose NICHT auf dem Entlass Brief stehen habe werde.
Die Dissoziative Störung kann ich auch einigermaßen akzeptieren. Da war ich allerdings beruhigt dass es keine DIS ist. Ich hatte mir das zwar schon gedacht, aber weil Dr.R. mich mal gefragt hatte ob man in der HM ne DIS vermutet hatte und hier in der Klinik oft von "Anteilen" gesprochen wird und auch wegen der Zeit Lücken und dem Chaos daheim (wobei das ja eben ein neues Phänomen ist, also nicht zur DIS passt)

Ich möchte mir halt bezüglich der Dissoziationsneigung noch ein wenig mehr "Sicherheit" erarbeiten. Mich hat es hier sehr verunsichert, dass es auch passiert ist während ich im Kontakt war, also ich bin durchs Haus gelaufen und habe wohl auch geredet... Ich wüsste halt schon gern am Ende des Tages was ich so alles gemacht/gesagt habe :oops:

Das mit dem Handyalarm ist eine hervorragende Idee. Ich habe hier etwas ähnliches. Habe mir eine günstige Fitnessuhr gekauft. Bei der kann ich eine Bewegungserinnerung einstellen. Leider geht das nur in der Zeit zwischen 8:00 und 18:00. Meine Uhr vibriert also seit einiger Zeit in diesem Zeitraum alle 30 Minuten ;) Ein Handy darf man hier offiziell nicht in den Therapieräumen dabei haben.

Diese Regeln breche ich sehr bewusst. Es ist aber lautlos, ohne Vibration und ich nutze es auch nicht. Nur will ich es dabei haben. War heute bei der einen Schwester auch so ehrlich/offen zu sagen dass das so ist (kein Problem schließe ich aus ihrer Reaktion) und eben auch warum. Ich habe echt Sorge mal irgendwo auf einem Feld oder so zu stehen und nicht zu wissen wo ich bin. :oops:

Das meine ich mit, am Anfang sein. Ich schlafe noch immer schlecht. Habe nun von der OÄ ein festes Ad vorgeschlagen bekommen und mich über dieses auch informiert... nun ich habe echt ein Problem mit Kontrollverlust :? :roll: etwas "festes", also etwas das ich IMMER nehmen muss, ist echt nicht so leicht. Bei meiner Zopiclon kann ich ja jeden Abend neu Entscheiden.
Die Dissoziationen habe ich (noch) nicht im Griff, vielmehr wird mir das Ausmaß bewusster.
Ich vermeide ganz, ganz viel...


Also eigentlich noch nichts erreicht :oops: Wobei ich zumindest ein wenig offener bin, es mir anzuschauen und nicht mehr ganz so hart zu mir.


Heute meinte eine Schwester, als ich ganz freudig sagte wann ich entlassen werde, ich solle mir den Kalender nehmen und rein schreiben wann ich wieder komme. Als Perspektive meinte sie. Oh da war ich erst mal ziemlich irritiert. Ich will das nicht planen, will ambulant bei Dr.R weitermachen. Wobei ich mir vorstellen könnte wieder zu kommen, aber eben nicht so fest geplant, sondern bei Bedarf. Ist das verständlich?


So, jetzt werde ich mal damit aufhören, das ins Bett gehen zu vermeiden ;)


SH
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Imagica » Fr Mai 03, 2019 9:56 pm

Hi SH,

also, das fände ich aber auch irritierend und würde mich bei dem Gedanken nicht wohl fühlen, wenn ich jetzt schon direkt einen neuen Kliniktermin planen würde. Egal wie gut und hilfreich es auch ist, sowas fest einzuplanen würde mir doch ein komisches Gefühl machen. Ich würde auch meinen daß das etwas ist, was man dann nach Situation entscheidet. Wenn man halt das Gefühl hat, jetzt könnte es passen.

Also im Prinzip ist es egal ob es eine Dissoziative Störung oder eine DIS ist. Denn Anteile gibts bei beiden (nur eben in unterschiedlich starker Ausprägung) und das ist anfangs natürlich total erschreckend. Wenn man dann mitbekommt, das man nicht immer selbst "Herr seiner Sinne" ist und Dinge tut/getan hat, die man eigentlich nicht tun würde. Ich wollte das auch nicht. Ich war ziemlich entsetzt als ich drauf hingewiesen wurde, daß mein Verhalten auch nicht so ganz "normal" wäre sondern eher auf sowas hinweisen würde. Aber nachdem sich der erste Schock gelegt hatte und ich anfing, mich damit zu beschäftigen und zu forschen, und Stück für Stück mehr verstanden habe, konnte ich irgendwann auch anfangen das zu regeln. Die ersten zaghaften Kommunikationsversuche starten, bei denen ich mich total verrückt fühlte und irgendwann sogar Einigungen zu treffen. Und so wurde es dann besser und die Zeitverluste weniger. Du kriegst das sicher auch noch hin und wirst dann Schritt für Schritt auch wieder mehr Kontrolle und weniger Zeitverluste haben. Und da es bei Dir weniger ausgeprägt ist, weil keine DIS, denke ich jetzt mal, daß es dann vielleicht auch einfacher ist. Da hab ich nun keine Ahnung, ich nehme das jetzt einfach mal an. Der erste Schritt ist, daß es einem bewußt wird und man lernt zu akzeptieren und da bist Du ja schon dabei.

Von AD halte ich persönlich ja nicht so viel, für mich jedenfalls. Hatte schon so einige und keins hat das gemacht, was ich mir davon erhofft oder erwartet hätte. Aber ich weiß auch, daß es Menschen gibt, denen das wirklich hilft und wo es dann auch wichtig ist, es wirklich zu nehmen. Nur ich gehöre scheinbar nicht dazu oder ich hatte einfach noch nicht das passende. Wie das bei Dir ist, kann ich natürlich absolut nicht beurteilen. Aber ich denke, wenn eine so fürsorgliche und hilfreiche Klinik sowas empfiehlt und für gut befindet, könnte ein Versuch nicht schaden? Von Kontrollverlust habe ich jedenfalls bei meinen Versuchen damit nie was bemerkt. Sonst wäre ich auch nicht bereit gewesen es zu versuchen. Weil damit hab ich nämlich auch große Probleme.

Liebe Grüße,
Imagica

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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » Sa Mai 04, 2019 6:19 am

Hallo Imagica,

ja ich möchte das wirklich nicht so fest einplanen, sondern bei Bedarf mir offen halten dass ich hier wieder herkommen kann und darf. DER Gedanke fühlt sich so gut an, dass mir direkt Tränen in die Augen schießen. Wieder kommen dürfen....

Oh ja, "Innenkommunikation" ist für mich zu einem totalen Gruselwort geworden. Ebenso wie Anteile etc.
Dummerweise sind die Begriffe aber passend, sie beschrieben ganz gut was da so vor sich geht, WENN ich es denn mal merke. Mir wird also nichts anderes übrig bleiben, als mich damit zu beschäftigen und mich darauf einzulassen.

Ich glaube dass ich deutlich weniger spüre als eigentlich da ist. Das mag ich ja mal sowas von überhaupt nicht.

Ja die Sache mit dem AD, oder Tabletten allgemein. Ich bin SEHR schwierig was das betrifft, habe vor allem neuen Angst, lehne es direkt innerlich ab und suche dann eigentlich nur noch nach Gründen es nicht zu nehmen... das geht wenn man den Beipackzettel liest recht fix ;) Nebenwirkungen...

Mit Kontrollverlust meine ich aber nicht dass das Medikament mir die Kontrolle nimmt, sondern dass ich ein AD fest, also über längere Zeit JEDEN ABEND einnehmen müsste. Insofern es gut wirkt, würde ich also dann auch JEDE NACHT schlafen.

Das klingt jetzt vielleicht strange und so ganz verstehe ich es auch selber nicht... vielleicht ja Anteile di da ein Veto einlegen ;)

Nun, mein Leben ist ja nunmal geprägt durch die Arbeit, da verbringe ich durchschnittlich dreißig Stunden in der Woche. Dann gibt es noch die Katerchen, die eine gewisse Aufmerksamkeit wollen. Im Normalfall brauche ich ja auch noch Zeit um einkaufen zu gehen, die Wohnung in Ordnung zu halten etc und eben auch Zeit um zum Beispiel bei meiner Familie zu sein, oder bei Freunden. Es soll soagr Leute geben die ein Hobby haben, dass sie regelmäßig machen ;)

Zur Zeit ist bi mir ja einiges gestört.
So komme ich von der Arbeit nach Hause und bin erst mal fix und alle, auch rein körperlich... dann würde ich vielleicht gern etwas kochen, habe aber Angst vorm Herd... vielleicht möchte ich gern Einkaufen, kann aber mal wieder keinen Fuß vor die Tür setzen ohne ansteigenden Puls und Schweißausbruch... oder ich will schlicht und ergreifend duschen und habe auch da Panik.... oder aber ich schaue auf die Uhr, mir fehlen zwei Stunden und sämtlicher Kleinkrammist der eigentlich in Schubladen wohnt liegt in der Wohnung verteilt herum....

Dieser ganze Kram kostet mich Nerven, aber auch ZEIT. Meine Tage sind viel zu kurz, ich komme zu kurz....
Nächte komplett aufgeben ist also schon deshalb schwierig...

Dazu kommt dann, dass ich ja auch zur Nacht hin Ängste entwickle, ich schaffe es zwar immer öfter mich soweit zu beruhigen dass ich irgendwann ins Bett gehen kann... habe so meine Rituale die helfen... das alles kostet aber auch ZEIT..... Wenn ich mir nun vorstelle, dass ich morgens ne kleine Krise hatte, oder - Gott bewahre - einen Termin, dann in den Spätdienst gehe, danach heim komme und im Grunde spätestens ne halbe Stunde später die Tablette nehmen MUSS und definitiv müde werden werde würde ich ohne die Möglichkeit mich zu beruhigen, ohne Ritual, aber auch ohne die Möglichkeit noch etwas für mich oder die Katerchen zu tun müde werden, vielleicht einschlafen.... JEDEN ABEND...

Filmabend mit Freund, geht ja dann auch nicht wirklich. Weil er auch in der Pflege ist und wir das somit auch mal machen wenn der eine von uns Dienst hat. Gemeinsam frei ist ultra selten...


Mit dem Zopiclon, das ich derzeit auf BEDARF nehmen kann ist das anders. Nehme ich es, schlafe ich 30-bis max 60 Minuten später ein. Ich weiß ganz genau dass ich am nächsten Tag fahrtauglich bin. Ich nehme es, wenn ich es brauche und auch will.

Ein AD müsste ich dauerhaft nehmen, kann es nicht einfach mal so weg lassen.


SH
Die Zeit bewegt sich in eine Richtung, die Erinnerung in eine andere.
(William Gibson)

~SteinHart~
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Re: Genau jetzt

Beitrag von ~SteinHart~ » So Mai 05, 2019 2:58 pm

Hier wandelt sich seit einer Woche vieles in den äußeren Umständen, bzw. die Gruppe wandelt sich... ich bin einfach schon zu lange da... die letzten drei Wochen waren ganz stabil was das betrifft, jetzt lauter neue Menschen... andere.... die sich anders verhalten... kaum Kontakt suchen, bzw. diese eher in der Raucherecke oder so.... für mich ist das schwer. Ich habe außer den Gruppenmitgliedern und maximal noch zwei anderen (die aber auch nicht mehr da sind) Kontakt, mochte das zusammen sitzen etc.
Der Vorteil ist dass es so leichter ist zu gehen. Die drei Wochen bis dahin... mal schauen... kommende Woche will ich das Gespräch mit meiner Mutter (das mir ehrlich gesagt ne Scheiß Angst macht!) vorbereiten. Zusammen mit der Thera die dann endlich wieder da ist und auch in der Gruppe.... ich soll nicht so viel darüber nachdenken wann der richtige Zeitpunkt ist... nicht planen... einfach die Gruppe nutzen.... nun denn, nichts leichter als das :roll:

Ich komme mehr aus mir raus... zwar meist noch über den Umweg leichte Themen zu wählen um dann endlich mal zum Punkt zu kommen... aber vorhin bei der Schwester war ich ziemlich offen.... und sie auch :? Muster durchbrechen, nicht so viel nachdenken, machen, kommen... direkt, nicht erst wenn es wieder gut ist.


Druck gibt's hier nicht, bzw. keinen negativen. Bekomme statt dessen oft Lob. Dennoch... wenn ich hier so lese dass manche 15 Jahre ununterbrochen Therapie machen wird mir schlecht, ebenso bei dem Gedanken die nächsten Jahre Drehtürpatient zu sein... Intervalle klingt irgendwie nach Neverending Story gerade :( bei dem Gedanken es jetzt ohne hin zu kriegen bekomme ich aber auch das Flattern :(


Gerade sieht mein Plan für die Zeit nach der Klinik vor:
noch offener mit meiner Mutter reden zu können
Arbeitssituation wieder stabilisieren
Hilfen für daheim neu organisieren und ZULASSEN!
ambulant zu Dr. R

bei Zusammenbruch, oder konkretem Auftrag wieder hier her kommen können



Es sieh so aus als wäre ich eben nicht komplett unpassend, oder "stationär nicht behandelbar" Die Gedanken dürfen sich gern fest setzen: Ich bin passend, habe Humor, beiße mich durch, finde Wege, bin großzügig und hilfsbereit, habe vieles schon geschafft und ja ICH DARF WIEDER KOMMEN!


Das Zwischenergebnis von meinem Krebsgang, in Kreisen, zwei Schritt vor und einer zurück sieht, jetzt nach so vielen Wochen doch einigermaßen passabel aus. Finde ich.

Wie war noch der Vergleich mit dem Kamel? Marathon, Sprint... Hauptsache Bewegung ;)


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Unverblümt
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Re: Genau jetzt

Beitrag von Unverblümt » So Mai 05, 2019 10:50 pm

Ich hab nur quer gelesen und nur kurz zum AD zur Nacht.

Ich nehme Trazodon zur Nacht ein recht altes AD, dass hilft mir gut beim schlafen und ich konnte das Zopiclon nach langer,langer Zeit absetzen. Der Schlaf ist mit dem AD wesentlich besser und erholsamer als mit Zopiclon.

Ich nehme es ca. eine halbe Stunde bevor ich ins Bett will und habe so genug Zeit meine abendlichen Rituale zu gestalten.

Gehe ich wie heute erst ca. um 23:30 ins Bett nehme ich die Tablette um 23 Uhr. Gehe ich morgen schon um 22 Uhr ins Bett, weil am Dienstag der Tag um 5 beginnt dann nehme ich die Tabette halt um 21:30. Ich nehme die Medis zur Nacht nie zu einer festen Zeit ein und bin sehr glücklich mit dem AD.

Versuch es ruhig und wenn es dir nach 4 Wochen nicht gefällt kannst du es wieder absetzen, aber 4 Wochen braucht so ein AD bevor es seine ganze Wirkung entfaltet.
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ich bin ich und so gefalle ich mir Bild

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